Wiedergeburt im Zen

Moderator: void

Im Zen wird nicht an Wiedergeburten geglaubt, bzw es spielt keine Rolle. Vielmehr wird diese Begrifflichkeit auf dieses Leben und seine unmittelbare Zukunft verstanden


Von hier:

kal @ Re: Das "Rad der zwanghaften Wiedergeburt" (in) Tibetischer Buddhismus

in den Zen Bereich verschoben.

Kann man das so pauschal sagen, dass "Wiedergeburt im Zen keine Rolle spielt"???

Das klingt für mich eher nach einem säkularen Ansatz.
Naja ... eher nach einem pragmatischen Ansatz.

Sagen wir vorübergehend so, das Worte wie Wiedergeburt und Karma im Zen/Chan anders gewichtet sind als in rein auf den "Weg nach oben" ausgerichteten Bereichen der Lernenden.

Wer den "grossen Tod" gestorben ist erlebt die Wiederauferstehung, d.h. das Wiedereintreten in die Welt aus der Leere des Shunyata in diesem einen Körper und in diesem einen Leben.
Es gibt viele Koan, die über Methapher dies beschreiben.

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Btw siehe meine "Signatur"
Zen wird mit den Skandha des Körperlichen, die die Basis für Person/das Individuelle sind, betrieben und zwar so das Zazen nach einiger Zeit zu einer Übung wird die die Skandha des Geistes, die alle Ich erscheinen lassen, vollkommen herunter fährt. Das scheinbare Satori ist das nur noch sein der Skandha des Körperlichen. Dieses vollkommen befreite von allen ich, das nur noch Individuum ohne jede Anhaftung durch die Skandha des Geistigen, also keinerlei Vorstellungen oder Worte mehr hat.
Darum wird im Zen so viel Wert auf Zazen gelegt, bis es sitzen geworden ist auch ohne die Worte die dieses sitzen beschreiben können. Nicht nur nur sitzen sondern auch ohne "sitzen" als Begriff der Tätigkeit. Der große Sitze hat während des Tuns auch nicht mehr den Begriff "Sitz" weil das nur noch Individuum ist das kein Ich sein mehr hat.

Darum hat "Wiedergeburt" auch nur einen so geringen Stellenwert. Das gibt es nicht. Das gehört zu den Skandha des Geistes, wie auch jedes Wort und jedes Ichsein. Der Große Sitz endet mit dem bewussten erscheinen des Ichbin dem tiefsten Erkennen des Geistigen Skandha, dann erscheint mein Name, dann meine Stellung (mein aufstehen aus dem Zazen), und dann kommt Kinhin, der Versuch mit dem Ichbin an der Stelle zu bleiben und kein Ego mehr aufkommen zu lassen oder dieses als Jetzt notwendig zu erkennen und es nach der Notwendigkeit wieder verbannen zu können. Wiedergeburt im Zen ist das Wiedergeboren des Ego und sein bewusstes Wiedersterben lassen. Ich habe also schon Millionen Leben hinter mir und Millionen vor mir.

Ich glaubte im "Zengarten" zu sein. Ich lass es hier stehen.
Nachtrag:
Darum dreht sich das Rad der Lehre, um das Leiden das durch Ego erscheint. Alle anderen Leiden sind nur dann Leiden wenn ich sie mit Ego verbinde, denn Leiden mit Ego verbinden erschafft Mitleid, Fürsorge, Hilfe und ermöglicht anderen die Schuld zu geben. Zen macht damit endgültig Schluss.

Alles was mir nun begegnet ist ausschließlich mein Leben. Wenn es mir nicht hilfreich erscheint was mir begegnet kann ich nun ohne Ego ändern. Der Weg des Mitgefühls ist nun gangbar.
Genau so! Bei der Wiedergeburt geht es nicht um die Wiedergeburt des Menschen, welcher stirbt in ein neues Leben, sondern viel mehr um das Erkennen der Illusion des Ego als dessen Tod und das Erleben und mit dem Ego leben, nach dem Durchblicken dieser Illusion. Das ist das neue Leben, immer wieder jeden Moment, ohne den Schleier des (ichbezogenen) Denken und ohne, im Idealfall, Identifikation mit den egoischen Prozessen.
Die Übung ist dies immer wieder gewahr zu werden. Und das geht nur jetzt! Einem Nachjagen an Vorstellungen von Jenseits, Nirwana, Himmel, Hölle, Reinkarnation.. nichts als Gedankenobjekte. Warum dran festhalten und nachrennen? Warum nicht als das erkennen was sie sind: Skandhas des Geistes, Gedanken. Dann braucht es keine Anhaftung an Glaubenssätzen.
Aber im Zen wird schon auch das Herzsutra rezitiert oder nicht?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Aber im Zen wird schon auch das Herzsutra rezitiert oder nicht?


Dies sind im ersten Sinne auch nur Worte. Weise und viel ausdrückend . Und in jeder Schule anders interpretiert.
Ich selbst sehe keinen Widerspruch, wenn man sich wie ich nicht nur nach "oben" wendet, sondern das Herz-Sutra auch von "unten" her, im Gras sitzend, rezitiert.

Ich weiß, viele sehen das Herz-Sutra anders, doch mir ist halt so.

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Edit: der Fehlerteufel ... oder Fehlermara? :clown:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Aber im Zen wird schon auch das Herzsutra rezitiert oder nicht?


Soll da etwas von Wiedergeburt stehen? Also ich habe es jetzt nochmal gelesen,zumindest eine Version und finde da nichts zu.
Ich verstehe Zen so, egal ob es Wiedergeburt gibt oder nicht, der Gedanke jetzt daran ist eine Vorstellung. Also spielt dementsprechend keine große Relevanz m Zen. (Hoffe das war verständlich)
@Cinnamon
Jeder Gedanke ist nur eine Illusion. Und mehr noch das Wort daraus.
Ja, im Herz-Sutra steht nicht implizit etwas über Wiedergeburt.
Aber eigentlich doch ... *leiselacht... und wieder nicht.
Ist es Wiedergeburt der Form oder der Leere oder von Beidem?
Hmm ... da bekommt man ja Kopfschmerzen ... kann dabei nicht denken ...

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jianwang hat geschrieben:
@Cinnamon
Jeder Gedanke ist nur eine Illusion. Und mehr noch das Wort daraus.
Ja, im Herz-Sutra steht nicht implizit etwas über Wiedergeburt.
Aber eigentlich doch ... *leiselacht... und wieder nicht.
Ist es Wiedergeburt der Form oder der Leere oder von Beidem?
Hmm ... da bekommt man ja Kopfschmerzen ... kann dabei nicht denken ...

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Siehst Du sitzen geht sogar vor dem Pc. :lol: :rofl:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Kann man das so pauschal sagen, dass "Wiedergeburt im Zen keine Rolle spielt"???
Zumindest wird diese nervige obsessive Beschäftigung mit "Wiedergeburt" nicht ermutigt. Das ist Anhaften an Sichtweisen, mit denen sich die (Todes-)Ängstlichen trösten und beschwichtigen, die aber nicht wirklich hilfreich sind, weil sie nur Erscheinungsformen von Persönlichkeitssicht (身見, shinken, ātma-dṛṣṭi) sind. Diesen Hinweis findet man übrigens auch schon im Palikanon, z.B. MN 2, Sabbāsava Sutta.

Es gibt einen Zustand in der Zeit, den wir Entstehen (shō) nennen und einen Zustand in der Zeit, den wir Vergehen (metsu) nennen. Wenn man genau hinschaut, was vergeht und was entsteht und wie Vergehen vergeht und Entstehen entsteht, dann zeigt sich, dass beides leer ist und in dieser Leere weder Entstehen noch Vergehen existieren. So steht es auch im Herzsutra: Sharishi ze sho hō kū sō fu shō fu metsu (iha śāriputra sarvadharmāḥ śūnyatālakṣaṇā anutpannā aniruddhā).

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Ellviral hat geschrieben:
jianwang hat geschrieben:
@Cinnamon
Jeder Gedanke ist nur eine Illusion. Und mehr noch das Wort daraus.
Ja, im Herz-Sutra steht nicht implizit etwas über Wiedergeburt.
Aber eigentlich doch ... *leiselacht... und wieder nicht.
Ist es Wiedergeburt der Form oder der Leere oder von Beidem?
Hmm ... da bekommt man ja Kopfschmerzen ... kann dabei nicht denken ...

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Siehst Du sitzen geht sogar vor dem Pc. :lol: :rofl:

:P Ich stehe ... mit dem Handy in der Hand :angel:

@Sudhana
Ich bewundere Dich ... aber wahrscheinlich hast Du keine Kopfschmerzen ... so konntest/wolltest Du antworten :?

@Sherab
Die Kopfschmerzen kommen auf bei der "nervige obsessive Beschäftigung", wie Sudhana es nannte :wink:

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Sudhana hat geschrieben:
und in dieser Leere weder Entstehen noch Vergehen existieren.


Könnte man hier Leere nicht mit dem Begriff Unendlichkeit verwechseln?
In der Unendlichkeit oder im unendlichen Raum gibt es tatsächlich weder Entstehen noch vergehen.
Doch man muss beim Leerheits Begriff wissen, wie er gemeint ist. Denn Leerheit gibt es nur im Zusammenhang von "leer von irgendetwas" also von einer Eigennatur oder leer von inhärenter Existenz u.s.w.. Und der Zusammenhang leer von inhärenter Existenz ist eigentlich der philosophische "Beweis" der Wiedergeburt, nämlich das kein Phänomen in der Zeit unveränderlich bleibt, sondern immer wieder neu entsteht (also "wieder" geboren wird). Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausdrücken können?
@Sherab
Nimm Shunyata...
Sherab Yönten hat geschrieben:
Sudhana hat geschrieben:
und in dieser Leere weder Entstehen noch Vergehen existieren.


Könnte man hier Leere nicht mit dem Begriff Unendlichkeit verwechseln? In der Unendlichkeit oder im unendlichen Raum gibt es tatsächlich weder Entstehen noch vergehen.
Zunächst: warum sollte man das verwechseln? Im Herzsutra ist da doch eindeutig von (Śūnyatā) die Rede und nicht von muhen bzw. kū muhen sho (ākāśânantyâyatana), dem 'Bereich der Unendlichkeit des Raumes'. Letzteres ist das erste der vier formlosen Samādhi und natürlich gibt es da Entstehen und Vergehen, weil lediglich der rūpaskandha aufgehoben ist, nicht jedoch die sonstigen skandhah.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Doch man muss beim Leerheits Begriff wissen, wie er gemeint ist. Denn Leerheit gibt es nur im Zusammenhang von "leer von irgendetwas" also von einer Eigennatur oder leer von inhärenter Existenz u.s.w..
Geschenkt. Dass Śūnyatā eine Kurzform für Svabhavaśūnyatā und dies wiederum ein Wechselbegriff für Pratītyasamutpāda ist, weiss man auch im Zen. Nāgārjunas MMK wurden bereits Anfang des 5. Jahrhunderts von Kumārajīva ins Chinesische übersetzt (also eine ganze Weile, bevor man in Tibet von Nāgārjuna auch nur gehört hatte) und das darauf (sowie auf weitere Texte von ihm und Kanadeva / Aryadeva) aufbauende Sanlun (Jap. Sanron, Madhyamaka) ist eine der Wurzeln des Chan / Zen.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Und der Zusammenhang leer von inhärenter Existenz ist eigentlich der philosophische "Beweis" der Wiedergeburt, nämlich das kein Phänomen in der Zeit unveränderlich bleibt, sondern immer wieder neu entsteht (also "wieder" geboren wird). Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausdrücken können?
Zunächst einmal - was verstehst Du eigentlich unter "inhärenter Existenz". Ich höre den aus der abendländischen Philosophie entlehnten Begriff "Inhärenz" in diesem Zusammenhang immer wieder - aber ich habe ein wenig den Eindruck, dass dass die Wenigsten, die diesen Begriff verwenden, eine halbwegs klare Vorstellung von dessen Bedeutung haben.

Sodann: "dass kein Phänomen in der Zeit unveränderlich bleibt" ist das lakṣaṇa anitya und hat nur bedingt etwas mit Nāgārjunas Śūnyatā-Begriff etwas zu tun. Ein ""Beweis" der Wiedergeburt, nämlich dass kein Phänomen in der Zeit unveränderlich bleibt, sondern immer wieder neu entsteht (also "wieder" geboren wird)" ist das gewiss nicht. Es besagt lediglich, dass "kein Phänomen in der Zeit unveränderlich bleibt". Der Rest - dass ein Phänomen "immer wieder neu entsteht (also "wieder" geboren wird)"" entspringt nur Deiner Phantasie. Phänomene (dharmas) entstehen aus einem komplexen Muster von Ursachen und Bedingungen (hetupratyaya) - und dieser Konditionalnexus ist ebenso anitya wie die durch ihn bedingten dharmas. Genauer: die dharmas sind anitya, weil es der Konditionalnexus ist. Dieser Nexus ist dynamisch, nicht statisch. Dass es da eine "Wiederkehr" oder gar "Wiedergeburt" identischer dharmas gäbe, ist reine Spekulation. Zu der hinter dieser Spekulation stehenden Motivation habe ich mich ja bereits geäußert.

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Sudhana hat geschrieben:
Zunächst einmal - was verstehst Du eigentlich unter "inhärenter Existenz".


Gute Frage! Der Begriff Inhärenz ist für mich genauso schwammig wie der Begriff "Eigennatur" oder "Selbstlosigkeit" u,s,w,

Ich habe versucht zu erklären, was das für mich bedeutet, nämlich die permanente Veränderung von Phänomenen und das (daraus bedingte) Entstehen von "neuen" Phänomen.

Sudhana hat geschrieben:
Dass es da eine "Wiederkehr" oder gar "Wiedergeburt" identischer dharmas gäbe, ist reine Spekulation


Das sehe ich auch so. Daher meine Gänsefüßchen beim Wort "wieder".
Und gerade beim Konditionalnexus gibt es starke Auslegungsunterschiede zw "kleinem und grossen Fahrzeug" ... bis heute
jianwang hat geschrieben:
Und gerade beim Konditionalnexus gibt es starke Auslegungsunterschiede zw "kleinem und grossen Fahrzeug" ... bis heute
Nicht nur da. "Rad der zwanghaften Wiedergeburt" habe ich gerade bei den Kollegen vom Dach der Welt gelesen. In Bezug auf das Aśokacakra, das wiederum mit seinen 24 Speichen den Konditionalnexus Pratītyasamutpāda (die 12 nidāna einmal 'vorwärts' und einmal 'rückwärts') symbolisiert. Mit anderen Worten: Pratītyasamutpāda = "zwanghafte Wiedergeburt". Das erscheint mir schon etwas fixiert - um nicht zu sagen, selbst ein wenig zwanghaft ...

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Lieber Sherab Yönten!

Als Helfer im Bodhicharya Deuschland e.V. (Ringu Tulku Rinpoche) habe ich bis heute kein blassen Schimmer um Wiedergeburt. Man hat mir berichtet, daß ein Tulku ähnlich wie s.H. der Karmapa gefunden wird. Daß man derzeit zwei Kandidaten hat, mag eine Ausnahme sein. Ich schließe mich dem Zentrum an, in dem ich beim Bau des Kadam-Stupa helfe und akzeptiere nur s.H. Karmapa Ogyen Trinley Dorje. Aber im Hollywoodstreifen "Little Buddha" waren es sogar drei Nachfolger.
Wiedergeburt, wie auch Erleuchtung, sind zwei überbewertete Dinge. Ist es für uns im Westen nicht viel elementarer ein erfülltes Leben zu haben. Nicht zuviel in den Befindlichkeiten zu weilen und anzupacken. Gerade die deutsche Einstellung zu den Dingen ist ein gutes Arbeitsfeld. Bei Samu oder Karmayoga, wie es im Tibetischen heißt, kann man beobachten wie mit der Zeit die Frage "Warum?" in den Hintergrund tritt. Auch das Gezicke, daß der andere erst einmal arbeiten lernen soll, bevor ICH hier etwas anfasse. Am Abend erfüllt dasitzen auf dem Zafu und seinem Atem genüßlich zuschauen.
Wie gesagt, Wiedergeburt und Erleuchtung sind nicht soo wichtig. Buddha sagte: "Es gibt kein Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg."

Auf bald.
Dae Kyong
Moderation:
Ich bitte zu beachten ( das ist jetzt nicht persönlich gemeint) dass es in diesem Thread explizit um "Wiedergeburt im Zen" gehen sollte und nicht um "Wiedergeburt im Allgemeinen".Einen allegmeineren Thread zum Thema Was sind eigentlich Karma und Wiedergeburt? gibt es im Forum "Allgemeines zum Buddhismus". Wäre schön.
Vielleicht weil Chan, als die Schule / der Weg der plötzlichen Erleuchtung / des plötzlichen Erwachens, eben nicht die Schule / der Weg des Aufhörens des Drehens des Rades der Wiedergeburt ist, vielleicht deshalb ist die Lehre von der Wiedergeburt in der Lehre des Chan nicht relevant (?) Ich kann es mir jedenfalls nur so erklären. Das Wahrnehmen des Verkörpertsein im Hier und Jetzt schließt natürlich nicht den Gedanken an das Warum des Verkörpertseins aus (das ja zB im Bardo Thödol sehr anschaulich analysiert wird), aber welchen Stellenwert hat diese Wahrnehmung, dieses Warum oder die Klärung des Warums im Samadhi des Ozeans der Wirklichkeit? Wohl denselben, wie der Gedanke an das, was noch im Kühlschrank fehlt und nachher unbedingt noch eingekauft werden muß.
Selbstverständlich ist die Ansicht der Wiedergeburt im Zen relevant. Hier wird aber intensiv mit der Ansicht gearbeitet bis klar ist das diese Ansicht nur ein Makyo ist. Eine Vorstellung die das Sein des Sein als Sein verhindert. Erst Zen hat mir wirklich ermöglicht meine Vermutung zu bestätigen, nur ein Gedankengebäude, ein Konzept das nur Sinn hat wenn ich auf Menschen treffe die auch dieses Konzept kennen.
Ich las irgendwo:

"Wenn man nur auf das Ende des Jahres wartet ist der erste Monat des neuen ebenso kalt."

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Ich habe letztens über die Daseinsbereiche im Kontext der Wiedergeburten gelesen.
So sei die Wiedergeburt als Tier einfach ein Geistestzustand von Unreflektiertheit, in diesem Leben..
die zornigen Götter/Dämonen sind in blinde Wut in Konfliktsituationen geboren.
Eine Illusion des Ich welche dann und wann auftaucht, wird auch immer stets wiedergeboren.

Warum sich über künftige Reinkarnationen, nach diesem menschlichen Dasein, den Kopf zerbrechen.
Das Leben geht weiter... mehr gibt es nicht zu sagen

Gassho
Die gesamte Lehre des Bardo Thödol findet sich übrigens auch bei Huang-po in der Chün-chou Niederschrift bzw Der Lehre vom Universalbewußtsein, in Abschnitt 18, zusammengefasst in 3 Sätzen. 18 (XVIII) ist im TAROT die Zahl des Mondes.

Und @ Ellviral: die Lehre von der Wiedergeburt spielt im Zen explizit eben keine Rolle - weil im Französisch-Unterricht nunmal nicht Englisch parliert wird. Wer sich im Praktizieren des Zen-Wegs auch mit der Idee der Wiedergeburt beschäftigt und für sich selbst (!) sich seine Reime auf diese Idee im Kontext eigener Praxis-Erfahrungen zusammenbastelt, der mag dies tun. Fakt bleibt aber, dass sich 'plötzliche Erleuchtung' und 'Wiedergeburt' kategorisch ausschließen. Deshalb liegt in der Lehre der Zen-Patriarchen der Fokus nicht auf irgendwelchen Wiedergeburtslehren und die Idee von Wiedergeburt bleibt in der Analyse stets marginal.
Djuvec hat geschrieben:
Die gesamte Lehre des Bardo Thödol findet sich übrigens auch bei Huang-po in der Chün-chou Niederschrift bzw Der Lehre vom Universalbewußtsein, in Abschnitt 18, zusammengefasst in 3 Sätzen. 18 (XVIII) ist im TAROT die Zahl des Mondes.

Und @ Ellviral: die Lehre von der Wiedergeburt spielt im Zen explizit eben keine Rolle - weil im Französisch-Unterricht nunmal nicht Englisch parliert wird. Wer sich im Praktizieren des Zen-Wegs auch mit der Idee der Wiedergeburt beschäftigt und für sich selbst (!) sich seine Reime auf diese Idee im Kontext eigener Praxis-Erfahrungen zusammenbastelt, der mag dies tun. Fakt bleibt aber, dass sich 'plötzliche Erleuchtung' und 'Wiedergeburt' kategorisch ausschließen. Deshalb liegt in der Lehre der Zen-Patriarchen der Fokus nicht auf irgendwelchen Wiedergeburtslehren und die Idee von Wiedergeburt bleibt in der Analyse stets marginal.



von Ellviral » 21.11.2017, 15:15
Selbstverständlich ist die Ansicht der Wiedergeburt im Zen relevant.

Hier wird aber intensiv mit der Ansicht gearbeitet bis klar ist das diese Ansicht nur ein Makyo ist.

Eine Vorstellung die das Sein des Sein als Sein verhindert.

Erst Zen hat mir wirklich ermöglicht meine Vermutung zu bestätigen, nur ein Gedankengebäude, ein Konzept das nur Sinn hat wenn ich auf Menschen treffe die auch dieses Konzept kennen.


Das hab ich geschrieben.

Im Zen geht es um Leben und Tod, auch hier muss Tod als Konzept ohne Beweiskraft für Leben erkannt werden. Werden beide Konzepte erkannt dann ist da nur noch das Selbst das das Selbst das Selbst sein lässt.
Das sesshin letztens in Japan begann mit "kanzen ni shinu"

Dies bedeutet "Stirb vollständig"
Und nu?
ja, mein ich ja @ Ellviral

Da fällt mir grad noch eine Geschichte aus dem Sutra des Sechsten Patriarchen ein, irgendwo gegen Ende geschrieben, da geht es grob darum, dass Hui-neng alias Daikan Eno von irgendeinem Enkel eines verstorbenen Kaisers gebeten wird, sowas wie ne Totenmesse abzuhalten. Und das tut er sogar und spricht dann am Ende vom "Kaiser, der im Himmel ist". Keine Verweigerung von Seiten des Patriarchen also (die gegenüber dem Kaiserhaus ja schon fast Tradition war), nein, sogar die Bestätigung, dass "der Kaiser" (Individuum!) im "Himmel" ist (Zuordnung zu einem Daseinsbereich ohne diese Zuordnung in Frage zu stellen).

Der Enkel will dem Patriarchen dann bißchen Gold als Dankeschön zukommen lassen, was dieser aber ablehnt; und weil der Enkel nun nicht weiß, wohin mit dem Gold, denn spenden / schenken will er's, sagt der alte Mönch, er solle den "toten Kaiser" entscheiden lassen, wohin damit.

Ohne diese kleine, sehr aufschlußreiche Episode jetzt auseinanderklamüsern zu wollen, geht es doch eher um ein intuitives Verstehen der damit gegebenen Lehre, fällt mir dazu unter anderem ein Spruch aus den Evangelien ein, wonach Jesus Christus sagt "Lasst die Toten ihre Toten begraben".

Der Tathagata ist der So Gekommene. Buddha stirbt nicht, weil Buddha nicht geboren ist. Und doch - hat Buddha die Stadt der Illusionen für uns Menschen gebaut. Und in dieser Stadt gibt's auch nen Club, der sich mit Wiedergeburtslehren beschäftigt.

Es ist nicht so, dass ich selbst mich nie mit der Idee von Wiedergeburt beschäftigt hätte oder dass es nicht irgendwann einmal von großer Wichtigkeit für mich war, diese Frage für mich zu klären - eben deshalb halte ich es hier und heute lieber mit Jesus, der ja demnächst auch wieder Geburtstag hat. :)
Als ich das erste Mal von Wiedergeburt gehört habe kam sofort der Gedanke: "Ich werde nicht wieder geboren!!!" Das hab Ich natürlich und selbstverständlich nicht geglaubt. Heute sagt dieser Idiot zu mir: "Ich hab's doch gesagt!" Vierzig Jahre hab ich versucht durch alle möglichen Religionen diesen "Wisssenden???" zu widerlegen. Keine Chance!
Ja, denn die eine Matrjoschka hat mit der anderen Matrjoschka nichts zu tun und beide mit der dritten nichts und so fort. Entspannten zweiten Advent wünsch ich. Und neulich las ich einen Spruch in der UBahn, im Fahrgastfernsehen, der ging sinngemäß so: "Der Advent ist die Ankunftszeit des Lichts, nur die Erleuchtung bleibt meistens aus." LG
Djuvec hat geschrieben:
Da fällt mir grad noch eine Geschichte aus dem Sutra des Sechsten Patriarchen ein,

Und da dachte ich, ich würde das Plattform-Sutra kennen ... Wärest Du so freundlich, anzugeben, wo genau sich diese Geschichte findet?

Was auch immer Huineng irgendwelchen Hofschranzen erzählte, seinen Mönchen erzählte er so etwas:
Was sind die tausend Milliarden Nirmāṇakāyas? Wenn ihr die Myridaden von dharmas nicht denkt, ist die Natur von Grund auf wie leerer Raum. Ein einziger Gedankenmoment wird Transformation genannt. Schlechtes Denken bedeutet Transformation in die Höllen. Gutes Denken bedeutet Transformation in die Himmel. Gift und Verletzung werden in Drachen und Schlangen transformiert. Mitgefühl wird in Bodhisattvas transformiert. Weisheit wird in die oberen Reiche transformiert. Dummheit wird in die niederen Reiche transformiert. Die Transformationen der Selbstnatur sind extrem zahlreich. Die verblendete Person kann dies nicht verstehen und aktiviert in jedem Moment des Denkens Übel, fortgesetzt die üblen Wege praktizierend. Doch wenn sie einen einzigen Gedanken der Güte hat, wird Weisheit erzeugt: dies nennt man den Nirmāṇakāya-Buddha der Selbstnatur.

Findet sich im 'Reue'-Abschnitt, Seite 52 der Übersetzung McRaes von T.48.2008

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