Angst vor der Erleuchtung

Moderator: void

216 Beiträge
Gern geschehen :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Aber "benötigt" hat er das Essen und die Getränke schon, oder?

In der Tat kann man Dinge benötigen ohne
das man daran Vergnügen hat. Allerdings
wird beim Essen oft mehr gegessen als benötigt.
accinca hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Aber "benötigt" hat er das Essen und die Getränke schon, oder?

In der Tat kann man Dinge benötigen ohne
das man daran Vergnügen hat. Allerdings
wird beim Essen oft mehr gegessen als benötigt.



Würdest Du sagen, Genuss ist das gleiche wie Vergnügen?

Wenn man die Dinge, die man benötigt "genießt" (ohne sie zu unterscheiden in "gut" und "schlecht"), dann kann nach meinem Verständnis auch ein Erleuchteter die Dinge "genießen",
Es gibt nichts besseres als Erleuchtung.
Zum Thema Dalai Lama.

Als Mönch darf er eigentlich nichts zu seiner Befreiung sagen.
Es ist entweder ein schwerer oder leichter Verstoß.
Im Westen (christlich geprägt) wird die Erleuchtung auf ein unereichbares Podest gehoben.
Manche haben es innerhalb von ein paar Jahren geschafft, andere nie.

Studiere ein paar Suttas (Anapanasati/Metta) und setze dich hin.
In Foren wie diesen gibt es keine Einigkeit.
Lass Dich davon nicht abbringen.

Ich wünsche Dir Frieden !
Um meinen obigen Beitrag noch zu ergänzen: Die höchste Form von "Genuss" IST die Erleuchtung :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Würdest Du sagen, Genuss ist das gleiche wie Vergnügen?

Wenn einer das Vergnügen genießt ist es zumindest fast gleich.
Da muß man mal die Linguisten fragen. Sprache ist sehr eigenwillig.

Sherab Yönten hat geschrieben:
Wenn man die Dinge, die man benötigt "genießt" (ohne sie zu unterscheiden in "gut" und "schlecht"), dann kann nach meinem Verständnis auch ein Erleuchteter die Dinge "genießen",

Jeder kann natürlich glauben was er gerne möchte.
Ich halte von so einem "Konstrukt" nichts.
Solche Idee sind wohl eher das Wunschdenken der Begehrlichen.
Einen wirklich heil gewordenen Arahat würde ich in diesen geistigen
Niederungen nicht ansiedeln wollen. Der hat ja keine Begehrlichkeiten
mehr, also braucht er auch keinen Genuß noch können seine nicht
vorhandenen Triebe irgend welche Dinge genießen.
Ohne Anhangen und bewußten wie unbewußten Wünsche kann man
sich sowas auch gar nicht vorstellen.
Jede Entwicklungsstufe bekommt m. E. die "Lehre", die sie "geistig" fassen kann. Schlimm wird es, wenn sich die "Raupe" an der Lehre für den "Schmetterling" versucht - und umgekehrt!
Warum sollte, wenn v.a. keine Anhaftung mehr geschieht, das Genießen von weltlichen Dingen, gemieden oder nicht mehr geschehen. Diese Askese hat keinen Nutzen mehr. Sie nutzt evtl. nur, wenn Anhaftung an solche Dinge besteht...

Da ist kein Ich, keine Identifikation mehr, nur noch das Wahrnehmen der Sinneseindrücken.
Endlich der Beweis für Wiedergeburt! Jorge aus dem 'Namen der Rose' ist zurück!
Jetzt weiß ich auch, wieso hier immer wieder Mitglieder verschwinden... :rofl:
kal hat geschrieben:
Warum sollte, wenn v.a. keine Anhaftung mehr geschieht, das Genießen von weltlichen Dingen, gemieden oder nicht mehr geschehen. Diese Askese hat keinen Nutzen mehr. Sie nutzt evtl. nur, wenn Anhaftung an solche Dinge besteht...

Da ist kein Ich, keine Identifikation mehr, nur noch das Wahrnehmen der Sinneseindrücken.


Vermutlich ist es so, dass in manchen Schulen schon das Wahrnehmen von Sinneseindrücken vermieden werden sollte, weil Sinneseindrücke an sich eine Form von Begierde sind.

In anderen Schulen ist das nicht so,
kal hat geschrieben:
Warum sollte, wenn v.a. keine Anhaftung mehr geschieht, das Genießen von weltlichen Dingen, gemieden oder nicht mehr geschehen. Diese Askese hat keinen Nutzen mehr. Sie nutzt evtl. nur, wenn Anhaftung an solche Dinge besteht...

Da ist kein Ich, keine Identifikation mehr, nur noch das Wahrnehmen der Sinneseindrücken.

Wenn man Sinneseindrücke nur noch wahrnimmt, ist da auch kein Genießen mehr.
Das Wort Genuß impliziert Dualität und daher alle damit verbundenen Nachteile. Man kann das Plus nicht vom Minus abkoppeln in der Dualität.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Vermutlich ist es so, dass in manchen Schulen schon das Wahrnehmen von Sinneseindrücken vermieden werden sollte, weil Sinneseindrücke an sich eine Form von Begierde sind.
In anderen Schulen ist das nicht so,

Im der Lehre des Buddha ist das auch nicht unbedingt so.
Allerdings, beim "normalen Menschen" sind alle Sinneseindrücke
mehr oder weniger durch Begehren ver- und gefärbt und motiviert.
Genuss setzt m.E. keinen Genießer voraus, da braucht niemand sein, der sich dran erfreut, dennoch kann ein Genießen stattfinden.
Lesen, Sitzen, Gehen,... ohne Ich.
macht keinen Sinn darüber weiter zu diskutieren. Gibt unterschiedliches Verständnis davon.
Losang Lamo hat geschrieben:
Das Wort Genuß impliziert Dualität


Warum?
kal hat geschrieben:
Genuss setzt m.E. keinen Genießer voraus, da braucht niemand sein, der sich dran erfreut, dennoch kann ein Genießen stattfinden.
Lesen, Sitzen, Gehen,... ohne Ich.
Wenn das so ist, ist da wirklich #genießen? Bei mir nicht. Es ist angenehmen, unangenehmes, neutrales Empfinden da, doch kein #Genießen/haben wollen, nicht haben wollen, fühlen wollen. Ich musss mich den Empfindungen/Sinne(s)eindrücken hingeben und dann werden es Gefühle, durch ergreifen/aufmerken von Empfindungen mit Zielen. Um zu genießen muss ich die Empfindungen benennen/bewerten und ausleben mit Gedanken-machen-lassen.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:
Das Wort Genuß impliziert Dualität


Warum?
Weil da zwei Substanzen sind: Die Empfindungen der Sinne, Nase, Mund, Haut/ eigentlich Haut und der Geist der sie bewertend erfährt.
Ellviral hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:
Das Wort Genuß impliziert Dualität


Warum?
Weil da zwei Substanzen sind: Die Empfindungen der Sinne, Nase, Mund, Haut/ eigentlich Haut und der Geist der sie bewertend erfährt.


Solange da ein Mensch ist, empfindet dieser auch.
Entscheidend ist, die Sinne als leer zu betrachten.
Auch Genuss löst sich dann in Leerheit auf.
Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was an (nicht-anfaftendem) Genuss verwerflich sein soll... :?
Axel hat geschrieben:
Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was an (nicht-anfaftendem) Genuss verwerflich sein soll... :?


Das hat bisher auch keiner so richtig erklärt!
Eventuell sehen einige, dass Genuss automatisch mit Anhaftung (Begierde) verbunden ist.
Dazu müsste man aber erst mal das Wort Genuss definieren.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Vermutlich ist es so, dass in manchen Schulen schon das Wahrnehmen von Sinneseindrücken vermieden werden sollte, weil Sinneseindrücke an sich eine Form von Begierde sind.

Um Himmels Willen! Das wäre ein Aufruf zum Selbstmord. Dann lege ich mich sofort in die Sonne und lasse mich zu Tode braten.

Aber es stimmt auch nicht. Sinneseindrücke sind keine Begierde.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das hat bisher auch keiner so richtig erklärt!
Eventuell sehen einige, dass Genuss automatisch mit Anhaftung (Begierde) verbunden ist.
Dazu müsste man aber erst mal das Wort Genuss definieren.


Letzteres kann ich aus dem Stand: Mir schmeckt der Kaffee gerade ziemlich gut. :D
Darf ich Dich auf eine Tasse einladen?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Eventuell sehen einige, dass Genuss automatisch mit Anhaftung (Begierde) verbunden ist. Dazu müsste man aber erst mal das Wort Genuss definieren.

Ich versuche mal ein Beispiel: Für mich besteht ein himmelweiter Unterschied darin, ob ich für mich alleine in den neuesten Errungenschaften der Molekular-Küche schwelge, im Dezember unbedingt Erdbeeren oder Spargel essen muss, oder Freunde mit etwas bekoche, das nicht nur satt macht.
Axel hat geschrieben:
Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was an (nicht-anfaftendem) Genuss verwerflich sein soll... :?
Garnichts! Es ist nur das nicht trennen von Empfinden und Gefühl, ein Gefühl möchte ich wieder haben, genau dieses Gefühl und da beginnt erst anhaften. Genies soviel Du möchtest doch will es nicht.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das hat bisher auch keiner so richtig erklärt!
Eventuell sehen einige, dass Genuss automatisch mit Anhaftung (Begierde) verbunden ist.
Dazu müsste man aber erst mal das Wort Genuss definieren.


Letzteres kann ich aus dem Stand: Mir schmeckt der Kaffee gerade ziemlich gut. :D
Darf ich Dich auf eine Tasse einladen?


Würdest Du mich auch einladen zu etwas, das Dir nicht schmecken würde?
Könntest Du das genauso genießen?
Im tibetischen Buddhismus gibt es dazu den Ausdruck "Einen Geschmack".
Völlig egal ob es bitter, salzig, süß u.s.w. schmeckt.
Aber auch diesen "einen Geschmack" kann man genießen.
Da mag eine andere Interpretation des Begriffes zu sein. Ellviral ich weiss was Du meinst und stimme Dir auch zu. Aber das Verlangen entsteht im Geiste durch Gedanken. Ein Genuss von etwas kann trotzdem erfolgen ohne dass es mit Dukkha einhergeht. Auch ein gutes Gefühl kann beobachtet werden in Leere. Es ging mir nur darum warum man darauf verzichten müsse?
Du kannst in einem Gefühl aufgehen ohne dass da wer ist, beim vertieften geniessen von Musik, beim Sex,... im Flow. Achtsamkeit und bewusstsein der Gedanken entgegen Anhaftung und Gier
Axel hat geschrieben:
Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was an (nicht-anfaftendem) Genuss verwerflich sein soll... :?

Anmerkung: ich zumindest hab nichts von "Verwerflichkeit" geschrieben.
Wahrnehmung von Sinneseindrücken ist aber was anderes als das Bewerten von Sinneseindrücken. Genießen ist eine positive Bewertung. Daran ist nichts "Verwerfliches". :-)

Ich finde es nur schräg, wenn Genuß irgendwie verbrähmt und spiritualisiert wird. Es ist Samsara. Das ist nicht verwerflich, sondern einfach nur Fakt.

Falls ich falsch verstehe, was hier mit "Genuss jenseits der Dualität" gemeint ist, gebt mir bitte ein Beispiel für "Genuß ohne Reue". Mir fällt keins ein.
Losang Lamo hat geschrieben:

Falls ich hier falsch verstehe, was gemeint ist, gebt mir bitte ein Beispiel für "Genuß ohne Reue". Mir fällt keins ein.

Du singst doch. Das macht Dir doch Freude, oder? Bereust Du das Singen?
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:

Falls ich hier falsch verstehe, was gemeint ist, gebt mir bitte ein Beispiel für "Genuß ohne Reue". Mir fällt keins ein.

Du singst doch. Das macht Dir doch Freude, oder? Bereust Du das Singen?

Also, ich meine, samsarische Aktivitäten haben immer ein Minus. Singen macht nicht nur Freude, es ist sogar sehr gesund und bereichernd.
Aber natürlich hat es unzählige Nachteile, von Kehlkopfentzündung, über Hungerlöhne für Musiker bis hin zu Konzert-Stress, der einen sogar ins Krankenhaus bringen kann. Von Animositäten zwischen eitlen Sängern ganz zu schweigen, hahaha.

Diese Nachteile wiegen die Vorteile auf, sodass man man im Überblick gesehen das Musikmachen weder als positive noch als negative Tätigkeit betrachten kann.
Ich singe auch, für mich und meinen Mann, für die Katzen. Meine Stimme ist gruselig, weil ich sie wegen der Medis verloren habe: ich singe falsch, schief und weiß den Text nie. Aber es ist große, pure Freude. Auch für Axel. Sagt er jedenfalls :mrgreen:
Ich singe, weil es so aus mir herausströmt.
Ich würde es allerdings bereuen, wenn ich meinem Wesen nicht auf diese Art Ausdruck verleihen würde, aus irgendwelchen Ängsten und Befürchtungen oder gar Ideologien heraus.
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