Was würde Buddha zur AFD sagen ?

Moderator: void

225 Beiträge
void hat geschrieben:
Gerade im Schwimmbad merke ich es, dass ich davon genevt bin, dass da so viele Leute im Becken sind die komische Sachen machen, und ich anfange zu denken, wer alles "weg gehört" so dass ich da schön, meine Bahnen ziehen könnte: Die testoserongesättigten, rangelnden jungen Flüchtlige, die Behinderten mit dem bizarren, überschwemmugnsfördernden Schwimmstil, die fetten tätowierten Seelefanten, die ratschseligen paarweise schwimmenden Trullen, die rücksichtslosen Sportschwimmer, die müffelnden Greise, die taucheden Penäler, usw. usw. Natürlich wiess ich, dass das nur meine blöden Assoziationen sind, aber wenn man anfangen würde sich da erst zu nehmen, wäre man da ja voll schnell beim Völkermord -das öffentliche Schwimmbad als Schule des Unmenschen.

:rofl:
Am schlimmsten ist Knoblauch. Wenn im Umkreis von 3 Metern um das kontaminierte Individuum Schwaden aus kaltem Chlor und Knoblauch oszillieren und kurz davor sind, eine Brechkaskade unter allen anwesenden Schwimmern (und Wassertretern) auszulösen. Ich hatte mal den Fehler gemacht, mir das sowohl bildlich, als auch olfaktorisch vorzustellen, wie 40 Leute im konzentrischen Dominoeffekt ihren Mageninhalt ins Schwimmbecken frei geben. Da wars dann aber wirklich fast so weit.
Deshalb unterstütze ich Deine These, dass Schwimmbäder zur Radikalisierung der Bevölkerung beitragen (und das auch noch staatlich gefördert). :eek:
Sunu hat geschrieben:
Überzeugte Rassisten wählen wahrscheinlich eher doch etwas anderes...oder versuchen eben die " Gunst der Stunde" zu nutzen, um sich an der Spitze zu etablieren und den Mop unter ihre Führung zu bringen.......


Rassismus ist etwas, was sich ergibt. Es fängt wirklich ersteinemal mit so ganz normalen Sorgen um das Eigene an. Um die eigene Sicherheit, das Wohl der Kinder und des Umfeldes. Und aus diesem ganz normalen Egoismus ergibt sich dann in bestimmten Situationen, das man andere als eine Bedrohung des Eigenen sieht und "weg haben will".

Dadurch kommt man in einen inneren Zwiespalt, weil ja die Menschlichkeit gebietet, den anderen als gleichberechtigtes Wesen zu sehen. Dies kann man auflösen, indem man den anderen eben nicht als "Mensch wie ich" betrachtet sondern ihn abwertet. Dies kann entweder religiös, wirtschaftliche oder eben auch auf ethnischer Basis passieren. Rassismus ist also kein irrationales Vorturteil, das sich durch Aufklärung leicht beseitigen kann, sondern Rassismus hat eine Funktion, nämlich die Komfortzone abzugrenzen. Und aus dieser Funktion ersteht er wie von selbst.

Aber auch nicht immer: Es braucht keinen solchen Rassismus, wenn die Abgrenzung schon durch die Strukturen erfolgt. Wenn die Pässe und Grenzen und wirtschaftlichen Mechanismen die Funktion übernehmen, den eignen Nistplatz wohlig und sauber zu halten und Elend und Unsicherheit zu exportieren. Unser nicht offen rassistischen Strukturen erfüllt also die Funktion des Rassismus oft besser als als der Rassismus. Und der aufkeimende Fremdenhass könnte ein Zeichen dafür, dass die Mechanismen die Wohlstand importieren und Elend exportieren ins Stocken geraten sind. Eben weil die Welt eine gerechtere Welt geworden ist. Eine getupfte Welt, in der es in der dritten Welt Flecken blühende Landschaften gibt und bei uns Rostflecken auf der Karte.
Holzklotz hat geschrieben:
Am schlimmsten ist Knoblauch. Wenn im Umkreis von 3 Metern um das kontaminierte Individuum Schwaden aus kaltem Chlor und Knoblauch oszillieren und kurz davor sind, eine Brechkaskade unter allen anwesenden Schwimmern (und Wassertretern) auszulösen. Ich hatte mal den Fehler gemacht, mir das sowohl bildlich, als auch olfaktorisch vorzustellen, wie 40 Leute im konzentrischen Dominoeffekt ihren Mageninhalt ins Schwimmbecken frei geben. Da wars dann aber wirklich fast so weit.:


Es gibt Untersuchungen die belegen, dass rechte Einstellungen sehr eng mit dem Gefühl des Ekels verbunden sind. Es reicht aus, wenn man z.b in einer Umgebung etwas Gestank plaziert, um bei einer Befragung die Leute dann eher so ein Bedürfnis nach Recht und Ordnung und auch Fremdenfeindlichkeit äußern. Und bei der Aufgeräumtheit der Umgebung gibt es ähnliche Effekte.

Man scheint also ganz stark so auf den Zustand der Wohlfühlzone zu reagieren. Sobald man sich nicht mehr wohl fühlt, weil alles zu kotzig riecht, verlärmt und dreckig ist, kommt so eine Verunsicherung und ein Bedürfnis nach "Säuberung" auf. Wobei das natürlich nichts objektives ist. Es kann ja alles objektiv ganz harmlos sein, und man fühlt die Ggend dadurch beschmutzt, dass eine Frau ein Koptuch trägt oder eben freizügig gekleidet ist. Auch der Islamismus ist ja von dem Thema der "Unreinheit" besessen.

Es geht weniger um ojektive Unreinheit sondern eher um das Befürfnis nach "Reinheit".
void hat geschrieben:
Es geht weniger um ojektive Unreinheit sondern eher um das Befürfnis nach "Reinheit".
wahrscheinlich wird dabei auch immer in die Zukunft projeziert, also "wehret den Anfängen" und "wo soll das hin führen?" vielleicht noch in Kombination mit "Jetzt gehts also los, das hab ich befürchtet"
void hat geschrieben:
Rassismus ist etwas, was sich ergibt. Es fängt wirklich ersteinemal mit so ganz normalen Sorgen um das eigne an. Um die eigene Sicherheit, das Wohl der Kinder und des Umfeldes. Und aus diesem ganz normalen Egoismus daraus ergibt sich dann in bestimmten Situationen, das man andere als eine Bedrohung des Eigenen sieht und "weg haben will".
Etwas einleuchtender (wenn auch möglicherweise schwerer verständlich) erscheint mir da diese Analyse:
Die psychoanalytische Theorie der pathischen Projektion hat als deren Substanz die Übertragung gesellschaftlich tabuierter Regungen des Subjekts auf das Objekt erkannt. Unter dem Druck des Über-Ichs projiziert das Ich die vom Es ausgehenden, durch ihre Stärke ihm selbst gefährlichen Aggressionsgelüste als böse Intentionen in die Außenwelt und erreicht es dadurch, sie als Reaktion auf solches Äußere loszuwerden, sei es in der Phantasie durch Identifikation mit dem angeblichen Bösewicht, sei es in der Wirklichkeit durch angebliche Notwehr. [...] In der Paranoia treibt dieser Haß [sic] zur Kastrationslust als allgemeinem Zerstörungsdrang. Der Erkrankte regrediert auf die archaische Ungeschiedenheit von Liebe und Überwältigung. Ihm kommt es auf physische Nähe, Beschlagnahmen, schließlich auf die Beziehung um jeden Preis an. Da er die Begierde sich nicht zugestehen darf, rückt er dem anderen als Eifersüchtiger auf den Leib, wie dem Tier der verdrängende Sodomit als Jäger oder Antreiber. Die Anziehung stammt aus allzu gründlicher Bindung oder stellt sich her auf den ersten Blick, sie kann von den Großen ausgehen wie beim Querulanten und Präsidentenmörder oder von den Ärmsten wie beim echten Pogrom. Die Objekte der Fixierung sind substituierbar wie die Vaterfiguren in der Kindheit; wohin es trifft, trifft es; noch der Beziehungswahn greift beziehungslos um sich. Die pathische Projektion ist eine verzweifelte Veranstaltung des Ichs, dessen Reizschutz Freud zufolge nach innen unendlich viel schwächer als nach außen ist: unter dem Druck der gestauten homosexuellen Aggression vergißt der seeliche [sic] Mechanismus seine phylogenetisch späteste Errungenschaft, die Selbstwahrnehmung, und erfährt jene Aggression als den Feind in der Welt, um ihr besser gewachsen zu sein.

Horkheimer / Adorno, Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung. in: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam 1955
Das Zitat - wie im Übrigen auch der gesamte Essay - zeigt, dass Antisemitismus nur mittelbar etwas mit Judentum zu tun hat. Gleiches gilt auch für die bei AfD, Pegida und Konsorten (sich "buddhistisch" nennende wie beispielsweise Herrn Nydahl eingeschlossen) bis weit in die 'bürgerlichen' Parteien hinein sichtbare Islamophobie und den Rassismus gegenüber Asylsuchenden und Migranten aus anderen Kulturen. Auch das hat nur mittelbar etwas mit Islam oder fremder Kultur etwas zu tun, sondern mit Unwissenheit, Gier und Hass. Dem, was Buddha als Geistesgifte bezeichnete, deren Antidot u.a. die "phylogenetisch späteste Errungenschaft, die Selbstwahrnehmung" (sati / smṛti) ist. "Die Objekte der Fixierung sind substituierbar" - das Problem sind nicht die Objekte, sondern die Fixierung darauf und die Art der Fixierung als "Projektion" subjektiver, tabuisierter "Aggressionsgelüste" auf (grundsätzlich beliebige) Objekte.

Es geht mir also mit dem Zitat nicht um Antisemitismus - der letzte Ausbruch dieser speziellen "pathischen Projektion" hat zumindest hierzulande nachhaltig dafür gesorgt, dass Juden als "Objekte der Fixierung" schon aufgrund ihrer geringen Zahl in Deutschland nur noch für einen Bodensatz paranoider (und zumeist mental retardierter) Soziopathen herhalten müssen. Dieses 'Glück' gesellschaftlicher Unauffälligkeit teilen übrigens deutsche Buddhisten mit deutschen Juden. Antisemitismus ist nur noch in sehr geringem Umfang konsensfähig (was ein Revival allerdings nicht ausschließt). Jedoch ist die innere Verwandtschaft zwischen Antisemitismus und dem zunehmend "gesellschaftsfähiger" werdenden xenophoben Rassismus zumindest für mich nicht zu übersehen.
Sunu hat geschrieben:
ich denke das würden auch viele so nicht mehr mitmachen...
Schön wär's - allein, mir fehlt der Glaube.

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Hier ein kleiner praktischer Beitrag, passend zum Thema:
https://www.change.org/p/bundesrat-afd- ... utopublish

Petition: Bundesrat: AfD nach Artikel 21 GG verbieten lassen

(...) Nach den Aussagen über den Schusswaffengebrauch auf Kinder und Frauen an der deutschen Grenze und der Verharmlosung der Naziherrschaft kann man nicht mehr von einer verfassungsmäßigen Partei nach Artikel 21 des GG ausgehen.

Nach den neusten Aussagen von Herrn Alexander Gauland, den rechten Sprüchen von Björn Höcke, Beatrix von Storch, die gerne auf Kinder und Frauen an der Grenze schießen lässt, sowie des Großteils der AFD, ist sie unser Meinung nach als verfassungsfeindlich anzusehen. Sie respektiert nicht das deutsche Grundgesetz, indem sie Flüchtlinge ablehnt. Sie hetzt gegen deutsche Politiker, gegen Schwule und Lesben und mit ihren Wahlplakaten vor KZs zeigt sie ihre Gesinnung aufs Neue. Die AFD distanziert sich in keinster Weise von den rechten Hetzern, die das deutsche Grundgesetz mit Füßen treten.
Die Lösung ist die Einreichung einer Überprüfung auf die Verfassungsmässigkeit der Partei und notfalls eine Streichung der staatlichen Gelder.
Hier einige der Passagen die wir als verfassungswidrig bzw. volksverhetzerisch bezeichnen würden.
Am 30.01.16 gab AfD-Chefin Frauke Petry dem Mannheimer Morgen ein Interview:
Was passiert, wenn ein Flüchtling über den Zaun klettert? Petry: "Dann muss die Polizei den Flüchtling daran hindern, dass er deutschen Boden betritt. (...)" Noch mal: Wie soll ein Grenzpolizist in diesem Fall reagieren? Petry: "Er muss den illegalen Grenzübertritt verhindern, notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz."

Ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch antwortete am gleichen Tag auf facebook mit einem schlichten „Ja“ auf die Frage: „Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?“

Björn Höcke (Partei-und Fraktionsvorsitzender AfD Thüringen): „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“ (Thüringer Allgemeine, 06.05.2014) „Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“ (FAZ, 16.10.15)

Armin Paul Hampel (AfD-Chef Niedersachsen): „Ich will das auf keinen Fall herunter spielen, aber es ist doch klar, dass ein Gutteil dieser angeblichen Brandanschläge von den Flüchtlingen selbst kommt, meist aus Unkenntnis der Technik. Mal ehrlich, viele von ihnen dürften es gewohnt sein, in ihren Heimatländern daheim Feuer zu machen.“ (Der Spiegel 51/2015, S. 25)

Dubravko Mandic, Vorsitzender des baden-württembergischen AfD-Schiedsgerichts, bezeichnete US-Präsident Obama wiederholt als „Quotenneger“. Meuthen lehnt einen Ausschluss Mandics aus der AfD ab.

Das ist nur ein kleiner Teil.
Auch das hat nur mittelbar etwas mit Islam oder fremder Kultur etwas zu tun, sondern mit Unwissenheit, Gier und Hass.


Das ist mit ein Grund, warum ich nicht an den Erklärungsversuch glaube, es handle sich bei den Anhängern der AfD um Abgehängte, Vergessene usw. Die Schicht, aus der die Wähler stammen, ist eher Mittelschicht bis gutbürgerlich. Sieht man sich die Gesichter der Pegida-Demonstranten an, sieht man wie sie handlen, wie sie sich geben, wie sie schreien und sämtliche Sittlichkeit über den Haufen werfen, so deutet das nicht auf eine politische Unzufriedenheit, sondern auf puren Hass, auf Gier, auf Frustration hin. Und ich traue mich zu vermuten, dass da ganz viel, und wohl das meiste, mit der persönlichen Geschichte zu tun hat. Pegida, Flüchtlinge, AfD … das sind nur die willkommenen Aufhänger dafür, diesen Frust endlich unverschämt (im doppelten Sinne) rauszulassen. Migrahigus sind die willkommenen Sündenböcke.
In der Masse der Hassenden, wird der eigene Hass legitimiert, wird die Wut zur Tugend, werden Dummheit, mangelnde Information und krude Sinnstiftungen zum Herrschaftswissen.

Nein, ich bin nicht dafür auf diese vermeintlich Abgehängten und ihre Ängste zu hören. Das Gehör, das man ihnen bisher schenkte, hat ihren Hass nur genährt, es hat ihn gesellschaftsfähig gemacht. Auch wir haben uns mittlerweilen daran gewöhnt, diese Fratzen zu sehen, wenn sie ihren Hass hinausschreien. Keine Frage, die Politik muss sich ändern, aber nicht, weil diese Leute es wollen, und schon gar nicht, wie sie es wollen.
Die drei Geistesgifte sind nun nicht nur auf der Seite der AFD-Anhänger, sondern auch bei mir und ich sehe bei den anderen, was ich selbst in mir habe. Dabei spüre ich wie dieses Ausleben der drei Geistesgifte auch in mir Wirkungen zeigt und ich nun mich als Gegner positionieren könnte bzw. wollte.
Um eine möglichst sachliche Betrachtung zu erreichen, brauche ich aber einen ungetrübten Blick. Gerade ist eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung erschienen und da wird die Spaltung zwischen Modernisierungsbefürwortern und -gegnern gesehen, also etikettiert. Gut - ist so ähnlich wie Globalisierungsgegner - hilft das weiter?
Weshalb ist man denn gegen die Globalisierung? Weshalb findet man zu so einer Parole wie "American First?" - weil es plakativ und einfach ist und sich damit eine einfache Wahrheit ausdrücken lässt, der alle zustimmen können, emotional.
Zuerst komme ich. Und dann können wir was geben. Das Hemd ist mir näher als die Jacke.
Ähnliches vollzieht sich in England mit dem Brexit und in Spanien mit den Katalanen. Es werden einfache Formeln angeboten, hinter die sich Zustimmungen sammeln, die dann letztlich die Spaltung von Gesellschaft erzeugt. Oder das, was bereits latent vorhanden war sichtbar macht.
Dazu braucht es Einheizer - und die haben sich nun gefunden.
MMn sind das Muster von Überlebenskämpfen und Vorbereitungen für Bürgerkriege.

Zur Demokratie gehört das Aushalten von anderen Ansichten und Voten. Dabei muss man nicht mit den Tatsachen leben, sondern kann die Tatsachen selbst bewegen. Man sieht das ja an den Schwierigkeiten von Trump seine Versprechen umzusetzen. Was mir dann auch sichtbar wird, dass ist die mangelhafte Erziehung in Politik an den Schulen. Man redet da von Digitalisierung und auch Ökonomie - alles liberale Konzepte wieder, aber wie Demokratie und Verfassung funktioniert, was ein Rechtsstaat ist und dgl. das erfährt man dann höchstens in den Talkrunden, an denen Gesine Schwan teilnimmt. Und da mangelt es doch sehr an politische Bildung bei sehr vielen auch Politikern.
Man reedet da von Digitalisierung und auch Ökonomie - alles liberale Konzepte wieder, aber wie Demokratie und Verfassung funktioniert, was ein Rechtsstaat ist und dgl. das erfährt man dann höchstens in den Talkrunden, an denen Gesine Schwan teilnimmt. Und da mangelt es doch sehr an politische Bildung bei sehr vielen auch Politikern.


Ich weiß nicht, wie es andere erfahren haben. Ich weiß nur, welche politische Bildung ich in der Schule genossen habe, und bei meiner Schwester. Beide in den 70er, ich noch bis Anfang 80er in der Schule. Es gab eine Menge Unterricht in politischer Bildung. Sozialkunde, Geschichte, Exkursionen … Mindestens seit der 10. Klasse ein Thema, worüber intensiv gesprochen wurde. Meine Erfahrung dazu: Diese Fächer wurden nicht ernst genommen, trotz der guten und engagierten Lehrer. Die Fächer liefen unter der Rubrik "Nebenfach", "da genügt es ja, kurz vor der Prüfung mal nachzulesen, der Rest ist Schwafeln". Das ist zum einen dem Schulsystem geschuldet, zum anderen dem Alter der Schüler. Danach verschwindet das Thema in der Schublade, und man beschäftigt sich nur noch mit Politik, wenn man was möchte.
Ich vermisse in den Medien, eine regelmäßige unterhaltsame und verständliche politische Aufklärungsarbeit. Unser System muss immer wieder erklärt werden, auch damit eine kritische Auseinandersetzung möglich ist. Zusammenhänge, Argumente und Gegenargumente müssen vorgestellt werden. Auch wenn es sich bei den meisten Zuschauern um Erwachsene handelt, es muss ein gutes didaktisches Konzept her. Das ist eigentlich die Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen, nicht das Einlullen mit Hilfe von Pilcher-Schmonzetten und die Selbstbeweihräucherung durch Fernsehpreisverleihungen.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Man reedet da von Digitalisierung und auch Ökonomie - alles liberale Konzepte wieder, aber wie Demokratie und Verfassung funktioniert, was ein Rechtsstaat ist und dgl. das erfährt man dann höchstens in den Talkrunden, an denen Gesine Schwan teilnimmt. Und da mangelt es doch sehr an politische Bildung bei sehr vielen auch Politikern.


Ich weiß nicht, wie es andere erfahren haben. Ich weiß nur, welche politische Bildung ich in der Schule genossen habe, und bei meiner Schwester. Beide in den 70er, ich noch bis Anfang 80er in der Schule. Es gab eine Menge Unterricht in politischer Bildung. Sozialkunde, Geschichte, Exkursionen … Mindestens seit der 10. Klasse ein Thema, worüber intensiv gesprochen wurde. Meine Erfahrung dazu: Diese Fächer wurden nicht ernst genommen, trotz der guten und engagierten Lehrer. Die Fächer liefen unter der Rubrik "Nebenfach", "da genügt es ja, kurz vor der Prüfung mal nachzulesen, der Rest ist Schwafeln". Das ist zum einen dem Schulsystem geschuldet, zum anderen dem Alter der Schüler. Danach verschwindet das Thema in der Schublade, und man beschäftigt sich nur noch mit Politik, wenn man was möchte.
Ich vermisse in den Medien, eine regelmäßige unterhaltsame und verständliche politische Aufklärungsarbeit. Unser System muss immer wieder erklärt werden, auch damit eine kritische Auseinandersetzung möglich ist. Zusammenhänge, Argumente und Gegenargumente müssen vorgestellt werden. Auch wenn es sich bei den meisten Zuschauern um Erwachsene handelt, es muss ein gutes didaktisches Konzept her. Das ist eigentlich die Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen, nicht das Einlullen mit Hilfe von Pilcher-Schmonzetten und die Selbstbeweihräucherung durch Fernsehpreisverleihungen.
Das ist alles verloren gegangen mit dem Ziel der Hauptmedien nicht zu berichten und aufzuklären sonder politischen Druck zu machen. Solange sich das nicht ändert, das Bewusstsein der Hauptmedien das sie Politik machen können aber nicht dürfen, wird es zu weiteren Verwerfungen kommen. Bild dir eine Meinung heißt: Übernimm meine Meinung und du bist auf der sicheren Seite.
Heute der Moderator im Ersten: Die Katalanen haben Mehrheitlich für die Unabhängigkeit gestimmt. Das trifft doch nur auf die abgegebenen Stimmen zu, kein Wort darüber wieviel das waren. Das sind "alternative Fakten" die politischen Druck erzeugen sollen damit die Schreihälse wesentlich wichtiger werden als die die garnicht erst gefragt werden. Es ist zum Verzweifeln, sehr wenige der Bevölkerungen bekommen durch diese "?Berichterstattung?" eine Gewalt gegen die sich die Masse nicht mehr wehren kann. 8% der Deutschen lebt vegan doch die "Berichterstattung" macht Glauben das es 92% sind.
Sudhana hat geschrieben:
Etwas einleuchtender (wenn auch möglicherweise schwerer verständlich) erscheint mir da diese Analyse


Die von dir zitierte Passage assoziiert die Menschenfeidlichkeit mit dem Irrationalen und Pathologischen: Die gesellschaftlich tabusierte Regungen werden nach Aussen projeziert.
Gerade, wenn man mit Rassismus oder Antisemitismus konfrontiert war, wird man diese Sicht als sehr naheliegend sehen, weil man Rasismus als Einbruch des Irrationalen in die die Normalität schmerzhaft erlebt. Auf der anderen Seite enlastet die Tendenz, es Rassismus als etwas Pathologisches zu sehen, die Normalität.

Und die ist ja nicht unschuldig: Hannah Ahrend hat ja angesicht Eichmanns über die "Banalität des Bösen" gesprochen und gezeigt, er eben kein - seine inneren Abgründe nach Aussen projizierendes Monster sondern ein pflichtgetreuer Bürokrat war.

Ich finde Zygmunt Baumanns Buch "Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust." sehr gut weil darin, gezeigt wird, dass der Holcaust eben kein "Irrationaler Betriebsunfall" war, der aus der westlichen Fortschrittgeschichte herausfällt:

    "Der moderne Genozid verfolgt ein höheres Ziel. Die Beseitigung des Gegners ist ein Mittel zum Zweck, eine Notwendigkeit, die sich aus der übergeordneten Zielsetzung ergibt. Dieses Ziel ist die Vision einer besseren, von Grund auf gewandelten Gesellschaft. Der moderne Genozit ein Element des 'Social Engineering', mit dem eine soziale Ordnung realisiert werden soll, die dem Entwurf einer perfekten Gesellschaft entspricht (...) Das ist die Vision des Gärtners, nun allerdings über die ganze Welt gehegt (...) Dieser Gärtner hasst das Unkraut, das Hässliche inmitten des Schönen, die Unordnung inmitten der Ordnung (...) Nicht als solches muss das Unkraut ausgerottet werden, sondern weil es die schöne Ordnung des Gartens verhindert (...) Der moderne Genozid, wie die moderne Kultur allgemein, ist eine gärtnerische Tätigkeit, sozusagen eine unangenehme Pflicht innerhalb der gesamtgestalterischen Aufgabe (...) Alle Vorstellungen von einer Gesellschaft als Garten definieren bestimmte soziale Gruppen als Unkraut: Unkraut muss ausgesondert, gebändigt, an der Ausbreitung gehindert werden, von der Gesellschaft ferngehalten, und wenn all dies nichts nützt, vernichtet werden." Quelle

Baumanns sieht die destruktiven Kräfte also nicht so sehr als etwas, was aus den Menschen hervorbricht, sondern als die Kehrseite des Konstruktiven. Das Unkraut wird nicht ums einer selbst gehasst, sondern einfach nur weil es in einer schönen Ordnung stört.

Ich finde, dass Baumanns Logik auch für viele andere Fälle passt. Wenn in einem Land der dritte Welt Bauern vertrieben werden, um Anblaufläche für Plantagen zu schaffen, dann erwächst die resultierende Gewalt genau aus so einer "Gartenlogik". Der resultierende Hass erächst nicht aus der Unaugeglichenheit des Plantagen-Bosses ( dieser kann ja sogar eine AG sein) sondern aus dem WUnsch nach einem gewinntraächtigen Feldes. Und so heuert man sich Milizen an, um die Bauern zu vertreiben.

Und erst an dieser Stelle - bei der gewalttätigen Drecksarbeit braucht man Leute die voller Hass sind. Und für diese "Gewalttäter" passt dann auch wieder die von dir zitierte Passage sehr gut. Als einschüchternder Schläger ist psychische Unaugeglichenheit vermutlich kein Manko im Lebenslauf.
Tychiades hat geschrieben:
Und da mangelt es doch sehr an politische Bildung bei sehr vielen auch Politikern.

Seh ich aehnlich. Das Demokratieverstaendnis is bei den Leuten verschieden und die Populisten nutzen das aus. Als ob es nur eine Form von Demokratie gaebe oder ¨die¨ Demokratie eine grosse Luege sei, weil das Volk ja garnich unmittelbar alles selber in der Hand habe, aber es hiesse ja schliesslich so: ¨Demo¨.

Und so versuchen sie pseudolibertaere* Kraefte freizusetzen und nutzen im schlimmsten Fall ¨kulturrevolutionaeres¨ Framing, was eig immernoch der gleiche Rassismus is, nur mit Lametta und Luftballons. Und waehrend manche Leute mehr soziale Verantwortung in der Globalisierung wollen (Arbeit, Wohnraum, Herstellung im Ausland, Umwelt, usw.), mischen sich die pseudolibertaeren Propaganda-Frames unter, die Teile ihrer Ideologien bei linken Denkern geklaut haben, um es autoritaer und ambivalent zu verpacken und gleich wieder ne Opferrolle einzunehmen bei Kritik, eben weil es ambivalent is.

Ich glaube aber auch, dass es tatsaechlich Protestwaehler gab, die mit der GroKo unzufrieden sind und dass das Spektrum etwas breiter gemischt ist und dass das die Sache etwas komplizierter macht (was beabsichtigt ist) und das Problem evtl. vergroessern koennte, wenn man alles was in dem Propagandamengegelage vermischt ist wegignorieren will, eben weil sie die Frames absichtlich mischen. Es is imho aber auch dumm zu versuchen rassistisches Gedankengut mit anders rassistischem Gedankengut zu bekaempfen indem man versucht ihre Position zu klauen und damit die Waehler. Da gehts dann allerdings nichma mehr um Wertediskussionen, sondern Machtdiskussionen, was der Waehler natuerlich mitkriegt.

Man kann solche Fehlschlaege was den Umgang mit der Propaganda betrifft auch bei der FPÖ sehen oder in anderen Regionen. Ich halte es fuer sinnvoll diese (verbalen) Frames zu nehmen, zu analysieren und rationale Diskussionen zu fuehren. Zumindest mit denen, die diskussionsfaehig sind. Was nicht heisst sich nach ihnen richten zu muessen, aber eben ueber den ¨Kontext¨ (Frame) zu reden, undzwar ruhig und auf Augenhoehe, wenn man sich schon mit ihnen beschaeftigt. Ich halte es fuer grottenfalsch sie in ihrer Abkapselung zu bestaerken oder zu glauben ein Diskurs ueber bestimmte Themen sei schon Diskurshoheit und wuerde damit alles bestimmen oder dass man es deswegen zu einer Mission machen muss. Man kann zb. ueber den Heimatbegriff diskutieren und ihn zu anderen Begriffen (zb. zu Ethnopluralismus) abgrenzen ohne dass man daraus gleich n Rechts-Links-Lagerding machen muss. Ich glaube auch, dass man dafuer viel Geduld braucht.

(*libertaer is fuer meinen Begriff nicht automatisch gleich Revolution oder "Systemsturz", darum "pseudolibertaer".)
void hat geschrieben:
Hannah Ahrend hat ja angesicht Eichmanns über die "Banalität des Bösen" gesprochen und gezeigt, er eben kein - seine inneren Abgründe nach Aussen projizierendes Monster sondern ein pflichtgetreuer Bürokrat war.


Ich denke, Eichmann ist noch mal ein Sonderfall. Zudem denke ich, dass dieses Bild des pflichtgetreuen Bürokraten ein Teil seines Selbstbetruges war. Damit kann ich ja alles tun, jeden Hass ungeniert pflegen, weil ich mir unter dem Label "Pflicht" eine Teflonweste überstülpe, an der alle Vorwürfe abprallen können, auch die des eigenen Gewissens. Hass kann ja nicht nur in einer verzerrten Fratze daherkommen, sondern auch in entfremdeter Kälte, der Meisterschaft der Verdrängung und Selbstentfremdung. Die Ordnung der Bürokratie hat ja durchaus auch einen lustvollen Charakter. Es ist die sterile Form des Sadismus. So steril, dass die Lust nicht über das Leid, das anderen zugefügt wird, erlangt wird, sondern über die Ästhetik der vollkommenen Pflichterfüllung. Eichmann scheint es noch weiter getrieben zu haben, und sich nicht einmal den vollen Genuss dieser Lust gegönnt zu haben, und versuchte selbst dabei noch "bescheiden" aufzutreten. An Verdrehtheit und Monströsität schwer zu überbieten.
Sudhana hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
ich denke das würden auch viele so nicht mehr mitmachen...
Schön wär's - allein, mir fehlt der Glaube.

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Es kommt halt auch drauf an, wie man jetzt reagiert.
Ich denke mal viele AFD Wähler haben zb. ein Bedürfniss nach mehr Sicherheit bzw. sehen ihre Sicherheit in Gefahr. Einmal im Bezug auf Kriminalität und aber auch vorallem im sozialen Bereich. Natürlich haben wir in Deutschland im Verhältnis sehr viel Sicherheit...viel mehr als die Flüchtlinge die zu uns kommen um auch etwas von dieser Sicherheit zu bekommen, wovon sie bisher nur träumen konnten.
Die einen wollen etwas haben und die anderen wollen nichts davon abgeben, weil sie das Gefühl haben, sie hätten selbst nicht genug davon, oder das sie das was sie haben verteidigen müssen.
Wenn man nun den Sandkasten auf dem Kinderspielplatz im Hinterkopf behält..Wie geht man mit einem Kind um, was da gerade das Gefühl hat, es müsste seinen Platz und seine Spielsachen vor den anderen verteidigen ?
Anbrüllen ? Den Hintern versohlen ? Spielsachen aus der Hand reißen und es an die anderen Kinder verteilen ? Ich denke nicht. Sinnvoller wäre sehr behutsam vorzugehen... Überzeugungsarbeit...Win Win Situationen erzeugen, ein Gefühl der Sicherheit erzeugen, dass die Spielsachen nicht verloren gehen, nur weil ein anderes Kind sie sich mal ausleiht. Vorallem auch die jeweiligen Grenzen respektieren. Ich denke da sind wir gerade einmal am Anfang eines solchen Prozesses... In der " Schreiphase"... Das wird sich aber auch wieder legen, wenn man da nicht gerade die oben genannten Fehler begeht.
Bedürfniss nach mehr Sicherheit bzw. sehen ihre Sicherheit in Gefahr.

Daran sieht man, wie verquer deren Selbstbild ist.
Bisher sind sie es, die in Horden auftreten, Journalisten attackieren, Menschen anderer Hautfarbe, Flüchtlingsheime anzünden und unsere Demokratie gefährden.
Das mit der Sicherheit sind nur Ausreden. Die sehen sie ja nicht in Gefahr, wenn sie selbst andere terrorisieren. Sie sehen sie nicht, wenn Väter ihre Familien auslöschen, weil sie verlassen wurden, wenn wieder der Missbrauch an X Kindern aufgedeckt wird.
Nein, diese Leute sind betüttelt worden. Damit hat man deren selbstmitleidiges Selbstbild nur bestätigt und weiter genährt. Es wurde auf ihre vermeintlichen Argumente und Ängste eingegangen. damit haben sie das Land vor sich hergetrieben. Und so sind sie zu einer gewissen Stärke gekommen und alle Hemmungen konnten abgelegt werden.
Auf dieses Getue sollte außer mit einem kräftigen "Stopp" gar nicht eingegangen werden. Der Rest besteht einfach darin, gute Politik zu machen.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Bedürfniss nach mehr Sicherheit bzw. sehen ihre Sicherheit in Gefahr.

Daran sieht man, wie verquer deren Selbstbild ist.
Bisher sind sie es, die in Horden auftreten, Journalisten attackieren, Menschen anderer Hautfarbe, Flüchtlingsheime anzünden und unsere Demokratie gefährden.
Das mit der Sicherheit sind nur Ausreden. Die sehen sie ja nicht in Gefahr, wenn sie selbst andere terrorisieren. Sie sehen sie nicht, wenn Väter ihre Familien auslöschen, weil sie verlassen wurden, wenn wieder der Missbrauch an X Kindern aufgedeckt wird.
Nein, diese Leute sind betüttelt worden. Damit hat man deren selbstmitleidiges Selbstbild nur bestätigt und weiter genährt. Es wurde auf ihre vermeintlichen Argumente und Ängste eingegangen. damit haben sie das Land vor sich hergetrieben. Und so sind sie zu einer gewissen Stärke gekommen und alle Hemmungen konnten abgelegt werden.
Auf dieses Getue sollte außer mit einem kräftigen "Stopp" gar nicht eingegangen werden. Der Rest besteht einfach darin, gute Politik zu machen.


Nee..nicht fast 13% der Bevölkerung wären bereit Straftaten zu begehen indem sie Flüchtlingsheime anzünden. Man läuft aber Gefahr, dass man einige genau dort hintreibt, wenn man sie sowieso in diese Ecke stellt. Die Leute sind auch nicht unzufrieden weil man sie betüddelt hat...Gerade in der ehemaligen DDR war das Leben bestimmt alles andere als ein Zuckerschlecken....und nach der Wende sind auch viele Träume zerplatzt...auch auf Grund von leeren Versprechungen.
Nun gibt es auch Vorwürfe dieser Menschen, dass die Flüchtlinge betüddelt würden, während sie selber vergessen wurden... Rein Oberflächlich betrachtet, kann ich das verstehen, wenn man vergammelte Schulen sieht und ein paar Meter weiter wird ein Gebäude frisch renoviert um Flüchtlinge aufzunehmen. Da ist auch im Vorfeld einiges versäumt worden.
Sunu hat geschrieben:
Nee..nicht fast 13% der Bevölkerung wären bereit Straftaten zu begehen indem sie Flüchtlingsheime anzünden. Man läuft aber Gefahr, dass man einige genau dort hintreibt, wenn man sie sowieso in diese Ecke stellt. Die Leute sind auch nicht unzufrieden weil man sie betüddelt hat...Gerade in der ehemaligen DDR war das Leben bestimmt alles andere als ein Zuckerschlecken....und nach der Wende sind auch viele Träume zerplatzt...auch auf Grund von leeren Versprechungen.
Nun gibt es auch Vorwürfe dieser Menschen, dass die Flüchtlinge betüddelt würden, während sie selber vergessen wurden... Rein Oberflächlich betrachtet, kann ich das verstehen, wenn man vergammelte Schulen sieht und ein paar Meter weiter wird ein Gebäude frisch renoviert um Flüchtlinge aufzunehmen. Da ist auch im Vorfeld einiges versäumt worden.

Der Osten is n Thema fuer sich, vllt gehoert der in n Extrathread.

Es wurden Unmengen staatliche Gelder reingepumpt, mehr als in den Westen, auch in Infrastrukturen zb. beim Strassenbau, Wasserversorgung, usw. aber in bestimmten Bereichen gibt es dennoch Defizite. Die betreffen allerdings das gesamte Land (zb. Agenda 2010, usw.). Die soziokulturelle Stabilitaet is allerdings im Osten ne andere, als im Westen, solche Sachen wie Verlust der Arbeitsplaetze oder fehlende Anerkennung ihrer damaligen Berufe kommt da mit dazu. Das is aber etwas speziell im Osten. Schlechte Infrastrukturen selbst, gibt es auch in anderen Regionen, nicht nur im Osten (Bsp. Marxloh).

https://www.perlentaucher.de/buch/tom-m ... staat.html
Ich muss nicht selber Heime anzünden. Es genügt dafür Verständnis zu haben oder einfach "nur" dabei zu sein und zu gröhlen. Das sind eben nicht nur ganz extrem verpeilte Leute, das sind Leute aus der Mitte.
Wenn es nur um den Osten gehen würde … Aber wieso dann im Westen, wo es keine DDR gab und keine Träume nach der Wende zerplatzt sind?
Mir kann keiner sagen, dass es hauptsächlich die wirklich Armen sind, die sich da tummeln.
Das stimmt eben nicht.
Das hat auch ganz viel mit einem traditionellen Männerbild zu tun.

Der typische AfD-Wähler ist ein Mann, etwa 50 Jahre alt. Er gehört zur unteren Mittelschicht, hat die Haupt- oder die Realschule besucht, verdient ein mittleres Einkommen, ist selbstständig – und fürchtet sich. Klaus-Peter Schöppner, Chef des Umfrage-Instituts Mentefactum, spricht von redlichen Bürgern, die eine „Prekariatsangst“ hätten – also Angst vor dem sozialen Abstieg. Vor einer zu kleinen Rente. Vor Verteilungskämpfen mit den Flüchtlingen – etwa bei preiswerten Wohnungen. Schöppner: „Das Leitmotiv der AfD-Wähler ist: Ich will so bleiben wie ich bin.“
Auffällig ist: Frauen können mit den Rechtspopulisten wenig anfangen. Manfred Güllner, Chef des Umfrage-Instituts Forsa, nennt eine konkrete Zahl: „72 Prozent der AfD-Sympathisanten sind Männer, meist konfessionslos.“ Diesen Männern geht es nach den Worten des Meinungsforschers nicht schlecht. „Aber sie fühlen sich subjektiv benachteiligt.“ Diese Männer haben Angst davor, in die Unterschicht abzusinken. Güllner hält AfD-Wähler für Menschen, „die anfällig für rechtsradikales Gedankengut sind“.
(Quelle: https://www.derwesten.de/politik/wer-wa ... 45804.html)

http://www.tagesschau.de/inland/afd-waehler-101.html
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Das hat auch ganz viel mit einem traditionellen Männerbild zu tun.l


Also das Afd Logo sieht ja auch sehr phallisch auch. Ein Signal an all die gendergeknechten Männer, sich vom Joch von Sozialhilfeempfängern, Frauenpower, Muttiherrschaft, Klimawandel und Realität im Allgmeinen zu befreien und wieder zu der zustehenden patriarchalen Souveränität anzuschwellen.
Tychiades hat geschrieben:
Die drei Geistesgifte sind nun nicht nur auf der Seite der AFD-Anhänger, sondern auch bei mir und ich sehe bei den anderen, was ich selbst in mir habe. Dabei spüre ich wie dieses Ausleben der drei Geistesgifte auch in mir Wirkungen zeigt und ich nun mich als Gegner positionieren könnte bzw. wollte.
Daher auch der Zaunpfahl-Wink mit "Selbstwahrnehmung" bzw. smṛti. Adorno / Horkheimer schreiben ja auch von "erkrankt" - was die angemessene Reaktion auf Erkrankte ist, dürfte klar sein. Ansteckung vermeiden, aber auch Mitgefühl und Geduld. Kopf und Herz.
Tychiades hat geschrieben:
Zur Demokratie gehört das Aushalten von anderen Ansichten und Voten. Dabei muss man nicht mit den Tatsachen leben, sondern kann die Tatsachen selbst bewegen.
Eben. Ohne das "Aushalten von anderen Ansichten und Voten" keinen Diskurs, ohne Diskurs kein demokratischer Konsens und damit keine Bewegung aufeinander zu. Das Problem gerade bei den Kranken, um die es hier geht, ist natürlich, dass aus den ausgehaltenen Ansichten und Voten ein Mundtotmachen werden kann - wovon der Schritt zum Totmachen kein großer mehr ist. Die Türken erleben das gerade mal wieder. Unsere EU-Partner Polen und Ungarn sind davon auch nicht mehr so weit entfernt. Aber selbst da gilt: nicht anstecken lassen. Kṣānti paramitā üben.

Interessanter, aktueller Vortrag zu diesem Thema - leider nur auf Englisch.

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Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich muss nicht selber Heime anzünden. Es genügt dafür Verständnis zu haben oder einfach "nur" dabei zu sein und zu gröhlen. Das sind eben nicht nur ganz extrem verpeilte Leute, das sind Leute aus der Mitte.
Wenn es nur um den Osten gehen würde … Aber wieso dann im Westen, wo es keine DDR gab und keine Träume nach der Wende zerplatzt sind?
Mir kann keiner sagen, dass es hauptsächlich die wirklich Armen sind, die sich da tummeln.
Das stimmt eben nicht.
Das hat auch ganz viel mit einem traditionellen Männerbild zu tun.



Die AFD Hochburgen in NRW befinden sich zum Großteil im Ruhrgebiet... Auch da wurde viel versäumt.. Und in der Folge schlechte Erfahrungen mit Zuwanderung gemacht...Zum Teil sind da ganze Straßenzüge verlottert, bedingt durch mangelnde Integration der dort zugewanderten Menschen aus Osteuropa... Müll der aus den Fenstern geschmissen wird usw.....müsste ich da wohnen, würde ich mir wahrscheinlich auch alte Zeiten herbeisehnen...
void hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Das hat auch ganz viel mit einem traditionellen Männerbild zu tun.l


Also das Afd Logo sieht ja auch sehr phallisch auch. Ein Signal an all die gendergeknechten Männer, sich vom Joch von Sozialhilfeempfängern, Frauenpower, Muttiherrschaft, Klimawandel und Realität im Allgmeinen zu befreien und wieder zu der zustehenden patriarchalen Souveränität anzuschwellen.

Vllt gibts einfach nur weniger Frauen wo mehr Wurst gegessen wird und darum gibt es dort mehr Maenner.

http://landkartenindex.blogspot.de/2015 ... d.html?m=1
void hat geschrieben:
Und erst an dieser Stelle - bei der gewalttätigen Drecksarbeit braucht man Leute die voller Hass sind.
Und genau ohne die geht nichts. Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung (ca. 3% der männlichen, 1% der weiblichen Bevölkerung sind davon betroffen) benutzen Menschen mit Wahnstörungen.

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Sunu hat geschrieben:
Die AFD Hochburgen in NRW befinden sich zum Großteil im Ruhrgebiet... Auch da wurde viel versäumt.. Und in der Folge schlechte Erfahrungen mit Zuwanderung gemacht...Zum Teil sind da ganze Straßenzüge verlottert, bedingt durch mangelnde Integration der dort zugewanderten Menschen aus Osteuropa... Müll der aus den Fenstern geschmissen wird usw.....müsste ich da wohnen, würde ich mir wahrscheinlich auch alte Zeiten herbeisehnen...


In Bayern sind es auch 12,4 Prozent, und hier geht es den Leuten echt gut.
Sudhana hat geschrieben:
Daher auch der Zaunpfahl-Wink mit "Selbstwahrnehmung" bzw. smṛti. Adorno / Horkheimer schreiben ja auch von "erkrankt" - was die angemessene Reaktion auf Erkrankte ist, dürfte klar sein. Ansteckung vermeiden, aber auch Mitgefühl und Geduld.


Ansteckung geschieht in dem Moment, wenn ich mich in die Kommunikation hinein begebe. Ich kann dann hoffen, dass ich immun bin bzw. dass der Kontakt mein Immunsystem stärkt. Ich muss aber auch in Kontakt treten, sonst bilde ich mir eben nur ein, dass ich da drüber stehe. Letztlich geht das dann auch als Riß durch die Familien, wie in Spanien bzw. Katalonien.

Was ich nicht für hilfreich halte, dass ist die Unterscheidung krank/nicht-krank - denn das ist wieder nur eine weitere Spaltung und die kann ich eben dadurch aufheben, in dem ich es als einen gemeinsamen Prozess ansehe, in dem die Beteiligten nicht getrennt sind.

Aber ich denke, wir widersprechen uns da auch nicht.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Die AFD Hochburgen in NRW befinden sich zum Großteil im Ruhrgebiet... Auch da wurde viel versäumt.. Und in der Folge schlechte Erfahrungen mit Zuwanderung gemacht...Zum Teil sind da ganze Straßenzüge verlottert, bedingt durch mangelnde Integration der dort zugewanderten Menschen aus Osteuropa... Müll der aus den Fenstern geschmissen wird usw.....müsste ich da wohnen, würde ich mir wahrscheinlich auch alte Zeiten herbeisehnen...


In Bayern sind es auch 12,4 Prozent, und hier geht es den Leuten echt gut.


Aber in der Stadt München und auch in meinem Landkreis, wo sich die Flüchtlingskrise stark abgespielt hat und wo es sehr viele Flüchtlingsunterkünfte gibt, ist die AfD weit unter dem Bundesdurchschnitt geblieben. In München glaube ich "nur" so bei 8 %, in meinem Landkreis bei knapp 10 % und damit "nur" fünftstärkste Kraft. Und die Grünen konnten respektable Zugewinne verbuchen.
Tychiades hat geschrieben:
Ansteckung geschieht in dem Moment, wenn ich mich in die Kommunikation hinein begebe. Ich kann dann hoffen, dass ich immun bin bzw. dass der Kontakt mein Immunsystem stärkt. Ich muss aber auch in Kontakt treten, sonst bilde ich mir eben nur ein, dass ich da drüber stehe.
In seiner Hütte sitzen und keine Dinge da draußen sehen - das kann es ja wohl nicht gewesen sein.
Tychiades hat geschrieben:
Was ich nicht für hilfreich halte, dass ist die Unterscheidung krank/nicht-krank
Ich für meinen Teil bin über ein weniger krank schon froh - wenn auch nicht zufrieden damit.
Tychiades hat geschrieben:
das ist wieder nur eine weitere Spaltung und die kann ich eben dadurch aufheben, in dem ich es als einen gemeinsamen Prozess ansehe, in dem die Beteiligten nicht getrennt sind.
Entscheidend ist, ob / dass der gemeinsame Prozess ungeachtet aller Rückschläge ein Gesundungsprozess ist - da öffnet sich das Übungsfeld der kai. Auch das ist ansteckend. Oder sagt man da übertragbar?
Tychiades hat geschrieben:
Aber ich denke, wir widersprechen uns da auch nicht.
Denke ich auch nicht :)

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Elke hat geschrieben:
Aber in der Stadt München und auch in meinem Landkreis, wo sich die Flüchtlingskrise stark abgespielt hat und wo es sehr viele Flüchtlingsunterkünfte gibt, ist die AfD weit unter dem Bundesdurchschnitt geblieben.

Es ist durchaus interessant, Ausländeranteil an der Bevölkerung und Stimmenanteil der AfD zu vergleichen:

Berlin / 15,5 / 12,0
Bremen / 15,2/ 10,0
Hamburg / 14,7 / 7,8
Hessen / 14,3 / 7,8
Baden-Württemberg / 13,9 / 12,2
Nordrhein-Westfalen / 11,8 / 9,1
Bayern / 11,5 / 12,4
Rheinland-Pfalz / 9,5 / 11,2
Saarland / 9,2 / 10,1
Niedersachsen / 8,0 / 9,1
Schleswig-Holstein / 6,3 / 8,2
Sachsen-Anhalt / 3,9 / 19,6
Sachsen / 3,9 / 27,0
Thüringen / 3,8 / 22,7
Mecklenburg-Vorpommern / 3,7 / 18,6
Brandenburg / 3,6 / 20,2

()
Haben sich die Gemüter endlich beruhigt?
Wurden die lechzenden Lefzen geleckt?

Erschreckend, was angebliche Buddhisten vonsichbrechen.
Anders denkende wären krank - und ihr regt euch über den Nazismus auf?!?

Losang Lamo hat geschrieben:
Es geht bei modernem hate-speech um sowas hier, wo z.B. Dunja Halali sich gegen wehrt:
Vielen Dank für die Aufklärung, dass "Hass" ein Vektor ist.
Offener Brief an die AfD:

„Sehr geehrte AfD,
wir sind die 87%, die Euch nicht gewählt haben...."
https://secure.avaaz.org/campaign/de/af ... tand/?copy
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