Barfußgehen

Moderator: void

Moderation:
Auf folgenden Thread verschoben:

Raphy @ Re: Ursache für Leid (in) Buddhistischer Salon



von fotost » 30.07.2017, 22:13 hat geschrieben:
...

Wenn Buddha bei seinen Wanderungen auf einen spitzen Stein getreten ist wird ihm das genauso weh getan haben wie es mir weh tun würde (wobei es einem Buddha mit seiner Achtsamkeit bestimmt viel seltener passieren dürfte). Wahrscheinlich würde ein Buddha in so einem Moment zuerst den Fuß untersuchen, ob es eine Wunde gegeben hat, dann den spitzen Stein sorgsam vom Weg entfernen und dann weiter wandern 8)

Hallo lieber fotost.

Das glaube ich nicht, dass es ihm weh tun würde wie dir.

Durch die jahrelange Gewöhnung an das Barfußgehen waren seine Sohlen vermutlich so abgehärtet, dass er weniger oder gar keinen Schmerz fühlen würde. Kommmt natürlich darauf an wie spitz der Stein ist.

Aber nur meine Meinung. Könnte alles auch ganz anders sein. :)

Liebe Grüße
Bzw. muß diese Anpassung vielleicht auch nicht nur durch Abhärtung passieren, sondern vielleicht auch dadurch, dass die Fußstruktur flexibler wird und dadurch die Haut und das Gewebe mehr nachgibt und es dadurch zu weniger Schmerz kommt.

Ist aber nur so eine Idee. Kann auch völliger Quatsch sein. :)

Liebe Grüße
Danke für das Verschieben an die Moderation. In Zukunft werde ich wohl lieber gleich einen neuen Thread eröffnen und nur dort schreiben. Ist sonst ein zu großes Durcheinander. :)

Liebe Grüße
Schöner Clip der zum Thema Abhärtung durch Anpassung / Training passt.



Für mich ist das praktizieren von Kung Fu Formen auch eine Art Meditation.
Wobei der Clip keine Formen Übungen und auch kein Kung Fu zeigt (sondern
Pencak Silat).
Hallo lieber MotGaeo.

Früher habe ich auch etwas Kampfkunst geübt.

Heute versuche ich mich eher in Gewaltlosigkeit gemäß der ersten Sila zu üben.

Ich nehme mich der Übungsregel des Abstehens Leben zu nehmen an.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Silas


A.X.176 Dreifache Lauterkeit - 10. Cunda Sutta

...

Wie aber, Cunda, ist Lauterkeit dreifach in Werken?

1. Da, Cunda, meidet einer das Töten, steht vom Töten ab; Stock und Waffe ablegend, ist er von Zartgefühl und Liebe erfüllt; für alle Wesen und Geschöpfe empfindet er Wohlwollen und Mitgefühl.

...


Quelle: http://www.palikanon.com/angutt/a10_123_177.html#a_x176 - Anguttara Nikāya, 10. Buch - A.X.176 Dreifache Lauterkeit - 10. Cunda Sutta


Aber sich an einer Wand oder einem Sandsack abzureagieren ist sicher besser als an Menschen oder anderen Lebewesen.

Das mit der Meditation bei den Kung Fu Formen kenne ich auch. Ich übte Karate und dort nennt man es Kata.

Liebe Grüße
LOL.... danke Moderation 8)

ein schönes neues Thema. Eine Einladung über einfache säkulare Zusammenhänge wie das 'Gehen in Schuhen' oder 'Barfußgehen' nachzudenken.

Säkular hat hier natürlich nur die ganz einfache Bedeutung von 'Abhängigkeit von der eigenen Lebenszeit', 'Abhängigkeit vom eigenen Säkulum =Jahrhundert' nachzudenken.

Ich bin ein 20tes Jahrhundert Weichei :? Ich habe Probleme im Urlaub an einem gereinigten Strand das Barfußlaufen wirklich zu genießen.

Ich versuche, ehrlich zu sein.. 8)
Raphy hat geschrieben:
Hallo lieber MotGaeo.

Früher habe ich auch etwas Kampfkunst geübt.

Heute versuche ich mich eher in Gewaltlosigkeit gemäß der ersten Sila zu üben.

Hallo Raphy,

was hat Kampfkunst mit Gewaltlosigkeit zu tun? Bedeutet die beste Beherrschung der Kampfkunst nicht auch das äußerste Verzichten auf ihre Ausübung?

Geht Kampfkunst nicht viel stärker nach innen als nach außen?

Alle Staaten mit einer Mehrheit der Bevölkerung an Buddhisten haben sowohl (bewaffnete) Polizei wie auch ein Militär.
Hallo lieber Raphy,
ich bin auch ein gewaltfreier Charakter. Jedoch
stellte sich mir im bisherigen Leben oft die Frage der
notwendigen Selbstverteidigung. So habe ich für Kinder
gesorgt, die absolut abhängig von meinem Einkommen waren,
und ich konnte mich nicht in schwere Verletzungen ergeben
und dadurch die Kinder nicht mehr versorgen. Gewalt in
der Selbstverteidigung wurde mir aufgezwungen. Mehrmals
sehr heftig. Dabei war mir mein Kung Fu Training (WT)
eine extreme, entscheidende Hilfe. Gewollt habe ich
die Gewalt nicht. Was machen Menschen, auch buddhistische,
in Gewaltsituationen? Nicht immer lassen diese sich
vermeiden. Vor allem nicht, wenn man auch in Verantwortung
für andere steht. Und keine Vorbereitung auf Gewaltsituationen
(Training), ist Vorbereitung zum Scheitern.

Das ist mir persönlich auch ein interessantes Thema:
Buddhismus und Selbstverteidigung. Ist ein den Zorn
des Gerechten Empfindenter noch auf dem 8fachen Pfad
unterwegs?

Lieben Gruß auch an fotost,

Mot Gaeo
MotGaeo hat geschrieben:
...
Das ist mir persönlich auch ein interessantes Thema: Buddhismus und Selbstverteidigung. Ist ein den Zorn des Gerechten Empfindender noch auf dem 8fachen Pfad unterwegs?Gaeo


Liebe Grüße MotGaeo,

das ist wirklich ein gutes Thema.

Es ist eines eigenen Threads wert! Die buddhistische Lehre und Tradition sind zu diesem Thema nicht wirklich eindeutig.
"Alle Staaten mit einer Mehrheit der Bevölkerung an Buddhisten haben sowohl (bewaffnete) Polizei wie auch ein Militär.[/quote]" Zitat fotost

Als auch eine lange, lange Tradition der Kampfkunst / Selbstverteidigung.
China - Kung Fu. Korea - Taekwondo. Japan - Karate. Thailand - Muay Thai.
Hallo fotost,
ja, ganz meine Meinung. Es gibt Kung Fu Mönche, die sich verteidigen
und Mönche die sich statt dessen selbst verbrennen. Totaler Gegensatz.
Und in der Lehre konnte ich bisher nicht viel dazu finden.

Sehr interessanter Film ist "Ip Man"
Chinesischer Kung Fu Meister (in Selbstverteidigung) vs Japanischen Karate
Meister (faschistischer Aggressor)
fotost hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Hallo lieber MotGaeo.

Früher habe ich auch etwas Kampfkunst geübt.

Heute versuche ich mich eher in Gewaltlosigkeit gemäß der ersten Sila zu üben.

Hallo Raphy,

was hat Kampfkunst mit Gewaltlosigkeit zu tun? Bedeutet die beste Beherrschung der Kampfkunst nicht auch das äußerste Verzichten auf ihre Ausübung?

Geht Kampfkunst nicht viel stärker nach innen als nach außen?

Alle Staaten mit einer Mehrheit der Bevölkerung an Buddhisten haben sowohl (bewaffnete) Polizei wie auch ein Militär.


Hallo fotost.

Kampfkunst hat eben nichts mit Gewaltlosigkeit zu tun, denke ich. Warum sollte ich mich im Kampf ausbilden lassen, wenn ich überhaupt nie vor hätte es auch anzuwenden? Da kann ich doch meine Zeit mit Dingen verbringen die mich mehr interessieren.

Wenn man sich die Traditionellen Fernöstlichen Kampfkünste ansieht, wird da natürlich sehr auf eine friedliche Gesinnung geachtet und es geht vor allem um die Vervollkommnung des eigenen Charakters und Geistes.

Ich habe zum Beispiel vom alten Quan Fa (richtig geschrieben?) vor Jahren mal gelesen, dass ein ernsthafter Schüler dieser Kampfkunst sich im Enthalten von Geschlechtsverkehr und Fleisch übte. Also darauf verzichtete. Wenn ich mich richtig erinnere auch Verzicht auf Alkohol oder sogar berauschende Mittel generell. Bin mir nicht ganz sicher.

Also dieser Aspekt, dass es vor allem auch um charakterliche und geistige Vervollkommnung geht, hat mich gerade zu den Traditionellen Fernöstlichen Kampfkünsten gebracht. Ich hätte ja auch Boxen oder Ringen machen können.

Wie ich es beigebracht bekommen habe, bedeutet zum Beispiel im japanischen das Wort "Do" = Weg.

Das kommt dann auch in den Worten der Kampfkünste Aiki-Do und Ju-Do vor. Ich hörte von der Bezeichnung des Karate als Karate-Do.

Wobei diese japanischen Kampfkünste heutzutage und auch schon vor Jahren sehr versportlicht wurden. Es ist immer mehr reiner Sport und immer weniger ein Weg zu charakterlicher und geistiger Vervollkommnung. Aber sicher gibt es auch Mischformen von Sport und Tradition.

Und es gibt auch Vereine oder Dojos die wieder mehr den Weg betonen und sich zum Beispiel an keinerlei Wettkämpfen beteiligen.

Man muß sie nur suchen und finden.

Ich halte die Kampfkünste unter Anleitung eines guten Lehrers für eine tolle Sache, gerade auch für junge Menschen. Da kann man viel über sich und seinen Körper lernen.

Aber ich bin da nicht stehen geblieben und habe mich auch immer mehr für die Buddhalehre interessiert.

Und aus dieser folgt für mich, dass ich auch die Übung in aggressiven körperlichen Formen die Kampf zwischen zwei oder mehr Menschen darstellen unterlassen will.

Aber das ist meine Herangehensweise. Jeder kann das sehen und tun was er für richtig hält.
Und nicht jeder ist der Typ für Kampfkünste.

Man sieht ja auch zum Beispiel im Film "Karate-Kid" dass die Kampfkünste auch für unfriedliche Zwecke mißbraucht werden können. Da gibt es den weisen alten Hausmeister Mr. Myagi der Daniel-San auf einen positiven Weg führt (z.B. "Man übt um nicht kämpfen zu müssen") aber auch den aggressiven Kriegsveteran der seine Schüler in "keine Gnade" unterrichtet auch wenn der Gegner geschlagen auf dem Boden liegt und auch schonmal mit unlauteren Mitteln kämpft.

Man sieht auch an den japanischen Samurai in manchen Epochen, der Überlieferung nach, dass diese tollen und heiligen Kampfkünste auch in ziemlichem Gemetzel enden können. Wo jeder enthauptet werden kann der sich nicht tief genug verbeugt oder wo bei jedem kleinen Anlaß sich selbt der Bauch aufgeschlitzt wird. Hatte wohl etwas mit Ehre zu tun.

Allerdings kenne ich auch die Meinung, dass damals zu Samurai Zeiten die Kampfkünste nicht nur "Do" = Weg waren sondern das "Jutsu" sehr betont wurde, was wohl eher Kunst oder Technik bedeutet.
Falls ich mich da richtig erinnere.

Ein anderer Punkt ist, dass die Buddhalehre meiner Meinung dazu dient das Weltliche zu überwinden.
Und so jemand läßt alles sein was der Welt angehört und deswegen geht er auch keiner Gewalt nach, auch nicht als Selbtverteidigung.

Ich sage ja nicht, dass ich schon soweit wäre mich töten zu lassen ohne mit der Wimper zu zucken. Ich sage nur wie ich die Lehre sehe und worin ich mich üben möchte. Wie ich dann im Ernstfall reagiere weiß ich nicht.

Ich werde ja schon wütend manchmal wenn mir jemand unschöne Worte an den Kopf wirft. Ich muß also noch viel üben.

Dass es Militär und Polizei in der Welt gibt ist klar. Aber die Buddhalehre zielt meiner Meinung nach auf die Überwindung der Welt. Natürlich sehen das viele anders und es gibt ja auch viele buddhistische Schulen die sehr weltzugewandt sind. Ist doch in Ordnung.

Und ich selbst bin ja auch noch ein großer Weltling.

Also trotz Buddhismus werden die meisten Menschen eher in der Welt leben und da gibt es dann auch Polizei, Militär und Kampfkünste.

Und die Traditionellen Fernöstlichen Kampfkünste sind ein sehr großes Feld, wo man lange forschen und darüber philosophieren könnte.

Und das ist alles nur meine Meinung.

Glaubt mir kein Wort. :)

Liebe Grüße
Do = Weg. Sehr interessant. Freut mich allgemein, dass dieses Thema einen thread
bekommen hat.

Muss mich mal wieder etwas belesen. Im Kopf habe ich 2 Situationen, in denen Gotama
Buddha mit konkreter Gewalt konfrontiert war. Einmal der Tod des Räubers, welcher
Mönch geworden war, und der von rachsüchtigen Dorfbewohnern erschlagen wurde. Und
einmal, als er Gewalt unter Mönchen miterlebte.
Außerdem fällt mir dazu ein, wie er einem Attentat entging, und mit seinem Rat
(einen anderen Rückweg zu nehmen als den geplanten) dem reuigen Attentäter das
Leben rettete.
MotGaeo hat geschrieben:
Do = Weg. Sehr interessant. Freut mich allgemein, dass dieses Thema einen thread
bekommen hat.

Muss mich mal wieder etwas belesen. Im Kopf habe ich 2 Situationen, in denen Gotama
Buddha mit konkreter Gewalt konfrontiert war. Einmal der Tod des Räubers, welcher
Mönch geworden war, und der von rachsüchtigen Dorfbewohnern erschlagen wurde. Und
einmal, als er Gewalt unter Mönchen miterlebte.
Außerdem fällt mir dazu ein, wie er einem Attentat entging, und mit seinem Rat
(einen anderen Rückweg zu nehmen als den geplanten) dem reuigen Attentäter das
Leben rettete.


Sehr bekannt auch das Gleichnis von der Säge:

Majjhima Nikāya 21
Das Gleichnis von der Säge - Kakacūpama Sutta

...

19. "Genauso, ihr Bhikkhus, gibt es diese fünf Redeweisen, die andere anwenden könnten, wenn sie euch ansprechen: ihre Rede mag zur rechten Zeit oder zur falschen Zeit erfolgen, sie mag wahr oder unwahr sein, sanft oder schroff, mit dem Gutem oder mit Schaden verbunden, mit einem Geist von Liebender Güte gesprochen oder mit innerem Haß. Wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede zur rechten Zeit oder zur falschen Zeit erfolgen; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede wahr oder unwahr sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede sanft oder schroff sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede mit dem Gutem oder mit Schaden verbunden sein; wenn andere euch ansprechen, mag ihre Rede mit einem Geist von Liebender Güte gesprochen sein oder mit innerem Haß. Darin, ihr Bhikkhus, solltet ihr euch so üben: 'Unser Geist wird unbeeinträchtigt bleiben, und wir werden keine bösen Worte äußern; wir werden in Mitgefühl für ihr Wohlergehen verweilen, mit einem Geist voll Liebender Güte, ohne inneren Haß. Wir werden verweilen, indem wir jene Person mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist; und mit ihr als Objekt werden wir verweilen, indem wir die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.' Auf solche Weise solltet ihr euch üben, ihr Bhikkhus."

20. "Ihr Bhikkhus, sogar wenn Banditen euch barbarisch Glied für Glied mit einer Doppelgriffsäge in Stücke teilen würden, würde derjenige, der einen verdorbenen Geist ihnen gegenüber entstehen ließe, meine Lehre nicht befolgen. Darin, ihr Bhikkhus, solltet ihr euch so üben: 'Unser Geist wird unbeeinträchtigt bleiben, und wir werden keine bösen Worte äußern; wir werden in Mitgefühl für ihr Wohlergehen verweilen, mit einem Geist voll Liebender Güte, ohne inneren Haß. Wir werden verweilen, indem wir sie mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist; und mit ihnen als Objekt werden wir verweilen, indem wir die allumfassende Welt mit einem Herzen durchdringen, das von Liebender Güte durchtränkt ist, unerschöpflich, erhaben, unermeßlich, ohne Feindseligkeit und ohne Übelwollen.' Auf solche Weise solltet ihr euch üben, ihr Bhikkhus."

21. "Ihr Bhikkhus, wenn ihr euch diesem Ratschlag vom Gleichnis von der Säge oft zuwendet, seht ihr dann irgendeine Redeweise, unbedeutend oder grob, die ihr nicht ertragen könntet?" - "Nein, ehrwürdiger Herr." - "Daher, ihr Bhikkhus, solltet ihr euch diesem Ratschlag vom Gleichnis von der Säge oft zuwenden. Das wird lange zu eurem Wohlergehen und Glück gereichen."

Das ist es, was der Erhabene sagte. Die Bhikkhus waren zufrieden und entzückt über die Worte des Erhabenen.



Quelle: http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m021z.html - Majjhima Nikāya 21 -
Das Gleichnis von der Säge - Kakacūpama Sutta

Liebe Grüße
MotGaeo hat geschrieben:
Do = Weg. Sehr interessant. Freut mich allgemein, dass dieses Thema einen thread
bekommen hat.

Muss mich mal wieder etwas belesen. Im Kopf habe ich 2 Situationen, in denen Gotama
Buddha mit konkreter Gewalt konfrontiert war. Einmal der Tod des Räubers, welcher
Mönch geworden war, und der von rachsüchtigen Dorfbewohnern erschlagen wurde. Und
einmal, als er Gewalt unter Mönchen miterlebte.
Außerdem fällt mir dazu ein, wie er einem Attentat entging, und mit seinem Rat
(einen anderen Rückweg zu nehmen als den geplanten) dem reuigen Attentäter das
Leben rettete.


Der Tod des Räubers müsste Aṅgulimāla Sutta sein:

http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m086z.html - Majjhima Nikāya 86 -
Über Aṅgulimāla - Aṅgulimāla Sutta
Raphy hat geschrieben:
Ein anderer Punkt ist, dass die Buddhalehre meiner Meinung dazu dient das Weltliche zu überwinden.
Und so jemand läßt alles sein was der Welt angehört und deswegen geht er auch keiner Gewalt nach, auch nicht als Selbtverteidigung.

oops... da bleibt einem aber dann nicht mehr viel übrig, als Säure in die Badewanne schütten und sich darin aufzulösen. Steht das echt in den Texten?

Ich hab mir übrigens Barfußschuhe gekauft.
Darin kann man mit ganz normalen Füßen wie ein Buddha laufen.
MotGaeo hat geschrieben:
Hallo lieber Raphy,
ich bin auch ein gewaltfreier Charakter. Jedoch
stellte sich mir im bisherigen Leben oft die Frage der
notwendigen Selbstverteidigung. So habe ich für Kinder
gesorgt, die absolut abhängig von meinem Einkommen waren,
und ich konnte mich nicht in schwere Verletzungen ergeben
und dadurch die Kinder nicht mehr versorgen. Gewalt in
der Selbstverteidigung wurde mir aufgezwungen. Mehrmals
sehr heftig. Dabei war mir mein Kung Fu Training (WT)
eine extreme, entscheidende Hilfe. Gewollt habe ich
die Gewalt nicht. Was machen Menschen, auch buddhistische,
in Gewaltsituationen? Nicht immer lassen diese sich
vermeiden. Vor allem nicht, wenn man auch in Verantwortung
für andere steht. Und keine Vorbereitung auf Gewaltsituationen
(Training), ist Vorbereitung zum Scheitern.

Das ist mir persönlich auch ein interessantes Thema:
Buddhismus und Selbstverteidigung. Ist ein den Zorn
des Gerechten Empfindenter noch auf dem 8fachen Pfad
unterwegs?

Lieben Gruß auch an fotost,

Mot Gaeo


Ja das kann ich gut verstehen. Ich würde auch nie über jemanden urteilen der in einer Selbstverteidigungssituation handelt. Es ging mir vor allem darum darauf hinzuweisen was die Buddhalehre, um die es in diesem Forum geht, meiner Meinung sagt.

Jeder muß für sich entscheiden was er vertreten kann.

Liebe Grüße
Raphy hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:

Aber ich bin da nicht stehen geblieben und habe mich auch immer mehr für die Buddhalehre interessiert.


Wobei es beim Thema Kampf(kunst) kein Stehenbleiben gibt. Bis ins höchste
Alter kann man sich weiterentwickeln. Als Behinderter im Rollstuhl kann man
entsprechende Techniken lernen. Es gibt da kein Ende. Und das Thema Selbstver-
teidigung kann / wird einen vielleicht auch noch mit 90 Jahren in einem
Pflegebett beschäftigen, wenn einem eine bösartige Kraft in den Körper kneift
z.Bsp. oder schlimmeres. Was nützt mir höchste ethische Entwicklung, wenn
ich meine Kinder, meine Brüder und Schwestern nicht verteidigen kann?
Daher kann die reine Lehre nur für den Einsamen funktionieren. Kann gerne
mal das Gotama Zitat heraussuchen, das die Lehre "wahrlich nur etwas für den
Einsamen" ist.
Nicht jeder kann / will soweit gehen, und die Mutter mit seinem eigenen Kind
zurückweisen, weil (nach Gotama) der Weg zur Erleuchtung höher zu bewerten ist,
als die Fürsorge für sein Kind. (Zitat kann ich auch gern heraussuchen).
Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Ein anderer Punkt ist, dass die Buddhalehre meiner Meinung dazu dient das Weltliche zu überwinden.
Und so jemand läßt alles sein was der Welt angehört und deswegen geht er auch keiner Gewalt nach, auch nicht als Selbtverteidigung.

oops... da bleibt einem aber dann nicht mehr viel übrig, als Säure in die Badewanne schütten und sich darin aufzulösen. Steht das echt in den Texten?

Ich hab mir übrigens Barfußschuhe gekauft.
Darin kann man mit ganz normalen Füßen wie ein Buddha laufen.


Hallo lieber Holzklotz.

Nein, gegenüber sich selbst sollte man natürlich auch gewaltlos sein. Also bitte keine Säure benutzen und keine Selbsttötung. Sorge lieber gut für dich. Habe auch Mitgefühl für dich.

Ob das in den Texten so steht, muß jeder für sich entscheiden. Am besten selbst forschen und zu einer eigenen Meinung kommen.
Ich habe geschrieben wie meine derzeitige Meinung ist. Deswegen erwähne ich am Schluß in letzter Zeit auch gerne, dass man mir nicht glauben soll.

Es gibt eine unglaubliche Fülle von buddhistischen Texten und Traditionen.

Gut möglich dass man es da anders sieht als ich. Was ja auch ok ist.
Denn:

Glaubt mir kein Wort. :)

Liebe Grüße
:) Sehr gut! Schönen Tag und bis später vielleicht mal.

Love, Peace and Liberty.

Mot Gaeo
MotGaeo hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:


Wobei es beim Thema Kampf(kunst) kein Stehenbleiben gibt. Bis ins höchste
Alter kann man sich weiterentwickeln. Als Behinderter im Rollstuhl kann man
entsprechende Techniken lernen. Es gibt da kein Ende. Und das Thema Selbstver-
teidigung kann / wird einen vielleicht auch noch mit 90 Jahren in einem
Pflegebett beschäftigen, wenn einem eine bösartige Kraft in den Körper kneift
z.Bsp. oder schlimmeres. Was nützt mir höchste ethische Entwicklung, wenn
ich meine Kinder, meine Brüder und Schwestern nicht verteidigen kann?
Daher kann die reine Lehre nur für den Einsamen funktionieren. Kann gerne
mal das Gotama Zitat heraussuchen, das die Lehre "wahrlich nur etwas für den
Einsamen" ist.
Nicht jeder kann / will soweit gehen, und die Mutter mit seinem eigenen Kind
zurückweisen, weil (nach Gotama) der Weg zur Erleuchtung höher zu bewerten ist,
als die Fürsorge für sein Kind. (Zitat kann ich auch gern heraussuchen).


Rollstuhl-Jiutsu.

Kann ich alles gut nachvollziehen. Das ist eben das Normale in der Welt, dass man Verantwortung hat und seine Freunde und Familie notfalls mit Gewalt verteidigt. Hat aber nichts mit der Buddhalehre zu tun, wie ich sie interpretiere. Ich kenne jedenfalls keine Lehrrede die sagt man soll sich und seine Familie im Notfall mit Gewalt verteidigen.

Und klar kann man auch eine Entwicklung innerhalb der Kampfkünste machen. Aber mein Weg ist es zur Zeit nicht.

Und wie gesagt es gibt unzählige Interpretationen und Auslegungen der Buddhalehre.

Glaubt mir bitte kein Wort. :)

Liebe Grüße
Und wie gesagt ich weiß auch nicht wie ich im Ernstfall reagieren würde. Ich übe noch. Kann gut sein, dass ich mich wehre oder andere verteidige. Ich weiß es nicht.

Liebe Grüße
MotGaeo hat geschrieben:
:) Sehr gut! Schönen Tag und bis später vielleicht mal.

Love, Peace and Liberty.

Mot Gaeo


Danke. Dir auch einen schönen Tag. :)

Liebe Grüße
Ja. Danke für deine Postings.

Ich persönlich werde zu diesem Thema den Theravada Mönch meines Vertrauens
befragen, wenn ich wieder in Thailand bin. Keine Ahnung warum ich das nicht
schon längst getan habe.
MotGaeo hat geschrieben:
Ja. Danke für deine Postings.

Ich persönlich werde zu diesem Thema den Theravada Mönch meines Vertrauens
befragen, wenn ich wieder in Thailand bin. Keine Ahnung warum ich das nicht
schon längst getan habe.


Gerne.
Klingt nach einer guten Idee, den Mönch mal zu fragen.
Seine Antwort kannst du auch gerne hier oder in einem anderen Thread posten.
Wenn du magst.

Liebe Grüße
Danke auch für deine Beiträge MotGaeo.

Liebe Grüße
fotost hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
von fotost » 30.07.2017, 22:13 hat geschrieben:
...

Wenn Buddha bei seinen Wanderungen auf einen spitzen Stein getreten ist wird ihm das genauso weh getan haben wie es mir weh tun würde (wobei es einem Buddha mit seiner Achtsamkeit bestimmt viel seltener passieren dürfte). Wahrscheinlich würde ein Buddha in so einem Moment zuerst den Fuß untersuchen, ob es eine Wunde gegeben hat, dann den spitzen Stein sorgsam vom Weg entfernen und dann weiter wandern 8)

Hallo lieber fotost.

Das glaube ich nicht, dass es ihm weh tun würde wie dir.

Durch die jahrelange Gewöhnung an das Barfußgehen waren seine Sohlen vermutlich so abgehärtet, dass er weniger oder gar keinen Schmerz fühlen würde. Kommmt natürlich darauf an wie spitz der Stein ist.

Aber nur meine Meinung. Könnte alles auch ganz anders sein. :)

Liebe Grüße


Liebe Grüße Raphy,

ja sicher. Mit der Darstellung habe ich kein Problem. Du hast bestimmt Recht. Buddha war das Barfußgehen auf unbefestigten Straßen gewohnt, ich bin ein Großstadtweichling :mrgreen: und kann kaum das Barfußgehen am Strand im Urlaub richtig genießen..

Du hast das Beispiel trotzdem verstanden.

Auswirkung von konkreten Leidensursachen prüfen,
die Ursachen, wenn es geht ausschalten
weitergehen!

...



Üben, üben, üben. :)

Ich gehe gerne mal barfuß. Es hat auch eine Wirkung auf mich, man sagt ja da werden die Fußreflexzonen gut durchmassiert. Barfußgehen soll sehr gesund sein, hörte ich. Muß man halt schauen wie viel man sich zumuten kann.

Liebe Grüße
von MotGaeo » 31.07.2017, 15:04 hat geschrieben:
Do = Weg. Sehr interessant. Freut mich allgemein, dass dieses Thema einen thread
bekommen hat.

...



Do hat scheinbar viele Bedeutungen, wie es wohl im Japanischen üblich ist.
Habe mal in "Das Lexikon der Kampfkünste" von Werner Lind nachgelesen.
Die 5. Bedeutung:


Do (jap): Prinzip der asiatischen Weltanschauung (chin-> Dao), das als Begriff aus dem japanischen Zen-Buddhismus stammt. Das Schriftzeichen dafür liest sich im Japanischen als Michi und im Sinojapanischen als Do. In der Übersetzung bedeutet der Begriff Weg, Pfad, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Richtung, Prinzip, Methode etc. Do ist ein Weg, in dessen Zentrum eine Übung (->Geiko), zumeist die Übung einer Form steht, deren Ziel jedoch nicht das Erlernen irgendeiner Fertigkeit, sondern das Erweitern des im Menschen liegenden Potentials ist, durch das er zu seiner Sinnbestimmung wachsen und sein Leben mit Bewußtsein und Erkenntnis erfüllen kann. In Asien ist Do das zentrale Prinzip jeder Übung. Do ist ein Weg, durch den die Essenz der Philosophien und Religionen im individuellen Verhalten sichtbar wird und weit über den Intellekt hinaus das Denken und Handeln des einzelnen bestimmt. ...


Seite 146

Ob das auch wirklich so stimmt was der Autor hier schreibt und wieviel davon persönliche Interpretation ist, weiß ich leider nicht.

Aber ich fand es ganz interessant. Der Artikel geht noch weiter.

Liebe Grüße
Schwer interessant! Danke und mehr davon :-)

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast