Mitleids-Dealer und Mitleids-Junkies

Moderator: void

@Sherab
Sage mir nur EINEN Grund zur Klage ...

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Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Das mag so erscheinen.
Aber erleben wir nicht ständig, gerade besonders, welche Auswirkungen der Entzug hat?


Moin Doris,

geht das etwas präziser? Entzug in Bezug auf Dealer würde Verlust an assetts bedeuten, für einen Junkie Leiden am plötzlich nicht mehr vorhandenen 'Stoff'.

Was meinst Du?

Ich erlebe nicht ständig, gerade besonders, welche Auswirkungen der Entzug hat 8)
Ich bin weder Dealer noch Junkie.


Gerne.
Wenn es jemandem schlecht geht, und er bisher in einem Mitleidssystem (auf-)gefangen war, und nun seine Selbstständigkeit entdeckt, sich aus dem System herausbewegt, dann verspürt der Mitleids-Dealer, der sich bisher in einem Überfluß wähnte einen Mangel. Das wird allerlei Versuche nach sich ziehen, den Ex-Junkie wieder in die Abhängigkeit zu bringen, um den aufgedeckten Mangel wieder als Überfluss zu tarnen ("Du kannst doch gar nicht ohne mich zurechtkommen.") Gelingt dies nicht, wird er mit Groll verfolgt.
Ganz offensichtlich zu finden in Beziehung Alkoholiker/Co-Alkoholiker. Es gibt in der Tat das Phänomen, dass der Co was tut, um den Status Quo wieder herzustellen. Oder der Süchtige sabotiert durch z.B. eine plötzlich auftretende Krankheit die Emanzipation des Co.

Sag Du mal jemanden, der Dich mit Mitleid verfolgt, dass Du das nicht willst, und beobachte die Reaktion. Oder kündige Dein Mitleids-Abo und sag, dass Du unter diesen Umständen nicht mehr zur Verfügung stehen willst. Auch von Teiles des Umfeld könntest Du dann zu hören bekommen, wie grausam es von Dir sei, den Anderen im Regen stehen zu lassen.


:idea: Ach so. Das hab ich alles nicht und hab diesen Thread daher von vornherein nicht verstanden. Vom Titel ganz zu schweigen.

Und auch dieser folgende Gedankengang, lässt sich für mich nicht nachvollziehen:
Aber woraus resultiert die Absicht zu heilsamen Handlungen?
Doch aus einem Missempfinden heraus, oder?
Das ist ein Empfinden, dass derjenige hat, der heilsame Handlungen beabsichtigt. Die Absicht ist also, das eigene Missempfinden zu beseitigen, indem das erlebte Missempfinden des Anderen beseitigt wird. "Mir geht es gut, wenn es Dir gut geht."
Und wenn da viel Absicht zu heilsamen Handlungen ist, heißt das: "Je mehr es anderen gut geht, desto besser geht es mir. Ich mach ganz viel damit es anderen gut geht, dann geht es mir auch viel mehr gut.

Die Absicht zu heilsamen Handlungen resultiert mMn viel einfacher aus der Erkenntnis, dass unheilsame Handlungen ätzend sind, keinen Spaß machen, zu nichts Gutem führen. Simpel.
Ursache ist Mitgefühl mit mir selbst und anderen. Nichts komplizieres. Keine Abhängigkeiten und Koabhängigkeiten, sondern lediglich die Lehre von Ursache und Wirkung.
jianwang hat geschrieben:
@Sherab
Sage mir nur EINEN Grund zur Klage ...

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Wieder Interpretation.
Zeige mir die Stelle wo ich angeblich "geklagt" haben soll!
Sherab Yönten hat geschrieben:
jianwang hat geschrieben:
@Sherab
Sage mir nur EINEN Grund zur Klage ...

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Wieder Interpretation.
Zeige mir die Stelle wo ich angeblich "geklagt" haben soll!

Da Du ausweicht hat weiteres Schreiben keinen Sinn.

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jianwang hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
jianwang hat geschrieben:
@Sherab
Sage mir nur EINEN Grund zur Klage ...

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Wieder Interpretation.
Zeige mir die Stelle wo ich angeblich "geklagt" haben soll!

Da Du ausweicht hat weiteres Schreiben keinen Sinn.

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Ich weiche nicht aus, Im Gegenteil. Ich gehe auf Deine Frage ein.
Ich habe eher das Gefühl, Du weichst aus, weil Du mir keine Stelle zeigen kannst.
Unabhängig davon ist unser Dialog nicht konstruktiv und ich wüsste auch nicht,was genau das mit dem Thread zu tun hat.
Schaut mal - mir schien, das passt zum Thema: http://www.compassion-training.org/?lang=de

Das E-book "Mitgefühl in Alltag und Forschung" könnt Ihr Euch(kostenfrei)herunterladen.

Interessant fand ich zudem die Abhandlung "Mit Schmerzen leben - Joshua A. Grant - Erörterungen zur meditationsgestützten Analgesie" (Kapitel 14, S. 263) Ich darf Euch aus eigenem Erleben versichern, das funktioniert (bei mir seit über 30 Jahren)

LG mkha'
Ich weiß, in diesem Thread wurde stark unterschieden zwischen "Mitleid, hier gleichgesetzt mit Empathie" und "Mitgefühl". Aber ehrlich gesagt, ich finde die Übergänge fließend. Und man kann nicht von einem allgemein auftretenden Empfinden pauschal auf die Motivation derer schließen, die es haben.
Und auch, wenn jemand Anteilnahme sucht/braucht, kann man nicht reflexartig davon ausgehen, dass das eine krankhafte Tendenz hätte.


Bild

„Mitgefühl besteht nicht in einem Verhältnis eines Heilenden zu einem Verwundeten, sondern es ist eine Beziehung zwischen Gleichen.
Nur wenn wir unsere eigenen Schattenseiten kennen, können wir bewusst mit der Dunkelheit des anderen umgehen.
Mitgefühl wird zur Realität, sobald wir unser gemeinsames Menschsein anerkennen." - Pema Chodron.
Losang Lamo hat geschrieben:
...
Und auch, wenn jemand Anteilnahme sucht/braucht, kann man nicht reflexartig davon ausgehen, dass das eine krankhafte Tendenz hätte.


Das halte ich für eine wichtige Einsicht. Man kann aus ganz einfachen, in der Natur des Menschen liegenden Gründen wie Alter oder Krankheit Anteilnahme suchen oder brauchen.

Die buddhistische Praxis, die zum Überwinden des Leidens an diesen Bedingungen führt, führt ja nicht automatisch zur Abschaffung der ganz realen Konsequenzen dieser Bedingungen. Ich kann für mich annehmen, daß ich alt bin ohne Sentimentalität oder Bitterkeit, daß trägt mir aber nicht einen schweren Einkauf ins dritte Stockwerk hoch und da wäre mir die Anteilnahme eines netten Nachbarn willkommen ^^

Das kann man durchaus auch positiv formulieren. Buddha hat Anteil am Leben anderer genommen, weil er eine wertvolle Erfahrung hatte, die er nicht für sich allein behalten wollte.

Bei beiden Blickwinkeln sehe ich nichts krankhaftes.
Ein satirischer Witz:

Jemand ruft seine(n) buddhistische(n) Freund(in) an und erzählt, dass Person XY gestorben sei.

Der Buddhist antwortet daraufhin: "Das war ja zu erwarten..."
Da fällt mir eine Todesanzeige ein die ich mal gelesen habe:

"Anton Radakovits ist dieser Tage cool und easy von uns gegangen. That's life!"
Hallo ihr Lieben.

Ich denke je mehr man das eigene Leiden annehmen und damit umgehen kann, desto besser kann man das Leiden anderer annehmen und damit umgehen.

Im Grunde ist da auch gar kein so großer Unterschied ob mein Leiden oder dein Leiden.
Mein Leiden fühle ich bei mir und das Leid der anderen fühle ich auch bei mir. Wo sonst.
Also einfach fühlen und heilsam damit umgehen.

Die Praxis erschöpft sich natürlich nicht darin, ist weitaus vielschichtiger und ist natürlich auch nicht immer einfach, aber vielleicht inspiriert es ja die/den eine(n) oder andere(n).

Und alles nur (m)eine unvollkommene, vergängliche Meinung. Die ich nicht bin und die mir nicht gehört. :)

Liebe Grüße

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