Buddhismus und Partnerschaften

Moderator: void

Hallöchen liebe Sangha,

mal ein sehr menschliches Thema:

Wie gestaltet ihr eure Partnerschaften?
Seid ihr in einer Partnerschaft?
Wie lässt sich Buddhismus gemeinsam leben? - Wie lebt es sich, wenn nur einer Buddhist ist?
Wie ist das mit Kindern und Erziehung?

Wie geht ihr mit partnerschaftlicher Liebe oder Sexualität um? Funktioniert das ohne Probleme?

Habt ihr euch schon mal getrennt, weil es nicht funktionierte?

Eigentlich alles was euch dazu einfällt.
Natürlich muss hier niemand jetzt den tiefsten Einblick in sein Privatleben geben - nur das was man für ein interessanten Diskurs einbringen möchte, kann und sollte.


Ich denke da in letzter Zeit sehr oft drüber nach, weil ich jetzt seit 7 Jahren alleinstehend bin (und mich sehr viele Menschen drängen das zu ändern :rofl: ). Das könnte man zwar ändern, aber irgendwie scheinen mir so viele Dinge unvereinbar zu sein. Meistens fehlt das Verständnis für meine Religiosität und daran scheitern viele Dinge bzw. sind viele Dinge gescheitert.
Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?

Ich freue mich über rege Teilnahme. ^^
Haftet man nicht an, wenn man "in seiner religiösen Praxis aufgeht"?

Ich lerne seit 40 Jahren, bin 39 Jahre verheiratet (immer die Gleiche) und habe nie Probleme damit gehabt, das ich Zen übe.
War sogar 4 Jahre "weg" - eine wirkliche Liebe hält das aus.

Kommt wohl auch auf das Miteinander in der Partnerschaft an.

_()_
Mein Freund ist kein Buddhist, und mir ist das auch nicht wichtig.
Wichtig ist mir, dass er Verständnis hat und mich machen lässt.
Er ist Asperger-Autist d.h. so eine Beziehung fordert einem sehr viel ab. Genau da hilft mir die buddhistische Praxis sehr.
Es ist ein enormes Lernfeld für mich...manchmal verzweifel Ich, aber ich lerne dadurch auch sehr viel über mich.
Auch in einer "normalen" Beziehung können beide sehr davon profitieren, auch wenn nur einer davon Buddhist ist.
:)
Hallo Ayudha

meine Religionszugehörigkeit stand und steht mir nicht auf der Stirn geschrieben, und ich machte und mache daraus nichts Besonderes. Das Leben der Lehre Buddhas gestaltet sich für mich nicht anders, als für die Mitmenschen das Leben ihrer jeweiligen Religion, ... die des Christentums, des jüdischen Glaubens, des Islam, Hinduismus etc..

Als ich meinen Partner kennenlernte, war unsere Religionen kein Thema. Auch im Leben mit unseren Kindern stand eher das ungekünstelte Vorleben dessen, was wir „predigten“ und das Erklären von Hinterfragtem im Vordergrund. Vielfalt, seien es nun unterschiedliche Geburtsländer, dem entsprechende Muttersprachen, oder das Leben mit der Lehre Buddhas und einer weiteren Religion, kann den Horizont der all dies mit Leichtigkeit aufsaugenden und abspeichernden Kids erweitern.
Sexualität? Funktioniert das ohne Probleme?
Ja – in der Tat, alles ok. … Enthaltsamkeit war laut Buddha für „Haushälter und deren Gemahlinnen“ nicht gefordert. Er empfahl lediglich, auch in Bezug auf gelebte Sexualität, nichts zu tun, was dem Partner, uns selbst, und/ oder einem anderen Menschen psychisch oder physisch schadet.
Ich denke da in letzter Zeit sehr oft drüber nach, weil ich jetzt seit 7 Jahren alleinstehend bin, (und mich sehr viele Menschen drängen das zu ändern).
Bitte lasse Dich von niemandem – auch nicht von gutmeinenden Angehörigen – zu Dingen bewegen, hinter denen Du nicht 100%ig stehen kannst.
Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?
Verlernen kann ein Mensch dies (meiner Ansicht nach) nicht,… so etwas ist wie das Schwimmen, Rollschuh-Schlittschuh-oder Radfahren, etc., … aber es ist durchaus möglich, dass ein seit längerer Zeit für sich allein Lebender einen ihm eigenen Rhythmus entwickelt, … dass er das Sich-nicht-mit-einem-Mitmenschen-auseinander-setzen-müssen, dass Nicht-alles-ankündigen, oder erklären müssen, sehr zu schätzen lernte.

Es kann sein, dass es irritierend ist, "plötzlich" immerzu einen Mitmenschen um sich herum zu haben, … vielleicht jemanden, der morgens bereits mopsfit ist, der mir „eine Frikadelle ans Ohr schwallt“, die von mir noch nicht gelesene Tageszeitung zerfleddert, jemanden, der Krümel hinterlässt, Zucker verstreut, sein Frühstücksgeschirr lediglich ins Spülbecken stellt, („irgendeiner“ macht das schon sauber), jemanden, der die Toilettenbrille nicht schließt, sich in den Sessel meiner Katzen setzt … :) :wink:

Ja, … „So-etwas“ ist eine Fleisch gewordene, stets anwesende Unterweisung in geistiger Disziplin, … aber „die Wege des Herrn“ sind unergründlich - daher gibt es mehr als eine Möglichkeit – und :star: Du ganz allein :star: solltest entscheiden, welches Dein Weg ist.

LG mkha‘
Das sehe ich ebenso ,Ayuda
wie mkha
Nur weil du im Moment allein bist
muss dir nicht automatisch etwas fehlen
Ich bin auch gern allein ,sogar schon 30 Jahre mit Mann ,Kinder
Enkel und Beruf ist das möglich :wink:

LG :sunny:
Paare sind so verschieden wie Gesichter, finde ich. Kaum möglich, im Allgemeinen drüber zu sprechen.
Man muss auch sein eigener Freund sein, um einen anderen Freund akzeptieren zu können.
Lilli hat geschrieben:
... aber ich lerne dadurch auch sehr viel über mich.
Auch in einer "normalen" Beziehung können beide sehr davon profitieren, auch wenn nur einer davon Buddhist ist.
:)


Ja, ich behaupte sogar, dass ich ohne meinen Mann nicht so viel gelernt hätte, mich niemals hätte so anstrengen müssen. Das weiß ich, weil ich vorher jahrzehntelang, zunächst als allein erziehende Mutter und später alleine lebte und mich schon für "ziemlich erleuchtet" hielt. Durch das Zusammenleben wurde mir klar, dass ich in einem Elfenbeinturm gelebt habe.
Und auch mein Mann hat viel profitiert. Er hat sich in den 14 Jahren unserer Ehe sehr positiv verändert. Dafür bin ich sehr dankbar - und ich möchte ihn heute nicht mehr missen. Das bedeutet keinesfalls Anhaftung. Denn früher wollte ich ihn oftmals "loswerden" - und heute wünsche ich mir einfach, dass wir noch so lange wie möglich gesund und zusammen bleiben können.

_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Lilli hat geschrieben:
... aber ich lerne dadurch auch sehr viel über mich.
Auch in einer "normalen" Beziehung können beide sehr davon profitieren, auch wenn nur einer davon Buddhist ist.
:)


Ja, ich behaupte sogar, dass ich ohne meinen Mann nicht so viel gelernt hätte, mich niemals hätte so anstrengen müssen. Das weiß ich, weil ich vorher jahrzehntelang, zunächst als allein erziehende Mutter und später alleine lebte und mich schon für "ziemlich erleuchtet" hielt. Durch das Zusammenleben wurde mir klar, dass ich in einem Elfenbeinturm gelebt habe.
Und auch mein Mann hat viel profitiert. Er hat sich in den 14 Jahren unserer Ehe sehr positiv verändert. Dafür bin ich sehr dankbar - und ich möchte ihn heute nicht mehr missen. Das bedeutet keinesfalls Anhaftung. Denn früher wollte ich ihn oftmals "loswerden" - und heute wünsche ich mir einfach, dass wir noch so lange wie möglich gesund und zusammen bleiben können.

_()_ Monika
:like:
Erstmal Danke für eure Erfahrungen.

Also es klang ja schon etwas an, aber ich z.b. werde mich nicht in eine Partnerschaft begeben, weil mein Umfeld das so möchte. Ich richte mich ohnehin nie danach was andere wollen, oder nicht. Sonst wäre ich wohl kaum Buddhist oder würde mir die Pancasila zur Orientierung nehmen.
Außerdem wäre das für die Partnerin dann ja doof, weil sie dann mehr ein Statussymbol wäre etc.

Ich denke wiegesagt öfters drüber nach, weil ich eigentlich nicht mal potentielle Partnerinnen finde. Das liegt wohl auch an meinem Umfeld, aber eigentlich finde ich es fast bereichernder, wenn ich mit Mann/Frau eher persönlich und in Freundschaft agieren kann.
Mit Frauen wird das manchmal missverstanden bzw. in meinen früheren Beziehungen war das der Fall.
Viele Dinge wurden einfach irgendwie falsch verstanden, oder man hat mir nicht geglaubt.
Z.b. wenn ich mal bei einer anderen Frau übernachtet habe hieß es, dass ich evtl. fremdgehe.
Und weil ich dann mit meiner Libido doch eher zurückhaltend bin wurden dann immer gleich Querverbindungen geschlossen, dass ich mich woanders vergnüge.
Oder ich war als Buddhist irgendwie "exotisch", aber eigentlich hat man sich nie großartig für mich als Person interessiert.
Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden - das fing schon bei Ernährung an, oder warum ich an einem Wochenende eben nicht in eine Kneipe gehe und mich zuschütte.
Das war vielen einfach zu langweilig etc.
:lol:

Naja - evtl. finde ich einfach keine die zu mir passt. Aber das ist auch ok - so kann ich mich darin üben bedingungsloses Mitgefühl mit allen zu kultivieren. Wie die Sonne, die auf alle gleich scheint.
Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?


Glaube nicht. Man wird halt bisschen eigen was so Gewohnheiten und die Tagesstruktur betrifft.
Ansonsten ist ja auch die Decke recht dünn was da "ernsthafte" Buddhisten betrifft: Es gibt halt viele Esoteriker, aber wenige "Buddhisten" :) ('Stichpunkt': "Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden"
Morpho hat geschrieben:
Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?


Glaube nicht. Man wird halt bisschen eigen was so Gewohnheiten und die Tagesstruktur betrifft.
Ansonsten ist ja auch die Decke recht dünn was da "ernsthafte" Buddhisten betrifft: Es gibt halt viele Esoteriker, aber wenige "Buddhisten" :) ('Stichpunkt': "Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden"


:lol:
Das trifft es ziemlich gut.
Wenn es "normale" Frauen waren, dann hat man sich in meinem Fall immer gewundert, weil Buddhisten "sind ja die, die nur meditierend rumsitzen", aber dass da mehr dahinter steht und es auch die Lebensführung beeinflusst war irgendwie nicht so nachvollziehbar.

Dann gab es noch den anderen Typus, die waren meistens Dreadlock tragende Yogaweibchen aus meiner Indologie-Abteilung. Haben alle Hindi gelernt und standen auf alles was exotisch und aus Indien kommt, weil die ja soooo viel tiefsinniger sind etc.
Aber eigentlich haben die nur rumgegammelt, gekifft und sehr viel Esogeschwurbel losgelassen und nach irgendwas gesucht, was ihren Exotismus befriedigt - Anstrengung war da nicht so erwünscht.
So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.

Ich habe da echt meistens Pech gehabt :(
So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


*LOL* - "Müslitanten" - gibt's aber auch in männlich.

Ich hatte ganz am Anfang mal Glück und war große Liebe. Unsere Interesse waren fast identisch.
Wir sind uns "zufällig" begegnet. Glaube, wir waren, wenn es so ausdrücken kann, die einzigen "Zen(Dao)isten" in der Stadt, und das war ja ne mittlere Großstadt; Wenn du verstehst.
Morpho hat geschrieben:
So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


*LOL* - "Müslitanten" - gibt's aber auch in männlich.


:rofl:
"Müslitanten"
:rofl:

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