Es gibt kein Leben in der Gegenwart

Moderator: void

Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt.
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.
Ich stelle hier die Behauptung auf, daß es nur ein Leben in der Gegenwart gibt :kiss:

Leben in der Vergangenheit ist Depression
Leben in der Zukunft ist Phobie :mrgreen:

Achtsamkeit bezieht sich nur auf den Augenblick. Rechtes Leben kann/sollte Elemente des Denkens an die Zukunft enthalten. Vorsorge für das Alter, Sicherung der Gesellschaft vor möglichen unvorhersehbaren Nöten.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.


Man kann die Gegenwart nicht erfahren. Man kann nur Dinge erfahren (erleben) und die sind nur in der Gegenwart erfahrbar.
Tychiades hat geschrieben:
Man kann die Gegenwart nicht erfahren. Man kann nur Dinge erfahren (erleben) und die sind nur in der Gegenwart erfahrbar.


:like:
Vollkommen richtig. Denn sowohl "Leben" als auch "Gegenwart" und "Gibt es nicht" sind Vorstellungen Phantasien des Geistes. Was es gibt ist Sein in DER Zeit des Sein. Wobei :? :x sind ja auch nur Phantasien die ich glaube das jemand außer mir die versteht.
Bin gerade auf Tauchstation gegangen und ......Nichts.....
Ach lasst mich doch in Ruhe!!! Nein! Ich bin es ja der Jetzt keine Ruhe gewählt hat, obwohl :? sitz hier ganz ruhig. :) :mrgreen: :D
Was heißt es aber "Dinge" erfahren? Im Grunde gibt es weder Erfahrung noch Dinge ......
warum also, sollte man aus diesem Nichts Etwas machen? Macht es sich nicht von selbst?
fotost hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, daß es nur ein Leben in der Gegenwart gibt

+1. Die Vergangenheit ruht. Die Zukunft ruht.
Es ist nun mal da was jetzt da ist, auch Gedanken an Zukunft und Vergangenheit, oder Gedanken darüber, dass im Grunde nichts da ist.
mukti hat geschrieben:
Es ist nun mal da was jetzt da ist, auch Gedanken an Zukunft und Vergangenheit, oder Gedanken darüber, dass im Grunde nichts da ist.


Sehe ich auch so...
...
und
Man kann sich bewusst sein, dass die Gegenwart leer ist bzw. bedingt entsteht..dadurch wird sie bewußt erfahrbar ohne greifbar zu sein.... Man kann den Strom "befahren"..
oder man strampelt eben
dagegen an, versucht sich an den Wellen festzuhalten, dann wird man aber ne Menge Wasser schlucken.
... wachse von einem Augenblick in den nächsten hinein ...

... stirb in diesem Augenblick und wende Dich im nächsten Augenblick Deinem Leben wieder zu ...

_()_
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt.
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.


Genau, denn "erfahren" bedeutet, Gedanken an eben Gewesenes zu haben. Die Erfahrung selbst ist leer.
Vor etwas Angst zu haben und es dann wirklich zu "erleben" sind zwei verschiedene Dinge. Im Moment des "Er-Lebens" gibt es keine Erfahrung, üblicherweise auch kein Leiden, keinen Schmerz. Also gibt es kein Leben in der Gegenwart.
_()_ Monika
Wirklich in der Gegenwart leben kann nur ein Erleuchteter. Natürlich gibt es ein Leben in der Gegenwart, Natürlich gibt es Menschen die erleuchtet sind. Jeder hat das Erleuchtungspotential in sich. Für manche Menschen ist der Versuch Erleuchtung zu erfahren vergeblich. Für andere dagegen nicht. Es kommt darauf an wie ernsthaft man den Weg geht. Und ob man den persönlich richtigen Weg gefunden hat, die richtigen Techniken praktiziert, einen erleuchteten Meister hat, der einem hilft. Dann ist Erleuchtung nur eine Frage der Zeit. Dann löst sich irgendwann die Zeit auf. Obwohl es gleichzeitig immer noch die Ebene der Zeit gibt. Und diese Ebene ist wichtig für alle Nichterleuchteten. Man sollte in der Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig leben. Wer keine Ziele in der Zukunft hat, lebt ohne Hoffnung. Die Hoffnung gibt uns Kraft unsere Ziele zu erreichen und schwere Zeiten zu durchstehen. Das beste Ziel ist ein Buddha zu werden und eine glückliche Welt aufzubauen. Eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks. Wir müssen dazu aber gleichzeitig in der Vergangenheit leben, aus der Vergangenheit lernen, damit wir die alten Dummheiten nicht wiederholen. Eine Dummheit war der Nationalsozialismus. Eine Dummheit sind die vielen Kriege auf der Welt. Eine Dummheit ist es das äußere Glück in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Eine Dummheit ist es nicht spirituell zu leben. Dann werden wir glücklich, gelangen zur Erleuchtung und können die Gegenwart genießen. Wir erfahren das Geheimnis von entspanntem Sein, Einheitsbewusstsein und Glückseligkeit. Das ist die Essenz des Yoga und des Buddhismus, Mögen wir alle mit Verstand leben und glücklich sein.
Monikadie4. hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt.
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.


Genau, denn "erfahren" bedeutet, Gedanken an eben Gewesenes zu haben. Die Erfahrung selbst ist leer.
Vor etwas Angst zu haben und es dann wirklich zu "erleben" sind zwei verschiedene Dinge. Im Moment des "Er-Lebens" gibt es keine Erfahrung, üblicherweise auch kein Leiden, keinen Schmerz. Also gibt es kein Leben in der Gegenwart.
_()_ Monika


Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher. Wir kriegen das normalerweise nicht mit weil wir in der Zeit leben, als ein Wesen mit Vergangenheit und Zukunft empfinden.
Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher.


Bist Du Dir da sicher? Begründung?
mukti hat geschrieben:
Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher. Wir kriegen das normalerweise nicht mit weil wir in der Zeit leben, als ein Wesen mit Vergangenheit und Zukunft empfinden.


Weil das Ich langsamer ist, als die Wahrnehmung und das kann eben auch als Beleg dafür gelten, dass das Ich durch Gedanken konstruiert ist.
Tychiades hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher. Wir kriegen das normalerweise nicht mit weil wir in der Zeit leben, als ein Wesen mit Vergangenheit und Zukunft empfinden.


Weil das Ich langsamer ist, als die Wahrnehmung und das kann eben auch als Beleg dafür gelten, dass das Ich durch Gedanken konstruiert ist.
Da setzt Buddha den Diamantschneider an. Das hat er erkannt und seine Schüsse daraus gezogen. Die Wahrnehmung mit seinen 6 Sinnen ist sofort und immer in der Zeit. Das objektive, die Sinnesobjekte sind immer in der einen Zeit. Das subjektive, die Dinge des Geistes sind immer die die Zeiten erzeugen, Vorstellungen.

Doris hat recht wenn sie sagt das es kein Leben in der Gegenwart gibt weil Gegenwart schon eine Erfindung des Geistes ist und somit aus DER Zeit ist. Wo sie nicht recht hat ist wenn ich Nur wahrnehme, nur Bewusstsein bin, in jeder Situation, dann ist da auch nicht das durch Vorstellungen verseuchte "Leben", da ist das genauso verseuchte Sein. Dann ist ichbin, Vorsicht auch verseucht.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt. Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.


Hallo Doris,

das sind ja eigentlich zwei Behauptungen.

1. Das berühmte "Hier und Jetzt" ist genau so eine "Illusion" wie Vergangenheit und Zukunft.
2. Wenn die Gegenwart eine "Illusion" ist, dann ist es auch zwecklos, sie erfahren zu wollen.

Was wäre die Konsequenz? Das Anhaften an solchen Illusionen verursacht Leiden. Manche Menschen meinen, das (Anhaften) wäre "Leben" (Daseinskreislauf).

Deshalb spricht man von "Entsagung vom Daseinskreislauf". Denn es macht keinen Sinn, immer wieder in unzähligen Leben Alter, Krankheit und Tod zu erfahren.
Ellviral hat geschrieben:
Tychiades hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher. Wir kriegen das normalerweise nicht mit weil wir in der Zeit leben, als ein Wesen mit Vergangenheit und Zukunft empfinden.


Weil das Ich langsamer ist, als die Wahrnehmung und das kann eben auch als Beleg dafür gelten, dass das Ich durch Gedanken konstruiert ist.
Da setzt Buddha den Diamantschneider an. Das hat er erkannt und seine Schüsse daraus gezogen. Die Wahrnehmung mit seinen 6 Sinnen ist sofort und immer in der Zeit. Das objektive, die Sinnesobjekte sind immer in der einen Zeit. Das subjektive, die Dinge des Geistes sind immer die die Zeiten erzeugen, Vorstellungen.

Doris hat recht wenn sie sagt das es kein Leben in der Gegenwart gibt weil Gegenwart schon eine Erfindung des Geistes ist und somit aus DER Zeit ist. Wo sie nicht recht hat ist wenn ich Nur wahrnehme, nur Bewusstsein bin, in jeder Situation, dann ist da auch nicht das durch Vorstellungen verseuchte "Leben", da ist das genauso verseuchte Sein. Dann ist ichbin, Vorsicht auch verseucht.
Verseucht, gleich siechend, krank machend, wenn nicht dauernd beachtet wird das Worte keine Sinnesobjekte sind! Selbst wenn sie lesbar sind bleiben sie Vorstellungen.

Ich kann als Ichbin nur "Fliegendreck" sehen, oder als Geistwesen Worte erkennen. Der Diamantschneider Trennt Sinnesobjekte und Geistesobjekte. Verblendung ist das nicht beachten der Trennung, Vermischen der Objekte und diese Vermischung als Wahrheit zu bestimmen.
Das Gott existiert ist sichtbar an der "Schönheit" des Baumes.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt.
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.
Richtig, doch es gibt Ichbin-sein.
Ihr steht von der Parkbank auf schon mit dem Gedanken, wo ihr hingehen wollt, fühlt das Aufstehen nicht.

Einer der Alten sagte sinngemäss : ihr esst und denkt dabei schon an die Darmentleerung ;)

Wieso versucht Ihr, mehrere Dinge gleichzeitig zu "denken".
Wenn ich aufstehe erkenne ich: ich stehe auf. Wenn ich esse erkenne ich: ich esse. Wenn ich mich entleere ...

Versteht Ihr?

Dies lernt man beim Zazen, denn da sollte es nur eine "Aktion" geben. Du hörst etwas = eine Aktion. Du denkst (bewusst) darüber nach, was dies für ein Geräusch ist = zweite Aktion. Dies zu überwinden dient shikantaza. Nicht leicht zu überwinden ...

_()_
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich stelle hier die Behauptung auf, dass es kein Leben in der Gegenwart gibt.
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.



Aber die die Gegenwart entsteht aus Karma und wird somit auch erfahren !?
Ob wir wollen oder nicht !
Oder nicht?

LG :sunny:
Die einzige Gegenwart, das Einzige, ist das, was das Unwissen schmecken kann.
Und morgen scheint die Sonne und die Tomaten müssen gegossen werden.
Der Unterschied liegt in der faulenden Tomate, die man ißt.
Hallo Doris,

ich denke, dass die Sinneswahrnemung schon in der Gegenwart geschieht, jedoch die Verarbeitung derer, also das Bewusstwerden erfolgt dann spàter, in der Zukunft also.
Die Achtsamkeit jedoch erlaubt es gelegentlich in der Gegenwart zu sein.
Beispiel: wenn ich einen Blumenduft wahrnehme und mir dessen bewusst bin, erfahre ich diesen Moment in der Gegenwart, wenn ich achtsam bin und mich nur darauf konzentriere, das andere Geschwubbel in meinem Kopf ausschliesse.

Das ist meine Meinung.
Was bringt Dich zu Deiner Behauptung? Vielleicht kann ich es dann anders beleuchten.
Wir werden in einer Gegenwart Sex habe und wir werden in ihr sterben.
Das Bunte ist das Monochrome...
Was ist der Götze, hinter dem alle Andere herlaufen?
LG
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Sinneswahrnehmung (einschließlich Geistsinn) geschieht zu dem Zeitpunkt wo sie geschieht, nicht vorher oder nachher.


Bist Du Dir da sicher? Begründung?


Was soll ich da begründen... Auge, Sehobjekt, Kontakt, Bewusstsein, zack - Wahrnehmung. Das Bewusstsein ist nicht in der Gegenwart weil es versunken ist in Vorstellungen, wie "Ich nehme wahr". Wie Tychiades sagt, es ist deshalb zu langsam, da ist der ganze geistige Wust dazwischen. Es könnte auch der geistigen Tätigkeit bewusst sein, genau dann wenn sie stattfindet, aber die Identifikation verhindert das. Wegen des Eindrucks "ich bin der Geist" lässt sich der Geist, seine ablaufenden Tätigkeiten, nicht in einer Subjekt-Objekt Beziehung wahrnehmen. Wobei mit Subjekt jetzt keine Identität gemeint ist, sondern nur das aufnehmende Bewusstsein.
Tara4U hat geschrieben:
Hallo Doris,

ich denke, dass die Sinneswahrnemung schon in der Gegenwart geschieht, jedoch die Verarbeitung derer, also das Bewusstwerden erfolgt dann spàter, in der Zukunft also.
Die Achtsamkeit jedoch erlaubt es gelegentlich in der Gegenwart zu sein.
Beispiel: wenn ich einen Blumenduft wahrnehme und mir dessen bewusst bin, erfahre ich diesen Moment in der Gegenwart, wenn ich achtsam bin und mich nur darauf konzentriere, das andere Geschwubbel in meinem Kopf ausschliesse.

Das ist meine Meinung.
Was bringt Dich zu Deiner Behauptung? Vielleicht kann ich es dann anders beleuchten.


Hallo Tara,
wenn ich mich wirklich in der Gegenwart befinde, existiere ich als Wahrnehmende überhaupt nicht. Die Wahrnehmung bedarf einer Benennung, z.B. "Blumenduft". Der Gedanke aber ist direkt nach dem Duft und dann mit Konzentration darauf ist das Wahrnehmen möglich. Aber ist das wirklich die Gegenwart die Doris meint?
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Tara4U hat geschrieben:
Hallo Doris,

ich denke, dass die Sinneswahrnemung schon in der Gegenwart geschieht, jedoch die Verarbeitung derer, also das Bewusstwerden erfolgt dann spàter, in der Zukunft also.
Die Achtsamkeit jedoch erlaubt es gelegentlich in der Gegenwart zu sein.
Beispiel: wenn ich einen Blumenduft wahrnehme und mir dessen bewusst bin, erfahre ich diesen Moment in der Gegenwart, wenn ich achtsam bin und mich nur darauf konzentriere, das andere Geschwubbel in meinem Kopf ausschliesse.

Das ist meine Meinung.
Was bringt Dich zu Deiner Behauptung? Vielleicht kann ich es dann anders beleuchten.


Hallo Tara,
wenn ich mich wirklich in der Gegenwart befinde, existiere ich als Wahrnehmende überhaupt nicht. Die Wahrnehmung bedarf einer Benennung, z.B. "Blumenduft". Der Gedanke aber ist direkt nach dem Duft und dann mit Konzentration darauf ist das Wahrnehmen möglich. Aber ist das wirklich die Gegenwart die Doris meint?
_()_ Monika

Hi Monika,

ich dachte eher an DEN MOMENT, wenn ich an der Blüte bin und den Duft tief und bewusst einatme, alles andere existiert dann nicht in meinem Kopf, lediglich dieser Duft...

Kann sein, oder auch nicht, im Moment hab ich eh zuviel Geschwurbel in meinem Kopf, als dass ich mir ernsthaft Gedanken machen kann...sollte mir eher deswegen Gedanken machen, glaub ich :roll:
lg
Hallo Tara,
natürlich kannst Du bewusst im gegenwärtigen Moment den Duft wahrnehmen, weil Du Dich dahin wendest. Aber das ist ein Akt des Handelns.
Ich bin mir aber sicher, dass das, was Doris meint - nämlich ein Leben in der Gegenwart - nicht wirklich möglich ist. Ich kann nur immer wieder - wie es im Zen heißt - die Kuh aus dem Beet ziehen, also mich auf das Jetzt konzentrieren. Aber all das sind Akte des Handelns und zunächst auch mühevoll.

Ein Leben, das in der Gegenwart verankert ist, ist m.E. anders als üblich. Es wird z.B. nicht geplant, nicht täglich neu organisiert. Es wird zwar - wie bei Buddha und seinen Mönchen und Nonnen - ein bestimmter täglicher Zyklus eingehalten, wann meditiert, auf Almosengang gegangen und gegessen wird, aber das sind Regeln, die zuvor aufgestellt werden. Im Leben wird dann entsprechend gehandelt. Aber die Gegenwart ist ein Sein. Und da dieses Sein nicht durch begriffliches Denken "gestört" wird, ist es im üblichen Sinne kein Leben.
So meine Erfahrung.
_()_ Monika
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Der Versuch, die Gegenwart zu erfahren, ist vergeblich.


Also du hast in folgendem Sinne Recht: Unsere Wahrnehungsvorgänge brauchen Zeit, und insofern ist die Leitung so lang, dass die Ergebnisse der Denkprozesses, der Welt zeitlich hinterherhinkt und so immer nur Vergangenheit einfangen. Ich glaube, du kannst noch so erleuchtet sein, aber deswegen nicht verhindern können, dass deine Wahrnehmungsvorgänge Zeit brauchen und deswegen Wahrnehmungs-Ergebnisse bzw. Wahrnehmungs-Objekte grundsätzlich veraltet sind - Echtzeit ist da eine Illusion.

Aber auf der anderen Seite ist es ja so das die Wahrnehmung nicht nur aus Wahrnehmungs-Ergebnisse
besteht sondern sogar hauptsächlich aus Prozessen, die wir sind und die wir erleben. Und diese Prozesse sind ja immer in der Gegenwart.

Von daher kann man dadruch in der Gegenwart sein, indem man von Objekten wegkommt und den Fluß erlebt, der sie vorbeiträgt. Sich nicht nur mit den Blüten und Blättern der Wahrnemungsergebnisse identifiziert, sondern mit der ganzen Pflanze samt Stamm und Wurzeln.

Sammlung ist insofern Gegenwart als sie den ganzen Prozess umfasst.
@void
Der Kandidat hat 100 Punkte … :D

Ja, so meinte ich es. Wir kennen die Gegenwart nicht. Weil unsere Körper, die Physik, keine Gegenwart erlauben. Wenn wir etwas berühren, dann benötigt es Zeit bis dieser Kontakt zum Hirn gelangt, und dann wiederum Zeit, bis das Gehirn aus dieser Berührung ein Bild erschafft.
Dieses Bild speist sich aus dem, was genetisch bedingt ist, also aus der Vergangenheit resultiert, und dem was wir erlernt haben, aus Erfahrungen der Vergangenheit. Wenn aus dieser kürzlichen Erfahrung ein neues Bild entsteht, ist auch dieses wiederum Teil der Vergangenheit.

Wir sind also ein Kontinuum, das aus Vergangenheit besteht und nur Vergangenheit kennt.

Ich finde das beruhigend. Auch in Bezug auf die Praxis.

Wer ist online?

Insgesamt sind 2 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 2 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste