Im Winter in ungeheizten Räumen mit Wärmflasche meditieren?

Moderator: void

Hallo Freunde,

wir ziehen nach der Sommerpause vielleicht in neue Räume um, in denen keine Heizung installiert ist und es ist auch nicht sicher, dass dort in absehbarer Zeit eine Heizung hinein kommt. Es gibt auch keinerlei Restwärme vom Untergeschoss oder dergleichen. Wenn es draußen -10 Grad hat, wird es diese auch drinnen haben.

Ich habe einmal in einem Buch gelesen, dass die Mönche in Japan kleine Kohlebehälter unter ihren Kimonos / Kolomos tragen. Ich denke da etwas weniger feurig an einfache Wärmflaschen. Hat das jemand von Euch schon mal probiert, geht das? Weiß jemand, wie das in Antaiji gemacht wird, die m.W. auch keine Heizung haben?

Mich würden vor allem praktische Erfahrungen interessieren. Mir geht es nicht um ein einmaliges Zazen, sondern um die Frage, ob man auf diese Art einen zwar rustikalen, aber doch für ganz normale Übende machbaren "Regelbetrieb" durchziehen könnte. Jahreszeitbedingt kann ich momentan nicht selber testen, wie das gehen könnte, außer ich würde mal im Schlachthof fragen, ob ich in deren Kühlhaus probe-meditieren könnte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da auf Verständnis stoßen würde 8)
Aus Japan kenne ich es nur so, Lubob.
Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund, es hier nicht auch so zu machen.
Das mit den Kohlebehältern kenne ich nicht. :lol:
Das hast du bestimmt im Buch "Der leere Spiegel" gelesen.
Mein Vorteil ist die Robe. Durch die mehreren Lagen Stoff, in die ich auch die Füße einwickeln kann und einen warmen Winterkoromo, friere ich nicht.
Ihr könntet euch also bei Bedarf eine Decke über die Beine legen und dort auch die Füße einwickeln und ansonsten einen Pullover anziehen.
Und lange, warme Unterwäsche kann auch ganz hilfreich sein.

Ansonsten hat frieren noch keinem geschadet. Es wirkt auch der Müdigkeit entgegen. Was wichtig ist, ist, dass ihr versucht, Durchzug zu vermeiden. Dann kann eigentlich nichts passieren, von einem Schnupfen vielleicht abgesehen. Aber ihr werdet euch sicher schnell daran gewöhnen.
Sowas kann auch helfen.
http://www.katalytofen.de/Rowi-Blue-Fla ... 4200-1-BFT

Vor dem Zazen eine halbe Stunde aufheizen, dann wieder ausmachen.
Das reicht, um eine Grundwärme reinzukriegen (auf null Grad zum Beispiel)
Gibts ab 100 Euro. sowas würde ich aus Sicherheitsgründen nur neu kaufen.

Wenn du mehr Zeit vor dem Zazen hast, kannst du einen Werkstattofen kaufen:
http://www.ofen.edingershops.de/Holzofe ... n:::5.html
Gibts ab 170 Euro neu, und noch billiger gebraucht.
Die OT Beiträge findet ihr hier: Hotei @ OT: Im Winter in ungeheizten Räumen mit Wärmflasche meditieren? (in) Buddhistischer Salon

Kritik an diesem Vorgehen bitte per PN an mich oder unter Anregungen und Kritik einen Thread eröffnen.

Hier lösche ich weitere OT Beiträge.
katalyt-Öfen sind meines Wissens(als alter Camper) NICHT für geschlossene Räume zugelassen !!!!

dann besser 'n Radiator o.ä.
In jungen Jahren hab ich mal einen Winter lang so gewohnt, also nicht nur so meditiert, sondern auch nachts im Kalten geschlafen und so weiter.
Das steht und fällt einfach mit anständiger Kleidung. Also keine Angst vor Pudelmützen. Und Wärmflaschen sind was Wunderbares.
Meine Erfahrung damit hat einfach nur gebracht, dass ich danach ein Jahr lang (untypischerweise) eine Frostbeule war und überheizte Räume bevorzugte. Da konnte ich auf einmal die Omis verstehen, die im Winter bei 30° Innentemperatur in ihrem Wohnzimmer sitzen. Wenn man sich nie aufwärmen kann, wird es einem möglicherweise irgendwann zu viel.
Nun versteh ich auch besser, warum die in Skandinavien so gern eine Sauna haben.
lubob hat geschrieben:
Es gibt auch keinerlei Restwärme vom Untergeschoss oder dergleichen. Wenn es draußen -10 Grad hat, wird es diese auch drinnen haben.

Wenn es draussen -10 Grad hat, hat es in unheheizten Räumen, wenn sie gut isoliert sind meist Temperaturen um den Nullpunkt.

Ich habe im Winter einen Raum der auch kein Heizung hat ( aber die Abwärme der anderen Räume) Zur Not habe ich einen Heizstrahler aber ich habe gemerkt, dass ich den nicht so häufig brauche, wie ich dachte. Aber es psychlogisch sehr gut, zur Not sowas zu haben. Auch wenn es dann natürlich einige Zeit braucht, bis der Raum warm ist und es auch ein wenig eine Enrergieverschwendung ist.

Von Leuten die in Japan waren habe ich gehört, dass einige dort beheizbare Nierengurte verwendet haben und damit recht glücklich waren. Das ist ursrpünglich was für Motorradfahrer und andere Sportler. Außerdem habe ich gehört, dass da lange Unterhememden Unterhosen aus Alpaka-Wolle und aus Kamelhaar als Geheimtipp gehandelt wurden.
Ich danke euch für die hilfreichen Hinweise. Dass diese Katalytöfen so leistungstark und kostengünstig sind, war mir nicht bekannt. Ich vermute, damit ist unser Problem lösbar.

Was das Sitzen ganz ohne Heizung angeht, so denke ich, ich werde dies aus reiner Neugierde einmal für mich wieder probieren. Das letzte Mal, dass ich tatsächlich bei -10 Grad Zazen gemacht habe, ist sehr, sehr viele Jahre her und war keine Absicht. Damals ging auf dem Winterlager die Heizung kaputt und uns blieb nichts anderes übrig, als weiter zumachen. Aber das war eben auf dem Winterlager, d.h., der Teilnehmerkreis umfasste sowieso nur besonders engagierte Übende.

Für das Zazen einer innerstädtischen, für "Laufpublikum" offenen Gruppe, bei der viele Übende nicht einmal über einen Kimono oder Koromo verfügen, dürfte ein Winter-Zazen-Angebot so ganz ohne Wärmequelle wohl eher zuviel an Herausforderung sein. Obwohl, man weiß es ja nicht, vielleicht sollten wir auch das einfach mal versuchen :mrgreen:
lubob hat geschrieben:
......
Für das Zazen einer innerstädtischen, für "Laufpublikum" offenen Gruppe, bei der viele Übende nicht einmal über einen Kimono oder Koromo verfügen, dürfte ein Winter-Zazen-Angebot so ganz ohne Wärmequelle wohl eher zuviel an Herausforderung sein. Obwohl, man weiß es ja nicht, vielleicht sollten wir auch das einfach mal versuchen :mrgreen:

Versuch es mal. Mehrere Lagen an Klamotten und eine Decke über den Beinen reicht völlig. Für's Kinhin kann man ja dicke Socken gestatten. In Japan hatten wir beim Kinhin geflochtene Sandalen an.
Wenn alle vorher Bescheid wissen, müsste es klappen. Einen Versuch ist es allemal wert.
*sinnier*... Minus 10, das sind aber schon Temperaturen, die nicht mehr gehen. Die Nase muss ja wenigstens rausgucken können ohne abzufrieren. Ich stand mal 90 Minuten bei -9° und leichtem Ostwind an einem Spielfeldrand, um meinem Sohn beim Fußballspiel zuzugucken. Die Kälte kroch von den Betonplatten, auf denen wir standen durch die Stiefelsohlen, durch die Wollsocken, in die Füße, in die Knochen, die Schienbeine hoch... Knackig durchgefroren bis in die Knie, trotz Schneehose. Einfach zu kalt zum Rumstehen.
Beim nächsten Mal wollte ich mir eine Isomatte zum Draufstellen mitnehmen, aber sowas hab ich nicht nochmal erlebt. Ich glaube, etwas Isolierendes unter den Füßen hätte viel gebracht.
Also ich war damals (ist über 20 Jahre her) auch eine Frostbeule und trotzdem haben wir das Sesshin durchgestanden. Mir scheint es aus der Erinnerung sogar so, dass es recht gut ging. Ich glaube, dass - kein Luftzug vorausgesetzt - die Wärme sich einerseits gut in den Klamotten staut, andererseits aber auch die Meditations-"Technik" des Zazen starke physiologische Effekte hat.

Sprich: Damals war meine Schlussfolgerung, dass wenn ich es konnte, es eigentlich jeder kann und dass es allein die Konzentration auf die Atmung war, die eine recht effektive Temperaturregulierung ermöglicht hat. Ein solches Wirkprinzip von Atmung und Temperaturkontrolle würde auch die Geschichten von Mönchen erklären, die im Schnee des Himalaya stundenlang meditieren können - zumindest hat ein gewisser tibetischer Lama solche Stories früher gerne kolportiert.

Sollten wir den Raum bekommen, werde ich es allein aus Neugierde mal probieren. Vielleicht sieht das heute mit zarten 50 Lenzen ja schon ganz anders aus. Aber egal, wie das persönliche Experiment ausgeht, für den normalen Zazenbetrieb muss wahrscheinlich schon eine andere Lösung her.
Ich benutze nur für Außenbereiche einen Katalytofen, da schon ein gewisser Gasgeruch aufkommt. Zudem kommt es mir so vor, als wenn die Luft stickiger wird - Stichwort: Erstickungsgefahr. Außerdem steht beispielsweise auf Katalytofen24, wenn du weiter runter scrollst, dass die Verwendung in Innenbereichen rechtlich untersagt ist und es schon zu Gasexplosionen gekommen ist. Ich wäre also vorsichtig!

Alternativ bietet sich natürlich auch ein Infrarotstrahler an. Wesentlich angenehmer und auch für Innenbereiche rechtlich erlaubt einzusetzen. Persönlich kann ich dir nur dazu raten, mal in einem Baumarkt vorbeizuschauen und sich verschiedene Geräte anzusehen.
Das Thema ist gut, Zen-Buddhismus und ungeheizte Räume für Zazen.
Ich finde das bedingt einander denn was ist es für ein Zen praktiziert im
Wohlstand und der Bequemlichkeit der westlichen Welt. Somit ist ein kalter
Raum eine wunderbare Herausforderung für Seele und Geist denn es ist damit
nicht gesagt, dass innere Unterkühlung stattfindet sondern nur, dass die
Umgebung beim Zazen kühl und wenig schmeichelhaft ist. Ich halte das für
förderlich und für positiv. Der größte Bereich des Klosters in dem ich lebe
hat keine beheizten Räume und bisher konnte alle damit leben.
Sicher es kostet Überwindung in einer kühlen Umgebung positive Gedanken zu
entwickeln aber genau darum geht es bei der Meditation, die Herausforderung
das Negative in einen positiven Gewinn zu transferieren. Ich habe es nicht
wissenschaftlich untersucht aber ich kann mir vorstellen, dass der Mensch
bei diesem Prozess viel Wärme freisetzt ganz ähnlich wie bei einer Verbrennung.
Wenn man sich also isoliert, zur Not eine Wärmeflasche zur Hand hat und
kräftig Wärme frei setzt durch Umwandlung kann einem die Kälte nichts anhaben.
Dann kommt dazu, ich betreibe Zazen zwanzig Minuten am Stück mehrmals und kann
somit den kalten Raum verlassen und -10°C gibt es in Mitteleuropa selten, das
ist ein Extrem der Ausnahme und solche Betrachtung ist dem Zen nicht würdig.
Spitzen werden abgefangen, es geht um den Fluss des Lebens und da sind Stromschnellen
eine Ausnahme und bestimmen nicht das allgemeine Verhalten. Die längste Zeit des
Jahres sind die Räume meines Klosters wohl temperiert von der Natur, auch im
Sommer denn die dicken Mauern isolieren wunderbar und es ist kühler als draußen.
Wie gesagt, das richtig praktizierte Zazen bedarf keiner Heizung von Außen,
im Gegenteil, die Kühle tut gut und schützt den Organismus vor innerem Überhitzen.
Ganz ähnlich wie ein Prozessor im Computer oder eine Grafikkarte, sie vollbringen
Höchstleistung im Inneren die sich in Wärme ausdrückt und gekühlt werden muss damit
der Fluss nicht unterbrochen wird. Wer mit kühlen Räumen leben kann und dort so
meditiert dass Wärme frei wird hat bessere Überlebenschancen in der Natur mit vielen Katastrophen.
*grinst
Ich bekomme immer komische Blicke, wenn ich mich im Winter nach dem Saunagang auf ein Kissen ins Freie setze und shikantaza praktiziere.
Muss auch zugeben, nachdem ich ein Foto sah - es sieht schon komisch aus.
Doch ich kann (auch aus anderem als Sauna-Erfahrung) meinen Vorschreibern nur zustimmen.
Wenn ich auch nicht unbedingt sagen würde, das es sich bedingt, aber es ist machbar.

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