Buddhismus in Thailand

Moderator: void

Hallo,

ich möchte gerne lernen wie in Thailand der Buddhismus gelebt wird, d.h. in erster Linie wie einfache thailändische Menschen den Glauben ausüben.

Ich habe den Titel des Threads bewusst allgemein formuliert damit alles an Infos und Diskussionsstoff rund um den Buddhismus in Thailand hier eingebracht werden kann.

Ich fange mal an:
Auf der Seite http://www.dharmathai.com/ finden sich Texte zum in Thailand verbreiteten Morgen- und Abendgebet sowie Videoclips dazu:

Morning Chant – Worshipping the Triple Gem in Thai Buddhism


Buddhist Evening Prayer Chanting- Tam Wat Yen
Immer noch lesenswert

http://www.buddhistische-gesellschaft-berlin.de/downloads/brokenbuddha.pdf

Wenn man sich die Bedingungen deutlich macht, unter denen der Text geschrieben wird kann man die kritische Haltung zum gelebten Alltagsbuddhismus in Theravada geprägten Gemeinden in SO Asien einschätzen.
Heute ist Māgha Pūjā in Thailand!
Bei "Buddhismus in Thailand" muss ich zu allererst an Ajahn Buddhadasa denken. http://buddhadasa.de
Ein beeindruckender Mensch.
Thomas23 hat geschrieben:
Heute ist Māgha Pūjā in Thailand!

Ja, Bar-Musik und Alkohol-Ausschank verboten. :)
Losang Lamo hat geschrieben:
Bei "Buddhismus in Thailand" muss ich zu allererst an Ajahn Buddhadasa denken.

Danke! Sehr interessant.

Moosgarten hat geschrieben:
Ja, Bar-Musik und Alkohol-Ausschank verboten. :)

Stimmt. Morgens geht es in den Tempel zum Morgengebet und Abends nochmal um eine dreifache Tempelumrundung mit Kerzen usw zu machen (für die drei Juwelen). So wird es vom gemeinen Thai-Volk gehandhabt. Der ganze Tag ist ein gesetzlicher Feiertag.
Was mir noch aufgefallen ist bei meinem Urlaub:

Es scheint in sämtlichen Tempeln eine lokale Verehrung von an diesen Orten besonders tatkräftigen Äbten und Mönchen der Vergangenheit zu geben. Von diesen Personen werden ebenfalls lebensgrosse Figuren aufgestellt und ihnen wird neben den zahllosen Buddhastatuen mit Opfergaben und Gebeten gehuldigt.

Der Dalai Lama geniesst in Thailand ebenfalls hohes Ansehen und wird vielerorts zB durch das Anbringen von Bildern verehrt.
Es gibt verschiedene Schulen.
Es gibt 2 große ,und einige kleine.
Die thais sichern sich gerne nach allen Seiten ab.
Darum betet man zb auch hinduistischen gottheiten an.
Geisterglaube + Hinduismus sind wesentliche Bestandteile im thai. Buddhismus. Von anderen buddhistischen Schulen weiß man wenig.
Einige tib. Lamas bummeln durch Thailand, die werden aber nicht wirklich ernst genommen.
Es gibt viele falsche Mönche (vorwiegend aus China )

Die sangha von thich nhat hanh wächst derzeit in Thailand.
Auch gibt es ein paar chinesische Tempel.

Der “normale“ Thai strebt nicht nach Nibbana, er möchte nur eine gute Wiedergeburt.
Erleuchtung wird wie im Westen, auf ein unerreichbares Podest gestellt.
Man kocht früh morgens für die Mönche.
Die Mönche kommen zwischen 6 und 7 Uhr (pindabat = almosenrunde).
Der Mönch bedankt sich nicht, er segnet die Spender.
Man bekommt Reis , curry , suppen , süßen Reis mit Früchte.
Je reicher die Region, desto reicher die spende.

Junge gestresste Thais kaufen ihr essen und spenden es dann.
Es kann dann schon passieren, das man eine Pizza oder sonstiges fastfood in der Schüssel hat.

Berühmte lehrer ( meistens aus der Ajahn chah Linie ), kümmern sich bis zu 16 Stunden am Tag um die Probleme der besucher.

Laien übernehmen gewisse Aufgaben im Kloster.
Männer gehen mit auf pindabat und dienen als Fahrer.
Frauen kochen,putzen,organisieren den Rest.
Ohne Frauen würde der Thailändische Buddhismus nicht mehr existieren.
Die Frauen sind auch mehr an Meditation und chanting interessiert.

Wenn die Mönche zurückkehren von der almosenrunde, wird das essen meistens nochmal gekocht.
Novizen gehen dann in die Schule.
Die anderen waschen ihre roben, meditieren und entfernen die Blätter.
Man chantet zwischen 2 und 4 mal am Tag, meistens verbunden mit einer Meditation (zw 40 und 60 min)

Die thailändischen laien praktizieren meistens in der Gruppe, während die westler gerne alleine bleiben.

Thailändische retreats sind meistens sehr asketisch.
Keine dicken sitzkissen, schlafen am boden mit allen anderen.
In vielen Tempel läuft am Tag ein band, mit monotonen Belehrungen oder chantings.

Meistens gibt es eine Mahlzeit, in kälteren Regionen ( im Norden sind weniger als 10 Grad möglich) gibt es in der früh zusätzlich eine reis oder nudelsuppe.
Gegessen wird zwischen 10.30 und 12 Uhr.
Der abt isst oft mit laien und selten alleine.
Die Mönche reinigen dann ihre schale, oft übernehmen novizen (samanehns) diese Aufgabe.
Danach wird es für 2 bis 3 Stunden ruhig im Kloster.
Man duscht und schläft.
Am Nachmittag wird meditiert.
Mönche werden auch eingeladen um häuser und autos zu segnen.
Einmal die Woche gibt es die ganze Nacht, Meditation und chanting.

Der thailändische Buddhismus erhält sich durch spenden.
Oft muß geld an übergeordnete Tempel bezahlt werden.
Falls ein berühmter Abt Geburtstag hat, können schon mal Millionen eingenommen werden.
Dieses Geld wird in übergroße Statuen und riesige Tempel investiert.
Es werden Krankenhäuser und Schulen damit finanziert.
Stirbt der berühmte Mönch, stirbt der Tempel früher oder später.(bei den ganz berühmten gilt das nicht)


Im Norden ist der burmesische Einfluss deutlich zu spüren.
Einige Tempel praktizieren die mahasi methode.
Das Mantra Buddho ist weitverbreitet in Thailand.
Es gibt inzwischen aber auch Schulen die nur noch Studieren und Chanten.

Der thailändische Buddhismus wurde in den letzten Jahren von unzähligen Skandalen überschattet.
Der Islam wächst trotz Terror ziemlich stark.
Auch die christliche Gemeinde wächst.
Mal schauen wie es weiter geht.
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Es gibt verschiedene Schulen. Es gibt 2 große ,und einige kleine.


Meinst du mit Schulen hier die nikaya?

Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Die thais sichern sich gerne nach allen Seiten ab. Darum betet man zb auch hinduistischen gottheiten an. Geisterglaube + Hinduismus sind wesentliche Bestandteile im thai. Buddhismus.


Meinst du hier wirklich im "thailändischen Buddhismus" oder eher im Sinne von "im Leben thailändischer Buddhisten"? Verstehst du den Unterschied auf den ich hinaus will?
pamokkha hat geschrieben:

Meinst du mit Schulen hier die nikaya?




1. Ja
Dhammayut und Maha Nikaya.

2.
Eher "im Leben thailändischer Buddhisten"

Metta !
Danke Martin für die ausführliche Darstellung!

Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Im Norden ist der burmesische Einfluss deutlich zu spüren.
Einige Tempel praktizieren die mahasi methode.
Das Mantra Buddho ist weitverbreitet in Thailand.
Es gibt inzwischen aber auch Schulen die nur noch Studieren und Chanten.

Ich konnte am Wat Chalong und Big Buddha in Phuket ein Chanting hören, welches ich aber nicht wörtlich verstanden habe. Es würde mich interessieren ob und welche Mantren in Thailand Verwendung finden.
Was ist mit Mantra Buddho gemeint?

Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Dhammayut und Maha Nikaya.

Kannte ich bis dato noch nicht.
Dieses Chanting meine ich welches ich am Big Buddha Phuket gehört habe:





Ich wüsste gerne um welchen Text es sich hier handelt
Was ist mit Mantra Buddho gemeint?

Ich denke, damit ist gemeint, dass von thailändischen Lehrern oft gelehrt wird, bei der Meditation das Wort 'Buddho' mit dem Atem zu verbinden.
Thomas23 hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:
Bei "Buddhismus in Thailand" muss ich zu allererst an Ajahn Buddhadasa denken.

Danke! Sehr interessant.

Moosgarten hat geschrieben:
Ja, Bar-Musik und Alkohol-Ausschank verboten. :)

Stimmt. Morgens geht es in den Tempel zum Morgengebet und Abends nochmal um eine dreifache Tempelumrundung mit Kerzen usw zu machen (für die drei Juwelen). So wird es vom gemeinen Thai-Volk gehandhabt. Der ganze Tag ist ein gesetzlicher Feiertag.

Naja, war kaum was los :mrgreen:
Thomas23 hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:
Bei "Buddhismus in Thailand" muss ich zu allererst an Ajahn Buddhadasa denken.

Danke! Sehr interessant.

Und an Ajahn Chah: https://de.wikipedia.org/wiki/Ajahn_Chah. Jack Kornfield war mehrere Jahre im Koster von Ajahn Chah. Jack Kornfield zitiert in seinen Büchern auch oft Ajahn Buddhadasa. Vielleicht hat er ihn auch getroffen. Wer sich für die Vorträge von Ajahn Chah und Ajahn Buddhadasa interessiert, hat in den Büchern von Jack Kornfield auch eine gute Quelle, v.a. weil Kornfield dort gelernt hat und die Sachen in der Lehre Buddhas gut erklären kann, so dass Leute im Westen es verstehen. Anatta habe ich erst wirklich verstanden nach seiner Erklärung dazu in seinem Buch "Das weise Herz".
Von Ajahn Chah selbst gibt es viel im Netz, hier z.B. auch teilweise in Deutsch. BuddhaNet hat auch von Buddhadasa viele Texte (einfach oben bei der Suche Buddhadasa eingeben), hier (neben vielem Anderen) auch Texte auf Deutsch.
der wohl größten thai-buddhistischen Gruppe und deren Leiter, Phra Dhammajayo vom Wat Phra Dhammakaya, werden seit Jahren etlichen Skandale vorgeworfen und von den Behörden nur halbherzig untersucht.
http://www.bbc.com/news/world-asia-38989424
http://search.bangkokpost.com/search/re ... Dhammakaya
https://de.wikipedia.org/wiki/Wat_Phra_Dhammakaya
In Deutschland gibt es z.B. 7 Gruppen dieser Gemeinschaft
http://www.dhammakaya.net/modules/cente ... country=de

In Thailand gibt es auch mittlerweile einige wenige vollordinierte Bhikkhunis, die aber von einem großen Teil der Gesellschaft und von öffentlichen Behörden usw. immer noch nicht anerkannt werden
http://www.ozy.com/provocateurs/thailan ... -nun/66506
http://www.patheos.com/blogs/americanbu ... -nuns.html

Was ist mit Mantra Buddho gemeint?

http://www.accesstoinsight.org/lib/thai ... uddho.html
http://www.dhammawheel.com/viewtopic.php?t=21003

Thailands Buddhisten haben nun auch ein neues Oberhaupt
http://www.buddhistchannel.tv/index.php ... 67,0,0,1,0
Vielen Dank für die guten Infos!

Da kommt ja so langsam was zusammen.

Was mir beim letzten Thailand-Urlaub am Wat Chalong aufgefallen ist:
Es existieren in Thailand sowas wie große Kamine auf dem Tempelareal wo Feuerwerksähnliches Material als Opfergabe verbrannt wird. Ich habe das selbst erlebt. Es knallt wie hunderte von Knallfröschen und aus der Öffnung oben kommen Rauch und Funken raus.
Artikel vom 24.02. zum Thema allgemein.

http://www.chiangraitimes.com/the-power ... e-row.html
Ein schon älterer Text (1997) hauptsächlich über Santi Asoke. Aber auch mit interessanten Details zum Buddhismus in Thailand allgemein.

http://www.asoke.info/bunniyom/mara/mara300.pdf
Thomas23 hat geschrieben:
Es existieren in Thailand sowas wie große Kamine auf dem Tempelareal wo Feuerwerksähnliches Material als Opfergabe verbrannt wird. Ich habe das selbst erlebt. Es knallt wie hunderte von Knallfröschen und aus der Öffnung oben kommen Rauch und Funken raus.

Die kleinen Jungs brauchen halt immer was zu spielen.
Ich war vor ein paar Jahren in Wat Pah Nanachat (Thai forest tradition Ajahn Chah) und war sehr beeindruckt von der Hingabe und Gebefreudigkeit einiger Laien vor Ort. Die Leute sind zum Teil ziemlich arm, aber trotzdem bereit, die Mönche zu unterstützen. Dieses Vertrauen und dieser Glaube hat mich sehr bewegt. Natürlich kann ich nicht sagen, welche Motivation im Einzelfall dahinter steht. Ich war öfters auf "pindapat" (Almosengang) dabei und das war eine der schönsten und inspirierendsten Erfahrungen meines Aufenthalts im Kloster.
Varadinno hat geschrieben:
...war sehr beeindruckt von der Hingabe und Gebefreudigkeit einiger Laien vor Ort. Die Leute sind zum Teil ziemlich arm, aber trotzdem bereit, die Mönche zu unterstützen. Dieses Vertrauen und dieser Glaube hat mich sehr bewegt. Natürlich kann ich nicht sagen, welche Motivation im Einzelfall dahinter steht.

Diesen Eindruck habe ich auch gewonnen.
Die Menschen dort sind Buddhisten mit ganzem Herzen. Sie haben oftmals wahrscheinlich niemals Zeit und Gelegenheit gehabt den Dharma tatsächlich zu studieren und intellektuell zu verstehen, aber sie praktizieren mit ganzem Herzen und ganzer Hingabe!
Hingabe und Vertrauen sind die Basis des Weges!
Die zahlreichen einfachen Thais machen sich keine Illusion in ihrem jetzigen Leben Erleuchtung erlangen zu können. Sie wissen um ihr hartes samsarisches Los und bleiben bescheiden bei der Basis:
Hingabe und Vertrauen mit ganzem Herzen.

Hierzulande und vermutlich in westlichen Ländern allgemein habe ich eher den Eindruck das es den Menschen an dieser Hingabe und diesem Vertrauen fehlt!
Es besteht bei uns "Westlern" m.E. vielmehr die Gefahr das eigene Ego aufzuplustern weil man ja den Dharma studiert und (angeblich) verstanden hat. Hingabe und Vertrauen.. Gaben etc hingegen werden sehr vernachlässigt... allenfalls "dünn drüber" praktiziert. Gefahr fürs Ego eben :roll: :wink:

Genau das ist es was ich hier vermisse! "Echt" und mit ganzem Herzen praktizierter Buddhismus statt intellektuelles Studienfutter mit Seminarcharakter.
Kommt drauf an, wo man hinguckt. Ich kenne auch hierzulande beeindruckende Praktizierende, die durch ihr bloßes bescheidenes, freudiges Auftreten eine große Lektion vermitteln können, was Dharma bedeutet.
Es gibt Leute, die ziehen so einen Hauch von "Reinem Land" hinter sich her... ohne es selbst großartig zu wissen oder sich wohlmöglich was drauf einzubilden. :-)
Thomas23 hat geschrieben:
Varadinno hat geschrieben:
...war sehr beeindruckt von der Hingabe und Gebefreudigkeit einiger Laien vor Ort. Die Leute sind zum Teil ziemlich arm, aber trotzdem bereit, die Mönche zu unterstützen. Dieses Vertrauen und dieser Glaube hat mich sehr bewegt. Natürlich kann ich nicht sagen, welche Motivation im Einzelfall dahinter steht.

Diesen Eindruck habe ich auch gewonnen.
Die Menschen dort sind Buddhisten mit ganzem Herzen. Sie haben oftmals wahrscheinlich niemals Zeit und Gelegenheit gehabt den Dharma tatsächlich zu studieren und intellektuell zu verstehen, aber sie praktizieren mit ganzem Herzen und ganzer Hingabe!
Hingabe und Vertrauen sind die Basis des Weges!
Die zahlreichen einfachen Thais machen sich keine Illusion in ihrem jetzigen Leben Erleuchtung erlangen zu können. Sie wissen um ihr hartes samsarisches Los und bleiben bescheiden bei der Basis:
Hingabe und Vertrauen mit ganzem Herzen.

Hierzulande und vermutlich in westlichen Ländern allgemein habe ich eher den Eindruck das es den Menschen an dieser Hingabe und diesem Vertrauen fehlt!
Es besteht bei uns "Westlern" m.E. vielmehr die Gefahr das eigene Ego aufzuplustern weil man ja den Dharma studiert und (angeblich) verstanden hat. Hingabe und Vertrauen.. Gaben etc hingegen werden sehr vernachlässigt... allenfalls "dünn drüber" praktiziert. Gefahr fürs Ego eben :roll: :wink:

Genau das ist es was ich hier vermisse! "Echt" und mit ganzem Herzen praktizierter Buddhismus statt intellektuelles Studienfutter mit Seminarcharakter.


Die leiden und wir leiden.
Die lassen das Nibana weg, wir die Wiedergeburt.
Die thais haben mehr vertrauen in den Lehrer, weniger in die eigenen Fähigkeiten.

Wir lassen uns nichts mehr sagen.
Wird es schwierig, laufen wir zur nächsten Schule.

Samsara eben....
Guten Morgen. Ich finde Pauschalisierungen immer etwas schwierig. Natürlich gibt es kulturelle Unterschiede und Tendenzen. Ich wurde z. B. in Bangkok von wildfremden Frauen zu einem - kostenlosen - wunderbaren Essen eingeladen - nur weil ich auf der Straße rumgeschlendert war. Und einmal wurde ich dort Opfer von Trickbetrügern, die mich auf eine ungewollte Verkaufstour geschickt haben - dabei wollte ich mir nur einen Tempel anschauen. War letztendlich dann doch ein vergnüglicher Trip. Kamma hat manchmal seltsame Auswirkungen...ich bin jedenfalls den Thais auf ewig dankbar: weil sie mir eine lebendige Tradition zur Verfügung gestellt haben (Ajahn Chah), von der ich wohl lebenslang profitieren werde. Natürlich kenne ich auch die schwierige Situation der Frauen in Klöstern dort. So etwas wie Perfektion oder absolute Reinheit ist von der Welt nicht zu erwarten. Ich praktiziere mit dem, was ist.
Noch eine Anmerkung: in irgendeinem Thread meine ich gelesen zu haben, dass Ajahn Chah dem Dhammayut zugeordnet wird. Das ist nicht korrekt: er war ein Maha Nikaya Mönch.
Varadinno hat geschrieben:
Ich war öfters auf "pindapat" (Almosengang) dabei und das war eine der schönsten und inspirierendsten Erfahrungen meines Aufenthalts im Kloster.


Für mich auch.
@Martin: warum wolltest du nicht in Nanachat ordinieren? Ich persönlich fand es nicht sehr hart (na gut: das Liegen auf dem Bretterboden des Kuti schon...) dort. Ich war zwei Monate in Nanachat und fand die Zeit extrem hilfreich für meine Praxis.
Varadinno hat geschrieben:
@Martin: warum wolltest du nicht in Nanachat ordinieren? Ich persönlich fand es nicht sehr hart (na gut: das Liegen auf dem Bretterboden des Kuti schon...) dort. Ich war zwei Monate in Nanachat und fand die Zeit extrem hilfreich für meine Praxis.


Ich war vorher in wat sanghatan (ähnlich wie nanachat).
Ich finde in wat pa übertreibt man es ein wenig. Wollte ja am Anfang nur 7 Tage meditieren, bin dann über 3 Monate geblieben.

Ordiniert hab ich später wo anders.
Ich habe nichts gegen eine Probezeit, aber ich kann nicht 1 oder 2 jahre warten auf meine nehn ordination...während jeder thai innerhalb von 3 Wochen ordiniert wurde (zum phra).

Wir hatten nicht mal eine Kutti.
Geschlafen wurde in der chanting halle ohne Matratzen/matten.

Unser Shirt war unser kissen.
9 pm war unsere Meditation beendet, danach wurde die halle aufgeräumt und um 2 uhr durften wir die halle wieder vorbereiten.

Später wurde ich innerhalb von 3 Monaten zum nehn ordiniert, 3 Monate später zum phra.
Die 3 Monate waren in Ordnung, ich musste ja den ganzen Text lernen und verstehen.
@Martin: Vielen Dank für deine Offenheit. Genau aus diesem Grund bin ich eigentlich auch hier: Erfahrungsaustausch, Impulse, Inspiration.
Ich war 2011 in Nanachat und ich fühlte mich sehr gut aufgehoben dort. Bekam nach 5 Tagen ein Kuti (musste zwar mehrmals umziehen, aber "so what") und durfte Pindapat mitmachen. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es für Newcomer dort schwierig sein kann (ich hatte damals schon fast 20 Jahre Meditation und Klostererfahrung "auf dem Buckel"), weil es kaum Anleitung gibt. Einige andere Besucher wirkten manchmal etwas" verloren". Ist halt auch kein retreatcenter. Wahrscheinlich hängt das Ganze auch damit zusammen, wer Abt oder Gästemönch ist. Ich durfte sogar mit dem Sangha zum statefuneral von Ajahn Maha Bua fahren - eine der surrealsten Erfahrungen meines Lebens übrigens...

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