Negative Auswirkungen von Meditation

Moderator: kilaya

Ich will über das Buch von Sedlmeier nichts sagen, ohne es gelesen zu haben. Wenn ich aber lese, dass er im Interview schreibt:
Erstaunlicherweise wirkt sich Meditation bei nahezu allen bisher untersuchten Aspekten – und das sind sehr viele – im Durchschnitt positiv aus: Meditierende haben im Vergleich zu Nichtmeditierenden besser funktionierende Beziehungen, eine bessere Stimmung, gehen besser mit ihren Gefühlen um – haben beispielsweise weniger Angst –, stärken ihre positiven Persönlichkeitseigenschaften und ihre Konzentrationsfähigkeit; und auch die Werte in IQ-Tests sind höher als bei vergleichbaren Nichtmeditierenden.

stellt sich, denke ich, eventuell die alte Frage: Kausalität oder Korrelation? Vielleicht wird das in dem Buch ja beantwortet, aber im Grunde ist es schwierig, herauszufinden, ob Meditation zu besseren Beziehungen, einer besseren Stimmung, weniger Angst, einer besseren Konzentrationsfähigkeit oder einem höheren IQ führt, oder ob Menschen mit diesen Eigenschaften eher dazu neigen, zu meditieren.
Axel hat geschrieben:
Ich will über das Buch von Sedlmeier nichts sagen, ohne es gelesen zu haben. Wenn ich aber lese, dass er im Interview schreibt:
Erstaunlicherweise wirkt sich Meditation bei nahezu allen bisher untersuchten Aspekten – und das sind sehr viele – im Durchschnitt positiv aus: Meditierende haben im Vergleich zu Nichtmeditierenden besser funktionierende Beziehungen, eine bessere Stimmung, gehen besser mit ihren Gefühlen um – haben beispielsweise weniger Angst –, stärken ihre positiven Persönlichkeitseigenschaften und ihre Konzentrationsfähigkeit; und auch die Werte in IQ-Tests sind höher als bei vergleichbaren Nichtmeditierenden.

stellt sich, denke ich, eventuell die alte Frage: Kausalität oder Korrelation? Vielleicht wird das in dem Buch ja beantwortet, aber im Grunde ist es schwierig, herauszufinden, ob Meditation zu besseren Beziehungen, einer besseren Stimmung, weniger Angst, einer besseren Konzentrationsfähigkeit oder einem höheren IQ führt, oder ob Menschen mit diesen Eigenschaften eher dazu neigen, zu meditieren.



Es muss ja keine Einbahnstraße sein.. Das eine bedingt vlt. das andere und auch umgekehrt...
Es ging mir nicht darum, eine Diskussion über die Forschungsergebnisse von Herrn Prof. Sedelmeier zu diskutieren. Da uns diese im Einzelnen nicht vorliegen, können wir das auch gar nicht leisten.

Aufbauend auf die Frage, welche negative Auswirkungen Meditation bei psychisch labilen Persönlichkeiten haben, stellt sich mir die Frage: Wie können Dharmafreunde diesen Personen helfen, wenn sie keine ausgebildeten Psychiater oder Psychologen sind? Hört das Mitgefühl dann auf, wenn eine berufliche Qualifikation nicht vorhanden ist? Die zweite Frage kann doch nur mit einem "nein" beantwortet werden. Allerdings kann es manchmal schon sinnvoll sein, bei diesen Personen Grenzen zu setzen, damit sie sich überhaupt an einen Psychiater oder Psychologen wenden. Sonst besteht vielleicht die Gefahr, dass sie sich einen (für sie bequemeren) Ersatz suchen und deshalb keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Hast du deine Freundin gefragt, ob sie sich therapeutische Unterstützung holen möchte?
Lucy hat geschrieben:
Hast du deine Freundin gefragt, ob sie sich therapeutische Unterstützung holen möchte?


Die Frage beantworte ich via p.N.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Aufbauend auf die Frage, welche negative Auswirkungen Meditation bei psychisch labilen Persönlichkeiten haben, stellt sich mir die Frage: Wie können Dharmafreunde diesen Personen helfen, wenn sie keine ausgebildeten Psychiater oder Psychologen sind?

Sie sollten zunächst einmal es unterlassen eine Diagnose zu stellen. Was soll denn eine psychisch labile Persönlichkeit sein?
Hört das Mitgefühl dann auf, wenn eine berufliche Qualifikation nicht vorhanden ist? Die zweite Frage kann doch nur mit einem "nein" beantwortet werden.

Die Frage kann doch auch sein - Mitgefühl mit wem? Wenn der andere nicht unter seiner Persönlichkeit leidet, wird er auch keine Therapie suchen. Wenn ich unter der Persönlichkeit des anderen leide, dann sollte ich vielleicht nen Therapeuten mal fragen.
Allerdings kann es manchmal schon sinnvoll sein, bei diesen Personen Grenzen zu setzen, damit sie sich überhaupt an einen Psychiater oder Psychologen wenden. Sonst besteht vielleicht die Gefahr, dass sie sich einen (für sie bequemeren) Ersatz suchen und deshalb keine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Grenzen setzt man, weil man sich selbst abgrenzen muss oder will. Was dann der andere macht, ist noch immer in seiner freien Entscheidung.

Um es nochmal auf das Thema zurück zu bringen: Meditation hat Wirkung(en) - manche hören mit der Meditation auf, wenn es Ernst wird - wenn die Wirkungen ihnen nicht so gefallen oder ihren Erwartungen nicht entsprechen. Das kann dann als Persönlichkeitsstörung auch wahrgenommen werden, aber letztlich ist da ja die Frage, was denn gestört wird und wie die Wirkungen integriert werden.
Dafür braucht es manchmal auch Hilfe und deshalb sollte man auch nicht ohne einen erfahrenen Lehrer praktizieren.
Tychiades hat geschrieben:
Was soll denn eine psychisch labile Persönlichkeit sein?


Auch die Frage wird per P.N. beantwortet.
Um noch mal den Begriff der 'extremen Praktiken' aufzugreifen: Die Beurteilung, ob eine Praxis 'extrem' ist, wird verschieden ausfallen. Ein Professor, der dem Gebot der Objektivität verpflichtet ist, muss auf statistische Angaben bzgl. einer Gruppe referenzieren. Für eine konkrete Praktizierende hingegen ist es irrelevant, ob eine Gruppenmehrheit so praktiziert. Für die Einzelperson kann die extreme Praxis genau richtig sein - oder auch nicht.
Ich halte es gern mit Keith Dowman, der immer danach fragt 'Do you feel a strong inclination towards XYZ-practice?' Und wenn die Frage trotz Krise aus ganzem Herzen mit 'Ja' beantwortet wird, dann ist es egal, ob Dritte die Praxis als 'extrem' einschätzen.
Wie dritte eine Praxis einschätzen, ist für einen selber sowieso völlig irrelevant. Da haben nur Lehrer was dazu zu sagen, äußere wie innere.
Losang Lamo hat geschrieben:
Wie dritte eine Praxis einschätzen, ist für einen selber sowieso völlig irrelevant. Da haben nur Lehrer was dazu zu sagen, äußere wie innere.


Das nennt sich auch gelegentlich folie à deux. Man sollte also durchaus, schon im eigenen Interesse Licht in die Praxis hinein lassen.
Tychiades hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:
Wie dritte eine Praxis einschätzen, ist für einen selber sowieso völlig irrelevant. Da haben nur Lehrer was dazu zu sagen, äußere wie innere.


Das nennt sich auch gelegentlich folie à deux. Man sollte also durchaus, schon im eigenen Interesse Licht in die Praxis hinein lassen.

Klar "sollte man" das. Licht ist ja immer schön. :-) Was für ein "Licht" meinst Du aber denn genau, das von Außenstehenden dritten kommen kann? Ich sehe da eher die Gefahr von Stümperpsychologie und oberflächlichen Ratschlägen. Warum? Weil dritte nicht wissen, was wirklich mit einem los ist.

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