Barfußgehen

Moderator: void

MotGaeo hat geschrieben:
Schwer interessant! Danke und mehr davon :-)


Gerne. Ob mehr davon kann ich leider nicht versprechen. Bin ja eigentlich mit den Kampfkünsten für mich durch. Aber trotzdem immer mal wieder interessante Anregungen dort zu finden.

Liebe Grüße
Ich wünsche es dir (und auch mir, haha) mit den Kampfkünsten
durch zu sein. Da ich gerade nicht auf meine persönlichen
Erfahrungen zu diesem Thema eingehen will, zitiere ich mal
B. Franklin: "By failing to prepare, you are preparing to fail."
Als Vater ist das unakzeptabel.
Wenn du auf dieser Seite den Begriff "Do" eingibst, findest du noch mehr:

http://www.budopedia.de/wiki/Budopedia

Liebe Grüße
MotGaeo hat geschrieben:
Ich wünsche es dir (und auch mir, haha) mit den Kampfkünsten
durch zu sein. Da ich gerade nicht auf meine persönlichen
Erfahrungen zu diesem Thema eingehen will, zitiere ich mal
B. Franklin: "By failing to prepare, you are preparing to fail."
Als Vater ist das unakzeptabel.


Danke und Alles Gute MotGaeo.

Liebe Grüße
Raphy hat geschrieben:
Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Ein anderer Punkt ist, dass die Buddhalehre meiner Meinung dazu dient das Weltliche zu überwinden.
Und so jemand läßt alles sein was der Welt angehört und deswegen geht er auch keiner Gewalt nach, auch nicht als Selbtverteidigung.

oops... da bleibt einem aber dann nicht mehr viel übrig, als Säure in die Badewanne schütten und sich darin aufzulösen. Steht das echt in den Texten?

Ich hab mir übrigens Barfußschuhe gekauft.
Darin kann man mit ganz normalen Füßen wie ein Buddha laufen.


Hallo lieber Holzklotz.

Nein, gegenüber sich selbst sollte man natürlich auch gewaltlos sein. Also bitte keine Säure benutzen und keine Selbsttötung. Sorge lieber gut für dich. Habe auch Mitgefühl für dich.

Ob das in den Texten so steht, muß jeder für sich entscheiden. Am besten selbst forschen und zu einer eigenen Meinung kommen.
Ich habe geschrieben wie meine derzeitige Meinung ist. Deswegen erwähne ich am Schluß in letzter Zeit auch gerne, dass man mir nicht glauben soll.

Es gibt eine unglaubliche Fülle von buddhistischen Texten und Traditionen.

Gut möglich dass man es da anders sieht als ich. Was ja auch ok ist.
Denn:

Glaubt mir kein Wort. :)

Liebe Grüße


Hallo ihr Lieben.

Vielleicht noch ein paar Gedanken dazu.

So wie ich Holzklotz verstehe, will er mir nicht ganz glauben, dass es darum geht die Welt zu überwinden. Was ja gut ist, denn er soll mir nichts glauben.

Meiner Meinung nach muß Weltüberwindung nicht zwangsläufig bedeuten, dass man die Welt ablehnt.
Denn Ablehnung, Hass, Nicht-Haben-Wollen ist eines der 3 Geistesgifte oder der 3 unheilsamen Wurzeln die es zu überwinden gilt.

Es wäre also unlogisch in meinen Augen dieses Geistesgift in Bezug auf die Welt zu kultivieren.
Es kann also nicht darum gehen bei der Weltüberwindung die Welt abzulehnen. Das muß anders gemeint sein.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille.

Ein zweites Geistesgift oder eine zweite unheilsame Wurzel ist Gier oder Haben-Wollen.
Man sollte also auch keine Gier in Bezug auf die Welt entwickeln oder dieses Begehren noch verstärken.

Wenn ich also von Weltüberwindung spreche meine ich nicht Ablehnung der Welt, aber auch nicht Gier nach der Welt.

Denn beides würde der Welt eine Bedeutung zumessen. Wenn ich gierig nach der Welt bin gebe ich der Welt eine Bedeutung, aber genauso wenn ich die Welt ablehne.

Es geht meiner Meinung nach aber um das Loslassen der Welt, als ein anderes Wort für Überwindung.
Und das findet gemäß der Buddhalehre wie ich sie gerade verstehe durch das Überwinden, Loslassen von den 3 Geitesgiften/ unheilsamen Wurzeln statt. Also Überwindung von Gier, Hass und Verblendung in Bezug auf alle Phänomene, alles was man sich vorstellen kann.

Und diese Art der Überwindung der Welt ist nicht einfach. Der Mensch neigt meiner Meinung nach zu Extremen. Manche mehr, manche weniger stark, aber die Extreme sind immer vorhanden. Man kann es auch Polarität oder Dualität nennen.

Die einen lehnen die Welt ab und werden Mönch und die anderen begehren die Welt und stürzen sich hinein. Beide Extreme sind zu vermeiden und stattdessen ist der mittlere Weg zu gehen.

Und im Vermeiden dieser Extreme, was bei den meisten nicht von heute auf morgen geht, verabschiedet sich auch immer mehr die Identifikation mit der Welt aber auch die Identifikation mit sich als eine feste Person.

Und dann kann man weder sagen, dass da jemand da ist, man kann aber auch nicht sagen, dass da niemand wäre. Es ist jenseits aller Begriffe und des begrifflichen Denkens. Und damit wäre aber auch die Welt überwunden, denn die Welt und das Ich besteht nur aus Denken und Begriffen. Wenn das wegfällt löst sich auch das Ich auf und damit auch die Welt.

Was dannach ist, ob etwas dannach ist, kann man nicht sagen, denn es wäre auch nur ein Begriff. Und ich weiß es auch nicht was dann ist und ob etwas ist.

Das heißt aber nicht, dass man nur mit Denken aufhören muß, das kann jemand der nicht vollkommen Erwacht ist nicht dauerhaft, höchstens zeitweise. Deswegen gibt es den edlen achtfachen Pfad und die Übung muß den gesamten Menschen erfassen. Nicht nur das Denken sondern auch das Fühlen, die existenziellen Ängste und was es noch alles gibt.

Und jeder kann für sich entscheiden ob er diesen Weg besser als Mönch oder besser als Haushälter gehen will.

Aber das ist alles nur eine Vermutung und nur meine Meinung.

Glaubt mir nicht.

Aber vielleicht wurde so etwas deutlicher was ich mit Weltüberwindung meine.

Liebe Grüße
Raphy hat geschrieben:
Die einen lehnen die Welt ab und werden Mönch und die anderen begehren die Welt und stürzen sich hinein.

Verzeih, da hast Du das "Mönchsein" falsch verstanden, glaube ich.
Denn sich ordinieren zu lassen bedeutet NICHT, der Welt zu entfliehen.

_()_

Ansonsten :like:
Raphy hat geschrieben:
Ablehnung und Gier nach der Welt:... Denn beides würde der Welt eine Bedeutung zumessen...

Die Welt hat eine Bedeutung aus der einen Sicht und Keine aus der anderen Sicht, aber beides trifft gleichzeitig zu. Wenn die Welt überheupt keine Bedeutung hätte gäbe es eigentlich keinen Grund da mitten drin rum zu laufen - also doch wieder ein Säurebad :)

Raphy hat geschrieben:
...Das heißt aber nicht, dass man nur mit Denken aufhören muß, das kann jemand der nicht vollkommen Erwacht ist nicht dauerhaft, höchstens zeitweise...

Mit dem Denken aufhören bedeutet dumm zu werden. Es geht mMN eher darum nur da zu denken, wo es angebracht ist und nicht da, wo es z.B. nur dazu dient am Ego zu feilen.

Raphy hat geschrieben:
...Und jeder kann für sich entscheiden ob er diesen Weg besser als Mönch oder besser als Haushälter gehen will...

wieso soll man sich ausgerechnet da auf ein Extrem festlegen müssen und falls ja muss diese Entscheidung auch nicht endgültig, sondern kann vorläufig sein. Da gibt es ja auch eine riesige Grauzone die flexibel sein kann oder sich gar sekündlich ändern kann.

Ansonsten fand ich das aber schön ausgewogen was Du geschrieben hast.

Mir braucht man aber auch nichts glauben :D
jianwang hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Die einen lehnen die Welt ab und werden Mönch und die anderen begehren die Welt und stürzen sich hinein.

Verzeih, da hast Du das "Mönchsein" falsch verstanden, glaube ich.
Denn sich ordinieren zu lassen bedeutet NICHT, der Welt zu entfliehen.

_()_

Ansonsten :like:


Hallo lieber jianwang.

Ich denke es gibt mehrere Arten von Mönchen. Die einen verstehen Mönchsein eher als Flucht.
Und die anderen sehen es einfach als die für sie beste Lebensform in der sie Erwachen realisieren können.

Vielleicht gibt es noch andere Arten von Mönchen.

Wobei manchmal auch eine Flucht gut sein kann, wenn man überfordert ist und sonst vielleicht unheilsame Dinge tun würde. Aber als Dauerlösung ist Flucht nicht gut, denke ich.

Trotzdem kann ich nicht darüber urteilen wann ein Mensch genug geflüchtet ist und sich jetzt gefälligst der harten Realität zu stellen hat. Oder in welchem Maß er sich dem Leid zu stellen hat. Das ist alles sehr individuell, denke ich.

Am Ende schrieb ich auch, dass man den Weg gehen kann als Mönch oder Haushälter. Das würde dann eher denjenigen entsprechen die es einfach als hilfreiche oder beste Lebensform für sich ansehen um Dukkha zu beenden.

Wobei in deinem Zitat meiner Meinung nach nicht das Wort Flucht ausschlaggebend ist. Denn eine Flucht kann manchmal auch vernünftig sein. Wenn man zum Beispiel aus einem Kriegsgebiet flüchtet.

Mir ging es um Ablehnung gegenüber der Welt als Motivation des Mönchseins. Und diese Motivation haben vielleicht einige, so scheint es mir manchmal. Und da ja Ablehnung, Hass und Nicht-Haben-Wollen ein Geistesgift ist kann diese Form der Weltüberwindung, die die Welt ablehnt, nicht richtig sein. Meiner Meinung nach.

Trotzdem pendeln die meisten Menschen immer mehr oder weniger zwischen den Extremen und werden deshalb zwangsläufig entweder die Welt begehren oder sie ablehnen. Nur die Intensitäten und die Auswüchse wie sie das tun unterscheiden sich.

Deswegen ist es normal wenn es auch Mönche gibt, die die Welt ablehnen. Da wäre dann für diese die Übung diese Ablehnung der Welt zu durchschauen und zu erkennen ob Ablehnung der Welt wirklich von Buddha gemeint war. Und wie sie das ändern könnten, wenn sie so etwas bei sich feststellen.

Aber nur meine Meinung. :)

Liebe Grüße
Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Ablehnung und Gier nach der Welt:... Denn beides würde der Welt eine Bedeutung zumessen...

Die Welt hat eine Bedeutung aus der einen Sicht und Keine aus der anderen Sicht, aber beides trifft gleichzeitig zu. Wenn die Welt überheupt keine Bedeutung hätte gäbe es eigentlich keinen Grund da mitten drin rum zu laufen - also doch wieder ein Säurebad :)


Es gibt auch keinen Grund da mitten rum zu laufen. Aber es gibt Ursachen warum wir hier rumlaufen. Nach Buddha wie ich ihn verstehe ist mitten in der Welt rum laufen Dukkha, also leidhaft. Aufgrund von Gier nach der Welt laufen wir hier rum. Dieses Dukkha, Leiden läßt sich aber nicht überwinden indem man die Welt ablehnt, sondern indem man sie überwindet, loslässt. Also das Überwinden von Gier, Hass und Verblendung der Welt gegenüber. Säurebad wäre seinen Körper zu verletzen. Und das ist nicht Zielführend und zeugt von Haß oder Ablehnung. Und soll auch keine heilsamen Folgen haben, eher unheilsame.


Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
...Das heißt aber nicht, dass man nur mit Denken aufhören muß, das kann jemand der nicht vollkommen Erwacht ist nicht dauerhaft, höchstens zeitweise...

Mit dem Denken aufhören bedeutet dumm zu werden. Es geht mMN eher darum nur da zu denken, wo es angebracht ist und nicht da, wo es z.B. nur dazu dient am Ego zu feilen.


Sehe ich auch so. :)

Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
...Und jeder kann für sich entscheiden ob er diesen Weg besser als Mönch oder besser als Haushälter gehen will...

wieso soll man sich ausgerechnet da auf ein Extrem festlegen müssen und falls ja muss diese Entscheidung auch nicht endgültig, sondern kann vorläufig sein. Da gibt es ja auch eine riesige Grauzone die flexibel sein kann oder sich gar sekündlich ändern kann.

Ansonsten fand ich das aber schön ausgewogen was Du geschrieben hast.

Mir braucht man aber auch nichts glauben :D


Sehe ich auch so, man muß sich nicht festlegen. Nur wenn man sich festlegen möchte oder es als sinnvoll erachtet.

Liebe Grüße
Manchmal ist es im Moment sinnvoll - manchmal nach Jahren ist es nicht mehr so ...
jianwang hat geschrieben:
Manchmal ist es im Moment sinnvoll - manchmal nach Jahren ist es nicht mehr so ...


Ja. :)

Liebe Grüße
Raphy hat geschrieben:
Es gibt auch keinen Grund da mitten rum zu laufen. Aber es gibt Ursachen warum wir hier rumlaufen. Nach Buddha wie ich ihn verstehe ist mitten in der Welt rum laufen Dukkha, also leidhaft. Aufgrund von Gier nach der Welt laufen wir hier rum. Dieses Dukkha, Leiden läßt sich aber nicht überwinden indem man die Welt ablehnt, sondern indem man sie überwindet, loslässt. Also das Überwinden von Gier, Hass und Verblendung der Welt gegenüber. Säurebad wäre seinen Körper zu verletzen. Und das ist nicht Zielführend und zeugt von Haß oder Ablehnung. Und soll auch keine heilsamen Folgen haben, eher unheilsame.

so hab ichs nicht gemeint... ich glaube wir sind da eigentlich auch ziemlich einer Meinung.
Holzklotz hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
Es gibt auch keinen Grund da mitten rum zu laufen. Aber es gibt Ursachen warum wir hier rumlaufen. Nach Buddha wie ich ihn verstehe ist mitten in der Welt rum laufen Dukkha, also leidhaft. Aufgrund von Gier nach der Welt laufen wir hier rum. Dieses Dukkha, Leiden läßt sich aber nicht überwinden indem man die Welt ablehnt, sondern indem man sie überwindet, loslässt. Also das Überwinden von Gier, Hass und Verblendung der Welt gegenüber. Säurebad wäre seinen Körper zu verletzen. Und das ist nicht Zielführend und zeugt von Haß oder Ablehnung. Und soll auch keine heilsamen Folgen haben, eher unheilsame.

so hab ichs nicht gemeint... ich glaube wir sind da eigentlich auch ziemlich einer Meinung.


Schön. :)

Liebe Grüße
von Raphy » 01.08.2017, 15:49 hat geschrieben:

...

Raphy hat geschrieben:
...Das heißt aber nicht, dass man nur mit Denken aufhören muß, das kann jemand der nicht vollkommen Erwacht ist nicht dauerhaft, höchstens zeitweise...

Mit dem Denken aufhören bedeutet dumm zu werden. Es geht mMN eher darum nur da zu denken, wo es angebracht ist und nicht da, wo es z.B. nur dazu dient am Ego zu feilen.

...



Als Anmerkung noch: Das Denken kann auch in der Meditation zeitweise zur Ruhe kommen oder wenigstens ruhiger werden. Das wäre dann aus meiner Sicht eine heilsame Sache. Nichtdenken muß also keineswegs immer dumm machen. Im Gegenteil. Gerade wenn man dem denkenden Geist die Ruhe gibt die angemessen ist, kann er auch gut funktionieren. Ich habe es schon oft erlebt, dass gerade nach einer ruhigen Meditation wo wenig Denken war, mein Geist frischer, tiefer und leistungsfähiger war.

Es gibt ja auch im Alltag sogenannte "Flow-Erfahrungen" wo das Denken in den Hintergrund tritt und alles einfach zu fließen scheint.

Trotzdem hast du natürlich auch Recht. Wohl alles eine Frage des richtigen Maßes.

Liebe Grüße
Beim Meditieren gibt es ja keinen Grund zu denken. Da gibt es ja nichts zu tun und man darf sich sicher sein, dass es hier nicht benötigt wird. Dumm würde es nur machen, wenn man sich in Alltagssituationen, die Denken erfordern weigert, weil man doch lieber vor allem seine Ruhe haben möchte.
Ich meine auch, dass diese Denkpausen gut fürs klare denken sind.

Da Du das mit dem Flow erwähnt hast:
Bei der Frauen-Fußball EM hat man finde ich auch gesehen, dass hier Denken war wo es nicht dran war. Man kann im Vorfeld viel über die Taktik eines Fußballspiels nachdenken und das ist auch gut, aber wenns ans Tore schießen geht muss man einfach drauf halten. Wenn da noch der Kopf am Werk ist wirds einfach nichts.
Beim Skispringen finde ich es noch krasser. Da springt einer wochenlang als hätte er die Physik überlistet und plötzlich ist der Ofen wieder aus und egal was man sich für Gedanken über die "Fehler" macht - es wird nicht besser - erst wenn man den Sprung wieder vertrauensvoll geschehen lassen kann ohne den Kopf einzuschalten. Bis man aber die Grundtechnik mal drauf hat ist bestimmt einiges an Denken erforderlich.
Holzklotz hat geschrieben:
Beim Meditieren gibt es ja keinen Grund zu denken. Da gibt es ja nichts zu tun und man darf sich sicher sein, dass es hier nicht benötigt wird. Dumm würde es nur machen, wenn man sich in Alltagssituationen, die Denken erfordern weigert, weil man doch lieber vor allem seine Ruhe haben möchte.
Ich meine auch, dass diese Denkpausen gut fürs klare denken sind.

Da Du das mit dem Flow erwähnt hast:
Bei der Frauen-Fußball EM hat man finde ich auch gesehen, dass hier Denken war wo es nicht dran war. Man kann im Vorfeld viel über die Taktik eines Fußballspiels nachdenken und das ist auch gut, aber wenns ans Tore schießen geht muss man einfach drauf halten. Wenn da noch der Kopf am Werk ist wirds einfach nichts.
Beim Skispringen finde ich es noch krasser. Da springt einer wochenlang als hätte er die Physik überlistet und plötzlich ist der Ofen wieder aus und egal was man sich für Gedanken über die "Fehler" macht - es wird nicht besser - erst wenn man den Sprung wieder vertrauensvoll geschehen lassen kann ohne den Kopf einzuschalten. Bis man aber die Grundtechnik mal drauf hat ist bestimmt einiges an Denken erforderlich.


Schöner Beitrag. :) :like:

Liebe Grüße
Und wieder das (übliche) Fehlverstehen aus Sprachbarrieren her.

Meditation bedeutet NICHT, das Denken zu unterdrücken. Keine Anstrengung, um Gedanken zu vertreiben.
Und das der Geist ruhig wird, tötet nicht das Denken.
Besser als "Nicht-Denken" denken lässt es sich für mich nicht ausdrücken.
jianwang hat geschrieben:
Und wieder das (übliche) Fehlverstehen aus Sprachbarrieren her.

Meditation bedeutet NICHT, das Denken zu unterdrücken. Keine Anstrengung, um Gedanken zu vertreiben.
Und das der Geist ruhig wird, tötet nicht das Denken.
Besser als "Nicht-Denken" denken lässt es sich für mich nicht ausdrücken.


Hallo lieber jianwang.

Das ist auch nur eine von vielen Meinungen.

Aber im Allgemeinen ist es schon besser das Denken nicht zu unterdrücken, sondern es lieber zur Ruhe kommen zu lassen, wenn es zur Ruhe kommen will. Da gebe ich dir Recht. Gerade auch für Anfänger in der Meditation, denke ich.

Ist ja auch die Frage was man unter unterdrücken versteht. Wenn die Folgen destruktiv oder unheilsam sind, sollte natürlich nicht unterdrückt werden.

Ich ignoriere ab einem bestimmten Punkt gerne mal viele meiner Gedanken, weil das Meiste einfach Blödsinn ist. Wenn ich ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenke, fange ich an ihnen zu glauben.

So wie ich, wenn ich auf der Straße bin und meine Aufmerksamkeit bei mir halte, nicht jedem Objekt das in meinen Sinnesberreich kommt nachjage. Da würde ich wahrscheinlich auch durchdrehen, wenn ich nicht die Fähigkeit hätte zu entscheiden worauf ich meine Aufmerksamkeit richte.

Und ich arbeite durchaus auch manchmal mit Anstrengung um Gedanken zu vertreiben. Aber wie gesagt Anfänger sollten das vielleicht nicht tun.

Und gewaltsame Unterdrückung ist natürlich nie anzustreben und sollte vielleicht nur im äußersten Notfall angewendet werden.

Gerade wenn man sowieso jemand ist der sich schwer entspannen kann und dann noch die Spannung hinzukommt mit den Gedanken etwas tun zu müssen, ist es besser nichts mit den Gedanken zu tun.

Oder wenn jemand als Ausgleich zu seinem stressigen Alltag meditiert, ist Nichtstun vielleicht auch das Beste.

Es kommt denke ich auch auf die grundsätzliche Einstellung an ob man zum Beispiel einfach nur sitzt oder ob man meditiert um Stromeintritt oder eine andere Heiligkeitsstufe zu erreichen. Die Traditionen scheinen da manchmal unterschiedliche Ansätze zu haben. Was ja gut ist, denn so kann jeder das praktizieren oder Nicht-Praktizieren was ihm am ehesten zusagt.

Hier mal eine Lehrrede die sich mit der Stillung störender Gedanken beschäftigt. Und schon allein zu sagen, dass es störende Gedanken gibt wiederspricht vielleicht der Tradition in der du praktizierst jianwang oder auch deinen Erfahrungen.

http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m020z.html - Majjhima Nikāya 20 - Die Stillung störender Gedanken - Vitakkasanthāna Sutta

Und auch hier gibt es am Schluß eine Methode die man als gewaltsames Unterdrücken bezeichnen könnte. Die sollte aber wohl nur angewendet werden, wenn es garnicht anders geht.

Der Übersetzer Ajahn Mettiko Bhikkhu schreibt dazu in Fußnote 5:

[7] Bei dieser letzten Notmaßnahme kommen "Brechstangenmethoden", gekoppelt mit erhöhtem Energieaufwand, zum Einsatz. Die Brechstange kann zum Beispiel konsequentes geistiges Etikettieren mit aufgedrehtem innerem Lautstärkeregler sein, oder die Anwendung von mantra-ähnlichen parikamma- oder Meditationsworten.


Aber wie gesagt gerade für Anfänger nicht zu empfehlen. Und alles auf eigene Verantwortung. Ich denke es ist gut erst zu lernen gut auf sich und seinen Körper zu hören bevor man sich an solche Methoden wagt. Oder man hat einen guten Meditationslehrer. Was wahrscheinlich sowieso immer zu empfehlen ist.

Also grundsätzlich gebe ich dir schon Recht, aber es gibt meiner Meinung nach auch Ausnahmen.
Die Menschen sind unterschiedlich.

Gewaltsames ist trotzdem immer möglichst zu vermeiden, denke ich. In allen Bereichen des Lebens.

Aber nur meine Meinung und Erfahrung.

Danke für deinen Beitrag.

Liebe Grüße
Ich habe gefehlt in der Wortwahl.
Denn ich meinte shikantaza

_()_
Ich fand deinen Beitrag trotzdem gut.
Hat er doch einen wichtigen Aspekt erwähnt.

Liebe Grüße
Ich weiß nicht ob es zu Thema gehört, aber irgendwie wurde ich beim Lesen auf diesen Punkt gebracht:

Die letzte und größte Illusion, die wir bei der Übung haben - selbst wenn wir sie noch so sehr perfektionieren und uns alles genau anschauen, ist, dass wir glauben, sie könnte uns in das verwandeln, was wir schon immer ganz tief in uns drinnen sein wollten. Gerade in den Anfängen eines solchen Weges sieht es ja auch danach aus, als ob das klappen könnte, aber irgendwann merkt man, dass die Übung einen (nur) mit dem versöhnt was man ist und was die Welt ist.

Die Übung bringt uns nicht in ein gelobtes Land jenseits der längst bekannten und profanen Welt. Die Übung verringert nicht die Anzahl der Deppen und sie macht aus uns keinen Heiligen. Die Übung kann uns nicht vor Krebs, Demenz oder Fußpilz bewahren.
Es wäre eigentlich schon immer alles in Ordnung gewesen, wenn wir uns nicht dagegegn gewehrt hätten was ist.
Wir überwinden die Welt, indem wir darin versinken ohne zu strampeln.
@Holzklotz

_()_ *verneigt sich leicht

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