Kammatthana Leichenbetrachtung

Moderator: void

Frieden-und-Freude hat geschrieben:
Ja, manches daran erinnert an eine Aversionstherapie: eine Begierde wird mit einem Ekelgefühl gekoppelt und dadurch eliminiert.
Anscheinend wird die Leichenbetrachtung oft so verwendet.

Und den Schluß dieser Geschichte darf man auch
nicht vergessen. Dort heißt es dann immer:
Er zieht den Schluß auf sich selbst:
"Auch dieser Körper ist so beschaffen,
wird so werden, kann dem nicht entgehen."
Der durchschauende Blick erkennt die Todesnatur des Daseins.
Da wird die Anhaftung etwas gelöst.
also ich halte 70-80% der westlichen gesellschaft für den typ der begierden.

deshalb meine ich auch, dass 70-80% der leute die leichenbetrachtungen üben sollten. dafür braucht man auch keine echten leichen. die eigene visualisation und vorstellungskraft als eigene leiche reicht völlig aus.

der effekt soll auch keinen ekel erzeugen sondern weisheit, indem man seine anhaftung verliert. dieser prozess löst meines erachtens dann sogar psychische reaktionen aus, die dann themen ins leben hervor bringen, die man vorher nicht gewagt hat anzugucken (meist aus angst vor dem tode).

das ganze ist also nicht nur eine weisheitsmeditation, sondern auch ein wichtiges element der psychischen schattenarbeit, dass für jeden spirituellen weg wichtig ist, damit man im gleichgewicht bleibt. wer nur metta bhavana praktiziert hat womöglich die tendenz sich nicht mit seinen schatten beschäftigen zu wollen.

ich glaub ganz allgemein kann man die faustregel geben, dass wenn man mehr zu den lichtvollen meditationen hingezogen ist, als zu so einer leichenbetrachtung - dann sollte man die leichenbetrachtung machen.
bei mir bspw. ist es anders herum: ich habe eher avesionen vor metta und müsste dies mehr üben.

vielleicht will das ja mal der eine oder andere für 1-3 monate täglich praktizieren und darüber dann berichten über seine erlebnisse. fänd ich cool ^^
Hallo raterz,

ich hatte Vollzeit-beruflich 44 Jahre lang täglich mit Krankheit, Leiden, Sterben und dem Tod zu tun. Es gibt nichts zu fürchten, es ist, wie es isṭ: wer geboren wird, ist diesen Dingen unterworfeṇ. Wer diese logische Tatsache furchtlos anerkennt und gelassen verinnerlicht, wird die Zwischenzeit, den Bardo des Lebens, sinnvoll zu nutzeṇ wissen.

LG mkha'
Fotost schrieb:
ich schätze den Grundtenor Deines Textes...


Danke, das freut micḥ. :)
Hallo Martin,

entschuldige, ja, Du hast Recht: erstens sind wir vom eigentlichen Thema abgekommen, und zweitens sollte ich verinnerlicht haben: im Theravada-Bereich gilt die Lehre Buddhas - keine Kommentarliteratur.

Eine Anmerkung, bzw. Richtigstellung sei mir abschließend bitte erlaubt:

Ich war zunächst ratlos, als Du Folgendes schriebst, …
von Martin (Dhammavaro ) » 05.11.2017, 00:27 … Ich hoffe das Sogyal Rinpoche im Gefängnis landet. … von Martin (Dhammavaro ) » 05.11.2017, 09:44 … man sollte im Theravada Bereich seine Lehren unbedingt meiden.
… und konnte keinen Zusammenhang erkennen. Mittlerweile ist auch mir klar, dass der Betreffende offenbar eine Abhandlung zum Thema schrieb, … doch darauf bezog sich meine Zuschrift nicht.

Info: „Totenbuch“, oder „Tibetisches Totenbuch“ ist lediglich eine in unseren Breiten gängige Bezeichnung (höchst wahrscheinlich in Anlehnung an weitere bekannte „Totenbücher“ der Weltliteratur).

Die korrekte Bezeichnung lautet Bardo Thödol, Tib.: bar do thos grol, Deutsch: „Befreiung durch Hören im Zwischenzustand“. Es handelt sich um eine im 14. Jh. entdeckte Schrift aus dem 8. Jh.; ob sie nun Padmasambhava zuzuschreiben ist, oder nicht, mag dahingestellt sein.

Mein Lehrer hat mir ans Herz gelegt, mich dem Studium dieses Textes zu widmen, … erstens, um mir aufzuzeigen, wie wichtig das Umsetzen der Lehre bei Zeiten ist, wie entspannt ich, sofern ich stets das mir Bestmögliche gab, dem Ende entgegensehen kann, und wie hilfreich das Wissen über das Erleben im Sterbeprozess ist. Dass dem so ist, hat das Sterben meines Lehrers aufgezeigt und untermauert.


Ich habe das Buch mehrmals gelesen und mich immer wieder mit „Demut“, (mir fällt kein passenderer Begriff ein), in den Text vertieft; … faszinierend war und ist für mich die absolute Übereinstimmung der, viele Jahrhunderte alten, Darlegungen mit den von mir in den wenigen Jahrzehnten meiner Tätigkeit immer wieder beobachteten Phasen des Endes eines jeden Lebens. … Wer einen Sterbenden bis zum „Tor des Jenseits“ begleiten durfte, weiß genau, wie gering sein vermeintliches Wissen ist.


So, Martin, ... ich verspreche, ich werde Eure Diskussionen zwar verfolgen, den Inhalt meiner Zuschriften jedoch achtsamer formulieren und überdenken, bevor ich ihn absende, denn ich lerne aus Euren Diskussionen, mit Dank, stets etwas dazu: (z.B. fand ich dies und bin, so hoffe ich, wieder ein wenig schlauer: S.44.9 Die Halle der Wortgefechte - 9. Kutūhalasālā Sutta, http://www.palikanon.com/samyutta/sam44.html#s44_9)

LG mkha‘
nyalaana hat geschrieben:
jianwang, ich bin gerade streitlustig

jianwag wer schreibt hier als jainwang ? ich sag mal keiner , also hab ich deinen beitrag 979 auch nicht gelesen.

Auch beim Anhängen an Streit sollte Logic nicht vergessen werden.

:hug:

_()_

PS:Es schreibt, der las. Eben dieses Herz

Wer ist online?

Insgesamt sind 2 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 2 Gäste
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste