Buddhistische Traditionen

Moderator: kilaya

Hallo Leute,
kurz zu mir, ich bin auf den Buddhismus gestoßen durch ein Buch von Pema Chödrön. Ich finde sie Klasse. Ihre Praxis ist die Vipassana Meditation und der Vajrayana Buddhismus. Ich bin in einer kleinen lokalen Sangha, welche den Vajrayana praktiziert.
Die Technik, welche Pema beschreibt, ist, dass man die Aufmerksamkeit auf dem Ausatem richtet. Sich einfach des Ausatems bewusst zu werden mit geöffneten Augen. Sie unterstreicht das dies auf keinen Fall eine Konzentrationspraxis ist.
Wenn ich mir die Beschreibungen von Jack Kornfield ansehe, beschreibt dieser, man solle mit geschlossenen Augen den Atem spüren und die Aufmerksamkeit / Konzentration soweit verfeinern, das man auch die kleinste Bewegung spürt. Dies sind eigentlich zwei unterschiedliche Techniken.

Letzthin hat mich eine Satz von Kornfield zum Nachdenken angeregt. Dieser schreibt, man solle den einen Sitz einnehmen. Kurz, man solle sich festlegen auf eine Tradition und diese Konsequent verfolgen da man nur so tiefere Erfahrungen macht. Da man nur so in Kontakt mit Gefühlen wie Zweifel, Ängste usw. kommen könne.

Ich habe gesehen, innerhalb der buddhistischen Traditionen gibt es unzählige verschiedene Techniken und Konzepte.

Ich weiß das Grundgedanke überall der selbe ist. Trotzdem ist z.B. der Vajrayana sehr esoterisch und das Schüler/Lehrer Verhältnis hat auch so seine Eigenheiten.

Wie seht ihr das?
Ich sehe das so: wenn du in der glücklichen Lage bist, von pema chödröns Büchern inspiriert zu sein und nach der Anweisung erste Praxiserfahrungen zu sammeln, so ist das sehr kostbar und da könntest du lang gehen.
Natürlich kommt aber auch der kritische Geist hervor und sucht und grenzt sich ab. Alles ok, aber wichtiger ist deine Inspiration. Alles weitere findet sich.

Ich wünsch dir was :rainbow:
Lucky,
was du beschreibst,bei Pema Chodron, ist Shamatha-Praxis und die lässt sich in jede der verschiedenen Traditionen "einbauen"...
und nein, es geht nicht um "tiefere Erfahrungen": denn alles was während des Sitzens "auftaucht" ist "Denken"....nicht mehr.
Danke für eure Antworten.
Jack Kornfield meint mit tieferen Erfahrungen alle möglichen Erfahrungen während des sitzens. Er hat auch interessante Beispiele gemacht, wo Personen langjährige Meditationen praktiziert haben und trotzdem noch mit den "Anfangsproblemen" zu kämpfen hatten. Diese hatten unzählige verschiedene Techniken praktiziert. Vom Sufi Tanz bis etc...
Deswegen schreibt er das es wichtig ist, sich für eine Tradition zu entscheiden und diese Konsequent zu verfolgen. Da man nur so mit verschieden Gefühlen in Kontakt treten kann, das meine ich mit "tiefere Erfahrungen". Es leuchtet auch irgendwie ein. Wenn ich ständig Wechsel, lauf ich im Prinzip vom Gefühl der Langeweile weg. Vom Gefühl des Zweifels usw.

Inwiefern seht ihr das mit dem festlegen?
Es macht schon Sinn sich in der Praxis für eine Methode / Richtung zu entscheiden. Klar kann man auch mal wechseln, aber mischen wäre m.E. und nach Aussagen der meisten Lehrer nicht gut.

"Tiefere" Erfahrungen sind vielleicht ein Phänomen auf dem Weg, bis man am Ende wieder bei scheinbar banalen Dingen ankommt. Die aber mit neuen Augen gesehen werden können. Abzulehnen sind diese Erfahrungen aus tibetischer Sicht nicht, sie sind auch ein Zeichen dafür dass auf dem Weg etwas passiert, aber daran festhalten oder sie zum Ziel machen wäre demzufolge auch nicht gut.
Hallo kilaya,
was meinst du mit banalen Dingen?

@Samten, sie nennt die Technik Shamata-Vipassana Meditation. Ich habe die Erfahrung bei mir gemacht, das wenn ich mir des Ausatems bewusst werde, dieser irgendwann so fein wird, das ich ihn fast gar nicht mehr "spüre".
Ich sitze dann einfach nur noch entspannt und "präsent".

Beste Grüße
"Banale Dinge" im Sinne der Zen-Weisheit: "Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen; Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen"

Aus einem andere Kontext stammt diese Bild von Alex Grey, da geht es zwar um Heilung, aber die drei Schritte die ich meine, kann man vllt. ein bischen übertragen: 1. Man ist zwar ganz, aber nicht heil (steht unter dem Einfluss der Gene) 2. Alles fällt auseinander, man betrachtet alle Details, geht in die Tiefe 3. Man ist ganz und heil und kann die Erfahrung als Inspiration, eigene Erfahrungen zu machen, weitergeben https://transpersonalspirit.files.wordp ... ounded.jpg

In dem Bild: würde man an dem "in die Tiefe gehen" festhalten, würde man nie ankommen und immer weiter in den Problemen herumwaten, statt die Lösung beim Schopf zu ergreifen. Das "in die Tiefe gehen" ist auch kein Abtragen einer endlichen Menge von Problemen, an deren Ende zwangsläufig die "Erleuchtung" steht. Es macht nur den Durchbruch in die Erleuchtung wahrscheinlicher. Passieren kann es jederzeit.
kilaya hat geschrieben:
Es macht schon Sinn sich in der Praxis für eine Methode / Richtung zu entscheiden. Klar kann man auch mal wechseln, aber mischen wäre m.E. und nach Aussagen der meisten Lehrer nicht gut.

"Tiefere" Erfahrungen sind vielleicht ein Phänomen auf dem Weg, bis man am Ende wieder bei scheinbar banalen Dingen ankommt. Die aber mit neuen Augen gesehen werden können. Abzulehnen sind diese Erfahrungen aus tibetischer Sicht nicht, sie sind auch ein Zeichen dafür dass auf dem Weg etwas passiert, aber daran festhalten oder sie zum Ziel machen wäre demzufolge auch nicht gut.


:like:
Hallo kilaya,
bist du dir sicher das man "auch mal wechseln" kann?

Grüße
Klar, also Du kannst es mit tibetischem Buddhismus probieren und dann irgendwann sagen: ich mach lieber Zen. Oder die tibetische Schule wechseln, das ist auch nicht unüblich. Der Buddhismus ist ja ein sehr eigenverantwortlicher Weg.

Ein ständiges Mischen dagegen verwirrt womöglich nur, dafür sind die Methoden teilweise zu widersprüchlich. Oder Begriffe werden von versch. Schulen verschieden verwendet usw.

Das sollte man auch bei einem Wechsel im Auge behalten...
Lucky hat geschrieben:
...
Ich habe gesehen, innerhalb der buddhistischen Traditionen gibt es unzählige verschiedene Techniken und Konzepte.

Ich weiß das Grundgedanke überall der selbe ist. Trotzdem ist z.B. der Vajrayana sehr esoterisch und das Schüler/Lehrer Verhältnis hat auch so seine Eigenheiten.


Liebe Grüße Lucky und willkommen im Forum.

Es steht mir nicht zu hier Kritik an anderen Richtungen zu üben. Vielleicht würde ich das in einem direkten entspannten Gespräch tun, wenn ich die Mimik und Gestik eines Gegenüber angemessen einschätzen kann, aber nicht unbedingt hier und in der Antwort auf eine Frage von jemandem der/die neu(gierig) dabei ist :wink:

Ich finde es positiv, daß Du über den in allen Richtungen gleichen Grundgedanken geschrieben hast. Es macht oft mehr Sinn sich auf das Verbindende, auf das Gemeinsame zu konzentrieren als auf die trennenden, unterschiedlichen Elemente. Ich bin seit ca. 25 Jahren dabei und nachdem ich es geschafft habe, die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, kann ich die Unterschiede der Richtungen leichter als Bereicherung und als Denkanregung nehmen.

Wie reagieren die Mitglieder Deiner Sangha, wenn Du auf Gedanken aus anderen Richtungen zu sprechen kommst? Wie offen können Lehrer in Deiner Richtung damit umgehen, wenn Du Fragen nach dem Schüler/Lehrer Verhältnis stellst?

Das sind Fragen von mir, die nichts zentral mit Buddhismus zu tun haben. Die könnte man auch in einem Tischtennisclub, einer Volkstanzverein oder der Ortsgruppe einer Gewerkschaft stellen. Ich würde vorsichtig werden, wenn solche Gedanken einfach komplett abgeblockt oder mit Schablonenantworten beantwortet werden.

Wenn in deiner Sangha solche Fragen als Anregung offen besprochen werden können, sei dankbar und nimm es an.
fotost hat geschrieben:
Wie reagieren die Mitglieder Deiner Sangha, wenn Du auf Gedanken aus anderen Richtungen zu sprechen kommst? Wie offen können Lehrer in Deiner Richtung damit umgehen, wenn Du Fragen nach dem Schüler/Lehrer Verhältnis stellst?

... Ich würde vorsichtig werden, wenn solche Gedanken einfach komplett abgeblockt oder mit Schablonenantworten beantwortet werden.

Dem kann ich mich nur anschliessen, das wird auch von den meisten Lehrern des tibetischen Buddhismus so empfohlen, dass man den Lehrer kritisch prüft und sich die Sangha anschaut. Allein nach dem, was einzelne Mitglieder von sich geben würde ich aber nicht gehen, da nicht jeder an dem Punkt ist, das, was eigentlich Stil der Schule ist, auch zu vertreten. Vielleicht schaut man sich die "alten Hasen" genauer an, die Leute die offiziell Belehrungen weiter geben usw. Das ist dann schon ein ganz guter Richtwert, denn diese Leute zeigen ja auch, was ein längeres und intensiveres Lehrer-Schüler-Verhältnis in der Schule oder Sangha zur Folge hat ;)

Ob die Leute mit Gedanken aus anderen Richtungen umgehen können - hier das gleiche Prinzip: ich vermute, dass eine gewisse Offenheit eher bei denen zu finden ist, die schon länger dabei sind. Wenn sie aber auch da in keiner Weise anzutreffen ist oder gar sektiererische Tendenzen vermittelt werden ("Erleuchtung findest Du nur bei uns..." oder ähnlicher Unsinn...) dann den kritischen Geist nochmal extra aufwecken... :)
Danke für eure Antworten.
Nein, meine Shanga ist sehr offen und locker. Sie wird geführt von einem erfahrenen Buddhisten, welcher aber kein Lama ist.
Lehrer habe ich noch keinen. Im November haben wir ein Lama eingeladen. Mal sehen was sich daraus ergibt.

Die Frage war eher persönlich. Ich praktiziere jetzt seit zwei Monaten und mich würde es eben reizen einen Schritt weiter zu gehen. Ich finde halt das Lehrer Schüler Verhältnis und die Esoterik merkwürdig. Trotzdem finde ich Pema Chödrön genial und diese praktiziert eben Vajrayana.

Um Gemeinsamkeiten herauspicken zu können, dafür bin ich noch nicht so weit. Mich verwirrt das :-). Das festlegen hat mich verwundert. Würde ich im Theravada weitermachen, wäre die Praxis von Pema verloren...
Lucky hat geschrieben:
Danke für eure Antworten.
Nein, meine Shanga ist sehr offen und locker. Sie wird geführt von einem erfahrenen Buddhisten, welcher aber kein Lama ist.
Lehrer habe ich noch keinen. Im November haben wir ein Lama eingeladen. Mal sehen was sich daraus ergibt.

Die Frage war eher persönlich. Ich praktiziere jetzt seit zwei Monaten und mich würde es eben reizen einen Schritt weiter zu gehen. Ich finde halt das Lehrer Schüler Verhältnis und die Esoterik merkwürdig. Trotzdem finde ich Pema Chödrön genial und diese praktiziert eben Vajrayana.

Um Gemeinsamkeiten herauspicken zu können, dafür bin ich noch nicht so weit. Mich verwirrt das :-). Das festlegen hat mich verwundert. Würde ich im Theravada weitermachen, wäre die Praxis von Pema verloren...


Wenn Du mit der Esoterik Probleme hast und ein intellektueller Typ bist, würde ich mir überlegen, mich neben der Praxis intensiver mit den philosophischen Hintergründen des Vajrayana zu beschäftigten. Das hilft auch, die Essenz der Lehren von tibetischer Folklore (ist nicht wertend gemeint) zu unterscheiden zu lernen. Die Essenz noch der abgefahrensten Methode ist nämlich nach meiner Ansicht immer mit buddhistischen Grundprinzipien vereinbar (sonst wäre es auch kein Buddhadharma).
Ansonsten gilt: Selbst Autofahren lernt man besser von jemand anderem, einen Hubschrauber zu fliegen kannst Du nicht ohne einen Lehrer lernen, wie sollte es dann erst mit dem Pfad zu Befreiung und Erleuchtung ohne Lehrer gehen?

Viel Erfolg, Deine offene, ehrliche Art hier zu Schreiben finde ich klasse!
Yeshe
Lucky hat geschrieben:
Würde ich im Theravada weitermachen, wäre die Praxis von Pema verloren...

Nein, gar nicht, denn Du hast Dich ja durch die Praxis entwickelt oder zumindest inspiriert gefühlt und das ist ein Teil von Dir den Du immer mitnimmst. Gerade bei Pema Chödrön geht es zentral sehr viel um Mitgefühl und die sanfte Konfrontation mit den eigenen inneren "Dämonen"… Alles, was einmal tiefgründig transformiert ist, ist als persönliches Thema durch...
Hallo, danke für eure netten Antworten.

Wenn man die Techniken betrachtet greifen diese ja ineinander. Wenn ich z.B. die Lojong Losungen praktiziere, finde ich das diese Losungen irgendwie den edlen achtfachen Pfad beschreiben. Halt in einer anderen Art und Weise. Z.B. auch Tonglen, momentan denke ich, das ist nicht eine Wochenendaufgabe sondern unter Umständen eine Lebensaufgabe? :upsidedown:
Man sieht halt, das der Vajrayana da gut ineinander greift und es ist wie ein roter Faden welcher durch die Praxis gezogen wird.
Momentan betrachte ich es halt als schwierig, wenn man sich gewöhnt hat, irgendwann Tradition zu wechseln. Aber wahrscheinlich braucht es halt noch seine Zeit bis man da drüber steht.

Grüße
Die Tradition wechselt an ja normalerweise nur, wenn man mit der bestehenden Praxis nicht zufrieden ist. Und wenn man nicht gut zurecht kommt, bringt es auch nicht so viel und man überlegt sich sinnigerweise eine Änderung.
Lucky hat geschrieben:
Wenn man die Techniken betrachtet greifen diese ja ineinander. Wenn ich z.B. die Lojong Losungen praktiziere, finde ich das diese Losungen irgendwie den edlen achtfachen Pfad beschreiben.

ja, Lojong oder 7 Punkte Geistestraining des Atisha ist eine einfache Möglichkeit für Varjayana Praktizierende, die sutrische Basis zu halten. Also die Regeln für ethisches Verhalten eines Buddhisten.
Ich denke schon, dass Lojong sutrischer Text genannt werden kann. Manche sagen es ist das Beste und Einfachste was man machen kann um Sutra nicht zu vergessen, wenn man Tantra und Dzogchen praktiziert.

Da ich nicht sehr fit bin in Sutra, weil mich das nicht so anzieht, habe ich ein kleines Buch von Ringu Tulku Rinpoche, was man immer dabei haben kann: "Geistestraining." Es ist gebunden, hat aber ein kleineres Format als ein Taschenbuch. Das ist das Lojong. Ich glaube, Lojong wird auch in allen Schulen des tibetischen Buddhismus praktiziert. Da kommt also schon mal kein Wechsel mehr.
Hallo Turmalin,
danke für deine Antwort. Hast du schon einmal Lojong Unterweisungen erhalten? Wie praktizierst du diese?

Grüße Lukas
Ich habe einmal von Chamtrul Rinpoche Lojong Belehrungen erhalten. Wird auch hier in Berlin im Sommer angeboten von Zurmang Ghawang Rinpoche. Ich denke, ich werde da hingehen. Ich war vier Jahre lang mit einem hardcore Buddhisten befreundet. Also aus meiner Sicht hardcore. Aus Sicht anderer bin ich schon hardcore. :wink: ( Er hat sich jetzt von jedem menschlichen Kontakt zurück gezogen, so eine Art Dauer Retreat)- jedenfalls habe ich in der Zeit jedes Lebensthema unter dem Aspekt mit ihm diskutiert, was ein Bodhisattva tun sollte.

Was soll ich sagen, es hat nicht wirklich funktioniert. Momentan bin ich wieder mehr mit dem Spargat beschäftigt, das Leben und den Buddhismus unter einen Hut zu bringen. Mein heutiger "Lehrer" konfrontierte mich mit der Tatsache, dass ich der Boss eines Unternehmens werde, bzw laut ihm schon bin. Und er erzähle halt aufgrund seiner Lebenserfahrung ( die ich achte), was ich tun müsse und wie mich verhalten. Es war also derjenige mein Lehrer, der heute auftauchte und meinte mich belehren zu wollen und er war halt kein Buddhist. Karma....

Ich versuche alles unter einen Hut zu kriegen.

Also wenn man jetzt z. B. den Mersatz nimmt: "Lade nicht die Last eines Yacks auf den Rücken einer Kuh." Das bedeutet ja, dass der Bodhisattva in Beziehungen die Probleme auf sich nehmen soll und vom anderen nicht allzu viel erwarten soll. Nun ja, dann bedeutet es, ich versuche es so zu sehen, was die Leute betrifft mit denen ich arbeite. Aber ehrlich gesagt ich komm ins Schleudern, ich vergesse die Merksätze und es dreht sich wieder nur drum, wie ich die Situation bewältige.Banal weltlich betrachtet. Aber man kann es so sehen, dass der Merksatz durchaus hilfreich ist und auch ganz weltlich betrachtet im Berufsleben ein gutes Klima schafft. Wenn man es denn schafft, ihn umzusetzen.

Der ganze Punkt drei: "Verwandle alle widrigen Umstände in den Pfad zur Erleuchtung."- ist doch auch sehr lebenspraktisch.

Trotzdem muss ich sagen, dass das alles sehr interpretierbar ist. Bei der Interpretation die ich zusammen mit dem hardcore-Buddhisten gemacht habe, kam ein ganz anderer Lebensplan bei raus, als bei der Interpretation die dadurch entsteht, dass ich versuche, die Praxis mit dem zu vereinbaren, was der Mensch sagt und meint, der heute mein Lehrer war. So z. B. würde ich nach strenger buddhistische Ausrichtung mich mehr um alte Leute kümmern. Gezielt und beabsichtigt. Während wenn ich sage, ich muss erst mal mit meiner neuen Job-Rolle klar kommen, dann beschränkt sich das alte-Leute-kümmern auf meine direkte Nachbarin eine alte Dame die nicht viel von mir will und einem anderen Nachbarn selten Einkaufstaschen tragen.

Frag mich nicht, was richtig ist ich weiß es nicht....
man hat ja auch noch ein Privatleben, und da ist es auch gut, die Last eines Yacks nicht auf den Rücken einer Kuh zu laden. Also möglichst die (zwischenmenschlichen) Probleme auf sich zu laden.
Es hapert bei mir aber bei den Gedanken an alle fühlenden Wesen ( außer einmal täglich bei der Praxis)- da ich mit konkreten Menschen beschäftigt bin.

Vor ein paar Monaten noch habe ich fast gestritten mit meinem Buddhisten Freund, weil er meinte, ich müsse während des Tages ständig an alle fühlenden Wesen denken. Dzogchen Ponlop Rinpoche sagt das auch: Mehrmals am Tag Boddhichitta erinnern!
Was mir nicht so schwer fällt ist der Merksatz: "Betrachte nach der Meditation alles als Illusion." Das fällt mir einfach ein.
Es ist wichtig, relaxt zu bleiben, oder zu werden, sonst geht gar nichts spirituell! Dazu hilft es ja auch, alles als Illusion zu sehen. Ich beziehe das inzwischen auch auf die Situation wenn ich es wieder mal nicht schaffe an diesem oder jenem teaching teil zu nehmen...nicht alles schaffe, was ich eigentlich will. Das ist auch nur eine Illusion...
Danke sehr für deine ehrliche und offene Antwort!!
Ich war/bin jemand der alles völlig verplant hatte in seinem Leben. Von in der Früh bis spät Abends. Es war eigentlich kein Spielraum mehr da und meine Offenheit gegenüber neuem hatte ich verloren.
Durch einen Tipp einer Person wurde ich auf die Bücher von Pema aufmerksam und dann auf dem Buddhismus.
Ich muss sagen, das war ein Befreiungsschlag für mich. Ich habe wieder etwas gelernt mehr im Moment zu leben und zu genießen! Viele meiner Pläne habe ich fallen gelassen. Ich habe es auch im Berufsleben durchgezogen und habe Tolles erfahren! Es wahr teilweise auch gewagt.

Für mich sind die Merksätze sehr hilfreich! Vor allem um mein gewaltiges Ego Schritt für Schritt abzusägen :D .
Meine Favoriten sind "Gib einem alle Schuld" und "Sei jedem dankbar". Diese Fallen mir eigentlich ständig ein, da ich im Laufe des Tages immer wieder mit den entsprechenden Situationen konfrontiert werde.
"Betrachte alle Dharmas als Träume" ist auch gut, um Meinungen und Vorstellungen fallen zu lassen. Und der beste "Gib jede Hoffnung auf Belohnung auf". Akzeptiere einfach, wie es im Momentan ist!
Auch der Teil über das "Schlecht reden/denken" anderer kann sehr hilfreich sein!
Diese Sätze samt Meditation haben mir zu mehr Achtsamkeit und "Leben im Augenblick" verholfen. Auch zu mehr Offenheit.
Ich glaube im Moment weder an Erleuchtung noch an Wiedergeburt. Doch das, was es im Moment bewirkt hat, ist für mich völlig ausreichend.
Klar würde man gerne noch irgendwo hingelangen, doch dann fällt mir immer wieder ein "Gib jede Hoffnung auf Belohnung auf" :D :D :D .

Liebe Grüße
Lucky hat geschrieben:
"Betrachte alle Dharmas als Träume" ist auch gut, um Meinungen und Vorstellungen fallen zu lassen.

das ist der Ansatz zur Erleuchtung. Es kommt drauf an zu verstehen, dass inhärente Objekte und ein inhärentes Selbst nicht existieren. Daraus ergibt sich nämlich, dass alles ein Traum ist.

Das ist der philosophische Teil und du könntest anhand von Texten darüber nachdenken. Es ist dann die umfangreiche Herleitung, die in dem kurzen Merksatz zusammen gefasst wird.

Dzogchen Ponlop Rinpoche: "der Geist überwindet den Tod" (meine "Bibel", die anderen gähnen schon weil ich das Buch erwähne :mrgreen: )
in dem Buch das Kapitel: "Traumyoga" dort das Unterkapitel: "Erscheinung-Leerheit." Du kannst direkt an der Stelle da einsteigen. Du wirst bei der Teilchentheorie abgeholt und es wird bewiesen, dass inhärente Objekte nicht existieren. Die Vipassana Meditation ist die Anleitung zum Verständnis, dass kein Selbst inhärent existiert ( und die Objekte auch nicht). Vipassana Anleitung ist auch in dem Buch.

Fragen kannst du dann hier stellen.

Erleuchtung ist nicht unbedingt nur was zum dran-glauben, sondern es kann philosophisch beleuchtet werden, wieso unsere normale, unerleuchtete Weltsicht eine Illusion ist.

Reinkarnation wird in dem Buch komplett aus Sicht der höchsten Weisheitsebene beleuchtet, kommt also nicht als platte Vorstellung rüber. Irgendwie stellen muss man sich ja, denn der Tod kommt mit Sicherheit. Und da reichen dann die Merksätze eventuell nicht mehr, falls man schon nächstes Jahr in einer völlig anderen Situation ist als fast den ganzen Tag Geschäftsleben. Falls einem nämlich der Arzt sagt, dass man nicht mehr so lange zu leben hat....
Könnte mir jetzt vorstellen, dass das Buch dir doch immerhin näher wäre als Vorschläge aus anderen Religionen, was das Nachtodliche betrifft. Falls du Atheist bist, im Sinne von: "Nach dem Tod kommt nichts" wär es vielleicht ja auch nicht schlecht, dem Gedanken zumindestens mal einen alternativen Vorschlag daneben zu stellen. Denn wer kann schon sagen, er weiß es mit Sicherheit? Der Vorschlag von Dzogchen Ponlop Rinpoche ist der Vorschlag, sich vor zu bereiten. Er sagt man muss dann genauso klar kommen, wie man jetzt im Leben ständig versucht klar zu kommen. Es ändert sich nichts.

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