Umtausch von Familienmitgliedern

Moderator: void

Wie heißt es so schön? Freunde kann man sich aussuchen, die Familie hat man.
Es ist schon erstaunlich: Manchmal wünschte ich mir die Freundin oder den Freund als Schwester oder Bruder, weil ich mich mit ihr oder mit ihm wesentlich verbundener fühle wie mit dem leiblichen Bruder. Am liebsten würde ich ihn heimlich umtauschen und dafür eine liebevolle Schwester
gewinnen! :) Da gibt es, außer das gemeinsame Hobby, Fußball so gut wie keine Gemeinsamkeiten!
Was bleibt? Am besten ich ignoriere den leiblichen Bruder und erfreue mich über die geschwisterähnlichen Beziehungen, die das Leben so mit sich bringt und die tiefer gehen wie manche verwandtschaftliche Beziehung.....
LOL...

Ich habe mir einmal erlaubt, halbwegs ähnliche Gedanken im Forum zu äußern und bin danach fürchterlich verprügelt worden :mrgreen: 8)

Also - Bill Gates - wenn Du dies lesen solltest! Du darfst mich immer noch adoptieren :mrgreen:

Scherz beiseite. Ich meine, Deine Ideen treffen Vorstellungen des Buddha viel besser als unsere heutigen (gesetzlich festgeschriebenen) sozialen Richtlinien.
Hat meiner Erfahrung nach mit Erwartungshaltung innerhalb der normalerweise kleinen Familie zu tun.
Eine Familie mit 1000 Brüdern und Schwestern würde schon welche haben, mit denen man "kann".

fotost hat geschrieben:
Ich meine, Deine Ideen treffen Vorstellungen des Buddha viel besser als unsere heutigen (gesetzlich festgeschriebenen) sozialen Richtlinien.

Oops :shock: ... was hat der Buddha mit meiner Schwester zu tun?

_()_
Das Blut dicker als Wasser ist ist ja noch erträglich, doch das es so klebrig ist macht schon Bedenklich.
jianwang hat geschrieben:
Hat meiner Erfahrung nach mit Erwartungshaltung innerhalb der normalerweise kleinen Familie zu tun.


Unsere Familie ist sehr KLEIN und die Erwartungshaltung sehr hoch!

fotost hat geschrieben:
Ich habe mir einmal erlaubt, halbwegs ähnliche Gedanken im Forum zu äußern und bin danach fürchterlich verprügelt worden


Kannst Du den Thread noch finden?
Ich bin weit weg von meiner Familie - und wenn ich mal jemanden davon treffe, tut es sehr gut. Wir sind alle sehr verschieden, haben aber alle die gleiche Eigenart uns sehr engagiert zu unterhalten.
Wenn ich selten mal jemanden von denen treffe (oder auch uralte Freunde, die einen noch als Kind kannten), merke ich, wie es mir fehlt mit Leuten zu tun zu haben, die mich schon lange kennen.

Aber in unserere Familie ist auch überhaupt kein Anspruch zusammenzuhalten. Alle wohnen woanders und prokeln an ihrem eigenen Ding. Letztes Jahr soll sogar mein jüngster Bruder an Krebs gestorben sein, in Norwegen. Wir wurden leidlich informiert mittels einer spärlichen Email an ein einzelnes Familienmitglied - und zwar 10 Tage nach seinem (angeblichen?) Tod. Die Beerdigung hätte schon stattgefunden. Also konnten wir nicht mehr hinfahren. Und Ciao.
Ich kann's bis heute nicht ganz glauben. Vielleicht ist dies nur eines seiner Untertauchmanöver gewesen, die früher schon zweimal stattgefunden hatten. :|

Jedenfalls so oder so ziemlich traurig.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Wie heißt es so schön? Freunde kann man sich aussuchen, die Familie hat man.
Es ist schon erstaunlich: Manchmal wünschte ich mir die Freundin oder den Freund als Schwester oder Bruder, weil ich mich mit ihr oder mit ihm wesentlich verbundener fühle wie mit dem leiblichen Bruder. Am liebsten würde ich ihn heimlich umtauschen und dafür eine liebevolle Schwester
gewinnen! :) Da gibt es, außer das gemeinsame Hobby, Fußball so gut wie keine Gemeinsamkeiten!
Was bleibt? Am besten ich ignoriere den leiblichen Bruder und erfreue mich über die geschwisterähnlichen Beziehungen, die das Leben so mit sich bringt und die tiefer gehen wie manche verwandtschaftliche Beziehung.....


Geschwister werden einem nicht auf den Leib geschrieben. Man bekommt sie. Und den Rest der Menschheit auch. So wie Du auch für niemanden speziell entworfen worden bist und sicher nicht möchtest, wenn sie die Menschheit darüber beklagen würde, dass Du so bist wie Du bist und nicht anders.

Wo steht es drin, dass man mit seinen Geschwistern ein Verhältnis haben muss, wo man Interessen teilt, Vorlieben und Vorstellungen? Jeder Jeck ist anders. Diese Haltung kann man ganz prima einüben, wenn die engsten Verwandten anders sind als man sie sich vorstellt. Man kann nämlich in den meisten Fällen trotzdem liebevoll verbunden sein und miteinander auskommen. Zumindest eine gemeinsame Geschichte, und zwar eine sehr wichtige, teilt man miteinander. Und man kann sein Interesse an der Person zeigen, auch wenn sie ganz andere Interessen hat als man selbst. Stell Dir vor, wie es wäre, wenn alle Menschen auf der Welt verrückt nach dem Timmendorfer Strand wären? (Außer mir, ich hätte dann den Rest der Welt für mich alleine :D )

Manchmal denkt man, man hätte keine Gemeinsamkeiten, weil der ANDERE kein Interesse an den eigenen Interessen hat. Und weil der genauso denkt, interessiert sich dann keiner für den Anderen. Selbstlose Liebe zeigt aber Interesse, ohne dass man von anderen Interesse erwartet. Nur weil keine gemeinsamen Interessen im oberflächlichen Sinn da sind, heißt es nicht, dass man keine gemeinsamen Interessen hat. Denn wir alle haben gemeinsame Interessen.
Außerdem kann es recht spannend sein, den Anderen in seiner eigenen Welt zu erkunden. Einfach nur so, aus Interesse am Anderen, nicht aus Interesse an der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse.

Es spricht für mich auch nichts dagegen, die gute Freundin wie eine Schwester zu lieben. Das macht die Familie noch größer.
Ich finde es bewunderswert dass andere sich davon lösen können (das meine ich wirklich so), aber ich bekomme mein Pflichtgefühl nich weg. Es is wahrscheinlich ne sehr archaische Einstellung. Aber auch aus rein egoistischen Gründen nicht, weil ich denke, dass diese zwischenmenschliche Beziehung einmalig ist und sie sich niewieder wiederholen wird. Irgendwann sterbe ich und es bleibt eh nix übrig, also sogesehen kann ich diese Beziehung haben oder nicht, aber einen Ersatz dafür gibt es nicht und keinen zweiten Versuch. Manchmal denke ich, dass einzelne Personen die Hölle sind, aber dann denke ich, dass ich mich anstelle wie n Kleinkind.

Ich will nicht sagen, dass sich andere wie Kleinkinder anstellen (bitte nicht falsch verstehen), sondern ich denke nur laut, wie das bei mir is.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Man kann nämlich in den meisten Fällen trotzdem liebevoll verbunden sein und miteinander auskommen


Das fällt mir zu Zeit sehr schwer. Natürlich lasse ich sie nicht in meinen Wünschen fallen, denn sonst würde ich das Bodhisattva Gelübde verletzen, aber der Egoismus, der von Teilen meiner Familie manchmal rücksichtslos in mein Leben plätschert (und wieder vergeht) ist manchmal befremdlich. Dabei sind das noch nicht mal wichtige Dinge, wie: Mein Bruder und ich müssten eigentlich mal über die Patientenverfügung meiner Eltern reden, eher banale Dinge. Diese banalen Dinge können manchmal aber auch künstlich aufgebauscht werden, so dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird...

Losang Lamo hat geschrieben:
Wenn ich selten mal jemanden von denen treffe (oder auch uralte Freunde, die einen noch als Kind kannten), merke ich, wie es mir fehlt mit Leuten zu tun zu haben, die mich schon lange kennen.


Freu Dich, dass du solche Leute hast! Meine älteste Freundin kenne ich aus einem Rhodos Urlaub aus dem Jahre 1987. Ist das schon eine uralte Freundschaft? Heutzutage vielleicht!
Spock hat geschrieben:
Ich finde es bewunderswert dass andere sich davon lösen können (das meine ich wirklich so), aber ich bekomme mein Pflichtgefühl nich weg


Hm. Hat das was mit Pflichtgefühl zu tun?
Durch meine Eltern bin ich automatisch auch mit der Familie meines Bruders verbunden.
Durch meine Frau habe ich eine Verbindung zu den Familien ihrer Brüder.
Abhängiges Entstehen, also...
Ehrlich gesagt nenne ich es nur ¨Pflichtgefühl¨, weil ich noch nicht herausgefunden habe, was das richtige Wort dafür is. Wobei es vllt auch keinen grossen Unterschied macht.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Meine älteste Freundin kenne ich aus einem Rhodos Urlaub aus dem Jahre 1987. Ist das schon eine uralte Freundschaft? Heutzutage vielleicht!

Wow. Da war ich 3Jahre alt. Ich wünsch euch, dass ihr mindestens nochmal solange befreundet seid.
:heart: süße Jugend ... mein Abi Jahrgang.


Same here: Pflichtgefühl und kostet mich zur Zeit noch Überwindung bei Eltern und Schwester. Kusinen hab ich tolle, auch schon was...
Sherab Yönten hat geschrieben:
Spock hat geschrieben:
Ich finde es bewunderswert dass andere sich davon lösen können (das meine ich wirklich so), aber ich bekomme mein Pflichtgefühl nich weg


Hm. Hat das was mit Pflichtgefühl zu tun?
Durch meine Eltern bin ich automatisch auch mit der Familie meines Bruders verbunden.
Durch meine Frau habe ich eine Verbindung zu den Familien ihrer Brüder.
Abhängiges Entstehen, also...


Abhängiges Entstehen.. Gut. Gehört es nicht zum buddhistischen Kontext, den Zusammenhang des abhängigen (bedingten) Entstehens zu hinterfragen?

Ich hoffe, daß die Familienmitglieder der Brüder deiner Frau angenehme Menschen sind!
Was hat das mit Familie zu tun? Ich hoffe, daß alle Menschen im Umgang angenehm sind, auch wenn meine Erfahrung mir sagt, daß dies nicht stimmt :wink:
fotost hat geschrieben:
Gehört es nicht zum buddhistischen Kontext, den Zusammenhang des abhängigen (bedingten) Entstehens zu hinterfragen?


Ich fürchte, die Beantwortung dieser Frage ist von Tradition zu Tradition unterschiedlich :wink:
Ich kann mich noch gut an die negativen Emotionen erinnern, die ich vor 30/40 Jahren meiner Familie gegenüber hatte.
Mein Vater ist seit 1977 tot, meine Mutter seit 1982. Mein ältester Bruder starb 2002, meine Schwester (94) letztes Jahr.
Ich habe jetzt noch einen Bruder (75), den ich heute, obwohl wir mal 20 Jahre keinen Kontakt hatten, sehr gern habe, ganz ohne wenn und aber.
Mein Genervtsein von damals sehe ich zwar mit verzeihenden Augen, aber mein Herz tut weh. Über was viele als junge und jüngere Menschen genervt sind, weil ja ihr eigenes Leben so unglaublich wichtig ist, darüber bin ich heute wirklich erstaunt und betroffen. Denn, wenn alle verschwunden sind und man selbst ein bestimmtes Alter erreicht hat, sieht alles anders aus, vor allem unter dem Aspekt der buddhistischen Achtsamkeit.
_()_
Mein Herz tut nicht mehr weh seit der Zeit des Abschiedes, des Aufgeben von Herzschmerz. Und für mich erkennbar ist das ich nichts mehr von meiner Familie weiss und das ist gut so, erspart mir Mitleiden. Ich habe alles verziehen doch nichts vergessen. Nichts! Weder das Gute noch das Schlechte, alles verziehen, sowohl das Gute als auch das Schlechte.
Monikadie4. hat geschrieben:
Ich kann mich noch gut an die negativen Emotionen erinnern, die ich vor 30/40 Jahren meiner Familie gegenüber hatte.
Mein Vater ist seit 1977 tot, meine Mutter seit 1982. Mein ältester Bruder starb 2002, meine Schwester (94) letztes Jahr.
Ich habe jetzt noch einen Bruder (75), den ich heute, obwohl wir mal 20 Jahre keinen Kontakt hatten, sehr gern habe, ganz ohne wenn und aber.
Mein Genervtsein von damals sehe ich zwar mit verzeihenden Augen, aber mein Herz tut weh. Über was viele als junge und jüngere Menschen genervt sind, weil ja ihr eigenes Leben so unglaublich wichtig ist, darüber bin ich heute wirklich erstaunt und betroffen. Denn, wenn alle verschwunden sind und man selbst ein bestimmtes Alter erreicht hat, sieht alles anders aus, vor allem unter dem Aspekt der buddhistischen Achtsamkeit.
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Das Abschiednehmen beginnt nicht mit dem Sterbeprozess. Auch schon davor. Wenn Dinge sich ändern muss man sich verabschieden. Z.B. auch von der Vorstellung, dass Familie immer so etwas wie Harmonie bedeutet hat. Dirsharmonien tun weh und verursachen Leid. Manchmal ist es besser, gar nicht so viel zu reden oder zu schreiben :wink:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Manchmal ist es besser, gar nicht so viel zu reden oder zu schreiben :wink:


Ich nehme an, Du meinst Dich. 8)
Monikadie4. hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Manchmal ist es besser, gar nicht so viel zu reden oder zu schreiben :wink:


Ich nehme an, Du meinst Dich. 8)


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