Nur mal eben so....

Moderator: void

539 Beiträge
Manchmal gibt es Dinge, die wir gerne mit anderen teilen möchten.
Sei es das Staunen und die Verzückung eines Naturschauspiels, sei es eine Erkenntnis, die man gerade erworben hat, sei es ein Traum, über den man sprechen möchte, oder etwas, wovor man sich ängstigt, oder auch etwas, was man sich ersehnt....

Hier soll man alles so "rausgelassen" werden. Man darf sich ruhig nackisch machen. :lol:

Jeder muss damit rechnen, dass sein Beitrag kommentiert werden könnte. Jene, die kommentieren möchte ich bitten, weder zynisch noch hämisch noch besserwisserisch sich zu äussern. Lassen wir es doch einfach mal zu, dass jeder in seiner eigenen Realität lebt. Versuchen wir, uns für einen Moment diese persönliche Welt als die unsere zu machen.

Eine kleine Erkenntnis, von mir heute morgen:
Hier regnet es seit vielen Tagen.
In einigen Ortschaften gab es bereits Katastrophenalarm.
Im Moment bin ich so ziemlich von der Aussenwelt abgeschnitten, obwohl es in meinem Fall (noch) nicht katastrophal ist.
Als ich heute also unter sehr schwierigen Bedingungen meine Notration aufstockte, mit schwerem Rucksack und ebensolchen Taschen die nunmehr reissende Strömung der Grenzbäche durchquerte, wähnte ich mich am Ende meiner Kräfte.
Los, weiter, voran, bis zur nächsten Eiche, bis zur nächsten Kastanie, dann kannst Du dir eine Rast gönnen. Und die nächste Eiche erschien mir so unglaublch weit...da half kein Mantra, kein Lied mehr. Irgendwann kam mir ein interessanter Gedanke.
Ich verfolgte diesen Gedanken sehr leidenschaftlich und vergass dabei meine Erschöpfung völlig und ruckzuck war ich an meinem Ziel.
Was habe ich daraus gelernt?
Dass ich es schaffen konnte, auch unter völliger Erschöpfung. Sich mal eben nicht von der eigenen Realität gefangen nehmen zu lassen. Gefangenschaft ist ein Käfig, aber wir sind durchaus in der Lage, uns zu befreien.
In diesem simplen Beispiel geht es nur um eine physische Erschöpfung, die ich durch Ablenkung und Motivation eben besiegen konnte.
Aber ich kenne wie jeder andere auch, andere unserer eigenen Gefängnisse, die uns einfach limitieren und ausbremsen.
Sich einfach mal nicht so wichtig nehmen, ohne zu resignieren. Nicht jeder meiner Gehirnblähung nachzugehen, sondern einfach auch mal Dinge wie Unrat in einem Fluss vorbeifliessen zu lassen. Den Bauchnabelfusselzähler in mir zu erkennen und belächeln.

Was auch immer....was auch immer euch so durch den Kopp geht...ich freue mich über Eure Gedanken/Ansichten/Einsichten welcher Art auch immer
:D
Na da wünsche ich dass es bald zu regnen aufhört :shock:

Aber gute Idee finde ich und lehrreiche Geschichte. Ja der eigene Geist verursacht dukkha oder befreit davon, wenn man's nur immer merken würde.

Schöne Grüße
Mein Weg in den Burnout. Wenn es zu einer Dauertechnik wird. Dir bringt es das Gefühl der Befreiung mir brachte es auch Befreiung, zum weiter arbeiten und alles andere zu verschieben auf die nächste Eiche.
Gruß
Helmut
@ mutki
ja,,,und manchmal ist es so, als ob mandie Gebrauchsanweisung lesen möchte, aber die Brille nicht findet. Bis jemand einem die Brille gibt-oder wir selbst spüren, dass wir sie auf unsere Stirn haben, unfähig sie zu sehen :-)
Erst dann klappt's mit der Gebrauchsanleitung :-)

@Helmut
das sehe ich ebenso.Deshalb war die nächste Eiche ja sooooooo entsetzlich weit weg. Immer dieses: "nur noch das, dann... und dann noch schnell das, dann...". Das ist ein Leben auf "Kredit", den wir manchmal nicht zurückzahlen können.
Der ablenkende Gedanke half aus dem Kreislauf auszubrechen. Ich dachte nicht mehr an die nächste Etappe, sondern konnte aus diesem Staffellauf ausbrechen.
Tara4U hat geschrieben:
Jene, die kommentieren möchte ich bitten, weder zynisch noch hämisch noch besserwisserisch sich zu äussern.


Ich versuche es mal, auch wenn ich (versprochen: Nur kurz) wieder auf mein Lieblingsthema zurückkommen möchte.

Denn mukti hat hier was schönes geschrieben:


mukti hat geschrieben:
Ja der eigene Geist verursacht dukkha oder befreit davon, wenn man's nur immer merken würde.


Deshalb trainieren wir unseren Geist, damit er frei wird von Gier, Hass und Verblendung,

Übungen des Geistes können wir aber sowohl in der virtuellen Welt als auch in der realen Welt durchführen. Für diese Übungen ist es nicht wichtig ob unser Geist auf "virtuelle" Sinneseindrücke reagiert oder auf reale Sinneseindrücke. Wie Void es so schön formuliert hat:

void hat geschrieben:
Das mit dem "real" und "virtuell" klingt so, als ginge es da um einen grundlegenden Gegensatz. Ich glaube es geht um soetwas wie den Abstraktionsgrad.


Bitte entschuldige wenn ich es vorher nicht so auszudrücken vermocht habe wie hier, aber erst muktis und Voids Beiträge erklärten für mich zusammen genommen, genau die These, die ich in einem anderen Thread mal aufgestellt hatte. Vielleicht verstehst Du ja nun was ich meinte (ich habe es eben ja erst selbst verstanden :lol:
Ist aber nicht wichtig angesichts:

Tara4U hat geschrieben:
In einigen Ortschaften gab es bereits Katastrophenalarm.


Tara4U hat geschrieben:
Sich einfach mal nicht so wichtig nehmen, ohne zu resignieren.


Wenn es ums Existenzielle geht ist es eine hohe Kunst, sich nicht so wichtig zu nehmen. Wenn man das schafft, hat man Leerheit schon beinahe realisiert, denn dann ist das Ego eine völlige Nebensache, man macht instinktiv nur noch das Notwendigste, ist ganz im Hier und Jetzt (ist nur eine Vermutung von mir, die ich hier ausdrücke). Viel Glück, Tara !
Tara4U hat geschrieben:
@ mutki
ja,,,und manchmal ist es so, als ob mandie Gebrauchsanweisung lesen möchte, aber die Brille nicht findet. Bis jemand einem die Brille gibt-oder wir selbst spüren, dass wir sie auf unsere Stirn haben, unfähig sie zu sehen :-)
Erst dann klappt's mit der Gebrauchsanleitung :-)

@Helmut
das sehe ich ebenso.Deshalb war die nächste Eiche ja sooooooo entsetzlich weit weg. Immer dieses: "nur noch das, dann... und dann noch schnell das, dann...". Das ist ein Leben auf "Kredit", den wir manchmal nicht zurückzahlen können.
Der ablenkende Gedanke half aus dem Kreislauf auszubrechen. Ich dachte nicht mehr an die nächste Etappe, sondern konnte aus diesem Staffellauf ausbrechen.

Nicht der Ablenkende Gedanke hat mich gerettet. Bleib hier! Sieh hin! Was ist da wirklich! Und was war da? Nur Personen die verlangen, sie haben bekommen was sie haben wollten, mein Bestes, ich hab sie frei gelassen und sie sind zu meiner großen Freude weg und werden es auch bleiben. Was ist da? Menschen die Menschen sind und das auch noch sein wollen.
@ Sherab Yönten
Für diese Übungen ist es nicht wichtig ob unser Geist auf "virtuelle" Sinneseindrücke reagiert oder auf reale Sinneseindrücke.

Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich das ganz genauso. Daher nutze ich gerne jede virtuelle Gelegenheit zum Üben. Das habe ich auch in verschiedenen Threads und im Chat des Öfteren gesagt.
Es ist einfacher virtuell zu üben, finde ich, da viele andere Schattierungen und Sinneseindrücke der virtuellen Gegnüber entfallen und man sich leichter auf die eigene Geistesbetrachtung konzentrieren kann.

Wenn es ums Existenzielle geht ist es eine hohe Kunst, sich nicht so wichtig zu nehmen.

Hm...weiss nicht ob es eine hohe Kunst ist. Ich empfinde es eher leichter, sich eben dann nicht so wichtig zu nehmen. Für jeden aufgeplusterten egogesteuerten Gedanken ist dann kein Platz mehr.
In ganz schlimmen Katastrophen-Situationen hört man ja auch, dass dann Feinde zu Verbündeten/Freunde werden. Das wäre in anderen Momenten nicht möglich gewesen, da mit Imponiergehabe, gekränkter Eitelkeit, Stolz, Rechthabenwollen usw. Barrieren aufgebaut wurden. Da es ein grösseres gemeinsames Leid zu bewältigen gibt, erscheint dann alles Vorgenannte unwichtig. Ist die Krise bewältigt, werden sie Freunde bleiben, oder wieder nach und nach die Schranken aufbauen.

Wenn man das schafft, hat man Leerheit schon beinahe realisiert, denn dann ist das Ego eine völlige Nebensache, man macht instinktiv nur noch das Notwendigste, ist ganz im Hier und Jetzt (ist nur eine Vermutung von mir, die ich hier ausdrücke).

Ja, so meinte ich das mit dem o.g., wenngleich ich wirklich noch so meine Schwierigkeiten mit dem Begriff Leerheit habe. :lol:

Viel Glück, Tara !

Vielen lieben Dank, aber es ist hier grad nicht so schlimm, glücklicherweise.

@Elviral
Nicht der Ablenkende Gedanke hat mich gerettet. Bleib hier! Sieh hin! Was ist da wirklich! Und was war da? Nur Personen die verlangen, sie haben bekommen was sie haben wollten, mein Bestes, ich hab sie frei gelassen und sie sind zu meiner großen Freude weg und werden es auch bleiben. Was ist da? Menschen die Menschen sind und das auch noch sein wollen.


Ich denke, wir haben über zwei verschiedene Dinge gesprochen.
Ich glaube, Du meinst ein "Auswaiden" durch andere. Ich kenne das nur in ganz kleinem Umfang, da sich schnell glücklicherweise ein Schutzmechanismus in mir aktiviert, der mich bei zu starker Inbeschlagnahme eine emotionslose Distanz schaffen lässt.
Aber das mit dem "Gehenlassen" hab ich auch drauf - und manchmal, ja, da bin ich halt gegangen. Das verbuche ich als direkte Ursachenbehebung :badgrin:

Was ich meinte, ist ein selbstgezimmertes Hamsterrad, eine endlose Tretmühle aus einander bedingenden Um-und Zuständen. Die Erkenntnis dieses Zustandes mag es vieleicht nicht sofort zum Anhalten bringen, denn wenn wir plötzlich aufhören zu treten, werden wir durch die Zentrifugalkraft herumgeschleudert, ein mutiger Sprung heraus kann sehr gefährlich sein, und die Hoffnung, dass jemand von aussen das Rad zum stoppen bringt, sodass wir gemütlich aussteigen können, ist wenig hilfreich, weil unwahrscheinliches Ereignis. Aber wir können uns vorsehen, nicht durch zu schnelles Treten herauskatapultiert zu werden und anfangen langsamer zu treten, bis wir es ganz von alleine geschaft haben, heraus zu krabbeln.
Nachtrag zu meinem :
Es ist einfacher virtuell zu üben, finde ich, da viele andere Schattierungen und Sinneseindrücke der virtuellen Gegnüber entfallen und man sich leichter auf die eigene Geistesbetrachtung konzentrieren kann.

Es ist v.a. deshalb virtuell einfacher, weil man nicht sofort auf das virtuelle Gegenüber reagieren muss.
Anders als im realen Leben, gibt es einem jedenfalls die Gelegenheit erst mal bis 10 zu zählen ...oder bis 1000-lach
Tara4U hat geschrieben:

@Elviral
Nicht der Ablenkende Gedanke hat mich gerettet. Bleib hier! Sieh hin! Was ist da wirklich! Und was war da? Nur Personen die verlangen, sie haben bekommen was sie haben wollten, mein Bestes, ich hab sie frei gelassen und sie sind zu meiner großen Freude weg und werden es auch bleiben. Was ist da? Menschen die Menschen sind und das auch noch sein wollen.


Ich denke, wir haben über zwei verschiedene Dinge gesprochen.
Ich glaube, Du meinst ein "Auswaiden" durch andere. Ich kenne das nur in ganz kleinem Umfang, da sich schnell glücklicherweise ein Schutzmechanismus in mir aktiviert, der mich bei zu starker Inbeschlagnahme eine emotionslose Distanz schaffen lässt.
Aber das mit dem "Gehenlassen" hab ich auch drauf - und manchmal, ja, da bin ich halt gegangen. Das verbuche ich als direkte Ursachenbehebung :badgrin:

Was ich meinte, ist ein selbstgezimmertes Hamsterrad, eine endlose Tretmühle aus einander bedingenden Um-und Zuständen. Die Erkenntnis dieses Zustandes mag es vieleicht nicht sofort zum Anhalten bringen, denn wenn wir plötzlich aufhören zu treten, werden wir durch die Zentrifugalkraft herumgeschleudert, ein mutiger Sprung heraus kann sehr gefährlich sein, und die Hoffnung, dass jemand von aussen das Rad zum stoppen bringt, sodass wir gemütlich aussteigen können, ist wenig hilfreich, weil unwahrscheinliches Ereignis. Aber wir können uns vorsehen, nicht durch zu schnelles Treten herauskatapultiert zu werden und anfangen langsamer zu treten, bis wir es ganz von alleine geschaft haben, heraus zu krabbeln.

Ich glaube nicht das wir von verschiedenen Dingen gesprochen haben. Wir leben nicht nur mit anderen Menschen sondern auch von und für sie. Ein aus dem Rad Ausgestiegener ist für mich ein echter allein sich selbst versorgender Eremit. Ein Robinson vor Freitag. Ich war rausgeschossen(Nicht weil ich das wollte sonder weil dieser Körper seinen Reiter nicht mehr tragen wollte.). Es war unmöglich nicht wieder hineinzuspringen. Ich war vom Pferd gefallen und sprang wieder aufs Pferd denn ich und Pferd waren untrennbar. Es blieb mir nichts anderes übrig als alle Faktoren zu erkennen die mein Rad/Pferd beschleunigen und nach und nach abzuschneiden. Nun wird das Leben ein wenig "Langweilig" Der Affengeist und der Pferdewillen haben seit ich einigermaßen wach bin wesentlich weniger direkten Einfluss, sie müssen mich jetzt fragen ob sie loslegen können. Beim Sturz ist was zerbrochen das das befreit hat das dafür sorgt das Befreiung weiterhin ein Ziel sein kann, das Rad zu verlassen wäre mein größter Fehler gewesen.(Flucht in Krankheit, Irrsinn, Aussteigen, Selbstmord(in Spiritualität ist schon gescheitert))
Es ist immer noch zu schnell!!! Es ist sehr schwer ein Leben als Eremit hinzukriegen ohne das von Menschen erkannt wird das ich so leben möchte.
Der Beste Weg als Eremit zu leben ist der in der Gemeinschaft der Menschen, ein Weg wie ein durchgezogener Mittelstreifen auf einer Autobahn. Schwer vom Standstreifen wieder da hin zu kommen.
Auf dem Weg zur Arbeit. Lesend, "Limit", vollkommen fremde Welten. Erster Halt, irgendwie ist was anders. Nächster Halt Stadtmitte. Das ist anders, es ist alles so fremd, ich fühle mich wie ein Fremder in mir und in der Welt. Genau das ist es. Alles ist mir fremd. Du spinnst doch!
Wo willst Du denn mit dem Gedanken hin? Die Bauten sind Dir alle bekannt, das Fremde sich alle beweglichen Dinge. So ist das mit der Vergänglichkeit, das Bekannte ist immer auch vom Fremden, sich schnell wandelndem umgeben. Das beweist Dir das Du lebst und das es im Bekannten immer Fremdes gibt.

Umgekehrt ist der Gedanke das alles bekannt ist, das nichts mehr fremd ist, glücklich das es nichts mehr gibt das nicht erkannt wird, das Fremde wird umgedeutet in Bekannt.
Das nächste Mal denk bitte daran das das Fremden nie ohne Bekanntes sein kann und Bekanntes nie ohne Fremdes. Fühlst Du dich fremd finde das Bekannte, fühlst Du dich bekannt/wissend finde das Fremde.
Kürzlich wurde ich von einer streitsüchtigen und egomanen Person angesprochen.
Ich versuchte, ihr trotz allem mit Ruhe zu begegnen, meine sofort aufkommende Wut sofort abzukochen, ihr keinen Grund zu geben, sich weiter hinein zu steigern. Das gelang mir solange, bis ich einfach sie estehen lassen musste, denn sonst wäre die Szene noch hässlicher verlaufen.
All das brachte diese Person derart aus der Fassung, dass sie mir wütend hinterher schrie, denn so ein Verhalten war sie nicht gewohnt. Normalerweise kann sie sich mit den anderen solange streiten und diese provozieren, bis sie ihr Ziel, andere fertig gemacht zu haben, erreicht hat.
Diese Begegnug war mir sehr unangenehm und hing mir noch eine Weile nach. Ich bin solche Situationen überhaupt nicht gewohnt, auch, weil ich mich fast nie streite, und es machte mich traurig und wütend zugleich.

Der Dalai Lama sagte mal sinngemäss: "Lass es nicht zu, dass das schlechte Verhalten anderer Einfluss auf Dein Wohlergehen hat."

jaja, nee, schon klar....aber wie?
:wink:
Hi Tara,

manchmal muss man Leute wirklich einfach stehen lassen, weil sie sich dort wohl fühlen wo sie stehen.
Wenn Du sie nicht auf Dein Niveau bringen kannst besteht die Gefahr, daß sie Dich auf ihres runter ziehen.

Metta für den Menschen zu entwickeln wird zu oft damit verwechselt, Verständnis für antisoziales Verhalten dieser Menschen zu haben und dieses zu tolerieren.
Alles ändert sich. Freunde werden Feinde, Feinde werden Freunde. Ich hatte mal einen Kollegen, der ständig provozierte, mir sogar drohte, beleidigend war, so dass ich irgendwann gar nicht mehr mit ihm sprach. Heute ist er vielleicht nicht gerade mein "Freund", ich habe aber gehört, dass er das Rauchen aufgegeben hat und er sich sehr verändert hat. Dieses konnte ich gestern für mich bestätigen. Wir lachten sogar zusammen und redeten so wie ganz normale Kollegen es tun. Dazwischen lagen Jahre.
Tara4U hat geschrieben:

Der Dalai Lama sagte mal sinngemäss: "Lass es nicht zu, dass das schlechte Verhalten anderer Einfluss auf Dein Wohlergehen hat."



Hm, wie nennt man doch gleich eine Person, die nur Interesse an ihrem eigenen Wohlergehen hat? Hm. Bodhisattva?
(34) Die Praxis eines Bodhisattva ist es,
Dass wir uns von scharfen Worten befreien,
die andere Menschen kränken,
Da scharfzüngige Worte andere Menschen verstören können
und zudem bewirken,
Dass wir in unserem Verhalten als Bodhisattva nachlassen.

Zitiert aus den 37 Übungen der Bodhisattvas
Nachts im Gassenlabyrinth der Großstadt

Plötzlich stehe ich vor drei athletischen Männern voller Zorn wie vor einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch, bereit eine Woge aufgestauten Hasses auf mich loszulassen. Es ist klar: jeder Widerstand gäbe einen willkommenen Anlass draufloszuschlagen, könnte Selbstmord sein. Einer baut sich vor mir auf wie die personifizierte Wut, ich fühle die aufsteigende Angst und erkenne sofort wie sie den Vernichtungswillen geradezu herausfordern muss. An Flucht ist nicht mehr zu denken.
Blitzartig fällt mir ein dass es nur eine Möglichkeit gibt hier kein Angriffsziel zu sein. Ich schaue in diese bösen Augen mit aller liebenden Güte die ich aufbringen kann, Angst und Empörung gehen unter in ehrlichem Mitgefühl. Da stehe ich und strahle und dünke mir wie weiland Gotama vor dem tobenden Elefanten. Für einen Moment scheint es schief zu gehen, als wolle man einen Stein erweichen. In konzentrierter Klarheit sehe ich was dann vor sich geht: Einer der drei richtet beschwichtigende Worte in fremder Sprache an den Elefanten, der andere steht jetzt gleichgültig dabei. Widerwillig, fast wie eine Marionette bewegt sich der bebende Körper einen Schritt zur Seite und gibt mir den Weg frei. Ich gehe langsam weiter ohne mich umzusehen, keinen bösen oder ängstlichen Gedanken zulassend. Da habe ich mich sehr wohl gefühlt.

Schöne Grüße
Hallo zusammen und danke für Eure Posts.

@Sherab Yönten
Alles ändert sich. Freunde werden Feinde, Feinde werden Freunde.


Das ist sicher richtig. In diesem Fall jedoch nicht möglich oder gar erstrebenswert.
Einige Leute muss man einfach nur meiden und für sie hoffen, dass sie irgendwann einmal ihre eigenen negativen Gefühle unter Kontrolle bringen und für sich Frieden finden können.

@fotost
Wenn Du sie nicht auf Dein Niveau bringen kannst besteht die Gefahr, daß sie Dich auf ihres runter ziehen.

ja, das empfinde ich genau so. Ich kenne diese Person und weiss, dass jede Diskussion unmöglich ist. Ich gestehe, dass für einen winzigen Moment die Versuchung da war, mich darauf ein zu lassen. Ich bin froh, dass ich dem ersten Impuls nicht nachgegeben habe. Es wäre gar nicht gut ausgegangen, dessen bin ich mir sicher.

@ °°°
Hm, wie nennt man doch gleich eine Person, die nur Interesse an ihrem eigenen Wohlergehen hat? Hm. Bodhisattva?

Ich bin mir nicht sicher, was Du meinst damit, in Bezug auf dieses Zitat.
Mir ging es darum nachher mit meinen eigenen negativen Gefühlen klar zu kommen und da fiel mir dieses Zitat ein...


@ mutki
Au weia, was für ein abenteuerliches Erlebnis!
Und Chapeau für Deine Reaktion. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ich in so einer Situation gehandelt hätte.
Körperliche Agression macht mir sehr viel Angst.
Da habe ich mich sehr wohl gefühlt.

Ja, das denk ich mir, denn Du bist als Sieger aus dieser Situation herausgegangen. Du hattest vertrauen und durch dieses Erlebnis wurde Dein Vertrauen noch bestärkt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es doch ein nützliches Erlebnis, oder?
Ich habe mit einem ehrlich empfundenen mitfühlenden und gütigem Lächeln reagiert. Das stachelte diese Person erst recht an.
Aber ich fühlte mich in diesem Moment eben so und auch recht sicher. Nur im Anschluss begann es in mir zu brodeln und zu kochen, und ich dachte mir: verdammt noch mal, wie kann ich es zulassen, dass diese Situation mich so betrifft. :shock:
Hallo Tara,

Tara4U hat geschrieben:
@ mutki
.......
Da habe ich mich sehr wohl gefühlt.

Ja, das denk ich mir, denn Du bist als Siegaer aus dieser Situation herausgegangen.
Ich habe mit einem ehrlich empfundenen mitfühlenden und gütigem Lächeln reagiert. Das stachelte diese Person erst recht an.
Aber ich fühlte mich in diesem Moment eben so und auch recht sicher. Nur im Anschluss begann es in mir zu brodeln und zu kochen, und ich dachte mir: verdammt noch mal, wie kann ich es zulassen, dass diese Situation mich so betrifft. :shock:


Da war ich gerade gut in Übung, ist nicht immer so, und Glück war wohl auch dabei. Aber ich glaube wenn man wirklich nichts anderes für einen Angreifer empfindet als liebende Güte und Mitgefühl, muss er die Waffen strecken. Weil man sich selber schadet wenn man jemanden verletzt von dem man auf vollkommene Weise geliebt wird. Irgendwo weiß man dass man auf liebende Güte angewiesen ist denke ich. Spätestens wenn man in eine sehr leidvolle hilflose Situation kommt merkt man das. Und wenn man z.B. von Zorn beherrscht wird dann leidet man ja, und da ist nun jemand der wirklich wünscht dass man davon frei wäre, ohne auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein. Das spürt man, auch wenn es nicht ganz zu Bewusstein kommt, und wer wird seinen Gönner vernichten.
Vielleicht kann aber die Verblendung in manchen Fällen einfach zu groß sein, wie bei Devadatta der den Buddha töten wollte ?
@ mutki
Aber ich glaube wenn man wirklich nichts anderes für einen Angreifer empfindet als liebende Güte und Mitgefühl, muss er die Waffen strecken

Das habe ich in anderen Fällen auch so gesehen.
Dann empfand ich sogar tief in mir den Schmerz, der den anderen zu jenen Handlungen trieb. Dann kann ich die Situation entschärfen. Das gilt für alle Situationen, wie Panikzustände, Wut, Verzweiflung usw. von anderen.
Hier war es wohl anders. Da war mir mein Ego im Wege, ich war zwar aufrichtig mitfühlend, aber war voreingenommen und nahm das Leid des anderen nicht in dieser Situation in mir auf.
Und im Anschluss halt der Ärger, dass ich mich "runterziehen" lasse aufgrund dieser Aktion, anstelle es einfach abzuhaken und wieder ins Hier und Jetzt zu kommen :doubt:
Ja verstehe @Tara4U, das kennt man ja. Manchmal ärgert man sich auch weil man sich geärgert hat.. Bis man wieder draufkommt dass das alles hier und jetzt entsteht und wieder vergeht, z.B. beobachtet anstatt sich zu identifizieren, ist halt ein langer Übungsweg.
Ja verstehe @Tara4U, das kennt man ja. Manchmal ärgert man sich auch weil man sich geärgert hat.. Bis man wieder draufkommt dass das alles hier und jetzt entsteht und wieder vergeht, z.B. beobachtet anstatt sich zu identifizieren, ist halt ein langer Übungsweg.


recht haste, mutki :-)

und jedes Mal, wenn man glaubt, man kann es, man hat den Dreh raus, kommt was daher, das einen vor Hochmut schützt und Selbstgefälligkeit aufzeigt - bei mir jedenfalls
Tara4U hat geschrieben:
und jedes Mal, wenn man glaubt, man kann es, man hat den Dreh raus, kommt was daher, das einen vor Hochmut schützt und Selbstgefälligkeit aufzeigt - bei mir jedenfalls


Hätt' ich auch gerne :)
Tara4U hat geschrieben:
Der ablenkende Gedanke half aus dem Kreislauf auszubrechen. Ich dachte nicht mehr an die nächste Etappe, sondern konnte aus diesem Staffellauf ausbrechen.


Hallo Tara,
mich erinnert das gerade an längst vergangene Zeiten, in denen ich zu Fuß zur Firma gegangen bin. Es war eine "ganz schön lange Strecke". Aber irgendwann habe ich mich gewundert, wie schnell und leicht ich angekommen bin. Allerdings ist das natürlich darauf zurückzuführen gewesen, dass ich völlig unbewusst in Träumen verweilend - vor allem, wenn ich verliebt war - einen Fuß vor den anderen setzte. Dennoch denke ich gerne daran zurück, weil es für mich ein Beispiel ist, dass alles relativ ist und nur die Perspektive zählt.

Ein schönes Wochenende Euch Allen :D
Monika
°°° hat geschrieben:
Tara4U hat geschrieben:

Der Dalai Lama sagte mal sinngemäss: "Lass es nicht zu, dass das schlechte Verhalten anderer Einfluss auf Dein Wohlergehen hat."



Hm, wie nennt man doch gleich eine Person, die nur Interesse an ihrem eigenen Wohlergehen hat? Hm. Bodhisattva?


Das verstehst Du womöglich miss °°°.
Ich wollte es erklären, habe mir dann aber gedacht, wie kannst Du das nur so negativ auffassen?
_()_
@ Monika

Allerdings ist das natürlich darauf zurückzuführen gewesen, dass ich völlig unbewusst in Träumen verweilend - vor allem, wenn ich verliebt war - einen Fuß vor den anderen setzte. Dennoch denke ich gerne daran zurück, weil es für mich ein Beispiel ist, dass alles relativ ist und nur die Perspektive zählt.


laaaaaach, ja, das kenne ich auch...und was red bull bei mir nie hätte bewirken können: diese Verliebtheit hatte mir oft Flüüüüüüüüügel gegeben und mich unverwundbar gemacht.
:lol:
Hallo zusammen,
in meinem Leben pendele ich zwischen drei Städten und bin oft auch Abends unterwegs. Je mehr ich das erlebe was dort los ist, desto mehr kann ich es inzwischen als Übung betrachten. Bin eher ein Schisser aber in einer der Städte laufen viele Verwirrte durch die Gegend. Zum Beispiel Menschen, die Stimmen hören und deswegen aggressiv auf unbeteiligte Passanten reagieren. Ein freundlich und bescheiden wirkender älterer Herr steht plötzlich an einer Tramhaltestelle vor mir und beschimpft mich aus heiterem Himmel ins Gesicht, eine junge Frau überholt mich, nimmt mir in Sekundenschnelle die Wasserflasche aus der Hand und will sie mir auf den Kopf schlagen, Menschen rempeln und pöbeln und schimpfen. Abends in der S-Bahn sitzen volltrunkene aggressive Menschen. Je öfter ich sie treffe, desto weniger reagiere ich inzwischen ängstlich. Je weniger ängstlich ich reagiere, desto weniger aggressiv werden sie. Mir kommt es fast manchmal vor wie ein Spiel, eine Herausforderung. Je öfter ich auf sie treffe, desto mehr Mitgefühl habe ich. Wie schlimm muss das sein, wenn man Stimmen hört und nicht weiss woher die kommen und wie schlimm, wenn man voller Hass auf die ganze Menschheit durch die Gegend läuft.
Ich bin froh, dass ich mir nur diese Gedanken machen muss. Jeder Tag ist ein guter Tag!
Liebe Grüße! solaris
@ solaris

...und wie schlimm, wenn man voller Hass auf die ganze Menschheit durch die Gegend läuft.
Ich bin froh, dass ich mir nur diese Gedanken machen muss. Jeder Tag ist ein guter Tag!


Ich denke, je achtsamer man wird für die Leiden anderer, desto dankbarer wird man und desto weniger hadert man mit seinem eigenen Problemen, sondern kann sie eben als eine Herausforderung betrachten, die und auf unserem Weg dienlich sind.

In meiner Kindheit, wenn ich weinte, hörte ich oft den Satz "Im Krieg gehen ganze Schiffe unter!" und ich dachte nur...na und? Wen interessiert's? Ich bin's doch sooooo traurig. Später lernt man irgendwann, sein eigenes Leid zu relativieren indem man sich mit dem Leid anderer auseinandersetzt. Aber erst, wenn man Achtsamkeit lebt und fast automatisch Mitgefühl empfindet, nimmt man sich und sein Leid nicht mehr so wichtig.
Sag ich jetzt einfach mal so :wink:
solaris hat geschrieben:
.. Je öfter ich sie treffe, desto weniger reagiere ich inzwischen ängstlich. Je weniger ängstlich ich reagiere, desto weniger aggressiv werden sie. Mir kommt es fast manchmal vor wie ein Spiel, eine Herausforderung. Je öfter ich auf sie treffe, desto mehr Mitgefühl habe ich. Wie schlimm muss das sein, wenn man Stimmen hört und nicht weiss woher die kommen und wie schlimm, wenn man voller Hass auf die ganze Menschheit durch die Gegend läuft.
Ich bin froh, dass ich mir nur diese Gedanken machen muss. Jeder Tag ist ein guter Tag!
Liebe Grüße! solaris


Guten Morgen Solaris,
das kann ich mir lebhaft vorstellen. Ich hatte in einer Zeit "außergewöhnlicher Erfahrungen" entsprechende Erlebnisse mit Tieren. Vor Hunden hatte ich immer Angst, heute eher Respekt. In dieser Zeit aber hatte ich überhaupt keine Angst. Ich lebte in einem außergewöhnlichen Zustand und erkannte, dass ein angstfreier und mitfühlender freier Mensch tatsächlich von anderen Lebewesen auch so wahrgenommen wird. Ein Hund, der mich bis dahin immer angebellt und geknurrt hatte, fing an zu winseln und steckte seine Schnauze unter meine Achseln (ich saß beim Friseur, es war sein Hund).
Daher kommt m.E. auch manchmal das Empfinden von scheinbar unbegründeter Furcht oder Unwohlsein, obwohl doch "alle nett sind", wenn wir entsprechende Schwingungen spüren.

Jeder Tag guter Tag!
_()_ Monika
Tara4U hat geschrieben:
Irgendwann kam mir ein interessanter Gedanke.
Ich verfolgte diesen Gedanken sehr leidenschaftlich und vergass dabei meine Erschöpfung völlig


Welcher Gedanke kam hier auf, Tara?

:?:
@ nibbuti
Welcher Gedanke kam hier auf, Tara?


Das waren eigentlich mehrere Gedanken und völlig unspektakulär.

Ich freute mich schon auf die Resonanz der kleinen neuen Projekte, welche in diesem Monat Stapellauf haben werden, überlegte noch, was ich verbessern könnte, um es für alle recht attraktiv zu gestalten.
Ich dachte im selben Moment daran noch eine neue Spendenveranstaltung zu machen, entwarf das Programm und dachte über die Realisationsmöglichkeit der einzelnen Punkte nach.
Das sind Dinge, die mir Freude machen, auch, weil sie anderen Freude bringen, und im Kopf entstand fast ein Brainstorming.
Durch die genaue Verfolgung der Ideen und somit Ablenkung nahm ich meine physische Erschöpfung einfach nicht mehr wahr, aus der momentanen Situation der Erschöpfung und vom "Baum zu Baum" denkend war ich ausgebrochen, denn ich hatte mich in anderer Richtung positiv motiviert.

Ich unterstreiche nochmal, dass es nur um ein kleines unbedeutendes Beispiel handelt.
Es ist aber sehr anschaulich und stellvertretend für andere, sehr viel schwierigere Situationen, in denen ich mich durch ähnliche "Tricks" habe herausführen können :)
539 Beiträge

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast