Zeugen Jehovas in Russland verboten

Moderator: void

Nachdem durch endgültige Urteile oberster Gerichte 2015 und 2016 Scientology in Russland praktisch verboten wurde hat jetzt ein Gericht die Zeugen Jehovas verboten.

Die Zeugen Jehovas sind in Russland als "extremistische Organisation" eingestuft worden. Der Besitz der Glaubensgemeinschaft wird eingezogen, ihre Zentrale geschlossen.
...
Das oberste Gericht in Russland hat die Zeugen Jehovas verboten. Die Glaubensgemeinschaft müsse ihre Russlandzentrale in St. Petersburg und 395 Regionalverbände auflösen, entschieden die Richter in Moskau. Ihr Vermögen wird eingezogen.

Das Gericht gab damit einem Antrag des Justizministeriums statt, in dem die Glaubensgemeinschaft als extremistische Gruppe eingestuft wird, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax.


http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/russland-zeugen-jehovas-verbot-beschlagnahmung-besitz-extremismus Zeit online 20. April 2017, 20:10 Uhr

Meinungen? Ideen dazu?
Anscheinend gibt es in Russland wieder eine Enge Verbindung von orthodoxer Kirche und Staat. Putin und seine Gesellen trauern wohl dem alten Zarenreich mit kirchlicher Tradition nach. Wenn das jetzt ein Präzedenzfall ist, kommt es wieder zur Sektenverfolgung wie im Kommunismus.
In Österreich haben es die Zeugen Jehovas unter günstigen politischen Bedingungen bis zur staatlichen Anerkennung als Religionsgemeinschaft geschafft, heute wäre das kaum mehr möglich.
mukti hat geschrieben:
In Österreich haben es die Zeugen Jehovas unter günstigen politischen Bedingungen bis zur staatlichen Anerkennung als Religionsgemeinschaft geschafft, heute wäre das kaum mehr möglich.


Das haben in Österreich ja selbst die Buddhisten geschafft :lol:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das haben in Österreich ja selbst die Buddhisten geschafft :lol:


Die sind ja auch brav und lehnen keine Bluttransfusionen ab :upsidedown:
In den deutschen Bundesländern wurde den Zeugen Jehovas auch die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechtes in den Jahren zwischen 2005 und 2017 verliehen. Sie besitzen hier also den selben rechtlichen Status wie z.B. die Evangel.-Lutherische oder die Römisch-Katholische Kirche. Zwischen 1938 und 1945 wurde sie aber sowohl im Deutschen Reich als auch in Österreich verboten und etliche Mitglieder verloren in den unterschiedlichen KZ´s ihr Leben, da sie Hitler und seine Gesellen nicht anerkennen wollten. In der Sowjetuinion bzw. in Russland wurden sie erst ab 1991 erlaubt und davor waren sie auch verboten und wurden verfolgt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Zeugen_Je ... eutschland

Der Buddhismus wird in Russland zur Zeit noch als Religion anerkannt, aber als der Dalai Lama im Jahr 2014 Putin in einem Interview kritisierte, hatte dies auch gleich negative Auswirkungen auf einige tibetisch-buddhistische Gruppen in Russland, außer den Diamantweg, den dort verehren viele Mitglieder Putin genauso wie ihren Lama Ole.
http://www.telegraph.co.uk/news/worldne ... Putin.html
Ich habe den Zeugen, wenn sie an der Tür waren, immer zum Spass den Buddhismus erklärt, so überzeugend, dass ihnen die Argumente ausgegangen sind. Sie haben irgendwann ihren örtlichen Chef geschickt, aber der kam auch nicht dagegen an. Dann haben sie es (mich) aufgegeben. Ähnlich mache ich es mit den missionierenden Krishna-Anhängern, wenn sie mir ihre Bücher "schenken" wollen. Ich drehe den Spiess einfach um. Normalerweise würde ich natürlich nicht "missionieren", nicht mal ansatzweise.

Die Zeugen sind im Grunde doch Faschisten: ihre Anhänger sind die besseren Menschen, sie verdienen das Paradies, alle anderen gehen unter. Sie interpretieren die Bibel auf ihre eigene Weise und wollen einem damit die Bibel "erklären". Die Krishnas stützen sich auf Bücher im traditionellen Kommentar-Stil. Aber ich habe mal festgestellt, dass die Kommentare oft nicht kommentieren, sondern was ganz anderes aussagen, als im eigentlichen Text steht. Und wenn sie damit kommen, dass doch in den alten indischen Texten der Buddha vorausgesagt wurde (also ihre Lehre überlegen sei) kann man damit kontern, dass Shakyamuni aus tibetischer Sicht der 4. Buddha des Zeitalters war und der Buddhismus seine Ursprünge als Ganzes nicht nur im Hinduismus hat.

Aber das nur nebenbei. Mir geht es darum: ich halte von den "Zeugen" und ihrer Lehre nichts, von Scientology erst recht nicht. Aber die Gründe, warum es in Russland verboten wird, das ist Besorgnis erregend. Und es ist klar, dass das nicht die letzte Gruppierung ist, die unter Putin verboten wird. Gerade die orthodoxe Kirche ist überall bemüht, jegliche "Konkurrenz" auszuschalten.
Die Zeugen Jehovas haben schon eine ziemlich abstruse Weltanschaung finde ich: Nach der Apokalypse kommt eine neue Erde die sich von der Jetzigen nur dadurch unterscheidet, dass alle ewig, ohne Leid und in Frieden miteinander leben. Ich hab mal eine Zeugin gefragt ob es nicht zu Platzmangel kommen wird, wenn es Geburten gibt wie sie sagen, aber keinen Tod mehr? Und wovon all die fleischfressenden Tiere leben werden? In welchem Alter alle aufhören weiter zu altern? Und dergleichen. "Gott macht das schon" war die, wie ich fand unfassbar naive Antwort.

Aber jeder mag glauben was er möchte, sie verhalten sich im Allgemeinen friedlich und lehnen Gewalt ab. Dass sie so standhaft geblieben und eine Teilnahme am Nationalsozialismus verweigert haben, trotz Folter und Todesstrafe, kann man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen. Da werden sie wohl jetzt in Russland ihre Religionsausübung auch nicht aufgeben.

Die Ablehnung der Bluttransfusion wird problematisch wenn sie ihren Kindern verweigert wird, auch wenn sie deshalb sterben müssen. Da geht ja immer wieder mal ein empörter Aufschrei durch die Medien, ich glaube der Staat hat dann schon mal ärztliche Zwangsbehandlung verordnet.
kilaya hat geschrieben:
Die Krishnas stützen sich auf Bücher im traditionellen Kommentar-Stil. Aber ich habe mal festgestellt, dass die Kommentare oft nicht kommentieren, sondern was ganz anderes aussagen, als im eigentlichen Text steht. Und wenn sie damit kommen, dass doch in den alten indischen Texten der Buddha vorausgesagt wurde (also ihre Lehre überlegen sei) kann man damit kontern, dass Shakyamuni aus tibetischer Sicht der 4. Buddha des Zeitalters war und der Buddhismus seine Ursprünge als Ganzes nicht nur im Hinduismus hat.


Ist eigentlich offtopic, aber die Krishnas kenne ich ganz gut. Die Kommentare sind eine ausgeprägte Textinterpretation nach dem Dvaita-Vedanta, wenigstens gibt es zuvor immer die Wort für Wort Übersetzung, so dass es jeder gleich sehen kann.
Der Buddha gilt allgemein bei den Hindus als Avatar, also herabgestiegene Gottheit. Obwohl der Brahmanismus den Buddhismus in Indien vertrieben hat, haben sie ihn damit doch in ihr Weltbild integriert. Wenn das auch für Buddhisten befremdlich ist, so wird der Buddha immerhin besonders verehrt.
Im Prinzip "mag" ich die Krishnas, ich mag nur nicht diesen Missionierungsdrang... Der Text der mir aufgefallen war, war für mich so auffällig widersprüchlich, dass ich dann beim Lesen ausgestiegen bin. Es war sowas wie dass im Originaltext steht "es gibt kein ewiges Selbst" und dann im Kommentar: "Das ewige Selbst ist unser Ziel"… (sinngemäß) Dass der Hinduismus generell alles integriert, finde ich sogar sympathisch. In den Gesprächen wenn man auf der Strasse angesprochen wird und sagt "ich bin Buddhist" dient die Argumentation mit dem Buddha aber der Missionierung. Befremdlich ist auch, dass einem erst ein Buch "geschenkt" wird, dann soll man dafür spenden, und wenn man das nicht will, nehmen sie das Buch oft wieder zurück. Das ist einfach unehrlich und auf solche Tricksereien steh ich nicht, egal ob in der Religion oder im Beruf. Beim letzten Mal (diese Woche) hab ich ein gemeinsames Thema gefunden (gleicher spezieller Musikgeschmack) und dann entstand gleich ein ganz anderes Gespräch, direkt einfach von Mensch zu Mensch. Das gefällt mir viel besser...
Für die Interpretationen bezüglich Seele, persönlicher Gott usw. gibt es seit Jahrhunderten philosophische Streitgespräche mit jeder Menge alter und neuer Kommentare der jeweiligen Schulen.
Und ja, die Krishnas haben ein Weltrettungsprogramm, für das sie auch allerhand Tricks anwenden. Eine aufdringlich missionarische, direkt fanatische Tendenz die mir auch zuwider ist. Inzwischen gibt es gemäßigtere Abspaltungen. Die Original-Krishnas sind übrigens zur Zeit sehr aktiv in Russland und haben dort viele Anhänger. Das wird der Regierung auch nicht gefallen, im Kommunismus waren sie übrigens verboten und wurden in der Psychiatrie eingesperrt.
kilaya hat geschrieben:
Die Zeugen sind im Grunde doch Faschisten: ihre Anhänger sind die besseren Menschen, sie verdienen das Paradies, alle anderen gehen unter. Sie interpretieren die Bibel auf ihre eigene Weise und wollen einem damit die Bibel "erklären".


Hallo Kilaya,
was unterscheidet denn die ZJ von Buddha im Sinne von Faschismus?
Buddha behauptet doch auch, dass jemand, der sich nicht nach seiner Lehre richtet, entweder in der Hölle landet oder x Mal wiederkommen muss bzw. im Götterbereich bei Wohlverhalten oder kann sich sein "neues Betätigungsfeld" aussuchen - die Tibeter?
Auch Buddhas Lehre ist elitär, wie im übrigen alle Lehren.

Und der Palikanon wird auch auf viele verschiedene Weisen interpretiert, allein schon beim Thema Wiedergeburt.

mukti hat geschrieben:
Die Zeugen Jehovas haben schon eine ziemlich abstruse Weltanschaung finde ich: Nach der Apokalypse kommt eine neue Erde die sich von der Jetzigen nur dadurch unterscheidet, dass alle ewig, ohne Leid und in Frieden miteinander leben. Ich hab mal eine Zeugin gefragt ob es nicht zu Platzmangel kommen wird, wenn es Geburten gibt wie sie sagen, aber keinen Tod mehr?


Sie nehmen die Bibel halt wörtlich, so wie viele Buddhisten den Palikanon auch wörtlich nehmen. Eine neue Erde ist genau so symbolisch gemeint wie der Götterhimmel. Oder existiert er? Und Hungergeister sind bei manchen ganz reale Lebewesen.
Und was den Platzmangel anbelangt: Nach der Lehre Buddhas müssen die 7 Milliarden Menschen auch fast alle noch einmal hier auftauchen zusätzlich zu den weiteren Milliarden.

Aber jeder mag glauben was er möchte, sie verhalten sich im Allgemeinen friedlich und lehnen Gewalt ab. Dass sie so standhaft geblieben und eine Teilnahme am Nationalsozialismus verweigert haben, trotz Folter und Todesstrafe, kann man ihnen gar nicht hoch genug anrechnen.


Das war der Hauptgrund, warum ich mich ab 1980 in Kanada für die ZJ entschieden hatte. Ich war zwar furchtbar erschrocken über meine Erkenntnis, aber ich war überzeugt, dass das wahre Christen sind, so wie z.B. auch die Amishpeople. Das denke ich auch immer noch, obwohl ich seit 1985 nicht mehr der Organisation angehöre und seit jenen Jahren auch nicht mehr an einen persönlichen Gott glaube. Da ich die ZJ ganz nahe kennenlernen durfte, habe ich auch eine ganz andere Meinung über ihr Verhalten und ihren Glauben als der durch Medien verzerrte Blickwinkel. Denn ich habe nur gute Erfahrungen gemacht, die Hilfsbereitschaft und ihr Engagement gegenüber ihren Alten und Hilfsbedürftigen ist beispielhaft. Vor allem im Hinblick auf die sogenannten "normalen" Christen hierzulande, die noch nicht einmal mehr wissen, was in der Bibel steht.

Für Menschen, die sich hier um jede Kleinigkeit bezüglich der Auslegung der Lehre Buddhas streiten, empfinde ich diese Diskussion beschämend, vor allem, wenn man keine Ahnung hat.

Allein die Tatsache, dass Glaubensgemeinschaften wie diese verboten werden, ist ein Grund zur Besorgnis, man denke nur an die Verbrennung bzw. Ermordung vieler buddhistischer Mönche und Nonnen in Tibet.
_()_ Monika
Liebe Monika,

ich mag die Zeugen Jehovas ehrlich gesagt auch nicht besonders. Ihre Diskriminierung von Frauen und das Verhalten Kindern gegenüber sind abschreckend, die finanziellen Geschäfte hinter der Sekte wenigstens dubios.

Eigentlich wollte ich etwas eine allgemeine Diskussion zum Thema Religionsfreiheit anstoßen, aber das hätte ich vielleicht direkter machen sollen.

Was mir ganz grundsätzlich aufgefallen ist - sowohl Scientology wie die ZJs sind stark zentralisiert organisiert und die Zentralen sitzen in den USA. Ich sehe hier ein weiteres Beispiel für eine gegenseitige, sehr gefährliche Nadelstichpolitik, die sich zusammen mit irrationalem Nationalismus immer weiter hochschaukelt.
Wenn dann noch andere Organisationen wie etwa die russisch orthodoxe Kirche mitspielen wird es immer irrationaler.

Naja, vielleicht bewerte ich auch nur Vernunft total über :doubt:
Monikadie4. hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Die Zeugen Jehovas haben schon eine ziemlich abstruse Weltanschaung finde ich: Nach der Apokalypse kommt eine neue Erde die sich von der Jetzigen nur dadurch unterscheidet, dass alle ewig, ohne Leid und in Frieden miteinander leben. Ich hab mal eine Zeugin gefragt ob es nicht zu Platzmangel kommen wird, wenn es Geburten gibt wie sie sagen, aber keinen Tod mehr?


Sie nehmen die Bibel halt wörtlich, so wie viele Buddhisten den Palikanon auch wörtlich nehmen. Eine neue Erde ist genau so symbolisch gemeint wie der Götterhimmel. Oder existiert er? Und Hungergeister sind bei manchen ganz reale Lebewesen.
Und was den Platzmangel anbelangt: Nach der Lehre Buddhas müssen die 7 Milliarden Menschen auch fast alle noch einmal hier auftauchen zusätzlich zu den weiteren Milliarden.


Stimmt auch wieder, Götterhimmel und Hungergeister werden ebenfalls oft als abstrus gesehen. Dass sich Wiedergeburt im Palikanon nicht auf diese unsere Welt beschränkt löst zwar das Platzproblem, mag aber einigen noch abstruser erscheinen. Und eigentlich muss man seine Ansichten über andere Anschauungen nicht unbedingt mitteilen, obwohl ich das nicht diskriminierend gemeint habe.

Monikadie4. hat geschrieben:
Für Menschen, die sich hier um jede Kleinigkeit bezüglich der Auslegung der Lehre Buddhas streiten, empfinde ich diese Diskussion beschämend, vor allem, wenn man keine Ahnung hat.


Ich wollte keine Diskussion darüber anstoßen und halte mich gerne mit weiteren Äußerungen dieser Art zurück.

Monikadie4. hat geschrieben:
Allein die Tatsache, dass Glaubensgemeinschaften wie diese verboten werden, ist ein Grund zur Besorgnis, man denke nur an die Verbrennung bzw. Ermordung vieler buddhistischer Mönche und Nonnen in Tibet.


Ja, niemand sollte wegen seiner Weltanschauung oder seines Glaubens verfolgt werden, solange er damit keinen Schaden anrichtet. Die Zeugen Jehovas kenne ich wie gesagt als friedliche Leute, die ruhig und unaufdringlich mit ihren Wachtturm-Heften am Straßenrand stehen. Wenn sie mal an der Tür läuten stört mich das weitaus weniger als die penetranten Produktwerbungen mit denen man auf Schritt und Tritt überschüttet wird.
Die Zeugen Jehovas sind eine Sekte, die leider viele verwirren, gerade Christen. Sie lehren vieles falsch, was auch nichts mit der Bibel zu tun hat. Die "neue Welt" die sie lehren (ihre Bibel heißt ja auch "die neue Welt Übersetzung") wird in der Bibel nicht erwähnt und kommt auch nicht vor. Der "Außerwähltenstatus", die sich diese Gesellen zuschreiben, fußt auf kabbalistischer Zahlenmystik. Also alles ziemlich halbgar und nicht christlich.

Aber um fair zu bleiben: Die Anhänger oder Mitglieder sind meist sehr nett. Die Gespräche verlaufen aber immer nach Schema F. Ich hatte auch schon 3 oder 4 Gespräche, aber die waren nicht konstruktiv, da man merkt, dass sie ihre Lehrinhalte auf Teufel komm raus durchdrücken wollen. Und in diesen Gesprächen blieb ich sogar strikt bei der Bibel, holte also noch nicht mal buddhistische Ansätze hervor. Das ist schade, aber so ist nun mal diese Organisation aufgebaut. Dies wird aber klarer, wenn man sich die Entstehungsgeschichte anschaut, wo freimaurerische Kreise einen großen Teil das Fundament gelegt haben. Und die wissen "ja eh Bescheid" :wink:


Die Krishnas stützen sich auf Bücher im traditionellen Kommentar-Stil. Aber ich habe mal festgestellt, dass die Kommentare oft nicht kommentieren, sondern was ganz anderes aussagen, als im eigentlichen Text steht.


Das stimmt, je nach dem, welche Richtung sie lehren. Die "Bhagavad-Gita" gibt es in unzähligen Auslegungsvarianten. Die bekannten Krishnas fußen aber auf dem Dvaita-Vedanta, was ja schon erwähnt wurde. Viele Inhalte sind aber mehr oder weniger "zurechtgesponnen", so hab ich daheim ein Buch, wo sie behaupten, dass Jesus Christus eigentlich Krishna war, weil sich "Christus" in Pali oder Hindi (weiß nicht genau welcher "Slang") wie Krishna anhört. Das ist schon, gelinde gesagt, sehr weit hergeholt. Der letzte Avatar, auf den sie sich berufen, ist Sri Chaitanya, der eben gelehrt hat, dass im Kali Yuga NUR noch Mantramurmeln helft, sonst gar nichts mehr, also weder Meditation, noch Gebet, noch andere Praktiken. Wer das mal gemacht hat (stundenlang Mantras murmeln), der weiß, dass man dort nicht etwa "bewusster" wird, sondern vielmehr in Trance gerät, was sie auch zugeben. Viele fangen dann an zu tanzen usw. Naja, ich denke mal, da gibt es bessere Ansätze.
fotost hat geschrieben:
Liebe Monika,

ich mag die Zeugen Jehovas ehrlich gesagt auch nicht besonders. Ihre Diskriminierung von Frauen und das Verhalten Kindern gegenüber sind abschreckend, die finanziellen Geschäfte hinter der Sekte wenigstens dubios.


Liebeer Fotost,
diskriminierendes Verhalten Frauen gegenüber gibt es auch bei Andersdenkenden, und zwar noch immer ausreichend. Aber ich habe nur wenig Frauen bei den ZJs kennengelernt, die unterdrückt wurden. Die wären wahrscheinlich auch in derselben Lage, wenn sie keine ZJs wären.

Woher kennst Du ein erschreckendes Verhalten Kindern gegenüber? Ich kenne bei den ZJs sowohl viele kanadische Familien als auch deutsche Familien, die ihre Kinder verantwortungsvoll und liebevoll heranwachsen lassen. Es gibt in Deutschland genug Menschen, die ihre Kinder vernachlässigen, sich ihnen selbst überlassen, sie nicht gut ernähren, aber immer noch körperlich züchtigen.

Was die scheinbaren dubiosen Geschäfte angeht, kann ich nur daran erinnern, dass die katholische Kirche einer der größten Körperschaften der Welt ist und in Deutschland Kirchensteuer einbehalten wird.
Ich jedenfalls habe damals keinen Mitgliedsbeitrag gezahlt.

Was mir ganz grundsätzlich aufgefallen ist - sowohl Scientology wie die ZJs sind stark zentralisiert organisiert und die Zentralen sitzen in den USA. Ich sehe hier ein weiteres Beispiel für eine gegenseitige, sehr gefährliche Nadelstichpolitik, die sich zusammen mit irrationalem Nationalismus immer weiter hochschaukelt.
Wenn dann noch andere Organisationen wie etwa die russisch orthodoxe Kirche mitspielen wird es immer irrationaler.


Was für unglaubliche Vergleiche und Spekulationen.
Hör bloß auf damit, wenn Du nicht unglaubwürdig sein willst.
_()_
Methoden, die in erster Linie zu ekstatischen Zuständen führen und nicht darüber hinaus führen, sind immer gut geeignet, Leute für etwas zu begeistern und abhängig zu machen, aber nicht unbedingt befreiend und erleuchtend. So eine spirituelle Ekstase ist schon eine wichtige Erfahrung, da muss aber einfach noch mehr kommen.
kilaya hat geschrieben:
Methoden, die in erster Linie zu ekstatischen Zuständen führen und nicht darüber hinaus führen, sind immer gut geeignet, Leute für etwas zu begeistern und abhängig zu machen, aber nicht unbedingt befreiend und erleuchtend. So eine spirituelle Ekstase ist schon eine wichtige Erfahrung, da muss aber einfach noch mehr kommen.


Ja, sehe ich genau so.

Ich denke, je weiter die Praxis, desto mehr entfernt man sich (freiwillig!) von ekstatischen Zuständen, weil man merkt, dass diese nur eine weitere "Gaukelei" sind, auch wenn sie durchaus beglückend und "erleuchtend" sein können. Ein Abdriften in destruktive Bahnen kann hier gegeben sein (a la "Kundalinierweckung" und weitere Sachen).
IkkyuSan hat geschrieben:
Dies wird aber klarer, wenn man sich die Entstehungsgeschichte anschaut, wo freimaurerische Kreise einen großen Teil das Fundament gelegt haben. Und die wissen "ja eh Bescheid" :wink:

Die kleine Verschwörungstheorie zwischendurch...
IkkyuSan hat geschrieben:
Der letzte Avatar, auf den sie sich berufen, ist Sri Chaitanya, der eben gelehrt hat, dass im Kali Yuga NUR noch Mantramurmeln helft, sonst gar nichts mehr, also weder Meditation, noch Gebet, noch andere Praktiken. Wer das mal gemacht hat (stundenlang Mantras murmeln), der weiß, dass man dort nicht etwa "bewusster" wird, sondern vielmehr in Trance gerät, was sie auch zugeben. Viele fangen dann an zu tanzen usw. Naja, ich denke mal, da gibt es bessere Ansätze.


"Mantramurmeln" ist ja die Meditationsmethode, der Mantra ist das Meditationsobjekt. Als Gebet kann es auch aufgefasst werden, eine Anrufung Gottes. Eine Methode die auch besonders im östlichen Christentum sehr weit verbreitet ist (Jesusgebet). Und in diversen Richtungen des Hinduismus wird Mantrameditation häufig praktiziert, auch im Islam habe ich es schon gesehen.

Die Krishnas streben auch nach Loslösung, allerdings mittels Entwicklung von Anhaftung an eine spirituelle Sphäre, sie glauben eben an eine ewige Seele. Das Resultat der Praxis ist dann nicht Gleichmut sondern göttliche Liebe, was sich in Ekstase äußern kann. Das funktioniert schon, ich habe es mal ausprobiert, war aber dann doch nicht so recht mein Ding.
Axel hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Dies wird aber klarer, wenn man sich die Entstehungsgeschichte anschaut, wo freimaurerische Kreise einen großen Teil das Fundament gelegt haben. Und die wissen "ja eh Bescheid" :wink:

Die kleine Verschwörungstheorie zwischendurch...


Das ist keine "Verschwörungstheorie". Ein wenig Recherche wäre nützlich.
mukti hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Der letzte Avatar, auf den sie sich berufen, ist Sri Chaitanya, der eben gelehrt hat, dass im Kali Yuga NUR noch Mantramurmeln helft, sonst gar nichts mehr, also weder Meditation, noch Gebet, noch andere Praktiken. Wer das mal gemacht hat (stundenlang Mantras murmeln), der weiß, dass man dort nicht etwa "bewusster" wird, sondern vielmehr in Trance gerät, was sie auch zugeben. Viele fangen dann an zu tanzen usw. Naja, ich denke mal, da gibt es bessere Ansätze.


"Mantramurmeln" ist ja die Meditationsmethode, der Mantra ist das Meditationsobjekt. Als Gebet kann es auch aufgefasst werden, eine Anrufung Gottes. Eine Methode die auch besonders im östlichen Christentum sehr weit verbreitet ist (Jesusgebet). Und in diversen Richtungen des Hinduismus wird Mantrameditation häufig praktiziert, auch im Islam habe ich es schon gesehen.

Die Krishnas streben auch nach Loslösung, allerdings mittels Entwicklung von Anhaftung an eine spirituelle Sphäre, sie glauben eben an eine ewige Seele. Das Resultat der Praxis ist dann nicht Gleichmut sondern göttliche Liebe, was sich in Ekstase äußern kann. Das funktioniert schon, ich habe es mal ausprobiert, war aber dann doch nicht so recht mein Ding.


Jaja, klar funktioniert das. Da kann man auch ohne Probleme süchtig danach werden und meint dann, dies wäre die "Liebe Gottes".

Die "Loslösung" der Krishnas besteht aber an einer neuen Anhaftung, eben an Krishna. Das Ziel ist ja, auf "Krishnas Planeten" zu reinkarnieren, was auch wieder sehr abstrus ist. Buddhistisch betrachtet, haften sie extrem an einem Selbst und dessen Weiterleben.
IkkyuSan hat geschrieben:
Das ist keine "Verschwörungstheorie". Ein wenig Recherche wäre nützlich.

Sämtliche 'Recherche', die einen freimaurerischen Ursprung der Zeugen Jehovas ergibt, gehört ins Reich der 'alternativen Fakten'. Die Freimaurer hatten/haben mit den Zeugen Jehovas soviel zu tun wie die Veganer mit Maggi-Brühwürfeln.
Ich durfte als Kind monatelang bei den Jehovas leben.
Meine Mutter musste Tag und Nacht arbeiten.

Ich war schon als Kind ein streng gläubiger Katholik , aber erlebte dort keinen zwang
Wir mussten zwar einmal in der Woche mit in die Kirche, und beten vor jeder Mahlzeit.
Aber sonst wurde kein zwang ausgeübt.
Alles war gratis.

Für mich sind solche verbote ....unfassbar.
Ich durfte in Österreich die Kirche verlassen und zum Buddhismus konvertieren.

Ohne diese Freiheit hätte ich mir und meinem Umfeld viel mehr leiden zugefügt.


Leider werden solche verbote zunehmen.
Ich käme ja mal gerne von den Zeugen weg und würde fragen: Dürfen Regierungen überhaupt Religionen/Philosophien verbieten (was ja in der Geschichte eher die Regel ist). Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?
IkkyuSan hat geschrieben:
Die "Loslösung" der Krishnas besteht aber an einer neuen Anhaftung, eben an Krishna. Das Ziel ist ja, auf "Krishnas Planeten" zu reinkarnieren, was auch wieder sehr abstrus ist. Buddhistisch betrachtet, haften sie extrem an einem Selbst und dessen Weiterleben.


Buddhistisch gesehen kommen sie dann halt in einen Götterhimmel, ist ja nicht das Allerschlechteste.
Axel hat geschrieben:
Ich käme ja mal gerne von den Zeugen weg und würde fragen: Dürfen Regierungen überhaupt Religionen/Philosophien verbieten (was ja in der Geschichte eher die Regel ist). Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?


Ich denke es gibt keine weltanschaulich neutrale Regierung und was zu sehr vom etablierten und sanktionierten System abweicht wird geduldet bis verboten, je nachdem wie autoritär gerade regiert wird.
Ja, mukti, das ist klar. Meine Frage zielte er darauf hin, ob Ihr Euch jeweils selbst (meinetwegen in der vorgestellten Rolle eines 'wohlwollenden autoritär Regierenden') einen akzeptablen Grund für ein Verbot vorstellen könnt und ob das mit Eurer jeweiligen Philosophie vereinbar ist.
Axel hat geschrieben:
Ja, mukti, das ist klar. Meine Frage zielte er darauf hin, ob Ihr Euch jeweils selbst (meinetwegen in der vorgestellten Rolle eines 'wohlwollenden autoritär Regierenden') einen akzeptablen Grund für ein Verbot vorstellen könnt und ob das mit Eurer jeweiligen Philosophie vereinbar ist.


Ach so, meiner Meinung nach hat sich die Regierung in das was jemand denkt oder glaubt überhaupt nicht einzumischen, solange kein Schaden an Besitz oder Leib und Leben angerichtet wird. Schwieriger ist festzustellen was ein geistiger Schaden wäre...
Monikadie4. hat geschrieben:
Was mir ganz grundsätzlich aufgefallen ist - sowohl Scientology wie die ZJs sind stark zentralisiert organisiert und die Zentralen sitzen in den USA. Ich sehe hier ein weiteres Beispiel für eine gegenseitige, sehr gefährliche Nadelstichpolitik, die sich zusammen mit irrationalem Nationalismus immer weiter hochschaukelt.
Wenn dann noch andere Organisationen wie etwa die russisch orthodoxe Kirche mitspielen wird es immer irrationaler.


Was für unglaubliche Vergleiche und Spekulationen.
Hör bloß auf damit, wenn Du nicht unglaubwürdig sein willst.
_()_


Hallo Monika,
ich glaube, Du hast kilaya da missverstanden. Ich denke, er wollte darauf hinweisen, dass der Sitz der Zeugen in den USA von Russland zum Anlass genommen wird, gegen sie vorzugehen, nicht, wie Du anscheinend annimmst, dass die Zeugen wirklich eine Art 'Fünfte Kolonne' der Amerikaner sind... :)
Ob man Religionen/Philosophien verbieten kann, da habe ich meine Zweifel.
Organisationen/Parteien/Kirchen können verboten und verfolgt werden. KPD Verbot in Deutschland bis laufendes NPD Verbotsverfahren inklusive.

Scientology hat sich hier wegen Mitgliederschwund fast von allein erledigt, nur, daß die Jahrzehnte vom Verfassungsschutz überwacht wurden ist belegt.

Regelmäßige Verbote für extremistische muslimische Gemeinden in Deutschland gibt es auch.

Ich finde die Frage von Axel vernünftig.
Nicht ob, sondern unter welchen Bedingungen sind solche Verbote akzeptabel?
In einem Rechtsstaat sollte das von einer Güterabwägung abhängen. Nur gibt es offenbar recht unterschiedliche Ansichten zum Thema Freiheit(en).

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