Loslassen im Alltag

Moderator: Jojo

Nicht mehr anzuhaften an negative Emotionen wie Gier, Hass u.s.w. gehört zu den wichtigsten praktischen Übungen im Buddhismus. Bei manchen scheinen diese Übungen ein Kampf gegen innere Hindernisse zu sein, für mich ist es eher ein Unterschied beim Grad des Bewusstseins. Bin ich mir dessen bewusst, dass ich mich ärgere, kann ich relativ auch schnell loslassen und mich heilsamen Dingen widmen. Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.
Wie praktiziert ihr dieses Loslassen im Alltag jenseits der Meditation ?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.

Gewohnheitsmuster finde ich sehr interessant. z.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt, das ist ein Gewohnheitsmuster, das anerzogen ist. Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man selbst und dazu noch über Angelegenheiten, die die eigenen sind und die man deshalb nur selbst beurteilen kann. Auch das wird anerzogen. Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen, auch das ist ein interessantes Gewohnheitsmuster.
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.

Gewohnheitsmuster finde ich sehr interessant. z.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt, das ist ein Gewohnheitsmuster, das anerzogen ist. Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man selbst und dazu noch über Angelegenheiten, die die eigenen sind und die man deshalb nur selbst beurteilen kann. Auch das wird anerzogen. Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen, auch das ist ein interessantes Gewohnheitsmuster.


Und wie würdest Du diese Gewohnheitsmuster loslassen ?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.

Gewohnheitsmuster finde ich sehr interessant. z.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt, das ist ein Gewohnheitsmuster, das anerzogen ist. Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man selbst und dazu noch über Angelegenheiten, die die eigenen sind und die man deshalb nur selbst beurteilen kann. Auch das wird anerzogen. Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen, auch das ist ein interessantes Gewohnheitsmuster.


Und wie würdest Du diese Gewohnheitsmuster loslassen ?

So wie ich lebe.
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Gewohnheitsmuster finde ich sehr interessant. z.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt, das ist ein Gewohnheitsmuster, das anerzogen ist. Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man selbst und dazu noch über Angelegenheiten, die die eigenen sind und die man deshalb nur selbst beurteilen kann. Auch das wird anerzogen. Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen, auch das ist ein interessantes Gewohnheitsmuster.


Und wie würdest Du diese Gewohnheitsmuster loslassen ?

So wie ich lebe.


Na, dann erzähle uns doch von Deinem Leben! :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:

Und wie würdest Du diese Gewohnheitsmuster loslassen ?

So wie ich lebe.


Na, dann erzähle uns doch von Deinem Leben! :)

Nein, das werde ich nicht tun. Ich bin wohl sehr begünstigt/privilegiert/habe Glück, dass ich so leben kann wie ich lebe und es mir dabei so wunderbar egal sein kann. Gutes Karma? :lol:
Stero hat geschrieben:
.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt,
Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man sebst
Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen

Jede Gelegenheit nutzen, um seine eigene destruktive Weltsicht auf andere zu projizieren und daraus dann verachtende Kommentare zu generieren erscheint mir auch ein wenig zwanghaft. Allerdings nicht sehr interessant.
Jojo hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
.B. jemanden um Rat fragen und was drauf geben was der sagt,
Überhaupt das Hinnehmen der Konvention, dass es Autoritäten gäbe, die mehr wüßten als man sebst
Oder dass man ein Leben führen sollte, das dem Leben der anderen ähnelt, um sich nicht von der Masse des Kollektives zu unterscheiden, um nicht aufzufallen

Jede Gelegenheit nutzen, um seine eigene destruktive Weltsicht auf andere zu projizieren und daraus dann verachtende Kommentare zu generieren erscheint mir auch ein wenig zwanghaft. Allerdings nicht sehr interessant.

Hier scheint mir etwas nicht ganz ausgegoren.
Man kann zwar eine Sichtweise haben, nenne man sie Weltsicht oder anders, nenne man sie destruktiv oder konstruktiv. Aber was soll es bedeuten, wenn man sagt "eine Sicht auf andere projizieren"? Man kann andere oder anderes zwar aus einer bestimmten Perspektive sehen, aber was soll hier das Wort "projizieren" bedeuten? Eine Sichtweise lässt sich doch nicht projizieren, sondern nur praktizieren.
Vermutlich speisen sich deine übrigen Worte aus dieser Unausgegorenheit ...
Darf ich daran erinnern, dass es um das Thema "Loslassen im Alltag" geht ?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Darf ich daran erinnern, dass es um das Thema "Loslassen im Alltag" geht ?

Ja natürlich. Man sollte die Störung durch den Moderator nicht überbewerten.
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Darf ich daran erinnern, dass es um das Thema "Loslassen im Alltag" geht ?

Ja natürlich. Man sollte die Störung durch den Moderator nicht überbewerten.


:lol:

Das empfand ich keineswegs als Störung, sondern als berechtigter Hinweis.
Du verdrehst mal wieder alles so wie Du es gerne hättest.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Darf ich daran erinnern, dass es um das Thema "Loslassen im Alltag" geht ?

Ja natürlich. Man sollte die Störung durch den Moderator nicht überbewerten.


:lol:

Das empfand ich keineswegs als Störung, sondern als berechtigter Hinweis.
Du verdrehst mal wieder alles so wie Du es gerne hättest.


Klartext:
Meine These ist: das eigene Leben steht für sich. Die Differenzierung zwischen Leben das Alltag ist und Leben das Nicht-Alltag ist, ist nur Augenwischerei. Was soll Loslassen in der Freizeit anderes sein als das was jeder macht? Und Nicht-Loslassen in der Arbeit macht auch jeder.

Mach dich doch nicht zum Narren indem du von "Loslassen im Alltag" sprichst. Überleg doch bevor du etwas schreibst. Drück dich klar aus, worum es dir geht. Es geht doch um die Zeit zwischen Geburt und Tod. Da gibt es keinen "Alltag". Geht es dir nicht darum? Dann schmier dir dein Thema in die Haare, sofern du welche hast. :mrgreen:
Stero hat geschrieben:
Meine These ist: das eigene Leben steht für sich. Die Differenzierung zwischen Leben das Alltag ist und Leben das Nicht-Alltag ist, ist nur Augenwischerei. Was soll Loslassen in der Freizeit anderes sein als das was jeder macht? Und Nicht-Loslassen in der Arbeit macht auch jeder.


Die Unterscheidung ist nicht zwischen Freizeit und Arbeit, sondern zwischen Alltag und Praxis (Meditation), auch wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass irgendwann die Zeit kommt, wo es keinen Unterschied mehr gibt zwischen Meditation und Nicht - Meditation.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Die Unterscheidung ist nicht zwischen Freizeit und Arbeit, sondern zwischen Alltag und Praxis (Meditation), ...

Was ist denn das für eine mistige Praxis? :lol:

Ist deine Praxis an das Sitzen auf einem Sitzkissen gebunden?

Sorry, aber das ist mir nun wirklich zu blöd ... mach das mit deinen Buddhisten-Freunden aus ...
Ellviral hat geschrieben:
Dieser Buddhismus schreckt mich ab, Praxis der Untätigkeit, da muss man erst mal drauf kommen.


Das ist ein völlig falsches Verständnis. Die Zeiten auf dem Kissen (formale Meditation) sind ebenso wichtig wie die Zeiten der "Meditation im Alltag". Und natürlich gibt es zwischen beiden Arten der Praxis qualitative Unterschiede, wer will das leugnen ?

Stero hat geschrieben:
Leben im eigenen Land ist LosLassen. Sein Blut und seinen Körper als unmittelbar verbunden mit seinem heimatlichen Boden empfinden, das ist Loslassen. Wer keine Heimat hat, kann nicht verstehen. Wer Heimat hat, der versteht. Es ist also eine Frage von Haben oder Nicht-Haben. Haben oder Nicht-Haben von Heimat.Wer von euch hat Heimat? Und wer von euch sucht bloß Heimat? Glücklich die, die Heimat haben.


Meine Heimat ist die Zuflucht zu Buddha, Dharma, Sangha.
Nicht mehr anzuhaften an negative Emotionen wie Gier, Hass u.s.w. gehört zu den wichtigsten praktischen Übungen im Buddhismus. Bei manchen scheinen diese Übungen ein Kampf gegen innere Hindernisse zu sein, für mich ist es eher ein Unterschied beim Grad des Bewusstseins. Bin ich mir dessen bewusst, dass ich mich ärgere, kann ich relativ auch schnell loslassen und mich heilsamen Dingen widmen. Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.
Wie praktiziert ihr dieses Loslassen im Alltag jenseits der Meditation ?


Hallo S.Y.,
für mich gibt es keinen Unterschied zwischen Alltag und Praxis. Die Praxis ist das alltägliche Leben. Wo sonst könnte ich mich schulen?
Ja, bewusst muss ich mir schon werden über das, was ich denke und tue - und ob sich das Tun von meinem Denken unterscheidet. Wenn mir das bewusst wird, dann hab ich eine Auf-Gabe. Eine frühere Methode von mir war mal, das, was ich so immer mache, immer wieder anders zu machen, um aus Gewohnheiten rauszukommen. Eigentlich geht es permanent darum, sich allen Denkens und Tuns bewusst zu sein - möglichst ständige Achtsamkeitsübung. Deshalb gibt es für mich auch keinen Unterschied zwischen Alltag und Praxis. Alles ist Praxis.

Aber bestimmte Gewohnheitsmuster sind auch wichtig. Zum Beispiel regelmäßige Mahlzeiten mit der Familie. :)
Ich wünsche Dir einen schönen entspannten Tag, S.Y.
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Die Praxis ist das alltägliche Leben. Wo sonst könnte ich mich schulen?


Liebe Monika,
Das tägliche Leben ist natürlich eine Form der Praxis, auch für mich.
Trotzdem gibt es für mich qualitative Unterschiede zwischen dieser Art der Praxis und anderer Arten. Warum machen wohl manche Praktizierende Dreijahresretreats ?

P.S Ja, und Dir auch einen schönen Spätsommertag :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das tägliche Leben ist natürlich eine Form der Praxis, auch für mich.
Trotzdem gibt es für mich qualitative Unterschiede zwischen dieser Art der Praxis und anderer Arten. Warum machen wohl manche Praktizierende Dreijahresretreats ?


Vielleicht weil sie sehr "ehrgeizig" sind, vielleicht weil sie nicht anders können, weil sie es brauchen?
Auf jeden Fall ist das keine Garantie, wirklich achtsam zu sein, wirklich loslassen zu können, wirklich befreit zu sein bzw. zu werden.
Wenn ich mich frei fühle und erkannt habe, was ich tun und lassen muss, warum sollte ich mich zusätzlich quälen?
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das tägliche Leben ist natürlich eine Form der Praxis, auch für mich.
Trotzdem gibt es für mich qualitative Unterschiede zwischen dieser Art der Praxis und anderer Arten. Warum machen wohl manche Praktizierende Dreijahresretreats ?


Vielleicht weil sie sehr "ehrgeizig" sind, vielleicht weil sie nicht anders können, weil sie es brauchen?
Auf jeden Fall ist das keine Garantie, wirklich achtsam zu sein, wirklich loslassen zu können, wirklich befreit zu sein bzw. zu werden.
Wenn ich mich frei fühle und erkannt habe, was ich tun und lassen muss, warum sollte ich mich zusätzlich quälen?
_()_ Monika


Nein, eine Garantie gibt es keine :)
Und eine Qual sollte es erst recht nicht sein, auch wenn manche meinen, dass die Blockaden des Ego die Dämonen so groß werden lassen, dass es eine Quälerei sei...
Ich sprach lediglich von einer anderen Qualität (Tiefe) der Meditation wenn wir formal meditieren (meinetwegen auch im Retreat) im Vergleich zur Alltagspraxis.
Hallo alle, habe die themenferne Diskussion nun doch gelöscht. Alles, was nach Fortsetzung dieser themenfernen Diskussion aussieht, wird ebenfalls gelöscht. Bitte bleibt hier beim Thema. Danke. Jojo
Jojo hat geschrieben:
Hallo alle, habe die themenferne Diskussion nun doch gelöscht. Alles, was nach Fortsetzung dieser themenfernen Diskussion aussieht, wird ebenfalls gelöscht. Bitte bleibt hier beim Thema. Danke. Jojo


Die Art und Weise wie die Dinge aussehen bzw. erscheinen, verhindert das Loslassen..Die Dinge erscheinen fest und eigenständig. Im Alltag versuche ich diesen Schein der Eigenständigkeit der Dinge zu löschen, indem ich mir ihr abhängiges Enstehen Bewusst mache. ...Nichts von dem was ich wahrnehme ist mir fern, erscheint mir dann fern.
Monikadie4. hat geschrieben:
Aber bestimmte Gewohnheitsmuster sind auch wichtig. Zum Beispiel regelmäßige Mahlzeiten mit der Familie. :)

Hallo Monika,

so sehe ich das auch. Wenn man seinen Alltag betrachtet und achtsam schaut welche Gewohnheitsmuster man dabei eigentlich hat, kann man unheilsame Gewohnheitsmuster ablegen und heilsame Gewohnheitsmuster schaffen. Wobei das Ablegen (wie auch das Schaffen) ein bewusster Prozess ist - einfaches Loslassen reicht da nicht.

Gruß :sunny:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Und eine Qual sollte es erst recht nicht sein, auch wenn manche meinen, dass die Blockaden des Ego die Dämonen so groß werden lassen, dass es eine Quälerei sei...
Ich sprach lediglich von einer anderen Qualität (Tiefe) der Meditation wenn wir formal meditieren (meinetwegen auch im Retreat) im Vergleich zur Alltagspraxis.

Hallo Sherab Yönten,

sicher ist außerhalb der Alltagsumgebung eine tiefere Meditation erreichbar. Aber z.B. die Übung von Metta ist gerade im Alltag, unter Menschen die nicht die gleiche Denke haben, effektiver. Da können auch Blockaden des Ego die Dämonen groß werden lassen... manche ergreifen dann einfach die Flucht oder verdrängen... aber Schwimmen üben wir ja auch nicht an Land.

Gruß :sunny:
Hallo Sherab, mein Lehrer hat mich davor gewarnt, gute Vorsätze zu fassen, vielleicht liegt´s am Zen. Ich sehe, was sich im Alltag so ergibt, und wo es richtig klemmt. Ein wichtiger Anhaltspunkt sind konkrete Missempfindungen. Manchmal sehe ich dann, wo ich festhalte, und das ist ziemlich unerfreulich. Wenn es sehr unerfreulich ist, löst sich der Griff meist von alleine, und das ist dann wiederum erfreulich. So sickert die Praxis langsam in den Alltag ein, ohne Selbstkontrolle, eher im Sinne eines interessierten Erforschens.
Carneol hat geschrieben:
Aber z.B. die Übung von Metta ist gerade im Alltag, unter Menschen die nicht die gleiche Denke haben, effektiver.


Hallo Carneol, ich würde nicht sagen, dass diese Übung im Alltag effektiver ist. Sie ergänzt sich mit der Praxis der formalen Metta Meditation.

Jojo hat geschrieben:
mein Lehrer hat mich davor gewarnt, gute Vorsätze zu fassen


Hm. Habe ich hier irgendwas von guten Vorsätzen geschrieben ? Vielleicht liest es sich so, aber Erwartungen oder Vorsätze sind bei der buddhistischen Praxis wohl generell nicht sinnvoll, denn sonst verkrampft man leicht.

Jojo hat geschrieben:
Wenn es sehr unerfreulich ist, löst sich der Griff meist von alleine, und das ist dann wiederum erfreulich.


Echt ? Bei mir ist es eher umgekehrt. Wenn etwas SEHR unerfreulich ist, umso länger dauert die Anhaftung. Bei Kleinigkeiten kann ich relativ schnell loslassen. Allerdings hat sich im Laufe der Praxis meine Einstellung dazu geändert, wann ein Ereignis sehr unerfreulich ist und wann es lediglich eine Kleinigkeit ist. Die meisten Ärgernisse in meinem Leben sind zur Zeit eher Kleinigkeiten :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Allerdings hat sich im Laufe der Praxis meine Einstellung dazu geändert, wann ein Ereignis sehr unerfreulich ist und wann es lediglich eine Kleinigkeit ist. Die meisten Ärgernisse in meinem Leben sind zur Zeit eher Kleinigkeiten :)


Ja, S.Y., das ist dann das Ergebnis der "Praxis". Das geht Hand in Hand. Deshalb ist für mich der All-Tag ein Fortsetzen der "Praxis" - d.h. der gewonnenen Ein-Sicht. Und Ein-Sichten hatte ich häufig im normalen Leben, z.B. einmal während des Wartens am Fotokopierer. Was nun zuerst da war, weiß ich nicht. Ich glaube, es gibt eine bestimmte Entsprechung, ein bestimmtes Erlebnis, ganz bestimmt Veranlagung (Karma) als Auslöser für die Erkenntnis, die den Blick auf einen meditativen Weg senkt - ich kenne nicht viele Menschen, die aus ihrem Leben die richtigen Schlüsse ziehen.
So nützt es z.B. überhaupt nix (oder nur wenig :wink: ), wenn jemand vom Loslassen hört und das umsetzen soll, ohne eine entsprechende Einsicht, ohne ein entsprechendes Wissen.
Insofern hast Du natürlich Recht. Die meditative Praxis ist unerlässlich.
_()_ Monika
Sherab Yönten hat geschrieben:
Nicht mehr anzuhaften an negative Emotionen wie Gier, Hass u.s.w. gehört zu den wichtigsten praktischen Übungen im Buddhismus. Bei manchen scheinen diese Übungen ein Kampf gegen innere Hindernisse zu sein, für mich ist es eher ein Unterschied beim Grad des Bewusstseins. Bin ich mir dessen bewusst, dass ich mich ärgere, kann ich relativ auch schnell loslassen und mich heilsamen Dingen widmen. Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.
Wie praktiziert ihr dieses Loslassen im Alltag jenseits der Meditation ?


Es geht nicht nur darum, Emotionen vom Typus Gier und Hass loszulassen, sondern letzlich darum, sie nicht (mehr) entstehen zu lassen. Sie beruhen auf einer ich-zentrierten Wahrnehmung und dem reflexhaften Bestreben, die scheinbaren Objekte dieser Wahrnehmung in den Bezugsrahmen 'Ich' zu integrieren (Gier) oder sie zu desintegrieren (Hass). Sinn buddhistischer Meditation und Praxis (anders, traditioneller, ausgedrückt: des edlen achtfachen Pfades) ist es, dieses reflexhafte Verhalten zu verlernen - es ist gewissermaßen ein Entwöhnungsprogramm.

Zum Begriff 'Praxis' möchte ich auf die vor einer Weile von mir hier zitierte Definition Aryadevas / Kanadevas verweisen. 'Praxis' des Buddhadharma ist gerade eben nicht die sog. 'Meditation', sondern im Gegenteil alles Andere. Sie ist der "Alltag jenseits der Meditation" - denn tatsächlich wird beides zunächst als Getrenntes, Verschiedenes erfahren. 'Meditation' ist 'Anhalten', das Aufgeben des Interagierens aus einer Ich-Zentrierung heraus. Dieses 'Anhalten' des ich-zentrierten Interagierens hat den Effekt, dass man dessen Antriebe wahrnimmt: Es sind eben die Impulse 'Gier' und 'Hass', die unter den Bedingungen der 'Meditation' durch Übung in zunehmend subtileren Entwicklungsstadien erfahren und losgelassen werden können - wobei dieses 'Loslassen' mehr ist, als den Impulsen (die Meditation für den Anfänger zu einer schwierigen, sogar oft als unangenehm erfahrenen Angelegenheit machen) nicht zu folgen. Das Loslassen der Impulse, sie - bildlich gesprochen - wirkungslos 'verpuffen' zu lassen, ist gleichzeitig nichts Anderes als das Aufgeben der Ich-Zentrierung, die Bedingung ihrer Entstehung ist. Das Loslassen der "Gewohnheitsmuster" und der Ich-Zentrierung sowie der daraus resultierenden grundlegenden Willensimpulse, die durch Integration und Desintegration dieses Ich formen und verfestigen - sehr tiefe und grundlegende Konditionierungen - ist therapeutisch; es ist ein Entwöhnungprozess.

'Praxis' wiederum ist in diesem Sinne 'entwöhntes' Interagieren. Das heisst, eine andere Qualität, in der der kleine Ausschnitt aus dem allumfassenden Funktionszusammenhang, den wir gewöhnlich als 'Ich' begreifen, mit anderen Funktionszusammenhängen wechselwirkt. Auch diese ' entwöhnte Praxis' braucht einen 'Motor' , eine treibende Energie. Die Energien, die die Grenzen des Ich aufrechterhalten und befestigen, werden durch Energien substituiert, die diese Grenzen auflösen - die brahmavihara. Wobei sowohl Ich-Konstruktion als auch Ich-Dekonstruktion in verstärkender Wechselwirkung mit den ihnen zugehörigen Energien stehen. Insofern ist diese 'Praxis' nicht einfach Ergebnis und Anwendung der 'Meditation', sondern selbst therapeutisch wirksam und daher auch in einer verstärkenden Wechselbeziehung mit der 'Meditation'. Fortschreitende Übung (notwendig in beidem, versteht sich) verstärkt die Wechselbeziehung, bis 'Meditation' und 'Praxis' unterschiedslos ineinander aufgehen.

()
Endlich mal wieder ein geistreicher Text der etwas klar bennent und auf den Punkt bringt.
Ansonsten wird im Forum zur Zeit endlos immer das Selbe gefaselt ohne jemals eine klare Haltung einzunehmen. Es ist sozusagen der Forumsdauerdialog der niemals versiegt, das Gegenteil von dem worum es in dem oberen Text geht. Forumsteilnehmer sind jedoch vor allem Menschen mit Schwächen die wenn Buddhismus davor steht ganz oft das Wort 'Loslassen' verwenden aber vor allem sind es schwache Menschen mit denen viel Geduld gut tut. Danke für den oberen Text, er macht Hoffnung...
Sherab Yönten hat geschrieben:
Nicht mehr anzuhaften an negative Emotionen wie Gier, Hass u.s.w. gehört zu den wichtigsten praktischen Übungen im Buddhismus.

Aber an positiven anzuhaften - das geht?
Bei manchen scheinen diese Übungen ein Kampf gegen innere Hindernisse zu sein, für mich ist es eher ein Unterschied beim Grad des Bewusstseins. Bin ich mir dessen bewusst, dass ich mich ärgere, kann ich relativ auch schnell loslassen und mich heilsamen Dingen widmen. Beim Loslassen von Gewohnheitsmustern wird es da schon schwieriger, denn diese Gewohnheitsmuster sind eher unbewusst und lassen sich nicht so leicht identifizieren.

Was da als Gewöhnung und Entwöhnung besteht, wurde bereits gesagt. Es ist natürlich eine Voraussetzung, dass man sich bewusst wird, wie die Muster sind - und dabei geht es um positive wie negative Aspekte. Das Bewusstsein reicht aber nicht, sondern es muss eine Tat daraus folgen.

Wie praktiziert ihr dieses Loslassen im Alltag jenseits der Meditation ?

Es gibt kein Gefühl, dass nicht von einem Gedanken begleitet wird. Und also schaue ich mir die Gedanken an und lasse diese los. Oder ergreife einen Gegengedanken. Wenn mich also ein Gedanke/Gefühl trifft, dann verzichte ich auf einen weiteren Gedanken und damit verbundene Gefühle - ich ergehe mich also nicht darin - oder ich bewege mich und komme auf meinen Boden der Tatsachen.
sati-zen hat geschrieben:
Endlich mal wieder ein geistreicher Text der etwas klar bennent und auf den Punkt bringt.
Ansonsten wird im Forum zur Zeit endlos immer das Selbe gefaselt ohne jemals eine klare Haltung einzunehmen. Es ist sozusagen der Forumsdauerdialog der niemals versiegt, das Gegenteil von dem worum es in dem oberen Text geht. Forumsteilnehmer sind jedoch vor allem Menschen mit Schwächen die wenn Buddhismus davor steht ganz oft das Wort 'Loslassen' verwenden aber vor allem sind es schwache Menschen mit denen viel Geduld gut tut. Danke für den oberen Text, er macht Hoffnung...

Aha. Und inwiefern machst du das besser? :mrgreen:
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