Rechte Erkenntnis

Moderator: void

Rechte Erkenntnis (zitiert aus Wikipedia):

Rechte Erkenntnis (sammā diṭṭhi) ist die Einsicht in die Vier Edlen Wahrheiten vom Leiden, der Leidensentstehung, der Leidenserlöschung und des zur Leidenserlöschung führenden Achtfachen Edlen Pfades (D 22). Im weiteren Sinne umfasst rechte Erkenntnis die Einsicht in weitere zentrale buddhistische Lehrinhalte, insbesondere:

das Gesetz vom Bedingten Entstehen, das die Ursachen des Wiedergeburtskreislaufs (Samsara) und dessen Überwindung (Nirvana) aus buddhistischer Sicht erklärt (MN 9),
die Drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Nicht-Selbst, denen alle physischen und psychischen Phänomene unterworfen sind (MN 35),
das Karma-Prinzip, das zwischen heilsamen (kusala) und unheilsamen (akusala) Willenshandlungen unterscheidet (MN 117).


Die rechte Erkenntnis ist das erste Glied des achtfachen Pfades. Doch wie entwickelt man diese Erkenntnis (Weisheit) ? Sind die anderen 7 Glieder, die danach folgen Instrumente, um diese Weisheit zu entwickeln oder entwickelt man erst rechte Erkenntnis und dann schrittweise die anderen Glieder des 8 fachen Pfades ? Sind die 8 Glieder des Pfades also chronologisch zu betrachten oder ist es eher eine synchrone Entwicklung aller Glieder ?
Hi Sherab,
m.E. ist es eher so, dass wir mit bestimmten Qualitäten auf die Lehre "stoßen". Zum Beispiel ein Mensch, der ohnehin nicht lügt, stiehlt und tötet, ehebricht usw. Was ist daran so besonders?
Die rechte Erkenntnis steht sicher an erster Stelle, weil sie die wichtigste Aussage des Buddha ist.
Alles andere geht ohnehin gleichzeitig - mehr oder weniger. :D
_()_ Monika
Sherab Yönten hat geschrieben:
Die rechte Erkenntnis ist das erste Glied des achtfachen Pfades. Doch wie entwickelt man diese Erkenntnis (Weisheit) ?


Durch tiefes Nachdenken bzw. Betrachten, Meditation und Erfahrung würde ich sagen.

Sherab Yönten hat geschrieben:
Sind die anderen 7 Glieder, die danach folgen Instrumente, um diese Weisheit zu entwickeln oder entwickelt man erst rechte Erkenntnis und dann schrittweise die anderen Glieder des 8 fachen Pfades ? Sind die 8 Glieder des Pfades also chronologisch zu betrachten oder ist es eher eine synchrone Entwicklung aller Glieder ?


Ohne ein Mindestmaß an rechter Erkenntnis wird sich alles Andere nicht entwickeln, die anderen Glieder sind dann wiederum unumgänglich zur Vertiefung oder weiteren Klärung des Erkennens, also in weiterer Folge ist es eher eine synchrone Entwicklung so wie ich das sehe. Weil unrechtes Handeln ja die rechte Erkenntnis behindert.
mukti hat geschrieben:
Durch tiefes Nachdenken bzw. Betrachten, Meditation und Erfahrung würde ich sagen.


Nachdenken worüber ?
Unter sammā-ditthi wird der Zusammenhang als ein "Begleiten und Folgen" beschrieben:

    VON DREI DINGEN BEGLEITET

    Wenn man nun verkehrte Erkenntnis als verkehrt und rechte Erkenntnis als recht erkennt, so hat man rechte Erkenntnis. Wenn man verkehrte Gesinnung . . . verkehrte Rede . . . verkehrtes Tun . . . verkehrten Lebensunterhalt als verkehrt und rechten Lebensunterhalt als recht erkennt, so hat man rechte Erkenntnis.

    Während man sich aber bemüht, die verkehrte Erkenntnis zu überwinden und die rechte Erkenntnis zu erwecken, zu einer solchen Zeit übt man Rechte Anstrengung (sammā-vāyāma).
    Während man aber voll Achtsamkeit die verkehrte Erkenntnis überwindet und die rechte Erkenntnis erweckt, zu einer solchen Zeit übt man Rechte Achtsamkeit (sammā-sati).
    Somit gibt es drei Dinge, die die rechte Erkenntnis begleiten und ihr folgen, nämlich: rechte Erkenntnis, rechte Anstrengung und rechte Achtsamkeit.
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Durch tiefes Nachdenken bzw. Betrachten, Meditation und Erfahrung würde ich sagen.


Nachdenken worüber ?


Zunächst darüber, worüber es sich nachzudenken lohnt :wink: Da scheinen mir die vier edlen Wahrheiten und was sich daraus alles ergibt für das Erkennen sehr geeignet.
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Durch tiefes Nachdenken bzw. Betrachten, Meditation und Erfahrung würde ich sagen.


Nachdenken worüber ?
Darüber was Vorstellung, meine Gedankengebäude, sind und was Sinnesobjekte. Darüber ob die Sinnesobjekte wirklich das sind was ich über sie denke. Nach/weg/denken darüber welche Meinungen ich habe und wie ich die Sinnesobjekte von meinen Meinungen befreie. Nur ein Gedanke reicht: Ist das worüber ich nachdenke ein Sinnesobjekt oder ein Geistesobjekt. In der Meditation ein Irrsinn sonder Gleichen.
mukti hat geschrieben:
Da scheinen mir die vier edlen Wahrheiten und was sich daraus alles ergibt für das Erkennen sehr geeignet.


Also über Dukha und wie man Dukha überwindet.

Ich glaube, die meisten Nicht-Buddhisten haben bereits mit der ersten Wahrheit ihre Probleme und können nichts damit anfangen....

Wieso "Leiden" ? Mir geht es doch gut. Wozu soll ich Leiden überwinden ? Natürlich ist alles vergänglich, aber jetzt will ich erst mal das Leben genießen und mich nicht mit Leid und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Das kommt schon noch früh genug.

Ellviral hat geschrieben:
Ist das worüber ich nachdenke ein Sinnesobjekt oder ein Geistesobjekt.


Also, Nachdenken über die Funktionsweise des Geistes.

void hat geschrieben:
Während man sich aber bemüht, die verkehrte Erkenntnis zu überwinden und die rechte Erkenntnis zu erwecken, zu einer solchen Zeit übt man Rechte Anstrengung (sammā-vāyāma).


Da muss man auch erst mal wissen, was "richtig" ist und was "verkehrt" ist.
Sherab Yönten hat geschrieben:
void hat geschrieben:
Während man sich aber bemüht, die verkehrte Erkenntnis zu überwinden und die rechte Erkenntnis zu erwecken, zu einer solchen Zeit übt man Rechte Anstrengung (sammā-vāyāma).


Da muss man auch erst mal wissen, was "richtig" ist und was "verkehrt" ist.


Unter sammā-ditthi steht ja, was unter rechter Erkenntnis gemeint ist:

  • Erkenntnis der 4 edlen Wahrheiten
  • Erkenntnis des Heilsamen und Unheilsamen
  • Erkenntnis der drei Daseinsmerkmale
  • usw. siehe link

Es ist ja jeweils keni einfaches für wahr halten von Aussagen, sondern eher eine Trainieren von Fähigkeiten. Also im Alltag immer besser Heilsames von Uheilsamen unterscheidrn zu können, oder bei jedem einzelnen Ding den Aspekt der Vergänglichkeit immer besser zu sehen.

Was ich mich auch frage, ist inwieweit das intektuelle Fähigkeiten vorraussetzt, oder ob man nicht auch ein ganz und gar unintektueller Mensch oder geradezu dummer Mensch sei kann, und das trotzdem lernen kann. Weil es mehr eine Schulung des Herzens ist als ein intektuelles Unterfangen.

Kann man sich nicht auch einen "dummen Arhat" vorstellen, der diese Fähigkeiten verwirklicht hat auch ohne sonst eine grosse Leuchte zu sein?

Gibt es da Beispiele dafür oder mache ich einen Denkfehler?
Sherab Yönten hat geschrieben:

Ellviral hat geschrieben:
Ist das worüber ich nachdenke ein Sinnesobjekt oder ein Geistesobjekt.


Also, Nachdenken über die Funktionsweise des Geistes.
Über Sinnesobjekte gibt es kein Nachdenken da ist nur wahrnehmen. Nachdenken gibt es nur über die Ansichten/Meinungen die über ein Sinnesobjekt bestehen, über Geistesobjekte.
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Da scheinen mir die vier edlen Wahrheiten und was sich daraus alles ergibt für das Erkennen sehr geeignet.


Also über Dukha und wie man Dukha überwindet.

Ich glaube, die meisten Nicht-Buddhisten haben bereits mit der ersten Wahrheit ihre Probleme und können nichts damit anfangen....

Wieso "Leiden" ? Mir geht es doch gut. Wozu soll ich Leiden überwinden ? Natürlich ist alles vergänglich, aber jetzt will ich erst mal das Leben genießen und mich nicht mit Leid und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Das kommt schon noch früh genug.


Wenn das Leiden kommt dann wäre es besser man hätte vorher darüber nachgedacht und nicht nur auf das Genießen gesetzt. Abgesehen davon müsste man nicht nach Genuss streben wenn das Leben in sich ohne Leid wäre, es ist nur der Versuch dem Leid zu entkommen. Das fängt schon damit an, dass man etwas tun muss um genießen zu können, ansonsten verhungert man, erfriert oder verwahrlost usw. Bestenfalls kann man eine Zeitlang mehr Glück als Leid erfahren, was aber belanglos wird wenn es damit zu Ende geht.
void hat geschrieben:

Was ich mich auch frage, ist inwieweit das intektuelle Fähigkeiten vorraussetzt, oder ob man nicht auch ein ganz und gar unintektueller Mensch oder geradezu dummer Mensch sei kann, und das trotzdem lernen kann. Weil es mehr eine Schulung des Herzens ist als ein intektuelles Unterfangen.

Kann man sich nicht auch einen "dummen Arhat" vorstellen, der diese Fähigkeiten verwirklicht hat auch ohne sonst eine grosse Leuchte zu sein?

Gibt es da Beispiele dafür oder mache ich einen Denkfehler?


Da gab es doch einen erfolgreichen Mönch dem der Buddha ein Tuch zum reinigen gab, weil er sonst nichts kapiert hat. Ich weiß aber jetzt nicht wo das steht.
Ein MIndestmaß an Intellekt wird schon nötig sein denke ich, aber man kann wohl spontan das Richtige erkennen, intuitiv oder mit dem Herzen. Mir scheint auch dass es gar nicht so zielführend ist, alles Vertrauen in den Intellekt zu setzen. Und die Ethik spielt eine bedeutende Rolle, weshalb ein ehrlicher gutmütiger Mensch wohl keine schlechteren Voraussetzungen hat als ein skrupelloser Intellektueller. Schließlich gilt in Asien meist das Herz als Sitz des Geistes und nicht der Kopf, was an den bekannten christlichen Ausspruch erinnert "man sieht nur mit dem Herzen gut".
Sherab Yönten hat geschrieben:
Die rechte Erkenntnis ist das erste Glied des achtfachen Pfades. Doch wie entwickelt man diese Erkenntnis (Weisheit) ?

Um zur Erkenntnis zu gelangen, gibt es zwei Ansatzpunkte. Ein Mensch leidet und möchte sein Leid überwinden. Dann überlegt er, was er tun kann. Er probiert verschiedene Dinge aus und gelangt so zur Erkenntnis des richtigen Weges. Wenn ein Mensch am Leben leidet, dann fehlt ihm normalerweise inneres Glück. Er versucht als erstes durch äußere Dinge innerlich glücklich zu werden. Er erkennt, dass ihn äußere Dinge nur für kurze Zeit und auf einer oberflächlichen Ebene glücklich machen können. Er findet den Weg der Meditation und der Arbeit an seinen Gedanken. Er überwindet unheilsame Gedanken, findet inneren Frieden und erreicht ein glückliches Leben.

Der zweite Ansatzpunkt besteht darin sich auf das Ziel zu konzentrieren. Ein Mensch denkt nach und fragt sich, was er in seinem Leben erreichen möchte. Irgendwann kommt er zu dem Ergebnis, dass er glücklich sein möchte. Nach der Glücksforschung kommen 90 % des Glücks eines Menschen aus seiner Psyche. Ein Mensch braucht eine Glückspsyche, um glücklich leben zu können. Eine Glückpsyche entsteht durch positive Gedanken und Gefühle. Also arbeitet der Mensch konsequent an seinen Gedanken. Er entwickelt Potentiale wie inneren Frieden, umfassende Liebe, Weisheit und Selbstdisziplin.

Das höchste Glück ist in der Erleuchtung zu finden. Erleuchtung ist der tiefere Sinn des Lebens. Wenn ein Mensch das begreift, möchte er erleuchtet werden. Wenn man zur Erleuchtung kommen möchte, muss man den Weg der Erleuchtung gehen. Dafür gibt es verschiedene Techniken. Ein Mensch probiert aus, was für ihn funktioniert. Er meditiert, praktiziert Yoga, arbeitet an seinen Gedanken und tut allen Wesen Gutes. Eines Tages macht es klick und er ist erleuchtet. Dann freut er sich.
Nils hat geschrieben:
Ein Mensch probiert aus, was für ihn funktioniert. Er meditiert, praktiziert Yoga, arbeitet an seinen Gedanken und tut allen Wesen Gutes. Eines Tages macht es klick und er ist erleuchtet. Dann freut er sich.



NIls, für diese prägnante Zusammenfassung wirst du gerade gelikt... :D
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Da scheinen mir die vier edlen Wahrheiten und was sich daraus alles ergibt für das Erkennen sehr geeignet.


Also über Dukha und wie man Dukha überwindet.

Ich glaube, die meisten Nicht-Buddhisten haben bereits mit der ersten Wahrheit ihre Probleme und können nichts damit anfangen....


Warum sind sie dann Buddhisten? Das hat mich schon immer interessiert. Man verstellt sich dadurch nur, oder nicht?
“kati panāvuso, paccayā sammādiṭṭhiyā uppādāyā”ti?
“dve kho, āvuso, paccayā sammādiṭṭhiyā uppādāya — parato ca ghoso, yoniso ca manasikāro.”ti

- MN 43


"Freund, wieviele Bedingungen für das Entstehen von Rechter Ansicht?"

"Zwei Bedingungen, Freund, für das Entstehen von Rechter Ansicht - die Aussage eines anderen und gründliche Aufmerksamkeit."
Hallo Void,

Du schriebst weiter oben im thread:

Was ich mich auch frage, ist inwieweit das intektuelle Fähigkeiten vorraussetzt, oder ob man nicht auch ein ganz und gar unintektueller Mensch oder geradezu dummer Mensch sei kann, und das trotzdem lernen kann. Weil es mehr eine Schulung des Herzens ist als ein intektuelles Unterfangen.

Kann man sich nicht auch einen "dummen Arhat" vorstellen, der diese Fähigkeiten verwirklicht hat auch ohne sonst eine grosse Leuchte zu sein?

Gibt es da Beispiele dafür oder mache ich einen Denkfehler?


Auch wenn ich mich für die Authentizität des Chudapanthaka nicht verbürgen kann ( :wink: ) - es gibt sie gewiss, diese Menschen, die ihm ähnlich sind. Sie machen sich auf, (gate, gate), nach etwas zu suchen, wovon sie glauben, dass es ihnen fehle, ... Irgendwann wählen sie einen der ´zig Pfade - (nein, nicht nach Rom), sondern den einen, der für sie zugeschnitten ist, den einen, der zu diesem letzten Schritt, diesem pāragate, führt, und ... wow, ... pārasaṃgate bodhi svāhā!

Hier eine kleine Geschichte für Dich:

Beseitige Schmutz, beseitige Flecken - Alltagshandlungen zu Dharma machen – Die Geschichte des Chudapanthaka, erzählt von Pabongka Rinpoche in seinem Werk "Befreiung in unseren Händen".

Chudapanthaka beseitigte Hindernisse für die Dharma-Praxis, indem er lange Zeit den Tempel fegte.

Karmische Hindernisse überwinden - Arya Chudapanthaka erlangte den Stand eines Arhat, indem er einen Raum säuberte. [...]

Als Junge versuchte Chudapanthaka, lesen zu lernen. Doch wenn er sich beispielsweise das Wort siddham merken wollte, hatte er jedes Mal, sobald er die Silbe sid lesen konnte, das dham wieder vergessen. Wenn er das dham gelernt hatte, konnte er sich schon nicht mehr an das sid erinnern. Der Name Chudapanthaka stand für "dumm", "Dümmster der Dummen", "gering", "Geringster der Geringen."

Sein Bruder gab Chuda dann die Ordination und versuchte, ihn zu fördern; er gab jedoch nach drei Monaten auf und warf ihn aus dem Jetavana-Hein, in dem die Mönche lebten.

Der Buddha, unser Lehrer, ging voller Mitgefühl zu ihm. "Panthaka, warum weinst du?" fragte er. "Mein Abt hat mich beschimpft", war die Antwort. Darauf sprach der Buddha: "Es gibt Lobesworte von Narren und Schmähungen von Gelehrten. Es ist besser, von einem Gelehrten geschmäht zu werden, als Lob von einem ungebildeten Kind zu erhalten." [...]

Der Buddha gab Chudapanthaka folgende Worte zum Auswendiglernen: "Beseitige Schmutz, beseitige Flecken." Als sich auch dies für zu schwierig erwies, dachte der Buddha: "Ich werde ihn von seinem schlechten Karma reinigen."

"Panathaka, kannst Du die Sandalen der Mönche putzen?", fragte der Buddha. Er antwortete: "Ja, Verehrungswürdiger, das kann ich." "Dann putze die Sandalen der Mönche", wies ihn der Buddha an. "Und ihr Mönche müsst ihn das tun lassen, damit er sein Karma bereinigen kann. Ihr müsst die Worte rezitieren, aufdass er sie schließlich auch erlernt."

Nachdem Chudapanthaka gelernt hatte, die beiden Sätze zu rezitieren, sagte der Buddha: "Nun brauchst du ihre Sandalen nicht mehr zu putzen, aber sage weiter die beiden Sätze auf, während du den Tempel kehrst."

Als man Chuda die Aufgabe übertragen hatte, den Tempel zu fegen, entwickelte er große Ausdauer bei dieser Beschäftigung. Der Buddha bewirkte, dass die linke Seite sofort wieder schmutzig war, sobald er die rechte Seite des Tempels gekehrt hatte, und sobald die linke sauber war, die rechte wieder der Reinigung bedurfte. Chudapanthaka ließ in seinem Eifer nicht nach, und so wurden sein Karma und seine Geistestrübungen schließlich geläutert.
Da kam ihm der Gedanke: "Als der Lehrer sagte: 'Beseitige Schmutz, beseitige Flecken', meinte er da inneren oder äußeren Schmutz?"

Nun kamen ihm drei Verse in den Sinn, die er noch zuvor gehört hatte:

1. "Schmutz bedeutet Anhaftung, nicht Schmutzpartikel; Schmutz ist ein anderes Wort für Anhaftung, nicht für Dreck. Weise beseitigen diese Art von Schmutz und folgen gewissenhaft den Lehren des Sugata. –
2. Schmutz bedeutet Feindseligkeit, nicht Schmutzpartikel; Schmutz ist ein anderes Wort für Feindseligkeit, nicht für Dreck. Weise beseitigen diese Art von Schmutz und folgen gewissenhaft den Lehren des Sugata. –
3. Schmutz bedeutet Unwissenheit, nicht Schmutzpartikel; Schmutz ist ein anderes Wort für Unwissenheit, nicht für Dreck. Weise beseitigen diese Art von Schmutz und folgen gewissenhaft den Lehren des Sugata."

Er versuchte, diese Verse von Grund auf zu verstehen und erlangte durch seine Meditation den Stand eines Arhats.


Quelle: Auszug in "Tibet und Buddhismus" - Mit freundlicher Genehmigung des Diamant Verlages, der den ersten Band des großen Werkes im Jahr 1999 herausbrachte. Der zweite Band erschien im März 2002.

LG mkha´
Hallo Yofi,

schau noch mal genau hin: da steht
"die meisten Nicht-Buddhisten".


LG mkha´
Hallo Sherab Yönten,

vielleicht ist es besser, wenn ich Dir hier mal die Aussage des Lama Anagarika Govinda zum Thema einstelle. So wie er das Wesentliche darlegt, ist es (meines Erachtens) nicht nur rein intellektuell eingängig ...

Der Achtfache Pfad - astangika marga - besteht aus folgenden Gliedern:

1. vollkommene Einsicht (samyag drsti)
2. vollkommener Entschluss (samyak samkalpa)
3. vollkommene Rede (samyak vak)
4. vollkommenes Handeln (samyak karmatana)
5. vollkommene Lebensweise (samyag ajiva)
6. vollkommene Bemühung (samyag vyayama)
7. vollkommene Verinnerlichung (Achtsamkeit ?) (samyak smrti)
8. vollkommene Vertiefung (samyak smadhi)

Samyak, Pali: samma; Tibetisch: yan-dag wird gewöhnlich mit dem vagen Begriff "recht" wiedergegeben. Samyak hat aber einen viel tieferen und eindeutigeren Sinn; es bedeutet die Völligkeit, Ganzheit, Vollständigkeit einer Handlung oder eines Zustandes, im Gegensatz zu etwas, das unvollständig, halb oder einseitig ist.

Ein Samyak-Sambuddha ist ein vollkommen Erleuchteter, ein völlig Erleuchteter, nicht ein recht Erleuchteter. Samyak drsti bedeutet daher mehr als rechte Ansichten oder Übereinstimmung mit gewissen vorgefassten religiösen oder moralischen Ideen. Es bedeutet ein völliges, d.h. nicht einseitiges Sehen der Dinge, eine unvoreingenommene Geisteshaltung, welche die Natur des Daseins gemäß der Wirklichkeit erkennt.

Statt unsere Augen zu verschließen vor allem Unerfreulichen und Leidvollen, blicken wir der Tatsache des Leidens ins Auge, und indem wir dies tun, entdecken wir ihre Ursache - und mehr noch, dass diese Ursache in uns liegt und von uns überwunden werden kann. So kommt uns das Wissen vom hohen Ziel der Befreiung und vom Weg, der zu seiner Verwirklichung führt.

Samyak drsti ist als das Erlebnis (nicht bloß die intellektuelle Anerkennung) der Vier Heiligen Wahrheiten des Buddha (vom Leiden, seiner Ursache, seiner Befreiung und des Befreiungsweges). Aus dieser Geisteshaltung allein kann der vollkommene, d.h. den ganzen Menschen erfassende Entschluss geboren werden, der den Einsatz des ganzen Menschen in Worten, Verinnerlichung und Vertiefung zur völligen Erleuchtung, samyak sambodhi, führt.

Quelle: Lama Anargarika Govinda - Grundlagen tibetischer Mystik - S. 16f.


LG mkha´
mkha' hat geschrieben:
Hallo Yofi,

schau noch mal genau hin: da steht
"die meisten Nicht-Buddhisten".


LG mkha´


Das ergibt keinen Sinn. :wink:

Grüße
Hi Yofi,

tja ...

Ich weiß, nachfragen ist besser, und ich denke, Sherab Yönten wird gewiss erklären, was er damit aussagen wollte, ...

... aber ich habe das gelesen und gedacht: er meint gewiss die Nicht-Buddhisten, die gerade beginnen, sich für die Lehre Buddhas zu interessieren und sich so verhalten, wie einige der westlichen Studenten der buddh. Phil., die ich kennenlernte: einen Satz hören, sofort erstaunt gucken und "ja aber" und "wie jetzt?" rufen ... Da würde - ungebremst - so lange diskutiert, bis die vorgesehene Vorlesungszeit verstrichen wäre.

Dann ist klar ersichtlich, dass

die meisten Nicht-Buddhisten (haben) bereits mit der ersten Wahrheit ihre Probleme (haben) und können nichts damit anfangen (können) ....

(schräg Eingesetztes von mir)

Sie sind in der Tat sehr verschieden von den jungen Nonnen und Mönchen, die zunächst einmal zuhören und wirklich wahr-nehmen, später über das Wahrgenommene tiefer nachdenken, ... meditieren, verinnerlichen, ... und nur ggf. noch einmal - zwecks korrekter- Erkenntnis nachfragen. Sie nehmen auch eine Aussage, wie z.B.: das ergibt später, wenn wir XY auch noch besprochen haben, einen Sinn, so hin, da sie voraussetzen, dass Buddha-Dharma auf jeden Fall für sie Sinn ergibt.

Aber ich sollte vorzugsweise warten, bis Sherab erklärt, wie das nun gemeint war. 8)

LG mkha´
Vielen Dank, mkha'

ich weiß das alles auch nicht so genau. Die Frage wäre, wer schon 'Buddhist' ist und wer noch nicht. Vier Wahrheiten könnten da, denke ich, ein Kriterium sein. Die einen finden die Welt schön und halten beispielsweiese eine kritische Einstellung für Pessimismus, die anderen nehmen sie anders wahr.

Simo hat geschrieben:
“kati panāvuso, paccayā sammādiṭṭhiyā uppādāyā”ti?
“dve kho, āvuso, paccayā sammādiṭṭhiyā uppādāya — parato ca ghoso, yoniso ca manasikāro.”ti

- MN 43


"Freund, wieviele Bedingungen für das Entstehen von Rechter Ansicht?"

"Zwei Bedingungen, Freund, für das Entstehen von Rechter Ansicht - die Aussage eines anderen und gründliche Aufmerksamkeit."


Genau, zuhören und verstehen.

Entweder man ist dafür empfänglich, oder eben nicht. Für mich ist es das, was einen Sangha verbindet. Allem Anschein nach machen aber viele mit, die diese Verbundenheit nicht kennen, und für die der Verein - neben dem Privatleben - eine weitere Kampfarena darstellt. Verdeckt, versteht sich. Zum Wohle aller. Das ist jetzt nicht ganz ernst oder böse gemeint, aber quasi deshalb habe ich mich überlesen.

:lol: Grüße
Hallo Yofi,

Du schreibst:

Die Frage wäre, wer schon 'Buddhist' ist und wer noch nicht.

...

Hier eine (tibetisch-buddhistische) Antwort:

Die Bezeichnung Buddhist stammt nicht aus dem tibetischen Kulturkreis. Tibeter bezeichnen sich als Nang pa (m.), oder Nang ma (f.). (Nang -> innerlich, pa ->männl., ma -> weibl. Person.) Nangma/ Nangpa ist somit jemand, der sich mit dem Inneren befasst => Erkenntnisgewinn durch Einsicht; ohne "in sich zu gehen", ist jegliche Erkenntnis nur schwer möglich. Hierbei geht es primär nicht um Psychologie, sondern um die Erforschung der Natur des menschlichen Geistes => Selbsterkenntnis im tieferen Sinn. Eine Mann, der sich mit den Lehren des Inneren beschäftigt, (also jemand, der in unseren Breiten "Buddhist" genannt würde), ist ein nang pa'i chos.

Fragt man einen Tibeter : "Wer darf sich Nang-pa (ma) nennen ?", bekommt man die Antwort : "nang pa'i grub mtha' ", das heisst, Personen, die sich an die Belehrungen Buddhas (Dharma) halten.

Das Gegenteil davon ist ein phyi pa (ma) -> eine Person, die sich mit Äußerem beschäftigt. (So definiert der Tibeter also den Begriff "Nicht-Buddhist". :wink: )

LG mkha´
Hallo allerseits :)

es geht um die folgende Aussage ?

Ich glaube, die meisten Nicht-Buddhisten haben bereits mit der ersten Wahrheit ihre Probleme und können nichts damit anfangen....


Die obige Aussage habe ich im Absatz darunter erklärt:

Wieso "Leiden" ? Mir geht es doch gut. Wozu soll ich Leiden überwinden ? Natürlich ist alles vergänglich, aber jetzt will ich erst mal das Leben genießen und mich nicht mit Leid und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Das kommt schon noch früh genug.


Alter, Krankheit, Tod und Vergänglichkeit werden verdrängt. Wer sich mit "jungen Jahren" mit diesen Themen auseinandersetzt, der wird schräg angeschaut. Anfang des 20. JHR. gehörte der Tod noch zum (Familien-) Leben dazu. Selbst Kinder wussten, wie Tote aussehen, wie Menschen sterben.

Rechte Erkenntnis ist ein Teil der 4. edlen Wahrheit. Viele scheitern jedoch bereits damit, sich mit der 1. edlen Wahrheit auseinandersetzen zu wollen.
mkha' hat geschrieben:
Eine Mann, der sich mit den Lehren des Inneren beschäftigt, (also jemand, der in unseren Breiten "Buddhist" genannt würde), ist ein nang pa'i chos.


Die würde ich noch lange nicht "Buddhist" nennen.
Wo kämmen wir denn dahin.

mkha' hat geschrieben:
Fragt man einen Tibeter : "Wer darf sich Nang-pa (ma) nennen ?", bekommt man die Antwort : "nang pa'i grub mtha' ", das heisst, Personen, die sich an die Belehrungen Buddhas (Dharma) halten.


Vorausgesetzt er wüßte was der Buddha denn gelehrt hatte bzw. was davon überliefert ist
und versteht es auch noch in rechter Weise. Dann würde ich ihn auch schon "Buddhist" nennen
selbst wenn er sich noch nicht an alles hält was der Buddha lehrte.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Rechte Erkenntnis ist ein Teil der 4. edlen Wahrheit. Viele scheitern jedoch bereits damit, sich mit der 1. edlen Wahrheit auseinandersetzen zu wollen.

Wer bei der ersten Wahrheit scheitert, der scheitert auch bei allen anderen.
Die anderen drei sind ja nur relevant wenn die erste wahr ist.
accinca hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Rechte Erkenntnis ist ein Teil der 4. edlen Wahrheit. Viele scheitern jedoch bereits damit, sich mit der 1. edlen Wahrheit auseinandersetzen zu wollen.

Wer bei der ersten Wahrheit scheitert, der scheitert auch bei allen anderen.
Die anderen drei sind ja nur relevant wenn die erste wahr ist.


Ja, genau das meinte ich.
Hallo Sherab,

Yofi hatte geschrieben:

Warum sind sie dann Buddhisten?


... und ich antwortete, er solle noch einmal nachschauen, Du habest "Nicht-Buddhisten" geschrieben.

Danach habe ich (unnötiger Weise) einfach ein wenig sinniert: weshalb ein Nicht-Buddhist überhaupt die ersten Wahrheit (zu) verstehen (versuchen) sollte ... Damit hat er ja im Grunde nichts am Hut.

Also - alles lediglich ein klein wenig blödes OT-Geschreibsel.

LG mkha´
mkha' hat geschrieben:
Danach habe ich (unnötiger Weise) einfach ein wenig sinniert: weshalb ein Nicht-Buddhist überhaupt die ersten Wahrheit (zu) verstehen (versuchen) sollte ... Damit hat er ja im Grunde nichts am Hut.


Es ging mir gar nicht so sehr um die Unterscheidung "Buddhist" oder "Nicht-Buddhist", sondern darum, dass es Menschen gibt, die das Thema "Dukha" total ignorieren und ihnen daher der Zugang zu den weiteren Wahrheiten versperrt bleibt. Rechte Erkenntnis scheint vorauszusetzen, dass man den tieferen Sinn von "Dukha" erkennt. Oder anders ausgedrückt: Wer dies nicht erkennt, der hat keine Chance, sich mit den anderen Gliedern des Pfades spirituell auseinander zu setzen - und der nennt sich normalerweise auch nicht "Buddhist" :)

P.S. Das war nicht OT !
Hallo accinca,

Die würde ich noch lange nicht "Buddhist" nennen.
Wo kämmen wir denn dahin.


Seufz ... :? ... :mrgreen:

Also ausführlicher: Mein Lehrer erzählte mir dies, und vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, wenn ich dazu geschrieben hätte, dass dies früher - (vor der Flucht des Dalai Lama 1959) - in Tibet die Bezeichnung für Dharma-Praktizierende war. Zu dieser Zeit hatten die meisten im Hinterland lebenden Tibeter, (außer vielleicht ein paar Mongolen oder Chinesen), noch nie einen "Ausländer" zu Gesicht bekommen, weder einen der wenigen, bis dahin an den Fingern aufzuzählenden Abenteurern, die sich auf Entdeckungsreise begaben, noch die von Britisch-Indien in Fahrt gesetzten Herren General James R. L. Macdonald und Major Francis Younghusband mit ihren Truppen, obwohl ihre Taten gewiss jedem bekannt wurden; ... phyi pa (ma) -> eine Person, die sich mit Äußerem beschäftigt, ist demnach doch noch eine recht sachliche Bezeichnung für die Nicht-Buddhisten, die sie kennenlernten, bzw. von denen sie hörten.

LG mkha´

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