Wie lebt Ihr Buddhismus?

Moderator: void

Hallo zusammen,

Wie lebt Ihr Buddhismus? Für euch, im Alltag, auf der Arbeit, etc.?
Ein feiner Thread und austausch was die "anderen" so tun :D .

Gruß
der Uhltak

Disclaimer:
Bitte frei von Wertung bleiben, nüchtern runter, sodass man was mitnehmen kann, merci :hug:
Ich bemühe mich um Achtsamkeit (nichtwertendes Wahrnehmen) und Güte gegenüber dem Wahrgenommenen. Es klappt nicht durchgehend. Ich versuche, meinen Alltag mit Energie (viriya) zu gestalten.

Ich studiere die Wort Buddhas (bemühe mich, jeden Tag mind. 10 Minuten lang PK zu lesen).

Ich meditiere wöchentlich mit einem ordinierten Lehrer und anderen Laien eine Stunde.
  • In den letzten 24 Stunden habe ich niemanden getötet
  • In den letzten 24 Stunden habe ich nichts gestohlen
  • In den letzten 24 Stunden habe ich niemanden betrogen, vergewaltigt, sexuell ausgebeutet etc.
  • In den letzten 24 Stunden habe ich nicht gelogen
  • In den letzten 24 Stunden habe ich keine berauschenden Mittel, die zur Gewissenslosigkeit führen zu mir genommen.
Das letztere ist Ergebnis eines Verzichts auf alkoholhaltige Gespräche das ich jedes Jahr zum Beginn 50 Tage lang durchziehe. Normalerweise trinke ich gelegentlich Bier oder Wein, aber nie bis zur Gewissenslosigkeit oder zum Kontrollverlust.

Nicht täglich, aber auf jeden Fall in den letzten 24 Stunden lese ich PK Texte, versuche sie zu verstehen und in das einzugliedern, was ich bisher gelernt habe.

Ich versuche konstruktiv an dieser virtuellen Sangha teilzunehmen.

Wahrscheinlich belaste ich unseren Planeten immer noch mehr als unbedingt nötig, aber doch erheblich geringer als der Durchschnittseuropäer, indem ich ein einfaches und bescheidenes Leben führe.
Meditieren, Studieren, richtig Handeln, Vorträge anhören, Fragen stellen, Diskutieren, Nachdenken, Betrachten. An der Sittlichkeit arbeiten, die Brahmaviharas entwickeln, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Güte inklusive Vegetarismus, Tierschutz und Umweltbewusstsein. Achtsamkeit üben und darüber bewusst werden dass alles vergänglich ist und nicht Ich. Gefühle und Gedanken beobachten und Unheilsames möglichst vorbeiziehen lassen und nicht aufgreifen.
Kurzum einfach dranbleiben und üben so viel und so gut es geht. Manchmal mehr, manchmal weniger, zumindest ist es der rote Faden im Leben der immer und überall in jeder Situation zur Verfügung steht, auch wenn ich viel zu oft drauf vergesse.
Hallo Uhltalk,
für mich unterscheidet sich das Leben nicht in Alltag und buddhistischem Verhalten. Ich lebe nach der Achtsamkeitsmethode.
Nach vielen Jahren der Übung und des Be-Greifens, worum es geht, ist das Gedankengut für mich in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn ich mal daneben bin, dann justiere ich mich wieder, aber das ist kein großes Gewieher, einfach zurückziehen, stille werden, anschauen und neu beginnen - wie eine Anfängerin.
Ich fühle mich frei davon, mich irgendwie benennen zu müssen, ich habe sogar eine natürliche Scheu davor, mich als Buddhistin zu bezeichnen. Wenn gefragt, dann antworte ich: "ich folge den Empfehlungen des Buddha - dem achtfachen Pfad - so gut es geht". Aber Ismen sind mir inzwischen fremd geworden.
_()_ Monika
Auf meinem Schreibtisch habe ich einen kleinen Buddha - Ratnasambhava stehen. Der soll mich an Bodhicita erinnern, vor allem an die Qualität des Gleichmutes. Außerdem habe ich eine kleine Gebetsmühle, die ich manchmal benutze, quasi als Anker, wenn die Hektik des Berufes den Dharma "verdrängen" könnte (wenn meine Kollegin im Zimmer ihre Raucherpause macht, drehe ich manchmal die Gebetsmühle). Mittlerweile meditiere ich jeden morgen, ohne dass ich einen inneren Schweinehund überwinden müsste. Bei einer ambulanten OP habe ich im Geiste ein Mantra gemurmelt. Es ist zur Zeit eine schöne Mischung aus Freude, Tatkraft und Achtsamkeit. Und: Leerheit ist wichtig, der Gedanke daran!! Fehler korrigieren, loslassen können, Zweifel benennen und beheben. Jeder Mensch hat Buddhanatur. Tauchen Gier und Hass auf sind diese Geistesgifte lediglich das Resultat einer Illusion von einem Ich, das glaubt, es würde eigenständig existieren.
Hi,
ich lebe ganz einfach nach den Tugendregeln des Achtfachen Weges. Ich fluche längt nicht mehr so schlimm oder lasse es gleich gans sein uva.

kesakambala
Ich komme vom Zen. Meine Praxis ist:

Regelmäßige Sitzpraxis: täglich morgens und abends sitzen, einmal in der Woche im Zentrum mit anderen sitzen, einmal im Monat einen Tag (sechs Stunden) sitzen, und vier mal im Jahr ein drei- bis viertägiges Retreat sitzen.

Ich bemühe mich um absolute Aufrichtigkeit, um klar zu sehen, was abgeht. Dabei gehts nicht darum, anderen das um die Ohren zu hauen, was ich für die Wahrheit halte, sondern mir selbst immer im Klaren darüber zu sein, was in mir abgeht und welche Motive gerade mein Reden und Handeln bestimmten.

Die Basis dafür ist meine Sitzpraxis, in der alles, was ich versuche zu ignorieren, zuverlässig nach oben blubbert. DAs Sitzen befördert die Aufrichtigkeit ungemein. Ich bemühe mich, vor meinen Fehlern nicht die Augen zu verschließen. Das Wort Fehler ist dabei nicht moralisch zu verstehen, sondern eher im sinne von "wo knirscht´s und läuft´s nicht rund, und welche Bedingungen bringen dieses nicht zielführende Verhalten hervor". Ich mache nämlich leider einen dämlichen Fehler nach dem anderen. Offenbar bin ich ein wandelnder Fettnapf.

Ich bemühe mich um Großmuttergeist mir selbst und anderen gegenüber, woanders nennt man das wahrscheinlich Metta, aber den Begriff Metta mag ich nicht, das ist mir zu aktiv. Eine Großmutter hat schon viel Dummheit gesehen und regt sich nicht mehr groß auf. Dieses Bild gefällt mir. Wenn ich also Fehler mache, versuche ich, das mit einer gewissen sachlichen Freundlichkeit zu betrachten. Mein Mantra dazu ist von Ayya Khema: Erkennen, nicht tadeln, ändern.

Ich bemühe mich, die Kai zu praktizieren, vor allem die, die mit Selbstwahrnehmung und Kommunikation zu tun haben: nicht kritisieren, nicht wütend werden, nicht selbstgefällig sein, nicht dogmatisch sein. Dazu gibt es ein sehr gutes Praxisbuch von John Daido Loori: The Heart of Being. Es gibt drei Stufen, auf denen man die Kai praktizieren kann: Das Schlechte unterlassen, das Gute tun, das Gute für die anderen tun. Ich bewege mich im Großen und Ganzen auf Stufe eins, zu Stufe zwei und drei bin ich noch nicht in der Lage.

Ansonsten versuche ich, mich zurückzunehmen, damit ich nicht allzuviel um mich herum kaputtmache. Meine Grundregel habe ich von Alan Watts: Es ist nie zu spät, nichts zu tun.

Damit (Sitzen, Aufrichtigkeit, Großmuttergeist, die Kai und Nichtstun) habe ich alle Hände voll zu tun.
vielen Dank Uhltak für die interessante Frage.

Würde mich nicht als Buddhist bezeichnen und Ismen lehne ich ab.
Allerdings ist mir die Lehre ans Herz gewachsen und mein Denken ist dadurch geprägt.
Meine Praxis ist ein Auf und Ab - eine Zeitlang ist der Kopf sehr dominant dann wieder das
Gefühl. Ein gewisser Schalk gefällt mir, dann nehme ich mich nicht so wichtig.
An sonst versuche ich "im Augenblick" zu sein, ohne Gedanken einfach hier - mal mit starker Präsenz mal mit schwacher Präsenz - so ist es nun mal ;-)
Meditation täglich
Lesen
Anhaftungen loslassen
(Ich war eine Nervensäge :silent:
Ursachen verlöschen lassen
Wirkungen verlöschen lassen
Menschen Mitgefühl geben
Und wieder loslassen
LG :rainbow: :sunny:
Einige aus meinem Bekanntenkreis meinen, dass ich entgegen früheren Zeiten ruhiger und gelassener geworden sei. Sie führen dies jedoch auf das zunehmendes Alter zurück, auf den Buddhismus ist noch keiner gekommen.
hedin02 hat geschrieben:
Einige aus meinem Bekanntenkreis meinen, dass ich entgegen früheren Zeiten ruhiger und gelassener geworden sei. Sie führen dies jedoch auf das zunehmendes Alter zurück, auf den Buddhismus ist noch keiner gekommen.


Womöglich liegt es an den Bekannten.

Ich lebe keinen Buddhismus - ich lebe Leben oder so ähnlich. Ich bin ein bequemer Genussmensch und praktiziere Zazen. Weiß der Geier, wie das möglich war.

Ich bin nicht fähig die silas nur annähernd zu halten - ich mach' da ganz schnell schlapp. Aber ich bin findig und gerissen und habe daher Lösungen gefunden - einen Freundeskreis von integeren Menschen, die mir ein Klima schaffen in dem alle die Gebote halten und es klar ist, wer daneben haut. Einen disziplinarischen Rahmen, der mich aufs Zafu zwingt und die einfache Regel: immer der Nase nach - also eine große Portion Intuition, die ich von meinem Großvater geerbt habe. Ich nenne das inzwischen den Ochsen - oder wie es sonst noch heißt: Bodhai Shin. Es ist eine Art Kompass, auf den ich mich verlassen kann und der mich auf die Mitte ein"nordet".
Ich bekam vor vielen Jahren von meinen Meistern (zum Beispiel dem Dalai Lama) Energieübertragungen. Die Erleuchtung entwickelt sich von alleine. Ich brauche nichts zu tun außer spazieren zu gehen (dreimal am Tag), fernzusehen, an meinen Gedanken zu arbeiten, zu essen und im Bett zu liegen. Letzteres nenne ich Meditation. Desweiteren sehe ich mich als Bodhisattva und rette jeden Tag die Welt, dass heißt meine Welt. Ich spende für Hilfsorganisationen. Ich besuche einmal in der Woche meine alte Mutter und singe mit den Menschen im Altersheim. Ich helfe den Leuten, die ich kenne, auf dem spirituellen Weg. Ich schicke ihnen Licht und tue Gutes, soweit ich kann. Ich biete kostenlose Retreats bei mir an. Ich surfe im Internet und verbreite spirituelle Tagesbotschaften. Ich bringe jeden Tag durch meine spirituellen Übungen (Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga, Atemtechniken, Visualisierungen, Mantras) mich und meine Welt ins Licht, in einen Zustand des Friedens, der Liebe und des Glücks. Ich lebe in der Einheit und glaube, dass ich energetisch mit meinen Mitmenschen verbunden bin und ihnen auch auf diesem Weg helfen kann.

Ich schreibe verrückte spirituelle Bücher, die viele scheiße finden und die trotzdem von sehr vielen gelesen werden. Zitate zu meinem Buddhismusbuch: "Dieses Buch ist so schlecht, dass es mich nicht verwundern würde, stellte sich heraus, es wäre vom chinesischen Regime in Auftrag gegeben worden. Seine Anleitungen zur Meditation sind auf gut deutsch Murks und helfen nicht weiter. Weiter hat er Grundlegendes im Buddhismus nicht verstanden. Als Fazit lässt sich sagen, diesen Buch ist Scharlatanerie. Es verfremdet und verfälscht die buddhistische Lehre und führt einen auf einen Irrweg, ist also eine Irrlehre, um die man einen großen Bogen machen und vor der man warnen sollte. Auch schenkt der Autor der Kraft des positiven Denkens, wo alleine durch den Gedanken "ich lebe wie ein Buddha", der Mensch "sich im Laufe des Lebens in Buddha verwandelt", nicht nur zu viel an naivem Glauben, sondern diese Aussage ist, genau genommen, schlichtweg falsch. Der Erleuchtungsweg wird von anderen Autoren, z.B. Sangharakshita, kompetent und deutlich anders geschildert. Der Denkfehler des Autors beruht in der Annahme, dass die Vorwegnahme des Ziels "Buddha zu werden" auch den Weg bestimmt. Informative aber zu oberflächlich und westlich gefärbte Darstellung des Buddhismus. Dieses Buch ist kein Meisterwerk, das in jeden Haushalt gehört. Sorry, aber im Bett zu liegen und seitenweise Wikipedia zu zitieren, führt ganz sicher nicht zur Erleuchtung. Noch viel lernen du musst, kleiner Buddha..."

fotost hat geschrieben:
  • In den letzten 24 Stunden habe ich niemanden getötet
  • In den letzten 24 Stunden habe ich nichts gestohlen
  • In den letzten 24 Stunden habe ich niemanden betrogen, vergewaltigt, sexuell ausgebeutet etc.
  • In den letzten 24 Stunden habe ich nicht gelogen
  • In den letzten 24 Stunden habe ich keine berauschenden Mittel, die zur Gewissenslosigkeit führen zu mir genommen.
Das letztere ist Ergebnis eines Verzichts auf alkoholhaltige Gespräche das ich jedes Jahr zum Beginn 50 Tage lang durchziehe.


Genau dasselbe mache ich auch. Ich füge noch hinzu: Ich verzichte seit 38 Jahren auf Alkohol und seit 41 Jahren auf das Rauchen. Sitze täglich mindestens einmal, oft zweimal. Und ich bemühe mich grundsätzlich, keinem anderen zu schaden. Und ich bin ein Genußmensch, esse aber nur zweimal täglich hervorragend, aber knapp. Und um den Planeten mache ich mir keine Sorge: Der tut das auch nicht mit mir ...^^
_()_c.d.
crazy-dragon hat geschrieben:
....
Und um den Planeten mache ich mir keine Sorge: Der tut das auch nicht mit mir ...^^
_()_c.d.


Kennst Du den Witz.. ?

Treffen sich 2 Planeten.
Sagt der eine besorgt zum anderen "Wie siehst Du denn aus? Bist Du krank? Deine Atmosphäre ist total vergiftet, deine Gewässer sind dreckig und die Hälfte aller Spezies ist am Aussterben..."
Antwortet der Angesprochene "Du hast Recht, ich hab' wirklich Probleme, seit einiger Zeit habe ich Menschen..."
Sagt der andere "Ach so, das kenn' ich. Da mußt Du nichts machen, ist nicht so schlimm. in hunderttausend Jahren erledigt sich das von ganz alleine.. " 8)

Ok, ok, ok. Ich hab' nicht geschrieben, daß es ein guter Witz ist :lol:

Dann leb' mal weiter Buddhismus..
Ich stehe frühs auf, esse, arbeite, nutze das Klo und geh abends schlafen.

_()_
Uhltak hat geschrieben:
Hallo zusammen,

Wie lebt Ihr Buddhismus? Für euch, im Alltag, auf der Arbeit, etc.?
Ein feiner Thread und austausch was die "anderen" so tun :D .

Gruß
der Uhltak

Disclaimer:
Bitte frei von Wertung bleiben, nüchtern runter, sodass man was mitnehmen kann, merci :hug:


Ich habe lange an ein beständiges Selbst geglaubt. Ein ehemaliger Katholik der in Scheidung lebt (von Gott).
Dieser glaube war eine Täuschung.
Buddhismus hat mich also irgendwie enttäuscht.
Dieser Haufen hier reinigt sein Herz von den verbleibenden Kilesas.

Zwischen zwei Gedanken ruht er sich aus.

Metta und Mudita !

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast