Tages-Orakel

Moderator: void

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Denke über dein Leben nach. Finde deinen Weg.
"Mein Weg der Weisheit ist ... Unweise ist ..."

Meine Mutter liegt im Sterben. Als ich sie heute besuchte, lag sie im Bett und reagierte nicht mehr. Die Altenpflegerin versuchte sie aufzuwecken, schlug ihr leicht ins Gesicht, aber meine Mutter blieb im Schlafzustand. Sie ist heute den ganzen Tag noch nicht aufgewacht. Die Serviererin im Altersheimcafe meinte, dass so der Tod normalerweise beginnt. Aber genau weiß man es nicht. Vielleicht wacht meine Mutter die nächsten Tage wieder auf. Vielleicht hat sie noch einmal eine Wachphase. Aber insgesamt beoachte ich in den letzten Wochen einen schrittweisen Verfall. Wir werden sehen wie sich die Dinge entwickeln.

Als ich in ihr Zimmer kam, war ich etwas geschockt. Meine Mutter hing wieder am Tropf. Obwohl wir vor einem Jahre einen langen Kampf darum geführt hatten, dass sie keine lebensverlängernden Maßnahmen bekommt. Dazu gehört auch die Infusion. Ich werde es wohl eine Woche dulden. Wenn meine Mutter dann immer noch in der Sterbephase ist, werde ich mich für die Entfernung der Infusion einsetzen.

Ich rief meine Schwestern an und teilte ihr den Zustand meiner Mutter mit. Eigentlich wollte sie Weihnachten nach Hamburg kommen um mit meiner Mutter zu feiern. Mein Schwester war relativ gefasst. Sie ist den Umgang mit dem Tod gewohnt, weil sie eine Ziegenherde hat. Dort müssen immer wieder Tiere geschlachtet werden, obwohl ihr alle Ziegen ans Herz gewachsen sind. Sie macht dann für die jeweilige Ziege ein Sterberitual. Jetzt ist meine Mutter dran. Ein kleiner makabrer Witz am Rande. Aber Menschen und Tiere sind ähnlich empfindsame Wesen. Sterben ist für alle nicht einfach.

Grundsätzlich ist gegen das Sterben meiner Mutter nichts einzuwenden. Sie ist fast 94 Jahre alt und hatte ein erfülltes Leben. In unserer Familie werden wir 94 Jahre alt. So war es auch bei meinem Großvater. Dann ist die Lebenszeit abgelaufen. Ich habe also noch etwa 30 Jahre. Was mache ich mit so viel Zeit? Wenn meine Mutter nicht mehr da ist, brauche ich eine neue Aufgabe. Vielleicht gehe ich in die Politik und werde Bundeskanzler. Dort ist es Zeit für einen Politikwechsel. Oder ich rette anderweitig die Welt.

Jedenfalls ist geplant, dass ich mit Freunden nächstes Jahr den Landesverband Hamburg für die "Menschliche Welt" gründe. Sie hat bei den Bundestagswahlen bereits 0,1 % der Stimmen erhalten. Da geht noch mehr. Die Partei wartet auf einen Politikprofi wie mich. In meiner Jugend konnte ich jedenfalls wilde Reden schwingen und die Massen mitreißen. Jedenfalls die Studentenmassen. Jetzt reiße ich vielleicht die Seniorenmassen mit. Deutschland wird alt und dort gibt es ein großes Wählerpotential. Ich könnte Wahlkampflieder zur Ukulele singen und alle Altersheime mobilisieren. Erstmal muss ich aber in die Partei eintreten. Vielleicht wird das mein guter Silvestervorsatz oder Silvesterscherz.

Aber ich schweife ab. Meine Mutter liegt im Sterben. Ich überlegte, was jetzt zu tun ist. Meine Mutter wollte ich erstmal schlafen lassen. Vielleicht schläft sie ins Jenseits hinein. Es gibt keinen schöneren Tod. Jedenfalls wünschen sich das alle meine alten Freundinnen. Die wartete schon darauf, dass ich mit ihnen singe. Kann ich jetzt fröhliche Lieder singen. So wirklich nach Fröhlichkeit war mir nicht zumute. Andererseits, warum muss der Tod etwas Trauriges sein? Wenn man ein erfülltes Leben hatte und dann friedlich einschläft, ist das doch ein Grund zur Freude.

Ich spürte zu meiner Mutter hin und kam zu dem Schluss, dass ihr etwas Glücksenergie gut tat. Also sang ich mit den alten Frauen und schickte etwas von dieser Energie zu meiner Mutter. Und wir sangen ihre Lieblingslieder. Wanderlieder, Die Gedanken sind frei, Datt du min Leevsten büst, Bunt sind schon die Wälder, Kein schöner Land in dieser Zeit. Etwas melancholisch war mir doch zumute. Dazu passten die genannten Lieder sehr gut. Trotzdem kamen wir nach einiger Zeit in gute Laune und gröhlten wieder unsere Lieblingslieder wie das Hamburg Lied (An de Eck steiht en Jung), Hamburger Veermaster und Wir lagen vor Madagaskar.

Ich beendete den Gesang aber mit zwei christlichen Liedern, Gottes Liebe ist so wunderbar und Gott hält die Welt in seiner Hand. Ich hoffe, dass Gott und meine erleuchteten Meister meine Mutter sehen und ihr einen guten Übergang beschehren. In gewisser Weise beteten wir mit diesen Liedern für meine Mutter. Ich erzählte den alten Frauen auch vom Sterben meiner Mutter. Das nahmen sie relativ gelassen. Sie haben alle mit ihrem Leben abgeschlossen und warten auf den Tod. Ihr einziger Wunsch ist ein friedlicher Übergang. Und vielleicht, dass sie nach dem Tod ins Paradies kommen. Soweit sie gläubig sind und an das Paradies glauben. Die meisten tun das halb und halb. Ob einen das wirklich ins Paradies bringt, bezweifel ich. Aber es genügt vielleicht für ein gutes nächstes Leben. Dort wachsen dann alle weiter zur Erleuchtung.

Vor der Heimfahrt sah ich noch einmal nach meiner Mutter. Sie lag unverändert reglos in ihrem Bett. Auf dem Heimweg erfasste mich dann doch eine leichte Trauer. Zum Glück habe ich meine Mutter bereits weitgehend losgelassen. Ich hafte nicht an. Ich tue das Notwendige, helfe ihr soweit wie möglich spirituell und gehe ansonsten einfach weiter meinen spirituellen Weg. Meditieren, Yoga machen, spazierengehen, die Welt retten und spirituelle Lieder singen. Das ist ein guter Weg in schwierigen Zeiten seinen inneren Frieden zu bewahren.
Regenbogen. Großes Glück kommt auf dich zu.

Nils: Na ja, das gibt doch Hoffnung. Vielleicht gelange ich jetzt zur Erleuchtung. Oder meine Mutter bekommt einen guten Tod. Oder es tritt wenigstens eine tolle Frau in mein Leben. Und was ist bei dir?
Komme zur Ruhe. Lass alle Wünsche los. Erwecke dein inneres Glück. Lebe im anhaftungslosen Sein. Was hilft dir heute dein Ego loszulassen? Lass deine Wünsche los. Lebe wunschlos. Nimm einfach die Dinge so an wie sie sind. Lebe bewusst in der Einheit des Kosmos. Alles kommt und geht wie es will. Alles ist richtig so wie es ist. Lebe im großen Nichtstun und das Leben fließt von alleine. Tue einfach nur das, was jeweils richtig ist und du bleibst immer in der Ruhe, Gelassenheit und im Glück.
Nils hat geschrieben:
Komme zur Ruhe. Lass alle Wünsche los. Erwecke dein inneres Glück. Lebe im anhaftungslosen Sein. Was hilft dir heute dein Ego loszulassen?

Ich besuche heute eine religiöse Gemeinschaft und nehme mir vor keine Oppositionsrolle einzunehmen sondern auf ihr Glück zu achten.
mukti hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:
Komme zur Ruhe. Lass alle Wünsche los. Erwecke dein inneres Glück. Lebe im anhaftungslosen Sein. Was hilft dir heute dein Ego loszulassen?

Ich besuche heute eine religiöse Gemeinschaft und nehme mir vor keine Oppositionsrolle einzunehmen sondern auf ihr Glück zu achten.

Sehr gut.
Heilung. Gelingen.

Es war einmal ein Bauer in Indien, der hatte einen großen Kropf am Hals. Der Kropf schmerzte und sah sehr häßlich aus. Der Bauer war verzweifelt. Er fragte viele Ärzte. Aber keiner konnte ihm helfen. In seiner Not pilgerte er zu einem heiligen Ort, an dem ein erleuchteter Meister lebte. Der Bauer hieß Kukcipa. Der Name des erleuchteten Meisters war Nagarjuna. Nagarjuna ist einer der Begründer des Mahayana-Buddhismus, der Verbindung des Weges des inneren Glücks mit dem Weg der umfassenden Liebe (Karma-Yoga).

Nagarjuna wies Kukcipa an, jeden Tag auf seinen Kropf zu meditieren. Er sollte mit Yogaübungen die Verspannungen in seinem Halschakra auflösen. Er sollte sich mit Licht einhüllen und allen Menschen auf der Welt Heilung wünschen. Er sollte das Mantra "Licht" so lange denken, bis sein Geist ganz zur Ruhe gekommen war. Dann sollte er einige Zeit in der Ruhe verweilen. Kucipa praktizierte viele Jahre als Yogi. Zuerst wurden die Schmerzen im Hals immer größer. Vor der Heilung entsteht beim Yoga oft eine Phase der Energetisierung. Dann klangen die Schmerzen ab, der Kropf verschwand, und Kucipa war geheilt. Er wurde äußerlich und innerlich heil. Äußerlich erhielt er einen gesunden Körper und innerlich Frieden und Glück. (Nacherzählt aus Keith Dowman, Die Meister der Mahamudra).


Heil-Meditation

1. Sonne = Wir sitzen entspannt oder legen uns hin. Wir visualisieren über uns eine schöne Sonne, heben beide Hände seitlich in Kopfhöhe an und denken mehrmals das Mantra “Sonne”. Wir lassen das Licht der Sonne auf uns herab fließen und massieren es in den Körper ein.

2. Erdkugel = Wir visualisieren unter uns die Erdkugel, reiben mit den Händen (oder Füßen) die Erde und denken: “Ich sende Licht zur ganzen Erde. Mögen alle Wesen auf der Welt glücklich sein.”

3. Heilmassage = Wir überlegen, welcher Körperteil von uns im Moment der Heilung bedarf. Wir lassen Licht in ihn hineinfließen, massieren ihn kreisend und denken längere Zeit das Wort “Licht” als Mantra. Durch die Lichtmassage lösen wir die Verspannungen in dem jeweiligen Körperbereich und ermöglichen ihm dadurch die Selbstheilung. Wir können das Licht in einer Farbe visualisieren, bei der wir das Gefühl haben, dass sie uns heilt. Wir denken den Namen der Farbe als Mantra. Wir können nacheinander auch in mehrere Körperteile Licht einmassieren.

4. Kosmos = Wir visualisieren um uns herum den Kosmos voller Sterne, machen große Kreise mit den Armen und denken: “Om Kosmos. Ich nehme das Leid in meinem Leben an. Ich gehe konsequent den Weg der Gesundheit und der Heilung.”

5. Buddha der Heilung = Wir visualisieren vor oder über uns den Buddha der Heilung. Wir reiben die Hände vor dem Herzchakra und denken: “Om Buddha der Heilung. Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg.”

6. Heilfrage = Wir konzentrieren uns auf den heilungsbedürftigen Körperbereich oder auf ein persönliches Problem. Wir denken darüber nach, was der Weg unserer Heilung ist. Was sagt unsere innere Weisheit, was wir zu tun haben? Welche hilfreichen Gedanken fallen uns ein? Wir denken so lange nach, bis wir mit der Problemlösung zufrieden sind. Wenn wir keine Antwort hören, sind wir entweder blockiert (wir wollen die wahren Ursachen des Problems nicht sehen) oder wir können nur schlecht Kontakt mit unserer inneren Stimme aufnehmen (wir spüren uns selbst nur schlecht). Der beste Weg ist es dann, langsam ins Nachdenken zu kommen.

7. Mitmenschen = Wir bewegen eine Hand segnend in Höhe des Herzchakras und denken: “Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Menschen, die das gleiche Problem wie ich haben, geheilt werden.” Wir hüllen sie geistig mit Licht ein und lassen Licht in sie hineinfließen. Wir fühlen uns real mit ihnen verbunden.
Selbstbesinnung. Welche Gedanken und Gefühle sind in dir? Wie ist dein Energiezustand? Was ist dein Weg ins Licht? Was ist dein spirituelles Vorbild? Lebe nach eine guten Plan. Gelingen.
Nils hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Ich besuche heute eine religiöse Gemeinschaft und nehme mir vor keine Oppositionsrolle einzunehmen sondern auf ihr Glück zu achten.

Sehr gut.


Ist gut gelaufen, nette Leute. Aber wenn man sich näher mit einem unterhält, kommt halt doch zum Vorschein dass alles außer der Glaube dass Christus für unsere Sünden gestorben ist vom Teufel wäre.
mukti hat geschrieben:
Ist gut gelaufen, nette Leute. Aber wenn man sich näher mit einem unterhält, kommt halt doch zum Vorschein dass alles außer der Glaube dass Christus für unsere Sünden gestorben ist vom Teufel wäre.

Wenn man den Begriff Teufel mit Ego und Gott mit Erleuchtung übersetzt, kommt alles wieder hin. Jesus hat das Wissen vom Weg der Erleuchtung (der Liebe, ähnlich Mahayanabuddhismus, Amitabha Buddhismus) in die Welt gebracht und so vielen Menschen spirituell geholfen. Er hat dafür sein Leben gegeben, wie es viele andere erleuchtete Meister (Bodhisattvas) auch getan haben.

Heutiges Orakel: Bescheidenheit.

Inmitten einer Gruppe von Menschen bleibe eher im Hintergrund. Du kannst deine Energie am besten bewahren, wenn du aus der Ruhe heraus handelst. Praktiziere Mauna (Schweigen). Rede nur, wenn es notwendig und hilfreich ist. Positioniere dich klein, unauffällig und bescheiden. Sieh dich kleiner als deine Leute (als unbedeutender). Sieh dich primär als Diener deiner Leute. Stell nicht dich, sondern den großen Schatz (die Lehre vom Glück, von der Erleuchtung, von einer glücklichen Welt) in den Mittelpunkt. Lebe als geheimer Yogi (klein, unauffällig, bescheiden) und als Lobpreiser (Verbreiter) der Weisheit vom inneren Glück und der umfassenden Liebe. Dann siegst du.



Der bescheidene Mönch

Ananda war ein Hauptschüler Buddhas. Er war 25 Jahre lang der persönliche Diener Buddhas und begleitete seinen Meister auf allen Reisen. Er kannte alle Reden und alle Lehren Buddhas. Nach dem Tod von Buddha gab er sein umfassendes Wissen an die buddhistische Gemeinschaft weiter. Er erhielt die Weisheit Buddhas für die Nachwelt.

Ananda war ein sanfter Mönch mit viel Liebe für seine Mitmenschen. Seine größte Tat war die Öffnung des buddhistischen Ordens für die Frauen. Buddha wollte keine Frauen in seiner Gemeinschaft. Er litt vermutlich noch immer unter der Trennung von seiner Familie und hatte deshalb eine Neigung dazu die Existenz von Frauen zu verdrängen. Ananda hatte Mitgefühl mit den Frauen und wollte auch ihnen den Weg der Erleuchtung ermöglichen. Er argumentierte so lange für die Frauen, bis Buddha nachgab. Nach der Gründung des Nonnenordens war Ananda der spirituelle Lehrer der Frauen. Er kümmerte sich um sie wie eine Mutter. Dafür wurde er von den Frauen sehr geliebt. Manchmal verliebten sich auch einzelne Frauen in Ananda. Er musste sehr aufpassen, dass er nicht vom Pfad der Weisheit abkam. Was ihm nach einigen emotionalen Wirrnissen auch gelang.

Der Name "Ananda" weist darauf hin, dass Ananda ein Mensch mit innerem Glück war. Wenn man viel mit anderen Menschen zusammen ist, kann man leicht seine spirituelle Energie verlieren. Ananda bewahrte seine Energie, indem er sich eher im Hintergrund hielt, das Dienerbewusstsein pflegte und als Lobpreiser des großen Wissens lebte. Er trat immer unauffällig, bescheiden und als Freund aller Menschen auf. Gleichzeitig war er aber auch ein Meister der begeisternden Rede. Er konnte er seine Mitmenschen gut motivieren und sie auf dem spirituellen Weg stärken.
Neubeginn. Was beginnt neu? Gelingen. Mit Optimismus voran.

Die gefährlichste negative Eigenschaft eines spirituellen Menschen ist der Stolz. Stolz kann selbst erleuchtete Yogis tief fallen lassen. Stolz ist eine Egoverspannung, die einen an der Erkenntnis der Einheit (des Einsseins) aller Wesen hindert. Stolz kann überwunden werden durch Karma-Yoga (als Diener aller Wesen leben), durch das Üben von Demut (Unauffälligkeit, Bescheidenheit) und durch das Leidbewusstsein. Wer im Leid lebt, wird demütig. Sei dir beständig des Leides in deinem Leben bewusst und wachse daran ins Licht.

Nils: Ich habe mein Weltretterbuch überarbeitet. Zu jedem Kapitel gibt es jetzt Links zu den besten Videos im Internet. So wird das Buch sehr anschaulich. Es ist von Rang 7000 auf etwa 300 hochgeschnellt. Es wird viel gelesen in Deutschland. Ich erreiche viele Menschen mit meiner Idee der Verbindung von Spiritualität und Politik. Ich bin ein Superguru. Und sofort warnt mich das Orakel vor Stolz. Nicht ganz unberechtigt. Aber das Leben hält mich immer in Gleichgewicht. Meine Mutter liegt im Sterben. Heute besuche ich sie wieder. Da vergeht einem jeder Gedanke an einen Superguru. Ich bin also ein demütiger Superguru. Ein Scherz. Ich bin ein ganz normaler Mensch, der sich bemüht auf seine Art als Bodhisattva zu leben.
Das tut mir leid, dass Deine Mutter im Sterben liegt.
Ich habe in den letzten Wochen einige sterben sehen (in dem Pflegedienst, wo ich arbeite).

Ich wünsche Deiner Mutter, dass sie gut loslassen kann!
Och, herrje Nils!
Ich wünsche Deiner Mama ein friedliches, angstloses Weggleiten und Dir Geduld mit dem Schmerz, und dass die Frische der schönen Erinnerungen Dir immer erhalten bleibt.

Und um für mich selbst zu sprechen: Axel und ich mögen Deine kleinen Medaillons aus dem Heim.
Gehe sanftmütig mit dir um. Sei sanftmütig zu deinen Mitmenschen. Sanftmut ist heute dein Weg des inneren Glücks.

Nils: Heute verabschiedete ich mich von meiner Mutter. Als ich in ihr Zimmer trat, lag sie in der Mitte des Raumes wie aufgebahrt in ihrem Bett. Ihr Gesicht glich das einer Toten. Farblos, eingefallen, bleich. Die Augen waren geschlossen. Sie reagierte nicht mehr auf die Außenwelt. Aber sie atmete noch röchelnd. Ich setzte mich in den Sessel, der neben ihrem Bett stand. Was sollte ich jetzt tun? Es war komisch mit einer fast Toten allein in einem Zimmer zu sein. Und es war irgendwie entsetzlich, meine Mutter beim Sterben zu beobachten.

Ich berührte sie sanft an ihrer Schulter. Ich testete ihren Energiezustand. Ich spürte nichts. Ich überlegte, ob ich jetzt neben ihr sitzen und einfach nur lange Zeit ihre Hand halten sollte. Aber mir war eher danach im Sessel zu sitzen, zur Ruhe zu kommen und zu meditieren. Ich ließ die Situation auf mich wirken und spürte, wie es mir damit ging. Ich fühlte mich sehr fremd. Eine solche Situation war mir neu. Ich wartete einfach ab, welche Impulse in mir auftraten.

Da spürte ich plötzlich die Energie meiner Mutter in meinem Kopf. Sie war mit ihrem Bewusstsein in meinem Kopf. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Es fühlte sich an als ob Strom in meinem Kopf war. Es kribbelte etwas in meinem Kopf. Aber es war auch irgendwie ruhig. Ich spürte, dass ich jetzt geistig mit meiner Mutter verbunden war. Ich konnte auf der geistigen Ebene mit ihr kommunizieren.

Das war sehr glücklich, denn ich hatte ihr noch einiges zu sagen. Sie war mir vor drei Tagen im Traum erschienen. Sie zeigte mir, dass sie sich im Altersheim gefangen fühlt. Sie fand nicht den Weg hinaus. Ich habe lange darüber nachgedacht, wo der Weg hinaus für meine Mutter ist. Das erste Problem bestand darin, dass sie eine Atheistin ist und nicht an das Leben nach dem Tod glaubt. Wie sollte ich ihr klarmachen, dass das Leben nach dem Tod weitergeht?

Das war plötzlich ganz einfach. Wir waren geistig verbunden. Das spürte auch sie genau. Ich erklärte ihr, dass die Bewusstseinsenergie vom Körper unabhängig ist. Deshalb war sie in der Lage mich zu spüren, obwohl ihr Körper im Koma lag. Der Beweis im Leben nach dem Tod liegt in der Existenz der Bewusstseinsenergie. Gibt es eine vom Körper unabhängige Bewusstseinsenergie, kann das Bewusstsein eines Menschen nach dem Tod weiterleben. Diese Erkenntnis ist wichtig. Sie nimmt einem die Angst vor dem Tod. Der Tod ist nicht das Ende. Das Leben geht weiter.

Wenn man begreift, dass nach dem Tod alle Vorstellungen nur geistige Konstrukte sind, wird man mit seiner Seele frei. Sonst würde meine Mutter im Altersheim geistig festhängen. Sie würde auch nach dem Tod glauben, dass sie nicht aus dem Altersheim entkommen kann. Sie würde ewig weiter den Ausgang suchen. Dabei ist der Ausgang ganz einfach. Sie kann als freies Bewusstsein durch die Wände fließen. Sie kann im Jenseits überall hingelangen, wenn sie begreift, dass alle Gegenstände nur traumhafte Vorstellungen sind. Sie muss sie einfach nur loslassen und ist frei. Sie kann dann mit der Seele auch meinen Vater und alle ihre toten Verwandten besuchen. Und sogar mich, wenn sie es möchte. Weil ich die Fähigkeit habe sie als Seele zu spüren.

Diese Fähigkeit wurde mir vor etwa zwanzig Jahren bewusst, als die Mutter meiner damaligen Freundin starb. Sie wollte mich noch einmal sehen und kam einfach bei mir vorbeigeflogen, als ich gerade beim Spazierengehen war. Ich erkannte sie klar und wusste, dass sie jetzt tot war. Von ihrem realen Tod erfuhr ich erst einige Tage später.

Das zweite große Problem bestand darin, meiner Mutter den Weg ins Licht zu zeigen. Es gibt im Jenseits einen glückseligen Energiebereich, den man auch als Paradies bezeichnen kann. Für einen Christen ist es leicht sich das Paradies vorzustellen, zu Gott zu beten und ins Paradies zu gelangen. Aber meine Mutter war eine Atheistin. Sie glaubte nicht an das Paradies. Also musste ich es ihr so erklären, dass sie es verstand.

Ich visualisierte gemeinsam mit ihr eine große Sonne am Himmel. In dieser Sonne sahen wir einen goldenen Buddha. Das war der Buddha Amitabha, der alle Seelen ins Licht führt, wenn sie beim Sterben seinen Namen denken. Als Atheist wird man einfach zu Buddha Amitabha. Wenn man längere Zeit das Mantra denkt und darauf meditiert, lösen sich irgendwann alle Formen auf. Man ist dann plötzlich reines Bewusstsein im Licht, in einer Energie aus Frieden, Liebe und Glückseligkeit. Das gelingt, wenn man die Sonne über dem Kopf visualisiert und dadurch die Kundalini-Energie aktiviert. Die Kundalini-Energie gibt einem die Kraft ins Licht zu kommen.

Um das zu Üben, zog ich meine Ukulele aus dem Rucksack und sang mit meiner Mutter das Amitabha-Lied. Erst zupfte ich nur zaghaft die Saiten, weil ich im Zimmer einer Sterbenden war. Aber nach einiger Zeit wurde ich mutiger und lauter. Ich spürte, wie ich mich immer stärker mit der Seele meiner Mutter verband, wie das Licht der Sonne in uns hineinströmte und die Kundalini-Energie erwachte. Ich probierte noch viele andere Lieder und Mantren aus. Ich sang auch die Namen meiner Meister, Mutter Meera, Jesus, Buddha, Shiva und Ganesha.

Sehr stark wurde die Energie, als ich zu christlichen Liedern überging. He's got the whole world in his hands, Vater Abraham hat viele Kinder, O when the saints go marching on, We shall overcome. Der Mund meiner Mutter schloss sich und ein Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Ich spürte, wie sie jetzt auch körperlich zuhörte. Als sie nach eine Stunde ganz mit glückseliger Energie gefüllt war, öffnete sich ihr Mund wieder und sie fiel in einen glückseligen Schlaf.

Die Bettnachbarin kam herein. Sie wohnte zusammen mit meiner sterbenden Mutter. Es schien ihr aber nichts auszumachen. Ich fragte, ob ich auch für sie einige Lieder singen sollte. Sie meinte, dass sie nicht singen kann, aber sie würde gerne zuhören. Also sang ich noch einige weitere Lieder. Sie wurde auch von der Glücksenergie erfasst und wiegte sich glücklich im Sitzen hin und her. Ich verabschiedete mich von ihr und von meiner Mutter mit den Lied "Mein Vater war ein Wandersmann...und werde bis an´s kühle Grab
ein froher Wandrer sein. Faleri falera."

Im Gang traf ich die Altenpflegerin. Sie hatte auf den Wunsch meiner Schwester die Infusion und alle lebensverlängernden Medikamente abgesetzt. Sie meinte, dass meine Mutter wohl noch einige Tage leben würde. Meine Schwester kommt jetzt aus dem Schwarzwald nach Hamburg und übernimmt die Betreuung meiner Mutter.

Auf dem Nachhauseweg spürte ich in mich hinein, ob ich traurig bin. Aber da war einfach nur Glückseligkeit, Frieden und eine starke Energie. Ich fühlte mich in Glückseligkeit mit meiner Mutter verbunden. Das Singen hatte uns beide in eine glückselige Energie gebracht, in der kein Platz mehr war für Trauer und Unglück.

Lilli hat geschrieben:
Das tut mir leid, dass Deine Mutter im Sterben liegt.
Ich habe in den letzten Wochen einige sterben sehen (in dem Pflegedienst, wo ich arbeite).

Ich wünsche Deiner Mutter, dass sie gut loslassen kann!

Danke. Ich kann sie gut loslassen.

Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Och, herrje Nils! Ich wünsche Deiner Mama ein friedliches, angstloses Weggleiten und Dir Geduld mit dem Schmerz, und dass die Frische der schönen Erinnerungen Dir immer erhalten bleibt. Und um für mich selbst zu sprechen: Axel und ich mögen Deine kleinen Medaillons aus dem Heim.


Danke.

Sehr bewegend, danke für's Teilen!
Denke positiv. Erkenne die Fülle in deinem Leben. Tue etwas Schönes. Bringe so viel Freude in dein Leben, bis in dir Optimismus entsteht.

Wer in der Spiritualität verankert ist, braucht sich über nichts Sorgen zu machen. Alles ist richtig wie es ist. Die erleuchteten Meister sorgen für alles. Du bist immer beschützt. Sei deshalb positiv, optimistisch und heiter. Nimm nichts zu ernst. Feier heute den Tag. Iß Süßigkeiten, bis du glücklich bist. Oder tu etwas anderes Schönes.

Ein Erleuchteter verweilt primär in der Ruhe, im anhaftungslosen Sein und im Licht (im Nirwana, im Glück). In der Erleuchtung entsteht inneres Glück. Das bringt den Erleuchteten zum Lächeln. Das Lächeln des Buddhas zeigt sein inneres Glück an.

Nils: Meine Mutter ist heute gestorben. Ich fahre jetzt ins Altersheim.
Nils hat geschrieben:
Nils: Meine Mutter ist heute gestorben. Ich fahre jetzt ins Altersheim.

Ich wünsche Dir Kraft und Liebe! :heart:
Nils hat geschrieben:
Nils: Meine Mutter ist heute gestorben. Ich fahre jetzt ins Altersheim.


Bestimmt ist sie auf einer guten Fährte. Mein Mitgefühl.
:heart: :rainbow:
Mein gefühltes Mitgefühl ist mit Dir.
Liebe Grüße
Helmut
Nutze die Zeit deines Lebens. Verwirkliche dich selbst. Lebe als Buddha des Lichts.

"Halte sorgfältig deine sehnsüchtige Erwartung aufrecht, den Buddha vor dir zu sehen." (Zitat aus Buddhismus krass, Seite 186)

Kommentar = Pflege deine Motivation, sonst verlierst du deinen spirituellen Weg. Wie kannst du dich motivieren jeden Tag deine spirituellen Übungen zu machen? Betrachte deine Spiritualität als einen großen Schatz. Es ist ein unermeßlich großer Schatz inneren Frieden, Glück, Kraft, Liebe und Weisheit zu besitzen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz im glücklichen Sein und in der umfassenden Liebe leben zu dürfen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz nach dem Tod ins Paradies zu kommen.

Nils: Das Alterheim rief bei mir an. Meine Mutter ist am Freitag, den 20.10.2017 um 10 Uhr gestorben. Auf diesen Anruf hatte ich schon seit einigen Tagen gewartet. Ich hatte ihn befürchtet. Ihn herbeigesehnt. Wie würde ich darauf reagieren? Ich nahm diesen Anruf erstmal gelassen hin. Ich nahm die Tatsache ihres Todes erstmal einfach nur wahr. Aber ich beschloss gut für mich zu sorgen. Ich machte als erstes einen langen Spaziergang durch den Wald, um meine Gedanken zu ordnen und Frieden zu finden.

Beim Spazierengehen tauchten nacheinander verschiedene Gedanken auf. Grundsätzlich bewertete ich den Tod meiner Mutter positiv. Sie hatte ein langes und erfülltes Leben gelebt. Sie hatte sich einen friedlichen Tod gewünscht. Sie hatte sich gewünscht einfach nur einzuschlafen. Und genau so war es geschehen. Sie hatte den Tod bekommen, den sich die meisten alten Menschen wünschen. Der Tod ist unausweichlich. Wenn das so ist, dann möchten die meisten Menschen wenigstens ein glückliches Leben und einen friedlichen Tod. Sie möchte nicht beim Sterben schrecklich leiden.

Meine Mutter hatte nicht gelitten. Sie war vor eineinhalb Wochen plötzlich morgens nicht mehr aufgewacht. Eine Woche musste ich kämpfen, damit die Infusion und die lebensverlängernden Maßnahmen abgeschaltet werden. Dann starb sie innerhalb von zwei Tagen. Und zwei Tage vor ihrem Tod hatte ich mich von ihr verabschiedet, für sie gesungen und sie in eine Energie der Glückseligkeit gebracht. Das hatte sie vermutlich gut durch den Tod getragen.

Ich war zufrieden mit mir. Ich war auch deshalb zufrieden, weil ich meiner Mutter vor drei Jahren am Beginn ihrer Demenz versprochen hatte gut für sie zu sorgen. Ich hatte gut für sie gesorgt. Ich hatte alle äußeren Dingen gemanagt, sie jede Woche am Mittwoch besucht und sie durch meine Musik glücklich gemacht. Ich hatte auch die schwere Zeit im Krankenhaus vor einem Jahr mit ihr durchgestanden. Ich hatte das für meine Mutter getan, was ich tun konnte.

Für mich persönlich waren die drei Jahre der Betreuung meiner dementen Mutter im Altersheim eine wichtige spirituelle Zeit gewesen. Ich hatte gelernt Ukulele und indisches Harmonium zu spielen, Kinder- und Wanderlieder zu singen und damit viele alte Menschen jede Woche einmal für einige Stunden glücklich gemacht. Ich hatte mich zu einem Musiker im Altenheim entwickelt. Ich hatte in mir die Fähigkeit entdeckt, mit meiner Musik spirituelle Schwingungen zu erzeugen, die die Menschen zum Frieden und ins Glück brachten. Zwar war mein Gesang oft schief, weil ich relativ unmusikalisch bin. Aber das hatte die Senioren nicht gestört, weil es ihnen auf die gute Energie ankam.

Ich war in den drei Jahren am Anfang durch einen starken Trauerprozess gegangen, dann hatte ich mich immer mehr auf die Energie des Leidens eingestimmt, sie integriert und konnte nach zweieinhalb Jahren gelassen alles so annehmen wie es ist. Ich konnte auch das Altersheim und meine Mutter loslassen. Ich hatte Gleichmut erlangt. Und auch Liebe, Mitgefühl und Mitfreude durch das wöchentliche Singen mit meinen alten Freundinnen. Ich hatte also die vier wichtigen Eigenschaften geübt, die es im Buddhismus und im Yoga nach Patanjali zu entwickeln gilt.

Deshalb konnte ich auch jetzt bei der Nachricht des Todes meiner Mutter sehr gelassen bleiben. Ich schwang mich auf mein Fahrrad und radelte die halbe Stunde zum Altersheim. In dieser Zeit stellte ich mich auf die Situation und die Begegnung mit meiner Mutter ein. Es würde nicht einfach sein meine Mutter plötzlich als Tote zu sehen. Seit 65 Jahren war ich gewohnt sie lebend zu sehen und als eine Stütze in meinem Leben zu erfahren.

Ich trat mit gemischten Gefühlen ins Altersheim. Meine Mutter lag nicht mehr in ihrem Zimmer. Das Zimmer war leer. Ein Alterpfleger kam und führte mich in den Keller des Altenheimes. Dort lag meine Mutter in ihrem Bett in einem Andachtsraum. Ihre Hände waren in ihrem Schoß zusammengelegt und hielten einen kleinen Blumenstrauß mit weißen und blauen Blumen. Überall um sie herum auf ihrer Bettdecke waren Rosenblätter verstreut. Eine große Kerze brannte vor einem kleinen Altar. An der Wand hing ein Kreuz mit Jesus Christus, auf dem Altar lag eine aufgeschlagene Bibel und neben ihr standen links und rechts zwei Paradiesbäume.

Der Altenpfleger ließ mich in dem Andachtsraum mit meiner Mutter alleine. Ich setzte mich erstmal ruhig auf einen Stuhl, um die Situation auf mich wirken zu lassen. Ich betrachtete meine Mutter. Sie sah genauso aus wie vor zwei Tagen, als ich mich von ihr verabschiedet hatte. Aber sie atmete nicht mehr. Ich sah mehrmals hin. Ich konnte es kaum glauben. Meine Mutter atmete nicht mehr. Ich berührte sie an der Schulter, wie ich es zur Begrüßung immer gemacht hatte. Sie war noch weich. Die Totenstarre war noch nicht eingetreten. Sie war gerade frisch gestorben.

Ich war innerlich sehr ruhig und gelassen. Es hatte vor zwei Tagen einen sehr schönen Abschied gegeben. Wir waren beide in eine Glücksenergie jenseits aller Trauer gelangt. Es war ein Wunder geschehen. Sie hatte sich mit ihrer Energie mit meinem Kopf verbunden und ich konnte geistig mit ihr kommunizieren. Irgendwie erwartete ich jetzt noch ein Wunder. Aber es geschah nichts Spektakuläres mehr.

Ich versuchte die Energie meiner Mutter zu spüren. Wo war ihre Seele? Ich spürte in den Raum. Dort war sie nicht. Ich spürte in den Körper. Dort war ihre Energie noch etwas, aber nicht mehr intensiv. Ich spürte nach oben in das Jenseits. Dort kam ich etwas in Kontakt mit meiner Mutter. Ich merkte, wie ihre Energie zu mir herabkam und mit mir verschmolz.

Ich nahm meine Ukulele zur Hand und begann mit meiner Mutter zu singen. Der Gesang gab mir inneren Frieden und stärkte meine Energie. Vorwiegend sang ich christliche Lieder (Gott hält die ganze Welt in seiner Hand, Vater Abraham hat viele Kinder, We shall overcome), aber auch das Amitabha-Lied und zum Abschluss "Mein Vater war ein Wandersmann" mit dem schönen Schluss "drum will ich bis an kühle Grab ein froher Wanderer sein." Ich betete zu Gott und meinen Meistern für meine Mutter. Dafür sang ich das Lied "Om Guru Dev" mit dem Namen aller meiner erleuchteten Meister.

Plötzlich hörte ich wie eine zweite Stimme die Lieder mitsang. Für etwa zehn Minuten war der Gesang zweistimmig. Es war als ob meine Mutter mit mir mitsingt. Aber nicht mit der Energie ihres Körpers, sondern mit einer Energie aus einer anderen Dimension. Aber wahrscheinlich war das nur das Echo meines Gesangs in dem Andachtsraum. Meine Mutter war tot und ich spürte in dem Raum hauptsächlich nur meine Energie. Alles andere konnte eine Einbildung sein. Ich weiß es nicht. Jedenfalls war meine Konzentration für einige Zeit auf das Echo mit der Zweitstimme gelenkt. Das war mein kleines Wunder.

Nach dem Singen berührte ich meine Mutter mit der Hand am Scheitelchakra, am Stirnchakra und am Herzchakra. Warum ich das tat, weiß ich nicht. Ich hatte plötzlich den Impuls. Danach schaltete ich das Licht aus und verließ den Raum. Das war mein letzter Abschied von meiner Mutter. Jetzt ist meine Mutter weg. Ich habe keine Mutter mehr. Ich bin allein. Irgendwann werde ich auch sterben. Das wird wahrscheinlich noch einige Jahrzehnte dauern, aber mir wurde durch den Tod meiner Mutter sehr deutlich die Endlichkeit des Lebens bewusst.

Ich räumte die restlichen Sachen aus dem Zimmer meiner Mutter, verabschiedete mich noch einmal von meinen alten Freundinnen und radelte mit den letzten Habseligkeiten meiner Mutter nach Hause. Einige Bilder, Bücher, ihr Schmuck und etwas Zeug. Was so von einem Menschen übrig bleibt. Es dient jetzt der Andacht und Erinnerung an meine Mutter.

Um 19 Uhr kam der Beerdigungswagen und holte die Leiche meiner Mutter ab. Montag werde ich mit dem Beerdigungsinstitut noch die Formalien regeln. Dann wird meine Mutter verbrannt und anonym auf dem Hamburger Hauptfriedhof in Ohlsdorf beerdigt. Wie mein Vater. Meine Schwester wünscht sich eine Aufbahrung, damit sie meine Mutter noch einmal sehen kann. Und eine Beerdigungsfeier. Sie wird Ende der Woche mit ihren beiden Kindern und meinem Sohn nach Hamburg kommen. Dann werden wir noch etwas gemeinsam singen und reden. Und dann beginnt mein neues Leben ohne meine Mutter.

Zum Glück habe ich meine vielen Freunde in Facebook. Sie haben mir ihr Beileid ausgedrückt. Das hat mich sehr berührt. Es hat mich in die Energie der Trauer gebracht. Und das ist gut so. Denn etwas traurig ist ein Tod immer. Auch die Trauer will gelebt sein, damit wir inneren Frieden finden können. Möge es meiner Mutter im Jenseits gut ergehen. Möge sie eine gute Wiedergeburt haben. Ich glaube, dass sie wiedergeboren wird, damit sie im nächsten Leben weiter zur Erleuchtung und in noch höhere Stufen der Glückseligkeit aufsteigen kann. Ich bedanke mich herzlich für eure Anteilnahme.
Wer abgeschieden lebt und spirituell übt, wächst fünfmal so schnell wie andere Menschen zur Erleuchtung. Die meisten Menschen in der heutigen Zeit fliehen die Ruhe. Sie fliehen vor dem inneren Glück. Nutze jede Möglichkeit der Ruhe, die dir das Leben bietet. Mach deine spirituellen Übungen. Geh durch die unangenehmen Gefühle der Langeweile hindurch und gelange dadurch in den Bewusstseinszustand eines Erleuchteten (in eine Erleuchtungssicht, in ein Einheitsbewusstsein, in die innere Harmonie, in eine von innen heraus kommende positive Sicht des Lebens).


Abgeschiedenheit

Es gibt drei Wege zur Entwicklung der Erleuchtung. Es gibt den Weg des spirituellen Übens (Yoga, Meditation, Lesen, Gehen). Es gibt den Weg der umfassenden Liebe (Gutes tun, der Bodhisattva-Weg, Amitabha, Kuan Yin). Und es gibt den Weg der Ruhe (in der Ruhe leben, Abgeschiedenheit). Der Hauptweg zum inneren Glück ist das Leben in der Ruhe. Die Essenz eines Buddhas ist die innere Abgeschiedenheit von der Welt. Ein Buddha verankert seine Seele in der Transzendenz (in einer höheren Bewusstseinsdimension, im Nirwana, im anhaftungslosen Sein, in der Leere/Einheit, im inneren Frieden und inneren Glück).

Der heilige Antonius ist der Begründer des christlichen Yoga. Er lebte im dritten Jahrhundert in Ägypten. Als junger Mann hatte er in einer Kirche eine Vision. Aus dem leeren Raum heraus sprach eine Stimme zu ihm: "Willst du glücklich werden, dann ziehe in die Wüste." Antonius wurde ein Yogi, durchlebte viele Reinigungskrisen und erreichte nach einigen Jahren die Erleuchtung. Seine spirituelle Verwirklichung sprach sich schnell herum, und bald übten um ihn herum tausende von anderen christlichen Yogis. Manche übten alleine und manche in einer Gruppe.

Spannend am heiligen Antonius ist die Tatsache, dass er auf seinem spirituellen Weg in Kontakt mit seinen früheren Leben kam. Im Christentum wurde später die Lehre von der Wiedergeburt weitgehend abgelehnt. Erst als der heilige Antonius alle Verspannungen aus seinen früheren Leben aufgelöst hatte, brach er zur Erleuchtung durch. In den Texten heißt es, dass er viele Fresssituationen aus früheren Leben noch einmal durchleben musste. Es tauchten in seinem Geist wilde Tiere auf, die ihn mit ihren Zähnen zerrissen. Auch mit seiner Sexanhaftung hatte er stark zu ringen. Es erschien ihm "der Dämon der Unzucht" und versuchte ihn. Mit der Kraft seines Willens und seiner spirituellen Übungen (Gebete) überwand er seine weltlichen Anhaftungen und gelangte ins Licht.

Der wichtigste Grundsatz des heiligen Antonius lautete: "Setz dich in deine Hütte, und deine Hütte wird dich alles lehren." Erspüre von innen heraus den für dich richtigen Weg des täglichen Übens. Was löst deine inneren Verspannungen auf? Wie kannst du deine Ängste und Süchte überwinden? Welche Übungen bringen dich am besten ins Licht? Sein zweiter Grundsatz war: "Manche Yogis brauchen in ihrer Hütte eine Blume, und manche brauchen keine Blume." Wer jeden Tag etwas Freude auf seinem Weg braucht, sollte sich die Freude geben.
Lebe im Wesentlichen. Finde dein richtiges Maß in äußeren Dingen und konzentriere dich auf den Weg des inneren Glücks. Halte deine weltlichen Wünsche eher klein. Suche dein Hauptglück in dir selbst und nicht in anderen Menschen. Sei dir selbst eine Insel. Gelingen!

Nils: Heute kommt meine Schwester aus dem Schwarzwald zu Besuch. Wir gehen gemeinsam zum Bestattungsinstitut und klären die Beerdigung meiner Mutter. Was ist das Wesentliche? Das Leben im inneren Glück, in der Einheit und der Liebe. In sich selbst glücklich sein und allen Wesen Gutes tun.
Alles ist gut so. Alles läuft optimal. Du bist auf dem richtigen Weg. Die Buddhas sind sehr zufrieden mit dir. Sei auch du zufrieden. Was ist heute dein Grund der Zufriedenheit? Denke das Mantra: "Ich bin zufrieden, weil ..."

Longchenpa (1308 bis 1363) war ein Nyingma-Meister und der Begründer der Traditionslinie des undogmatischen tibetischen Hatha-Yoga. Er schrieb viele Bücher. Er faßte die vielen Techniken des Gründervaters der Nyingmas Padmasambhava in einer Lehre zusammen. Er verband den Hatha-Yoga (Körperübungen), Tantra-Yoga (Arbeit mit sexueller Energie), Karma-Yoga (Gutes tun), Gottheiten-Yoga (Vorbild-Visualisierung, sich als Buddha sehen) und Meister-Yoga (tägliches Gebet, Lesen) zu einer Einheit.

Longchenpa betonte das Sein (das Sat-Chid-Ananda, das Leben auf dem schmalen Grat des optimalen Übens zwischen zu viel und zu wenig tun) und den Meister-Yoga (die regelmäßige Verbindung mit den erleuchteten Meistern). Als spiritueller Meister konnte er seinen Mitmenschen viel Gutes tun. Er war bei seinem Tod sehr zufrieden mit seinem Leben. Er übertrug seine Lehre in einer Reihe von Visionen dem im 18. Jahrhundert lebenden Yogi Jigme Lingpa. Und er erschien im Traum Yogi Nils und segnete ihn.
Mitgefühl. Was ist dein Weg des Mitgefühls? Gelingen. Sieh hin bei dem Leid auf der Welt und bei deinen Mitwesen. Hilf, wenn es dir möglich ist. Mögen alle Wesen glücklich und vom Leid befreit sein.

Sie war Klofrau in Düsseldorf, die Ghanaerin Harriet Bruce-Annan. Das ist 15 Jahre her. Selbst fremd in Deutschland, sammelte sie jahrelang Spenden, um Kindern in Ghana eine Schulausbildung und ein Abitur zu ermöglichen. Ein aufbauendes Video. Ein einzelner Mensch kann viel bewirken. Mein Respekt für die heutige Weltretterin.
Gutes Karma. Mit Kraft voran. Gelingen auf dem Weg der umfassenden Liebe. Der Gewinn durch deine spirituelle Praxis und durch deine guten Taten (Karma-Yoga) wird groß sein. Der Segen des Kosmos und der erleuchteten Meister (Buddhas und Bodhisattas) ist mit dir. Vorwärts. Gelingen.
Leidüberwindung. Bringe dich mit deinen spirituellen Übungen ins Licht. Visualisiere dich als Buddha Amitabha (Göttin Tara) und sende allen Menschen Licht. Praktiziere Kundalini-Yoga, Meditation und positives Denken. Was ist heute dein positiver Gedanke? Vorwärts. Gelingen.


Patacara

Patacara war die Tochter eines reichen indischen Kaufmannes. Sie war schön und heirate einen netten jungen Mann, der in einem weit entfernten Dorf lebte. Patacara bekam zwei Kinder. Sie führte eine sehr glückliche Ehe. Doch eines Tages wurde ihr Mann von einer Schlange gebissen und starb. Patacara war sehr traurig. Ihr ganzes schönes Leben war durch den plötzlichen Tod ihres Mannes zusammen gebrochen. Patacara machte sich mit ihren beiden Kindern auf den Weg zu ihren Eltern. Sie wollte dort mit ihren Kindern leben. Der Weg führte durch einen Dschungel. Ein Kind wurde von einem Tiger gefressen. Das andere Kind ertrank auf der Flucht vor dem Tiger bei einer Flußüberquerung. Patacara wurde fast verrückt vor Trauer und Verzweiflung.

Als sie zu ihrem Elternhaus kamen, war es durch einen Sturm zerstört. Ihre beiden Eltern waren dabei ums Leben gekommen. Jetzt brach Patacara endgültig zusammen. Sie konnte ihre Leidgedanken nicht mehr loslassen. Sie ging zu Buddha und bat ihn um Hilfe. Buddha verwies sie auf den spirituellen Weg. Wer erleuchtet ist, wird von allem Leid befreit. Das innere Glück trocknet alle Tränen ab. Die Egolosigkeit führt zu innerem Frieden. Und die umfassende Liebe öffnet alle verschlossenen Herzen.

Patacara wurde Nonne. Sie machte konsequent jeden Tag ihre spirituellen Übungen und gelangte nach einigen Jahren zur Erleuchtung. All ihr Kummer verging. Sie erkannte, dass das Leben auf der Welt grundsätzlich eine Mischung aus Freude und Leid ist. Nur wer sein inneres Glück verwirklicht, kann sich dauerhaft über das Leid der Welt erheben. Die Erleuchtung ist der große Rettungsweg für alle leidenden Menschen.
Dankbarkeit.
Wofür bist du heute dankbar?


Gedicht über die Dankbarkeit

Was wäre ich ohne das Ziel des inneren Glücks?

Was wäre ich ohne Buddha?

Ich würde den Weg der Ruhe nicht kennen.

Ich könnte nicht im anhaftungslosen Sein leben

Was wäre ich ohne meine erleuchteten Meister,

ohne ihre Lehren und ihre Bücher?

Ich würde weiter verzweifelt durch das Leben irren,

immer auf der Suche nach dem Sinn und dem Glück.

Ohne das Wissen von der Erleuchtung wäre ich verloren.

Ich würde oberflächlich vor mich hin vegetieren.

Ich bin meinen Meistern sehr dankbar,

dass sie ihr Wissen aufgeschrieben haben

und ich es so finden und leben kann.

Gutes Karma. Mit Optimismus voran.

Das jetzige Lebens ist das Ergebnis des Karmas aus den vergangenen Leben. Das zukünftige Leben wird bestimmt durch das Karma, das man im jetzigen Leben anhäuft. Denke gut, rede gut und handele gut. Setze gute Ursachen, dann bekommst du gute Ergebnisse. Pflanze Blumen der Liebe, der Weisheit und des Glücks. Dann bekommst du eine gute Zukunft.
Nutze die Zeit deines Lebens. Verwirkliche dich selbst. Lebe als Buddha des Lichts.

"Halte sorgfältig deine sehnsüchtige Erwartung aufrecht, den Buddha in dir zu sehen." (Zitat aus Buddhismus krass, Seite 186)

Kommentar = Pflege deine Motivation, sonst verlierst du deinen spirituellen Weg. Wie kannst du dich motivieren jeden Tag deine spirituellen Übungen zu machen? Betrachte deine Spiritualität als einen großen Schatz. Es ist ein unermeßlich großer Schatz inneren Frieden, Glück, Kraft, Liebe und Weisheit zu besitzen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz im glücklichen Sein und in der umfassenden Liebe leben zu dürfen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz nach dem Tod ins Paradies zu kommen.

In der heutigen Zeit gibt es starke weltliche Energien. Sie ziehen uns sehr leicht in ein weltliches Leben zurück. Ein weltliches Leben bedeutet tiefe Unzufriedenheit, fehlende Liebe, fehlender innerer Frieden, mangelndes inneres Glück, ein perspektivloses Leben. Die meisten Menschen im Westen sind stark vom westlichen Konsumfernsehen geprägt. Sie leben nach Werten, die letztlich sie selbst und ihre Mitmenschen unglücklich machen. Der Weg des maximalen Konsums ist ein Irrweg. Das Glück müssen wir hauptsächlich in uns selbst finden und entwickeln. Dazu brauchen wir die Selbstdisziplin jeden Tag unsere spirituellen Übungen zu machen. Wir müssen uns geschickt motivieren, damit wir in einer weltlich geprägten Umwelt unser spirituelles Ziel nicht verlieren.

Gestalte deinen spirituellen Weg so, dass du dich damit wohl fühlst. Gehe in deiner Geschwindigkeit voran. Bringe genug Elemente der Freude in dein Leben. Höre Musik. Lies etwas Schönes. Iß etwas Schönes. Triff nette spirituelle Menschen. Spüre jeden Tag genau was du brauchst und was dich ins Licht bringt. Praktiziere effektiv und mit ewiger Ausdauer. So wirst du eines Tages der Buddha sein, der allen Wesen das Licht bringt. Du wirst im Licht leben und deine Welt als Paradies erfahren. Die einzige Voraussetzung ist dein täglicher kleiner Schritt ins Licht. Also vorwärts.
Mit Kraft und Ausdauer voran. Die Macht ist mit dir. Vorwärts. Gelingen.

Ausdauer kann man üben. Selbstdisziplin kann man trainieren. Besinne dich auf deine positiven Ziele. Auf welchem Weg kannst du deine Ziele erreichen? Mache einen guten Plan und setze ihn jeden Tag konsequent um. Nach einigen Wochen hat sich dein Geist daran gewöhnt. Dann fällt dir die Umsetzung leichter. Dann kannst du dauerhaft deinen Weg des positiven Lebens gehen. So leben Sieger! Sei ein Sieger!

Nils: Was will ich eigentlich erreichen? Ich betrachte meine Situation. Gerade ist mein Weltretterbuch bei Amazon bei den Ebooks zum Stichwort Politik auf Platz 1 gelandet. Ich erreiche mit meiner Position der Verbindung von Erleuchtung und sozialem Engagement viele Menschen. Damit bin ich sehr zufrieden. Aber wie geht es weiter? Wie kann ich noch mehr für den Aufbau einer Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks tun? Ich kenne meinen Weg noch nicht genau. Ich taste mich langsam voran. Vielleicht gehe ich in die Politik. Oder ich gründe eine Glücks-Stiftung? Oder ich schreibe weiter Bücher.

Bei dem Stichwort Erleuchtung stehe ich bei Amazon auch gerade auf Platz 1 mit meinem Glücks-Yoga Buch. Hier könnte ich in Zukunft verstärkt kostenlose Yoga-Ausbildungen anbieten. Gerade wurde ich gebeten auf einem Yoga-Kongress zu reden. Ich werde möglicherweise verstärkt in der Yoga-Szene aktiv.

Grundsätzlich gehe ich die Dinge langsam an. Ich gehe auf dem mittleren Weg voran. Ich verbinde das Leben in der Ruhe mit der Weltrettung und etwas Lebensgenuss. Ich werde mit Ausdauer und Gespür für das jeweils Richtige meinen Weg gehen. Und weiterhin fröhliche Lieder singen.
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