Anfängerfrage: Was bringt die Sangha und die Meditation in der Gruppe?

Moderator: void

Ich meditiere regelmäßig in der freien Natur, sitze aber auch zu hause vor der Wand. Danach spüre ich Freude und Klarheit. Während ich meditiere, werde ich meiner Gedanken gewahr und sehe sie sinken wie Steine in einem See. Gelernt habe ich Haltung bei Probemeditationen in einem Zen Zentrum. Ich bin dankbar wegen der Unterweisungen, fühle mich dort aber nicht wohl. Auch das Sitzen in der Gruppe fällt mir schwer, angefangen von der Atmung der anderen oder wenn der Magen der anderen knurrt. Extrem überspitzt gesagt: Ich musste an Sartres Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ denken.

Meine Frage ist nun: Wieso meditiert ihr in der Gruppe? Was bringt die Sangha?
mogun hat geschrieben:
...Meine Frage ist nun: Wieso meditiert ihr in der Gruppe? Was bringt die Sangha?


Wenn du wissen willst, was der Sangha bringt, dann finde es heraus. Wenn du glaubst, das er dir nichts bringt, lass es und geh deinen Weg allein.
Es kann dir doch scheißegal sein ob ich es toll finde. Davon fühlst du dich auch nicht wohler.
Vor dem Fenster unserer Sangha ist ein großer Parkplatz. Es ist immer was los.
Na und.
Im Buddhismus nimmt man nicht umsonst Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha.
Aber wenn das nichts für dich ist, ist das auch ok. Dann lass es und mach dein eigenes Ding für dich allein.

...Ich musste an Sartres Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ denken.

Du bist deine eigene Hölle. Dafür braucht es keine anderen.
Festus hat geschrieben:
Du bist deine eigene Hölle. Dafür braucht es keine anderen.


Das wohl eines meiner Probleme. Mich hat es auch irritiert, dass mich die Gegenwart anderer stärker ablenkt als Auto- oder Baulärm. Ich bin nur neugierig, ob das ein Einsteigerproblem ist.

Festus hat geschrieben:
Wenn du wissen willst, was der Sangha bringt, dann finde es heraus. Wenn du glaubst, das er dir nichts bringt, lass es und geh deinen Weg allein.


Es wird erwartet, dass ich mich nach zwei Besuchen entscheide, einen monatlichen Beitrag von ca. 70€ zu zahlen und dann regelmäßig zu erscheinen. Für jemanden, der beruflich im ganzen Land unterwegs ist, ist das sehr schwierig einzurichten. Sind diese Rahmenbedingungen bei einem Zentrum üblich? Wie würdest Du das angehen?
" Was bringt die Sangha? "

ist bei Dir anscheinend erstma 'n Feld für "negative" Projektionen...oder?
und das is gut so.
aber ansonsten: ich wär froh, wäre da ne Gemeinschaft zum gemeinsamen praktizieren.
Die Sangha bringt schon einiges. Es ist nicht zwingend notwendig, aber wie Festus schon sagte, man nimmt nicht umsonst Zuflucht zu den drei Juwelen Buddha, Dharma und Sangha.

Mal nur als Beispiel, zwei Sachen die dir die Sangha bringt / bringen kann.

Erstens, gibt es dort einen Leiter, der wahrscheinlich schon seit langen Jahren Zen praktiziert. Er kann dir helfen deine Körperhaltung zu korrigieren und dich in Sachen buddhistische Praxis besser unterweisen, als du es selbst könntest. Wenn in deiner Sangha der vorhandene Leiter kein Vertrauen in dir hervorruft - evtl. ist es einfach die falsche Sangha für dich.

Zweitens, bist du in der Sangha automatisch gezwungen deine eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen - du sitzt nicht alleine Zazen, sondern andere sitzen neben dir und stören evtl. das, was deiner Idealvorstellung entspricht. Das ist gut, denn so findest du dich in einer Situation wieder, die ohne Mitgefühl für andere nicht schmerzfrei zu meistern ist.
Vorbild, Motivation und Korrektur.
mogun hat geschrieben:
Festus hat geschrieben:
Du bist deine eigene Hölle. Dafür braucht es keine anderen.


Das wohl eines meiner Probleme. Mich hat es auch irritiert, dass mich die Gegenwart anderer stärker ablenkt als Auto- oder Baulärm. Ich bin nur neugierig, ob das ein Einsteigerproblem ist.

Das Einsteigerproblem kann ziemlich lange dauern - ich habe dieses Problem bis heute, aber ich bemerke es nur noch und dann legen sich die Gedanken sehr schnell.

Es wird erwartet, dass ich mich nach zwei Besuchen entscheide, einen monatlichen Beitrag von ca. 70€ zu zahlen und dann regelmäßig zu erscheinen. Für jemanden, der beruflich im ganzen Land unterwegs ist, ist das sehr schwierig einzurichten. Sind diese Rahmenbedingungen bei einem Zentrum üblich? Wie würdest Du das angehen?

Solche Bedingungen und Erwartungen kann ich nicht erfüllen. Das scheint wohl recht luxuriös zu sein, das Ambiente. Was ist das für ein Zentrum?
mogun hat geschrieben:
Das wohl eines meiner Probleme. Mich hat es auch irritiert, dass mich die Gegenwart anderer stärker ablenkt als Auto- oder Baulärm. Ich bin nur neugierig, ob das ein Einsteigerproblem ist...

Das kannst du nur heraus finden, wenn du länger hingehst.
Bei mir ist es nicht so.

...Es wird erwartet, dass ich mich nach zwei Besuchen entscheide, einen monatlichen Beitrag von ca. 70€ zu zahlen und dann regelmäßig zu erscheinen. Für jemanden, der beruflich im ganzen Land unterwegs ist, ist das sehr schwierig einzurichten. Sind diese Rahmenbedingungen bei einem Zentrum üblich? Wie würdest Du das angehen?

Ich würde mich fragen, ob es mir 70€ Wert ist.
Ich zahle 25€ im Monat. Bei uns muss man kein Mitglied werden. Wer kein Mitglied ist, wirft in der Woche, wo er da ist 7€ in die Spendendose. Aber das wird nicht kontrolliert.
In der Gruppe die ich gerade einrichte, ist die Teilnahme kostenlos. Ich kann mir das leisten, da die Räumlichkeiten mir gehören.
Es wird erwartet, dass ich mich nach zwei Besuchen entscheide, einen monatlichen Beitrag von ca. 70€ zu zahlen und dann regelmäßig zu erscheinen. Für jemanden, der beruflich im ganzen Land unterwegs ist, ist das sehr schwierig einzurichten. Sind diese Rahmenbedingungen bei einem Zentrum üblich?


Ob die Höhe des Beitrages angemessen ist, kann ich, ohne die Umstände zu kennen, nicht beurteilen. Hier zahlen wir - stadtweit- geringere monatl. Beiträge, aber es hat ja auch was mit den örtlichen Umständen und der Größe der Kernsangha usw. zu tun.
Im allgemeinen ist es üblich, dass man nach einer Weile Mitglied wird. Das gibt dem Zendo eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit. Drängen lassen würde ich mich aber nicht. Zu gar nichts -übrigens. Was regelmäßige Anwesenheit bedeutet, wird auch unterschiedlich gehandhabt. Wenn du "echte" Verpflichtungen hast, die ne engere Regelmäßigkeit verhindern, kenne ich das nicht, dass dir da wer "einen Strick draus drehen" würde. Denen würde ich ansonsten auch den "nackten Hintern zeigen". Du erläuterst kurz dem "Vorsteher" deine Situation, und fertig.
Man möchte, im Interesse aller, eine Laissez-faire-Haltung- oder Zen als zwischendurch-Event, "Auszeit", bzw. auch Unruhe und unmäßigen Aufwand für Einzelne verhindern. Das ist alles.
Ich habe Zeiten, wo mich Unruhe und Geräusche stören, und dann wieder gar nicht. Wenn alles weggedrückt wird, ist das kein gutes Zeichen, wenn alles durchgelassen wird, auch nicht.
Sangha "bringt nichts", so wenig wie Zen. Aber es ist Mahayana, nicht Hinayana. Viele Grüße.
70 Euro wäre mir zuviel. Bei uns zahlen Vollmitglieder 35 Euro, Studenten und Arbeitslose 20, und wer nicht will oder nicht kann, weil z.B. nur unregelmäßig anwesend, wird gar nicht Mitglied und legt was in die Spendenbox, wird aber nicht kontrolliert.
Es kommt auf Deine Persönlichkeitsstruktur an ob es für Dich wichtig ist die Nähe anderer Menschen zuzulassen weil Du dort ein Defizit hast oder ob Du so selbstbewusst und voller Selbstvertrauen bist, dass Du die buddhistische Praxis besser allein ausübst, keinen Beitrag zahlst und die zwischenmenschlichen Nettigkeiten die in einer Sangha ausgetauscht werden nicht in Anspruch nimmst.
Ich habe hohe Achtung vor jemanden der Nähe und Distanz selbstständig steuern kann und die sozialen Kontakte so organisiert, dass sein innerer Kern dabei erhalten bleibt. Die Sanghas die ich in Deutschland erlebt habe egal mit welcher Tradition waren Kuschelgruppen die wie eine blökende Schafherde einem Hirten folgte. Daraufhin habe ich mein eigenes Zen buddhistisches Kloster gegründet in dem jedes Lebewesen weitestgehend eigenständig bleibt.
sati-zen hat geschrieben:
Die Sanghas die ich in Deutschland erlebt habe egal mit welcher Tradition waren Kuschelgruppen die wie eine blökende Schafherde einem Hirten folgte.

Es scheint für dich sehr wichtig zu sein, regelmäßig andere niederzumachen.
Jojo hat geschrieben:
sati-zen hat geschrieben:
Die Sanghas die ich in Deutschland erlebt habe egal mit welcher Tradition waren Kuschelgruppen die wie eine blökende Schafherde einem Hirten folgte.

Es scheint für dich sehr wichtig zu sein, regelmäßig andere niederzumachen.

Oder er muss sich seine eigenen Defizite schön reden, oder, oder, oder,.....
Dieses Spekulieren bringt dich auch nicht weiter Jojo.

sati-zen hat geschrieben:
Es kommt auf Deine Persönlichkeitsstruktur an ob es für Dich wichtig ist die Nähe anderer Menschen zuzulassen weil Du dort ein Defizit hast oder ob Du so selbstbewusst und voller Selbstvertrauen bist, dass Du die buddhistische Praxis besser allein ausübst,...

Auch das kann Zeichen einer tiefgreifenden Persönlichkeitsstörung sein. Wer weiß das schon.

sati-zen hat geschrieben:
... Die Sanghas die ich in Deutschland erlebt habe egal mit welcher Tradition waren Kuschelgruppen die wie eine blökende Schafherde einem Hirten folgte...

Und auch das kann Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung sein. Muss aber nicht.

So geht halt jeder seinen Weg.
Das Spekulieren darüber will ich mir ersparen.
Jojo hat geschrieben:
70 Euro wäre mir zuviel. Bei uns zahlen Vollmitglieder 35 Euro, Studenten und Arbeitslose 20, und wer nicht will oder nicht kann, weil z.B. nur unregelmäßig anwesend, wird gar nicht Mitglied und legt was in die Spendenbox, wird aber nicht kontrolliert.


Das scheint mit ein faires Arrangement zu sein. Es gibt die Chance, eine Sangha näher kennenzulernen. Und für besondere Anlässe kann man ja noch immer spenden.

Rein vom Gefühl stören mich einige Dinge: Eine Verbindung aus christlicher Mystik und Zen inklusive einer Betonung des "Göttlichen" in den Menschen, das ich derzeit aber gar nicht suche. Meine Ansprüche an Luxus sind auch nicht so hoch - es muss meiner Ansicht nicht ständig umdekoriert werden. Für mich wäre es ein Abenteuer, etwas zu versuchen, das einem gefühlsmäßig nicht nahesteht und zu erfahren, wie ich darauf reagiere. Da dort aber kein "Abenteuer" sondern gleich eine "feste Bindung" erwartet wird, werde ich mich woanders weiter umgucken.
mogun hat geschrieben:
... Da dort aber kein "Abenteuer" sondern gleich eine "feste Bindung" erwartet wird, werde ich mich woanders weiter umgucken.


Ein Entschluss, den ich gut nachvollziehen kann. :)
Jojo hat geschrieben:
Es scheint für dich sehr wichtig zu sein, regelmäßig andere niederzumachen.

Wenn Du es niedermachen nennen willst weil ich nicht in den süßlichen Tenor den Chores einstimmen möchte, es ist Dir frei gestellt, ich nenne es eher für die Selbstständigkeit des Organismus zu sorgen so wie es Buddha vorgemacht hat. Hätte er nicht gegen seine Familie opponiert und gegen den Besitz sowie Reichtum, sich nicht alleine in die Welt begeben, den Bedürftigen geholfen und so gelernt was menschliches Leben bedeutet mit vor allem Leid oder Schmerz, er hätte den Mittelweg nicht gefunden und es würde heute keinen Buddhismus geben.
Habe es schon öfter erwähnt, machte in den buddhistischen Gruppen in Deutschland schlechte Erfahrungen, besonders die mit tibetischer Tradition, mir drehte es dort mit dem 'Heile-Welt-Getue' die Luft ab und ich wäre unter diesem Einfluss erstickt oder anderweitig krank und abhängig geworden. Deshalb nehme ich lieber hier im Forum des Ausdruck 'niedermachen' in kauf von welchen denen meine Selbstständigkeit nicht passt als dass ich in der Abhängigkeit ersticke.
Das was Du niedermachen nennst ist für mich der gesunde Widerstand um die Funktionsweise des Organismus mit so wenig Abhängigkeit wie möglich aufrecht zu halten. Das gelingt mir so gut, dass ich es an andere Menschen die Schwierigkeiten damit haben, weiter vermittel kann.
Deshalb bestärke ich jemanden wie hier in diesem Thread wenn er selbstständig Praktizieren kann es zu tun und die Sozialkontakte anderweitig zu erleben. Alle in meinem Kloster sind von so einem Schlag und leben lieber selbstbestimmt als sich in einer Kindergartengruppe einzuordnen um sich gegenseitig Streicheleinheiten zu verabreichen. Wer dafür dann auch noch bezahlt bekommt mein tiefstes Mitgefühl und Bedauern um nicht Mitleid sagen zu müssen denn das erniedrigt zu sehr.
Festus hat geschrieben:
Dieses Spekulieren bringt dich auch nicht weiter Jojo.

Stimmt.
Ein Kloster ohne Nähe unter den Mitbewohnern ? "Kloster" nennt sich das denn des Ambientes wegen, oder wat ?
mogun hat geschrieben:
Wieso meditiert ihr in der Gruppe? Was bringt die Sangha?

Die Übung hat eine andere Qualität, sie verliert durch wiederholtes gemeinsames Üben nach und nach ihre Ich-Zentriertheit. Das Üben in der Gruppe wird zum Üben mit der Gruppe und schließlich zum Üben als Gruppe. Das kann man dann wiederum "nach Hause" mitnehmen. So wächst die persönliche Übung zur Übung "gemeinsam mit allen Wesen" und die "Gruppe" zum Sangha-Juwel.

()
Jetzt hast Du genügend Antworten, die für die Sangha sprechen. Ich nehme zunächst aber Deinen Beruf und sage Dir: Besser Dein Ding machen samt Beruf und sich dabei gut fühlen als die Sangha über den Beruf stellen und rumeiern.
Ein guter Lehrer wird Dir ohenhin sagen: "Den Weg musst Du eh alleine gehen" und S. Suzuki sagte mal, man solle den gefundenen Lehrer bald wieder verlassen ... Warum wohl? Um nicht an dem anzuhaften und sich an einen anderen zu klammern. ^^
_()_c.d.
mogun hat geschrieben:
Ich meditiere regelmäßig in der freien Natur, sitze aber auch zu hause vor der Wand. Danach spüre ich Freude und Klarheit. Während ich meditiere, werde ich meiner Gedanken gewahr und sehe sie sinken wie Steine in einem See. Gelernt habe ich Haltung bei Probemeditationen in einem Zen Zentrum. Ich bin dankbar wegen der Unterweisungen, fühle mich dort aber nicht wohl. Auch das Sitzen in der Gruppe fällt mir schwer, angefangen von der Atmung der anderen oder wenn der Magen der anderen knurrt. Extrem überspitzt gesagt: Ich musste an Sartres Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ denken.

Meine Frage ist nun: Wieso meditiert ihr in der Gruppe? Was bringt die Sangha?


Ich habe eine ähnliche Erfahrung wie Du. Normalerweise meditiere ich allein und mache meinen Weg allein. Ich habe auch eine Sangha besucht und würde sagen, dass eine Sangha nicht für mich ist. Aber nebenbei merkte ich, dass die Sangha sehr wichtig für viele Teilnehmer ist. Diese Widerspruch zwischen ich und die Anderen, hat mich an Gedanken gebracht und habe interessanten Dinge von mir entdeckt.

Ich denke immer noch, dass eine Sangha nicht für mich ist, aber wahrscheinlich werde ich die Erfahrung in einer Sangha wiederholen versuchen.
Morpho hat geschrieben:
Ein Kloster ohne Nähe unter den Mitbewohnern ? "Kloster" nennt sich das denn des Ambientes wegen, oder wat ?

Die Nähe in einem Kloster findet auf spiritueller Ebene statt und weniger durch Einschleimen, Unterwürfigkeit, Körperlichkeit oder andere Spiele die Abhängigkeit befriedigen.
Der Begriff Transzendenz ist arg strapaziert aber es gibt keinen zusammenfassenden um die Gefühlswelt eines Menschen der in einem Kloster lebt zu beschreiben. Es sind Menschen die durch Geisteskraft in der Lage sind die niederen animalischen Triebe beherrschen und gestalten zu können. Das in jeder Lebenslage und in jeder Alltagssituation, rund um die Uhr sozusagen.
In meinem Kloster ist Gemeinschaft möglich ohne kindliche Abhängigkeit und ohne definierte Hierarchie weil jeder Einzelne für sich im Leben das autonome Dasein auf der Welt gelernt hat durch Versuch und Irrtum ganz ähnlich wie Buddha als er alleine ohne Besitz ins Umland gezogen ist auf der Suche nach Antworten was Leben und Tod bedeutet. Er hat die Antworten für sich gefunden, wir sind noch auf dem Weg die für uns geltenden Antworten zu finden ...
Eins ist schon klar und hier auch deutlich geworden, die Gabe der Anderen allein ist nicht die Antwort, die Sangha ist ein Zwischenbereich, die letzten Antworten sind im eigenen Organismus oder im Universum zu finden was das Selbe ist. Wer seine Persönlichkeit so weit entwickelt hat um diese Antworten zu finden braucht nicht in eine Sangha gehen, er wird sie dort nicht erleben können oder anders ausgedrückt, erst die Gemeinschaft durchleben um dann stabil und selbstständig daraus hervor zu treten um sich so eigenständig den spirituellen Kräften zu widmen. Deshalb ist eine Sangha gut für jemanden der Schutz und Geborgenheit braucht aber jemand der die wesentlichen Antworten von Leben und Tod auf sich bezogen sucht, zieht sich zurück und braucht das Alleinsein. Deshalb die Idee des Klosters, dort findet mehr mit sich sein können statt in der Gemeinschaft und weniger Gruppenübungen oder abhängig machende Beziehungsgeflechte. Die spirituelle Nähe ist durch diese geistigen menschlichen Kräfte nicht auf die animalische Abhängigkeit angewiesen und deshalb sehe ich nicht die Kuschelgruppe als Ziel an sondern das Kuscheln der inneren Gefühle des Organismus auf Grund der geistigen Gestaltung.
sati-zen hat geschrieben:
In meinem Kloster ist Gemeinschaft möglich ohne kindliche Abhängigkeit und ohne definierte Hierarchie weil jeder Einzelne für sich im Leben das autonome Dasein auf der Welt gelernt hat durch Versuch und Irrtum ganz ähnlich wie Buddha als er alleine ohne Besitz ins Umland gezogen ist auf der Suche nach Antworten was Leben und Tod bedeutet.


Ein Kloster ist ein Ort wo mehrere Ordinierte dauerhaft beisammen leben. Ein buddhitisches Kloster ist eines, wo das die in einer buddhitischen Tradition Ordinierten tun. Ein Abt ist der Leiter eines Klosters, dem die Ordinierten unterstehen.

Während du weder den Begriff "Kloster" noch den Begriff "Abt" in diesen Bedeutungen benutzt und somit unztreffende Assoziationen weckst.
Bin kein Klinkenputzer, das brauche ich nicht, ich beschreibe meine von mir kreierte reale Welt im Rahmen der gegebenen Umwelt und nutze die virtuelle Welt um meine Gedanken zu artikulieren, mehr nicht.
....mache mir die Welt, widde wie sie mir gefällt - hey pippi langstrumpf
Trallala trallali....

:clown:
mogun hat geschrieben:
...Auch das Sitzen in der Gruppe fällt mir schwer, angefangen von der Atmung der anderen oder wenn der Magen der anderen knurrt. Extrem überspitzt gesagt: Ich musste an Sartres Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ denken.

gut wäre, wenn Du mit der Einstellung ran gehen könntest, dass das Sitzen in der Gruppe ja demnach eine prima Gelegenheit ist, sich genau anzuschauen, was da passiert. Der Sinn des Sitzens ist ja nicht, sich möglichst wohl zu fühlen, sondern im Leben anzukommen. Dieses Unwohlsein in Gruppen hast Du vielleicht nicht nur beim Sitzen, aber auf dem Kissen hast Du die Möglichkeit, wirklich hinein und hindurch zu gehen. Vielleicht wird es Dir nie gefallen, aber Du kannst vielleicht trotzdem Frieden damit schließen. Ist doch eine spannende Aufgabe!
Lucy hat geschrieben:
....mache mir die Welt, widde wie sie mir gefällt - hey pippi langstrumpf
Trallala trallali....

:clown:

Es bringt nichts, Lucy. Funktioniert nicht.
Doch es funktioniert, würden sich mehr Menschen Pippi Langstrumpf mit ihren schöpferischen und kreativen Fähigkeiten zum Vorbild nehmen und ihre provokative Intervention verstehen als Lebensphilosophie, es würde wesentlich weniger Leid auf der Welt geben. Buddha war ganz ähnlich und verfügte auch über diese Fähigkeiten nur haben konservative Menschen um ihre Macht zu erhalten später daraus Schriften und Regeln formuliert und das ganze erinnert nun mehr an die Borniertheit eines Beamten als Grundschullehrer, der, über den sich Pippi Langstrumpf lustig gemacht hat weil er die Freude im Leben ignorierte und weniger an die von Buddha benannten Wahrheiten oder den von ihm ausgetesteten Weg der zum Erwachen führte glauben wollte. Pippi Langstrumpf, die fantasievolle Erfindung der schwedischen Autorin Astrid Lindgren, ist in meinen Augen eine Figur die eine Form des Erwachens gut darstellt. Jedoch wer sich emsig an die Vorgaben hält und versucht mit viel Fleiß die vorgegebenen Regeln einzuhalten oder die Warnungen der Ahnen brav berücksichtigt kommt auch ans Ziel. Das erste Ziel das Ende des Lebens erreichen und dann hängt es vom Karma ab wie oft man diese Runde wiederholen muss bis man begriffen hat was das Leid im Dasein lindert. Pippi Langstrumpf ist meines Wissens nicht wiedergeboren worden und Astrid Lindgren auch nicht.
Lucy hat geschrieben:
....mache mir die Welt, widde wie sie mir gefällt - hey pippi langstrumpf
Trallala trallali....

:clown:


Genau das ist der Punkt, Lucy. Allerdings etwas anders, als du es vielleicht meinst. :mrgreen:

Wir alle machen uns unsere Welt.
Allerdings gefällt uns nicht immer, was wir so machen, und dann jammern wir über diese Welt ohne zu merken, das wir sie ja geschaffen haben, das wir diese Welt sind, mit all ihren Ecken und Kanten und ihrer Zerrissenheit.
Und wenn wir es bemerken, dann versuchen wir, schnell etwas Neues zu schaffen, etwas Anderes, etwas Besseres...., anstatt dieses "Geschaffe" mal sein zu lassen und mal in aller Ruhe hin zu schauen auf das, was da ist und zu untersuchen, wie es ist.

Das Widersprüchliche bei Sati-Zen ist aus meiner Sicht nicht, das er eine neue Gemeinschaft gegründet hat oder das er alte Traditionen ablehnt. Das wäre für mich völlig in Ordnung. Wenn er es nur machen würde. Macht er aber nicht.
Er braucht eine, ach so verteufelte, Sangha. Also schafft er sie nach seinen Vorstellungen. Er braucht auch offensichtlich die Strukturen, die er vordergründig ablehnt. Denn sonst müsste er sein Konstrukt nicht Kloster nennen. Und er braucht auch die so verteufelten Hierarchien, denn sonst müsste er sich nicht Abt nennen.
Und, und das ist besonders wichtig, er braucht die abgelehnten Strukturen wie die Luft zum atmen, weil er etwas braucht, von dem er sich abgrenzen kann. Das gibt dem eigenen Unternehmen Größe.
Deshalb muss er es letztendlich auch Zen nennen. Es muss ja Zen sein. Das Kind muss schließlich einen Namen haben.

Warum nicht einfach eine Gemeinschaft gründen und mit den Menschen dort friedlich zusammenleben?
Das ist doch etwas wunderbares. Wenn das funktioniert, mehr kann man sich doch garnicht wünschen.

Nur, dann weiß ja keiner, was man eigentlich für Tolles gemacht hat. Was für ein Verlust für die Welt. :clown: :clown: :clown:

Und das demaskiert dann wieder alles Andere.
Gute Analyse, da spricht jemand aus eigener Erfahrung. Ich bin für Offenheit.

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast