(Un)wort(e) des Jahres 2016

Moderator: void

Das Unwort des Jahres 2016 wird wohl in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Gestern wurde das "Wort des Jahres" verkündet:

Wort des Jahres 2016 in Deutschland : postfaktisch

Auf Platz 2 kam "Brexit", auf Platz 3 "Silvesternacht".

Satz des Jahres: "Oh, wie schön ist Panama"

Auch Österreich hat "gewählt" :wink: und das Ergebnis zeigt, dass das Land das ganze Jahr 2016 von Anfang bis Ende von der BP-Wahl heimgesucht wurde:

Wort des Jahres 2016 in Österreich: Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung

Auf Platz 2 "Bundesheinzi", auf Platz 3 "arschknapp"

Unwort des Jahres "Öxit"

Spruch des Jahres: "Bundespräsidentenwahl 2016-2019: Ich war dabei!"

Un-Spruch des Jahres: "Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist" (Norbert Hofer)
Elke hat geschrieben:
Auch Österreich hat "gewählt" :wink: und das Ergebnis zeigt, dass das Land das ganze Jahr 2016 von Anfang bis Ende von der BP-Wahl heimgesucht wurde:

Wort des Jahres 2016 in Österreich: Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung


Es ist so ein grauer Tag hier - 13:45 und volle Beleuchtung nötig..
Da ist so etwas eine schöne Bereicherung 8)

Danke Elke und Dir (und allen anderen im Forum) ein tolles Wochenende :D



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Nochmal Deinen Post gelesen. Es ist unheimlich, wie unterschiedlich Menschen Worte verstehen. Postfaktisch.. Hmmm
Elke hat geschrieben:
Wort des Jahres 2016 in Österreich: Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung


Das Wort des Jahres finde ich viiiiiiiiiiiel besser wie das Wort "postfaktisch" :lol:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Elke hat geschrieben:
Wort des Jahres 2016 in Österreich: Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung


Das Wort des Jahres finde ich viiiiiiiiiiiel besser wie das Wort "postfaktisch" :lol:


Ich finde das Wort "Fahrradventil" sehr gut, weil sich da das Wort "Advent" drin versteckt.

Schade das es nicht sowas wie das Gegenteil eines "Unwort" gibt.
void hat geschrieben:
...

Ich finde das Wort "Fahrradventil" sehr gut, weil sich da das Wort "Advent" drin versteckt.

Schade das es nicht sowas wie das Gegenteil eines "Unwort" gibt.

Doch, früher wenigstens gab es sowas auch. Irgendwann in den 90ern war es mal das Wort "Habseligkeiten" - das fand die Jury damals zu schön.

Edit: Hab's gefunden: "Schönstes Wort des Jahres 2004” (nicht 90er) http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 24670.html
Es gibt übrigens auch die "Gebärde des Jahres", wie ich kürzlich erfahren habe.

Der Schweizer Gehörlosenbund hat die Gebärde für "Trump" auf Platz 1 gesetzt.
Das Unwort des Jahres 2016 wurde heute bekannt gegeben:

"Volksverräter" ist das Unwort des Jahres 2016
Elke hat geschrieben:
Das Unwort des Jahres 2016 wurde heute bekannt gegeben:

"Volksverräter" ist das Unwort des Jahres 2016

Ich find das ist ein schönes Wort. :upsidedown:

Was heißt da 'diffamierend'? Ich finde 'postfaktisch' auch diffamierend oder 'fake news' :mrgreen:

Was unterscheidet 'fake news' von 'Lügenpresse'? 8)
Stero hat geschrieben:
Was unterscheidet 'fake news' von 'Lügenpresse'? 8)


Ganz einfach:

"Lügenpresse" ist ein Wort aus der Nazizeit und wurde damals wie heute benutzt, um Presse mit einer anderen Meinung als der eigenen Meinung zu diffamieren. I.d.R. kann man der so bezeichneten Presse sicherlich einiges vorwerfen, aber nicht dass sie mit schädlicher Absicht bewusst täuschen würde.

"Fake News" sind dagegen per Definition bewusst und von Grund auf gelogene Darstellungen, die aus rein manipulativer Absicht zur Erzeugung von Profit oder zur postfaktischen Beeinflussung demokratischer Prozesse gestaltet werden.

Die sog. "Lügenpresse" produziert also hauptsächlich Ergebnisse der Bemühung um Objektivität, Ausgewogenheit und Wahrheit. Die Absicht dabei ist in erster Linie "Information"

Die sog. "fake news" enthalten dagegen hauptsächlich Ergebnisse des Versuchs einer bewussten Täuschung über Geschehnisse und/oder deren Interpretation oder Einordnung. Die Absicht dabei ist in erster Linie "Manipulation".
kilaya hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Was unterscheidet 'fake news' von 'Lügenpresse'? 8)


Ganz einfach:

"Lügenpresse" ist ein Wort aus der Nazizeit und wurde damals wie heute benutzt, um Presse mit einer anderen Meinung als der eigenen Meinung zu diffamieren. I.d.R. kann man der so bezeichneten Presse sicherlich einiges vorwerfen, aber nicht dass sie mit schädlicher Absicht bewusst täuschen würde.

"Fake News" sind dagegen per Definition bewusst und von Grund auf gelogene Darstellungen, die aus rein manipulativer Absicht zur Erzeugung von Profit oder zur postfaktischen Beeinflussung demokratischer Prozesse gestaltet werden.

Die sog. "Lügenpresse" produziert also hauptsächlich Ergebnisse der Bemühung um Objektivität, Ausgewogenheit und Wahrheit. Die Absicht dabei ist in erster Linie "Information"

Die sog. "fake news" enthalten dagegen hauptsächlich Ergebnisse des Versuchs einer bewussten Täuschung über Geschehnisse und/oder deren Interpretation oder Einordnung. Die Absicht dabei ist in erster Linie "Manipulation".


Es handelt sich bei beiden um Kampfbegriffe, nur die Lager, die diese jeweils verwenden, unterscheiden sich.
Stero hat geschrieben:
Es handelt sich bei beiden um Kampfbegriffe, nur die Lager, die diese jeweils verwenden, unterscheiden sich.

Sehe ich nicht so. "Lügenpresse" ist ganz klar ein Lager-Kampfbegriff. Aber "fake news" kann verschiedenste Formen annehmen und ist keinem bestimmten Lager zuzuordnen - also kann auch kein bestimmtes Lager den Begriff exklusiv benutzen. Ein nicht unerheblicher Teil der "fake news" - Produzenten ist überhaupt nicht politisch und würde jedes beliebige Thema ausschlachten, das Klicks und damit Geld bringt. Staaten benutzen "fake news" um andere Staaten zu schwächen, usw. Und ja, es gibt auch "fake news" als Lager-Kampfmittel, aber das ist auf kein Lager beschränkt. Auch wenn - statistisch nachgewiesen - der überwiegende Teil der politischen "fake news" aus mehr oder weniger rechten "Lagern" stammt.

Als Fazit bedeutet das: die Nutzung des Begriffs "Lügenpresse" ist ein Mittel der rechten Lager, und der Grossteil der politischen "fake news" sind auch ein Mittel der rechten Lager. Sie nutzen also das altbekannte (ursprünglich wortmagische) Mittel, dem Gegner genau das präventiv vorzuwerfen, was man selbst tut oder beabsichtigt zu tun.
kilaya hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Es handelt sich bei beiden um Kampfbegriffe, nur die Lager, die diese jeweils verwenden, unterscheiden sich.

Sehe ich nicht so.

Ich schon. Ich gehöre nämlich nicht deinem Lager an.
Zur Begründung:
Er sei undifferenziert und diffamierend und würde "das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft" abwürgen.


Da fallen mir allerdings mehrere Wörter ein, die diese Eigenschaften besitzen: Zuletzt das Wort "Nafri" u.s.w.
Stero hat geschrieben:
kilaya hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Es handelt sich bei beiden um Kampfbegriffe, nur die Lager, die diese jeweils verwenden, unterscheiden sich.

Sehe ich nicht so.

Ich schon. Ich gehöre nämlich nicht deinem Lager an.


Dieses Denken in Lagern ist meines nicht.
Wenn man aber unbedingt in solchen Begriffen zu denken vorhat sollte man sich deutlich machen, wo abgestimmt wird (oder wo die Zugehörigkeit deutlich wird).

Was die Presse angeht am Zeitungskiosk und was die Funkmedien angeht an der Fernbedienung.
In beiden Fällen ist das "linke" Lager im absoluten Sturzflug begriffen, was dann wieder Systemdenkern, die gerne in Lagerbegriffen zusammenfassen, das Öffentlichkeitsverhalten eines der Lager erklären würde.
fotost hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
kilaya hat geschrieben:
Sehe ich nicht so.

Ich schon. Ich gehöre nämlich nicht deinem Lager an.


Dieses Denken in Lagern ist meines nicht.

Meines schon. :lol:

fotost hat geschrieben:
Was die Presse angeht am Zeitungskiosk und was die Funkmedien angeht an der Fernbedienung.
In beiden Fällen ist das "linke" Lager im absoluten Sturzflug begriffen, was dann wieder Systemdenkern, die gerne in Lagerbegriffen zusammenfassen, das Öffentlichkeitsverhalten eines der Lager erklären würde.

Also doch deines auch :mrgreen:
Stero hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Was die Presse angeht am Zeitungskiosk und was die Funkmedien angeht an der Fernbedienung.
In beiden Fällen ist das "linke" Lager im absoluten Sturzflug begriffen, was dann wieder Systemdenkern, die gerne in Lagerbegriffen zusammenfassen, das Öffentlichkeitsverhalten eines der Lager erklären würde.

Also doch deines auch :mrgreen:


Who cares ?
Ich sehe einfach was geschieht. Einige Entwicklungen halte ich für förderlich, andere nicht. Einiges ist hilfreich, anderes nicht.
Ich denke nicht in Lagern, habe ich noch nie, und gehöre auch keinem Lager an. Obwohl ich im Zweifel klare Tendenzen habe, kann ich immer auch Teile der Sichtweise anderer respektieren oder sinnvoll finden. z.B. finde ich die Vision eines multikulturellen Miteinander die man oft im linken Spektrum findet sehr reizvoll, aber halte sie in der Praxis teilweise für naiv.
kilaya hat geschrieben:
Ich denke nicht in Lagern, habe ich noch nie, und gehöre auch keinem Lager an. Obwohl ich im Zweifel klare Tendenzen habe, kann ich immer auch Teile der Sichtweise anderer respektieren oder sinnvoll finden. z.B. finde ich die Vision eines multikulturellen Miteinander die man oft im linken Spektrum findet sehr reizvoll, aber halte sie in der Praxis teilweise für naiv.

Kannst du mir dieses "naiv" eventuell näher darlegen?
Und wie sagte schon unser heiß geliebter, leider viel zu früh verstorbener Altbundeskanzler Schmidt: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."
Gruß
"Multikulti" setzt eine hohe persönliche Anpassungsfähigkeit zugrunde, zu der manche Menschen schlicht (noch) nicht in der Lage sind. Damit meine ich sowohl "heimische" Menschen die sich vom "Fremden" bedroht fühlen als auch zugezogene Menschen, die sich nicht in die Kultur ihrer neuen Heimat integrieren wollen oder können.

Naiv ist also, zu glauben*, man könne alles einfach unreguliert in einen Topf werfen, 1 mal kräftig umrühren und schon würden alle fröhlich miteinander tanzen.

* Das hat sicherlich auch Merkel nicht geglaubt, ich denke eher dass da sehr komplexe Überlegungen hinter stecken. Sich einfach direkt abschotten, kann man sich mit der deutschen Vergangenheit im Nacken politisch nicht erlauben. Ein gewisses Maß an Zuwanderung ist ohnehin nötig. Also warum nicht wenn die Not am ärgsten ist, als Vorreiter guten Verdienst aufbauen und so eine Vorlage bieten (über 1 Mio Menschen!) dass man in der Folge, wenn man Begrenzungen aufbaut, immer darauf verweisen kann und sagen kann: "jetzt mach Du das erstmal nach, dann können wir weitersehen". Anders ausgedrückt: die neuerliche Abschottungspolitik wäre sehr viel schwerer umzusetzen, wenn man nicht dieses "Polster" hätte.
kilaya hat geschrieben:
"Multikulti" setzt eine hohe persönliche Anpassungsfähigkeit zugrunde, zu der manche Menschen schlicht (noch) nicht in der Lage sind. Damit meine ich sowohl "heimische" Menschen die sich vom "Fremden" bedroht fühlen als auch zugezogene Menschen, die sich nicht in die Kultur ihrer neuen Heimat integrieren wollen oder können.

Naiv ist also, zu glauben*, man könne alles einfach unreguliert in einen Topf werfen, 1 mal kräftig umrühren und schon würden alle fröhlich miteinander tanzen.

* Das hat sicherlich auch Merkel nicht geglaubt, ich denke eher dass da sehr komplexe Überlegungen hinter stecken. Sich einfach direkt abschotten, kann man sich mit der deutschen Vergangenheit im Nacken politisch nicht erlauben. Ein gewisses Maß an Zuwanderung ist ohnehin nötig. Also warum nicht wenn die Not am ärgsten ist, als Vorreiter guten Verdienst aufbauen und so eine Vorlage bieten (über 1 Mio Menschen!) dass man in der Folge, wenn man Begrenzungen aufbaut, immer darauf verweisen kann und sagen kann: "jetzt mach Du das erstmal nach, dann können wir weitersehen". Anders ausgedrückt: die neuerliche Abschottungspolitik wäre sehr viel schwerer umzusetzen, wenn man nicht dieses "Polster" hätte.

*facepalm*
Ein "facepalm" zu einem Posting mit unterschiedlichen Aussagen ist nicht mal eine Nullaussage, wenn man nicht dazu sagt, was genau einem da so verachtungswürdig erscheint ;)
kilaya hat geschrieben:
"Multikulti" setzt eine hohe persönliche Anpassungsfähigkeit zugrunde, zu der manche Menschen schlicht (noch) nicht in der Lage sind.

Das 'noch' betont den Willen zur Erziehung :upsidedown: Die Geschichte ist voll von gescheiterten Erziehungsversuchen.

Als Verfechter einer anstrengungslosen Lebensgestaltung bevorzuge ich stattdessen Ethnopluralismus im Rationalen, nicht im Nationalen Sinne, wobei 'Ethnie' auch nicht notwendigerweise biologistisch interpretiert werden muss.
Das läuft nach dem Motto "Jeder macht Seins und geht damit dem anderen nicht auf den Sack, weil er's da macht, wo der andere nicht lebt." Ist doch naheliegend und einfach. Warum kompliziert, wenn's einfach geht? :mrgreen:
Das ist die rationale Projektion des radikalen Individualismus auf Kollektive.
Das 'noch' betont den Willen zur Erziehung :upsidedown: Die Geschichte ist voll von gescheiterten Erziehungsversuchen.

Nein, es betont in meinem Fall den Willen zum Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen aufgrund seiner "Buddhanatur".

Wobei Integration letztlich tatsächlich etwas mit "Bildung" zu tun hat - im Idealfall im positiven Sinne einer freiwilligen Bildung, aber so wie in der Schule auch (bzw. in jedem sozialen System) manchmal mit der Notwendigkeit von Sanktionen oder Ausschluss bei Zuwiderhandlung gegen gesellschaftliche Übereinkünfte.

Das läuft nach dem Motto "Jeder macht Seins und geht damit dem anderen nicht auf den Sack, weil er's da macht, wo der andere nicht lebt." Ist doch naheliegend und einfach. Warum kompliziert, wenn's einfach geht? :mrgreen:

Ja, ist das so viel einfacher? Langfristig würde ich das auch als Ziel sehen, aber solange einige Länder ihren Wohlstand auf Kosten anderer Länder aufbauen, wird das nicht klappen. Es wird nachvollziehbarer Weise immer einen Wunsch geben, am Wohlstand teilzuhaben - und wenn das Zuhause nicht geht, dahin zu gehen, wo es (vermeintlich) möglich ist. Und wenn in einem Land Krieg herrscht, dann gibt es eben auch Kriegsflüchtlinge, die irgendwo anders unterkommen müssen.

Somit ist die Idee eines Ethnopluralismus (wenn er so gemeint ist, dass jeder in seinem eigenen Land / Kulturraum bleibt) vielleicht noch utopischer als die Idee von gemischten Multikultigesellschaften. Es setzt nämlich nicht nur die Entwicklung Einzelner voraus, sondern eine globale Entwicklung. Die Alternative, nämlich zu sagen: soll doch jeder bleiben wo er ist, auch wenn alles zusammenbricht, ist nicht nur unmenschlich sondern auch höchst unrealistisch. Die Mauern, die dafür nötig wären, dafür müsste man vermutlich ein ganzes Gebirge abtragen.
kilaya hat geschrieben:
Nein, es betont in meinem Fall den Willen zum Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen aufgrund seiner "Buddhanatur".

Diese Sichtweise disqualifiziert dich natürlich für eine politische Debatte außerhalb der buddhistischen Konventionen. Realpolitik hat mit Religion nichts zu tun.
"Realpolitik" existiert nicht losgelöst von den Menschen, die sie betreiben und erdulden. Alle Menschen haben eine psychologische Grundlage, eine grundsätzliche Fähigkeit, sich zu entwickeln, zu lernen, sich anzupassen. Diese Grundlage ist mehr oder weniger stark gestört oder überdeckt, was diese Fähigkeit jeweils einschränkt oder erweitert. Dafür muss man keine "Religion" als "Gegensatz zur Realität" konstruieren, das kann man durchaus verallgemeinern. Man muss es nicht "Buddhanatur" nennen, die Vokabel verwendet ja nichtmal jeder Buddhist.

Also lass es mich neutral formulieren, um Deinen konstruierten Dualismus aufzulösen:

"Nein, es betont in meinem Fall den Willen zum Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen."
kilaya hat geschrieben:
"Realpolitik" existiert nicht losgelöst von den Menschen, die sie betreiben und erdulden. Alle Menschen haben eine psychologische Grundlage, eine grundsätzliche Fähigkeit, sich zu entwickeln, zu lernen, sich anzupassen. Diese Grundlage ist mehr oder weniger stark gestört oder überdeckt, was diese Fähigkeit jeweils einschränkt oder erweitert. Dafür muss man keine "Religion" als "Gegensatz zur Realität" konstruieren, das kann man durchaus verallgemeinern. Man muss es nicht "Buddhanatur" nennen, die Vokabel verwendet ja nichtmal jeder Buddhist.

Also lass es mich neutral formulieren, um Deinen konstruierten Dualismus aufzulösen:

"Nein, es betont in meinem Fall den Willen zum Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen."


Dass sich jeder Mensch entwickelt - in welche Richtung auch immer - ist anzunehmen. Jedoch hängt Realpolitik eben ab, von rationalen Zielsetzungen, von der Erreichung der Ziele in angessenem Zeitrahmen und der Entwicklung eben der Vielzahl von Individuuen nicht in irgendeine Richtung, sondern in eine Richtung, die dieser Zielsetzung förderlich ist. Letzteres macht Vernunft und Rationalität dieser Individuen bei ihrer Entwicklung unverzichtbar. Das ist aber genau, was ich dem Kollektiv von Individuen abspreche: die Fähigkeit zu vernünftigem und rationalem Handeln.
Es hängt also alleine von der politischen Führung ab, ob es realpolitisches Handeln gibt und ob die entsprechenden Ziele durch rationale Steuerung des Kollektives unter Berücksichtigung all seiner Irrationalitäten auch erreicht werden.

Ich denke dabei können wir es belassen, weil unsere Prämissen und unsere Anforderungen an Realpolitik nicht kompatibel sind.
kilaya hat geschrieben:
"Realpolitik" existiert nicht losgelöst von den Menschen, die sie betreiben und erdulden. Alle Menschen haben eine psychologische Grundlage, eine grundsätzliche Fähigkeit, sich zu entwickeln, zu lernen, sich anzupassen. Diese Grundlage ist mehr oder weniger stark gestört oder überdeckt, was diese Fähigkeit jeweils einschränkt oder erweitert.


Nur im Kontext eines Forums zu buddhistischen Themen - der Übergang, die leichtfüßige Verknüpfung von Grundlage (psychologisch oder was auch immer) und Fähigkeiten ist mir hier zu undeutlich.

Im Prinzip verstecken sich hier die zweite und die vierte der edlen Wahrheiten

Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Formulierung der Deutschen Buddhistischen Union (DBU; 2015.)

Die zweite Wahrheit zeigt die Grundlage, die Ausgangssituation sozusagen. Die Grundlage ist nicht die Bereitschaft zu lernen, sondern es sind Gier, Hass und Verblendung. Wobei dann der Bogen zur Realpolitik geschlossen wird, die damit umgehen muß und gleichzeitig davon getrieben wird.

Nur innerhalb dieser Parameter zu lernen und sich anzupassen hat mit dem buddhistischen Entwicklungsbegriff nichts zu tun. Auf Gier reagiert auch eine Ratte, die lernt sich im einem Labyrinth zu bewegen.

Zur echten Weiterentwicklung führt für Buddhisten nur der achtfache Pfad.
Elke hat geschrieben:
Das Unwort des Jahres 2016 wurde heute bekannt gegeben:

"Volksverräter" ist das Unwort des Jahres 2016


Es ist zwar noch ein Weilchen hin, aber ich habe bereits einen persönlichen Favoriten für das Unwort des Jahres 2017: "biodeutsch" :x

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