Zufluchtnahme trotzdem Christ sein?

Moderator: kilaya

Sind die vorbereitenden Uebungen "Ngondro" soeine art Praegende Hirnwaesche oder dergleichen?
Ich will das jetzt nicht unbedingt schlecht reden, aber ich hoerte von jemandem das man zuerst Buddhist werden muss also Zuflucht zu den drei Juwelen nehmen und dann Ngondro machen muss wohl ein Jahr lang oder so..
Und erst dann kann man Tantrische und Yogische Uebungen lernen..
Klingt soein klein wenig wie Programmierung fuer die jeweilige Religioese Gruppierung..dieses NGondro mein ich..

Da ich als Evangelischer Christ mit Taufe und Konfirmation und so aufgewachsen bin, bin ich nur etwas vorsichtig, weil ich mir wohl als Kind das mit den 10 Geboten zu engstirnig genommen habe.. ich habe nichteinmal Jesus angebetet, weil dort stand das man nur Gott anbeten solle und das Bilderverehrrung verboten sei..
Habe da irgendwie Angst muss soein fruehkindliches Ding sein..

Vom Buddhismus heisst es zwar teilweise, es sei keine Religion, allerdings beten die Tibetischen Buddhisten ja zu verschiedenen Goettern zb Tara etc. und machen Bilder verehrung und Gotzenverehrung.. obwohl Buddha zb meinte er sei nur ein Mensch und hat nirgends gesagt man solle sich ne Buddha statue aufstellen und zu der Beten etc..

Da ich aber grosses Interresse an Mystischen Pfaden wie Yoga,Tantra,Meditation etc habe und es soetwas im Christentum nicht gibt (vielleicht gab es das noch bei Jesus.. seine Juenger konnten schliesslig auch Kranke heilen, Teufel austreiben, Tote erwecken etc. und wussten um das Himmelreich..)(Vielleicht war es die geheime Christliche Lehre die Gnostischen Christen, die jedoch von der Katholischen Kirche ausgerottet wurden..) so bin ich gezwungen in anderen Religionen nach Wegen auf den Berg zu suchen..

Kann man nicht weiterhin an Gott glauben und trotzdem Buddhist sein und Buddhistische Uebungen machen? Schliesslig bestehen doch viele Aehnlichkeiten zwischen Jesus lehre und Buddhas lehre.. ZB liebe deinen Naechsten/Metta Bhavana oder die hinweise auf den Ort des Himmelreiches das es im Menschen ist und Buddha suchte in sich nach Erleuchtung..
Buddha ging als Asket und suchte nach Erleuchtung(fand statt unter dem Bodhibaum).. Jesus ging als Asket und suchte nach Erleuchtung (fand statt, in der Wueste). Und viele weitere Aenlichkeiten..

Nun ich finde beide lehre sehr gut, ich moechte gern weiterhin an Gott glauben und moechte die Buddhistischen Meditationspraktiken nutzen um Gott/Erleuchtung zu finden.
Der Buddha selbst hat ja auch nicht gesagt lasst euren alten Glauben gebt ihn auf und betet nun mich an..
Der Buddha hat vielleicht vorher auch an seine Goettervorstellungen geglaubt oder so und hat sich dann einfach mit den Fragen um leiden befasst etc..

Also kann ich dann Zufluchtnahme nehmen zu Buddha (als lehrer, nicht als Gott), Sangha (Als Gemeinschaft derer die auch nach Erleuchtung suchen) und Dharma (der Lehre wie man Erleuchtung erkennt) und dennoch weiterhin an ein Schoepferisches Wesen glauben, das ununterbrochen weiterhin erschafft? Denn es gibt ja nicht zweimal das selbe Ding alles ist einzigartig weil die Schoepfung ununterbrochen weiter geht.. Und in jedem Wesen ist das Goettliche enthalten.

Ich muss mir nochmal mehr Gedanken machen, vielleicht ist der Juedische Ansatz mit den 10 Geboten ja auch falsch und diente nur dazu deren Stamm zusammenzuhalten..
Wenn man vom Hinduistischen Gedanken ausgeht, wobei alle Wesen letzlich das Braman sind, so waeren all die Goetter letzlich Gott..
Doch wie war noch der Spruch: "Was betest du die Strahlen der Sonne an, die durch Wolken, Staub und Regen scheinen, bis sie auf dich treffen, die Sonne selbst bleibt rein.." it anderen Worten warum nicht direckt den Urquell anrufen, warum erst verschiedene verbildlichte Formen von Teilwarheiten Anbeten (ich gehe davon aus das all die Goetter von Menschen gemachte Vorstellungen sind, die ueber das Braman ueberlagert wurden)..
Mein Gott, was soll der Scheiß. Wenn Dir der tibetische Buddhismus nicht passt wahlweise Bedenken verursacht, dann mach doch einen Bogen drum, Herrgott noch mal, Kruzitürken, verdext noch eins.
Du bist zu überhaupt nix gezwungen. Das Christentum bietet einen Haufen mystische Wege an, alle TÜV-erprobt und zertifiziert nach ISO-Norm.
sanshin:
und es soetwas im Christentum nicht gibt


Natürlich gibt es den mystisch christlichen Pfad. In dir.
Passt dann aber eher Zen mehr, weil es sich aller Bilder & Vorstellungen so ziemlich entledigt.
So ziemlich sag ich deswegen, weil du in den traditionell gepeilten Zen Sangha
dennoch Verehrung von Buddha & Bodhisattva ( und Sangha&Dharma)
drinne haben tätest :D

Allgemein: Außer mal von Sekten abgesehen, hat niemand in den Sangha Interesse dich ( und warum jetzt dich, bist du iwie besonders wichtig ? )
ner "Gehirnwäsche" zu unter ziehen.

Zuflucht würdest du zu Buddha, Dharma, Sangha nehmen. Das sind im Buddhismus "a-persönliche" "Dinge".
Was den Guru betrifft weiß ich es nicht allgemein.
Ich habe auch über einen Guru Zuflucht zu Buddha, Dharma, Sangha genommen,
nicht aber Zuflucht beim Guru. Er sagt, so ein Anliegen wäre auch ausgesprochen dumm. :P

Es gibt da aber das Guruyoga im Tibetischen.
Vielleicht wird da Zuflucht ( zu Buddha, Dharma, Sangha ) und Zuflucht im/zum Guru(yoga) auch mal verwechselt ?
Weiß ich nicht.

Andere bestimmt.
Grüße
Blue_
Sanshin hat geschrieben:
1) Vom Buddhismus heisst es zwar teilweise, es sei keine Religion, allerdings beten die Tibetischen Buddhisten ja zu verschiedenen Goettern zb Tara etc. und machen Bilder verehrung und Gotzenverehrung.. obwohl Buddha zb meinte er sei nur ein Mensch und hat nirgends gesagt man solle sich ne Buddha statue aufstellen und zu der Beten etc..

2) Da ich aber grosses Interresse an Mystischen Pfaden wie Yoga,Tantra,Meditation etc habe und es soetwas im Christentum nicht gibt (vielleicht gab es das noch bei Jesus.. seine Juenger konnten schliesslig auch Kranke heilen, Teufel austreiben, Tote erwecken etc. und wussten um das Himmelreich..)(Vielleicht war es die geheime Christliche Lehre die Gnostischen Christen, die jedoch von der Katholischen Kirche ausgerottet wurden..) so bin ich gezwungen in anderen Religionen nach Wegen auf den Berg zu suchen..

3) Kann man nicht weiterhin an Gott glauben und trotzdem Buddhist sein und Buddhistische Uebungen machen? Schliesslig bestehen doch viele Aehnlichkeiten zwischen Jesus lehre und Buddhas lehre.. ZB liebe deinen Naechsten/Metta Bhavana oder die hinweise auf den Ort des Himmelreiches das es im Menschen ist und Buddha suchte in sich nach Erleuchtung..
Buddha ging als Asket und suchte nach Erleuchtung(fand statt unter dem Bodhibaum).. Jesus ging als Asket und suchte nach Erleuchtung (fand statt, in der Wueste). Und viele weitere Aenlichkeiten..

4) Also kann ich dann Zufluchtnahme nehmen zu Buddha (als lehrer, nicht als Gott), Sangha (Als Gemeinschaft derer die auch nach Erleuchtung suchen) und Dharma (der Lehre wie man Erleuchtung erkennt) und dennoch weiterhin an ein Schoepferisches Wesen glauben, das ununterbrochen weiterhin erschafft? Denn es gibt ja nicht zweimal das selbe Ding alles ist einzigartig weil die Schoepfung ununterbrochen weiter geht.. Und in jedem Wesen ist das Goettliche enthalten.

1) das dient letzenendes dem selbstzweck und nicht der beschwichtigung eines höheren wesens. ("selbst" im nicht-konventionellen sinne).

2) im buddhismus geht es vorallem um das selbst erleben und erkennen der leidensentstehung, der rest ist beiwerk was ganz am ende wieder dorthin führen soll (das denke ich).

3) du kannst prinzipiell machen was du möchtest, solange du nicht gegen das gesetz verstößt... metta dient nicht nur der freundlichkeit, dh dem umfeld und dem miteinander, sondern auch dem selbstzweck, weil es zb. gegen die 5 hemmnisse wirkt (Sinnenlust, Übelwollen, Stumpfheit und Mattheit, Aufgeregtheit und Gewissensunruhe, skeptischer Zweifel).

4) das "ziel" im buddhismus ist das auflösen des leides (in sich selbst). das leid oder das schwer-zu-ertragende wird wiederum oft durch den willen bestimmt und hängt auch von der absicht ab und die gilt es zu erkennen. solange du begehrst (zb. einen gott) wird es aufgrund des begehrens (in diesem moment wo begehren anwesend ist) schwierig die absicht dorthinter zu erkennen, weil sie quasi verdeckt ist von dem begehren und dem denken, das daran klebt (anhaftung) und die unruhe, die das meistens mit sich bringt, das wiederum nennt man verblendung.

also verboten ist es nicht, es ist nur schwierig aufgrund der wichtigkeit (dieser "anhaftung") und identifikation bzw "verblendung" (die verblendung selbst ist nicht das ding selbst, sondern der bezug dazu) an bestimmte ansichten (das müssen keine bestimmten sein und kann genauso gut eine wissenschaftliche these sein von der man nicht loslassen will) die ursachen des leids zu erkennen.
Möglicherweise musst Du Dich noch sehr viel genauer über die Angebote und deren Bedeutung informieren. Du hast hier viele Fragen gestellt und ich hoffe, dass von den vielseitigen Antworten für Dich was hängen geblieben ist... Wenn Du nicht von einem Gott als höchstem Prinzip abrücken willst, kommst Du vielleicht wirklich mit dem Hinduismus besser zurecht. Was da verlangt wird ist auch wieder je nach Schule oder Lehrer verschieden.

kilaya
Sanshin hat geschrieben:
Da ich als Evangelischer Christ mit Taufe und Konfirmation und so aufgewachsen bin, bin ich nur etwas vorsichtig, weil ich mir wohl als Kind das mit den 10 Geboten zu engstirnig genommen habe.. ich habe nichteinmal Jesus angebetet, weil dort stand das man nur Gott anbeten solle und das Bilderverehrrung verboten sei..
Habe da irgendwie Angst muss soein fruehkindliches Ding sein..


Du hast also insgesamt sowas wie Angst vor dir selbst. Also dass du dich in eine neue Religion genauso extremistisch reinstiegerst wie in die Alte?

Du befindest dich also in einem Zwiespalt:
Einerseits wäre es von dir weise, eine möglichst rationale Religion zu suchen, wo du möglchst wenig mit deinem "frühkindlchen Ding" konfrontiert bist.

Andererseits hast du vielleicht gerade, weil du da Teile von dir ablehnst, eine Sehnsucht nach dem Mystischen, Nicht-Rationalen. Und schon an der ersten Stelle, wo man sich auf was einlassen muss, was man nicht unter Kontrolle hast, zögerst du.

Weil du was willst was gleichzeitig mystisch ist (jenseits des Verstandes).
Dabei soll es aber eben genau kontrolierbar sein, also nicht außerhalb des Reichweite des Verstandes.

Wenn man sich versucht da reinzudenken, wird man etwas matschig im Kopf.
So als will jemand einen alkoholfreien Drink, der richtig besoffen macht.
Was macht man da als Barkeeper?
Hallo

Buddhisten nehmen Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha.
Christen haben ihre Zuflucht in Gott / Jesus / der Kirche/ dem Glauben .
Dein Anliegen passt zumindest für mich nicht zusammen.

Christen glauben u.a. an einen Schöpfergott.
Im Buddhismus gibt es keinen Schöpfergott.
(Zudem gibt es auch noch andere Punkte, die nicht zusammengehen).

D.h. auf einer tieferen Ebene paßt „Christ“ und „Buddhist“ nicht mehr zusammen.
Auf einer oberflächlicheren, alltäglichen Ebene gibt es Bereiche, die ähnlich sind, wie du schon aufzählst.
Wenn du aber mehr als eine „oberflächliche“ Ebene willst, mußt du dich (zumindest zeitweise) entscheiden und „reinknien“,
damit da etwas mehr Substanz entsteht.

und moechte die Buddhistischen Meditationspraktiken nutzen um Gott/Erleuchtung zu finden.


Das geht und da spricht auch nichts gegen.

Gruß
Rolf
Sanshin hat geschrieben:

Kann man nicht weiterhin an Gott glauben und trotzdem Buddhist sein und Buddhistische Uebungen machen?


Klar kannst du. In christlichen Kreisen ist z. B. Zen sehr beliebt. Es gibt so manchen Zen-Meister unter den christlichen Klerikern.
bei den geschlossenen gruppen ist auch eine gruppe für christen-buddhisten dabei.
Jemand erwaehnte was von Christlicher Mystik.. mir ist nur das Herz Gebet bekannt wo man wie ein Mantra zb den Satz Herr Jesus Christus erbarme dich meiner\unser spricht.. jedoch wiederspricht das wiederum meiner seltsamen Glaubensvorstellung, da ich mich irgendwie als Christ sehe aber gleichzeitig Jesus fuer mich nicht Gott ist...
Also ich stehe wohl irgendwo zwischen Christentum und soner Art Islam Glauben fest..
Fuer mich bedeutete Christentum die Lehre von Jesus und nicht die Gottgleichsetzung die durch die Kirche gemacht wurde.. Genauso ist fuer mich nicht die seltsame Vorstellung von Jesus Starb am Kreuz fuer die Suenden der Menschen entscheident, was ich wirklich komisch finde, sondern die Botschaft von Liebe um d ie es Jesus ja offensichtlich gegangen ist. Das hat die Kirche leider selber nicht verstanden sonst wuerden sie wohl keine Kreuze um den Hals tragen.
Das Kreuz ist fuer mich eher ein Satanisches Symbol und zwar erklaehre ich diese Behauptung dadurch: Jesus lehnte das Materielle weitestgehends ab, das Geld zb, den Besitz, die Macht ueber andere etc.. er sah vorraus, dass die Maechtigen ihn wegen der Botschafft von Liebe und damit einhergehende Veraenderung im Sozialen geschehen, toeten werden.. Denn wer seine Gier nach Besitz, nach Macht, nach Konsum etc ueberwindet und versucht seinen Naechsten zu lieben, der wird die anderen nicht ausbeuten. Also das gegenteil von Kapitalismus. Kapitalismus ist Satanismus im grunde genommen..
Eine Person steht oben an der Spitze der Regierungspyramide und die anderen sind in ihren jeweils niederen Kasten und alle wollen moeglichst weit oben stehen im Sozialen gefuege.. Wenn aber Liebe vorherrscht, dann bricht diese Pyramide zusammen...
Die Kirche wollte natuerlich nicht, dass die Gesellschafft anders wird, denn die Paepste waren Roemische Adliege, genau wie die Bischoefe etc. und die wollten natuerlich ihre Glaeubigen die sie durchfuettern und ihre Orgien finanzieren..
Und wenn es damals zu Jesus Zeiten eine innere Lehre gegeben haben sollte, und die gab es bestimmt ein Mystischer Pfad, den Jesus direckt an seine Juenger weiter gegeben hat, der direckt ins Himmelreich (zur Erleuchtung) fuehrte, dann hat es die Kirche geschafft diese wenigen Menschen zu vernichten.

Fuer mich ist Christentum so wie es Jesus gelehrt hat, wie es in der Bibel steht, nicht wie es die Kirche behauptet, Kirche ist kein Christentum.
Es wiederspricht der Jesuslehre. Jesus hat auch nicht gesagt dass er Gott ist.
Er selbst hat zu Gott gebetet! Warum, wenn Jesus Gott waere, wuerde er dann zu Gott beten, also wuerde er zu sich selbst beten oder so??
Das Jesus Gott sein soll hat die Kirche behauptet, weil sie wohl ihre alten Roemischen Religionen einfach mit ins Christentum hinneingenommen haben und uebergestuelpt.
Jesus als Sonnengott, Ostern, Weinachten etc. sind alles Heidnische Feste.
Jesus war ja Jude und der meinte auch das nicht geaendert werden solle und er und die Juenger feierten ja auch die ganzen Juedischen Brauche und Feste etc..

Naja, der Islam ist dem Christentum um einiges naeher als das was die Kirche sich da kreiert hat.

Jedenfalls ist mir keine reine Christliche Mystische Stroemung bekannt. Wer weiss was sogenannte Geheimgesellschafften noch aufbewahrt haben, an Gnostischen Lehren, aber vermutlich ist das auch nichts Originales mehr. Und ausserdem geheim gehalten.

Also ich als normalsterblicher muss demnach woanders schauen.

Ich mach einfach so mein eigenes Ding schaetz ich zieh mir so die passenden Elemente aus verschiedenen Philosophien udn Religionen raus, die fuer mich Sinn ergeben.
Mein Ideal waere ja soeine art Yogi leben aber wo findet man schon Leute die sowas unterrichten. Ist ja heutzutage auch alles versportlicht und ueber Asanas geht es ja meist garnicht hinnaus.
Daher war meine Idee schau doch mal im Tibetischen Buddhismus, da ich hoerte es gaebe dort noch ueberlebende Traditionen, jedoch sind diese scheinbar auch wieder so gut geheim gehuetet das da wohl auch keiner so leicht rankommt. Wir leben wohl wirklich in einer Zeit die sich dem Untergang zuneigt Kali Yuga..
Wissen ist schwer erhaeltlich oder nur fuer Leute mit Geld oder welche die sich fuer irgendeine Gruppe aufgeben.
Es macht aus buddhistischer Sicht eben Sinn, bestimmte Fähigkeiten - und Praktiken um sie zu erlangen - an eine ethische Grundhaltung binden, der man sich dann verpflichtet. Wie weit sich das mit Deinen anderen Interessen / Gedankengängen vereinbaren lässt - müsste man sich im Einzelnen anschauen.

Deine Gedankengänge sind teilweise sehr weitläufig, schau bitte selbst drauf, dass Du ggfls. ein neues Thema in einem passenden Forum startest wie eben Christlich-Buddhistisch. Hier sollte der Bezug zum tibetischen Buddhismus erhalten bleiben.

Ach ja ein Yogi ist halt meist ein Einzelgänger, das Yogi-Sein in dem Sinne zu lernen ist so eine Sache. Vajrayana: man würde sich halt ein Vorbild suchen, ein Yogi-Meister wie eben Milarepa und entsprechend praktizieren. Sich die Einweihungen dafür holen die man braucht und dann die Sache konsequent verwirklichen.

kilaya
Sanshin hat geschrieben:
Kann man nicht weiterhin an Gott glauben und trotzdem Buddhist sein und Buddhistische Uebungen machen? ..
Nun ich finde beide lehre sehr gut, ich moechte gern weiterhin an Gott glauben und moechte die Buddhistischen Meditationspraktiken nutzen um Gott/Erleuchtung zu finden.

Man kann an Gott glauben und Buddhist sein. Wie bereits gesagt tun das viele Christen. Es ist die Frage, wie du Gott definierst. Ich glaube an die Einheit aller Religionen. Alle Religonen beruhen auf der Erleuchtungserfahrung ihres Gründers und sind Wege zur Erleuchtung. Insofern sind auch alle Religionen kompatibel.

Ich begreife das Christentum von der Erleuchtung her und habe deshalb keine Probleme. Für mich sind es nur unterschiedliche Begriffe für dieselbe Sache. Und teilweise etwas unterschiedliche Weg. Im Buddhismus liegt der Schwerpunkt auf der Gedankenarbeit und der Meditation. Im Christentum sind das Zentrum Rituale und Gottesdienste. Jesus hat meditiert und lehrte den Weg der Liebe (liebe deinen Nächsten). Das finde ich gut.

Ein Problem ist das Gebet. Gibt es erleuchtete Meister mit besonderen Fähigkeiten, die uns über eine höhere Dimension helfen können? Hierzu gibt es im Buddhismus unterschiedliche Ansichten.
Hallo Sanshin,

bevor Du ggf. in ein anderes Gebiet abwanderst - auf ein bis 100 Worte:

Du schriebst: „…bin ich nur etwas vorsichtig, weil ich mir wohl als Kind das mit den 10 Geboten zu engstirnig genommen habe.. Habe da irgendwie Angst muss so ein fruehkindliches Ding sein..“

Ich möchte Dir keineswegs zu nahe treten, aber in Anbetracht dieser Aussage halte ich es für sinnvoller, dieses Thema grundlegend zu klären, (ggf. mit professioneller Hilfe). ... Dich daran zu begeben, Dir aus Bruchteilen anderer, (möglicherweise mangels Anleitung auch noch fehlinterpretierter), Lehren etwas Dir sinnvoll Erscheinendes zu basteln, scheint mir genauso ineffizient zu sein, wie der Versuch, aus diversen Fremdsprachen, die Du nicht beherrscht, die schönsten Wörter heraus zu suchen, um damit eine eigene Sprache zu kreieren. Du würdest jedem Wort eine Dir genehme Bedeutung beilegen, … der wahre Sinn jedoch, würde sich Dir nicht erschließen. Somit hättest Du zwar etwas Einmaliges, aber was würde es Dich lehren? Wärest Du schlauer, als zuvor?

Sanshin, nimm mir die folgenden Bemerkungen nicht übel,(wenn ich mich hier äußere, dann nicht, um jemanden zu kränken, sondern um ihm evtl. eine andere Sicht der Dinge zu eröffnen – falls nicht, auch gut), jedoch ausgehend von dem, was Du schreibst, wäre es nicht schlecht, wenn Du Dir als erstes zu Deiner eigenen Religion ein profunderes Wissen aneignen würdest. Vielleicht eröffnen sich Dir ja dann schon andere Welten …

„Jedenfalls ist mir keine reine Christliche Mystische Stroemung bekannt.“

Lesefutter: Leppin, Volker - Die christliche Mystik
oder
https://de.wikipedia.org/wiki/Christliche_Mystik
http://lexikon.mystica.tv/christliche-mystik/
http://www.carl-a-keller.ch/christliche ... gionen.php
http://meditationszentrum.bistumlimburg ... texte.html
….

„… Mein Ideal waere ja soeine art Yogi leben aber wo findet man schon Leute die sowas unterrichten….“

Ach, Sanshin, … Schüler eines Yogis zu werden, war und ist ein Kunststück. Es setzt einen sehr langen Atem, einen ehernen Willen, einen offenen Geist und - ganz wichtig - eine dieser Lehre entsprechende innere Grundhaltung (!) voraus.

„… meine Idee schau doch mal im Tibetischen Buddhismus, da ich hoerte es gaebe dort noch ueberlebende Traditionen, jedoch sind diese scheinbar auch wieder so gut geheim gehuetet das da wohl auch keiner so leicht rankommt. …“

Weißt Du, bei religiösen /philosophischen Lehren nur an der Oberfläche zu kratzen, das wenig Fundierte, das dabei zu Tage befördert wird, wieder zu verwerfen, um sich der nächsten, interessanter erscheinenden Lehrmeinung zuzuwenden, wird Dir nur schwerlich zu tieferer Erkenntnis und/oder wahrer Gelassenheit verhelfen. … Sicher ist es in der heutigen Zeit möglich, sich Zugang zu den Texten der sog. „geheimen“ Lehren zu verschaffen, aber das ist Unfug, denn ein Mensch, der keine (wenig) Ahnung von den grundlegenden Lehren des Buddha hat, infolge gewiss auch nichts von dem versteht, was sich in der Kommentarliteratur findet, keinen Lehrer zur Seite, den er befragen kann, hat gar nichts davon, sich diese Unterweisungen durchzulesen … „Geheim“ bedeutet hier stets: erklärungsbedürftig. … (Schlag ich, als in diversen Naturwissenschaften nicht Bewanderte, ein dieses Metier betreffendes Fachbuch auf, verstehe ich auch nur „Bahnhof“, nicht wahr? Dass dies aber "Geheimlehren" seien, wird niemand ernsthaft in Erwägung ziehen.)

OK, ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen … Nichts davon ist „bös gemeint“, aber um etwas wirklich tiefer zu verstehen, ist es besser, es von Grund auf zu studieren - oder, falls sich das besser anhört, sich wenigstens das Grundlegende von jemandem, der Ahnung hat, erklären zu lassen. (Alles andere ist (m.E.) für die Katz ...

LG mkha´
Sanshin hat geschrieben:
Jemand erwaehnte was von Christlicher Mystik.. Jedenfalls ist mir keine reine Christliche Mystische Stroemung bekannt. Wer weiss was sogenannte Geheimgesellschafften noch aufbewahrt haben, an Gnostischen Lehren, aber vermutlich ist das auch nichts Originales mehr. Und ausserdem geheim gehalten. Also ich als normalsterblicher muss demnach woanders schauen. Ich mach einfach so mein eigenes Ding schaetz ich zieh mir so die passenden Elemente aus verschiedenen Philosophien udn Religionen raus, die fuer mich Sinn ergeben.

Mein Ideal waere ja soeine art Yogi leben aber wo findet man schon Leute die sowas unterrichten. Ist ja heutzutage auch alles versportlicht und ueber Asanas geht es ja meist garnicht hinnaus. Daher war meine Idee schau doch mal im Tibetischen Buddhismus, da ich hoerte es gaebe dort noch ueberlebende Traditionen, jedoch sind diese scheinbar auch wieder so gut geheim gehuetet das da wohl auch keiner so leicht rankommt. Wissen ist schwer erhaeltlich oder nur fuer Leute mit Geld oder welche die sich fuer irgendeine Gruppe aufgeben.

Wissen ist heutzutage leicht erhältlich und oft auch kostenlos. Du musst nur gründlich suchen. Im tibetischen Buddhismus gibt es kein geheimes Wissen mehr. Der Dalai Lama hat alle Archive westlichen Forschern geöffnet. Du findest alles Wissen auf dem freien Buchmarkt. Aber zur Verwirklichung ist es gut einen erleuchteten Meister zu haben. Und da gibt es im tibetischen Buddhismus sehr viele. Das ist die große Stärke des tibetischen Buddhismus. Finde deinen Meister und erreiche die Erleuchtung. Notfalls lass dich vom Dalai Lama als Bodhisattva einweihen (Avalokiteshvara Initiation). Das habe ich auch gemacht. Du kannst dann auch weiterhin dein eigenes Ding machen. Das ist für den Dalai Lama okay.

Mit christlicher Mystik habe ich mich viel beschäftigt. Dazu kannst du mein kostenloses Ebook "Gott Grundwissen" lesen. Insbesondere verweise ich auf den katholischen Priester Bede Griffiths. Er ist das Zentrum der modernen undogmatischen christlichen Mystik. Ihm folgt David Steinl Rast. Die christliche Mystik findest du bei Theresa von Avila und insbesondere bei den christlichen Wüstenväter. Sie haben als erleuchtete Yogis im 4. Jahrhundert gelebt und ihr Wissen in ihren Sprüchen weitergegeben.

Wenn dein Ideal ist als eine Art Yogi zu leben, so mache ich das seit 27 Jahren. Meine Erfahrungen habe ich in vielen kostenlosen Ebüchern veröffentlicht. Als Meister bin ich allerdings ungeeignet. Dazu bin ich spirituell zu wenig entwickelt. Da empfehle ich dir Mutter Meera, wo du eine kostenlose Einweihung und Energieübertragung bekommen kannst. Dann ist deine Erleuchtung garantiert. Es kann allerdings etwas dauern. Gut ist wahrscheinlich auch Amritanandamayi. Zu ihr will ich nächstes Jahr gehen, wenn sie nach Berlin kommt.

http://www.amazon.de/Gott-Grundwissen-N ... bc?ie=UTF8
https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%BCstenv%C3%A4ter (Wüstenväter, beachte die Hinweise unter Diskussion)
http://www.praedica.de/Verschiedenes/Apophthegmata.htm
http://www.onelittleangel.com/weisheit/ ... asp?mc=339
http://www.mothermeera.com/de/
http://www.amma.de/
Sanshin hat geschrieben:
Ich mach einfach so mein eigenes Ding schaetz ich zieh mir so die passenden Elemente aus verschiedenen Philosophien udn Religionen raus, die fuer mich Sinn ergeben.
Mein Ideal waere ja soeine art Yogi leben aber wo findet man schon Leute die sowas unterrichten. Ist ja heutzutage auch alles versportlicht und ueber Asanas geht es ja meist garnicht hinnaus.


Ja dann mach doch dein eigenes Ding. Und Yogis, christliche Mystiker und tibetische Meister gibt es noch, man kann sie aufsuchen und von ihnen lernen. Meistens wohnen sie halt nicht gleich um die Ecke.
Sanshin hat geschrieben:
Daher war meine Idee schau doch mal im Tibetischen Buddhismus, da ich hoerte es gaebe dort noch ueberlebende Traditionen, jedoch sind diese scheinbar auch wieder so gut geheim gehuetet das da wohl auch keiner so leicht rankommt. Wir leben wohl wirklich in einer Zeit die sich dem Untergang zuneigt Kali Yuga..
Wissen ist schwer erhaeltlich oder nur fuer Leute mit Geld oder welche die sich fuer irgendeine Gruppe aufgeben.

ich habe alles bekommen, was ich brauchte und brauche an Unterricht.
Es ist also deine Wahrnehmung, die du da schreibst. Meine ist anders.
Zufluchtnahme trotzdem Christ sein?


Selbst in einem kleinen Forum wie diesem gehen dazu die Meinungen auseinander.
Meine ist ganz simpel - nein, es ist nicht möglich. Aber wer bin ich schon :lol:

Was sagt Deine Ankerperson zur christlichen Religion zu Deinen Ideen?

Ich würde Dir raten, vor einer Zufluchtnahme erst einmal sehr gründlich Dein Verhältnis zur christlichen Religion zu klären.
Turmalin hat geschrieben:
Sanshin hat geschrieben:
Daher war meine Idee schau doch mal im Tibetischen Buddhismus, da ich hoerte es gaebe dort noch ueberlebende Traditionen, jedoch sind diese scheinbar auch wieder so gut geheim gehuetet das da wohl auch keiner so leicht rankommt. Wir leben wohl wirklich in einer Zeit die sich dem Untergang zuneigt Kali Yuga..
Wissen ist schwer erhaeltlich oder nur fuer Leute mit Geld oder welche die sich fuer irgendeine Gruppe aufgeben.

ich habe alles bekommen, was ich brauchte und brauche an Unterricht.
Es ist also deine Wahrnehmung, die du da schreibst. Meine ist anders.



Ich verstehe Sanshin schon!
Ob es nun wirklich gerade das Kali Yuga ist da gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen.
Es gibt verschiedene Berechnungen dazu.

Wobei sied man sich die Gesellschaft an und auch die Spirituellen Menschen wie sie sich gegenseitig verhalten könnte man sicherlich darauf schliessen.

Zieht man nun das Christliche hinzu könnte man sagen an den Früchten werdet ihr sie erkennen oder so ähnlich.
Daher schau dir die Schüler an dann kann man schon sehr grob sehen was dabei heraus kommt.

Weiter denke ich wirst du das Christliche mit dem Hindu besser kombinieren können wenn es Mystisch sein soll.
Ansonsten Zazen würde ich sagen oder Vipassana.
Geht alles ohne Zuflucht usw.

Vajrayana würde ich dir nicht empfählen da würden zuviele Konflikte in dir entstehen.

Ich verabschiedete mich komplett vom christlichen aber gewann respekt im nachhinen dafür da ich durch den Vajrayana viele Dinge anderst sehen konnte aus dem christlichen.

Gruss cybervajra
Natürlich kannst du Christ und Buddhist sein - nur halt nicht gleichzeitig.
Ich bin ja nichtmal wie gesagt ein richtiger Christ, zumindest kein Kirchenchrist. Eher jemand der die Worte Jesus beeindruckend findet.

Ich suche nicht nach einer neuen Religion, weil ich nicht daran glaube, durch irgendeine Fantasygestallt gerettet zu werden. Weder durch Jesus noch durch eine Tara oder irgendein anderes Wesen!
Ich glaube da eher an die Gnostische Sichtweise, das man sich nur selber rette kann. Als Jesus meinte Das man zu Gott nur durch Ihn kaeme, so meinte er damit nicht sich als Person oder sich als Gott sondern er meinte das was er representiert naehmlich die Lehre von Naechstenliebe und Gottesliebe. (lliebe Gott mit ganzer Seele usw. Liebe deinen Naechsten wie dich selbst. Zwei Gebote die das gleiche meinen, denn alle fuehlenden Wesen zusammen sind das Goettliche, es ist sind zwei Gebpote die das selbe meinen).
Kein Goettliches Wesen kann irgendwen zur Erleuchtung fuehren, weil alle Teil von Samsara sind. Diese ganzen Gottesdienste egal ob an Tara, Shenresig etc. oder an Jesus oder Shiva, Vishnu, oder irgendeine Shakti dienen letzlich bloss dazu den Priester durchzufuettern und die leute mit Glauben hinzuhalten. Das ist zumindest meine Meinung. Nur wenn die Menschen selbst in sich suchen koennen sie Warheiten erkennen und sich weiterentwickeln. Das hat doch der Buddha damals selber so erkannt, sonst haette er wenn an dem ganzen Rituellen und Opferunskram was dran waere doch die Praktiken der Bramanen unterstuetzt!
Im Tibetischen Buddhismus findet man leider genau das gleiche wie in vielen anderen Religioesen Stroemungen, die Priesterklasse die sich sozusagen zwischen Mensch und Gott stellt und darauf angeewiesen ist, das die Leute an einen vorgegebenen Glauben glauben um Spenden zu zahlen.
Ist auch im Theravada genau das gleiche. ZB Thailand.. Ganz oben der Koenig, dann die Moenche und dann erst das Volk. Die Moenche sind nicht besser als andere Menschen, haben Wohnungen, Haendis, allerlei Krempel, TV etc. aber schmarotzen eben ganz unverbluemt von den Glaeubigen. Als ich dort war war ich darueber wirklich ein wenig entsetzt, da ich vorher davon ausging das Moenche sich wirklich an die Worte des Buddha halten, und nur Ober und untergewand, rasiermesser, Sandalen, Sonnen/regenschirm udn Bettelschale besitzen duerfen. Dort ging es aber zu wie auf nem Geld Jahrmarkt, den Leuten wurde allerlei Segen fuer Geld verkauft etc. Richtig ekelhaft!
Genau das gleiche wie in der Katholischen Kirche im Mittelalter vor Martin Luther, blinder glaube an falsche Fuehrer.

Was mich am Vajrayana interressiert sind die Yoga und Tantra uebungen und nicht deren Religion und ihre komischen Goetter und ihren spendenforderungen und der Dalai Lama ist mir ehrlich gesagt auch voellig egal! Warum beten die leute einen Politischen Fuehrer als Gott an?? Der selber nicht ganz so rein ist wie der vorgibt, hab da diverse Kretiken gelesen..

Ich glaube auch nicht das man irgendwelche Ermaechtigungen benoetigt, damit eine Meditative Praktik funktioniert. Das ist wohl so wei beim Reiki, jeder kann Haende auflegen, das ist blosse uebungssache. Die Einweihungen sind blosse Geldmacherei! Das bisschen an Energie was man da bekommt, kann sich jeder selber verdienen und ausserdem verfliegt das ja eh nach kurzer Zeit.
Sanshin mit dieser Einstellung wirst du in überhaupt keinen Spirituellenweg irgend was erreichen.
„Durch den Buddhismus neue Wahrheiten erkannt“

Mit Blick auf buddhistische Christen und buddhistische Juden stellte der Forscher unterschiedliche Grade der Zugehörigkeit fest. „Neben einer Vielzahl an Christen und Juden, die sich unterschiedlich stark durch den Buddhismus beeinflussen lassen, gibt es die kleine Gruppe der Double Belonger, die ganz bewusst und gezielt eine buddhistische Doppelidentität leben“, so Prof. Schmidt-Leukel. Unter den buddhistischen Christen seien sogar Gläubige, die beiden Religionsgemeinschaften offiziell angehörten.

Als Beispiele nannte er Persönlichkeiten wie den sri-lankischen Jesuit Aloysius Pieris, die anglikanische Nonne Sister Ruth Furneaux, die US-Religionswissenschaftlerin Sally King, die sowohl Zen-Buddhistin als auch Mitglied der Quaker ist, sowie Zen-Buddhist und Jude Norman Fischer. Sie alle hätten persönlich oder teils institutionell zwei Religionen angenommen. Das Buch „Without Buddha I Could not be a Christian“ (Ohne Buddha könnte ich kein Christ sein) des katholischen Theologe Paul Knittler sei in den USA lange ein Bestseller gewesen.

Viele Christen, die sich auf den Buddhismus einließen, hätten die Erfahrung gemacht, „dass sie durch die buddhistischen Augen neue Wahrheiten erkannten und alte Wahrheiten in neuem Licht sahen“, so der Religionswissenschaftler. Das sei neben den Meditationsformen ein weiteres wichtiges Motiv für eine buddhistisch-christliche Doppelidentität. Den Menschen gehe es aber nicht um eine Fusion buddhistischer und christlicher Elemente, sondern um „deren spannungsvolle Integration“. Menschen, die mit mehr als einer Religion leben, gehen demnach davon aus, „dass sich existentiell wegweisende Wahrheit nicht nur in einer religiösen Tradition findet und dass sich die Einsichten und Erfahrungen der verschiedenen Religionen einander ergänzen, bereichern und korrigieren können, auch wenn dies keineswegs immer leicht ist.“


Quelle: http://www.uni-muenster.de/Religion-und ... aeten.html
Sanshin hat geschrieben:
Die Moenche sind nicht besser als andere Menschen, haben Wohnungen, Haendis, allerlei Krempel, TV etc. aber schmarotzen eben ganz unverbluemt von den Glaeubigen. Als ich dort war war ich darueber wirklich ein wenig entsetzt, da ich vorher davon ausging das Moenche sich wirklich an die Worte des Buddha halten, und nur Ober und untergewand, rasiermesser, Sandalen, Sonnen/regenschirm udn Bettelschale besitzen duerfen. Dort ging es aber zu wie auf nem Geld Jahrmarkt, den Leuten wurde allerlei Segen fuer Geld verkauft etc.


Stimmt ja, aber mach's besser. Es ist leicht andere zu kritisieren aber sehr schwer mit Bettelschale und Tuch als Yogi zu leben.
Lieber Sanshin,

bitte lies Dir das, was Du schriebst, noch einmal durch, z.B.: „Im Tibetischen Buddhismus findet man … die Priesterklasse die sich sozusagen zwischen Mensch und Gott stellt … Ist auch im Theravada genau das gleiche. … ZB Thailand.. Als ich dort war war ich darueber wirklich ein wenig entsetzt, … Richtig ekelhaft! … Genau das gleiche wie in der Katholischen Kirche im Mittelalter … blinder glaube an falsche Fuehrer. … Was mich am Vajrayana interressiert sind … nicht deren Religion und ihre komischen Goetter und ihren spendenforderungen und der Dalai … Warum beten die leute einen Politischen Fuehrer als Gott an?? … Die Einweihungen sind blosse Geldmacherei! … usw. usw.“

Was weißt Du über diese Menschen, ihren Alltag, ihre Religion, außer dem, was Du aufgrund Deiner Beobachtungen, dem Lesen von Büchern, Zeitungsartikeln, etc. und daraus resultierender Schlussfolgerungen zu wissen glaubst?

Ich lege Dir ans Herz, Sanshin, dass Du sehr bald das beherzigst, was Du bereits erkannt zu haben scheinst:

„… das man sich nur selber rette kann. … Nur wenn die Menschen selbst in sich suchen koennen sie Warheiten erkennen und sich weiterentwickeln. … und Naechstenliebe und Gottesliebe … zwei Gebpote die dasselbe meinen …“

Wenn Dir nicht klar ist, weshalb ich das sage, lies, was Jesus aufgrund seiner Beobachtungen schlussfolgerte:

Lukas 18, 9-14:

Einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, erzählte Jesus dieses Beispiel:

Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.

Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.


…..

LG mkha´
Namaste!

Hallo Sanshin,

Jojo hat geschrieben:
Mein Gott, was soll der Scheiß. Wenn Dir der tibetische Buddhismus nicht passt wahlweise Bedenken verursacht, dann mach doch einen Bogen drum, Herrgott noch mal, Kruzitürken, verdext noch eins.
Du bist zu überhaupt nix gezwungen. Das Christentum bietet einen Haufen mystische Wege an, alle TÜV-erprobt und zertifiziert nach ISO-Norm.

Diese Worte von Jojo waren vielleicht etwas "heftig", klingen aber "einfach ehrlich" rüber und treffen im Grunde genommen den Punkt!

Es ist schon etwas befremdlich, was Du schreibst.

Zum einen verweist Du auf Deine evangelische Taufe und Konfirmation, also auf Deine christlichen Wurzeln.
Dann verwirfst Du davon den Teil, der Dir nicht zusagt - die Verehrung Jesu als Aspekt der Trinität - und propagierst stattdessen Gott als für Dich einzig-mögliches Verehrungsobjekt und Jesus eher als "Vorleber" des Weges zu Gott. Hier siehst Du dann größere Parallelen zum Islam als zur evangelischen Kirche.

Also im Grunde genommen hast Du doch bereits die evangelische Amtskirche vom religiösen Bekenntnis und der Praxis her hinter Dir gelassen.
Was noch geblieben ist, ist die Mitgliedschaft in dieser Institution [lese ich so aus Deinen Beiträgen - ist aber Mutmaßung] und eine monotheistische Weltsicht.


Ob man nun gleichzeitig Buddhist und Christ sein kann, dass ist eine Frage, die im Grunde genommen jeder
a) für sich selbst entscheiden muss, aber auch
b) das eigene Umfeld dann wiederum an einem selbst misst.

Will heißen:
Du musst in einigen Aspekten, besonders philosophisch-theologisch-buddhologischen Konzepten, Kompromisse eingehen, welche so für Deine christlichen Bekannten einerseits, aber auch für Deine buddhistischen Bekannten andererseits nicht immer nachvollziehbar sind, bzw. Ablehnung und Unverständnis hervorrufen können.

Persönlich wirst Du dann irgendwann zu wichtigen Fragen kommen, wo Du Dich persönlich entscheiden musst!

Im Grunde genommen wird bei jeder Religion eine bestimmte Zuflucht genommen. Aus meiner Sicht ist die immer Dreifach und besteht aus Personifizierung, Lehre und Gemeinschaft.
- im Christentum: Gott/Jesus, die Bibel, die Kirche;
- im Islam: Allah und Muhammed als sein Prophet, der Koran, die Umma;
- im Buddhismus: Buddha, Dharma und Sangha.

Selbst wenn ich Nils zustimmen würde, was die Einheit aller Religionen betrifft - was ich nicht, bzw. nur sehr bedingt tue - so steht dieser, ganz persönlichen, Sichtweise immer die Mehrheitsauffassung entgegen!
Wenn Du einem gläubigen Christen erklärst, dass Du Christ und Buddhist bist, wird er Dir mit "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!" kommen und Dein Christ-sein zurückweisen.
Abgesehen vielleicht von einigen Sufis wird jeder Muslim buddhistische Lehren und Texte als harâm zurückweisen und stattdessen auf den Koran und die anerkannte islamische Sekundärliteratur verweisen.
Ein traditioneller Buddhist wird den Monotheismus, zumindest den, wie er von Juden, Christen und Muslims propagiert wird, und alle damit zusammenhängenden Vorstellungen zurückweisen.
Ein Christ-Buddhist sitzt also immer zwischen den Stühlen - obwohl er sich vielleicht in beiden "Welten" bewegt, ist er doch kein richtiges Teil von beiden Welten.

Ich bin nun selbst zwar kein Anhänger des tibetischen Buddhismus, aber ich würde schon sagen, dass aus meiner Sicht gerade der umfassende tibetische Buddhismus [also der Stufenweg des Vajrayana, der auch die Aspekte des Hinayana und des Mahayana umfasst] sich keineswegs dazu eignet, nebenher - also als Kombination mit einem anderen Glaubenssystem - praktiziert zu werden.

Die Integration der Zen-Praxis [Zazen mit oder ohne Kôans, Kinhin, Rituale] ohne die buddhistischen Glaubensvorstellungen in eine christliche Lebensführung mag funktionieren; da gibt es ein paar lebende Beispiele, die das anscheinend so durchziehen.
Das wird in ähnlicher Weise auch mit Samatha-Vipassana-Praxis und ähnlichen Formen laufen.
Aber sobald es um die Aspekte Verehrung, Vertrauen, Hingabe und Glauben geht, stößt diese Synthese an ihre Grenzen!

Und da ist dann auch der Punkt, wo man zwar sagen kann, dass (vielleicht?) alle tibetischen Lehren offen zugänglich sind, dass diese aber faktisch nur vollumfänglich angenommen werden können, wenn sie in einem auf Verehrung, Vertrauen, Hingabe und Glauben beruhenden Beziehungsverhältnis zwischen Lehrer und Schüler übermittelt werden, wobei ja gerade beim Schüler die vorgenannten Aspekte vorhanden sein müssen!

Letztlich müsstest Du Dir vielleicht selbst zunächst erstmal die Fragen beantworten:
"Was bedeutet Gott wirklich für mich?"
und
"Was will ich wirklich - was erhoffe ich mir wirklich?"

< gasshô >

Benkei

Namu-Shakamuni-Butsu
Hallo Benkei,

Du hast, sehr einfühlsam formuliert, Wesentliches auf den Punkt gebracht.

_()_

mkha´
Benkei hat geschrieben:
Persönlich wirst Du dann irgendwann zu wichtigen Fragen kommen, wo Du Dich persönlich entscheiden musst!


Ja, so ist es mir auch gegangen. Ich kann die Verwirrung (sorry, ist nicht böse gemeint) von Sanshin einigermaßen nachvollziehen, ich hatte zum Christentum und dem Buddhismus noch den Hinduismus, Philosophie und Esoterik im Gepäck. Ich bin allem so lange nachgegangen, bis sich herauskristallisiert hat was für mich am Besten passt. Da ist also der Buddhismus übriggeblieben. Es ist ein ganz natürlicher Prozess dass etwas das weniger nachvollziehbar erscheint allmählich wegfällt, und alles immer klarer wird. Wenn man dranbleibt und es einem ernst ist damit.

Benkei hat geschrieben:
Letztlich müsstest Du Dir vielleicht selbst zunächst erstmal die Fragen beantworten:
"Was bedeutet Gott wirklich für mich?"
und
"Was will ich wirklich - was erhoffe ich mir wirklich?"


Genau, auf diese Schlüsselfragen ist es bei mir auch hinausgelaufen. Wenn das mal ganz klar ist, besonders die zweite Frage, ergibt sich alles weitere.
Benkei hat geschrieben:
Selbst wenn ich Nils zustimmen würde, was die Einheit aller Religionen betrifft - was ich nicht, bzw. nur sehr bedingt tue - so steht dieser, ganz persönlichen, Sichtweise immer die Mehrheitsauffassung entgegen!

Natürlich ist es bequemer mit der Mehrheitsauffassung zu gehen. Mich interessiert aber nur, was die Wahrheit ist. Und welcher Weg persönlich am besten zu mir passt. Ich habe viele Wege ausprobiert. Und für mich funktioniert spürbar am besten die Mischung aus Buddhismus und Yoga. In meiner tiefsten Erleuchtungserfahrung erkannte ich die Einheit aller Religionen. Das ging viele anderen Mystikern auch so. Das ist der Weg des Neohinduismus. Der Dalai Lama geht auch etwas in diese Richtung. Und es entspricht auch dem heutigen Zeitgeist, wie aus dem genannten Artikel deutlich wird. In der spirituellen Szene, in der ich mich bewege, lernen viele von vielen Meistern vieler Richtungen. Mir gefällt das.

Benkei hat geschrieben:
Ich bin nun selbst zwar kein Anhänger des tibetischen Buddhismus, aber ich würde schon sagen, dass aus meiner Sicht gerade der umfassende tibetische Buddhismus [also der Stufenweg des Vajrayana, der auch die Aspekte des Hinayana und des Mahayana umfasst] sich keineswegs dazu eignet, nebenher - also als Kombination mit einem anderen Glaubenssystem - praktiziert zu werden.

Für mich funktioniert das sehr gut.

Benkei hat geschrieben:
Und da ist dann auch der Punkt, wo man zwar sagen kann, dass (vielleicht?) alle tibetischen Lehren offen zugänglich sind, dass diese aber faktisch nur vollumfänglich angenommen werden können, wenn sie in einem auf Verehrung, Vertrauen, Hingabe und Glauben beruhenden Beziehungsverhältnis zwischen Lehrer und Schüler übermittelt werden, wobei ja gerade beim Schüler die vorgenannten Aspekte vorhanden sein müssen!

Irgendwann kommt der Punkt, wo du dich ernsthaft auf einen Weg einlassen musst. Jeder Weg bringt dich an deine Egogrenze. Wenn du zur Erleuchtung kommen willst, musst du irgendwann ins Nichts springen. Ein gemischtreligiöser Weg bringt dich nur dann ins Licht, wenn du diesen Weg konsequent zu Ende gehst. Meine Erfahrung ist desweiteren, dass ein erleuchteter Meister hilfreich ist. Ohne einen Meister haben die meisten Menschen keine Chance die Erleuchtung zu erreichen. Außer sie haben große Weisheit und Selbstdisziplin. Aber auch dann brauchen sie eine gute spirituelle Lehre, die von einem authentischen Erleuchteten stammt.
Hallo Benkei,
also schoen, da ich dann in keine Religion zu passen scheine, dann bin ich halt ein Chrsitlich\Islamischer Hindu Buddhisten Yogi mit Daoistischem Einfluss, wenn das meine Glaubensrichtung besser beschreiben wuerde. :lol:

Ich brauche kein Glaubensbekenntnis von Anderen, ich kann mir mein eigenes machen.
Mach mir meine eigene Individualreligion.
Buddha hat auch keine Zuflucht zu irgendeinem Glaubensbekenntnis genommen, Jesus weiss nicht ob es sowas bei den Juden gibt.. Mohammed hat Zuflucht bei Gott genommen , ja Jesus wohl auch genau.
Also wenn diese ganzen interressanten Persoenlichkeiten fuer sich Wege gefunden haben, warum muss man dann 1:1 denen folgen, warum kann man nicht nen eigenen neuen Weg finden, der dann zu einem am besten passt? Und warum kann man sich zu dem Zweck nicht bei den Anderen bedienen, an dem was die herausgefunden haben?
Buddha bediente sich doch auch Anfangs an Yogamethoden und Meditationen verschiedener Meister. Jesus lernte von Lehrern in den Synagogen und eventuell in Aegypten, vielleicht auch von Johannes dem Taeufer, Mohammed hat irgendwo zuvor Beten\meditieren gelernt, bevor er in der Hoehle praktizierte und ihm der Engel erschien..
Usw. Alle praktizierten irgendwie und fanden ihren Weg und machten Ihr Ding daraus.
Ich will selber wissen was Gott ist, was erleuchtung ist. Ob es Gott gibt oder wir unsere Wuensche uns selbst erfuellen..
Ich will wissen was es mit Leben und tod auf sich hat und was danach kommt, und wie weit man sich als Mensch entwickeln kann und welche Bewusstseinstiefen man erreichen kann!
Ich moechte kein daemlieger Glaeubiger sein! Schuldigung..
Wir leben nur einmal, ob man wiedergeboren wird, weiss ich nicht! Ich wuensche mir am aller meisten all diese Dinge herauszufinden. Da kann man sich nicht auf irgendeine Glaubenslehre verlassen da muss man Praxis machen, und dazu schaue ich mich halt um. Yup :D *freu
Sanshin hat geschrieben:
da muss man Praxis machen


LG
Andreas

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