Spirituelle Geschichten

Moderator: void

Sherab Yönten hat geschrieben:
Besser würde ich das Wort "Speicherbewusstsein" finden.

Sehr gut.
Ach Nils, wenn du doch nicht alles glauben würdest, was du denkst.....!
Tschüß :D
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Quelle Wikipedia

14. Franz von Assisi

Der heilige Franziskus ist ein Vorbild auch für den Amitabha Buddhismus. Er lebte von 1181 bis 1226 in Italien. Er war der Sohn eines reichen Tuchhändlers. Er führt ein genußorientiertes weltliches Leben. Aber im Alter von etwa 25 Jahren geriet er in eine innere Krise. Er fragte nach dem tieferen Sinn des Lebens, gab seine weltlichen Ziele auf und wanderte als besitzloser Bettelmönch durch sein Land.

Als er am Wegesrand einen verkrüppelten Leprakranken erblickte, entstand ein großes Mitgefühl in ihm. Er erkannte in dem Kranken seinen Mitbruder. Er küsste den Leprakranken auf die Stirn. Dadurch erwachte in Franz von Assisi die Erleuchtungsenergie. Er strahlte Licht, Glück und Liebe aus. Viele Menschen sammelten sich um ihn und folgten ihm nach.

Die großen Ideale des heiligen Franziskus waren Liebe, Mitgefühl, innerer Frieden und Lebensfreude. Franz von Assisi war ein heiterer Heiliger. Wo er hinkam, da wurde gelacht. Berühmt ist seine Vogelpredigt. Eines Tages kam der heilige Franziskus zu einem großen Feld, auf dem viele Vögel nach Nahrung suchten. Als sie den Heiligen bemerkten, flogen sie zu ihm hin, versammelten sich um ihn und setzten sich auf seine Schultern. Seine Energie der Liebe hatte sie angezogen. Sie vertrauten ihm. Franziskus sagt uns heutigen Menschen, dass wir in den Tieren unsere Mitwesen erkennen und gut zu ihnen sein sollen. Das Paradies auf der Erde entsteht, wenn die Menschen im Einklang mit der Natur und im Frieden untereinander leben.

Franziskus begründete den katholischen Orden der Franziskaner, die auch heute noch in seinem Sinne ein Leben der Einfachheit und der Liebe führen. Seine Lehre fasste er in seinem Friedensgebet zusammen: "Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens. Wo Verzweiflung ist, lass mich Hoffnung geben. Wo Traurigkeit ist, lass mich Freude bringen. Nicht mein Ich soll im Mittelpunkt des Lebens stehen, sondern die Liebe zu meinen Mitwesen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi
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Quelle Wikpedia

15. Der tibetische Paradieslehrer Longchenpa

Longchenpa(1308 bis 1363) war ein Nyingma-Meister und der Begründer der Traditionslinie des undogmatischen tibetischen Hatha-Yoga. Er schrieb viele Bücher. Er faßte die vielen Techniken des Gründervaters der Nyingmas Padmasambhava in einer Lehre zusammen. Er verband den Hatha-Yoga (Körperübungen), Tantra-Yoga (Arbeit mit sexueller Energie), Karma-Yoga (Gutes tun), Gottheiten-Yoga (Vorbild-Visualisierung) und Paradies-Yoga (Buddha Amitabha visualisieren) zu einer Einheit.

Longchenpa betonte das Sein (das Sat-Chid-Ananda, das Leben auf dem schmalen Grat des optimalen Übens zwischen zu viel und zu wenig tun) und den Meister-Yoga (die regelmäßige Verbindung mit den erleuchteten Meistern). Er übertrug seine Lehre in einer Reihe von Visionen dem im 18. Jahrhundert lebenden Yogi Jigme Lingpa. Einer seiner Enkelschüler war Patrul Rinpoche, von dem wir wiederum das Wissen erhalten haben (Patrul Rinpoche, Die Worte meines vollendeten Lehrers, Arbor Verlag 2001). Longchenpa lebte als freier Yogi. Als spiritueller Meister konnte er seinen Mitmenschen viel Gutes tun. Er war bei seinem Tod sehr zufrieden mit seinem Leben: "Es war gut als Yogi zu leben und schnell zur Erleuchtung zu kommen. Ich war gerne ein spiritueller Meister. Und jetzt freue mich darauf ins Paradies aufzusteigen und das ewige Glück im Himmel zu genießen."

Eines Tages erschien Longchenpa dem kleinen Yogi Nils im Traum. Er zeigte ihm, wie er das Lebensbuch von Nils umschrieb. Grundsätzlich hat jeder Mensch ein bestimmtes Karma, aus dem ein bestimmtes Schicksal folgt. Große erleuchtete Meister stehen aber über dem Gesetz des Karma und können das Karma eines Menschen verändern und zum Positiven wenden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Longchen_Rabjam
Nils hat geschrieben:
Eines Tages erschien Longchenpa dem kleinen Yogi Nils im Traum. Er zeigte ihm, wie er das Lebensbuch von Nils umschrieb. Grundsätzlich hat jeder Mensch ein bestimmtes Karma, aus dem ein bestimmtes Schicksal folgt. Große erleuchtete Meister stehen aber über dem Gesetz des Karma und können das Karma eines Menschen verändern und zum Positiven wenden.


Puuh, jetzt hatte ich doch tatsächlich gelesen: "Eines Tages erschien Longchenpa der kleinen Yogi Nils im Traum "!!!

Ich habe mich kaputt gelacht. Man muss sich das mal vorstellen. Longchenpa liegt im Mittelalter auf freien Feld beim Schlafen und auf einmal erscheint ihm ein kaum handtellergrosser Miniyogi, der sich als Nils vorstellt.
Klar, Nils holgerson - kennt doch jeder :lol:
void hat geschrieben:
auf einmal erscheint ihm ein kaum handtellergrosser Miniyogi, der sich als Nils vorstellt.

Ich bin kein Miniyogi, ich bin 1,79 m. :lol:
Mit Hut und Stöckelschuhen.Wirf das weg!
Nils hat geschrieben:
Große erleuchtete Meister stehen aber über dem Gesetz des Karma und können das Karma eines Menschen verändern und zum Positiven wenden.

Was ist denn in diesem Fall das 'Gesetz des Karma'?

Bald darauf, nachdem er allein lebte, zurückgezogen, umsichtig, eifrig und entschlossen, trat der ehrwürdige Aṅgulimāla hier und jetzt durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in das höchste Ziel des heiligen Lebens ein, für das Männer aus guter Familie zu Recht von zu Hause fort in die Hauslosigkeit ziehen, und er verweilte darin. Er erkannte unmittelbar: "Geburt ist zu Ende gebracht, das heilige Leben ist gelebt, es ist getan, was getan werden mußte, darüber hinaus gibt es nichts mehr." Und der ehrwürdige Aṅgulimāla wurde einer der Arahants.

Danach, als es Morgen war, zog sich der ehrwürdige Aṅgulimāla an, nahm seine Schale und äußere Robe und ging um Almosen nach Sāvatthī hinein. Bei jener Gelegenheit warf jemand einen Erdklumpen und traf den ehrwürdigen Aṅgulimāla am Körper, ein anderer warf einen Knüppel und traf ihn am Körper, und wieder ein anderer warf eine Scherbe und traf ihn am Körper. Dann ging der ehrwürdige Aṅgulimāla zum Erhabenen, wobei Blut aus seinem verletzten Kopf floß, mit zerbrochener Almosenschale und zerrissener äußerer Robe. Der Erhabene sah ihn in der Ferne kommen und sagte zu ihm: "Ertrage es, Brahmane! Ertrage es, Brahmane! Du erlebst hier und jetzt das Ergebnis von Taten, für die du viele Jahre, viele Jahrhunderte, viele Jahrtausende lang in der Hölle gequält worden wärst."
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Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... ida-orakel

16. Wie ist es im Paradies?

Gestern besuchte eine Frau Nils und fragte ihn, wie es im Paradies ist. Im Paradies ist es gut. Es ist besser im Paradies zu leben als nicht im Paradies. Im Paradies gibt es kein Leid. Im Paradies gibt es Frieden, Liebe, Glück und Freude. Alle Wesen sind voller Licht, strahlen Licht aus und kommunizieren durch das Licht miteinander. Sie sind durch Licht und Liebe miteinander verbunden.

Es gibt viele verschiedene Orte im Jenseits. Das Jenseits ist eine Bewusstseinsdimension. Es besteht aus Bewusstsein. Wir gelangen dort hin mit unserem Bewusstsein. Unser Bewusstsein besteht aus Gedanken, Gefühlen und Energien. Auf der Erde kann unser Bewusstsein sehr unterschiedlich sein. Wir können depressiv, aggressiv, ängstlich, traurig, sehnsüchtig, glücklich, liebevoll, fröhlich und friedlich sein. Wir können erleuchtet sein, im Licht leben und ein Einheitsbewusstsein haben. So ist es auch im Jenseits. Grundsätzlich entspricht unserem Bewusstsein auf der Erde der Bereich, in den wir im Jenseits kommen.

Nach der Nahtodforschung haben etwa 10 % der Menschen Höllenerfahrungen. Und etwa 10 % der Menschen auf der Erde bezeichnen sich als überwiegend unglücklich. Die Mehrzahl der Menschen empfindet sich als glücklich und wird deshalb in glückliche Bereiche im Jenseits gelangen. Wer spirituell übt, einen erleuchteten Meister oder spirituell fortgeschrittene Verwandte hat, kann bei seinem Tod in höhere Bereiche aufsteigen. Er kann sich durch seine spirituellen Übungen selbst ins Licht bringen oder von einem erleuchteten Helfer (Gott, Engel, Meister) ins Licht gezogen werden.

In den Religionen gibt es verschiedene Paradiesbeschreibungen. Sie sind symbolisch zu verstehen. Im Christentum stellt man sich das Paradies als eine goldene Stadt oder als einen schönen Garten voller Früchte vor. Im Yoga gibt es das Paradies Shivas in einer schönen Gebirgslandschaft mit einem See voller spiritueller Energie in der Mitte. Der Gott der Liebe Vishnu genießt das erleuchtete Sein auf einem Sofa mit seiner Glücksgöttin Lakshmi. Der Buddha Amitabha lebt zusammen mit seinen Freunden im Paradies Shukavati (Glücksland). Es gibt kleine Teiche, Bäume voller Edelsteine und lieblich singende Vögel.

Paradies-Yoga ist Kundalini-Yoga. Durch eine bestimmte Paradiesvisualisierung kann man die Erleuchtungsenergie in sich erwecken und sein Bewusstsein ins Licht bringen. Welche Vorstellung vom Paradies macht dich glücklich? Wie soll dein Paradies sein? Was soll es in deinem Paradies alles geben? Freunde, Verwandte, Reichtum, Glück, einen erleuchteten Meister, Gott? Welcher erleuchtete Meister oder welche Religion soll das Zentrum deines Paradieses sein?

Wir können im Jenseits und auf der Erde im Paradies leben. Wir können unser Leben und unsere Welt auf der Erde so gestalten, dass wir innerlich und äußerlich glücklich sind. Dazu sollten wir weise leben. Wir sollten uns an den Grundsätzen Weisheit, Liebe, Frieden, Glück und Freude orientieren. Wir sollen die Spiritualität in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen. Wenn wir unser inneres Glück nicht regelmäßig pflegen, wird es uns kaum gelingen langfristig glücklich zu sein. Wir brauchen eine gute spirituelle Lehre, einen spirituellen Meister und ein tägliches spirituelles Ritual, damit wir ins Licht wachsen und im Licht leben. In allen religiösen Paradiesvorstellungen steht deshalb Gott oder ein erleuchteter Meister im Mittelpunkt des Paradieses.

Hilfreich für den Weg ins Paradies ist es sich jeden Tag mit einem erleuchteten Meister (Gott, Buddha Amitabha) zu verbinden und ihn um Führung und Hilfe zu bitten. Wir können uns als Buddha des Lichts visualisieren und allen Wesen jeden Tag Licht senden. So wird sich immer mehr das Licht in unserem Leben entfalten und eines Tages leben wir dauerhaft im Licht. Was ist dein Paradiesweg? Was sind deine täglichen spirituellen Übungen (Yoga, Gehen, Meditation, Lesen, Beten, Orakel)? Was ist heute dein positiver Gedanke? Welcher Gedanke läßt dich deine Welt als Paradies empfinden? "Mein Paradiesgedanke ist ..."
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Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... eschichten

17. Der Heilige, der viele Wunder tat

Sai Baba von Shirdi lebte von 1838 bis 1918 in Indien. Er war ein großer indischer Heiliger. Der Meister (Guru) von Shirdi-Sai war Venkusa. Zu ihm ging er bereits als junger Mann. Er lernte von ihm den Hatha-Yoga (Körperübungen und Meditation). Seine Haupttechnik war es auf seinen Meister zu meditieren. Er visualisierte sich als eins mit seinem Meister und dachte beständig dessen Namen. Er versenkte sich jeden Tag in die Energie seines Meisters. Im Alter von zwanzig Jahren kam er nach Shirdi. Shirdi war damals ein kleines Dorf. Ein Mann begrüßte ihn mit den Worten: "Sei willkommen heiliger Vater." Vater heißt auf indisch "Baba" und ist eine Anrede für Yogis. Shirdi-Sai sah damals schon sehr heilig aus. Er war bereits im Alter von zwanzig Jahren erleuchtet. Vor das Wort "Baba" stellte der Mann, der ihn als erster in Shirdi begrüßte, deshalb die Silbe "Sai". "Sai" bedeutet "Heilig". In der Folgezeit wurde Sai Baba von allen Dorfbewohnern mit dieser Anrede begrüßt. So kam er zu seinem Namen. Da es viele heilige Babas (Yogis) in Indien gibt, nannte man ihn Sai Baba von Shirdi.

Da man ihn so freundlich in Shirdi willkommengeheißen hatte, beschloß er in Shirdi zu bleiben. Er zog in eine verfallene Moschee und wohnte dort für den Rest seines Lebens. Jeden Tag ging er durch das Dorf und erbettelte sich etwas Essen. Oft wanderte er in die Wälder der Umgebung und meditierte dort viele Stunden. Er legte einen kleinen Blumengarten an und bewässerte die Blumen jeden Tag. Das war sein täglicher Karma-Yoga. Nach drei Jahren waren die Blumen groß geworden und trugen viele schöne Blüten. Shirdi-Sai schnitt die Blüten ab und versorgte damit alle Tempel in Shirdi. Er war von muslimischen Eltern aufgezogen worden. Sein Meister Venkusa aber war ein Hindu. Sai Baba von Shirdi fühlte sich deshalb beiden Religionen zugehörig. In seiner Moschee praktizierte er die Bräuche beider Religionen.

Ein wichtiges Ritual im Hinduismus ist das Entzünden von Licht. In seiner Moschee brannten die ganze Nacht mehrere Öllampen. Das Öl dazu bekam er von den Ölhändlern des Dorfes. Eines Tages hatten die Ölhändler keine Lust mehr ihm jeden Tag etwas Öl zu geben. Sie verweigerten gemeinsam die tägliche Spende. Daraufhin füllte Shirdi-Sai Wasser in die Öllampen, segnete das Wasser und zündete die Dochte an. Die Öllampen brannten von alleine die ganze Nacht. Als die Dorfbewohner merkten, dass Shirdi-Sai Wunder tun kann, begannen sie ihn zu verehren. Sai Baba von Shirdi vollbrachte im Laufe seines Lebens viele Wunder. Er heilte Kranke, segnete Frauen mit der Geburt eines Kindes und erweckte Tote zum Leben. Er machte Arme reich und führte viele Menschen zur Erleuchtung. Das größte Wunder im Leben ist die Möglichkeit der Erleuchtung. Jeder Mensch kann sein inneres Glück verwirklichen, wenn er jeden Tag die dazu notwendigen Übungen macht.

Als Shirdi-Sai älter wurde, versorgte ihn eine Frau jeden Tag mit Essen. Eines Tages rief er voller Qual "Oh Lakshmibai, ich bin sehr hungrig!" Die Frau rannte sofort los und bereitete ihm ein schönes Essen. Sie überreichte es ihrem Meister und der gab es einem Hund. Die Frau beschwerte sich darüber. Aber ihr Meister antwortete: "Den Hunger des Hundes zu stillen ist dasselbe wie meinen Hunger zu stillen. Auch ein Hund hat eine Seele. Wisse, dass derjenige, der die Hungrigen speist, in Wahrheit mich mit Nahrung vorsorgt." Shirdi-Sais Liebe galt ganz besonders den Armen, Kleinen und Schwachen. Er lehrte: "Gott liebt die Armen und die Reichen. Aber die Armen liebt er besonders. Ich bin gekommen, um gerade den Kleinen und Schwachen zu helfen."

Shirdi-Sai lehrte die Einheit aller Religionen und den individuellen Weg jedes Menschen. Er gab jedem Menschen die spirituellen Übungen, die zu ihm passten und mit denen er erfolgreich seinen Weg gehen konnte. Die Hauptlehre von Shirdi-Sai war der tägliche Meister-Yoga: "Wer sich jeden Tag geistig mit einem erleuchteten Meister verbindet und Gott in allen Geschöpfen sieht, der wird gerettet. Ich werde auch von meinem Grab aus aktiv sein. Ich werde in jedem Augenblick, in dem ihr an mich denkt, bei euch sein."

Video https://www.youtube.com/watch?v=zQ9_ogTSpoA

https://de.wikipedia.org/wiki/Sai_Baba_(Shirdi)
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Amma, Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... eschichten

18. Amma umarmt die Welt

Amritanandamayi (Amma) ist eine der bekanntesten spirituellen Meisterinnen des heutigen Indiens. Sie ist die Heilige, die die Welt umarmt. Sie reist jedes Jahr um die Welt und umarmt alle Menschen, die zu ihrem Darshan kommen. Sie hat die Umarmung zu ihrer spirituellen Technik gewählt, weil damit die Liebe konkret erfahrbar wird. Und viele Menschen auf der Welt leiden an einem Mangel der Liebe. Deshalb kommen Millionen in ihre Veranstaltungen. Von Amma gibt es viele Videos im Internet. Sie singt gerne, ist humorvoll und vertritt die Einheit aller Religionen. Alle Religionen beinhalten Wege um zur Erleuchtung (zur Gotteserfahrung) zu kommen.

Amma wurde am 27.9.1953 in Kerala geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren begann sie mit ihrer spirituellen Praxis. Ihr Motto war: "Vergeude spirituell keine Minute in deinem Leben." Im Alter von 17 Jahren gelangte sie zur Erleuchtung und mit 22 Jahren erreichte sie die Buddhaschaft (vollständige Erleuchtung). Sie gründete in ihrem Heimatort in Südindien (Kerala) einen Ashram, in dem heute auch viele Menschen aus dem Westen leben.

Amma hat in Indien in den letzten Jahren ein umfassendes humanitäres Hilfswerk aufgebaut. Sie hat Dörfer für arme Familien errichten lassen. Sie hat Schulen, Universitäten und Krankenhäuser finanziert. Und sie hat eine Organisation für alleinerziehende Mütter gegründet. Allen Müttern gibt sie so viel Geld, dass sie davon leben können. Das ist in Indien eine große soziale Tat. Sie engagiert sich stark für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Sie hat als erste große Meisterin weibliche Priester in den indischen Tempeln eingesetzt.

Wie alle großen erleuchteten Meister, die stark in der Öffentlichkeit stehen (Dalai Lama, Sathya Sai Baba) wird auch Amma von einigen Menschen stark kritisiert und angefeindet. Derzeit kursieren einige Videos im Internet. Eine ehemalige Schülerin hat über Ammas Ashram im Indien das Buch "Heilige Hölle" geschrieben. Ich habe die wichtigsten Vorwürfe in der Presse gelesen. Richtig ist wahrscheinlich, dass Amma eine eher strenge Meisterin ist. In ihrem Ashram geht es streng zu. Das kann man als Heilige Hölle sehen. Manchmal muss man durch eine heilige Hölle durch, um zur Erleuchtung zu kommen. Insofern ist dagegen nichts einzuwenden. Jeder Mensch darf frei entscheiden, ob er in ihrem Ashram leben will.

Der zweite Vorwurf besteht darin, dass Amma durch ihre Reisen viel Geld einnimmt und es nicht gut anlegt. Das kann stimmen. Aber es gibt viele Menschen, die nicht klug mit Geld umgehen können. Amma ist ein einfache Fischerstochter. Wo sollte sie es gelernt haben. Ich wünsche ihr, dass sie die Hinweise aufgreift und weise ihr Geld zum Wohle der Welt verwaltet. Der dritte Vorwurf ist am interessantesten, aber leider wohl nicht aufklärbar und beweisbar. Amma soll angeblich Sex mit einigen männlichen Schülern gehabt haben. Das wäre dann eine sexuelle Geheimpraxis ähnlich wie im tibetischen Buddhismus. Da Amma die oberste Chefin in ihrem Ashram ist, darf sie auch die Regeln festlegen. Und solange die Männer freiwillig mitmachen, wovon ich ausgehe, ist es auch kein Problem. Da Amma für das Glück aller Wesen arbeitet, nehme ich an, dass es den Männern oder der Welt nützt. Oder zumindest Spaß bringt. :D

https://de.wikipedia.org/wiki/Amritanandamayi

Video https://www.youtube.com/watch?v=D6niYNuxExE
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Die Flussgöttin Ganga erleuchtet den Yogi Shiva. Bhagiratha betet Shiva an und wird so eins mit ihm. Quelle Wikipedia

19. Der Weg der Liebe im indischen Yoga

Bhagiratha war ein indischer Königssohn. Alle seine Brüder und Schwestern lebten in der Hölle. Sie lebten in der Welt des Leidens. Sie waren innerlich unglücklich. Sie wurden von den sieben Dämonen Wut, Stolz, Neid, Habgier, Angst, Genußsucht und Unweisheit gequält.

Bhagiratha wusste, dass seine Brüder und Schwestern sich nicht alleine von ihrer spirituellen Unweisheit befreien konnten. Der Weg des inneren Glücks ist schwer zu begreifen. Das tägliche spirituelle Üben ist schwer zu erlernen. Und noch schwerer ist es den Weg des effektiven Übens zu finden. Die meisten Menschen verlieren sich im formalen Üben und kommen langfristig nicht voran. Ohne einen erleuchteten Meister kann kein normaler Mensch den Weg ins Licht erfolgreich gehen. Damit wir eine glückliche Welt aufbauen können, brauchen wir viele erleuchtete Weisheitslehrer.

Bhagiratha beschloss, seine Brüder und Schwestern aus der Hölle zu retten. Er wurde ein Yogi und brachte zuerst einmal sich selbst ins Licht. Nachdem er zwölf Jahre intensiv seine Yogaübungen praktiziert hatte, erschien ihm eines nachts der Gott Shiva im Traum und fragte ihn, was er wolle. Bhagiratha anwortete: „Ich möchte meine Brüder und Schwestern aus der Hölle befreien. Ich möchte allen Menschen in der Welt das Licht bringen. Ich wünsche eine blühende Welt voller glücklicher Menschen."

Daraufhin öffnete Shiva den Himmel und ließ das Wasser des Lebens auf die Erde fließen. Der Aufprall auf die Erde war so gewaltig, dass Shiva ihn abmildern musste. Er ließ das Wasser durch sein verfilztes Yogihaar rinnen, und es verteilte sich auf der Erde in viele kleine Bäche. Die Bäche plätscherten aus dem Himalaya-Gebirge in die indische Tiefebene und bewässerten das ganze Land. Ganz Indien begann zu blühen, die Menschen wurden glücklich und die Tiere froh. So entstand der heilige Fluß Ganges, der noch heute Nordindien mit Wasser versorgt.

Bhagiratha verwandelte sich in Shiva. Das Wasser wurde zur kosmischen Energie. Die Energie floss in sein Scheitelchakra hinein und außen über seinen Kopf und seine Haare an seinem Körper herunter. Nach einiger Zeit war Bhagiratha ganz voller Glücksenergie und umgeben von einer Wolke aus Licht. Wo seine Füße hintraten, begann die Erde zu blühen. Rote Rosen und weiße Lilien säumten seinen Weg. In seiner Nähe wurden die wilden Tiere zahm, und die Vögel begannen zu singen.

Als er wie ein Gott (Buddha) vor Glück strahlte, ging er zurück in die Welt des Leidens (die Hölle) und erzählte den Menschen vom inneren Glück. Da er es selbst verwirklicht hatte, glaubten sie ihm und eiferten ihm nach. Sie lebten positiv, dachten positiv und handelten positiv. Sie praktizierten jeden Tag den Weg der Liebe, der Meditation und des Gebetes zum Yogagott Shiva in seinem Paradies (Shivaloka). Sie entwickelten im Laufe der Zeit ihr inneres Glück, ihre Liebe und ein Paradiesbewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein). So wurde das Paradies auf die Erde gebracht.

Die Geschichte von Bhagiratha ist ein alter indischer Mythos. Er liegt möglicherweise dem buddhistischen Amitabha-Mythos zugrunde. Jedenfalls kennt auch der indische Yoga den Weg der Entwicklung des Paradiesbewusstseins. Hier treffen sich Christentum, Buddhismus und Hinduismus.

https://en.wikipedia.org/wiki/Bhagiratha
Namaste!

Hallo Nils,

nichts für ungut, aber hast Du mal bei Wiki nachgelesen - Du hattest ja selbst den Link platziert... :?:

Nils hat geschrieben:
19. Der Weg der Liebe im indischen Yoga

Bhagiratha war ein indischer Königssohn. Alle seine Brüder und Schwestern lebten in der Hölle. Sie lebten in der Welt des Leidens. Sie waren innerlich unglücklich. Sie wurden von den sieben Dämonen Wut, Stolz, Neid, Habgier, Angst, Genußsucht und Unweisheit gequält.

Bhagiratha wusste, dass seine Brüder und Schwestern sich nicht alleine von ihrer spirituellen Unweisheit befreien konnten. Der Weg des inneren Glücks ist schwer zu begreifen. Das tägliche spirituelle Üben ist schwer zu erlernen. Und noch schwerer ist es den Weg des effektiven Übens zu finden. Die meisten Menschen verlieren sich im formalen Üben und kommen langfristig nicht voran. Ohne einen erleuchteten Meister kann kein normaler Mensch den Weg ins Licht erfolgreich gehen. Damit wir eine glückliche Welt aufbauen können, brauchen wir viele erleuchtete Weisheitslehrer.

Bhagiratha beschloss, seine Brüder und Schwestern aus der Hölle zu retten. Er wurde ein Yogi und brachte zuerst einmal sich selbst ins Licht. Nachdem er zwölf Jahre intensiv seine Yogaübungen praktiziert hatte, erschien ihm eines nachts der Gott Shiva im Traum und fragte ihn, was er wolle. Bhagiratha anwortete: „Ich möchte meine Brüder und Schwestern aus der Hölle befreien. Ich möchte allen Menschen in der Welt das Licht bringen. Ich wünsche eine blühende Welt voller glücklicher Menschen."

Daraufhin öffnete Shiva den Himmel und ließ das Wasser des Lebens auf die Erde fließen. Der Aufprall auf die Erde war so gewaltig, dass Shiva ihn abmildern musste. Er ließ das Wasser durch sein verfilztes Yogihaar rinnen, und es verteilte sich auf der Erde in viele kleine Bäche. Die Bäche plätscherten aus dem Himalaya-Gebirge in die indische Tiefebene und bewässerten das ganze Land. Ganz Indien begann zu blühen, die Menschen wurden glücklich und die Tiere froh. So entstand der heilige Fluß Ganges, der noch heute Nordindien mit Wasser versorgt.

Bhagiratha verwandelte sich in Shiva. Das Wasser wurde zur kosmischen Energie. Die Energie floss in sein Scheitelchakra hinein und außen über seinen Kopf und seine Haare an seinem Körper herunter. Nach einiger Zeit war Bhagiratha ganz voller Glücksenergie und umgeben von einer Wolke aus Licht. Wo seine Füße hintraten, begann die Erde zu blühen. Rote Rosen und weiße Lilien säumten seinen Weg. In seiner Nähe wurden die wilden Tiere zahm, und die Vögel begannen zu singen.

Als er wie ein Gott (Buddha) vor Glück strahlte, ging er zurück in die Welt des Leidens (die Hölle) und erzählte den Menschen vom inneren Glück. Da er es selbst verwirklicht hatte, glaubten sie ihm und eiferten ihm nach. Sie lebten positiv, dachten positiv und handelten positiv. Sie praktizierten jeden Tag den Weg der Liebe, der Meditation und des Gebetes zum Yogagott Shiva in seinem Paradies (Shivaloka). Sie entwickelten im Laufe der Zeit ihr inneres Glück, ihre Liebe und ein Paradiesbewusstsein (Erleuchtungsbewusstsein). So wurde das Paradies auf die Erde gebracht.

Die Geschichte von Bhagiratha ist ein alter indischer Mythos. Er liegt möglicherweise dem buddhistischen Amitabha-Mythos zugrunde. Jedenfalls kennt auch der indische Yoga den Weg der Entwicklung des Paradiesbewusstseins. Hier treffen sich Christentum, Buddhismus und Hinduismus.

https://en.wikipedia.org/wiki/Bhagiratha


Du machst dann z. B. aus "1000 Jahren der qualvollen Buße" :arrow: "12 Jahre intensiver Yoga-Übung".

Da steht dann auch überhaupt nichts von Hölle und Paradies, sondern

"As a result, the sins of the thousand princes multiplied in their destructive energy, and began resulting in natural disasters"
:arrow: "Als Resultat vermehrten sich die Sünden der Tausend Prinzen in ihrer destruktiven Energie und verursachten Naturkatastrophen"

und

"Ganga then flowed over the remains of the 60,000 ancestors of Bhagiratha and brought them moksha"
:arrow: "Dann floss Ganga über die Überreste [Gebeine] der 60.000 Vorfahren von Bhagiratha und brachte ihnen Moksha".

Wieso dann dieser Mythos - den ich sowohl in der "offiziellen Version" wie auch in Deiner Version als schöne Geschichte ansehe - möglicherweise dem buddhistischen Amitabha-Mythos zu Grunde liegen könnte, entzog sich mir dann allerdings nach dem Lesen der offiziellen Version.


Kurz vor dem Freigeben dieses Posts hatte ich dann auch noch eine "Eingebung" (spontane Erinnerung):
Archivar: "Du weist, dass dies hier kein Verhör ist oder Gerichtsverfahren. Deine Version der Wahrheit is' alles was zählt."
Sunmi~451: "Die Wahrheit ist einzig. Ihre Versionen sind... bloß Unwahrheiten."

aus dem Fillm "Cloud Atlas" (Roman ggf. abweichend)

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Benkei hat geschrieben:
Hallo Nils, nichts für ungut, aber hast Du mal bei Wiki nachgelesen - Du hattest ja selbst den Link platziert... :?:

Natürlich. Deshalb habe ich ja den Link platziert. Damit jeder die Geschichte im Original nachlesen kann. Es gibt sehr viele Variationen von dieser Geschichte. Meine Geschichte ist meine Variation. Die Variation mit der Hölle fand ich bei Wolf-Dieter Storl, Shiva, Der wilde und gütige Gott. Der Bezug zu Buddha Amitabha besteht darin, dass Bhagiratha den Weg der Erleuchtung geht, um anschließend seine Mitmenschen (seine Brüder und Schwester) zu retten. Und es gibt einen Hinweis auf das Gebet zu Shiva im Himmel (Paradies). Durch das Gebet zu Shiva wird man gerettet. Shiva wohnt im Paradies Shivaloka. Alle seine Anhänger können auch zu ihm ins Paradies kommen.
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Quelle Wikipedia

20. Der Königssohn und der Tod

Es war einmal ein Königssohn, der war sehr klug. Er lernte bei allen weisen Männern und Frauen seines Landes. Als sie ihm nichts mehr beibringen konnten, schickte ihn sein Vater, der König, in die weite Welt hinaus. In allen Ländern der Erde suchte der Königssohn die größten Gelehrten auf und blieb so lange bei ihnen, bis er ihr Wissen vollständig in sich aufgenommen hatte. Nach einigen Jahren wusste er alles. Er kehrte zu seinem Vater zurück, um die Herrschaft über sein Land zu übernehmen.

Bevor er sich zum König krönen ließ, bat er alle Bewohner seines Landes hervorzutreten, die etwas wussten, was er noch nicht wusste. Machtvoll hob ein alter Mann seine Hand. Er sah sehr bleich aus. Sein Körper bestand nur aus Haut und Knochen. Er sprach: “Ich bin der Tod. Ich kann dich das höchste Wissen lehren.”

Der Königssohn folgte dem Tod in eine abgelegene Hütte in den Bergen. Der Tod setzte sich auf seinen Thron und bat den jungen Mann, zu seinen Füßen Platz zu nehmen. Drei Jahre saß der Prinz schweigend bei den Füßen des Meisters. Sie sprachen kein Wort. Der Geist des Königssohnes wurde immer ruhiger. Er vergaß all sein Wissen.

Im Laufe der Zeit entstand eine starke spirituelle Energie. Sie verwandelte den Königssohn. Sein Ego verschwand, und Glück breitete sich in ihm aus. Er lebte jetzt dauerhaft in einer großen Wolke aus Erleuchtungsenergie. Wenn er diese Energie auf andere Menschen übertrug, konnte er sie damit heilen. Wenn er die Hand auf seinen eigenen Körper legte, konnte er sofort Gesundheit und Glück in sich erzeugen.

Als erleuchteter König regierte er sein Land weise und gerecht. Er blieb stets bescheiden, weil er wusste, dass der Tod ein noch größerer Meister als er war. Als seine Zeit um war, stand plötzlich der Tod vor der Tür. Der Tod sagte: “Du hast dein Leben gut genutzt. Du hast deinen Mitmenschen viel Gutes getan. Deshalb wartet jetzt das Paradies auf dich.”

(Altes europäisches Märchen)
Namaste!

Der alte Inder und der Flaschengeist

Ein armer alter Inder fand am Strand eine Flasche, die ihm merkwürdig erschien. Er machte sie auf und ein Geist kam heraus. „Wow“, sagte der Geist. „Ich war hier zweitausend Jahre eingesperrt, und du hast mich befreit. Dafür hast du einen Wunsch frei. Sag an.“
Der arme Inder überlegte ein Weilchen, dann erklärte er, dass er schon immer mal nach Madagaskar wollte. Da er zum einen aber Flugangst habe und zum anderen schnell seekrank werde, wünsche er sich eine Brücke dorthin.
Der Flaschengeist reagierte ungehalten. „Eine Brücke von Indien nach Afrika? Weißt du, wie viele Säulen ich dafür brauche? Mann, kannst du dir nichts Leichteres wünschen?!“
Der Inder überlegte wieder, dann fiel ihm etwas ein. „In meiner Religion“, sagte er, „gibt es ja nicht nur unendlich viele Wege zu Gott, sondern auch unendlich viele Götter. Da habe ich mich noch nie wirklich zurechtgefunden. Kannst du mir nicht den Hinduismus erklären?“
Der Geist sah ihn traurig an und sprach. „Okay, welche Farbe soll deine Brücke haben?“


aus Helge Timmerbergs "Tiger fressen keine Yogis - Geschichten von unterwegs"

Anmerkung:
Der Zusammenhang mit Amitabha oder dem Amitabha-Buddhismus besteht darin, dass Flaschengeister ja ein langes oder unermessliches Leben haben und genau dieser Flaschengeist ja vielleicht den Namen "Amitayus" hatte - wir werden es nie erfahren :mrgreen:

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
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Neem Karoli Baba, Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... eschichten

21. Der Meister der Energie (Hinduismus einfach erklärt)

Neem Karoli Baba war einer der Hauptgurus der Hippiezeit. Er wurde irgendwann nach 1900 geboren und verließ 1973 wieder diese Welt. Bereits im Alter von sieben oder acht Jahren schwänzte er öfters die Schule, um im Dschungel Yoga zu praktizieren. Es drängte ihn sehr zum spirituellen Weg. Als Jugendlicher verließ er sein Heimatdorf und zog als Sadhu (Bettler, Yogi) durch Indien. Er ließ sich zeitweilig an einsamen Orten nieder und übte extreme spirituelle Praktiken. Eine dieser Praktiken war die Fünf Feuer Übung. In der größten Mittagshitze zündete er um sich herum vier Feuer an. Das fünfte Feuer war die Sonne am Himmel. Dann meditierte er einige Stunden inmitten dieser fünf Feuer. Nur große Siddhas (Meister der spirituellen Energien) vermögen eine derartige Hitze zu ertragen. Genauso schwierig ist die entgegengesetze Übung. Man setzt sich in einen eiskalten Gebirgsfluß und meditiert im eiskalten Wasser. Bei der ersten Übung muß man extreme Kälte und bei der zweiten Übung extreme Hitze in sich erzeugen. Dann kann man diese Übungen überleben. Die Kälteübung wird manchmal auch von den Yogis in Tibet und den Zen- Mönchen in Japan durchgeführt. Bei letzteren wurde sie vor einigen Jahren von einem Fernsehteam aufgezeichnet. Die Mönche dampften vor innerer Hitze, als sie im Winter in das Eiswasser stiegen.

Im Alter von etwa dreißig Jahren tauchte Neem Karoli Baba in den Dörfern am Rande des Himalaya-Gebirges auf und spielte mit den Kindern. Die Dörfler erkannten ihn als großen Heiligen (Mahatma) und baten um seinen Darshan (Segen). Oft besuchte er Tempel, die dem Affengott Hanuman geweiht waren. Man hörte ihn beständig den Namen Hanuman wiederholen. Er verehrte alle Götter und alle Religionen. Er war auch ein großer Anhänger von Jesus Christus. Aber seine besondere Liebe galt dem Gott Rama und seinem treuen Freund Hanuman. Rama ist ein Symbol für den Weg des Bhakti-Yoga (Meister-Yoga) und Hanuman steht für die Treue zum persönlichen Meister.

Von 1967 bis 1973 kamen viele junge Menschen aus dem Westen zu Neem Karoli Baba. Er zeigte ihnen verschiedene spirituelle Übungen. Einigen gab er den Weg des Hatha-Yoga (Körperübungen, Kundalini Energie) und anderen den Weg des Karma-Yoga (für das Glück aller Wesen arbeiten). Für die Mehrzahl seiner Anhänger sah er einfach nur den Weg des Meister-Yoga (Bhakti Yoga) vor. Der Weg des Meister-Yogas ist es, sich jeden Tag geistig mit einem erleuchteten Meister zu verbinden, in den Büchern des Meisters zu lesen und regelmäßig an einem Satsang (Treffen) teilzunehmen.

Neem Karoli Baba lehrte den individuellen spirituellen Weg. Seine Übungen waren jeweils auf den einzelnen Schüler zugeschnitten. Er selbst verhielt sich völlig unkonventionell. Er hielt sich nicht an bestimmte Regeln. Er handelte eher spontan und natürlich wie ein Kind. Und er war eine Manifestation der Fülle. Bei seinen Festen gab es Unmengen von Süßigkeiten. Einer seiner Lieblingssätze war: "Iß Süßigkeiten. Trink Tee!"

Die beiden westlichen Hauptschüler von Neem Karoli Baba sind Ram Das und Krishna Das. Beide arbeiten auf ihre Art als Karma-Yogis (buddhistisch Bodhisattvas) im Westen. Der Namens- Zusatz "Das" bedeutet Diener aller Wesen. Ram Das ist ein Psychologie-Professor an der Harvard-Universität in den USA. Er suchte nach dem tieferen Sinn des Lebens. 1967 reiste er nach Indien und traf dort auf Neem Karoli Baba. Bei ihm fand er das Glück, dass er immer gesucht hatte. Den Rest seines Lebens verbrachte Ram Das damit Vorträge zu halten und in Amerika eine neue Spiritualität der Toleranz und der Liebe zu lehren. Er arbeitete in der amerikanischen Friedensbewegung mit, gründete mehrere soziale Organisationen und wurde zu einem der bekanntesten Sprecher der in den siebziger und achtziger Jahren neu erwachenden Spiritualität im Westen. Ram Das sammelte die Geschichten über Neem Karoli Baba und veröffentlichte sie 1979 (Deutsch 1983) in dem Buch "Subtil ist der Pfad der Liebe".

Krishna Das ist ein Musiker, der wunderbar indische Lieder (Bhajans) singen kann. Er verbrachte viele Jahre in Indien und zog nach dem Tod seines Meisters wieder zurück in die USA. Im Laufe der Jahre erfuhr er durch das Bhajan Singen eine große innere Transformation. Seine Lieder strahlten jetzt Authenzität, Liebe und Spiritualität aus. Krishna Das wurde zu einem der führenden Bhajan-Sänger im Westen. Die Menschen strömten in seine Konzerte, um sich von seinen Liedern inspirieren zu lassen. Im Juli 2004 kam er zum ersten Mal nach Deutschland. Nils besuchte ihn bei seinem Konzert in Hamburg. Dabei spürte er, wie durch Krishna Das die Energie Neem Karoli Babas zu ihm floß. Nils erfuhr die starke Präsens von Neem Karoli Baba im Konzertsaal und eine große innere Reinigung. Erst löste sich in ihm viel Trauer, dann manifestierten sich spontan viele verschiedene Yoga-Stellungen in seinem Körper und zum Schluß ruhte er in einer großen Glücksenergie. Nils empfand das Konzert als eine persönliche Segnung durch Neem Karoli Baba. Die großen Meister können auch durch ihre nichterleuchteten Schüler hindurch zu den Menschen wirken.

Im August 2005 fand in Berlin das erste Yogafestival statt. Sechstausend Besucher strömten zu den vielen Yoga-Angeboten, Meditationen, Vorträgen und Musikveranstaltungen. Der Höhepunkt war der Darshan von Sri Durgamayi Ma. Durgamayi Ma ist eine der bekanntesten erleuchteten Yoga-Meisterinnen in Deutschland. Ihr Meister ist Neem Karoli Baba, der dicke lachende Guru der Hippiezeit. Durgamayi Ma wurde in Deutschland geboren. Sie arbeitete als Lehrerin. 1972 sah sie ein Bild von Neem Karoli Baba und machte sich sofort auf den Weg nach Indien. Als sie ihren Meister traf, mußte sie drei Tage lang weinen. Ihr ganzer Herzschmerz aus ihrem bisherigen Leben löste sich auf. Neem Karoli Baba gab ihr die Liebe, nach der sie sich immer gesehnt hatte. Durgamayi wurde bewußt, dass ihr Herz schon seit langer Zeit gebrochen war und hier geheilt werden konnte. Sie erklärte später ihren Schülern: "Das Wichtigste auf dem spirituellen Weg ist es, sich seines gebrochenen Herzens bewußt zu sein."

"Die meisten Menschen im Westen leiden an einem gebrochenen Herzen. Sie sind in ihrer Liebe und damit wesentlich in ihrem Lebensglück blockiert. Erleuchtung bedeutet Heilung des gebrochenen Herzens. Erleuchtung ist der einzige Weg der dauerhaften Heilung. Erleuchtung bedeutet Öffnung aller Chakren und insbesondere des Herzchakras. Wer sich diese Tatsache klar macht, hat die Kraft den Weg der Erleuchtung bis zum Ziel zu gehen." (Morgen Darshan, 2001).

http://ashram.de/sri-durgamayi-ma/
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Shiva. Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... eschichten

22. Grundlagen des Yoga (Hinduismus einfach erklärt)

Patanjali ist der Vater des indischen Yoga. Er lebte im zweiten Jahrhundert vor Christus. Er schrieb das Yoga-Sutra. Im Yoga-Sutra faßte er die Essenz des gesamten damaligen Yoga-Wissens in wenigen Worten zusammen. Die beiden Hauptsätze von Patanjali lauten: "Yoga ist die Beruhigung des Geistes. Dann verweilt der Yogi im Licht." Der Weg der Ruhe besteht nach Patanjali darin, im Laufe der Jahre auf dem spirituellen Weg immer mehr den Geist zu beruhigen. Je mehr man in der Ruhe lebt, um so größer ist das innere Glück und um so umfassender ist das Licht.

Patanjali weist darauf hin, dass das innere Glück grundsätzlich langfristig zu entwickeln ist und nur durch andauernde Übung erreicht werden kann. Zur Beruhigung der Gedanken empfiehlt Patanjali einen Zwei-Stufen-Weg. Die erste Stufe ist das Entwickeln positiver Eigenschaften. Negative Eigenschaften führen zur Verstrickung in die äußere Welt und zur inneren Unruhe. Positive Eigenschaften dagegen bewirken inneren Frieden. Die Entwicklung von positiven Eigenschaften ist die Voraussetzung für eine langfristig erfolgreiche Meditation. Ohne positive Eigenschaften wird die in der Meditation entwickelte innere Ruhe durch das Chaos der Außenwelt immer wieder zusammenbrechen. Ohne positive Eigenschaften kann die innere Ruhe nicht dauerhaft bewahrt werden. Die zweite Stufe des yogischen Übungsweges ist die Meditation. In der Meditation beruhigen wir unsere Gedanken vollständig.

In einfachen Worten kann man Patanjalis Übungsweg als den Weg des positiven (richtigen) Denkens und der Meditation bezeichnen. Genauso beschreibt auch der tibetische Meister Tsongkapa die Essenz des Erleuchtungsweges. Die wichtigsten Eigenschaften sind nach Patanjali: Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya), nicht stehlen (Asteya), in der Weisheit leben (Brahmacharia), Einfachheit (Aparigraha), Verehrung des spirituellen Ziels (Ishvara-Pranidhana), Egoopfer (Shaucha), Zielstrebigkeit (Tapas), Lesen (Svadhyaya), Zufriedenheit (Santosha)." Von Buddha übernommen hat Patanjali die Lehre von den vier unermesslichen Eigenschaften. "Durch umfassende Liebe, umfassendes Mitgefühl, Mitfreude und Gelassenheit erlangt man inneres Glück" (Yoga Sutra I,33).

Das zweite Grundwerk des Yoga ist neben dem Yoga-Sutra die Hatha-Yoga-Pradipika. Dort wird der Übungsweg eines Yogis beschrieben. Ein Yogi sollte in der Abgeschiedenheit leben, positiv denken, regelmäßig seine Körperübungen (Asanas) machen, seine Kundalini-Energie erwecken (dafür gibt es verschiedene Methoden), meditieren und die Erleuchtung verwirklichen. "Der Yogi soll Hatha-Yoga an einem abgeschiedenen Platz üben. ... Die folgenden 6 Ursachen bringen schnellen Erfolg: Mut, Kühnheit, Ausdauer, klarer Verstand, Vertrauen und Abgeschiedenheit. ...Ob jung oder alt, dürr oder krank, derjenige, der die Trägheit ablegt, wird durch Yoga erfolgreich sein. Derjenige, der begeistert übt, wird erfolgreich sein. Durch das Lesen von Yogabüchern allein kann niemand Erfolg erlangen. Praxis allein ist das Mittel, welches zum Erfolg führt. Das steht fest. Daran gibt es keinen Zweifel. Mit Hilfe verschiedener Asanas (Yogaübungen) und Kumbhakas (Atemübungen) erreicht man, dass die innere Kraft erwacht. ... Nachdem der Yogi die Energiekanäle durch seine Yogaübungen gereinigt hat, wird er fähig, die Energie zu lenken. Wenn die schlafende Kundalini Energie durch das Wohlwollen eines Gurus erwacht (Einweihung, Segnung, Energieübertragung), dann werden alle Energieblocken beseitigt. Sushumna (der mittlere Kanal vom Beckenboden bis zum Kopf) wird der Hauptweg für den Energiestrom. Dann wird der Geist frei von allen Bindungen und die Angst vor dem Tod wird besiegt...Dieses Stadium kann man nicht mit Worten beschreiben. Man erkennt es nur durch Selbst-Erfahren. Wenn man im Licht lebt, gibt es keinen Dualismus mehr. Es entsteht unaufhörliche Freude." Buddhistisch ausgedrückt: "Gesundheit ist der höchste Reichtum. Zufriedenheit ist der größte Schatz. Zuversicht ist der beste Freund. Das Nirwana ist allerhöchstes Glück." (Dahammapada, Spruch 204)
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Bildquelle Wikimedia Commons

23. Das Märchen von der traurigen Prinzessin

Es war einmal eine Prinzessin, die war sehr traurig. Sie war morgens traurig, tagsüber traurig und abends traurig, wenn sie ins Bett ging. Sie sah die Schönheit in der Welt nicht. Sie sah nicht den Reichtum in ihrem Leben. Sie bemerkte nicht, dass sie jeden Tag genug zu essen hatte. Ihr war nicht bewusst, dass sie ein Dach über dem Kopf hatte, das sie vor Regen schützte. Sie freute sich nicht über die schönen Kleider, die sie besaß. Sie war nicht dankbar dafür, dass sie von vielen freundlichen Menschen umgeben war. Sie war immer nur traurig. Sie wusste noch nicht einmal, wo die Traurigkeit her kam. Die Traurigkeit war schon seit sehr langer Zeit in ihr. Keiner konnte ihr helfen. Sie ging zu den klügsten Ärzten und den besten Heilern. Egal was sie machte, ihre Traurigkeit blieb.

Eines Tages hörte sie von einem weisen alten Zauberer, der tief in einem dunklen Wald wohnte. Ob er sie von der Dunkelheit befreien könnte? Es hieß, dass er im Licht lebte und allen Menschen das Licht schenkte, die ihn besuchten. Voller Hoffnung machte sich die Prinzessin auf und ging den langen Weg bis zur kleinen Hütte des alten Zauberers. Da saß der Zauberer vor seiner Hütte und freute sich auf ihren Besuch. Er kochte ihr eine Tasse Yogitee und gab ihr einen Yogikeks mit Schokolade zu essen.

Es war ein schöner Tag. Die Sonne schien. Die Vögel sangen und die Blumen blühten. Alles wirkte hier so glücklich und lichtdurchflutet. Die Prinzessin fühlte sich wohl in der Gegenwart des alten Zauberers. Ihre Traurigkeit verschwand. Die Prinzessin konnte plötzlich wieder lachen. Sie entwickelte Vertrauen zu dem alten Zauberer. Sie fragte ihn nach dem Geheimnis eines glücklichen Lebens.

Der alte Zauberer dachte lange nach. Wie sollte er es der Prinzessin erklären. Nicht der äußere Reichtum macht glücklich. Man muss inneren Reichtum entwickeln. Und wie entwickelt man inneren Reichtum? Wichtig ist es als erstes auf die eigenen Gedanken zu achten. Gute Gedanken erzeugen gute Gefühle. Schlechte Gedanken bewirken schlechte Gefühle. Die Prinzessin musste es lernen ihre schlechten Gedanken zu stoppen und gute Gedanken zu bekommen. Wenn sie schlechte Gedanken hatte, dann sollte sie laut stopp sagen. Sie sollte jeden Tag spazieren gehen und dabei alle Trauer und Wut heraus laufen, die in ihr waren. Aber sie sollte es vermeiden, ihre Wut und Trauer durch neue schlechte Gedanken anzufachen. Sie sollte meditieren und ohne Gedanken einfach nur friedlich dasitzen. Sie sollte spirituelle Bücher lesen, sich mit positiven Dingen beschäftigen, und sich so von den negativen Gedanken ablenken.

Der alte Zauberer sprach: "Das Geheimnis des Glücks ist es, immer gut für sich zu sorgen und im Schwerpunkt für das Glück aller Wesen zu leben. Gut für sich zu sorgen bedeutet genug Ruhe zu haben, sich gesund zu ernähren, etwas Sport zu treiben, nicht zu rauchen, keinen Alkohol zu trinken und negative Energien zu vermeiden. Für das Glück aller Menschen lebt man, wenn man seine Mitwesen wichtiger nimmt als sich selbst und allen Gutes tut. Eine gute Übung ist es, sich jeden Tag mit dem Licht (Buddha Amitabha) zu verbinden, sich in Licht einzuhüllen und allen Wesen Licht zu schicken."

Das tat die Königstochter und wurde jeden Tag glücklicher. Nach einiger Zeit verschwand ihre Traurigkeit. Sie strahlte Glück und Liebe aus. Viele Männer kamen um sie zu heiraten. Aber sie verliebte sich in den traurigen Prinzen. Er brauchte ihre Weisheit und ihre Liebe. Sie heirateten, pflegten jeden Tag ihr inneres Glück und ihre Liebe; und waren glücklich bis an ihr Lebensende. Nach ihrem Tod kamen beide ins Paradies und lebten ewig glücklich weiter.

Video vom alten Zauberer https://www.youtube.com/watch?v=T9aqcuWnEgo
24. Die Kuh, die alle Wünsche erfüllt

Es war einmal ein König, der hatte die Krankheit der Unzufriedenheit. Er war nie zufrieden. Kaum hatte er sich einen Wunsch erfüllt, entstand sofort ein neuer Wunsch in seinem Kopf. Der König war sehr reich, aber wegen seiner inneren Unruhe konnte er seinen Reichtum nicht wirklich genießen.

In seinem Königreich wohnte ein alter weiser Mann. Er hieß Vashishta und besaß eine Wunschkuh. Wenn man dieser Kuh einen Wunsch ins Ohr flüsterte, dann ging er in Erfüllung. Eines Tages hörte der König von der Wunschkuh und wollte sie sofort haben. Mit seinem Gefolge macht er sich auf zu Vashishta.

Der Weise empfing den König freundlich und fragte, was ihn zu einer so langen und beschwerlichen Reise in die Abgeschiedenheit der Berge veranlasst habe. Der König bat den Weisen, ihm die Wunschkuh zu verkaufen. Aber der Weise lachte ihn nur aus: “Diese Kuh kann man nur durch ein Leben als Yogi erlangen. Diese Kuh entsteht im erleuchteten Bewusstsein. Wer erleuchtet ist, der kann sich kraft seiner Gedanken alle Wünsche erfüllen. Er braucht nur etwas zu visualisieren, und schon verwirklicht es sich in der äußeren Welt. Diese Kuh kann man nicht kaufen. Man kann sie sich nur selbst erarbeiten.”

Da der König die Wunschkuh unbedingt haben wollte, blieb ihm nichts anderes übrig, als ein Yogi zu werden. Er übergab sein Königreich seinen Ministern zur Verwaltung und baute sich neben dem Weisen Vashishta eine Yogihütte. Jeden Tag meditierte er von morgens bis abends. Er las in den heiligen Schriften, übte sich im Yoga und dachte Mantras. Wenn er auf seinem Yogaweg nicht weiterwusste, fragte er Vashishta um Rat.

Seine Minister schickten ihm regelmäßig etwas zu essen und im Winter Brennholz. Der König brauchte nicht zu hungern und zu frieren. Es ging ihm gut in seinem Leben als Yogi, obwohl er auf viele Dinge aus seinem weltlichen Leben verzichten musste. Der Verzicht fiel ihm am Anfang sehr schwer. Immer wenn ein weltlicher Wunsch in seinem Geist auftauchte, sagte der König sich, dass er für ein höheres Ziel jetzt ein Zeitlang darauf verzichten wollte. Das konnte sein Geist akzeptieren. Im Laufe der Zeit wurden seine weltlichen Wünsche immer kleiner.

So praktizierte der König viele Jahre als abgeschiedener Yogi. Eines Tages verwirklichte er das innere Glück. Da erkannte er, dass er nichts Äußeres mehr brauchte. Alle seine vielen Wünsche waren nur eine Ersatzbefriedigung für das Leben im Licht. Wer erleuchtet ist, der hat so viel Glück in sich, dass es durch äußere Genüsse nicht mehr zu steigern ist. Der König ging nach der Erleuchtung zurück in sein Königreich und diente seinem Volk als Karma-Yogi. Er besaß jetzt zwar die Wunschkuh. Was er sich wünschte, verwirklichte sich. Nur wünschte er sich nichts mehr. Er war mit dem zufrieden, was er hatte.
25. Die Prinzessin Lakshmi

Vor etwa tausend Jahren lebte in Indien eine schöne Prinzessin. Man nannte sie Lakshmi, die Göttin des Glücks. Lakshmi war eine sanfte und liebevolle junge Frau. Gemäß der Tradition im damaligen Indien wurde sie von ihren Eltern mit dem Sohn eines befreundeten Königs verheiratet. Mit großem Gefolge reiste die Prinzessin daraufhin zu ihrem zukünftigen Ehegatten.

Als sie die Tore der Stadt erreichte, kam der Sohn des Königs gerade von der Jagd. Er war ein rauher Geselle. Er war umgeben von wilden Kriegern. Am Sattel seines Pferdes hingen getötete Tiere. Als die Prinzessin ihren Bräutigam sah, war sie entsetzt. So einen groben und unspirituellen Menschen wollte sie nicht heiraten. Sie wartete die Nacht ab, schlich sich aus dem Palast und versteckte sich in einer Höhle im Wald. Freundliche Menschen gaben ihr etwas zu essen.

Lakshmi hatte jetzt plötzlich viel Zeit. Vorher war sie beständig beschäftigt. Als Prinzessin musste sie alle heiligen Texte auswendig lernen, täglich religiöse Rituale praktizieren und viele oberflächliche Feste feiern. In der abgeschiedenen Höhle im Wald war es sehr ruhig. Dank ihrer spirituellen Ausbildung wußte die Prinzessin aber, was man in einem solchen Fall tut. Man nutzt sein Leben für die spirituelle Selbstverwirklichung.

Die Prinzessin Lakshmi verbrachte ihre Zeit mit Yoga und Meditation. Sie entwickelte kreativ ihren optimalen Weg des spirituellen Übens. Nach sieben Jahren erwachte ihre Kundalini-Energie. Sie brach zur Erleuchtung durch. Sie lebte im Licht und strahlte Licht aus. Sie war jetzt zu einer echten Göttin des Glücks geworden.

Das merkten die Menschen um sie herum. Viele Frauen aus den umliegenden Dörfern kamen regelmäßig und besuchten sie. Lakshmi verbrachte ihr Leben glücklich in Gott und im großen Geben. Und auch hierbei war sie sehr kreativ. Sie fand für jeden ihrer Besucher kreativ einen Weg, wie sie ihm am besten spirituell helfen konnte.

Dem Prinzen war klar, dass sie vor der Hochzeit mit ihm geflüchtet war. Er erklärte die Prinzessin für verrückt und heiratete eine andere Frau. Mit ihr konnte er sein weltliches Leben gut fortsetzen. Sie war genauso wie er und glaubte an das große Glück durch die weltlichen Genüsse. Insofern war es auch für den Prinzen glücklich, dass aus der Hochzeit mit Lakshmi nichts wurde. Mit seiner neuen Frau konnte er den Weg gehen, der für ihn richtig war. Der Prinz machte deshalb auch keinen Versuch, Lakshmi zu finden.

Eines Tages verirrte sich aber der Vater des Prinzen, der alte König, auf der Jagd in dem Wald und entdeckte Lakshmi in ihrer Höhle. Er erkannte sofort, dass sie zur Erleuchtung gelangt war. Er beugte sich vor ihr nieder und bat sie um eine Belehrung. Lakshmi sprach: “Das Leben in der Welt ist überwiegend Leid. Dauerhaft glücklich ist nur der Erleuchtete.” Der König nahm sich die Worte zu Herzen und wurde ein Yogi.
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Die Göttin Yamuna mit einer Gebetskette und Paradiesblumen. Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... eschichten

26. Der Weg des Gebetes

Die Yamuna ist einer der Quellflüsse des Ganges. Sie bringt das Wasser aus den Gletschern des Himalaya-Gebirges in die indische Tiefebene und vereinigt sich dort mit dem zweiten großen Quellfluss Ganga. An dem Ort der Vereinigung treffen sich regelmäßig Pilger aus ganz Indien. Dabei visualisieren sie Ganga und Yamuna als hilfreiche Flussgöttinnen. Ganga ist eine Freundin Shivas. Sie gibt uns die Kraft, damit wir jeden Tag unsere spirituellen Übungen (Yoga, Gebet, Mantra, Meditation) machen können. Yamuna ist die Schwester des Todesgottes Yama. Sie ist die Göttin der Frömmigkeit. Sie weist uns darauf hin, dass wir alle einmal sterben müssen (von Yama besucht werden). Wir sollten die Zeit unseres Leben nutzen, um unser inneres Glück zu entwickeln und nach dem Tod ins Licht aufzusteigen.

Im Februar 2008 erschien die Göttin Yamuna Nils während der Meditation in einer Vision. Nils sah sich in einer Gruppe von Menschen, die vor einer kleinen weißen Statue einer stehenden Göttin kniete. Es war eine Göttin der Fülle. Nils fiel spontan der Name Yamuna ein. Wie unter einem Zwang legte er seine Stirn vor den Füßen der Göttin auf den Boden. Dabei dachte sein Geist immer wieder die Worte: “Beten, beten, beten…”. Der Segen der Göttin ging auf ihn über. Nils spürte ihre Energie in sich.

Spannend war, dass Nils vor seiner Vision nichts von der Göttin Yamuna wusste. Ihm war nur bekannt, dass die Yamuna ein Nebenfluss des Ganges ist. Erst einige Tage später las Nils “zufällig” in einem Buch, dass Yamuna die Göttin der Frömmigkeit ist und das tägliche Beten lehrt. Nils bekam in seiner Vision Informationen, die er vorher nicht gehabt hatte. Das wird im Yoga als ein Anzeichen dafür gesehen, dass es sich um eine echte Vision handelt.

Später fand Nils zum Amitabha-Buddhismus. Der Amitabha-Buddhismus ist der buddhistische Weg ins Paradies. Wir führen ein Leben des Gebetes und der Spiritualität. Wir werden von Buddha Amitabha in unserem Leben geführt und nach unserem Tod ins Paradies gebracht. Dort wachsen wir weiter zur Erleuchtung (Heiligkeit). Ähnlich geschieht es auch auf dem christlichen, islamischen, jüdischen und hinduistischen Paradiesweg. Unser jeweiliger erleuchteter Meister oder unsere Gottheit führt uns ins Licht. Einer der wichtigsten Vertreter des Amitabha-Weges ist Shinran Shonin. Auch er hatte in dem Tempel einer Göttin eine Vision, die ihn auf seinem spirituellen Weg die richtige Richtung wies. Visionen und Träume sind ein wichtiges Mittel der Hilfe und Führung auf dem spirituellen Weg.

Im Jahre 2001 sah sich Nils im Traum als eine kleine Qualle, die von einer schwarzen Meeresspinne gefressen wurde. Die kleine Qualle konnte der Spinne nicht entkommen und rief in ihrer höchsten Not Gott um Hilfe an. Gott gab ihr das Mantra “Ja”. Die kleine Qualle dachte das Mantra und ging damit bejahend durch den Tod. Nils bemerkte, wie sein Bewusstsein erlosch. Sein Leben verschwand. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung. Durch das Mantra “Ja” konnte er aber positiv bleiben. Er verspannte sich nicht innerlich und verlor dadurch nicht seine positive Energie. Als das Bewusstsein erloschen war, gab es geistig einen Umsprung. Plötzlich war Nils wieder da. Alles war hell, friedlich und schön. Die Spinne gab es nicht mehr. Nils war in eine höhere Lichtdimension gelangt. Er fühlte sich in dem Licht sehr wohl. Er lebte in einem gehobenen Glückszustand. Dann wachte Nils aus dem Traum auf. Sein Glücksgefühl war immer noch vorhanden. Nils blieb noch drei Tage in diesem Zustand des inneren Friedens, der Einheit und des Glücks.

In dem Traum hat Nils gelernt, dass man mit einem Mantra gut durch den Tod gehen kann. Man kann damit gut die unruhigen geistigen Prozesse kontrollieren. Man kann mit einem Mantra ins Paradies (in eine höhere Lichtdimension) aufsteigen. Nils sieht diesen Traum als ein großes Geschenk seiner erleuchteten Meister an. Sie wollen damit allen Menschen im Westen zeigen, wie man am besten durch den Tod geht. Das Wissen vom Sterbemantra ist im Westen kaum bekannt. Dabei ist es eine unermesslich große Gnade für alle sterbenden Menschen. Und jeder von uns muss einmal sterben. Es ist gut, dann ein Sterbemantra zu haben. Sein Sterbemantra kann sich jeder Mensch frei aussuchen. Gute Mantren sind die Silbe Ja, das Wort Amitabha, der Name eines erleuchteten Meisters oder ein spirituelles Mantra.
27. Der Schweizer Nationalheilige

Nikolaus von Flüe (vom Felsen/aus der Bergschlucht) rettete die Schweiz durch seine kluge Vermittlung vor einem Bürgerkrieg. Zu dieser Zeit lebte er bereits als Eremit abgeschieden von allen Menschen in einem kleinen Tal in den Bergen. Er hatte intensiv als Yogi praktiziert und bereits eine gewisse Stufe der Erleuchtung erreicht. Er besaß eine heilige Ausstrahlung. Seine Mitmenschen spürten die Heiligkeit und hatten deshalb ein großes Vertrauen in ihn. Sie schilderten ihn als warmherzig, freundlich und heiter.

Wie die meisten Menschen auf der Welt streiten sich auch die Schweizer gerne. Am liebsten streiten sich die Politiker. 1481 kam es zu einem großen Konflikt zwischen ihnen. Da sie ihre Meinungsunterschiede nicht friedlich lösen konnten, wollten sie miteinander kämpfen. Ein blutiger Bürgerkrieg drohte. Zum Glück kam ein Mensch auf die Idee, den heiligen Nikolaus um eine Vermittlung zu bitten. Der Eremit wurde von beiden Seiten als eine große Persönlichkeit akzeptiert. Ein Reiter wurde zu ihm geschickt. Nikolaus fand eine für beide Parteien annehmbare Lösung und rettete damit tausenden Schweizern das Leben.

Geboren wurde Nikolaus 1417. Er war ein Großbauer, der sich viele Jahre politisch für sein Land engagiert hatte. Er wirkte als Richter, Kantonrat und Bürgermeister. Mit 28 Jahren heiratete er seine Frau Dorothea. Beide führten eine glückliche Ehe und bekamen zehn Kinder.
Zeit seines Lebens war Nikolaus sehr religiös. Er besuchte regelmäßig die Kirche und zog sich oft nachts zum Gebet zurück. Das Spannende an seinem Leben ist, dass er in der westlichen Welt das indische Lebensideal der vier Lebensstufen aus Kindheit, Beruf, Heirat und spirituellem Üben im Alter verwirklichte.

Im Alter von 50 Jahren erwachte in ihm eine große Sehnsucht nach einem Leben als abgeschiedener Yogi. Er bat seine Frau um ihre Einwilligung, die sie ihm nur sehr widerstrebend gab. Seine Freunde bauten ihm eine Hütte in einer nahegelegenen Schlucht. Dorthin zog er sich in seinem Alter zurück und praktizierte zwanzig Jahre konsequent seine spirituellen Übungen. Nachmittags kamen oft Besucher. Der wichtigsten Rat, den er ihnen gab, war: "Folge stets deinem Gewissen. Tu das, was du für wahr, richtig und gut hälst."

Nikolaus von Flüe war ein streng übender Yogi. Er musste viele innere Kämpfe bestehen. Dadurch gelangte er schnell auf eine hohe Stufe der spirituellen Verwirklichung. In ihm entstand eine große innere Wärme, so dass er selbst im Winter barfuß im Schnee gehen konnte. Er besaß die Fähigkeit, Wasser in Nahrung umzuwandeln und konnte ohne Essen auskommen. Als sich dieses Wunder herumsprach, wurde eine amtliche Kommission eingesetzt, die ihn einen Monat lang strengstens beobachtete. Sie bestätigte diese Tatsache.

Gestorben ist Nikolaus von Flüe an seinem siebzigsten Geburtstag 1487. Kurz vor seinem Tod hatte er große Schmerzen in den Knochen. Seine Zellen füllten sich mit spiritueller Energie. In einer Vision sah er einen großen Lichtkreis, aus dessen Mitte ihn das Gesicht Gottes anblickte. Nach seinem Tod strahlte sein Gesicht nach Zeugenaussagen göttlichen Glanz aus. Nikolaus hat sich bei seinem Tod in einen vollständig erleuchteten Meister (Buddha) verwandelt. Sein Weg des intensiven spirituellen Übens im Alter hatte ihm einen großen Lohn eingebracht.

Siehe auch Wikipedia: Niklaus von Flüe
28. Pyar

Pyar Troll-Rauch ist eine bekannte deutsche Erleuchtete.

Wikipedia: Pyar Troll-Rauch: "(* 1960 in Oberbayern als Franziska Reiter) ist eine deutsche Ärztin, Autorin und spirituelle Lehrerin. Pyar geht auch auf ökologische und soziale Themen ein, die ihrer Meinung nach nicht von lebendiger Spiritualität zu trennen sind."

Zitate aus Pyat Troll, Reise ins Nichts (Geschichte eines Erwachens, 2004): "Aber dann sah ich Samarpan in die Augen, und sie waren klar und tief und ehrlich. Er setzte sich und da war Stille. Wow, was für eine Stille herrschte in dem Raum und in mir. Da war nichts Abgehobenes, nichts Heiliges - einfach nur ein Mensch, der Stille ausstrahlte und nach Wahrheit roch. Ein innerer Kampf fand statt. Das dauerte eine ganze Weile. Und dann stoppte alles, die Gedanken hörten auf, der Verstand gab auf. Und im selben Moment gab es keine Trennung mehr. Der erste auftauchende Gedanke war immense Erleichterung und unendliche Dankbarkeit. Was nun im nächsten halben Jahr folgte, waren Momente der Reinigung. Es waren Feuer, das brannte und Wasser, das wieder und wieder über mir zusammenschlug. Viele alte Geschichten aus vielen Leben erschienen. Da jetzt die Bereitschaft vorhanden war, alles Innere zu sehen und zu fühlen, wagten sich die inneren Monster aus dem Keller. Und jedes Mal wenn ich zur Stille zurückkam, war nur noch leuchtende Klarheit, Wahrheit und Liebe da. Auf diese Weise wurde im Lauf der Zeit alles zunehmend vom Standpunkt der Wahrheit aus betrachtet. Ich erfuhr, dass ich als Ego nicht existierte, sondern einfach nur im Frieden und im Glück bin. Die Stimme meines inneren Meisters sprach immer wieder: "Akzeptiere was ist. Sei still. Wende deine Konzentration auf die Stille. Sei einfach nur anhaftungslos da." Gleichzeitig arbeitete ich natürlich weiter, was völlig in Ordnung war, als Ärztin in einer 60 Stunden-Woche. Einige Zeit später hatte ich erstmalig eine Erfahrung von Ekstase. Es war Trunkenheit in Seligkeit. Ich hatte mich immer nach Liebe, Gott und Frieden gesehnt. Jetzt sehe ich sie überall. Alle Angst ist verschwunden. Nur ein Wunsch ist noch da. Ich wünsche, dass alle Wesen glücklich sind. Und die Reise geht immer weiter. Es gibt keinen Endpunkt dieser Reise, dieses Erkennens."

Pyar Troll, Hütet das Feuer. "Frage: Wie funktionieren Gebete und Mantren? Sind diese Wesen wie zum Beispiel Heilige oder wie Jesus präsent? Und wenn ja, wie machen sie das? Pyar: Wie diese Wesen das machen? Sie sind da! Es geht keine Seele im Universum verloren. Die individuelle Qualität eines Jesus, eines Atisha (buddhistischer Heiliger) und einer Tara (weiblicher Bodhisattva) bleibt. Sie verschwinden nicht. Sicher ist, dass wir immense Unterstützung bekommen. Und die Heiligen tun sich alle zusammen."
Es war einmal ein Zen-Meister, der lebte abgeschieden von den Menschen in einer Höhle. Da kündigte sich Besuch an. Voller Panik machte er seine Höhle sauber und brachte alles in eine schöne Ordnung. Als er fertig war, betrachtete er wohlgefällig sein Werk und brach dann in schallendes Gelächter aus. Er begriff seine Ordnungsneurose. Da machte er alles wieder dreckig und stellte die alte Unordnung wieder her. Jetzt fühlte er sich wohl, weil er in seiner Natur war. Nun konnten die Gäste kommen.

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