Zufluchtnahme trotzdem Christ sein?

Moderator: kilaya

Hallo,

ThuptenGyamtso hat geschrieben:
4. Buddhismus und Hinduismus:
Buddhismus und Hinduismus sind zwei große spirituelle Traditionen, die zwar viele Gemeinsamkeiten aufweisen, die aber letztendlich grundverschieden sind. Ein richtiger Hindu kannst du sowieso nicht werden. Als Hindu muss du geboren sein. Es gibt keine Möglichkeit für Nicht-Hindus zum Hinduismus überzutreten. Wer auch immer dir das Gegenteil versichert, der lügt, hat entweder keine Ahnung von der Hindu-Religion oder er will dir das Geld aus der Tasche ziehen (z.B. durch die Aufnahme deiner Person in irgendeine westliche/selbst-gebastelte Pseudo-Hindu-Sekte). Natürlich kannst du privat aus dem Hinduismus dir jene spirituellen Praktiken/Meditationen raussuchen, die dir gefallen, aber wirklichen Zugang zu dieser spirituellen Tradition wirst du als Nicht-Hindu niemals bekommen. Die wirklich wichtigen Lehren und Meditationstechniken werden von den Hindu-Meistern, die sie hüten, niemals der breiten Öffentlichkeit z.B. in Buchform zugänglich gemacht und an Nicht-Hindus generell nicht vermittelt.


Das wäre mir neu. Der Hinduismus beinhaltet eine Vielfalt von Schulen. Es gibt authentische Meister aus dem Hinduismus die westliche Schüler annehmen (auch vor Ort in Indien), und es gibt solche die das nicht tun. Eine allgemein anerkannte Obrigkeit über alle Hindus, die dafür eine Geburt als Hindu voraussetzt, gibt es nicht.
@ kilaya

Hallo kilaya, natürlich muss man nicht allen meinen Ansichten zustimmen. Was den "fließenden Übergang" in der buddhistischen Zuflucht angeht, da stimme ich dir zu. Wer als Buddhist den Dharma praktiziert (welche Tradition auch immer), verschreibt sich nicht einem religiösen Glauben, sondern einer geistigen Tätigkeit - einem Geistestraining. Während das Christ-sein ein Zustand beschreibt, in dem man sich befindet, sobald man das christliche Glaubensbekenntnis bekennt und getauft wurde, gibt es im Dharma kein "Buddhist-sein" als Zustand. Buddhist ist, wer den Dharma praktiziert. Es handelt sich also um eine Tätigkeit bzw. wie eine Art Handwerk, dass einem erlaubt sich so lange als Buddhist/in zu identifizieren, solange man dieses "Handwerk" - den Dharma - auch ausübt. Und wie du schon treffend sagtest, wenn man die buddhistische Zuflucht wieder "über Bord wirft" und den Dharma nicht mehr praktiziert, ist man dann natürlich auch kein Buddhist/in mehr. Im Buddhismus drohen einem deswegen keine negativen Konsequenzen wie z.B. in gewissen anderen Religionen.

Im traditionellen Christentum sieht man das aber nicht so leger wie im Buddhismus. Wer als getaufter Christ eine andere Religion praktiziert oder konvertiert bzw. spirituelle Übungen und Lehren praktiziert, die dem christlichen Glauben diametral entgegenstehen, gilt als Häretiker oder gar gleich als exkommuniziert. Wenn Sanshin sein christlicher Glaube so wichtig ist, wie er es hier beschrieben hat, so hätte eine solche Entscheidung (Buddhist werden etc.) gewisse Konsequenzen, die ihm vermutlich mehr Probleme als Vorteile bringen würde. Konsequenzen, die er in meinen Augen noch gar nicht wirklich in seine Überlegungen (seinen christlichen Glauben mit buddhistischen oder hinduistischen Elementen anzureichern) mit einbezogen hat.

In meinen Augen verfolgt Sanshin in seinen Bemühungen, seinen christlichen Glauben mit der buddhistischen/hinduistischen/taoistischen Spiritualität zu vereinen, sehr romantische/naive Vorstellungen. Und genau dies meinte ich mit den "eigenen Illusionen und Wunschvorstellungen" hinterherzulaufen.

Als Buddhisten wissen wir, wie schwer es manchmal ist Zeit für die Dharma-Praxis zu finden. Allein der Buddhismus mit all seinen Heiligen Schriften (Tripitaka, Dhammapada, Kangyur und Tengyur etc.) ist von seiner Größe her so vielfältig und umfassend, dass ein ganzes Menschenleben nicht ausreichen würde, um alle buddhistischen Schriften, Kommentare und Meditationstechniken zu erfassen bzw. zu studieren. Und das Gleiche gilt ebenso für die Schriften und spirituellen Techniken des Hinduismus und Taoismus. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden und das menschliche Leben ist kostbar, aber zeitlich leider auch (biologisch-bedingt) begrenzt.

Selbst wenn Sanshin finanziell so reich wäre, dass er nicht arbeiten und auch um sich sonst nichts anderes "profanes/weltliches" kümmern müsste, und er 16 von 24 Stunden des Tages verwenden könnte, um sich dem Studium der buddhistischen, hinduistischen und taoistischen Schriften und spirituellen Übungen zu widmen, würde er sich einem aussichtslosen Unterfangen verpflichten. Sanshin überschätzt (in meinen Augen) bei weitem seine Möglichkeiten, die ihm sein kurzes Menschenleben hier auf Erden schenkt. Ich glaube nicht, dass er wirklich weiß, was er da von sich selbst abverlangen müsste, wenn er versuchen würde, sein Unterfangen tatsächlich in die Praxis umzusetzen.

Gruß
Thupten Gyamtso
JazzOderNie hat geschrieben:
bei den geschlossenen gruppen ist auch eine gruppe für christen-buddhisten dabei.


bitte wie ist es möglich, so einer geschlossenen Gruppe beizutreten?
oder mal reinzuschauen?

danke schon mal

ich selber denke eher, dass beides miteinander nicht vereinbar ist.....

bin aber noch nicht so weit/lange auf meinem Weg....
Hallo suchende
Da gehst du in deinem Profil auf *persönlicher Bereich * und kannst bei *Benutzergruppen* wählen und abschicken .
LG :sunny:
vielen Dank!

habs eben gemacht und freu mich, dass ich nach so langer Zeit wieder hiersein kann

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