Mantras übersetzen?

Moderator: kilaya

kilaya hat geschrieben:
Eine weitere Frage ist, und ich glaube die forciert Tenzin derzeit, ob die Regeln die in Tibet gültig waren und sehr weitläufig ausgelegt wurden, hier wirklich etabliert werden können, sollen, dürfen.


Das ist einer der springenden Punkte. Ich hatte einmal gelesen, das überhaupt die tantrischen Aspekte des Vajrayana der tibetischen Kultur entspringen?!

Es ist eine Überlegung wert, ob man sich von der tibetischen Kultur beeinflussen lassen soll. Diese hat nichts mit uns Westler zu tun. Das Tulku System usw. liegt mir persönlich fern. Auch verstehe ich nicht wieso man Mantras auf tibetisch Rezitieren soll obwohl wir unsere eigene Sprache haben.
Bei einer Unterweisung mit Unterlagen hatte ich extra um die deutsche Sprach gebeten. Ich hätte sie auch selbst übersetzt.
Es war dann auch kein Problem...
Lucky hat geschrieben:
Auch verstehe ich nicht wieso man Mantras auf tibetisch Rezitieren soll obwohl wir unsere eigene Sprache haben.


Das ist wohl ein Übersetzungs- und Interpretationsproblem:

Hier eine Erklärung des Mantras om mani padme hum vom Dalai Lama:

http://www.ommanipadmehum.de/dalaiman.htm

Wie soll man das in deutscher Sprache formulieren?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das ist wohl ein Übersetzungs- und Interpretationsproblem:

Hier eine Erklärung des Mantras om mani padme hum vom Dalai Lama:

http://www.ommanipadmehum.de/dalaiman.htm

Wie soll man das in deutscher Sprache formulieren?


Die übersetzten Wörter stehen im Text. Wies dann klingt ist eine andere Sache... Man muss auch nicht alles Übersetzen. Dukkha z.B.
Lucky hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das ist wohl ein Übersetzungs- und Interpretationsproblem:

Hier eine Erklärung des Mantras om mani padme hum vom Dalai Lama:

http://www.ommanipadmehum.de/dalaiman.htm

Wie soll man das in deutscher Sprache formulieren?


Die übersetzten Wörter stehen im Text. Wies dann klingt ist eine andere Sache... Man muss auch nicht alles Übersetzen. Dukkha z.B.


Ja, bei einem Mantra ist es tatsächlich wichtig, dass das Mantra gut klingt. Einen gewissen "Fluss" mitbringt. Für mich ist das kein Problem, das Mantra auf tibetisch/sanskrit zu rezitieren.
Wichtig ist, dass man die Bedeutung kennt.
Mantras zu übersetzen macht meist wenig Sinn, weil sie auch mit bestimmten Klangschwingungen arbeiten. Alles andere, bis auf Pujas vielleicht, sollte idealerweise in die eigene Sprache übersetzt werden. Einzelne Vokabeln - ich bin gegen zu viele "Fremdwörter", wenn es möglich ist, die Bedeutung auch anders präzise zu übertragen. Das geht nicht immer.
kilaya hat geschrieben:
Mantras zu übersetzen macht meist wenig Sinn, weil sie auch mit bestimmten Klangschwingungen arbeiten. Alles andere, bis auf Pujas vielleicht, sollte idealerweise in die eigene Sprache übersetzt werden. Einzelne Vokabeln - ich bin gegen zu viele "Fremdwörter", wenn es möglich ist, die Bedeutung auch anders präzise zu übertragen. Das geht nicht immer.


Genau so habe ich es gehört. Viele Lehrer unterstützen die Übung der Sadhanas auf Deutsch. Die Mantras jedoch sollten aufgrund der von dir genannten Eigenschaften nicht übersetzt werden.

Aus diesem Grund sind alle Mantras in den tibetischen Sadhanas auch auf Sanskrit. Es gibt tibetische Sprachfärbungen (Vajra - Bendza; Padme - Peme), aber die eigentliche Sprache bleibt Sanskrit.
svea hat geschrieben:
Es gibt tibetische Sprachfärbungen (Vajra - Bendza; Padme - Peme), aber die eigentliche Sprache bleibt Sanskrit.


das habe ich mir noch gar nicht so bewusst gemacht, dass die tibetische Version einfach eine Einfärbung des Sanskrit ist. Dann sollte man ja die Sanskrit Version nutzen und erhalten. Denn einen Sinn macht es ja nicht es einzufärben je nach Landessprache.
Da müsste ich mir aber einiges klar machen. Om Ah Hung Vajra Guru Padme(?) Hung. Oder wie?
Turmalin hat geschrieben:
das habe ich mir noch gar nicht so bewusst gemacht, dass die tibetische Version einfach eine Einfärbung des Sanskrit ist. Dann sollte man ja die Sanskrit Version nutzen und erhalten. Denn einen Sinn macht es ja nicht es einzufärben je nach Landessprache.
Da müsste ich mir aber einiges klar machen. Om Ah Hung Vajra Guru Padme(?) Hung. Oder wie?


Om Ah Hung Vajra Guru Padma Siddhi Hung

Die Sanskrit-Version wird ja erhalten. Die Tibeter können es halt nicht perfekt aussprechen, das meinte ich mit "Einfärbung". Wenn ein echter Bayer ein Sanskrit-Mantra spricht, wird es sich wahrscheinlich auch anders anhören als die Rezitation eines Berliners oder Rheinländers. :mrgreen:

Es kommt immer auf die Sadhana-Texte an, in vielen ist es auch in der Lautsprache in Sanskrit gehalten, in manchen anderen eben nicht.

Aber auch die Schriftzeichen in den Sadhanas selbst sind, soweit ich weiß, Sanskrit und nicht tibetisch.
@Turmalin:
"Om Ah Hum Vajra Guru Padma Siddhi Hum", das ist die Sanskritversion, wobei man dann aber noch Zeichen über und unter bestimmte Buchstaben setzen müsste.
Ich war früher Mitglied im Orden AMM, gegr. von Lama Anagarika Govinda (den Orden gibt es anscheinend nur noch auf dem Papier). Lama A. Govinda lebte das Vajrayana tibetischer Richtung, zog in Ritual und Meditation grundsätzlich aber Pali und Sanskrit vor, mit der Begründung, dass wir westliche Menschen und mit indoeuropäischen Sprachen aufgewachsen sind, daher steht uns das Sanskrit näher. Im tibetischen Ritual dagegen, dort, wo ursprüngliche Mantren benutzt werden, wird ein "verhunztes" Sanskrit verwendet. Der Grund ist, dass die Tibeter wegen ganz anderer Sprachen-Voraussetzung Schwierigkeiten haben, Sanskrit auszusprechen, z. B. dort, wo zwei Konsonanten beieinander stehen.
Ich selbst bin nun schon ziemlich lange bei den Karma-Kagyüs, und es ist interessant, dass ich zum Beispiel an der langen Vajrasattva-Dharani ("100-Silben-Mantra") in ursprünglichem Sanskrit festhalte, da ich es schon 25 Jahre auswendig kann und so damit geübt habe. Mein Lama später, der stimmte zu, dass ich es so beibehalten sollte. Bin ich aber in einer Kagyü-Versammlung und es wird rezitiert, dann wird es natürlich in der tibetischen Umformung rezitiert und in ganz anderem Rhythmus, da muss ich jedes Mal verstummen und höre es mir dann nur mit an.
Umgekehrt geht es mir zum Beispiel mit dem Medizinbuddha-Mantra: Das spielte beim AMM-Orden kaum eine Rolle, das bringe ich mit meiner jetzigen Gemeinschaft in Verbindung und nur in diesem Zusammenhang ist es für mich lebendig, darum ist es nur lebendig in der tibetischen ("Sanskrit-verhunzten") Version.
Ich denke, jeder muss selbst sehen, zu welcher Mantra-Version er eine Herzensverbindung hat. Da hat jeder einen anderen Hintergrund.

Übrigens, in meinem Kagyü-Zentrum beschäftigt man sich seit einiger Zeit sehr ernsthaft mit deutschen Übersetzungen von spirituellen Liedern. Das finde ich sehr gut. Warum soll man auf Tibetisch singen, wenn es auf Deutsch viel mehr aus dem Herzen kommt?
Bei den Liedern handelt es sich um solche, die von großen tibetischen Lehrern verfasst wurden, historische und moderne (etwa von Milarepa, auch von Pönlop Rinpoche).
Dieses wird unterstützt von Kristina Bischoff, die als Sängerin, Gesangslehrerin und Musikjournalistin arbeitet und den Dharma-Chor "Siddha Singers" leitet (sie ist Schülerin von Pönlop Rinpoche). Und von Monika Lorenzen, die sich u. a. als Übersetzerin betätigt, wenn Lehrer-Besuch ins Zentrum kommt.
Googelt das mal, falls Ihr darüber Näheres wissen wollt.

Liebe Grüße von Amdap
Hallo Svea,

unsere Beiträge haben sich zeitlich leicht überschnitten :) ...

LG - Amdap
Habe ich auch gerade gesehen. "Sanskrit-verhunzt" bringt es ziemlich genau auf den Punkt! :lol:

Das mit den deutschen Übersetzungen der spirituellen Lieder finde ich ziemlich interessant.
Sind mit den Liedern auch die "Pujas" gemeint? Das sind ja eigentlich gesungene Meditationen und ich würde die übersetzte Form als eine nicht gesungene sehen und das Lied lassen. Aber wenn es möglich ist, den Charakter als Meditation im Lied zu erhalten und es stimmig zu übersetzen - große Leistung! Da bin ich sehr gespannt und würd es auch für mich begrüssen.

Was sie "tibetische Verhunzung" angeht, so empfinde ich die tibetischen Versionen als weicher. Das Sanskrit ist mir zu "hart" in der Aussprache. Daher bleibe ich sehr durchgängig bei der tibetischen Version und suche mir diese auch gezielt heraus. Die Nutzung der abgewandelten Versionen ist auch schon so alt und so nah am Ursprung, dass ich denke dass sich da heute von der Schwingungsenergie kein Unterschied feststellen läßt. Also hat jeder die freie Wahl… :)
kilaya hat geschrieben:
Die Nutzung der abgewandelten Versionen ist auch schon so alt und so nah am Ursprung, dass ich denke dass sich da heute von der Schwingungsenergie kein Unterschied feststellen läßt. Also hat jeder die freie Wahl… :)


das ist echt ein erleichternder Gedanke ( siehe mein Post im geschlossenen Bereich) Ich hatte auch grad so ein hartes Gefühl, dachte aber das kommt von der Arbeit die mir bevorstünde.
Man könnte sich einfach denken, wie viele Meister in tibetisch rezitiert haben welche die tibetischen Versionen mit Energie aufgeladen hat über die Jahrhunderte.
Turmalin hat geschrieben:
kilaya hat geschrieben:
Die Nutzung der abgewandelten Versionen ist auch schon so alt und so nah am Ursprung, dass ich denke dass sich da heute von der Schwingungsenergie kein Unterschied feststellen läßt. Also hat jeder die freie Wahl… :)


das ist echt ein erleichternder Gedanke ( siehe mein Post im geschlossenen Bereich) Ich hatte auch grad so ein hartes Gefühl, dachte aber das kommt von der Arbeit die mir bevorstünde.
Man könnte sich einfach denken, wie viele Meister in tibetisch rezitiert haben welche die tibetischen Versionen mit Energie aufgeladen hat über die Jahrhunderte.


Ja, deswegen hat mir mein Lehrer, den ich damals gefragt hatte, ob ich die Pujas auf Deutsch machen kann, auch erklärt, dass ich ruhig aber auch hin und wieder den tibetischen Text rezitieren sollte, da tibetisch eine Sprache sei, die viel Segen enthalte. Er führte als Grund dafür unter anderem an, dass es sich ja hier um das Dharma-Tibetisch handele, also ein tibetisch, das ausschließlich zur Erklärung und Praxis des Dharma entwickelt wurde.

@Kilaya: Die Pujas/Sadhanas sind ja sowieso bis auf wenige Ausnahmen auf Deutsch übersetzt. Ich glaube, hier sind wirklich spirituelle Lieder gemeint. Orgyen Thrinley Dorje hat ja wohl einige Lieder verfasst, die auch gesungen werden in einigen Gruppen.
svea hat geschrieben:

Ja, deswegen hat mir mein Lehrer, den ich damals gefragt hatte, ob ich die Pujas auf Deutsch machen kann, auch erklärt, dass ich ruhig aber auch hin und wieder den tibetischen Text rezitieren sollte,

das könnte ich gar nicht. Dazu habe ich zu wenig im Zentrum praktiziert, dass ich die Aussprache könnte. Naja, einige Lieder kann ich. Das 7- Line Prayer auch. Ist doch gut, Texte in Deutsch, Mantren in Tibetisch, mehr für den Segen.
Es kann auch schnell alles zuviel werden. Bei uns werden die teachings zum Teil nicht mehr von Englisch in Deutsch übersetzt. Alle müssen sich ins Zeug legen mit ihrem Englisch klar zu kommen. Dazu kommt, dass es passieren kann, dass man in der Pause jemanden anspricht in Deutsch und er antwortet selbstbewusst in Englisch und man bekommt das Gefühl, dass man grade eine Busch-Sprache benutzt hat. Berlin halt....auch auf der Strasse spricht ja nicht jeder Deutsch.
Ohne die tibetischen Lehrer, die lange Linie von Meistern, deren Übertragungen des Dharma, deren unermüdliches Lehren - könnten wir hier über diese Themen überhaupt nicht sprechen. Es gäbe gar nichts zu praktizieren und keine Mantren, die man "richtiger" aussprechen könnte.

Ich finde, das allein verdient schon Respekt. Viel Grund für Überheblichkeit haben wir im Westen bis jetzt noch nicht. :earth:
Ich habe es zwar schon im geschlossenen Bereich gepostet, mache es hier aber auch noch mal:

Es gibt keine "richtige" oder "falsche" Aussprache, und falls es sie geben sollte, bin ich sicher die letzte, die man fragen sollte. Ich will hier niemandem erzählen, wie man was wann und am besten korrekt ausspricht, das liegt weder in meiner Absicht noch habe ich die Kompetenz dazu.

Es ging mir einfach nur darum, zu zeigen, dass selbst die Tibeter die Sanskrit-Mantras nicht übersetzt haben. Als Ergänzung zu kilayas post. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich bin dann noch auf die tibetische "Einfärbung" eingegangen. "Einfärbung" ist nicht "Aussprache" - daher mein Beispiel mit dem Bayer.
Amdap hat es dann noch mal ausführlicher erklärt.
Turmalin hat geschrieben:
das könnte ich gar nicht. Dazu habe ich zu wenig im Zentrum praktiziert, dass ich die Aussprache könnte. Naja, einige Lieder kann ich. Das 7- Line Prayer auch. Ist doch gut, Texte in Deutsch, Mantren in Tibetisch, mehr für den Segen.


Ja, Texte in Deutsch sind gut. Nutzt ja nicht, irgendwas in schlechtem tibetisch zu rezitieren, was man selbst nicht versteht.

Es gibt ja unterschiedliche Texte. Es gibt Texte, die die tibetischen Zeichen haben, und darunter die Lautschrift und darunter das deutsche. Da kann man sich an der Lautschrift gut orientieren. Sinn macht es meiner Meinung nach aber auch nur, wenn man die Praxis wirklich kennt und somit den Text auch tibetisch rezitieren kann.

Aber:

Es kann auch schnell alles zuviel werden.


Genau. Und deswegen jeder so wie sie oder er mag.

Bei uns werden die teachings zum Teil nicht mehr von Englisch in Deutsch übersetzt. Alle müssen sich ins Zeug legen mit ihrem Englisch klar zu kommen. Dazu kommt, dass es passieren kann, dass man in der Pause jemanden anspricht in Deutsch und er antwortet selbstbewusst in Englisch und man bekommt das Gefühl, dass man grade eine Busch-Sprache benutzt hat. Berlin halt....auch auf der Strasse spricht ja nicht jeder Deutsch.


Wow, das finde ich schade. Ich finde, auch wenn man gut Englisch kann, können einem schon manche Nuancen verloren gehen, was bei einer zusätzlichen Deutsch-Übersetzung nicht passiert. Schade eigentlich, dass dann nur noch in Englisch gelehrt wird.
kilaya hat geschrieben:
Sind mit den Liedern auch die "Pujas" gemeint? Das sind ja eigentlich gesungene Meditationen und ich würde die übersetzte Form als eine nicht gesungene sehen und das Lied lassen. Aber wenn es möglich ist, den Charakter als Meditation im Lied zu erhalten und es stimmig zu übersetzen - große Leistung! Da bin ich sehr gespannt und würd es auch für mich begrüssen.

Was sie "tibetische Verhunzung" angeht, so empfinde ich die tibetischen Versionen als weicher. Das Sanskrit ist mir zu "hart" in der Aussprache. Daher bleibe ich sehr durchgängig bei der tibetischen Version und suche mir diese auch gezielt heraus. Die Nutzung der abgewandelten Versionen ist auch schon so alt und so nah am Ursprung, dass ich denke dass sich da heute von der Schwingungsenergie kein Unterschied feststellen läßt. Also hat jeder die freie Wahl… :)


Nein, es sind nicht die Pujas gemeint (mir fällt gerade auf, dass ich das noch differenzieren wollte, aber vergessen hatte zu schreiben), die Pujas bleiben in meiner Kagyü-Gemeinschaft traditionell. Es handelt sich wirklich nur um die Lieder.
Allerdings auch um Gebete, zum Beispiel für unterwegs, in deutscher Übersetzung, worum sich Monika Lorenzen insbesondere kümmert.

Du hast Recht, die tibetische Aussprache ist weicher. Wenn ich mir aus meiner späteren Zeit mal ein Mantra nach tibetischer Version angewöhnt habe, bleibe ich auch dabei und versuche nicht mehr, mich auf die Sanskrit-Version umzutrainieren. Das fühlt sich für mich fremd an. Interessant ist aber, dass sich beim 100-Silben-Mantra die tibetische Aussprache für mich fremd anfühlt. Das hängt mit meiner langjährigen Vor-Kagyü-Zeit zusammen.
Was auch interessant ist: Zur Zeit meines Übergangs (von AMM zu Kagyü) stand ich mit dem Tara-Mantra so dazwischen. Mit der Zeit fühlte ich mich aber besser mit der tibetischen Aussprache, spreche also lieber "Soha" am Ende als "Svaha". Das ist umso merkwürdiger, als ich Anfang meiner Zwanziger eine gewisse Erfahrung in der Hare-Krishna-Gemeinschaft gemacht habe, und immer, wenn dort eine Feuerpuja stattfand, rief man jedes Mal, wenn man ein Opfer in das Feuer warf: "Svaha!". Also müsste mir doch das "Svaha" lieber sein als das "Soha", da mich das damals sehr geprägt hat, aber so ist es nicht.

Übrigens, was die "Schwingungsenergie" der Mantras betrifft, da lautet doch eigentlich die buddhistische Auffassung, dass die Wirksamkeit vielmehr mit der inneren Verbindung mit dem Yidam/ und Konzentration auf die Chakras zusammenhängt. Die Auffassung von einer "Schwingungsenergie" eines Mantras kommt meiner Meinung nach doch aus der hinduistischen Ecke....

Amdap
svea hat geschrieben:

Wow, das finde ich schade. Ich finde, auch wenn man gut Englisch kann, können einem schon manche Nuancen verloren gehen, was bei einer zusätzlichen Deutsch-Übersetzung nicht passiert. Schade eigentlich, dass dann nur noch in Englisch gelehrt wird.

ich bin immer froh wenn es so läuft, es ist mir langweilig, alles doppelt zu hören. Der Übersetzer sitzt aber immer dabei und wenn man etwas nicht versteht kann man unterbrechen, vor allem wird der Übersetzer gebraucht wenn dann die Fragen gestellt werden.
Wow, das finde ich schade. Ich finde, auch wenn man gut Englisch kann, können einem schon manche Nuancen verloren gehen, was bei einer zusätzlichen Deutsch-Übersetzung nicht passiert. Schade eigentlich, dass dann nur noch in Englisch gelehrt wird.


@Svea:
Ich bin vor fast 10 Jahren mal interessehalber zu zwei Veranstaltungen der Aro-Gemeinschaft gegangen. Als beim zweiten Mal überhaupt keine Übersetzung mehr auf Deutsch stattfand, brach ich meine Teilnahme vorzeitig ab und bin nie wieder dort hingegangen.
Ich finde, sowas geht gar nicht.

Letzten Sonnabend wohnte ich Vorträgen in meinem Kagyü-Zentrum bei, und alle Teilnehmer neben mir waren Englisch-Experten, aber es wurde trotzdem übersetzt. Ich war bestimmt die Schlechteste in Englisch. Nicht nur wegen mir, sondern allgemein: wir sind hier in Deutschland, also muss auch auf Deutsch übersetzt werden. Immerhin geht man ja nicht zu einem Englisch-Seminar, sondern zu buddhistischen Vorträgen.

Amdap
Amdap hat geschrieben:

Letzten Sonnabend wohnte ich Vorträgen in meinem Kagyü-Zentrum bei,

im Kagyü Zentrum wird in Berlin auch übersetzt. Wir haben hier soviel, dass man beide Varianten anbieten kann und das ist dann auch ein Entscheidungskriterium, wo man hingeht. Aber stimmt schon, so oft kommt nun doch kein Rinpoche nach Berlin. Ca einmal im Monat würde ich sagen. Wenn jetzt jemand immer dabei sein wollte, (warum auch immer) und kein Englisch könnte, dann wäre er von bestimmten Belehrungen ausgeschlossen. Umgekehrt, die die kein Deutsch können sind ja nicht ausgeschlossen. Es ist aber so: Wir sind zwar in Deutschland aber in der Buddhistischen Szene gibt es in Berlin mehr Leute die kein Deutsch können, als die die kein Englisch können. Um hier zu arbeiten braucht man nicht unbedingt Deutsch und es ziehen viele Europäer zu.
Amdap hat geschrieben:
@Svea:
Ich bin vor fast 10 Jahren mal interessehalber zu zwei Veranstaltungen der Aro-Gemeinschaft gegangen. Als beim zweiten Mal überhaupt keine Übersetzung mehr auf Deutsch stattfand, brach ich meine Teilnahme vorzeitig ab und bin nie wieder dort hingegangen.
Ich finde, sowas geht gar nicht.
Letzten Sonnabend wohnte ich Vorträgen in meinem Kagyü-Zentrum bei, und alle Teilnehmer neben mir waren Englisch-Experten, aber es wurde trotzdem übersetzt. Ich war bestimmt die Schlechteste in Englisch. Nicht nur wegen mir, sondern allgemein: wir sind hier in Deutschland, also muss auch auf Deutsch übersetzt werden. Immerhin geht man ja nicht zu einem Englisch-Seminar, sondern zu buddhistischen Vorträgen.

Amdap


Ich verstehe, dass du dann zur Aro-Gemeinschaft nicht mehr hingegangen bist und teile deine Meinung; ich finde es eigentlich auch selbstverständlich, dass in die jeweilige Landessprache übersetzt werden sollte, also regulär.

Wobei ich wahrscheinlich doch ein zweites Mal hingegangen wäre. :upsidedown:

Mein Englisch ist eigentlich ganz gut, ich brauche es teilweise auch beruflich. Dennoch finde ich eine zusätzliche Deutsch-Übersetzung immer noch mal hilfreich, weil ich - glaube ich - im Englischen "nicht so schnell verstehe" wie im Deutschen.

Kurzes OT: In welcher Stadt ist denn die Aro-Gemeinschaft? Ich würde mir auch mal gern da was anhören.
Es gibt ein paar Aro-Standorte, in DE Hamburg, Berlin, München schau doch mal auf die Website. Das mit der Sprache hat mich da schon immer gestört, aber sie machen sehr besondere Sachen im Erhalt einiger tantrischer Nyingma-Lehren aus einer weiblichen Übertragungslinie. Da sie nicht so sehr nach Aussen gehen, nicht stark auf Wachstum aus sind, ist die Sprache vielleicht auch ein Aspekt der Identifikation mit der Linie. Das meiste passiert in langen klassischen Retreats.
kilaya hat geschrieben:
Es gibt ein paar Aro-Standorte, in DE v.a. Hamburg und Berlin, schau doch mal auf die Website. Das mit der Sprache hat mich da schon immer gestört, aber sie machen sehr besondere Sachen im Erhalt einiger tantrischer Nyingma-Lehren aus einer weiblichen Übertragungslinie. Da sie nicht so sehr nach Aussen gehen, nicht stark auf Wachstum aus sind, ist die Sprache vielleicht auch ein Aspekt der Identifikation mit der Linie. Das meiste passiert in langen klassischen Retreats.


Ah, danke. Beides leider nicht gerade bei mir um die Ecke. Ich hatte gehofft, dass vielleicht auch was im Rheinland zu finden ist. Schade.

Mir hat eine Freundin 2 Bücher von Ngakpa Chögyam vererbt, die ich ziemlich spannend fand. Ich würde da wirklich gern mehr von denen hören.
Also ich weiss, dass ein alter Bekannter von mir schon sehr lange dabei ist und theoretisch auch in deren Namen lehren darf. Vorher war er seit ca. 1980 Kagyü. Also wirklich ein "alter Hase" Er ist aber kein offizieller Kontakt und Veranstaltungen gibt es da wohl auch nicht. Meines Wissens lebt er in Wuppertal. Wenn Dich das trotzdem interessiert, einfach um mal mit jemand persönlich sprechen zu können, PN.
Zum Thema "richtige Aussprache von Mantras" gibt es doch diese kleine alte Geschichte:

Eine sehr simpler Mann lebte auf einer Insel in einem Fluss. Er meditierte sehr viel und rezitierte dabei das Mantra "Om Mani Penne Hunn". Eines Tages setzte ein Boot zu seiner Insel über, darin saß ein buddhistischer Gelehrter, der den einfachen Mann einmal besuchen wollte.
Als der Mann erzählte, was er so den ganzen Tag machte und dass er sehr viel "Om Mani Penne Hunn" rezitieren würde, verbesserte der Gelehrte ihn milde:
"Es heißt Om Mani Padme Hum."
Der einfache Mann versprach, es von nun an richtig zu rezitieren.
Als der würdige Gelehrte sich verabschiedet hatte und mit dem Boot wieder davon fuhr, hörte er hinter sich ein komisches Geräusch: "Patsch, patsch, patsch, patsch...."
Der Mann kam gerade über das Wasser hinter dem Boot hergelaufen und rief:
"Meister, wie lautete nochmal das richtige Mantra? Ich kann es mir nicht merken."

:P
svea hat geschrieben:
kilaya hat geschrieben:
Es gibt ein paar Aro-Standorte, in DE v.a. Hamburg und Berlin, schau doch mal auf die Website. Das mit der Sprache hat mich da schon immer gestört, aber sie machen sehr besondere Sachen im Erhalt einiger tantrischer Nyingma-Lehren aus einer weiblichen Übertragungslinie. Da sie nicht so sehr nach Aussen gehen, nicht stark auf Wachstum aus sind, ist die Sprache vielleicht auch ein Aspekt der Identifikation mit der Linie. Das meiste passiert in langen klassischen Retreats.


Ah, danke. Beides leider nicht gerade bei mir um die Ecke. Ich hatte gehofft, dass vielleicht auch was im Rheinland zu finden ist. Schade.

Mir hat eine Freundin 2 Bücher von Ngakpa Chögyam vererbt, die ich ziemlich spannend fand. Ich würde da wirklich gern mehr von denen hören.


Nähere Details zum Lehrinhalt und Geschichte der Aro gTer Tradition findest du auch auf dieser inoffiziellen Webseite
https://approachingaro.org/
sowie allgemein zur Ngakpa-Tradition
https://ngakpa-update.org/
http://www.ngak-mang-international.org/ ... ition.html

Wichtig zu Wissen ist evtl. noch, dass es eben eine Ngapka-Gruppe ist, die schon im alten Tibet nicht sehr Mitgliederstark und auch nicht sehr verbreitet waren, aber ernsthaft und intensiv praktiziert haben. Meist kommen sie in der Nyingma-Tradition vor, aber z.B. im Gelug Labrang-Kloster in Amdo findet sich auch eine Ngakpa-Schule.
Erwähnenswert ist auch noch, dass die Authentizität der gTerma-Überlieferung des deutschstämmigen Gründers Ngakpa Chögyam Rinpoche von einigen konservativen Tibetern und deren westliche Schüler angezweifelt wird und einer seiner Lehrer ihm die Lehrerlaubnis entzogen hat, aber einer meiner Lehrer, Chhimed Rigdzin Rinpoche, hat sie ihm wieder erteilt. Näheres findet sich hier:
https://approachingaro.org/controversy-toc

Bestandteil der Gruppenpraxis sind u.a. Dzogchen Gardang (rDzogs chen sGar gDangs), d.h. Yogische Gesänge
http://arobuddhism.org/articles/yogic-song.html


Ich selber kenne die Gruppe und deren Lehrenden seid Jahren und habe keinerlei Einwände, sondern halte das dort gelehrte für authentischen Buddha-Dharma (authentischer jedenfals, als was so mancher bekannter Tibeter so von sich gibt)
Deutsch - englisch...

Es steht immer vorher dabei, dass entweder übersetzt wird, oder nicht.

Meinen Lehrer mal unübersetzt zu hören ist ein besonderer Genuss, da der sprachfluss nicht unterbrochen werden muss.

Im allgemeinen wird viel Rücksicht genommen auf Leute, die nicht englisch sprechen.

Vor und nach dem Teaching ist aufgrund der internationalen Beteiligung englisch höflich und praktisch - wobei ich zugeben muss, dass englische Muttersprachler mir Schwierigkeiten machen :oops:

Also - es gibt viele Aspekte, bitte nicht so eng sehen.
@verrückter-narr: Vielen Dank für die Links und die Informationen! :)

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