Buddhistische Verführung

Moderator: void

Hallo ihr Lieben,

Darf man als Theravada-Buddhist eine oder mehrere Frauen verführen?. Mit dem Ziel ihnen Zärtlichkeit, Geborgenheit und Nähe zu geben und von ihnen zu bekommen?.
Ich habe mal in der Wikipedia nachgesehn, was "Verführung" genau ist:

    Verführen (substantiviert Verführung, auch Verlockung oder Seduktion) bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch, jemanden zur Hingabe zu bewegen, das heißt, eine Person gewaltlos so zu „manipulieren“, dass sie etwas tut, was sie eigentlich nicht wollte (zum Beispiel sich sexuellen Handlungen hinzugeben, eine Religion anzunehmen, etwas zu kaufen, und andere Handlungen).https://de.wikipedia.org/wiki/Verf%C3%BChrung

Ein wichtiger Element scheint also die "Manipulation" zu sein. Das Charateristikum der rechten Rede ist es aber gerade nicht manipulativ zu sein:

    Da hat einer das Lügen verworfen, vom Lügen steht er ab. Die Wahrheit spricht er, ist der Wahrheit ergeben, an der Wahrheit hält er fest, ist vertrauenswürdig, betrügt die Menschen nicht.
Es kommt darauf an, was Du unter "Theravada-Buddhist" verstehst.

Als Mönch wirst Du es sicher nicht dürfen.

Als Laie könntest Du überlegen, ob Du es nicht lieber bleiben lassen solltest.

"Māgandiya, früher, als ich ein Leben zu Hause führte, vergnügte ich mich, versorgt und ausgestattet mit den fünf Strängen sinnlichen Vergnügens: mit Formen, die mit dem Auge erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen; [...] mit Berührungsobjekten, die mit dem Körper erfahrbar sind, die erwünscht, begehrt, angenehm und liebenswert sind, die mit Sinnesgier verbunden sind und Begierde hervorrufen.

Ich hatte drei Paläste, einen für die Regenzeit, einen für den Winter und einen für den Sommer. Ich hielt mich die vier Monate der Regenzeit über im Regenzeit-Palast auf, vergnügte mich mit Musikern, die alle Frauen waren, und ich ging nicht zum unteren Palast hinunter."

"Bei einer späteren Gelegenheit, nachdem ich den Ursprung, das Verschwinden, die Befriedigung, die Gefahr und das Entkommen im Falle der Sinnesvergnügen der Wirklichkeit entsprechend kannte , überwand ich das Begehren nach Sinnesvergnügen, entfernte ich das Fieber nach Sinnesvergnügen, und ich verweile ohne Durst, mit einem Geist, der inneren Frieden hat. Ich sehe andere Wesen, die nicht frei von Sinnesbegierde sind, die vom Begehren nach Sinnesvergnügen verzehrt werden, die vor Fieber nach Sinnesvergnügen brennen, die in Sinnesvergnügen schwelgen, und ich beneide sie nicht, auch ergötze ich mich nicht daran.

Warum ist das so? Māgandiya, weil es eine Freude gibt, abseits von Sinnesvergnügen, abseits von unheilsamen Geisteszuständen, welche himmlische Glückseligkeit übertrifft.

Da ich mich an jenem erfreue, beneide ich nicht, was geringer ist, auch ergötze ich mich nicht daran."

(Majjhima Nikāya 75: An Māgandiya - Māgandiya Sutta)

Viele Grüße
Elliot
kenjukate hat geschrieben:
Hallo ihr Lieben,

Darf man als Theravada-Buddhist eine oder mehrere Frauen verführen?. Mit dem Ziel ihnen Zärtlichkeit, Geborgenheit und Nähe zu geben und von ihnen zu bekommen?.


Bitte beschreibe, was Du damit meinst..

Was bedeutet für Dich Theravada-Buddhist? Was bedeutet verführen (neben Gedanken sexueller Ausbeutung?)

Wofür möchtest Du hier stehen? Wofür möchtest Du hier in diesem Forum gehalten werden?
kenjukate hat geschrieben:
Hallo ihr Lieben,

Darf man als Theravada-Buddhist eine oder mehrere Frauen verführen?. Mit dem Ziel ihnen Zärtlichkeit, Geborgenheit und Nähe zu geben und von ihnen zu bekommen?.


Gefällt dir Samsara ?
Erfreust Du dich an Krankheit, Tod,Verlust deiner Lieben ?

In Wirklichkeit verführen wir niemanden, Samsara verführt uns.
Wer soll dich stoppen ?
Von wem willst Du eine Erlaubnis ?

Du gestaltest deine Zukunft.
Buddhismus (theravada) ist für mich ein Heilmittel.
Ich habe Glück gegen Frieden getauscht.
Zärtlichkeit/Geborgenheit/Nähe ist vergänglich.
In vergänglichen dingen findest Du vergängliches Glück.
Ob man darf ist nicht die Frage, ob man die Nebenwirkungen in kauf nimmt...wohl eher.

Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
Ich wünsche Dir frieden!
void hat geschrieben:
(...) Ein wichtiger Element scheint also die "Manipulation" zu sein. Das Charateristikum der rechten Rede ist es aber gerade nicht manipulativ zu sein (...)

Yup, gut gesagt. Ich bin von den religiösen Elementen im Buddhismus nicht so überzeugt, aber ich halte jedenfalls Karma für real existierend. Ein solches Verhalten ist der Frau gegenüber unehrlich und führt zu schlechtem Karma.

Wenn ich mein Leben zurückschaue, sehe ich, dass ich nicht bekomme habe, was ich nicht verdient habe. Ich muss nur aufhören zu jammern, dann ist es gut zu sehen. Und ich habe das bekommen, was ich verdient habe. Das sehe ich auch in der Gegenwart. Man muss nur anfangen genau hinzusehen. Nach meiner Meinung gibt es keinen Weg am Karma vorbei.

"Corriger la fortune" führt im besten Falle zu neutralem Karma und das bedeutet immer noch Zeitverlust. Im Normalfall bedeutet es, dass man sich an solche kleine Tricks gewöhnt und in kleinen und eben schleichenden Schritten immer mehr da hingerät. Etwas Gutes kommt nur heraus, wenn man sich an die Rechte Rede hält und ohne Hintersinn ist, denn das trübt den Geist ein. Das Denken, dass man sich jemanden aussuchen kann, ist n.m.M. bereits ein Reinfallen auf die Gier. Man kann nur für ein gutes Karma sorgen und aus dem, was sich ohne Hintersinn ergibt, das Beste machen. Alles andere führt nur zum Abdriften in Phantasiewelten und ist nicht heilsam.
Ich glaube nicht, dass allgemein Verführung so verstanden wird wie von Wikipedia. "Einmal probiert, für immer verführt" - so könnte man nicht werben, wenn Verführung nicht eher positiv betrachtet würde, als geschicktes, aber lohnenswertes Verlocken oder Einlullen. Nur im Strafrecht bekommt es in einem bestimmten Bereiche eine negative Bedeutung.

Der Theravada-Buddhist könnte ja dann einfach mit der Wahrheit verführen: "Du bist so wunderschön." - "Ich möchte mit dir zusammensein." Wahrscheinlich macht er die Erfahrung, dass Frauen es so sehen, wie ich oben beschrieben habe, und statt schlichter Wahrheit lieber verführt werden wollen, also eingesponnen in ein Geflecht von schönen Worten, die eher nicht zu direkt sein sollten. Wahrscheinlich hat das schon früher so funktioniert, also hat man im Theravada empfohlen, es gleich ganz bleiben zu lassen und auf sinnliche Neigungen zu verzichten.
Abseits vom Buddhismus, mehrere Frauen gleichzeitig haben, dass stell ich mir sehr anstrengend und schwierig vor. Man könnte schon fast von Arbeit reden.
Alleine was das Zeitmanagement kostet, Energie und Micromanagement.
Da könnte man schon fast von Leid oder von Dukkha sprechen.
Verstricken in ausflüchte, vielleicht darf die eine nichts von der anderen Wissen und vice versa.
Ganz schön viel Aufwand für "Zärtlichkeit".

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