Wie können religiöse/spirituelle Texte zum Hindernis werden?

Moderator: void

Holzklotz hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Bei mir ist das so das ich nach dem Lesen gleich empfinde. Ich weiß aus Übung das ich ein neuer geworden bin und habe geübt den Alten nicht mehr Raum zu geben als vielleicht eine Erinnerung. Das Neue an, in mir ist verwirrend und störend, na und es muss so sein es ist neu, ungewohnt und damit lästig. Ich gebe mich nicht der Trägheit hin das Alte mehr zu lieben.

Warum bist Du "ein Neuer" geworden?
Ist man nicht einfach weniger geworden und damit näher an der "Wahrheit"?
Dieses "weniger werden" ist doch ein Neuer werden, weil das was nicht mehr da ist nicht mehr gebraucht werden kann und weil es nicht mehr da ist muss ein Neuer entstehen der gelebt werden kann ohne das nicht mehr seiende. Es gibt kein Ende des immer weniger werden, es gibt immer noch diese und jene Kleinigkeit.
Holzklotz hat geschrieben:
Ich persönlich denke, dass religiöse Texte weniger mit dem Verstand gelesen werden sollten, sondern man sollte sie tiefer einsickern lassen und schauen, auf was sie in einem selbst hin deuten. Wie kal auch beschrieben hat finde ich es sinnvoll, eher den Geist nachzuempfinden, in dem die Texte verfasst wurden.


Lesen ist ja noch nicht so lange geläufig, zumindest für die breite Mehrheit. Religiöse Texte wurden und werden daher vor allem gehört und rezitiert - d.h. auswendig vorgetragen. Man trägt sie praktisch mit sich. Durch das auswendig lernen und aufsagen sickern die Texte dann auch immer tiefer ein und gehen gewissermaßen in "Fleisch und Blut" über.
Schon die Legende vom 6. Patriarchen erzählt, dass er beim Hören des Diamant-Sutra zu einer gewissen Erleuchtung kam. Wie kam das? Weil die Textstelle mit seiner Erfahrung übereinstimmte. Es war ein wieder erkennen.
Tychiades hat geschrieben:
Holzklotz hat geschrieben:
Ich persönlich denke, dass religiöse Texte weniger mit dem Verstand gelesen werden sollten, sondern man sollte sie tiefer einsickern lassen und schauen, auf was sie in einem selbst hin deuten. Wie kal auch beschrieben hat finde ich es sinnvoll, eher den Geist nachzuempfinden, in dem die Texte verfasst wurden.


Lesen ist ja noch nicht so lange geläufig, zumindest für die breite Mehrheit. Religiöse Texte wurden und werden daher vor allem gehört und rezitiert - d.h. auswendig vorgetragen. Man trägt sie praktisch mit sich. Durch das auswendig lernen und aufsagen sickern die Texte dann auch immer tiefer ein und gehen gewissermaßen in "Fleisch und Blut" über.
Schon die Legende vom 6. Patriarchen erzählt, dass er beim Hören des Diamant-Sutra zu einer gewissen Erleuchtung kam. Wie kam das? Weil die Textstelle mit seiner Erfahrung übereinstimmte. Es war ein wieder erkennen.

guter Punkt.
Der Pickel hatte sich schon vorher gefüllt und der Text war das passende Werkzeug um ihn auszudrücken.
Holzklotz hat geschrieben:
Ich gehe zunächst mal davon aus, dass die diversen, überlieferten Texte (PK, Bibel, Koran, ...) ein wertvoller Schatz für die Menschheit sind. Andererseits scheint es in allen Religionen Gruppierungen zu geben, die sich jenseits von Wort-treue in eine Art Wortverbohrtheit hinein steigern.
Irgendwo ist auch eine Grenze zum Fundamentalismus zu ziehen, den es sicher auch im Buddhismus gibt.

Wie sollte man mit den Texten umgehen und wo sind die Fallen aufgestellt?


Die Idee 'wertvoller Schatz für die Menschheit' muß sich an dem Leiden prüfen lassen, der sich aus den Texten ergeben hat ^^ Ich bin in diesem Zusammenhang nur an der Verminderung von Leiden interessiert, das ist der höchste Wert.

Wenn Du vom literarischen Schatz schreibst, stimme ich Dir zu. Ich schätze einige Texte des neuen Testaments oder des Talmuds literarisch weit höher ein als Texte des Palikanons, wobei ich zugegeben das Problem habe, daß ich bei allen auf eine Brechung durch mehrfache Übersetzung angewiesen bin :wink: Wer kann also genau sagen, ob ich nicht eher die Kunst des Übersetzers verehre oder das Original..

Was für mich den entscheidenden Unterschied des Palikanon zu anderen Texten ausmacht ist die Widerspruchfreiheit, wenn man von wenigen nur aus der Entstehungszeit heraus zu verstehenden Ausnahmen absieht.

Bibeltexte haben problemlos Material geliefert für die Gleichberechtigung von Frauen oder dagegen, für Sklaverei oder dagegen. Der Koran wurde benutzt für 'Du sollst nicht töten' und 'töte alle Ungläubigen'

Ich bleibe mal beim PK, auch wenn der mit den ewigen Wiederholungen und leicht spitzfindigen Unterscheidungen oft recht schwer zu lesen ist 8)
Holzklotz hat geschrieben:
Andererseits scheint es in allen Religionen Gruppierungen zu geben, die sich jenseits von Wort-treue in eine Art Wortverbohrtheit hinein steigern.


Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, was der Inhalt ist. Ob Du Gewalt oder Frieden kontextualisierst, macht einen Unterschied. Deswegen ist Wortverbohrtheit nicht generell verkehrt.
Wenn es um Handlungsanweisungen gibt, ist es sicher hilfreich in sich hineinzuhorchen, ob die empfohlene Handlung Leid verursacht - ggf. muss man sich fragen, ob man selbst so behandelt werden möchte wie es die Empfehlung hergibt.
mukti hat geschrieben:
Spacy hat geschrieben:
Was meinst du jetzt mit Praxis?

Den achtfachen Pfad.

Wieso eigentlich 8-fach? Ist nicht die 7 DIE Zahl?

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