Mückenplage

Moderator: void

Sehe gerade einen Bericht über die bekämpfung möglicher Mückenplage. Da wird von einem Biologen ein Mittel ausgebreitet das in den :mrgreen: Naturschutz Gebieten :mrgreen: am Rhein ausgebracht. Wie schön das es dann viel weniger Mücken geben wird. Viel weniger stechen, viel weniger gesumme, viel weniger gequarke, viel weniger vogelgepiepe, viel wenig... "The Quiet Earth"

Sind wir Menschen wirklich so bescheuert, das selbst Biologen von Erfolg jubeln wenn sie die Nahrung von Unmengen anderer Lebewesen vernichtete und sich dann wundert das die "Rote Liste" immer länger wird. :evil: :evil: :evil: :evil:
Ellviral hat geschrieben:
Sehe gerade einen Bericht über die bekämpfung möglicher Mückenplage.

Ich bin am Rhein groß geworden - in einem der am stärksten betroffenen Gebiete. Und zwar, bevor die Stechmückenbekämpfung Mitte der 70er Jahre begann. Da waren Mückenplagen nicht nur "möglich", sondern sehr real. Jedes Jahr. Insbesondere, wenn es im Frühjahr bei der Schneeschmelze Hochwasser gegeben hat - was bei den damaligen Wintern noch praktisch Normalfall war. Das hieß dann im Sommer, dass das Fußballtraining nach Feierabend wegen des zu erwartenden Blutverlustes schon mal ausfallen musste. Die Mädchen rochen dann nach Autan, nicht nach Kölnisch Wasser und die Jungs trugen selbst im Hochsommer langärmelige Hemden statt T-Shirts. Wenn man ein Lagerfeuer im Freien machte, nahm man feuchtes Holz, damit es ordentlich qualmte - das half ein wenig. Nach der Dämmerung hat man das Haus nur in Notfällen verlassen (keine lauen Sommernächte im Garten) und selbst bei großer Sommerhitze nachts die Fenster geschlossen gehalten. Vor der Nachtruhe erst einmal Insektenjagd, notfalls mit Giftspray (im geschlossenen Schlafzimmer besonders effektiv) - sonst war es mit der Nachtruhe nämlich Essig. Das Ganze hatte natürlich auch seine Vorteile - das hat wenigstens die Städter aus Mannheim und Ludwigshafen von den Rheinauwäldern fern gehalten. :mrgreen:
Ellviral hat geschrieben:
Da wird von einem Biologen ein Mittel ausgebreitet das in den :mrgreen: Naturschutz Gebieten :mrgreen: am Rhein ausgebracht. Wie schön das es dann viel weniger Mücken geben wird. Viel weniger stechen, viel weniger gesumme, viel weniger gequarke, viel weniger vogelgepiepe, viel wenig... "The Quiet Earth"

Sind wir Menschen wirklich so bescheuert, das selbst Biologen von Erfolg jubeln wenn sie die Nahrung von Unmengen anderer Lebewesen vernichtete und sich dann wundert das die "Rote Liste" immer länger wird. :evil: :evil: :evil: :evil:

Die stehenden Gewässer, die den Stechmücken als Brutstätten dienen, sind ja keine natürlich entstandenen Habitate - es sind vor allem die durch die Rheinbegradigung entstandenen Altrheinarme, in denen seither das Wasser kaum noch fließt und die damit ideale Fortpflanzungsbedingungen für Stechmücken bieten. Die Mückenplage ist ebenso von Menschen verursacht wie die Mückenbekämpfung.

Was die Vögel angeht - für die bleiben immer noch reichlich Mücken übrig. Die Vögel haben hier kein Futterproblem, sondern ein Nistproblem. Die Hauptart der Blutsauger - Aedes vexans - bringt es in einem Jahr bei optimalen klimatischen Bedingungen auf bis zu 10 Generationen; das ist eine Vermehrungrate, von der Karnickel nicht einmal träumen können. Umgekehrt wird ein Schuh draus: der Rückgang der Vögel durch eine zunehmend industrialisierte Landwirtschaft und der des Fischbesatzes durch belastetes Wasser ist der zweite Hauptfaktor für die Gedeihen der Rheinschnaken.

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Sudhana hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Sehe gerade einen Bericht über die bekämpfung möglicher Mückenplage.

Ich bin am Rhein groß geworden - in einem der am stärksten betroffenen Gebiete. Und zwar, bevor die Stechmückenbekämpfung Mitte der 70er Jahre begann. Da waren Mückenplagen nicht nur "möglich", sondern sehr real. Jedes Jahr. Insbesondere, wenn es im Frühjahr bei der Schneeschmelze Hochwasser gegeben hat - was bei den damaligen Wintern noch praktisch Normalfall war. Das hieß dann im Sommer, dass das Fußballtraining nach Feierabend wegen des zu erwartenden Blutverlustes schon mal ausfallen musste. Die Mädchen rochen dann nach Autan, nicht nach Kölnisch Wasser und die Jungs trugen selbst im Hochsommer langärmelige Hemden statt T-Shirts. Wenn man ein Lagerfeuer im Freien machte, nahm man feuchtes Holz, damit es ordentlich qualmte - das half ein wenig. Nach der Dämmerung hat man das Haus nur in Notfällen verlassen (keine lauen Sommernächte im Garten) und selbst bei großer Sommerhitze nachts die Fenster geschlossen gehalten. Vor der Nachtruhe erst einmal Insektenjagd, notfalls mit Giftspray (im geschlossenen Schlafzimmer besonders effektiv) - sonst war es mit der Nachtruhe nämlich Essig. Das Ganze hatte natürlich auch seine Vorteile - das hat wenigstens die Städter aus Mannheim und Ludwigshafen von den Rheinauwäldern fern gehalten. :mrgreen:
Ellviral hat geschrieben:
Da wird von einem Biologen ein Mittel ausgebreitet das in den :mrgreen: Naturschutz Gebieten :mrgreen: am Rhein ausgebracht. Wie schön das es dann viel weniger Mücken geben wird. Viel weniger stechen, viel weniger gesumme, viel weniger gequarke, viel weniger vogelgepiepe, viel wenig... "The Quiet Earth"

Sind wir Menschen wirklich so bescheuert, das selbst Biologen von Erfolg jubeln wenn sie die Nahrung von Unmengen anderer Lebewesen vernichtete und sich dann wundert das die "Rote Liste" immer länger wird. :evil: :evil: :evil: :evil:

Die stehenden Gewässer, die den Stechmücken als Brutstätten dienen, sind ja keine natürlich entstandenen Habitate - es sind vor allem die durch die Rheinbegradigung entstandenen Altrheinarme, in denen seither das Wasser kaum noch fließt und die damit ideale Fortpflanzungsbedingungen für Stechmücken bieten. Die Mückenplage ist ebenso von Menschen verursacht wie die Mückenbekämpfung.

Was die Vögel angeht - für die bleiben immer noch reichlich Mücken übrig. Die Vögel haben hier kein Futterproblem, sondern ein Nistproblem. Die Hauptart der Blutsauger - Aedes vexans - bringt es in einem Jahr bei optimalen klimatischen Bedingungen auf bis zu 10 Generationen; das ist eine Vermehrungrate, von der Karnickel nicht einmal träumen können. Umgekehrt wird ein Schuh draus: der Rückgang der Vögel durch eine zunehmend industrialisierte Landwirtschaft und der des Fischbesatzes durch belastetes Wasser ist der zweite Hauptfaktor für die Gedeihen der Rheinschnaken.

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Dein Beitrag ist genau das was ich mir dachte: Da kommt ein Beitrag, warte ab.

Du hast mir bewiesen das der Mensch aus reiner Gier nach Vermehrung allen anderen Wesen die ihn dabei stören den Garaus machen. Wenn das erledigt ist, mit den Mücken, kommt die Freude und die verhindert das die Sinne wahrnehmen das es immer weniger Insekten gibt. Es gibt nichtmal mehr die Verwunderung das die Autoscheiben seit etlichen Jahre, ich weiss nicht mehr ab wann ich das beobachtet habe, nicht mehr mit Insekten verdreckt waren. Wie schön war die Freude das da keine Fliegen mehr kleben. Letztes Jahr habe ich keine Schwalben mehr gesehen von 4 Jahren gab es dort noch einen Schwarm und Schwalben sind sehr Ortsstabil.
Labber mich nicht voll mit menschlichen Befindlichkeiten von Menschen die da leben wollen, müssen wo die Mücken leben. Wäre mal ne Idee für die Mücken, einfach ein Menschspray entwickeln.
Was wir auch immer unternehmen, wir werden die Störungen in dieser Welt nicht beseitigen können, vielmehr werden sie durch unsere Rücksichtslosigkeit noch vermehrt. Es bleibt nur einzusehen dass Leben nun mal mit Leid verbunden ist und die grundlegende Ursache von Leid und ihre Beseitigung herauszufinden.
Ich bin ja richtig froh, dass wir uns das Verschwinden der Dinosaurier nicht zurechnen können.
https://www.nabu.de/news/2016/01/20033.html

Gebietsweise sind in D 80% der fliegenden Insekten in den letzten Jahren verschwunden. Inzwischen zweifelt eigentlich keiner mehr an, dass das auf den vermehrten Einsatz von Neonikotinoiden in der Landwirtschaft zurückzuführen ist. Außer die Pharmaindustrie natürlich. Tests zeigten, das die Insekten eine Art Abhängigkeit für diese Pflanzenschutzmittel entwickeln und behandelte Pflanzen immer wieder anfliegen, bis sie an dem Gift sterben. Die Pharmaindustrie wehrt sich mit Händen und Füßen gegen ein EU weites Verbot und malt düstere Szenarien vom drohenden Welthunger an die Wand, wenn diese Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Ich frage mich da eher, welch' düsteres Szenario wirklich wartet, wenn die Insekten noch weiter sterben ! Aber für den Fall hat man bestimmt schon die passende Lösung parat....Bestäubung durch Insekten war gestern, heute gibts dafür entsprechend genetisch angepasstes Material....Inzw. sogar alles aus einer Hand ! Namen braucht man da, denke ich, nicht konkreter nennen.....Jeder kennt die Verdächtigen.
Frankreich ist übrigens im Moment Vorreiter was die Verbote betrifft, ab 2018 sollen dort gar keine Neonikotinoide mehr eingesetzt werden. Deutschland verfolgt da bisher leider noch etwas andere Interessen, auch wenn es schon einige Einschränkungen gab...
Ellviral hat geschrieben:
Sehe gerade einen Bericht über die bekämpfung möglicher Mückenplage. Da wird von einem Biologen ein Mittel ausgebreitet das in den :mrgreen: Naturschutz Gebieten :mrgreen: am Rhein ausgebracht. Wie schön das es dann viel weniger Mücken geben wird. Viel weniger stechen, viel weniger gesumme, viel weniger gequarke, viel weniger vogelgepiepe, viel wenig... "The Quiet Earth"

Sind wir Menschen wirklich so bescheuert, das selbst Biologen von Erfolg jubeln wenn sie die Nahrung von Unmengen anderer Lebewesen vernichtete und sich dann wundert das die "Rote Liste" immer länger wird. :evil: :evil: :evil: :evil:


Da gehts um BTI, das Mittel, dass gegen die Mücken u.a. am Rhein eingesetzt wird.

https://traunstein.bund-naturschutz.de/ ... e/bti.html
Sunu hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Sehe gerade einen Bericht über die bekämpfung möglicher Mückenplage. Da wird von einem Biologen ein Mittel ausgebreitet das in den :mrgreen: Naturschutz Gebieten :mrgreen: am Rhein ausgebracht. Wie schön das es dann viel weniger Mücken geben wird. Viel weniger stechen, viel weniger gesumme, viel weniger gequarke, viel weniger vogelgepiepe, viel wenig... "The Quiet Earth"

Sind wir Menschen wirklich so bescheuert, das selbst Biologen von Erfolg jubeln wenn sie die Nahrung von Unmengen anderer Lebewesen vernichtete und sich dann wundert das die "Rote Liste" immer länger wird. :evil: :evil: :evil: :evil:


Da gehts um BTI, das Mittel, dass gegen die Mücken u.a. am Rhein eingesetzt wird.

https://traunstein.bund-naturschutz.de/ ... e/bti.html

mir geht es nicht darum das die Bienen so langsam aufgeben. Mir geht es darum das wir so extrem in Nahrungsketten eingreifen das wir das nicht überleben werden. Eine Frage wäre da noch: Wo sind eigentlich die Tiere geblieben die die Mückenlarven gefressen haben? Was ist denn da schief gegangen 1970 oder so? Die Rheinauen wurden neu geöffnet und wie wunder schön das da sein muss, doch wo sind die Tiere geblieben die die Larven frassen? Haben wohl zu laut gequarkt.
Ellviral hat geschrieben:
Eine Frage wäre da noch: Wo sind eigentlich die Tiere geblieben die die Mückenlarven gefressen haben? Was ist denn da schief gegangen 1970 oder so? Die Rheinauen wurden neu geöffnet und wie wunder schön das da sein muss, doch wo sind die Tiere geblieben die die Larven frassen? Haben wohl zu laut gequarkt.

Das hatte ich ja schon angesprochen. Man hatte den Oberrhein zu einer Kloake, einem nahezu toten Gewässer gemacht, mit Industrieabwässern und mit Salz aus dem elsässischen Kalirevier. In Baden und im Elsass hat man Industriemüll aus der Schweiz in Gruben und Baggerseen "entsorgt". Erst in den 70er Jahren fing man an, etwas dagegen zu tun - nicht aus ökologischer Rücksicht, sondern weil man sich damit die Ressourcen für das Trinkwasser (zum großen Teil aus Uferfiltrat gewonnen), das man zunehmend aufwendig (und teuer) aufbereiten musste, zerstörte. Als es dann allmählich besser wurde kam 1986 der Rückschlag mit der Sandoz-Katastrophe - 30Tonnen Pestizide, Insektizide und Quecksilberverbindungen. Weniger bekannt die Rhodia-Katastrophe 2002; ca. 1200 Tonnen Cyclohexan. Okay - das ist verhältnismäßig harmlos und es färbte das Rheinwasser auch nicht über 400 km rot wie das Sandoz-Löschwasser. Die Stechmücken waren jedenfalls so ziemlich die einzigen, denen all das nichts ausmachte. Im Gegenteil, es verschaffte ihnen einen evolutionären Vorteil.

Es ist trotzdem seit den 70ern besser geworden - wenn ich mal wieder in mein Jugendrevier komme, riecht das Wasser anders als damals (ich war in meiner Jugend viel mit dem Kanadier auf dem Wasser unterwegs - Stechmücken hin oder her). Trotzdem ist heute immer noch vor allem die Agrarindustrie ein großes Problem. Hohe Nitratbelastung durch Dünger - vor allem durch Maisäcker. Mais ist billiges Viehfutter für den täglichen Fetzen Fleisch auf dem Teller vom Discounter. Mais muss gut gedüngt werden und auch die Gülle muss ja irgendwohin (Mais verträgt die prima). Recycling - Scheiße produziert Mais, Mais produziert Fleisch, Fleisch produziert Scheisse. Dabei versalzen die Böden - nach ein paar Jahren kann man dort gar nichts anderes mehr als Mais anbauen. Der Regen spült es dann ins Grundwasser, so dass auch die Menschen etwas vom Nitrat haben. Dazu die Pflanzengifte - vor allem Atrazin, Desethylatrazin, Simazin und Diuron. Das praktischerweise wasserlösliche Atrazin wurde zwar schon 1991 verboten (in Frankreich und damit im Elsass allerdings erst 2003), findet sich aber immer noch im Grundwasser. Das hat übrigens direkt etwas mit dem "Quaken" zu tun - Atrazin ist ein starkes Xenoöstrogen, es ist geeignet, Frösche zu Zwittern zu machen. Beim Menschen hingegen begünstigt es nur das Auftreten von Hirntumoren ...

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Deprimierend. Aber dukkha ist überall wo man genauer hinschaut. Hätte man alles naturbelassen, wären die Menschen der Natur stärker ausgeliefert - Hungersnöte usw. Das Vermeiden von maßloser Gier würde zwar vieles verbessern, löst aber nicht die allgemeine Not der Welt. Aus dieser eigentlich ausweglosen Situation erwächst das metaphysische Bedürfnis - es muss doch etwas jenseits dieses Dilemmas geben.
Was ich schade finde: es wird spontan vorausgesetzt, Töten sei auf jeden Fall immer das beste Mittel. Besonders wer keine Zusammenhänge kennt, fällt auf diesen Trugschluss herein.
Sei es in der Medizin (Stichwort Antibiotika), im Gartenbau (Pestizide), bei der Jägerei (Füchse ausrotten wegen Tollwutgefahr) - Töten ist möglicherweise die letzte Möglichkeit, aber oft ist es auch völlig unnötig und andere Mittel sind sogar wirksamer. Es kommt auf den Fall an. Z.B. hat es in einem Versuch gegen Tollwut bessere Ergebnisse erzielt, Köder mit Impfstoff an die Füchse auszuteilen, als die Population abzuschießen.

Das verkehrte Argument ist immer: Ja, willst Du denn dieser Plage ihren Lauf lassen und nichts dagegen tun?
Als ob Töten das einzige Mittel auf der Welt sei.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass intelligente Forschung auch in Sachen Mückenplage nicht auf Lösungen kommen könnte, die mehr Sinn machen.
Wichtig ist dazu, sich für so viele natürliche Zusammenhänge wie möglich zu interessieren, um sie nutzbar zu machen.
Sudhana hat geschrieben:
Das praktischerweise wasserlösliche Atrazin wurde zwar schon 1991 verboten (in Frankreich und damit im Elsass allerdings erst 2003), findet sich aber immer noch im Grundwasser. Das hat übrigens direkt etwas mit dem "Quaken" zu tun - Atrazin ist ein starkes Xenoöstrogen, es ist geeignet, Frösche zu Zwittern zu machen. Beim Menschen hingegen begünstigt es nur das Auftreten von Hirntumoren ...

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Da hatte der schweizer Pharmakonzern der Atrazin vermarktete wohl einen besseren stand in Frankreich als bei uns .... Wäre es ein deutsches Produkt gewesen, wäre es wohl auch erst mit dem EU-Verbot 2004 in Deutschland verboten worden.
Das ist meiner Meinung nach das Problem.. Nach außen hin wird gerade in D super sauber getan und innen stinkt es gewaltig. Man hat vergessen, dass der Markt nur Mittel zum Zweck ist und nicht Selbstzweck. Lobbyismus wird sogar ganz bewusst gefördert. Der Staat darf sich bloß nicht mehr einschalten...Staatlich ist Pfui... Und so wird auch nicht hinterfragt, ob man dieses oder jenes Mittel wirklich braucht..ob der Einsatz auf Dauer nicht mehr zerstört, als hilft usw. . Man vertraut da ganz auf die " Experten" aus der Pharmaindustrie... "Echte" Experten sind das nämlich....aus der freien Marktwirtschaft !
Dabei wird verdrängt, dass der Markt nur eine einzige Kommunikationsform kennt.. Geld...
Umweltschutz, Leid von Mensch und Tier ist nur in so fern von Interesse, wie es Geld einbringt.... und mit dem Leid lässt sich seit eh und je am Besten verdienen ! Wäre doch verrückt es irgendwie zu mindern.... Und so ändert sich leider erstmal nichts an diesen Dingen.
Sudhana hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Eine Frage wäre da noch: Wo sind eigentlich die Tiere geblieben die die Mückenlarven gefressen haben? Was ist denn da schief gegangen 1970 oder so? Die Rheinauen wurden neu geöffnet und wie wunder schön das da sein muss, doch wo sind die Tiere geblieben die die Larven frassen? Haben wohl zu laut gequarkt.

Das hatte ich ja schon angesprochen. Man hatte den Oberrhein zu einer Kloake, einem nahezu toten Gewässer gemacht, mit Industrieabwässern und mit Salz aus dem elsässischen Kalirevier. In Baden und im Elsass hat man Industriemüll aus der Schweiz in Gruben und Baggerseen "entsorgt". Erst in den 70er Jahren fing man an, etwas dagegen zu tun - nicht aus ökologischer Rücksicht, sondern weil man sich damit die Ressourcen für das Trinkwasser (zum großen Teil aus Uferfiltrat gewonnen), das man zunehmend aufwendig (und teuer) aufbereiten musste, zerstörte. Als es dann allmählich besser wurde kam 1986 der Rückschlag mit der Sandoz-Katastrophe - 30Tonnen Pestizide, Insektizide und Quecksilberverbindungen. Weniger bekannt die Rhodia-Katastrophe 2002; ca. 1200 Tonnen Cyclohexan. Okay - das ist verhältnismäßig harmlos und es färbte das Rheinwasser auch nicht über 400 km rot wie das Sandoz-Löschwasser. Die Stechmücken waren jedenfalls so ziemlich die einzigen, denen all das nichts ausmachte. Im Gegenteil, es verschaffte ihnen einen evolutionären Vorteil.

Es ist trotzdem seit den 70ern besser geworden - wenn ich mal wieder in mein Jugendrevier komme, riecht das Wasser anders als damals (ich war in meiner Jugend viel mit dem Kanadier auf dem Wasser unterwegs - Stechmücken hin oder her). Trotzdem ist heute immer noch vor allem die Agrarindustrie ein großes Problem. Hohe Nitratbelastung durch Dünger - vor allem durch Maisäcker. Mais ist billiges Viehfutter für den täglichen Fetzen Fleisch auf dem Teller vom Discounter. Mais muss gut gedüngt werden und auch die Gülle muss ja irgendwohin (Mais verträgt die prima). Recycling - Scheiße produziert Mais, Mais produziert Fleisch, Fleisch produziert Scheisse. Dabei versalzen die Böden - nach ein paar Jahren kann man dort gar nichts anderes mehr als Mais anbauen. Der Regen spült es dann ins Grundwasser, so dass auch die Menschen etwas vom Nitrat haben. Dazu die Pflanzengifte - vor allem Atrazin, Desethylatrazin, Simazin und Diuron. Das praktischerweise wasserlösliche Atrazin wurde zwar schon 1991 verboten (in Frankreich und damit im Elsass allerdings erst 2003), findet sich aber immer noch im Grundwasser. Das hat übrigens direkt etwas mit dem "Quaken" zu tun - Atrazin ist ein starkes Xenoöstrogen, es ist geeignet, Frösche zu Zwittern zu machen. Beim Menschen hingegen begünstigt es nur das Auftreten von Hirntumoren ...

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ALLES nur der uneingeschränkten Gier der Menschen nach Vermehrung geschuldet. Andere fühlende Wesen sterben einfach wenn es nicht genug Nahrung gibt und werden eingeschränkten um als Art weiter existieren zu können.
Losang Lamo hat geschrieben:

Wichtig ist dazu, sich für so viele natürliche Zusammenhänge wie möglich zu interessieren, um sie nutzbar zu machen.

Diese Zusammenhänge habe ich schon in der 4,5,6, Klasse im Biounterricht erfahren. Vielleicht hatte ich auch nur Glück das ich mit der Lehrerin zurecht kam. Nun das war eine die sehr pragmatisch und sehr klar war. Das liegt mir besser als Gefühlsduselei. Auch die sprach schon die ungebremste Menschenvermehrung an.
LL schrieb:
(Stichwort Antibiotika)

Sunu:
... eine einzige Kommunikationsform ... Geld... Umweltschutz, Leid von Mensch und Tier ist nur in so fern von Interesse, wie es Geld einbringt...

Was mir dazu einfiel:

Bis zum Ende der 70er-Jahre wurden vor der Gabe von Antibiotica Untersuchungen durchgeführt, um die Art des Erregers zu bestimmen. Eine Voraussetzung war, dass wir warteten, bis der Patient fieberte und mindestens eine Temperatur von 39° entwickelte. Erst dann wurde Blut abgenommen und eine "Blutkultur" angelegt. Irgendwann wurde uns gesagt, dass dies nicht mehr nötig sei. Kurze Zeit später war das erste "Wundermittel", ein "Breitbandantibiotikum" geschaffen.

Wir alle fragten uns, ob der generelle Einsatz dieses Medikamentes wohl günstiger ist, als die aufwändigen Untersuchungen im jeden Einzelfall, die jedoch den gezielten Einsatz eines geeigneten Mittels ermöglichten.

Jedes Argument, das wir vorbrachten versandete, (u.a. auch die Hinweise, dass es nicht gut sein kann, aggressive Mittel einzusetzen, ohne zuvor kontrolliert zu haben, auf was sie losgelassen werden, und dass "der Körper sich möglicherweise daran gewöhnen und Abwehrkräfte aufbauen" könnte.)

... und noch etwas: Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, wobei sie diese in einigen Fällen noch nicht einmal abtöten, sondern nur ihre Vermehrung hemmen, aber oftmals wurden auch (infolge mangelnder labortechnischer Voruntersuchungen?) bei viralen (wie sich dann meist im Nachhinein herausstellte) Infektionen Antibiotika verordnet. ... Ich bin mir sicher: das Aufkommen multiresistenter Keime hätten verhindert werden können.

LG mkha´
Tsu Mie hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Auch die sprach schon die ungebremste Menschenvermehrung an.


Sind wärmende Sonnenstrahlen :sunny: nicht etwas Schönes? :)
Dazu noch ein paar tiefe, bewusste Atemzüge. Das befriedet... :hug:

Lieber Ellviral...
Genau die Gelegenheit bewusstlos Kinder zu machen.
Ellviral hat geschrieben:
Diese Zusammenhänge habe ich schon in der 4,5,6, Klasse im Biounterricht erfahren. Vielleicht hatte ich auch nur Glück das ich mit der Lehrerin zurecht kam. Nun das war eine die sehr pragmatisch und sehr klar war. Das liegt mir besser als Gefühlsduselei. Auch die sprach schon die ungebremste Menschenvermehrung an.


Wir sind halt der Natur nicht wirklich entfremdet, sondern tief von ihr durchdrungen in unserem hemmungslosen Wuchern und Wachsen. Wären wir ein Wald, würden wir den Amazonas in den Schatten stellen. Alle Mücken müssten vor Neid erblassen ob unserer gewaltigen Kompetenzen in Aussaugerei und Parasitentum -von der Lärmbelästigung und der Störkompetenz ganz zu schweigen.
void hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Diese Zusammenhänge habe ich schon in der 4,5,6, Klasse im Biounterricht erfahren. Vielleicht hatte ich auch nur Glück das ich mit der Lehrerin zurecht kam. Nun das war eine die sehr pragmatisch und sehr klar war. Das liegt mir besser als Gefühlsduselei. Auch die sprach schon die ungebremste Menschenvermehrung an.


Wir sind halt der Natur nicht wirklich entfremdet, sondern tief von ihr durchdrungen in unserem hemmungslosen Wuchern und Wachsen. Wären wir ein Wald, würden wir den Amazonas in den Schatten stellen. Alle Mücken müssten vor Neid erblassen ob unserer gewaltigen Kompetenzen in Aussaugerei und Parasitentum -von der Lärmbelästigung und der Störkompetenz ganz zu schweigen.


Das wird leider vergessen, dass wir selber " Natur" sind. Das vergessen sogar die, die es gut mit der Natur meinen....Stellen den Menschen ins Abseits und vergrößern die künstliche Kluft noch, die dazu führt, dass "Mensch" sich als aussenstehend wahrnimmt, so als ob ihn die " Natur" nicht wirklich betrifft... Außer vlt. als bemitleidenswertes Objekt...ich erinnere mich an diesen Spruch:
" Die Natur braucht uns nicht, aber wir brauchen die Natur"
Schwachsinn!!!
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