Angst vor der Erleuchtung

Moderator: Jojo

188 Beiträge
Spacy hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
sakko hat geschrieben:
Wie oben angeführt, Heiligkeit, heißt das Ziel Brahma. Das funktioniert alles, wie es beschrieben wird und ich war damit auch erfolgreich.

Gratuliere, Eure Heiligkeit. :lol:

Das kann man auch anders sagen *kopfschüttel*
Allgemein so, wenn keine Wehrwölfe rumlungern, mir sakko lieber ist als das paranoide stero

Kein Problem. "lieber sein" ist die Domäne von Irrationalität.
Mir geht es genau so. Ich meine, ich habe keine Angst vor der Erleuchtung, eigentlich sollte das mein Ziel im Leben sein. Aber ich frage mich manchmal, lohnt es sich jetzt auf die Sinnesvergnügungen zu verzichten? Musik hören, Süßigkeiten essen, Filme angucken... Wenn ich ein schönes Lied höre, empfinde ich Vergnügen, oder wenn ich mit meiner Freundin wäre (falls ich eine hätte...), würde ich auch Vergnügen empfinden. Stimmt es auch, dass dieses Vergnügen zum Leid wird, wenn das Lied zu Ende ist oder wenn meine Freundin mich verlässt. Aber vielleicht ist das Vergnügen, das ich ein Mal erlebte, größer als das Leid. Aus diesem Grund befürchte ich, dass ich mich nie von den Sinnesvergnügungen befreien werde...

Jedenfalls sagt uns Buddha, dass jeder von uns die Erleuchtung erreichen kann:

"Es kommt darauf an, ob jemand Vertrauen hat, gesund genug ist, um die geistige Anstrengung auszuhalten, ob er ehrlich und aufrichtig ist und ob er genug Energie und Ausdauer hat, um unheilsame Geisteszustände zu überwinden und heilsame zu festigen. Schließlich kommt es darauf an, ob er genug Weisheit besitzt, um das Entstehen und Vergehen zu erkennen." Der Buddha schloss mit den Worten. "Wenn jemand diese Eigenschaften voll entwickelt hat, dann kann er heute belehrt werden und morgen schon erwacht sein."
(Mittlere Sammlung 85. Übersetzung aus P. H. Köppler, So spricht Buddha, 2004: 33f.)

Darunter verstehe ich, dass der erste Schritt für die Erleuchtung ist, sich selbst zu fragen, ob man bereit ist, auf die Sinnesvergnügungen zu verzichten, so wie Buddha machte, als er seine Familie verließ. Es ist hart, aber wahrscheinlich lohnt es sich, wenn wir an Buddha glauben...
Unwissender hat geschrieben:
Aber ich frage mich manchmal, lohnt es sich jetzt auf die Sinnesvergnügungen zu verzichten?


es lohnt ganz bestimmt nicht, denn jeder Lohn wäre nur ein weiteres, neues Vergnügen :upsidedown: Deswegen wird es logischerweise entweder keinen Lohn geben, oder es war kein echtes Verzichten.


Ich denke, man sollte sich die Erleuchtung nicht als Ziel vornehmen, wenn man doch eigentlich das Leben als grundsätzlich genussvoll erlebt (es gibt mehr Genuss als Leid). Wieso will man denn die Erleuchtung? Was soll sie einem bringen, wenn man eigentlich schon damit zufrieden ist, wie es ist? In diesem Fall kann man sich höchstens die Frage stellen, "wieso glaube ich nicht schon erleuchtet zu sein, wenn ich doch zufrieden bin, mit mir selber und mit der Welt wie sie ist?"
Unwissender hat geschrieben:
... Aber ich frage mich manchmal, lohnt es sich jetzt auf die Sinnesvergnügungen zu verzichten?

Das finde ich eine merkwürdige Frage. Wenn du keine unmittellbaren Vorteile vom "Verzicht" hast, warum solltest du dann verzichten? Und wenn du unmittelbare Vorteile hast, dann stellt sich dir die Frage doch nicht, oder? Aber jemand anders kann dir sicher nicht beantworten, ob du unmittelbare Vorteile hast. Denn wenn du welche hast, dann muss ein anderer diese ja nicht haben. und wenn ein anderer Vorteile hat, dann musst du diese ja nicht haben.

Unwissender hat geschrieben:
Darunter verstehe ich, dass der erste Schritt für die Erleuchtung ist, sich selbst zu fragen, ob man bereit ist, auf die Sinnesvergnügungen zu verzichten, ...

Kein guter Ansatz. Wenn etwas nur als der erste Schritt gedacht wird auf einem Weg zu einem gedachten Vorteil, von dem man gar nicht weiß, ob er jemals eintritt, dann ist das eine schlechte Grundlage für den ersten Schritt. Ein unmittelbarer Vorteil dagegen ist eine gute Grundlage, egal ob es als erster Schritt oder als einziger Schritt gedacht wird.
Zenman hat geschrieben:
In diesem Fall kann man sich höchstens die Frage stellen, "wieso glaube ich nicht schon erleuchtet zu sein, wenn ich doch zufrieden bin, mit mir selber und mit der Welt wie sie ist?"


Hi Zenman,
gute Antwort. Meiner Ansicht nach stellt jedoch diese Frage niemand, der zufrieden mit sich und der Welt ist.
Dieser Jemand ist nicht auf der Suche. Die Suche beginnt, wenn etwas fehlt oder nicht ins Weltbild passt.
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Zenman hat geschrieben:
In diesem Fall kann man sich höchstens die Frage stellen, "wieso glaube ich nicht schon erleuchtet zu sein, wenn ich doch zufrieden bin, mit mir selber und mit der Welt wie sie ist?"


Hi Zenman,
gute Antwort. Meiner Ansicht nach stellt jedoch diese Frage niemand, der zufrieden mit sich und der Welt ist.
Dieser Jemand ist nicht auf der Suche. Die Suche beginnt, wenn etwas fehlt oder nicht ins Weltbild passt.
_()_ Monika


Ich denke auch, dass man erst dann die Suche wirklich beginnt, wenn etwas fehlt.

@Unwissender
ich hoffe es ist OK wenn wir so über dich "herziehen" :mrgreen:
Keine Sorge Zenman! Dafür ist dieses Forum da. Wir sind hier um über Buddhismus zu diskutieren und ich freu mich sehr dazu beizutragen :)

Zu unserem Thema habe ich heute dieses Gespräch von Buddha mit einem Bauer zufällig gelesen:

Der Bauer: „Meine Frau ist achtsam. Sie lebt schon lange mit mir zusammen und ist freundlich. Ich höre von ihr kein böses Wort. Mir macht der Regen, der bald kommt, nichts aus."

Der Buddha: „Mein Geist ist achtsam und vollkommen frei. Lange Zeit habe ich ihn geschult. Ich höre von ihm kein böses Wort. Mir mach der Regen, der bald kommt, nichts aus.“

Der Bauer: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt selbst. Meine Söhne leben bei mir und sind gesund. Sie sagen kein böses Wort. Mir macht der Regen, der bald kommt, nichts aus.“

Der Buddha: „Ich bin niemandes Diener. Ich wandere durch die Welt, und die Welt sorgt für mich. Ich brauche keinen Lohn. Mir macht der Regen, der bald kommt, nichts aus…“

… Der Buddha antwortete: „Wer eine Familie hat, freut sich an seiner Familie, wer Besitz hat, freut sich an seinem Besitz. Familie und Besitz sind die Stützen des Lebens, und wer sie nicht hat, der hat auch keine Freude. Aber die Familie und jeder Besitz verursachen auch Sorgen. Die Freuden des Lebens sind zugleich des Menschen Sorgen. Wer ohne Familie und Besitz lebt, der hat diese Sorgen nicht.

Kürzere Sammlung, Sutta-Nipata 1 / 2 aus Köppler, So spricht Buddha. 2004: 39f.

Ich nehme an, dass diese Worte die beste Antwort auf meine Frage sind :wink:
Hallo,
vor der Erleuchtung kann man gut und gerne Angst haben aber dieses Wort kommt in der Lehre von Gotamo Buddho nicht vor. Was vorkommt ist das Wort ERWACHEN.
Du erwachst wie aus einem Schlaf und du bemerkst das dein Selbst (Leuchtwesen), sich von deinem
Körper mehr oder weniger trennt. So ähnlich wie bei Nahtoderfahrungen.
Nur du bist da in einem total ruhigen, wiederspruchsfreien Bereich und kannst das Erwachen
in seiner Schönheit sehen.

sakko
Danke für diese interessante Diskussion- bin ganz neu hier und lese erst mal ein wenig quer....

bisher hatte ich niemanden zum Austausch- habe aber jetzt den Wunsch danach-Bücher geben zwar eine gewisse "Bestätigung"...aber Kontakt mit Menschen mit ähnlicher Wellenlänge finde ich wichtiger.

Und ich "sorge" mich in gewisser Weise etwas, weil ich "anders" bin als die meisten (schon immer), eigentlich bei nichts mitreden kann (und will) mir nicht die Dinge wichtig sind, die für andere eine große Rolle spielen, mir Gedanken über ganz andere Dinge mache.....sehr einfach lebe...

"Angst" habe ich vor nichts- aber ich denke schon, dass ich in den Augen der anderen irgendwie "komisch" bin....
suchende2016 hat geschrieben:
Danke für diese interessante Diskussion- bin ganz neu hier und lese erst mal ein wenig quer....

bisher hatte ich niemanden zum Austausch- habe aber jetzt den Wunsch danach-Bücher geben zwar eine gewisse "Bestätigung"...aber Kontakt mit Menschen mit ähnlicher Wellenlänge finde ich wichtiger.

Und ich "sorge" mich in gewisser Weise etwas, weil ich "anders" bin als die meisten (schon immer), eigentlich bei nichts mitreden kann (und will) mir nicht die Dinge wichtig sind, die für andere eine große Rolle spielen, mir Gedanken über ganz andere Dinge mache.....sehr einfach lebe...

"Angst" habe ich vor nichts- aber ich denke schon, dass ich in den Augen der anderen irgendwie
"komisch" bin....




Herzlich willkommen
Das klingt interessant :)

LG :sunny:
Genau genommen ist jeder anders als der Andere nur es gibt in den jeweiligen Kreisen ein paar Floskeln, Uniformen und Denkschablonen damit es nicht so auffällt und die Illusion der Gleichheit gewahrt bleibt. Oft ist bei der Suche nach sich selbst zunächst der Zwischenschritt das Gleiche bei den Anderen zu finden zu beobachten, jedoch ist das meist nur oberflächlich. So ist auch der Weg zum Erwachen letztlich für jeden einzigartig und unverwechselbar, man kann ihn nur bei sich und in sich finden. Der von Buddha vorgestellte Weg ist ein gutes Vorbild und eine wunderbare Inspiration den eigenen Weg zu finden. Angst ist dabei stets ein schlechter Begleiter denn wer vor seinem eigenen Inneren Angst hat kann dem nicht entfliehen und wenn nur durch Ignoranz der eigenen Persönlichkeit und das kann nicht zum Erwachen führen. Wer auf der Suche Angst hat kann die Lösung nicht finden, um sich der Wahrheit des Leids zu stellen gehört Mut, genauso wie zum Leben mit so wenig Abhängigkeiten wie möglich Mut gehört. Buddha war ein sehr mutiger Mensch mit der Achtsamkeit für sich selbst und andere.
Aha hat geschrieben:
Ich wollte nur wissen, ob es noch jemanden gibt, der sich darüber Gedanken macht, dass das Erstreben nach der Erleuchtung Angst machen kann.


Wenn ich dich recht verstehe ist es das Unbehagen das bei dem Gedanken entstehen kann, was man alles aufgeben muss um die Erleuchtung zu erreichen. Weil man ja an allerhand angehaftet ist. Aber das ist ein langsamer Prozess, mit jedem Stückchen das man loslassen kann wächst die innere Freiheit ein wenig weiter.
Hallo,
mit dem Wort habe ich so meine Probleme. Ich sehe die Übersetzung von Neumann: Erwachen, als den
adäquaten Ausdruck an. Wie wenn man aus Schlaf oder Traum erwacht.
Um Probleme in dieser Hinsicht zu vermeiden hat Gotamo Buddho den Achtfachen Weg erfunden und den dazugehörigen Freiungen. So kannst du deine Bewußtseinsveränderungen einschätzen und kontrollieren.
Das ist fast schon eine wissenschaftliche Methode.
Kontrolle?

:?
....erfunden.... :?:
Klar, der Verstand hat Angst vor der Erleuchtung, denn das würde seine Niederlage sein. Mach Dir keine Gedanken über etwas, was nicht ist. Spekulationen sind wertlos. Wenn Erleuchtung kommt, kommt sie. Und dann wird da niemand mehr sein, der damit ein Problem hat oder Angst davor haben braucht. Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.
kal hat geschrieben:
Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.

Das glauben zumindest die Hinduisten so.
accinca hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.

Das glauben zumindest die Hinduisten so.


Nicht nur die. Und warum bei "Glauben" bleiben? Mit dem ersten Satori kann klar sein, dass Erleuchtung nichts ist, was erlangt werden muss.
kal hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:
Das glauben zumindest die Hinduisten so.

Nicht nur die. Und warum bei "Glauben" bleiben? Mit dem ersten Satori kann klar sein, dass Erleuchtung nichts ist, was erlangt werden muss.

Beim "ersten Satori" glaube ich das schon lange.
Aber jeder kann natürlich weiter machen wie bisher und
niemand muß die Lehre des Buddha auch für gut und richtig halten.
accinca hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:
Das glauben zumindest die Hinduisten so.

Nicht nur die. Und warum bei "Glauben" bleiben? Mit dem ersten Satori kann klar sein, dass Erleuchtung nichts ist, was erlangt werden muss.

Beim "ersten Satori" glaube ich das schon lange.
Aber jeder kann natürlich weiter machen wie bisher und
niemand muß die Lehre des Buddha auch für gut und richtig halten.


Mein spezieller Freund,
ich weiß nicht so recht was Du mit Deinem Einspruch genau aussagen willst.
An der Lehre des Buddha ist m.E. nichts auszusetzen. Aber warum an den Worten kleben bleiben und nicht selber mal über den Tellerrand schauen?
accinca hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.

Das glauben zumindest die Hinduisten so.


Und hier schon wieder...
Hier treffen sich zwei Konzepte

Absolute und relative Wahrheit.
kal hat geschrieben:
Klar, der Verstand hat Angst vor der Erleuchtung, denn das würde seine Niederlage sein. Mach Dir keine Gedanken über etwas, was nicht ist. Spekulationen sind wertlos. Wenn Erleuchtung kommt, kommt sie. Und dann wird da niemand mehr sein, der damit ein Problem hat oder Angst davor haben braucht. Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.

Auch das ist eine Illusion. Das was ich bin kann nicht durch Erleuchtung vernichtet werden, weder der Körper noch der Geist. Da geschieht etwas ganz anderes. Da ist das Erkennen, das wirkliche erfahrende erleben der Vergänglichkeit. Da ist Ich und da ist Körper doch da ist gerade das Wissen das alles, Körper, Geist und Wissen vergänglich ist. Da kommt es zur Denkenden Trennung: wenn alles vergänglich ist gibt es keinen Grund sich anzustrengen und wenn alles Vergänglich ist kann ich machen was ich will. Diese Extreme sind die Grenzen der Erleuchtung, wie alle Extreme, dualistische Sichten, und wenn sie vermieden werden gibt es keine Erleuchtung mehr, noch das Suchen nach ihr, noch das finden von ihr. Der Achtfache Weg ist Befreiung leben mit dem Erkennen aller Extreme.
Jedenfalls ist diese Angst völlig unbegründet, werden doch gerade durch die Erleuchtung alle Ängste aufgelöst. Vielmehr ist das eine Angst etwas zu verlieren an das man angehaftet ist.
Ellviral hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Klar, der Verstand hat Angst vor der Erleuchtung, denn das würde seine Niederlage sein. Mach Dir keine Gedanken über etwas, was nicht ist. Spekulationen sind wertlos. Wenn Erleuchtung kommt, kommt sie. Und dann wird da niemand mehr sein, der damit ein Problem hat oder Angst davor haben braucht. Es ist das was Du sowieso schon bist, nichts neues, nichts fremdes. Deine wahre Natur.

Auch das ist eine Illusion. Das was ich bin kann nicht durch Erleuchtung vernichtet werden, weder der Körper noch der Geist. Da geschieht etwas ganz anderes. Da ist das Erkennen, das wirkliche erfahrende erleben der Vergänglichkeit. Da ist Ich und da ist Körper doch da ist gerade das Wissen das alles, Körper, Geist und Wissen vergänglich ist. Da kommt es zur Denkenden Trennung: wenn alles vergänglich ist gibt es keinen Grund sich anzustrengen und wenn alles Vergänglich ist kann ich machen was ich will. Diese Extreme sind die Grenzen der Erleuchtung, wie alle Extreme, dualistische Sichten, und wenn sie vermieden werden gibt es keine Erleuchtung mehr, noch das Suchen nach ihr, noch das finden von ihr. Der Achtfache Weg ist Befreiung leben mit dem Erkennen aller Extreme.



Natürlich kann das eigene Sein nicht Erleuchtung zerstört werden, Bewusstsein ist alles was ist und wodurch alles ist. Das Wahrgenommene nur ein Aspekt davon. Ich behaupte mal, dass sogar Empfindungen und Gedanken von Ich weiterhin auftauchen, denn auch dies ist Wahrnehmung. Es findet nur keine Identifikation mehr damit statt, sondern nur noch das Erkennen der Gedanken, Körper etc als Objekte, als Nicht-Ich. (Auch wenn Identifikation auf einer bewussten Ebene nicht auszuschließen ist)
Edit: Ach, jetzt sehe ich, der Thread ist ja schon etwas älter. Na gut, aber vielleicht liest Du es ja doch noch irgendwann.

Aha hat geschrieben:
:lol:
Vielen vielen Dank für eure Mühe ...

Während ich so die Antworten von euch lese, denke ich mir, mit was für eine Kacke ich die Leute hier belästige .... :lol:

Mit einer solchen Einstellung werde ich bestimmt rasend schnell die Erleuchtung erlangen ... :lol: :lol: :lol: :lol:

Oh man ...

Leider ist es bei mir öfter so, dass das Unterbewußt oder Ego sich durch irrationale Ängste äußert, die ich im ersten Moment nicht durchschauen kann ...

Es ist so bei mir, dass ich einen tiefen Wunsch, schon aus meiner Kindheit, hege eine Nonne zu werden. Jetzt da ich wieder intensiv meine Spiritualität auslebe, kommen diese Wünsche wieder hoch.


Also, ich fühle mich nicht belästigt. Eher hab ich den Eindruck, Dich bestens zu verstehen, weil ich diese Ängste selber kenne und sie daher für "normal" halte. Schon allein wegen einiger der Antworten hier ist das ein super Thread.
Die Angst vor dem Abrutschen in eine Psychose kenne ich ich auch gut. Ich hatte mal so'ne Phase, wo ich wirklich dachte: 'Hups, oh weh, jetzt geht's mir zu schnell, alles zu krass hier.' Ich hab allerdings das Glück, dass ich einen recht guten Lehrer hab, dem ich dazu bei einem seiner Vorträge eine Zwischenfrage stellen durfte, als es mal passte. Er erklärte mir, dass die klassisch-buddhistische Anweisung lautet, zu "krasse" Erscheinungen einfach ruhig durchzustehen. Nichts machen, nicht abbrechen oder weglaufen, einfach nur anschauen und als eine weitere Erscheinung von vielen identifizieren. Dann erkennt man auch: es passiert schon nichts. :-)

Im Nachhinein ordne ich diese Dinge auch anders ein. Ich hatte einfach eine spirituelle sensible Hoch-Zeit, die "endlich" war, also nichts Bleibendes. Es läuft immer alles in Wellen ab bei mir, steigend, fallend, Berge, Täler... Der Yogi lernt, es gelassen zu nehmen. Mein Lehrer jedenfalls hat mir noch keine Rescue-Tipps für meine plötzliche unerwartete Erleuchtung an die Hand gegeben. *lach* Er sieht da wohl absolut keine Gefahr bei mir.
Wobei, ich finde solche Ängste ab und zu ganz folgerichtig, denn man begibt sich ja auf unbekanntes Terrain, wenn man den Weg beschreitet. Also ist es eher ein Zeichen, dass man es ernst nimmt, was man tut.


Und ich habe anscheinend große Angst, vor dieser Seite in mir, die die eigene Spiritualität gleich stellen mit meinem anderen Lebensmodel "Familie".

Ausserdem scheine ich ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich mich jetzt mehrmals am Tag meine Familie "verlasse" zum meditieren, obwohl die es gewohnt sind, dass ich immer für sie da bin ...

Da habe ich wieder etwas gefunden um an mir zu arbeiten ...

Auch diese Sorge "Wo bleibt dann die Familie?" kenne ich sehr gut. Schließlich trägt man eine große Verantwortung, wenn man Teil einer Familie ist. Da möchte ich Dir aber den Rat geben, den Blickwinkel umzukehren: Deine Praxis ist nichts, was Deiner Familie etwas wegnimmt. Im Gegenteil haben Deine Leute den Vorteil, dass ein Mitglied ihrer Familie Dharmaprktizierende/r ist. Wie kostbar das auch für sie ist!
(Und den Wunsch, Nonne werden zu wollen, kenne ich auch. Es ergibt sich aber nicht in meinem Leben. Und ich habe den Verdacht, wenn ich Nonne würde, würde ich mich wiederum nur erneut woanders hinsehnen...)

Durch die Entwicklung, die Du über die Jahre machen wirst, kannst Du Deiner Familie so sehr helfen - durch Dein Beispiel - auch wenn sich diese Vorteile meist nicht einwandfrei belegen lassen, so werdet ihr alle doch die Vorzüge mit der Zeit sehen können.
Ich passe nur immer auf, dass ich niemandem auf den Geist gehe, also nicht missionieren, nicht unansprechbar sein. Aber ich lasse mir meine Praxis nicht nehmen.

Deshalb mach Dir kein schlechtes Gewissen, dass Du praktizierst. Das ist nicht gut. :-)

Beste Wünsche für Deinen Weg.
kal hat geschrieben:
Mit dem ersten Satori kann klar sein, dass Erleuchtung nichts ist, was erlangt werden muss....
Mein spezieller Freund,
ich weiß nicht so recht was Du ... genau aussagen willst.

Ich wollte nur sagen, das die meisten Menschen sowieso nicht
glauben das "Erleuchtung" erlangt werden müsse.
mukti hat geschrieben:
Jedenfalls ist diese Angst völlig unbegründet,... Vielmehr ist das eine Angst etwas zu verlieren an das man angehaftet ist.

Ja genau. Allerdings sind diese Ängste auch die Befürchtungen
vor dem Eintreten anhaltend stärkeren Leidens.
Obwohl solche Ängste in gewisser Weise ja auch was gutes haben
können, denn sie schützen auch vor Unbesonnenheit z.B. beim
überqueren der Straße und vielen anderen Dingen im Leben.
So erzwingen solche Befürchtungen auch die Achtsamkeit und
Aufmerksamkeit auf die heilsamen und unheilsamen Dinge.
kal hat geschrieben:
Natürlich kann das eigene Sein nicht Erleuchtung zerstört werden, Bewusstsein ist alles was ist und wodurch alles ist. Das Wahrgenommene nur ein Aspekt davon. Ich behaupte mal, dass sogar Empfindungen und Gedanken von Ich weiterhin auftauchen, denn auch dies ist Wahrnehmung. Es findet nur keine Identifikation mehr damit statt, sondern nur noch das Erkennen der Gedanken, Körper etc als Objekte, als Nicht-Ich. (Auch wenn Identifikation auf einer bewussten Ebene nicht auszuschließen ist)
Das was ich bewusst wahrnehme ist nur mit meinen Gedanken in ein gemeinsames Bewusstsein einzubauen. Es gibt kein Ein Bewusstsein, dann wäre alles Bewusstsein und das ist nicht so. Es gibt nur ein Bewusstsein bei jedem fühlenden Wesen ein. Wenn wir uns austauschen kann ich erkennen das auch Du eines hast doch das gibt mir nicht das Recht die Beiden unabhängigen zu vergewaltigen um ein Übergeordnetes zu erschaffen.
Ellviral hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Natürlich kann das eigene Sein nicht Erleuchtung zerstört werden, Bewusstsein ist alles was ist und wodurch alles ist. Das Wahrgenommene nur ein Aspekt davon. Ich behaupte mal, dass sogar Empfindungen und Gedanken von Ich weiterhin auftauchen, denn auch dies ist Wahrnehmung. Es findet nur keine Identifikation mehr damit statt, sondern nur noch das Erkennen der Gedanken, Körper etc als Objekte, als Nicht-Ich. (Auch wenn Identifikation auf einer bewussten Ebene nicht auszuschließen ist)
Das was ich bewusst wahrnehme ist nur mit meinen Gedanken in ein gemeinsames Bewusstsein einzubauen. Es gibt kein Ein Bewusstsein, dann wäre alles Bewusstsein und das ist nicht so. Es gibt nur ein Bewusstsein bei jedem fühlenden Wesen ein. Wenn wir uns austauschen kann ich erkennen das auch Du eines hast doch das gibt mir nicht das Recht die Beiden unabhängigen zu vergewaltigen um ein Übergeordnetes zu erschaffen.


Das habe ich nicht ganz Verstanden :mrgreen: wo soll eine Trennlinie gezogen werden können zwischen Bewusstsein A und Bewusstsein B. Nach meiner Erfahrung gibt es nichts als das EINE, jegliche Grenze ist rein gedanklich und illusionär.
kal hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Natürlich kann das eigene Sein nicht Erleuchtung zerstört werden, Bewusstsein ist alles was ist und wodurch alles ist. Das Wahrgenommene nur ein Aspekt davon. Ich behaupte mal, dass sogar Empfindungen und Gedanken von Ich weiterhin auftauchen, denn auch dies ist Wahrnehmung. Es findet nur keine Identifikation mehr damit statt, sondern nur noch das Erkennen der Gedanken, Körper etc als Objekte, als Nicht-Ich. (Auch wenn Identifikation auf einer bewussten Ebene nicht auszuschließen ist)
Das was ich bewusst wahrnehme ist nur mit meinen Gedanken in ein gemeinsames Bewusstsein einzubauen. Es gibt kein Ein Bewusstsein, dann wäre alles Bewusstsein und das ist nicht so. Es gibt nur ein Bewusstsein bei jedem fühlenden Wesen ein. Wenn wir uns austauschen kann ich erkennen das auch Du eines hast doch das gibt mir nicht das Recht die Beiden unabhängigen zu vergewaltigen um ein Übergeordnetes zu erschaffen.


Das habe ich nicht ganz Verstanden :mrgreen: wo soll eine Trennlinie gezogen werden können zwischen Bewusstsein A und Bewusstsein B. Nach meiner Erfahrung gibt es nichts als das EINE, jegliche Grenze ist rein gedanklich und illusionär.
Die Katze neben mir hat zweifellos ein Bewusstsein, doch da die Katze nicht zu mir gehört sondern nur bei mir ist sind da ein Bewusstsein der Katze und eines ich. Die Trennung ist doch ganz einfach und sehr klar zu erkennen. Die Grenze ist zwischen diesem Körper und allen Körpern die nicht dieser Körper sind. Ach so: Wenn es ein Bewusstsein geben würde brauchten wir keine Worte.
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