Grenzen des Geistes?

Moderator: kilaya

Morpho hat geschrieben:
Grenzen können sich auch daraus ergeben, wenn einem was "nicht liegt".


Genau das ist der Grund warum der Buddha so viele Unterweisungen gegeben hat. Die Menschen sind verschieden. Dem einen liegen eher die Unterweisungen, die anderen jene Unterweisungen.
Bei diesem Aspekt der Grenzen des Geistes muss man aber in Erwägung ziehen, ob nicht das eigene Ego der Grund für diese Grenzen sind. Dann sind es keine Grenzen mehr, sondern nur Hindernisse, die man überwinden könnte!

Turmalin hat geschrieben:
Ich meine es ist mit dem unendlichen Geist die Natur des Geistes gemeint, Rigpa.


Du meinst also im Gegensatz zur "Natur des Geistes" ist lediglich der "konventionelle Geist" begrenzt? Wenn dann würde er sich selbst begrenzen durch die Geistesgifte. Dort wo Hass auftritt kann man sehr genau beobachten wie begrenzt der eigene (konventionelle) Geist wird.
Guter Aspekt, Turmalin :like:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
Ich meine es ist mit dem unendlichen Geist die Natur des Geistes gemeint, Rigpa.


Du meinst also im Gegensatz zur "Natur des Geistes" ist lediglich der "konventionelle Geist" begrenzt? Wenn dann würde er sich selbst begrenzen durch die Geistesgifte. Dort wo Hass auftritt kann man sehr genau beobachten wie begrenzt der eigene (konventionelle) Geist wird.
Guter Aspekt, Turmalin :like:


Ja, das denke ich auch. In besonderen Momenten wird das erkennbar, so dass man weiß, wäre da das egozentrische Hindernis nicht, wäre da unbegrenzter Geist.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Du meinst also im Gegensatz zur "Natur des Geistes" ist lediglich der "konventionelle Geist" begrenzt? Wenn dann würde er sich selbst begrenzen durch die Geistesgifte. Dort wo Hass auftritt kann man sehr genau beobachten wie begrenzt der eigene (konventionelle) Geist wird.
Guter Aspekt, Turmalin :like:

Ja, ich meine es so. Dazu noch den Punkt, der dem Ego Angst macht: Es gibt kein inhärent existierendes Selbst auf der Ebene der absoluten Wahrheit. Welches die Ebene ist, die wir anstreben.
Die Begrenztheit entsteht also nicht nur durch "meine Wut, meine Ängste, meine Begierden". Sie ist nicht vollständig auszurotten dadurch, dass ich meine Wut und Ängste runterfahre. Sondern durch die Erkenntnis, dass es kein inhärent existierendes Selbst gibt. Kein inhärent existierendes begrenzendes Selbst.
Das ganze Problem erledigt sich also nur durch die Ebene Vipassana/Dzogchen.
( off-topic: Wie wird es eigentlich in der Gelug Schule genannt? Dzogchen, oder? Ich habe räumlich gesehen ein gewisses Gelug Karma. Der Weg zu meiner Kagyu Sangha in Berlin ist leider weit und in der Nähe ist eine Gelug Gruppe. Und ich erbe eine Wohnung in Hannover, in die ich jetzt schon kann......und in dem Feriendorf, wo ich aufgewachsen bin sprach neulich der Dalai Lama. Er stand AUF dem Strand, wo ich gekrabbelt bin. Denke, der Strand ist jetzt gesegnet. Ich sollte hinfahren.... Es lebt ein Geshe in dem Dorf.....
http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Regi ... einhude#p1
Turmalin hat geschrieben:
...und in dem Feriendorf, wo ich aufgewachsen bin sprach neulich der Dalai Lama. Er stand AUF dem Strand, wo ich gekrabbelt bin. Denke, der Strand ist jetzt gesegnet. Ich sollte hinfahren....

Der Geist ist eben grenzenlos :)
Turmalin hat geschrieben:
Wie wird es eigentlich in der Gelug Schule genannt? Dzogchen, oder?


Was meinst Du mit "es", Turmalin?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
Wie wird es eigentlich in der Gelug Schule genannt? Dzogchen, oder?


Was meinst Du mit "es", Turmalin?

hihi, ja... mit "es" meinte ich die Bezeichnung der hauptsächlich in der Gelug Schule praktizierten Methode mit welcher man sich der Natur des Geistes annähert. :)
Turmalin hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Turmalin hat geschrieben:
Wie wird es eigentlich in der Gelug Schule genannt? Dzogchen, oder?


Was meinst Du mit "es", Turmalin?

hihi, ja... mit "es" meinte ich die Bezeichnung der hauptsächlich in der Gelug Schule praktizierten Methode mit welcher man sich der Natur des Geistes annähert. :)


Das ist wie bei anderen Schulen auch:
Eine Kombination aus Vipassana und Shamatha :)
Nein, in der Kagyu Schule nennt man die hauptsächliche Methode Mahamudra, in der Nyingma Schule Dzogchen. Vipassana des Buddha Shakyamuny ist nicht die hauptsächliche Methode. Sind ja Schulen des Varjayana. Shamatha hätte ich jetzt nicht dazu gezählt das ist die Sammlung die für alles die Grundlage ist...
Nicht anhaftend am Teich von Shamatha möge die Blume von Vipassana erblühen.
Turmalin hat geschrieben:
Nein, in der Kagyu Schule nennt man die hauptsächliche Methode Mahamudra, in der Nyingma Schule Dzogchen. Vipassana des Buddha Shakyamuny ist nicht die hauptsächliche Methode. Sind ja Schulen des Varjayana. Shamatha hätte ich jetzt nicht dazu gezählt das ist die Sammlung die für alles die Grundlage ist...
Nicht anhaftend am Teich von Shamatha möge die Blume von Vipassana erblühen.



Schau mal hier (genaugenommen hätte ich Vipaśyana schreiben müssen, nicht Vipassana):

https://de.wikipedia.org/wiki/Vipassana ... _Stufenweg

Vipaśyana – Sanskrit
Vipaśyana ist die Sanskrit-Schreibweise des Pali-Wortes vipassanā, womit aber nicht das hier beschriebene frühbuddhistische Vipassanā bezeichnet wird, sondern andere, nämlich ureigene Meditationsformen des Mahāyāna-Buddhismus.
Das mahāyānische „Vipaśyana“ (tib. Lhagthong) beruht auf denk- bzw. konzeptbasierten Methoden, das frühbuddhistische „Vipassanā“ hingegen auf achtsamkeits- bzw. intuitionsbasierten Methoden.[18]Die Lehre und Praxis einer bloßen, nichtbegrifflichen bzw. intuitiv sehenden „Trefflichen Achtsamkeit“ hat im Mahāyāna keine vergleichbar zentrale Stellung wie im Theravāda. Allerdings bestehen gewisse Parallelen zwischen der Praxis des Vipassanā im Theravāda-Buddhismus und bestimmten Meditationsformen im Mahāyāna. Zu nennen sind hier insbesondere Zen, Mahamudra und Dzogchen, bei denen es auch um die Einübung einer nichtbegrifflichen Wahrnehmung der Dinge geht.

Vielleicht ist das "Studium" der Leerheit (Madhyamika u.s.w.) Gelug spezifisch, wobei das Wort "Studium" nicht dasselbe ist wie bei einer Universität mit Diplom Abschluss
ich empfinde es auch so, dass das Vipassana wie ich es kenne eine denk und konzeptbasierte Methode ist im Unterschied zur der intuitiven, konzept-sprengenden Methode des Dzogchen.
Habe auch schon mal gehört, dass die Gelug Schule dem Theravada näher sein soll, das heißt dort wäre dann dieses ursprüngliche Vipassana betont.
Turmalin hat geschrieben:
ich empfinde es auch so, dass das Vipassana wie ich es kenne eine denk und konzeptbasierte Methode ist im Unterschied zur der intuitiven, konzept-sprengenden Methode des Dzogchen.
Habe auch schon mal gehört, dass die Gelug Schule dem Theravada näher sein soll, das heißt dort wäre dann dieses ursprüngliche Vipassana betont.


Das habe ich noch nicht gehört!
Da Gelug später entstanden ist, und man es sich zum Ziel gemacht hat, alles vorhandene Wissen zu sammeln und kategorisieren - nicht nur das, sondern nach Möglichkeit auch zu praktizieren - ist die Lage bei den Gelugpas etwas anders als in den alten Schulen. Es gibt zwar eigene Kernlehren, aber es wird eben auch Mahamudra übertragen und Dzogchen usw. Also hängt es sehr vom einzelnen Gelug-Lama ab, was er für Schwerpunkte setzt.
:like:
Das Vipassyana der Gelug s ist auf jeden Fall merkwürdig. Scholastisch. Im Mahamudra find ich es stimmiger. Ich weiss gar nicht, ob sich, wenn man es mehr intellektuell, anstatt intuitiv angeht, der passende Guru findet.
Morpho hat geschrieben:
Das Vipassyana der Gelug s ist auf jeden Fall merkwürdig. Scholastisch. Im Mahamudra find ich es stimmiger. Ich weiss gar nicht, ob sich, wenn man es mehr intellektuell, anstatt intuitiv angeht, der passende Guru findet.


Das kann nur jemand sagen, der noch selbst auf dieser "scholastischen Ebene" ist. Verlässt man sie und praktiziert Tantra, dann ist gar nichts mehr "merkwürdig" oder "intellektuell". Die meisten Dharmafreunde, die ich kenne praktizieren Tantra und/oder Sutra.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Morpho hat geschrieben:
Das Vipassyana der Gelug s ist auf jeden Fall merkwürdig. Scholastisch. Im Mahamudra find ich es stimmiger. Ich weiss gar nicht, ob sich, wenn man es mehr intellektuell, anstatt intuitiv angeht, der passende Guru findet.


Das kann nur jemand sagen, der noch selbst auf dieser "scholastischen Ebene" ist. Verlässt man sie und praktiziert Tantra, dann ist gar nichts mehr "merkwürdig" oder "intellektuell". Die meisten Dharmafreunde, die ich kenne praktizieren Tantra und/oder Sutra.

entweder scholastische Ebene oder Tantra? Da wär ja dann gar nichts, was Mahamudra entspricht. Kann nicht sein...der Dalai Lama soweit ich weiß praktiziert Dzogchen.
Turmalin hat geschrieben:
entweder scholastische Ebene oder Tantra?


Ist die Sutra Ebene immer "scholastisch" ?
Und schrieb ich nicht und/ oder?

Bitte ein wenig mehr Achtsamkeit!

Turmalin hat geschrieben:
Da wär ja dann gar nichts, was Mahamudra entspricht


Die Diskussion hatten wir häufiger im AG Forum: Mahamudra kann durchaus als tantrische Praxis verstanden werden. Ebenso Dzogchen. Du kannst Dich über die Unterschiede von Mahamudra und Dzogchen aber gerne mit Kilaya unterhalten. Das ist mir zu hoch. Beide versuchen, die höchste Sichtweise im Alltag aufrecht zu erhalten. Das ist im Tantra nicht anders.

Turmalin hat geschrieben:
der Dalai Lama soweit ich weiß praktiziert Dzogchen.


Was Du nicht so alles weißt!

Warum suchst Du nicht einfach ein Gelug Zentrum raus und findest selbst heraus, was die so praktizieren! Es gibt bei Hannover ein hervorragendes Gelug Zentrum, den Lehrer, Geshe Pema Samten habe ich auch schon erlebt!
"höchste sichtweise"- bedeutet das nicht einfach nicht-anhaftend,
nicht-urteilend, bodhichitta, flexibilität, rime, bisserl prasangika ? da fühl mir gut aufgehoben, grad auch vom lama her.
Morpho hat geschrieben:
"höchste sichtweise"- bedeutet das nicht einfach nicht-anhaftend,
nicht-urteilend, bodhichitta, flexibilität, rime, bisserl prasangika ? da fühl mir gut aufgehoben, grad auch vom lama her.


..."einfach" würde ich nicht sagen :) Und "ein bisserl prasangika" ist auch unglücklich formuliert... Tendenziell gebe ich Dir recht, hinzu kommt noch: Einhaltung der Bodhisattva- und Tantra Gelübde. Beim Tantra kommt hinzu, dass man sich überlegen sollte: Wie genau sieht hier die Nicht Anhaftung aus? Bzw. Was ist es genau, woran man anhaftet und welche geeigneten Gegenmittel (geschickte Mittel) gibt es, diese Anhaftung zu überwinden?
Die "höchste Sichtweise" ist so einfach, dass es deswegen ungeheuer schwer ist, sie so mal eben zu verinnerlichen. Daher gibt es allerlei Zeug drumherum, damit man sich annähern kann und dabei nicht abstürzt. Deswegen würde ich die ganze Konzepte und Namen am ehesten wegwerfen und dann nochmal frisch und neu an die Sache herangehen.

Unabhängig davon kann man mit so einem Mix wie grad genannt sicherlich auf dem Weg gute Fortschritte machen und eine stabile Basis halten.

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