Karlfried Graf Dürckheim

Moderator: void

Hallo liebes Forum,

ich weiß nicht wie bekannt Karlfried Graf Dürckheim in der hiesigen Community ist, aber er zählte anscheinend zu den ersten Personen, die Zen in Deutschland bekannt gemacht haben. Seinem Lebenslauf nach eine durchaus schillernde, aber nicht unumstrittene Persönlichkeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Karlfried ... %BCrckheim

Ich bin durch einen Vortrag unter dem Titel "Einführung in den Zen Buddhismus" auf ihn gestoßen.



Auffällig ist, dass im gesamten Vortrag nicht von den Vier Edlen Wahrheiten, von Dukkha oder Nirwana gesprochen wird, aber ständig von "Gott" und "dem Göttlichen". Er stellt gar die Behauptung auf, wer aus tiefstem Herzen Christ sei brauche kein Zen.

Ist diese Art der monotheistischen Vereinnahmung von Zen repräsentativ für westliche Lehrer? Und hat das dann überhaupt noch was mit Buddhismus zu tun?

Gruß

Arthur1788
Ich glaube für jeden, der einen spirituellen Weg konsequent und lange genug geht wird die begriffliche Einordnung dessen, was man da tut und was sich innerlich aufbaut irgendwann unwichtig.
Für einen christlichen Mystiker ist "Gott" wahrscheinlich das Selbe wie die "Leere" für einen Zen-Übenden. Ich interpretiere seine Aussage so, dass diese tiefste Verinnerlichung einem Christen deutlich macht, dass Gott eben kein "Etwas" ist und er somit zu den selben "Resultaten" kommt wie im Zen. Ich glaube nicht, dass das als Kritik gemeint ist, oder um Zen auf eine niederere Stufe zu stellen als die christliche Tradition.

Die "letzte Wahrheit", um die es auf einem spirituellen Weg geht hat weder mit Buddhismus, noch mit dem Christentum zu tun, aber beide Traditionen bieten Anhaltspunkte dafür, wie man ihr näher kommen kann. Meine Meinung ist, dass es da eher auf die Vorlieben und die Vorgeschichte eines Suchenden ankommt, welche Einfärbung für sie/ihn am besten geeignet ist.
Von Dürckheim habe ich damals gelesen dass er ein Gebäude am Land zur Verfügung gestellt hat, das er mit einem Ashram verglichen hat: "Es kommen Menschen die auf der Suche nach ihrem wahren Selbst sind". Dabei war er offen für alles, was ihm dazu irgendwie relevant schien, das passte auch zum damals aufgeflammten Interesse an asiatischer Spiritualität, eine Strömung besonders unter den Jugendlichen.

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