Bodhichitta

Moderator: kilaya

Absolutes Bodhichitta ist der Mitgefühls-Aspekt der Natur des Geistes, right?
Ich würde es so formulieren: Absolutes Bodhicitta IST die Natur des Geistes. Es gibt da keine "Aspekte" mehr, Bodhicitta ist Normalzustand.
kilaya hat geschrieben:
Ich würde es so formulieren: Absolutes Bodhicitta IST die Natur des Geistes. Es gibt da keine "Aspekte" mehr, Bodhicitta ist Normalzustand.

:) :like:

...und man kommt immer mehr dahin, die Qualität wird deutlicher und die 'Kreise' werden größer...
So kenne ich es:

Absolutes Bodhicita ist der Weisheitsaspekt (Leerheit) des Erleuchtungsgeistes.
Relatives Bodhicita ist gleichbedeutend mit dem "großen" Mitgefühl für alle Wesen, die leiden, weil sie das absolute Bodhicita nicht realisiert haben.
kilaya hat geschrieben:
Ich würde es so formulieren: Absolutes Bodhicitta IST die Natur des Geistes. Es gibt da keine "Aspekte" mehr, Bodhicitta ist Normalzustand.

in meinem Ngöndro heißt es z. B. "Bodhicitta, die Geisteshaltung, die zum Wohle anderer Erleuchtung erstrebt"- das verstehe ich nicht, also es klingt für mich so, als strebe man da relatives Bodhicitta an. Es wird eingeteilt in "ich" und "andere", auch gibt es den Aspekt der Zeit. "Ich strebe" ist für mich ein Gefühl von Zeit.Gleichzeitig kommt in den Bodhicitta Gebeten die ich kenne keine Formulierungen drin vor, die einen an Leerheit erinnern, daran, dass etwas natürlich ist, immer schon da gewesen usw.
Ich müsste wirklich sagen, in den Gebeten wird nach relativem Bodhicitta gestrebt. Was ja berechtigt wäre sich darin zu üben.
Absolutes Bodhicitta ist aber was ganz anderes als Absichts-Mitgefühl.Es ist auch so dass nur ersteres einen selbst wirklich erlöst, so erlebe ich das. Der andere Zustand, "brav" Mitgefühl zu üben, im Kopf zu wissen, was man tun muss usw, ist verglichen mit dem natürlichen Mitgefühl eine Qual. Das duale Mitgefühl beinhaltet ja auch noch, dass man mit-leidet, da der Power des Bodhisattva fehlt, das Leiden der Wesen als leer zu erleben. Und ansonsten muss man halt immer gegen die Kleshas angehen. "Ich fühle mich zwar verletzt, aber ich handle nicht danach..." das ist alles Qual verglichen mit: Keine Verletzung fühlen, weil man Mitgefühl empfindet und die Dinge nicht persönlich nimmt.
Naja, man kann schon sagen, dass wenn man sich fleißig im dualen Mitgefühl übt es einem schon besser geht, weil man ja auch nicht so in Strudel gerät mit anderen Menschen. Weil man nach außen nach Reflektion mitfühlend agiert und entsprechendes zurück bekommt.
Aber der Mangel an Power bleibt bei dualem Mitgefühl immer, man kann nicht soviel Leiden der anderen ertragen, muss sich erholen usw, weil man die Sachen für real hält. Man ist dann beschäftigt mit der eigenen Familie und Freunde und das handeln als Bodhisattva in größerem Umfang ist kaum möglich.
Sherab Yönten hat geschrieben:
So kenne ich es:

Absolutes Bodhicita ist der Weisheitsaspekt (Leerheit) des Erleuchtungsgeistes.
Relatives Bodhicita ist gleichbedeutend mit dem "großen" Mitgefühl für alle Wesen, die leiden, weil sie das absolute Bodhicita nicht realisiert haben.

das verstehe ich von der Logik her gar nicht. Ich weiß nicht ob eine Debatte etwas bringt, weil wir schon mal an dem Punkt waren, dass du mein Lieblingsvideo nicht verstehen kannst. Ich verlinke es noch mal für alle:



das ist aus dem Madhyamakavatara. Man könnte also diese Stelle auch mal in Deutsch raussuchen.( Theoretisch, wenn wir alle nicht arbeiten müssten :wink: )

Reflektion des Mondes.jpg
Turmalin hat geschrieben:
das verstehe ich von der Logik her gar nicht


Ich versuche mal am Wochenende die Stelle im Gampopa zu finden, Turmalin.

Turmalin hat geschrieben:
Ich weiß nicht ob eine Debatte etwas bringt, weil wir schon mal an dem Punkt waren, dass du mein Lieblingsvideo nicht verstehen kannst.


Daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Bin mir aber nicht sicher, ob das Video hier helfen würde... Vielleicht schaffe ich es ja, mir es am Wochenende anzuschauen.
Sherab Yönten hat geschrieben:

Ich versuche mal am Wochenende die Stelle im Gampopa zu finden, Turmalin.

das wär schon mal was, damit ich deine Aussage verstehen könnte. Aber vielleicht braucht man für das Ganze eben das Madhyamakavatara. (Wenn du pensioniert bist).
Turmalin hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:

Ich versuche mal am Wochenende die Stelle im Gampopa zu finden, Turmalin.

das wär schon mal was, damit ich deine Aussage verstehen könnte. Aber vielleicht braucht man für das Ganze eben das Madhyamakavatara. (Wenn du pensioniert bist).


Im Jahre 2032 :eek:
Das ist mir zu spät :lol:
Wieso,viele Buddhisten studieren nie das Madhymakavatara.
Turmalin hat geschrieben:
Wieso,viele Buddhisten studieren nie das Madhymakavatara.


Hast Du "viele Buddhisten" angesprochen oder meinst Du mich persönlich?

Chandrakirti ist schon eine wichtige Persönlichkeit zum tieferen Verständnis der buddhistischen Madhymaka Philosophie, Er wird sehr häufig vom Dalai Lama zitiert.

Da der Zeitpunkt unseres Todes ungewiss ist, sollte man, nach meinem Verständnis, das Studium solcher zentralen Lehren nicht bis zur Rente aufschieben! Da ist unsere kostbare menschliche Existenz, die wir nutzen sollten.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
Wieso,viele Buddhisten studieren nie das Madhymakavatara.


Hast Du "viele Buddhisten" angesprochen oder meinst Du mich persönlich?

Chandrakirti ist schon eine wichtige Persönlichkeit zum tieferen Verständnis der buddhistischen Madhymaka Philosophie, Er wird sehr häufig vom Dalai Lama zitiert.

Da der Zeitpunkt unseres Todes ungewiss ist, sollte man, nach meinem Verständnis, das Studium solcher zentralen Lehren nicht bis zur Rente aufschieben! Da ist unsere kostbare menschliche Existenz, die wir nutzen sollten.

wow das klingt gut. Dann mal los.
Natürlich geht es im Ngöndro um relatives Bodhicitta. Ngöndro ist ja eine Grundlagenpraxis. Aber richtig verstandenes relatives Bodhicitta führt nicht zu Leid. Absolutes Bodhicitta kann man per Definition nicht üben, es ist auf natürliche Weise Bestandteil der dann mal erlangten Erleuchtung.
kilaya hat geschrieben:
Natürlich geht es im Ngöndro um relatives Bodhicitta. Ngöndro ist ja eine Grundlagenpraxis. Aber richtig verstandenes relatives Bodhicitta führt nicht zu Leid. Absolutes Bodhicitta kann man per Definition nicht üben, es ist auf natürliche Weise Bestandteil der dann mal erlangten Erleuchtung.

ach so, ja. Ich meinte nicht, dass es zu Leid führt aus der Perspektive dass man kein Mitgefühl übt und im dualen Bewusstsein ist. Ich meinte, dass es leidvoll ist verglichen mit non-dualem Mitgefühl.
Turmalin hat geschrieben:
Dann mal los.


Bin schon dabei :wink:
Turmalin hat geschrieben:
ach so, ja. Ich meinte nicht, dass es zu Leid führt aus der Perspektive dass man kein Mitgefühl übt und im dualen Bewusstsein ist. Ich meinte, dass es leidvoll ist verglichen mit non-dualem Mitgefühl.

Ich denke es bringt wenig, sich Gedanken darüber zu machen, was alles leidvoll ist verglichen mit der Erleuchtung. ALLES ist leidvoll verglichen mit der Erleuchtung, sogar das, was wir für Glück halten. (4 Edle Wahrheiten) ;)
kilaya hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
ach so, ja. Ich meinte nicht, dass es zu Leid führt aus der Perspektive dass man kein Mitgefühl übt und im dualen Bewusstsein ist. Ich meinte, dass es leidvoll ist verglichen mit non-dualem Mitgefühl.

Ich denke es bringt wenig, sich Gedanken darüber zu machen, was alles leidvoll ist verglichen mit der Erleuchtung. ALLES ist leidvoll verglichen mit der Erleuchtung, sogar das, was wir für Glück halten. (4 Edle Wahrheiten) ;)

stimmt :like:
(aber der letzte Gedanke in dem Video ist schon sinnvoll: Dass man nicht ausufern braucht bei dem Ausüben von Mitgefühl, da man erst mal Leerheit verstehen sollte).
Leehrheit ist ein Aspekt von Weisheit und Weisheit und Mitgefühl sollten sich auf dem Weg ausbalancieren. Wird man zu emotional, hilft Weisheit/Leerheit - wird man zu distanziert, hilft Mitgefühl. Am Ende mündet beides in den gleichen Ozean und zeigt sich untrennbar von einander.
das klingt gut.
Turmalin hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:

Ich versuche mal am Wochenende die Stelle im Gampopa zu finden, Turmalin.


das wär schon mal was, damit ich deine Aussage verstehen könnte. Aber vielleicht braucht man für das Ganze eben das Madhyamakavatara. (Wenn du pensioniert bist).


Man braucht nicht das Madhyamakavatara. Die Erklärungen zum relativen und absoluten Bodhicita sollten im Gampopa stehen. Einfach mal nachschauen, Du hast das Buch ja selbst :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:

Ich versuche mal am Wochenende die Stelle im Gampopa zu finden, Turmalin.


das wär schon mal was, damit ich deine Aussage verstehen könnte. Aber vielleicht braucht man für das Ganze eben das Madhyamakavatara. (Wenn du pensioniert bist).


Man braucht nicht das Madhyamakavatara. Die Erklärungen zum relativen und absoluten rBodhicita sollten im Gampopa stehen. Einfach mal nachschauen, Du hast das Buch ja selbst :)


Das ist zwar nicht aus Gampopa, aber die Erklärungen von Dilgo Khyentse sind auch gut: "Absolutes Bodhicita ist das Erkennen der allen Lebewesen inne wohnenden Buddha Natur und gelingt nur denen, die die Leerheit aller Phänomene erkennen.Da dies nicht leicht zu verstehen ist, beginnt man mit der weniger schwierigen Praxis des relativen Bodhicita.Relatives Bodhicita gliedert sich in ein Bodhicita des Bestrebens und ein Bodhicita des Anwendens.
Zitiert aus Das Herz Juwel der Erleuchteten Seite 85.

Wer ist online?

Insgesamt sind 4 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 4 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste