Buddhismus und Politik [OT aus (Un)wort(e) des Jahres 2016]

Moderator: void

Dieser Thread wurde als OT-Thema vom Thread "(Un)wort(e) des Jahres 2016" abgespalten. Spacy ist also nicht der "Threadersteller".void


Die scheinbare Gier der Ratte gehört zu ihrem Überlebenstrieb. Die Gier des Menschen aber auch.
Erst die Projektion der Gier weg vom eigenen Überlebenstrieb hin zur Ausnutzung der Überlebensgier anderer, startete die kulturelle und später die zivilisatorische Entwicklungsspirale des Menschen, an deren derzeitigem Ende wir vor Computern sitzen und über Gier philosophieren.

Gier, Hass und Verblendung sind elementare Bestandteile von Politik. Sie sind Voraussetzung, um in der Politik mitmischen zu können und sie werden in andere induziert, um an der Macht zu bleiben. Insoweit sollte es für einen wirklichen Buddhisten, der sich der Auslöschung dieses Dreierbundes verschrieben hat, schlechterdings möglich sein, sich politisch zu betätigen.
Spacy hat geschrieben:
Insoweit sollte es für einen wirklichen Buddhisten, der sich der Auslöschung dieses Dreierbundes verschrieben hat, schlechterdings möglich sein, sich politisch zu betätigen.


Alles ist gut.
Spacy hat geschrieben:
Die scheinbare Gier der Ratte gehört zu ihrem Überlebenstrieb. Die Gier des Menschen aber auch.
Erst die Projektion der Gier weg vom eigenen Überlebenstrieb hin zur Ausnutzung der Überlebensgier anderer, startete die kulturelle und später die zivilisatorische Entwicklungsspirale des Menschen, an deren derzeitigem Ende wir vor Computern sitzen und über Gier philosophieren.

Gier, Hass und Verblendung sind elementare Bestandteile von Politik. Sie sind Voraussetzung, um in der Politik mitmischen zu können und sie werden in andere induziert, um an der Macht zu bleiben. Insoweit sollte es für einen wirklichen Buddhisten, der sich der Auslöschung dieses Dreierbundes verschrieben hat, schlechterdings möglich sein, sich politisch zu betätigen.


Aus dem Kontext heraus vermute ich, Du meinst 'schlechterdings nicht möglich sein'..

Da könnte was dran sein, wenn man Politik weitgehend mit dem identifiziert, was so bei uns als Politik abläuft. Ich sehe hier keine Robenträger in unseren Parteien etc.
Normale Hausleute dürften zu Wahlen gehen, Mitglieder von Gewerkschaften sein und eventuell aktiv Politik betreiben, mir fällt für Deutschland allerdings auch hier niemand Wichtiges ein.

In Ländern mit einer Bevölkerungsmehrheit von Buddhisten wird es anders aussehen, auch wenn bei den dauernden Skandalen die wir von dort berichtet bekommen der Verdacht naheliegt, daß es sich bei den Machtträgern oft eher um schwächere Buddhisten handelt.

Grundsätzlich zu Deiner Betrachtung - man kann beinahe jedes Verhalten auf seine Auswirkung auf andere hin untersuchen und damit in den Bereich einer politischen Betrachtung ziehen.
Spacy hat geschrieben:
Gier, Hass und Verblendung sind elementare Bestandteile von Politik. Sie sind Voraussetzung, um in der Politik mitmischen zu können und sie werden in andere induziert, um an der Macht zu bleiben. Insoweit sollte es für einen wirklichen Buddhisten, der sich der Auslöschung dieses Dreierbundes verschrieben hat, schlechterdings möglich sein, sich politisch zu betätigen.

Vermutlich meintest du 'unmöglich'.

Ich appelliere hiermit an alle Buddhisten, sich aus der Politik rauszuhalten. :mrgreen:
Der Politik täte es gut und den Buddhisten auch. win-win. :wink:
fotost hat geschrieben:
Spacy hat geschrieben:
Die scheinbare Gier der Ratte gehört zu ihrem Überlebenstrieb. Die Gier des Menschen aber auch.
Erst die Projektion der Gier weg vom eigenen Überlebenstrieb hin zur Ausnutzung der Überlebensgier anderer, startete die kulturelle und später die zivilisatorische Entwicklungsspirale des Menschen, an deren derzeitigem Ende wir vor Computern sitzen und über Gier philosophieren.

Gier, Hass und Verblendung sind elementare Bestandteile von Politik. Sie sind Voraussetzung, um in der Politik mitmischen zu können und sie werden in andere induziert, um an der Macht zu bleiben. Insoweit sollte es für einen wirklichen Buddhisten, der sich der Auslöschung dieses Dreierbundes verschrieben hat, schlechterdings möglich sein, sich politisch zu betätigen.


Aus dem Kontext heraus vermute ich, Du meinst 'schlechterdings nicht möglich sein'..

Da könnte was dran sein, wenn man Politik weitgehend mit dem identifiziert, was so bei uns als Politik abläuft. Ich sehe hier keine Robenträger in unseren Parteien etc.
Normale Hausleute dürften zu Wahlen gehen, Mitglieder von Gewerkschaften sein und eventuell aktiv Politik betreiben, mir fällt für Deutschland allerdings auch hier niemand Wichtiges ein.

In Ländern mit einer Bevölkerungsmehrheit von Buddhisten wird es anders aussehen, auch wenn bei den dauernden Skandalen die wir von dort berichtet bekommen der Verdacht naheliegt, daß es sich bei den Machtträgern oft eher um schwächere Buddhisten handelt.

Grundsätzlich zu Deiner Betrachtung - man kann beinahe jedes Verhalten auf seine Auswirkung auf andere hin untersuchen und damit in den Bereich einer politischen Betrachtung ziehen.


http://www.zeit.de/2011/49/Kapitalismus ... ettansicht

Bruttoinlandsglück....Im Grundsatz keine schlechte Idee wie ich finde ...
Sunu hat geschrieben:
Bruttoinlandsglück....Im Grundsatz keine schlechte Idee wie ich finde ...


Ist zwar ein neues Thema, aber kein schlechtes.

Unsere klassische BIP Betrachtung ergibt in so vielen Bereichen perverse Ergebnisse, daß man den Unfug einfach streichen sollte.
Stero hat geschrieben:
Ich appelliere hiermit an alle Buddhisten, sich aus der Politik rauszuhalten. :mrgreen: Der Politik täte es gut und den Buddhisten auch. win-win. :wink:


Während in einer Monarchie die Souveränität beim Herrscher liegt, ist bei der Demokratie so, dass diese darauf basiert, dass die Staatbürger mit die Verantwortung für ihr Gemeinwesen tragen. Versäumen die Leute diese Pflicht als mündige Staatbürger dann führt das eben genau dazu, dass die Herrschaft in die Hand von Berufspolitikern, Lobbies und Plutokraten fällt.

Ob man als Staatbürger jetzt Buddhist, Klemptner oder Hundebesitzer sollte doch dabei vollkommen egal und keine Entschuldigung sein.

So wie man sich ja auch an die Strassenverkehrsordnung halten muss und sich nicht mit dünnem Stimme rauswinselns kann: "Ich bin aber Buddhist und hafte nicht an Ampelschaltungen".

Nee - ein Verkehrsteilnehmer hat eben seine Pflicht und ein Staatbürger auch.
@void
Während in einer Monarchie die Souveränität beim Herrscher liegt, ist bei der Demokratie so, dass diese darauf basiert, dass die Staatbürger mit die Verantwortung für ihr Gemeinwesen tragen. Versäumen die Leute diese Pflicht als mündige Staatbürger dann führt das eben genau dazu, dass die Herrschaft in die Hand von Berufspolitikern, Lobbies und Plutokraten fällt.
Abgesehen davon, dass es in @steros und meinem Beitrag um die aktive Teilnahme am Politikzirkus (ob als Politiker oder Parteigänger sei dahingestellt) ging, ist das Narrativ des Volkes aka Wählers als Souverän innerhalb einer Demokratie so alt wie falsch. Und was man unter "mündig" verstehen soll, entzieht sich auch meiner Kenntnis. Das der Staat allerdings Bürge(n)r braucht, die für seine ökonomischen wie politischen Schulden gerade zu stehen haben, ist mir dagegen sofort einsichtig.

Vgl. Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten. oder Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen.

Neben Politikern und deren Fußvolk denke ich, dass auch Beamte keine Buddhisten sein können. Wer sich einem Gewaltmonopol aka Staat als Lakai andient, kann nicht in Buddhas Sinne handeln.

Ob man als Staatbürger jetzt Buddhist, Klemptner oder Hundebesitzer sollte doch dabei vollkommen egal und keine Entschuldigung sein.
Oh doch, lieber @void, nur liegt im Gegensatz zu deiner Intention die Entschuldigung darin, dass man als Buddhist, Klemptner oder Hundebesitzer in den Status eines Staatsbürgers gepresst wird. Bei einem Klemptner kann ich die Staatsnähe noch nachvollziehen. Einen Klemptner würde es ohne Staat nicht geben und er ist somit automatisch Nutznießer des staatlichen Gewaltmonopols. Bei Buddhisten und Hundebesitzern sieht die Sache schon ganz anders aus. Als Buddhist im Sinne Buddhas ist man automatisch Antagonist eines Staates.

So wie man sich ja auch an die Strassenverkehrsordnung halten muss und sich nicht mit dünnem Stimme rauswinselns kann: "Ich bin aber Buddhist und hafte nicht an Ampelschaltungen".
Und das, lieber @void, ist eine unzulässige Verquickung. Warum hast du nicht das Verbot von Kindstötung (welches es auch noch nicht soo lange gibt), überhaupt Mord oder Diebstahl gebracht? Oder gar die Ordnungswidrigkeit des öffentlichen Urinierens? Im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens ist es innerhalb einer Gemeinschaft notwendig, sich auf (technische) Regulierungen zu einigen. Manch einer mag diese Regeln als "Unfreiheit" erachten. Für die Allgemeinheit sind sie aber notwendig. Ganz im Gegensatz zu politischen Regulierungen, die letztlich nur "Gier, Hass und Verblendung" fördern.

Nebenbei: Mir kann auch keiner erzählen, dass dieser Ashoka Buddhist im Sinne Buddhas war. Das eine schließt das andere aus. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, dass Erika Merkel Christin in Sinne Jesu ist. Obwohl dieser, im Gegensatz zu Buddha (soweit mir bekannt), sich mit dem Staat arrangiert hatte. Nur hat sich der Staat nicht an dieses Arrangement gebunden gefühlt ;).

Nee - ein Verkehrsteilnehmer hat eben seine Pflicht und ein Staatbürger auch.
Kann es sein, dass du für die Einführung einer Wahlpflicht bist? Damit würdest du neben buddhistischen Grundsätzen (wie willst du diese Pflicht durchsetzen? Durch Sanktionsandrohung oder gar mit offener Gewalt?) auch dem (verlogenen) Narrativ der Demokratie als Ausdruck der freien Meinungsbildung des Volkes (einfach köstlich :lol: ) widersprechen.

@sunu
Zum "Bruttoinlandsglück": Gibt es auch ein "Nettoinlandsglück"? Diese Formulierung ist ein gelungener Coup der systeminternen Propagandaabteilung. Ich bin immer wieder davon fasziniert, wie es dem globalen Machtspin gelingt, selbst solche (schwammigen aber ungemein unterhaltsamen wie scheinbar allgemeingültigen) Begrifflichkeiten zu verwursten und unter ihr Kuratel zu zwingen. Die offene Verquickung mit ökonomischen Thermini zeigt, wo sich die Menschheit befindet - am Ende der moralischen Fahnenstange.
Irgendwie erinnert mich "Bruttoinlandsglück" an "veganes Fleisch" :rofl: .

Grüße

PS: Vielen Dank an @stero und @fotost für die Korrektur meines Vorpostings. Das unmöglich ist mir irgendwie durch die Lappen gegangen.
Spacy hat geschrieben:
Abgesehen davon, dass es in @steros und meinem Beitrag um die aktive Teilnahme am Politikzirkus (ob als Politiker oder Parteigänger sei dahingestellt) ging, ist das Narrativ des Volkes aka Wählers als Souverän innerhalb einer Demokratie so alt wie falsch. Und was man unter "mündig" verstehen soll, entzieht sich auch meiner Kenntnis.


Es gibt eine Tendenz der Begriff Politik so zu verstehen, als bedeutete er eben nur einen Missbrauch von Politik. Aber prinzipiell bedeutet "Politik" ja eben das was die "Polis" - das Gemeinwesen und das Gemeinwohl betrifft. Also all die Fragen, die z.b in einem Dorf anstehen. Also ob ein neues Schimmbad hersoll, ob ein industriegebiet nötig ist usw. Eben all das was alle angeht und wo es deswegen Dikussionen, Initiativen, Kompromisse geben muss.

Natürlich wird dieses "Sprechen fürs Gemeinwohl" sehr häufig für alle Arten der Macht und der Ausbeutung benutzt. Gerade deswegen ist es wichtig, das "Gemeinsame" und "Soziale" (Politische) eben nicht an Berufpolitiker oder einen Staat zu delegieren.

Spacy hat geschrieben:
Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten. oder Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen.


Genau. Und genau das "etwas ändern" oder "etwas sagen" ist Politik. Während die Stimme abzugeben und sich ragieren zu lassen "Nicht-Politik" ist. Es ist eine Orwellsche Sprachverwirrung.

    Im ländlichen Thailand ist ein Wat oft gleichermaßen religiöses Zentrum und Grundschule, Klinik und (Kräuter-)Sauna, Treffpunkt und Gemeinschaftszentrum, Altersheim und kurzfristige Unterkunft für Gäste, wobei die ansässigen Bhikkhus (Mönche) und Mae Chis (weiß gekleidete weibliche Laien, die acht oder zehn Tugendregeln einhalten) als Personal für eine oder mehrere dieser Funktionen dienen.Wat

Das hiesst das Wat ist sozusagen das was bei den Römern das Forum war - der Ort des Sozialen. Und erst indem man das "Gemeinschaftliche" outsourct und sich von einer Staatmaschine, Politikern und Beamten verwalten lässt - seine Stimme und sein Handeln abgibt - wird man "unpolitisch" zur Verfügungsmasse und zum Untertan.
Ist doch immer lustig und anregend, wenn mal jemand um die Ecke denkt.

Nur damit das Wortspiel nicht in falsche Hälse gerät - etymologisch hat das Wort Bürger nichts mit bürgen oder Bürge zu tun.

Das Wort Bürger (mhd. burgare, borger, abd. burgeri, noch früher borgere) geht zurück auf den Begriff Burg.

Im weitesten Sinn also Menschen, die in oder nahe einer Burg in stadtähnlichen Strukturen gelebt haben. Wortzusammensetzungen wie burgware, borgwaran deuten einen Zusammenhang mit Verteidigung dieser frühen Städte an. Burgwehr.

Zentral ist hier die Abgrenzung zum weit überwiegenden Teil der Bevölkerung, der Bauernschaft, die in fast anarchischen, auf Selbstversorgung ausgerichteten Einheiten gelebt haben (sieht man einmal vom System der Leibeigenschaft und dem Lehenswesen ab.)
void hat geschrieben:
Es gibt eine Tendenz der Begriff Politik so zu verstehen, als bedeutete er eben nur einen Missbrauch von Politik. Aber prinzipiell bedeutet "Politik" ja eben das was die "Polis" - das Gemeinwesen und das Gemeinwohl betrifft. Also all die Fragen, die z.b in einem Dorf anstehen. Also ob ein neues Schwimmbad hersoll, ob ein Industriegebiet nötig ist usw. Eben all das was alle angeht und wo es deswegen Diwkussionen, Initiativen, Kompromisse geben muss.

Natürlich wird dieses "Sprechen fürs Gemeinwohl" sehr häufig für alle Arten der Macht und der Ausbeutung benutzt. Gerade deswegen ist es wichtig, das "Gemeinsame" und "Soziale" (Politische) eben nicht an Berufpolitiker oder einen Staat zu delegieren.

In diesem ZUsammenhang sind dann auch etwa Wutbürger oder Menschen, die konsequent die bisherige mediale Gleichschaltung etwa als 'Lügenpresse' bezeichnen un-politisch oder Politik-verdrossen nur im Sinn eines ausschließlich machtpolitisch orientierten Politikverständnisses.
fotost hat geschrieben:
In diesem ZUsammenhang sind dann auch etwa Wutbürger oder Menschen, die konsequent die bisherige mediale Gleichschaltung etwa als 'Lügenpresse' bezeichnen un-politisch oder Politik-verdrossen nur im Sinn eines ausschließlich machtpolitisch orientierten Politikverständnisses.


Ja, das ist so. Im Sinne einer Demokratie ist es ja prinzipiell gut, wenn Leute für sich selber denken, sich engagieren, auf die Strasse gehen, Bürgerinitiativen gründen usw. Aber aus der Sicht des "politischen Betriebs" ist das ersteinmal etwas ärgerliches was den Betrieb stört.

Im Prinzip ist politische Mitsprache immer etwas, was die Regiernden stört. Denn wenn es nach denen ging, sollte ja möglichst wenig in Frage gestellt oder diskutiert werden. Es ist sehr nervig, wenn du da ein Megaprojekt hinsetzten willst, und dann kommen die Naturschützer oder die Anwohner mit ihren Interessen und wollen mitreden, in Frage stellen, Änderungen vorschlagen - lauter Hindernisse.
Die meisten Politiker denken nur von heute auf morgen und dabei auch nur an materielle Dinge, mit denen sie den Bürger bzw. den Wähler für sich überzeugen können. Dass das Gefühl der Geborgenheit und der Zufriedenheit in einer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert einnimmt, haben sie vollkommen aus den Augen verloren.
Parolen wie: „den Bürger ist es noch nie so gut gegangen wie heute“ und „wir schaffen Wachstumm, Wachstum…“ bestätigen diese Annahme.
Der Bürger ist wesentlich sensibler als die Herren und Damen Politiker es wahr haben wollen, er spürt dass ihm derzeit eine Fata Morgana vorgegaukelt wird und das bringt er, wenn auch auf die unterschiedlichste Art und Weise, zum Ausdruck.

Unter den Menschen in unserem Lande gibt es einen nicht geringen Anteil, dem es nicht gut geht.
Dann gibt es einen Teil, dem es noch ganz gut geht, der aber eine Tendenz zu erkennen glaubt, dass der augenblickliche Lebensstandard unter den gegebenen Umständen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.
Ein ganz kleiner Teil der Gesellschaft hat mit all dem nichts zu tun, der kann abwarten und Tee trinken
hedin02 hat geschrieben:
..
Der Bürger ist wesentlich sensibler als die Herren und Damen Politiker es wahr haben wollen, er spürt dass ihm derzeit eine Fata Morgana vorgegaukelt wird und das bringt er, wenn auch auf die unterschiedlichste Art und Weise, zum Ausdruck.

Unter den Menschen in unserem Lande gibt es einen nicht geringen Anteil, dem es nicht gut geht.
Dann gibt es einen Teil, dem es noch ganz gut geht, der aber eine Tendenz zu erkennen glaubt, dass der augenblickliche Lebensstandard unter den gegebenen Umständen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.
Ein ganz kleiner Teil der Gesellschaft hat mit all dem nichts zu tun, der kann abwarten und Tee trinken

Ich vermute, unsere (deutsche) Gesellschaft hat noch nie in der Nachkriegszeit ein derart massives Auseinanderklaffen erlebt zwischen dem privaten 'Mir persönlich geht es gut' und dem gesellschaftlichen 'Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden'.

Nur wer das wirklich versteht wird eine Zukunft gestalten können, in der sich die große Mehrheit mitgenommen fühlt.
fotost hat geschrieben:
hedin02 hat geschrieben:
..
Der Bürger ist wesentlich sensibler als die Herren und Damen Politiker es wahr haben wollen, er spürt dass ihm derzeit eine Fata Morgana vorgegaukelt wird und das bringt er, wenn auch auf die unterschiedlichste Art und Weise, zum Ausdruck.

Unter den Menschen in unserem Lande gibt es einen nicht geringen Anteil, dem es nicht gut geht.
Dann gibt es einen Teil, dem es noch ganz gut geht, der aber eine Tendenz zu erkennen glaubt, dass der augenblickliche Lebensstandard unter den gegebenen Umständen nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.
Ein ganz kleiner Teil der Gesellschaft hat mit all dem nichts zu tun, der kann abwarten und Tee trinken

Ich vermute, unsere (deutsche) Gesellschaft hat noch nie in der Nachkriegszeit ein derart massives Auseinanderklaffen erlebt zwischen dem privaten 'Mir persönlich geht es gut' und dem gesellschaftlichen 'Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden'.

Nur wer das wirklich versteht wird eine Zukunft gestalten können, in der sich die große Mehrheit mitgenommen fühlt.


Was ist gut ? Was ist schlecht ?
Es wird öffentlich viel kritisiert und gemeckert...ein Zeichen, dass es den Menschen in einem Staat ganz "gut" geht im Sinne von "frei".
Auf der anderen Seite ...Warum wird dann soviel kritisiert und gemeckert?
Sunu hat geschrieben:
..Warum wird dann soviel kritisiert und gemeckert?


Mit Verlaub; weil gelogen wird dass sich die Balken biegen.

Die sogenannte Freiheit gibt es nicht, die Menschen schlittern immer mehr in die staatliche Abhängigkeit ab, u.z. im wirtschaftlichen, als auch im sozialen Bereich.
Und das ständiges angeprangerte Wachstum, das den eigenen Wohlstand aufrechterhalten soll, wirft doch die Frage auf: „woher nehmen, wenn nicht stehlen“.
Die bestohlenen kommen dann dorthin, wo sie das Diebesgut vermuten. :roll:

PS: Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich gehöre zu denjenigen, denen es sehr gut geht...........noch.
hedin02 hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
..Warum wird dann soviel kritisiert und gemeckert?


Mit Verlaub; weil gelogen wird dass sich die Balken biegen.

Die sogenannte Freiheit gibt es nicht, die Menschen schlittern immer mehr in die staatliche Abhängigkeit ab, u.z. im wirtschaftlichen, als auch im sozialen Bereich.
Und das ständiges angeprangerte Wachstum, das den eigenen Wohlstand aufrechterhalten soll, wirft doch die Frage auf: „woher nehmen, wenn nicht stehlen“.
Die bestohlenen kommen dann dorthin, wo sie das Diebesgut vermuten. :roll:

PS: Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich gehöre zu denjenigen, denen es sehr gut geht...........noch.


Absolute Freiheit gibt es nicht, kann es nicht geben..trotzdem sind die Menschen in unserem Staat relativ frei...wann durfte/konnte z.b. so frei kritik am Staat geübt werden wie heute ?
Sunu hat geschrieben:
wann durfte/konnte z.b. so frei kritik am Staat geübt werden wie heute ?


Davon kann man aber keine Familie ernähren.
hedin02 hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
wann durfte/konnte z.b. so frei kritik am Staat geübt werden wie heute ?


Davon kann man aber keine Familie ernähren.


Wann mussten jemals so wenige Menschen in unserem Staat hunger leiden wie heute . Muss hier jemand überhaupt noch hunger leiden ?
Spacy hat geschrieben:
Vgl. Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie schon längst verboten. oder Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen.

Das ist natürlich eine Überzeichnung, denn es gibt ja andere Möglichkeiten der Einflussnahme.
Aber Demokratie, wie sie 'verkauft' wird, ist letztendlich ein irrationales Konstrukt: die freie Wahl ist das vermeintlich Entscheidende.
Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich das System durch die Veranstaltung von Wahlen selbst legitimiert. Deshalb wird auf die Wahlbeteiligung so viel Wert gelegt und deshalb legitimieren selbst Systemgegner, wenn sie sich mit einer Partei zur Wahl stellen, das System, das sie eigentlich ablehnen. Das ist die Absurdität. Jemand der das System ablehnt, dürfte sich unter keinen Umständen an Wahlen beteiligen, sich weder wählen lassen noch selbst wählen, denn seine Beteiligung trägt zur allgemeinen Wahlbeteiligung bei, die das System erneut legitimiert.

Man stelle sich doch mal die Frage: Was passierte eigentlich, wenn morgen Wahl wäre, aber keiner hinginge?

Und ... was würde passieren? Diese Demokratie würde dann ganz natürlich zur Diktatur werden. Warum? Weil sich der Staat nicht selbst auflösen würde, sondern fortbestünde, weiterhin für 'Recht und Ordnung' sorgen würde, es aber keinerlei Legitimation mehr dafür gäbe. 8)
Sunu hat geschrieben:
Wann mussten jemals so wenige Menschen in unserem Staat hunger leiden wie heute . Muss hier jemand überhaupt noch hunger leiden ?


Das ist doch das Dilemma, das die führende Elite nicht begreift.
Anstatt Almosen in Form von allen möglichen Zuschüssen zu verteilen, wäre es Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass sich jeder arbeitsfähige Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten selber fortbringen kann. Ich glaube sogar im Grundgesetz ist darüber was vermerkt.
Wenn ich von Lügen spreche, dann beginnen diese schon bei der Erfassung der Arbeitslosigkeit, dort werden alle 1 Euro Jobber, vorübergehende Aushifstätigkeiten und alle sonstigen Geringstverdiener herausgerechnet. Der „Staat“ bietet dann im Gegenzug diesen bedauernswerten Menschen Hilfen/Almosen jeglicher Form an. Die Schaffung von derartigen Abhängigkeiten ist nicht nur Menschen unwürdig sondern gleicht zudem einer modernen Sklavenhaltung.
Alles sehr interessante und, ich gebe es zu, für mich / uns ( + Frau ), belustigende Sichtweisen.

Ausnahme: @steros Ansatz - der hat Potential 8)
Spacy hat geschrieben:
Ausnahme: @steros Ansatz - der hat Potential 8)


Ja weil er nichts zur Sache bringt, nur außen rum philosophiert. 8)
hedin02 hat geschrieben:
Der „Staat“ bietet dann im Gegenzug diesen bedauernswerten Menschen Hilfen/Almosen jeglicher Form an. Die Schaffung von derartigen Abhängigkeiten ist nicht nur Menschen unwürdig sondern gleicht zudem einer modernen Sklavenhaltung.

Seltsam die Errungeschaften des Sozialstaats als "Sklavenhaltung" zu bezeichnen und zu fordern, die Leute sollten doch lieber arbeiten. Erstens verdreht das die Tatsachen, denn "Sklavenhaltung" ist genau das Gegenteil von Sozialleistungen: viel Arbeit und wenig / kein Geld dafür. Zweitens hat der Staat keinen Vorteil davon, Geld ohne Gegenleistung zu zahlen und tut daher sicherlich, was er kann, um genau das nach Möglichkeit zu vermeiden. Indem Menschen die keine Arbeit finden geholfen wird, hält man sie ja auch nicht abhängig in dem Sinne, dass sie nicht mehr arbeiten dürften. Im Gegenteil: es wird alles versucht, um die Leute wieder in die Arbeit zu bringen bis hin zu massiven Sanktionen bei den Leistungen wenn jemand sich nicht vernünftig um neue Arbeit bemüht.

(Übrigens bin ich Fan der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens; es muss aber richtig ausgestaltet werden, wie das gehen könnte wird ja weltweit an verschiedenen Stellen schon erprobt...)
hedin02 hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Wann mussten jemals so wenige Menschen in unserem Staat hunger leiden wie heute . Muss hier jemand überhaupt noch hunger leiden ?


Das ist doch das Dilemma, das die führende Elite nicht begreift.
Anstatt Almosen in Form von allen möglichen Zuschüssen zu verteilen, wäre es Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass sich jeder arbeitsfähige Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten selber fortbringen kann. Ich glaube sogar im Grundgesetz ist darüber was vermerkt.
Wenn ich von Lügen spreche, dann beginnen diese schon bei der Erfassung der Arbeitslosigkeit, dort werden alle 1 Euro Jobber, vorübergehende Aushifstätigkeiten und alle sonstigen Geringstverdiener herausgerechnet. Der „Staat“ bietet dann im Gegenzug diesen bedauernswerten Menschen Hilfen/Almosen jeglicher Form an. Die Schaffung von derartigen Abhängigkeiten ist nicht nur Menschen unwürdig sondern gleicht zudem einer modernen Sklavenhaltung.


Ich glaube stark, dass ein " klassischer" Sklave liebend gerne mit einem dieser modernen Sklaven getauscht hätte....Denn auch die Bedingungen der "Sklaven" ( wenn man sie wirklich unbedingt so nennen will) haben sich signifikant "gebessert"... Oder etwa nicht ?
hedin02 hat geschrieben:
Das ist doch das Dilemma, das die führende Elite nicht begreift.
Sei dir gewiss, dass die Elite begreift! Besser als jeder von uns!
Anstatt Almosen in Form von allen möglichen Zuschüssen zu verteilen, wäre es Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass sich jeder arbeitsfähige Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten selber fortbringen kann. Ich glaube sogar im Grundgesetz ist darüber was vermerkt.
Ich verrate dir mal was: Die Aufgabe eines jeglichen Staates ist einzig und allein die Sicherung der Macht der "Eliten". Das, was du glaubst, was im Grundgesetz steht, ist jederzeit austauschbar und nur Propaganda. Du sagst es doch selbst: "jeder arbeitsfähige Bürger"! Wer legt das fest? Was ist "arbeitsfähig"? Und überhaupt: Was ist "Arbeit"?

Na aber Hallo bringt/trägt @stero etwas zur Sache bei. Schließlich stellt er fest, dass Demokratie ihres eigenen Gründungsmythos beraubt, ihr wahres Gesicht zeigt: Diktatur!
Es ist doch so, dass Freiheit, glück und leid etwas relatives ist.. Wenn ich kein Dach über den Kopf habe und es ist kalt, dann freu ich mich wie ein Schneekönig über ein Lagerfeuer in einer Bretterhütte....zumindest solange, bis es mir warm ist...dann ist die Freude schnell vergessen und die Bretterhütte muss behaglicher gemacht werden....dann muss eine Steinhütte her usw..... Wenn man dann schon fast alles hat und die Relation schon ziemlich hochangesetzt ist, wird es schwierig noch einen drauf zu setzen, da herrscht sowieso schon in vielen Lebensbereichen eine Übersättigung, die einem sehr schnell zum Hals heraus hängen kann... Zum Glück gibt es das Tv und die Medien...da kann man sich das Leid der anderen reinziehen, um dann festzustellen, dass es einen persönlich doch relativ gut zu gehen scheint...So Richtig befriedigend ist das aber alles nicht... Immerhin hat man aber einen Grund zu meckern...
"Freiheit" ist wie (Bruttoinlands)"Glück" die totale Verarsche (sorry). Und da ist es egal, ob man davor d as Adjektive "absolut" oder "relativ" benutzt. Das Relativieren war ja schon immer eine Domäne der Demokraten :lol:
Spacy hat geschrieben:
Alles sehr interessante und, ich gebe es zu, für mich / uns ( + Frau ), belustigende Sichtweisen.

Ausnahme: @steros Ansatz - der hat Potential 8)


Wir sind ganz viele Leute auf der Erde und wir müssen irgendwie zusammen auskommen.

Natürlich kann man viel über das System schimpfen und sich unglaublich eingeschränkt fühlen. Aber vieles was wir als entfremdend und unterdrückend empfinden, kommt ja aus der Organisationstruktur selbst.

Wenn es nur wenige Leute wären, dann ging ja so etwas wie ein egaliäres Jäger-Sammler-Dasein, aber der Zug ist ja längst abgefahren. Mit der Anzahl der Menschen wird auch deren Organisationsform komplexer, weswegen es bei einer so weltumspannden Zivilisation der einzelne in eine "domestizierte Form" zivilisiert bzw dressiert wird. In seinem Buch "Das Unbehagen in der Kultur" schreibt Freud ja, dass diese Dressur ein schmerzhafter Prozess der Triebversagung ist, der zahlreiche Neurosen, Entfremdung und Schuldgefühle hervorbringt.

Weswegen da ganz viele der domestizierten Schosshunde davon träumen, ein einsamer Wolf zu sein, aber das bedeutet ja nur, die vielen anderen wegzudenken. Denn im Endeffekt bringt das gemeinsame Leben gegenüber einer autonomen Existenz doch so viele Vorteile, das man es mit "Unbehagen" erträgt. ( Bei mir im Dorf gibt es einen Bauern der hat Gänse, und eigentlich ist der Zaun so läppisch, dass die durch gehen und wohl auch in den Wald könnten - sie kommen aber natürlich alle wieder, weil es da ja Futter gibt)

Und dann braucht man vielleicht andere Wege, um mit dem Unbehagen fertig zu werden. Also vielleicht in dem man sich selber intern nicht als Teil ded Ganzes sieht sondern nur so als Wolf der zufällig unter die rosa Pudel geraten ist und auch nur ganz zufällig ebenfalls diese Farbe hat.

Ich finde eusoziale ( staatenbildende) Tiere wie Ameisen oder Bienen sehr interessant. Am interessantesten ist aber der Nacktmull der ja das einzige eusoziale Säugetier ist. Ich glaube er ist deswegen so eklig, weil wir uns in ihm wiedererkennen.

Spacy hat geschrieben:
Ich verrate dir mal was: Die Aufgabe eines jeglichen Staates ist einzig und allein die Sicherung der Macht der "Eliten".


Villeicht ist das auch nur sekundä?. Bei den Ameisen ergeben sich ja durch die Arbeitsteilung auch "Kasten" als "Organe". Kann man sich einen mesopotanischen Stadtstaat ohne Könige und Priester vorstellen? Ich glaube die ergeben sich aus der Struktur.
Spacy hat geschrieben:
hedin02 hat geschrieben:
Das ist doch das Dilemma, das die führende Elite nicht begreift.
Sei dir gewiss, dass die Elite begreift! Besser als jeder von uns!
Anstatt Almosen in Form von allen möglichen Zuschüssen zu verteilen, wäre es Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass sich jeder arbeitsfähige Bürger im Rahmen seiner Möglichkeiten selber fortbringen kann. Ich glaube sogar im Grundgesetz ist darüber was vermerkt.
Ich verrate dir mal was: Die Aufgabe eines jeglichen Staates ist einzig und allein die Sicherung der Macht der "Eliten". Das, was du glaubst, was im Grundgesetz steht, ist jederzeit austauschbar und nur Propaganda. Du sagst es doch selbst: "jeder arbeitsfähige Bürger"! Wer legt das fest? Was ist "arbeitsfähig"? Und überhaupt: Was ist "Arbeit"?

Na aber Hallo bringt/trägt @stero etwas zur Sache bei. Schließlich stellt er fest, dass Demokratie ihres eigenen Gründungsmythos beraubt, ihr wahres Gesicht zeigt: Diktatur!


Wer nach der absoluten Freiheit sucht, wird nie wirklich frei...Denn er wendet sich selbst noch von der letzten und einzigen Freiheit entäuscht ab, die ihm bleibt und nennt sie Diktatur....

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