Enge Schüler von Sogyal Rinpoche erheben schwere Vorwürfe gegen ihn

Moderator: kilaya

446 Beiträge
http://www.lionsroar.com/letter-to-sogyal-rinpoche-from-current-and-ex-rigpa-members-details-abuse-allegations/

Zusammengefasst kann man sagen, dass laut ihrer Aussage alles noch viel extremer ist, als bisher angenommen.

Es gibt auch bereits eine windelweiche Antwort von Sogyal Rinpoche:

https://whatnow727.wordpress.com/responses/
Es ist gut, dass in der Sache mal was passiert. Die Vorwürfe sollen ja schon seit 20 Jahren bestehen.
Hallo Yeshe, hallo Losang,

vielleicht könnt Ihr mir etwas näher bringen, was ich, (wahrscheinlich infolge mangelnder Emotionalität), nur nachvollziehen kann, wenn ich, (was doch nicht in jedem Fall gegeben sein kann!), psychische Labilität vorauszusetze.

Wenn sich ein Lehrer, (oder wer auch immer), an Kindern vergreift, ist das ohne irgendeinen Zweifel eine strafbare Taṭ; ... aber wie ist es möglich, einen gesunden erwachsenen Menschen ohne Anwendung körperlicher Gewalt zu missbrauchen?

Ein gesunder erwachsener Mensch ist doch im Prinzip in der Lage, jemanden, der ihm (ohne Gewalt anzuwenden) zu nahe treten will, recht bestimmt in seine Schranken zu weisen - egal, welchen (vermeintlichen) Status diese Person innehaṭ.

Einem erwachsenen Menschen müsste doch (eigentlich) klar sein, dass ein Lehrer buddhistischer Philosophie, (sei es nun ein Mönch, oder nicht), der übergrifflich wird, sich in eben diesem Moment als Lehrer eindeutig selbst disqualifizierṭ hat!?

Ich bitte um Nachsicht, ... ich kann mir das Zu-Stande-kommen fehlgeleiteten Denkens und irrationalen Gehorsams nicht erkläreṇ.

Könnt Ihr die Zusammenhänge verstehen?

LG mkha'
Hallo mkha',

mal abgesehen davon, dass es ja anscheinend durchaus viele Fälle von massiver körperlicher Gewalt gab: Du musst Dir nur mal anschauen, in welchem Maße Angestellte 'seelischen Missbrauch', 'Übergriffigkeit' usw. von Vorgesetzten hinnehmen. Da wundert's mich nicht, wenn das von einem 'Guru' akzeptiert wird.
Axel hat geschrieben:
Hallo mkha',

mal abgesehen davon, dass es ja anscheinend durchaus viele Fälle von massiver körperlicher Gewalt gab: Du musst Dir nur mal anschauen, in welchem Maße Angestellte 'seelischen Missbrauch', 'Übergriffigkeit' usw. von Vorgesetzten hinnehmen. Da wundert's mich nicht, wenn das von einem 'Guru' akzeptiert wird.



:like:

Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass ein Guru im Vajrayana mehr als nur ein "philosophischer Lehrer" des Buddhadharma ist. Das ist ein System mit hohem Missbrauchspotential.
Losang Lamo hat geschrieben:
Es ist gut, dass in der Sache mal was passiert. Die Vorwürfe sollen ja schon seit 20 Jahren bestehen.


Ja, finde ich auch. Deswegen habe ich es auch hier gepostet.
Lieber Axel,

Du musst Dir nur mal anschauen, in welchem Maße Angestellte 'seelischen Missbrauch', 'Übergriffigkeit' usw. von Vorgesetzten hinnehmen.


Dagegen bin ich schon als junge Frau mit einigen Gleichgesinnten Sturm gelaufen, ... doch das waren noch andere Zeiten, (siehe z.B. Frauenbild im Wandel der Zeit), ich dachte ernsthaft, das sei mittlerweile Geschichte, denn zumindest in meiner Berufssparte war davon nichts mehr zu bemerkeṇ.

LG mkha'
Lieber Yeshe,

dass ein Guru im Vajrayana mehr als nur ein "philosophischer Lehrer" des Buddhadharma ist

Ja, Yeshe, ... ich weiß. Mein Wurzellehrer und einige weitere unterrichteten mich in den Lehren des Vajrayana (höchstes Yogatantra), incḷ entsprechender Initiationeṇ. Eines der ersten Dinge, die wir eingangs besprachen, war das Lehrer-Schüler Verhältniṣ.

Mein Lehrer wies darauf hin, dass viel Arbeit vor uns läge, und dass er eigenständiges Denken, sowie Zeiten der Meditation im Rückzug erwarte. Selbst Gautama sei nicht in der Lage gewesen, das Denken seiner Schüler zu veränderṇ Jedem stehe es frei, die Lehre zu höreṇ, damit arbeiten müsse ein jeder selbsṭ. Er als Lehrer sei dazu da, zu versuchen, dem Schüler, falls dessen Denken blockiert sein sollte, durch gezielte Fragen zu einem Perspektivwechsel zu verhelfeṇ Das höchste Ziel eines jeden Lehrers sei jedoch, "bemerken zu dürfen, dass der Schüler sich befähigte, die letzten Stützen fallen zu lasseṇ und eigenständig zu laufen."

Zum Thema Karmamudra wird von Lehrern der Gelug-Tradition ṢḤ Dalai Lama zitiert:"Wer befähigt ist, vor unseren Augen einen Teller voller Exkremente mit demselben Genuß zu verzehren, wie sein Lieblingsgericht, dem glauben wir eher, dass er möglicherweise befähigt sein könnte, Karmamudra mit dem diesem Akt zuträglichen nicht-dualistischen Denken zu praktizieren. Bis dahin möge er Spekulationen über ein Treffen mit realen Dakinis (Tib: mkha' 'gro ma) den Mahasiddhas überlasseṇ."

LG mkha'

...

Im Nachhinein angemerkt: Vertrauen zu missbrauchen, ist an sich eine Niederträchtigkeit, doch wenn diese "Machtposition", die pardoxer Weise durch die Sichtweise der Vertrauenden "zementiert" wurde, von demjenigen, der wissen muss, dass er damit alles verrät, wofür das steht, was er den Vertrauenden nahebringen sollte, (Dharma), missbraucht wird, finde ich dafür keine Worte. ... Das ist wohl einer der Auswüchse Samsaraṣ.
Liebe mkha',

sei froh, dass Du einen derart aufrichtigen Lehrer hast! Aber zum Beispiel die Kagyüpas betonen die Hingabe viel mehr. Es heißt, zum Beispiel im glaube ich Dorje-Chang-Wunschgebet, dass Hingabe der Kopf der Meditation sei. Das ist auch eine legitime Position.

Zur Karmamudra-Praxis: Das sehen die meisten Nyingmapa doch etwas anders als Seine Heiligkeit. :kiss:
In jedem Fall braucht es für Karmamudra-Praxis jedoch zwei (oder mehr) gleichwertige Praktizierende. D.h. ein Guru kann das nicht mit irgendeiner Schülerin machen. Etwas Kontrolle über den Prana braucht es schon, damit das mit der Karmamudra-Praxis überhaupt was bringen kann.

Alles Liebe,
Yeshe
Lieber Yeshe,
sei froh, dass Du einen derart aufrichtigen Lehrer hast!
Ich verdanke ihm mehr, als ich zum Ausdruck bringen kanṇ. Er starb vor 14 Jahren, ist aber stets präsent.

Hingabe, theoretisch korrekt verstanden und auch verinnerlicht, ist das Herz jeder Praxiṣ; ... aber wie soll man dieses korrekte Verständnis Menschen (zu ihrem eigenen Schutz!) vermitteln, die verzückt blickend und Mala-schwingend 10 cm über dem Tempelboden schweben? Sie würden die nüchterne Wahrheit nicht annehmen wolleṇ, und sie dulden keine "Entzauberung", ... auch das habe ich erlebṭ
In jedem Fall braucht es für Karmamudra-Praxis jedoch zwei (oder mehr) gleichwertige Praktizierende.
... mit westlichen Partnern, deren Denken (meist) völlig anders gestrickt ist, ist dies i.d.R. nicht möglich. Spätestens dann, wenn der "gleichwertige Partner" konsterniert feststellt, dass er tatsächlich nur ein "mudra" für die Zeit des "las kyi phyag rgya" war, darf die Dakini glücklich sein, sich mit "Anna Müller" vorgestellt, und bereits einen Chauffeur geordert zu haben.

Die Zeit, in der sich der Mensch nichts vormacht, wenn er postuliert, die wahre Natur allen Seins (inclusive des "Ego"!) erkannt und alles und jeden hinter sich gelassen zu haben, ist noch nicht gekommeṇ.

LG mkha'

Geändert: Rechtschreibung!
Yeshe hat geschrieben:

sei froh, dass Du einen derart aufrichtigen Lehrer hast! Aber zum Beispiel die Kagyüpas betonen die Hingabe viel mehr. Es heißt, zum Beispiel im glaube ich Dorje-Chang-Wunschgebet, dass Hingabe der Kopf der Meditation sei. Das ist auch eine legitime Position.

viel mehr als wer betonen die Kagyupas die Hingabe? Was ist denn anders bei den anderen? Tatsächlich kenne ich Meinungen aus meiner Kagyu Sangha, ich müsse dem Guru dienen, etwa in der Organisation helfen, im Zentrum malen usw. Das entspricht aber nicht mir selbst, da ich mehr auf den inneren Guru gerichtet bin und gerne zahlungsfähig sein möchte, das brauchen sie nämlich auch in den Zentren. Vielleicht ist es das was am meisten fehlt. Ich zahle aber auch nur für die Veranstaltungen, mehr kann ich (noch) nicht. Also kommt es auf ein ziemlich normales, nicht Guru-mässiges Verhalten meinerseits raus: Ich bezahle den Vortrag den ich gehört habe.
Mein Lehrer hat sich aber noch nie beschwert über mein Verhalten. Einmal vor Jahren als es um Malen ging hat er gesagt: Do your own business, otherwise life will be very complicated.
Turmalin hat geschrieben:
viel mehr als wer betonen die Kagyupas die Hingabe? Was ist denn anders bei den anderen? Tatsächlich kenne ich Meinungen aus meiner Kagyu Sangha, ich müsse dem Guru dienen, etwa in der Organisation helfen, im Zentrum malen usw. Das entspricht aber nicht mir selbst, da ich mehr auf den inneren Guru gerichtet bin und gerne zahlungsfähig sein möchte, das brauchen sie nämlich auch in den Zentren. Vielleicht ist es das was am meisten fehlt. Ich zahle aber auch nur für die Veranstaltungen, mehr kann ich (noch) nicht. Also kommt es auf ein ziemlich normales, nicht Guru-mässiges Verhalten meinerseits raus: Ich bezahle den Vortrag den ich gehört habe.
Mein Lehrer hat sich aber noch nie beschwert über mein Verhalten. Einmal vor Jahren als es um Malen ging hat er gesagt: Do your own business, otherwise life will be very complicated.


Na zum Beispiel bei den Gelug wird erstmal der stufenweise Weg mit viel Sutra-Anteil betont. Bei den Sakyapa werden vor allem Yidams praktiziert und die Nyingma haben oft einen großen Anteil Leerheit/Dzogchen in den Sadhanas. Während Karma Kagyüpas relativ oft "Karmapa Khyenno" sagen :)
D.h. ja nicht, dass deswegen alle Schüler in einer Richtung gleich sind oder so. :upsidedown:
mkha' hat geschrieben:
... mit westlichen Partnern, deren Denken (meist) völlig anders gestrickt ist, ist dies i.d.R. nicht möglich. Spätestens dann, wenn der "gleichwertige Partner" konsterniert feststellt, dass er tatsächlich nur ein "mudra" für die Zeit des "las kyi phyag rgya" war, darf die Dakini glücklich sein, sich mit "Anna Müller" vorgestellt, und bereits einen Chauffeur geordert zu haben.


Ja, dann war die Mudra aber nicht gleichwertig. Hat schon seinen Grund, warum das geheim gehalten wird. Die Menschen kommen beim Thema Sex schnell auf komische Trips und Mönche würde ich, bei allem Respekt vor der ordinierten Sangha, auch nicht als Experten für ursprüngliche Weisheitsquellen ansehen....
Yeshe hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
viel mehr als wer betonen die Kagyupas die Hingabe? Was ist denn anders bei den anderen? Tatsächlich kenne ich Meinungen aus meiner Kagyu Sangha, ich müsse dem Guru dienen, etwa in der Organisation helfen, im Zentrum malen usw. Das entspricht aber nicht mir selbst, da ich mehr auf den inneren Guru gerichtet bin und gerne zahlungsfähig sein möchte, das brauchen sie nämlich auch in den Zentren. Vielleicht ist es das was am meisten fehlt. Ich zahle aber auch nur für die Veranstaltungen, mehr kann ich (noch) nicht. Also kommt es auf ein ziemlich normales, nicht Guru-mässiges Verhalten meinerseits raus: Ich bezahle den Vortrag den ich gehört habe.
Mein Lehrer hat sich aber noch nie beschwert über mein Verhalten. Einmal vor Jahren als es um Malen ging hat er gesagt: Do your own business, otherwise life will be very complicated.


Na zum Beispiel bei den Gelug wird erstmal der stufenweise Weg mit viel Sutra-Anteil betont. Bei den Sakyapa werden vor allem Yidams praktiziert und die Nyingma haben oft einen großen Anteil Leerheit/Dzogchen in den Sadhanas. Während Karma Kagyüpas relativ oft "Karmapa Khyenno" sagen :)
D.h. ja nicht, dass deswegen alle Schüler in einer Richtung gleich sind oder so. :upsidedown:

so ganz stimme ich der Einteilung nicht zu, aber jedenfalls die Antwort auf die Frage, wer den weniger die Hingabe betont als die Kagyupas lautet: Alle :)
Ja, dann war die Mudra aber nicht gleichwertig.
... (Seufz) ja, und da ich auf die siebzig zugehe, werde ich die Sache mit der Allwissenheit vorzugsweise - körperlich und geistig frisch - im nächsten Leben in Angriff nehmen. :mrgreen:
Turmalin hat geschrieben:
so ganz stimme ich der Einteilung nicht zu,


Da wir in einem Diskussionsforum sind: Weshalb stimmst Du der Einteilung nicht zu?
Was siehst Du anders?
mkha' hat geschrieben:
Ja, dann war die Mudra aber nicht gleichwertig.
... (Seufz) ja, und da ich auf die siebzig zugehe, werde ich die Sache mit der Allwissenheit vorzugsweise - körperlich und geistig frisch - im nächsten Leben in Angriff nehmen. :mrgreen:


Der Todeszeitpunkt und der folgende Zwischenzustand sind kostbare Gelegenheiten zur Verwirklichung.
Yeshe hat geschrieben:

Der Todeszeitpunkt und der folgende Zwischenzustand sind kostbare Gelegenheiten zur Verwirklichung.

das wollte ich auch schreiben. Wollte aber erst mal warten was du sagst, denn ich bin Jahrelang von einem für mich gefühlt sehr strengen Praktizierenden durch die Mangel genommen worden. Er hätte mkhas Worte sofort kritisiert weil es die versteckte Affirmation enthält, als Mensch widergeboren zu werden und dies sollte nicht das angestrebte Ziel sein.
Ich wollte halt erst mal abwarten, wie andere das diskutieren.
Sorry, Freunde, ich dachte das "Grinsemännchen" zeigt auf, wie es gemeint waṛ :shock:
mkha' hat geschrieben:
Sorry, Freunde, ich dachte das "Grinsemännchen" zeigt auf, wie es gemeint waṛ :shock:

haha ich dachte mir auch: komisch, mkha ist doch sonst auch so genau...ist ja auch ok wenn man sich bestimmte Praxen fürs nächste Leben vor nimmt, im Fall dass es mir der Erleuchtung nicht geklappt hat.
mkha' hat geschrieben:
Hallo Yeshe, hallo Losang,

vielleicht könnt Ihr mir etwas näher bringen, was ich, (wahrscheinlich infolge mangelnder Emotionalität), nur nachvollziehen kann, wenn ich, (was doch nicht in jedem Fall gegeben sein kann!), psychische Labilität vorauszusetze.

Wenn sich ein Lehrer, (oder wer auch immer), an Kindern vergreift, ist das ohne irgendeinen Zweifel eine strafbare Taṭ; ... aber wie ist es möglich, einen gesunden erwachsenen Menschen ohne Anwendung körperlicher Gewalt zu missbrauchen?

Ein gesunder erwachsener Mensch ist doch im Prinzip in der Lage, jemanden, der ihm (ohne Gewalt anzuwenden) zu nahe treten will, recht bestimmt in seine Schranken zu weisen - egal, welchen (vermeintlichen) Status diese Person innehaṭ.

Einem erwachsenen Menschen müsste doch (eigentlich) klar sein, dass ein Lehrer buddhistischer Philosophie, (sei es nun ein Mönch, oder nicht), der übergrifflich wird, sich in eben diesem Moment als Lehrer eindeutig selbst disqualifizierṭ hat!?

Ich bitte um Nachsicht, ... ich kann mir das Zu-Stande-kommen fehlgeleiteten Denkens und irrationalen Gehorsams nicht erkläreṇ.

Könnt Ihr die Zusammenhänge verstehen?

LG mkha'



Moderation:
Dieser Beitrag muss mit der Anmerkung versehen werden, dass ich die Geschichte falsch erinnert und falsch verstanden hatte. Die Frau war nicht minderjährig, als Sogyal Rinpoche mit ihr zusammen war. Ich habe es auf Seite 3 hier richtig gestellt: viewtopic.php?f=14&t=16826&p=359715#p359715

Lobsang Lamo


Es ist leider so, dass er sich auch an Minderjährigen vergriffen haben soll.
Bei Facebook grassiert der Bericht einer jungen Frau, die erzählt wie sie als 14-15-Jährige zu seiner "Dakini" wurde. Die Eltern blickten nicht durch und dachten, es sei eine Riesenehre für ihre Tochter, so nah bei dem Meister sein zu dürfen. Dass diese Nähe auch Sex beinhaltete, war ihnen wohl nicht klar.
Tja, und das Mädel dachte, wenn ihre Eltern das so sehr befürworten, dann sei es wohl irgendwie wichtig, dass sie das durchhält. Es dauerte eine ganze Weile, bis das Mädchen sich aus diesen psychischen Fängen befreite, sich verweigerte und das ganze Missverständnis aufflog.

Man findet bei Facebook ja nie was wieder, aber wenn ich die Story nochmal sehe, kopiere ich den Link hier rein. Ist auf Englisch.
Sogyal Rinpoche hat geschrieben:
If you just think about all the many extraordinary teachings I have given over the years, there is an incredible wealth of Dharma.

Hört sich an, als würde er das gegen seine Verfehlungen aufwiegen wollen, aber hoffentlch fällt er da nicht auf sich selbst rein.
Er hat es ja weder zugegeben, noch abgestritten, aber ich finde schonmal gut, dass er sich sofort aus der Lehrtätigkeit zurück zieht und auch relativ zügig ein persönliches Statement abgegeben hat mit dem Nachsatz, dass da noch mehr von ihm kommen wird.
mkha' hat geschrieben:
Hallo Yeshe, hallo Losang,

vielleicht könnt Ihr mir etwas näher bringen, was ich, (wahrscheinlich infolge mangelnder Emotionalität), nur nachvollziehen kann, wenn ich, (was doch nicht in jedem Fall gegeben sein kann!), psychische Labilität vorauszusetze.

Wenn sich ein Lehrer, (oder wer auch immer), an Kindern vergreift, ist das ohne irgendeinen Zweifel eine strafbare Taṭ; ... aber wie ist es möglich, einen gesunden erwachsenen Menschen ohne Anwendung körperlicher Gewalt zu missbrauchen?

Ein gesunder erwachsener Mensch ist doch im Prinzip in der Lage, jemanden, der ihm (ohne Gewalt anzuwenden) zu nahe treten will, recht bestimmt in seine Schranken zu weisen - egal, welchen (vermeintlichen) Status diese Person innehaṭ.

Einem erwachsenen Menschen müsste doch (eigentlich) klar sein, dass ein Lehrer buddhistischer Philosophie, (sei es nun ein Mönch, oder nicht), der übergrifflich wird, sich in eben diesem Moment als Lehrer eindeutig selbst disqualifizierṭ hat!?

Ich bitte um Nachsicht, ... ich kann mir das Zu-Stande-kommen fehlgeleiteten Denkens und irrationalen Gehorsams nicht erkläreṇ.

Könnt Ihr die Zusammenhänge verstehen?

LG mkha'


Grüße mkha'

ganz im Prinzip schließe ich mich Deinen Gedanken an. Irgendwann kann man Kind-sein nicht mehr als Erklärung für Verhalten nutzen. Meine Gedanken haben auch gar nichts mit dem vorliegenden Fall zu tun, ich bin da eher dafür in Ruhe eine belastbare gerichtliche Entscheidung abzuwarten im Sinne einer Unschuldsvermutung.

Auf der anderen Seite schützt gesund und erwachsen zu sein beim Zusammentreffen mit einer irren religiös verbrämten Ideologie offenbar wenig davor für normale Menschen absolut unverständliches zu tun

https://www.welt.de/vermischtes/article2744410/Jonestown-ein-Sektenmassaker-schockt-die-Welt.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Branch_Davidians
https://de.wikipedia.org/wiki/Terroranschl%C3%A4ge_am_11._September_2001

Leider ließe sich diese Liste beinahe endlos erweitern.

Ich kann die Zusammenhänge in ihrer Ganzheit auch nicht verstehen. Wenn erwachsene Menschen ihre Freiheit (im speziellen Fall sexuelle Selbstbestimmung) aufgeben kommen auch bei mir immer wieder offene Fragen hoch.

Dies ist ein Thread in Buddhaland. Vielleicht können Kundige der buddhistischen Psychologie hier weiter helfen?
"Irre religiös verbrämte Ideologie" ?! Na nun haste dir aber vollends in die Tinte gesetzt.
danke für die Eröffnung dieses Stranges!

Ich war ja erst kürzlich bei ihm im retreat in Berlin und habe erst kurz danach von diesen Vorwürfen erfahren.
Mein Gefühl war eh unsicher und ich bin froh, dass ich Rigpa nicnt beigetreten bin......

Holzklotz hat geschrieben:
Sogyal Rinpoche hat geschrieben:
If you just think about all the many extraordinary teachings I have given over the years, there is an incredible wealth of Dharma.

Hört sich an, als würde er das gegen seine Verfehlungen aufwiegen wollen, aber hoffentlch fällt er da nicht auf sich selbst rein.
Er hat es ja weder zugegeben, noch abgestritten, aber ich finde schonmal gut, dass er sich sofort aus der Lehrtätigkeit zurück zieht und auch relativ zügig ein persönliches Statement abgegeben hat mit dem Nachsatz, dass da noch mehr von ihm kommen wird.



ja
mkha' hat geschrieben:
Einem erwachsenen Menschen müsste doch (eigentlich) klar sein, dass ein Lehrer buddhistischer Philosophie, (sei es nun ein Mönch, oder nicht), der übergrifflich wird, sich in eben diesem Moment als Lehrer eindeutig selbst disqualifizierṭ hat!?
Zwei schon etwas etwas ältere Dokumente - beide aus dem Jahr 2011 stammend - können dazu vielleicht etwas Aufschluss geben. 1. der Dokumentarfilm 'In the Name of Enlightenment' des kanadischen Senders Vision TV und 2. das Dossier 'Behind the Thangkas'.

Bei letzterem ist es ein offenes Geheimnis, dass es von der Journalistin Mary Finnigan stammt, die insbesondere im Guardian des öfteren zu Sogyal Lakar publiziert hat (per Google leicht zu finden). Gegen beide Dokumente wurde bezeichnenderweise nicht per Klage vorgegangen. Leider - denn damit wäre die Haltbarkeit oder Unhaltbarkeit zumindest eines Teils der Vorwürfe gerichtlich geklärt worden. Offensichtlich sollte genau dies vermieden werden, wie schon 1995, als eine 10-Millionen-Dollar-Klage gegen Sogyal Lakar außergerichtlich beigelegt wurde. D.h. Rigpa hatte die Zurücknahme der Klage und das zukünftige Schweigen der Klägerin mit einem sicher nicht unbeträchtlichen Betrag erkauft. Doch dies nur nebenbei.

Ich habe im Frühjahr 2012 mit offiziellen Vertretern von Rigpa Deutschland Gespräche über die Anschuldigungen geführt. Bezeichnend war - neben dem von einem männlichen Vertreter ausgedrückten völligen Unglauben, dass an den Vorwürfen irgend etwas 'dran sei' - der Standpunkt einer der ranghöchsten Repräsentantinnen von Rigpa Deutschland. Sinngemäß: "wer sind wir eigentlich, um über das Verhalten eines Erleuchteten zu urteilen?"

Dies verweist im wesentlichen auf die Konzepte, die da missbraucht werden. Zum einen das allgemein mahayanische des upāya ('geschickten Mittels') sowie drubnyon ('crazy wisdom'). Das Problem ist letzlich die bedingungslose Hingabe und das unbegrenzte Vertrauen, das dem Guru entgegengebracht - und so auch gefordert - wird. Vertrauen in der Hinsicht, dass das Verhalten des Gurus - so unkonventionell, unmoralisch oder gar kriminell es sich darstellt - sich letzlich heilsam auswirkt und auch so motiviert ist.

Dazu kommt natürlich das Verhalten gerade der älteren / 'fortgeschritteneren' Schüler, an denen sich die 'file-and-rank-members' orientieren, die unethisches Verhalten nicht nur nicht in Frage stellen, sondern sogar als nicht hinterfragbar darstellen. Von daher handelt es sich auch nicht nur um ein Problem des 'Gurus', sondern um eines der gesamten Sekte. Der Fisch mag zwar am Kopf beginnen zu stinken, aber über kurz oder lang stinkt eben der ganze Fisch.

Es ist erfreulich, dass dieses unheilsame, sektenhafte Verhaltensmuster Rigpas nun wenigstens von einigen Personen durchbrochen wurde.

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Was ist denn das nun wieder für ein Klub, der Meister verführt mit niederträchtigen Tricks zu Sex, und das seit den siebziger Jahren :o
Was ist denn das nun wieder für ein Klub, der Meister verführt mit niederträchtigen Tricks zu Sex, und das seit den siebziger Jahren :o
Das ist Rekord, solange hat sich wohl noch kein falscher Guru im Sattel gehalten.
Was ist denn das nun wieder für ein Klub, der Meister verführt mit niederträchtigen Tricks zu Sex, und das seit den siebziger Jahren :o
Das ist Rekord, solange hat sich wohl noch kein falscher Guru im Sattel gehalten. Oder doch? :roll:
das ist ein Vorwurf, der nicht (noch nicht ?) bewiesen ist ......
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