Verbreitung des Laien-Zazen in Japan

Moderator: void

Ich suche Informationen zur Verbreitung der Zazen-Praxis unter Laien in Japan. Insbesondere für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und davon ausgehend die Entwicklung bis heute.

Hat da jemand Informationen von euch?
Ich suche Informationen zur Verbreitung der Zazen-Praxis unter Laien in Japan


Dürfte ich fragen, warum du hierzu Informationen suchst ?
In dem Text zen and spirtuality heißt es:

    In Myōshinji only 22.9 percent of temples had zazenkai for the laity, while the figure for Sōtōshū was 31.7 percent (Borup, 2008: 210), the latter having decreased from 3,749 in 1995 to 3,655 in 2005; in the same period the average number of participants had decreased from 15.9 to 12.4 persons (Sōtōshū Shūmuchō, 2008: 56–57). A survey from 2002 showed that only 6.7 percent of the respondents had participated in Myōshinji’s meditation assembly (zazenkai (Rinzaishū Myōshinjiha Kyōka Sentā, 2002), and another survey revealed that from 1979 to 1995 2,778 people attended nearly half of them in their twenties (presumably students from the Zen Buddhist university, Hanazono, earning educational merit)—and more than three quarters only attended once (Borup, 2008: 211). At a meditation assembly at Sōjiji, the average attendance of 60 people makes it “one of the biggest zazen groups in Japan” (Irizarry, 2011: 203); nevertheless, “most ‘newmembers’ came for one session, and never came back” (ibid.: 206).
How old is the Wine? Ningen Zen Kyōdan and the Formation of Lay Zen Practice in Modern Japan von Dr. Erez Joskovich klingt auch sehr interessant

Bei "Ningen Zen Kyodan" bzw Ryomo Kyokai handelte es sich Bewegungen für die Zen Laienpraxis.
Wow, vielen Dank void!
pamokkha hat geschrieben:
Wow, vielen Dank void!


Nur gibt es diese Organisation nicht mehr.
Namaste!

Beim japanischen Laien-Zen ist sicherlich auch die Sambô Kyôdan aufzuführen, und die ist mittlerweile international aktiv und hat auch schon mehrere "Ableger" hervorgebracht.

< gasshô >

Benkei

Namu-Dai-Butsu
Das sind doch ausschließlich Laien bzw. Laienordinierte in Japan, oder?
Warum sollten diese sich nicht gegenseitig unterrichten? Ein Verbreiten geht doch eher von sektenartigen Orga's aus? ( inkl. unterscheidender Message) Und solche sind auf die passende gut heißende Anhängerschaft angewiesen um zu bestehen. Ist die Sambô Kyôdan ein "Verbreiter" ?
Benkei hat geschrieben:
Beim japanischen Laien-Zen ist sicherlich auch die Sambô Kyôdan aufzuführen, und die ist mittlerweile international aktiv und hat auch schon mehrere "Ableger" hervorgebracht.


Nach dem wikipedia Eintrag lag die Anzahl der Anhänger in Japan bei nur 1988 bei nur 3790.

Tychiades hat geschrieben:
pamokkha hat geschrieben:
Wow, vielen Dank void!


Nur gibt es diese Organisation nicht mehr.


Pamokkha hatte ja auch nach der historischen Entwicklung Anfang des 20. Jh gefragt. Und da ist es ja schon wichtig, dass Laien-Zen auch schon früher wichtig war.
Verbreiter haben ja das Problem, dass sie eher weniger so ne welche erreichen, die sie ursprünglich im Sinn hatten(alle?) In nullkommanix sind sie von Leuten umgeben, die erstmal nach Zugehörigkeit suchen, relativ unabhängig von "des Pudels Kern". Dann fangen sie an zu sortieren: loyaler Anhänger der Message (und ja oft auch des Begründers)- das anhängliche, aber wenig brauchbare und sich fluktuativ verhaltende "Fußvolk".
In diesem Text, von void vorgestellt, zen and spirtuality wird dann auch zusammengefasst:

    The fact that neither the general public nor the Zen priests or parish members actually practice zazen in large numbers has become a truism amongst scholars of Zen Buddhism in Japan (Reader, 1986; Bodiford, 1992; Williams, 2005). According to surveys conducted by the two largest Zen sects, Sōtōshū and Rinzaishū (as represented by Myōshinji), zazen is not a widespread practice

Auch wenn man nicht verkürzt sagen darf, dass japanischer Zen zazenlos ist:

    Japanese Zen Buddhism does not seem to be entirely “zazenless” (ebenda)

Und es scheint auch positive Ausnahmen zu geben:

    The number of zazenkai participants in Sōtōshū is believed to be an impressive total of 474,111 people (ebenda)

Damit ist die Frage wohl beantwortet: Laien-Zazen ist und war in Japan kaum verbreitet.

Ein Zusatzfrage bezüglich dieser beiden Zitate:

Starting in this [Meiji-]period, various Zen institutions began to give permission to lay followers to practice Zen. (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Sanbo_Kyodan)

Largely responding to the Reformation critique of elite institutionalism, he opened Engakuji monastery to lay practitioners, which would allow students like Suzuki unprecedented access to Zen practice. (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Buddhist_modernism)


War es Zen-Laien früher nicht erlaubt, Zen zu praktizieren? Weiß jemand, wie das zu verstehen ist.
void hat geschrieben:
dass Laien-Zen auch schon früher wichtig war.


Mein Schluss ist ein anderer, siehe oben. Wie kommst du auf die Wichtigkeit, void? Also wichtig plus eine gewisse Größe erreicht hat.
pamokkha hat geschrieben:
Mein Schluss ist ein anderer, siehe oben. Wie kommst du auf die Wichtigkeit, void?


Es gab im japanischen Zen immer meditierende Laien und deren Zahl war( im Vergleich zu denen, die Tempel aufsuchten) immer über schaubar. So wie es in der katholischen Kirche in der Gemeinde auch nur immer einige gibt, die da an intesiveren Praxis wie Rosenkranz teilnehmen.

Ich denke auch im Thervada ist es so, dass es zwar viele durchaus engagierte Laien gibt von denen dann eine Minderheit täglich meditiert.

Von daher ist für mich die Zahl von 474111 allein in der sotoshu eine erwartbare Zahl. Wenn die Sotoshu 14 000 Tempel hat, und wie in den von Sudhana geposteten Zitat nur 10 ℅ der Priester regelmäßig meditieren, dann spricht das für mich für eine grosse Bedeutung der Laienpraxis.

Natürlich ist das alles recht armselig, wenn man das mit der Zahl von 8 Millionen Anhänger n der Sotoshu in Relation setzt. Aber es ist so, dass das Wort "Anhänger" in dem Zusammenhang nur eine ganz schwache Beziehung bedeutet. Die meisten dieser Anhänge müssten erst mal drüber nachdenken, ob ihr oertlicher Tempel Soto oder Amida ist und was Zazen ist und wer Buddha so war.
void hat geschrieben:
Ich denke auch im Thervada ist es so, dass es zwar viele durchaus engagierte Laien gibt von denen dann eine Minderheit täglich meditiert.


Täglich meditieren ist wieder etwas anderes. Aber von Ingrid Jordt gibt es ein Buch, was denke ich durchaus passend betitelt ist: Burma's Mass Lay Meditation Movement.

Wie das in Birma und anderen Theravada-Ländern im Detail aussieht, müsste man sich anschauen. Aber weniger hier im Zen.

Nimmt man nur die grobe Perspektive, dann steht auf der einen Seite "zazen is not a widespread practice" und auf der anderen eine Massenbewegung.

Ich bin aber auf jeden Fall an weiteren Informationen bezüglich Zen interessiert.
Vielleicht nen Tip, Zazen ist ne asketische Disziplin.
und zugleich eine soziale.

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