Mein Umgang mit dem Forum

Moderator: void

Ich habe mir angewöhnt immer zu schauen in welchem Bereich des Forums ein Thread steht auf den ich antworte. Wenn ich von mir Dinge berichte, oder von Dingen schreibe, bei denen es mich stören würde wenn sie ein anderer ins Gegenteil verkehrt oder falsch versteht/zitiert oder verdreht, dann poste ich sie nicht. Weil das fast überall im Forum geschehen kann. Im geschlossenen Bereich der Tibeter habe ich das noch nicht erlebt, da kann ich anders schreiben, auch offen über mich.
Die verschiedenen Sichtweisen der verschiedenen buddhistischen Religionen, derjenigen die an ihrer "Bibel" kleben und nichts anderes gelten lassen, oder die meinen mal kräftig rumgerüpelt sei angebrachter "direkter Stil", oder derjenigen die meinen sie müssen hier anderen einen "Spiegel vorhalten", das birgt einfach viel potential für Verletzung und bösse Worte, oder zumindest Missverständnisse oder ewiges aneinander-Vorbeireden.

Ich habe schon einige hier erlebt, die sehr entusiastisch hier im Forum angefangen haben, und die öffensichtlich Spass daran hatten hier in einen Austausch mit Buddhisten zu treten. Die dann aber zu viel persönliches geschrieben haben, dass dann verdreht wurde, über dass dann schlecht geschrieben wurde, und die dann weggeblieben sind. Ich mutmasse, weil sie es als Verletzung empfunden haben, weil sie es sich nicht länger antun wollten. Und auch weil sie vielleicht ausser Acht gelassen haben, dass die Dinge auf die sie Wert legen, bei Anderen eben aus den oben genannten Gruppen weil sie halt eine andere Sichtweise haben, nicht wertgeschätzt werden oder gar attackiert werden.
schön beschrieben!
...aber ändern wird sich glaub ich nichts, außer das Forum wird irgendwann dicht gemacht (was ich allerdings derzeit auch bedauern würde).

Mich würde mal interessieren wie ajung als Forengründer die Situation sieht und ob er überhaupt noch verfolgt was hier vor sich geht. Er muss ja damals auch eine Art Vorstellung gehabt haben, was hier passieren soll.
Deine diebszüglichen Gedanken verstehe ich sehr gut und teile sie zum Teil. Eigentlich fühle ich mich hier auch nur noch im "Säkularen Buddhismus" wohl, wo leider sehr wenig los ist.

nyalaana hat geschrieben:
Ich habe schon einige hier erlebt, die sehr entusiastisch hier im Forum angefangen haben, und die öffensichtlich Spass daran hatten hier in einen Austausch mit Buddhisten zu treten. Die dann aber zu viel persönliches geschrieben haben, dass dann verdreht wurde, über dass dann schlecht geschrieben wurde, und die dann weggeblieben sind.


Ich bin zwar nicht weggeblieben, habe mich aber sehr zurückgezogen in Relation zu meiner Anfangszeit hier. Ich mag es nicht, wenn einige meinen, sie und ihre "Richtung" haben die Weisheit mit Schaumlöffeln gefuttert und alle anderen und deren Richtungen sind falsch, blöd, dumm, unverständig, naiv oder gar "unbuddhistisch". Das kenne ich aus meiner Zeit in der katholischen Kirche (1952-1977) zur Genüge, der Alleinseligmachungsanspruch christlicher Konfessionen ist mir immer zuwider gewesen und leider erlebte und erlebe ich so etwas auch in buddhistischen und/oder Religions-Foren im Internet. Das brauche ich nicht.

Ich freue mich, dass Du das mal in Worte gefasst hast, lieber Nyalaana. Ich habe gezögert es zu tun, weil ich auf Stress eigentlich keine Lust habe...

Liebe Grüsse

Der Waldler
Schön dass es das Forum gibt, aber ich sehe das jetzt entspannter als früher. Ein bisschen Lesen und Schreiben, das ist alles. Wenn es mal weg wäre, na dann ist es halt weg.
nyalana:
Und auch weil sie vielleicht ausser Acht gelassen haben, dass die Dinge auf die sie Wert legen, bei Anderen eben aus den oben genannten Gruppen weil sie halt eine andere Sichtweise haben, nicht wertgeschätzt werden oder gar attackiert werden.

Nicht so anhaften am "eigenen", "meins", dann gibt's da auch nix insbesondere zu schützen oder selbst-entnervend zu verteidigen...

"Unsicherheit und Furcht und alle unsere Ängste entstehen aus dem Gefühl, etwas schützen zu müssen etwas, das geschädigt oder verloren werden kann, das unerfüllt ist. Wenn wir aber wirklich wissen dass es nichts unerfülltes gibt, nichts, das geschützt werden muss, weil nichts zerstört werden kann, dann brauchen wir nichts mehr zu fürchten".
Ringu Tulku Rinpoche

...und auch nicht seinerseits zu diskriminieren:
"bei Anderen eben aus den oben genannten Gruppen" - "weil sie halt eine andere Sichtweise haben":
derjenigen die an ihrer "Bibel" kleben und nichts anderes gelten lassen,
( Theravada ?)
oder die meinen mal kräftig rumgerüpelt sei angebrachter "direkter Stil",
( Zen?)
oder derjenigen die meinen sie müssen hier anderen einen "Spiegel vorhalten".
( Vajrajana ? :P ) Ps: Das hat nix mit diesen "Linien" zu tun.


:)
@nyalaana

Ich kann das, was du schreibst, gut nachvollziehen.
In einem öffentlichen Forum wird das immer so sein. Da gibt es immer irgendwelche Labertaschen, die glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und anderen dummdreiste, ungefragte Ratschläge geben zu müssen.
Mit ihnen muss man leben. Auch ich schreibe eher im geschlossenen Bereich. Ich will mich einfach nicht mit jedem Deppen auseinander setzen.
Aus diesem Grund überlege ich mir recht genau, was ich wann und wo schreibe.
Und einige User brauchen wohl den Krawall. So jedenfalls mein Eindruck.
Festus hat geschrieben:
@nyalaana

Ich kann das, was du schreibst, gut nachvollziehen.
In einem öffentlichen Forum wird das immer so sein. Da gibt es immer irgendwelche Labertaschen, die glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und anderen dummdreiste, ungefragte Ratschläge geben zu müssen...


Das stimmt. Und auch:
oder die meinen mal kräftig rumgerüpelt sei angebrachter "direkter Stil

Festus hat geschrieben:
Mit ihnen muss man leben....
Nicht doch !
Festus hat geschrieben:
Auch ich schreibe eher im geschlossenen Bereich. Ich will mich einfach nicht mit jedem Deppen auseinander setzen....
Ich auch nicht. Muss ja auch nicht. :)
mukti hat geschrieben:
Schön dass es das Forum gibt, aber ich sehe das jetzt entspannter als früher. Ein bisschen Lesen und Schreiben, das ist alles. Wenn es mal weg wäre, na dann ist es halt weg.


:like:

Neben dem geschlossenen tibetischen Forum mag ich sehr gerne die "buddhistische Praxis". Ich finde es wichtiger, uns über Praxis auszutauschen als ellenlange philosophische Diskussionen über Wiedergeburt und Karma zu führen. Das ist aber auch nur meine persönliche Meinung.
Holzklotz hat geschrieben:
aber ändern wird sich glaub ich nichts, .

Ich habe das geschrieben weil ich für ich die Ist-Situation beschreiben wollte, so wie sie sich für mich darstellt. Es geht mir nicht darum hier eine Änderung oder irgendwas anderes zu erreichen. Ich schreibe ja schon viele Jahre hier in diesem Forum. Wenn ich mit den Zuständen hier nciht leben könnte dann wäre ich nicht hier.
Holzklotz hat geschrieben:
Mich würde mal interessieren wie ajung als Forengründer

Ach , das wollte ich jetzt garnicht anstoßen, dass man Ajung schon wieder zu einer öffentlichen Stellungnahem oder sonstiges bewegen will. Er hat sicher Mittel und Wege sich so über sein Forum zu informieren wie er es will. Im Gegenteil es macht mir hier Spass und ich habe auch schon manche gute Information hier bekommen.

Ein anderer Beweggrund von mir ist, dass ich zukünftig neue User auf diesen Thread verlinken kann, wenn sich Situationen anbahnen.
Nicht so anhaften am "eigenen", "meins", dann gibt's da auch nix insbesondere zu schützen oder selbst-entnervend zu verteidigen...


Es geht überhaupt nicht um "meins"
Es geht einfach um das "Du": Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um.
@ Nyalaana:
Ein anderer Beweggrund von mir ist, dass ich zukünftig neue User auf diesen Thread verlinken kann, wenn sich Situationen anbahnen


So ein privater Hinweis, auch auf ein Unterforum, oder ein Link hier her, gehörte dann aber nicht gerade unter "Allgemeines zum Buddhismus". Deswegen:

Die verschiedenen Sichtweisen der verschiedenen buddhistischen Religionen,
.... das birgt einfach viel potential für Verletzung und bösse Worte, oder zumindest Missverständnisse oder ewiges aneinander-Vorbeireden.

Und auch weil sie vielleicht ausser Acht gelassen haben, dass die Dinge auf die sie Wert legen,
bei Anderen eben aus den oben genannten Gruppen weil sie halt eine andere Sichtweise haben, nicht wertgeschätzt werden oder gar attackiert werden.


Denn hier wird ja verallgemeinert, dass das kritisierte Verhalten "Anderen" "buddh. Religionen" zuzuschreiben sei.

Das kann man doch über PN machen, wenn denn.
Morpho ich verstehe Dich nicht.
@nyalaana
also das mit dem (möglichst oft) dran denken, zu schauen in welchem Unterforum der Thread gerade steht nehm ich mir auf jeden Fall mit auf die TODO-liste.
Für mich ist Buddhaland immer ein wichtiger "Steinbruch" gewesen. Es gab unglaublich viele Anregungen und man konnte viel von den Teilnehmern der verschiedenen Richtungen lernen. Deswegen ist es für mich schade, dass viele der tiefergehenden Diskussionen jetzt nur in geschlossenen Bereichen stattfinden. Ich würde sehr gerne öfter über meinen eigenen Tellerrand schauen und z. B.: mehr über den tibetischen Buddhismus lernen, oder mehr inhaltliche Zen Diskussionen verfolgen. Muss wohl so sein. Ändert sich vielleicht ja wieder.
nyalaana hat geschrieben:
Ich habe mir angewöhnt immer zu schauen in welchem Bereich des Forums ein Thread steht auf den ich antworte. Wenn ich von mir Dinge berichte, oder von Dingen schreibe, bei denen es mich stören würde wenn sie ein anderer ins Gegenteil verkehrt oder falsch versteht/zitiert oder verdreht, dann poste ich sie nicht. Weil das fast überall im Forum geschehen kann. Im geschlossenen Bereich der Tibeter habe ich das noch nicht erlebt, da kann ich anders schreiben, auch offen über mich.
Die verschiedenen Sichtweisen der verschiedenen buddhistischen Religionen, derjenigen die an ihrer "Bibel" kleben und nichts anderes gelten lassen, oder die meinen mal kräftig rumgerüpelt sei angebrachter "direkter Stil", oder derjenigen die meinen sie müssen hier anderen einen "Spiegel vorhalten", das birgt einfach viel potential für Verletzung und bösse Worte, oder zumindest Missverständnisse oder ewiges aneinander-Vorbeireden.

Ich habe schon einige hier erlebt, die sehr entusiastisch hier im Forum angefangen haben, und die öffensichtlich Spass daran hatten hier in einen Austausch mit Buddhisten zu treten. Die dann aber zu viel persönliches geschrieben haben, dass dann verdreht wurde, über dass dann schlecht geschrieben wurde, und die dann weggeblieben sind. Ich mutmasse, weil sie es als Verletzung empfunden haben, weil sie es sich nicht länger antun wollten. Und auch weil sie vielleicht ausser Acht gelassen haben, dass die Dinge auf die sie Wert legen, bei Anderen eben aus den oben genannten Gruppen weil sie halt eine andere Sichtweise haben, nicht wertgeschätzt werden oder gar attackiert werden.


Ich kann diese Gedanken nachvollziehen (dann lieber in einem "geschützten" Raum- der eigenen Tratiditon) zu schreiben, aber ich wundere mich dennoch darüber, denn wenn ich in ein "Buddhaland" Forum gehe setze ich eigentlich voraus dass hier (auch im öffentlichen Bereich) nicht absichtlich attackiert wird oder auch NICHT viel Potential für Verletzung und böse Worte zu finden ist wenn man mal etwas "persönliches" schreibt.

Ich bin ganz neu hier.
Bin Admin in einer Philosopie Gruppe auf fb in der es sogar Muslime, Atheisten, Buddhisten, Humanisten, etc. gelingt wertschätzend miteinander zu reden. HIER nicht?

Irgendwie merkwürdig...
Ob es manche dann als Verletzung empfinden, oder sie einfach keine Lust auf Streitgespräche zu haben (wenn einem das Wort im Munde rumgedreht wird)... mag ich nicht entscheiden.

Für mich persönlich zeigt sich ein "Austausch" -gerade in den versch. Traditionen- als sinnvoll und wenn im öffentlichen Bereich auch ein bisschen mehr los ist... ist doch toll...und bereichernd -eigentlich-

von daher...
schaue ich mir das hier mal eine Zeitlang an...
ob ich bleiben werde und mich an "zeitraubenden" Kommunikationsproblemen teilnehme, eher nicht...
aber da findet sicher jede/r seinen eigenen Weg...

ch. :star:
Dieses Forum ist ein tolles Übungsgebiet für die rechte Rede, in Schriftform. Manchen fällt es schwer, sich an derartige Tugenden zu halten, andere glauben sie würden sich daran halten aber brechen die rechte Rede konsequent. Dann gibts die klassischen Auseinandersetzungen zwischen den Versenkungsbuddhisten und den Schriftgelehrten... manchmal ist es halt ratsam, bei bestimmten Themen sich tatsächlich in einer geschlossenen Gruppe zu bewegen, weil diese Mitglieder sich untereinander besser verstehen (wollen). Im offenen Forum besteht jeder auf seine ultimative Wahrheit, egal ob eigene Erfahrung, aus Texten oder Vorstellungen.. das birgt ein besonderes Potenzial in sich; zum einen hat Heterogenität einen großen Vorteil - die riesige Chance, viele Facetten und Perspektiven darzustellen, zum anderen besteht aber auch die Möglichkeit von Konflikten, welche schnell in eine persönliche Richtung gehen. Da muss das gekränkte Ego erst mal zeigen wo der Hammer hängt... Mir geht es daher wie anderen hier und ich schreibe dann doch lieber in einer kleinen, geschlossenen Gruppe, denn dort gibt es mehr eigenes Bemühen, sich konstruktiv einzubringen und offen entgegenzutreten.
Im offenen Forum besteht jeder auf seine ultimative Wahrheit, egal ob eigene Erfahrung, aus Texten oder Vorstellungen.. das birgt ein besonderes Potenzial in sich;


ja, ist das so?

Merkwürdig...

Natürlich hat jeder seine "ureigene" Erfahrung...
wie kann man diesem Ausdruck verleihen in Sprache? Geht ja eigentlich schon mal nicht. 8)

Von daher ist ja schon mal klar, dass darin eine Grenze steckt... ^^

Ich leitete mal ein Dzogchenzentrum und wir hatten einen ZEN Schüler der kam jede Woche zu uns. Er hat soooo tolle Sachen bei uns gemacht. Flöte gespielt... Teezeremonie gemacht... einmal auch einer tib. Meisterin einen Lotusblüte -sowas von schön- dargebracht... in seiner ureigenen Tradition...

da gab es überhaupt KEINE Reibungspunkte...

warum soll es dass denn hier -scheinbar von allen als natürlich wahrgenommen- dann so sein?

Ich finde das merkwürdig...
wenn ich ehrlich bin

ch. :star:
es ist merkwürdig, aber es ist wie es ist. Ändern wird man es hier nicht können und Vergleiche mit anderen Gruppen und Foren geht auch nicht:-)
kal hat geschrieben:
es ist merkwürdig, aber es ist wie es ist. Ändern wird man es hier nicht können und Vergleiche mit anderen Gruppen und Foren geht auch nicht:-)


wenn es als "Thema" erscheint, vielleicht wollen es doch einige ändern? :hug:

aber sicher, da bin ich konform...
... es ist wie es ist...

und das einzig beständige ist ja bekanntlich der Wandel... ^^

:rose:
lg
ch.
kal:
Mir geht es daher wie anderen hier und ich schreibe dann doch lieber in einer kleinen, geschlossenen Gruppe, denn dort gibt es mehr eigenes Bemühen, sich konstruktiv einzubringen und offen entgegenzutreten.

Ja, aber wie kommt das? Wieso benehmen sich User, die im Offiziellen durchaus Rüpeln ( Rüpelei fängt bei mir erst bei handfesten Beleidigungen an, ob direkt oder indirekt- da macht mir keiner was vor ) in Geschlossenen faktisch Handzahm auftreten ? Das kann sich jeder für sich fragen.
Im übrigen empfinde ich es ebenso als Rüpelei, moralische Vorschriften zu machen, und wenn das nicht durchsetzungsfähig ist, sich zurückzuziehen in "unter sich", wo es angeblich "mustergültig" zu geht. Und man kann man doch verlangen, dass zwischen Sachebene und Personenebene unterschieden wird, denn das ist ja hier ein sogenanntes Diskussionsforum: Inhaltlich "zur Sache"- wundert das zu Recht ? () Ich würde sogar behaupten, dass der Buddhismus eine "Diskussionskultur" besitzt. Das zeichnet ihn gewissermaßen auch aus unter den Religionen.
Morpho hat geschrieben:
Ich würde sogar behaupten, dass der Buddhismus eine "Diskussionskultur" besitzt. Das zeichnet ihn gewissermaßen auch aus unter den Religionen.


:like:

das finde ich auch

ch. :star:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire
IkkyuSan hat geschrieben:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire


Der "Zenist" mag das so sehen; ist aber m.E. ein Ausdruck von Unbeholfenheit. 8)
IkkyuSan hat geschrieben:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire


Rüpelei ist schlechtes Benehmen, Unsitte, Rücksichtslosigkeit, mangelnde Empathie, Unsachlichkeit, Überheblichkeit, Störung eines friedlichen Austausches, Provokation und Anlass zu Streitigkeiten. Sie ist nicht rechte Rede und damit nicht Bestandteil des achtfachen Pfades und der buddhistischen Gesinnung.

Würde man sie aber im Forum unterbinden, würde die Teilnehmerzahl rapide abnehmen. Was dieses Forum besonders attraktiv macht ist der hohe traffic mit einer bunten Vielfalt, dass man nicht ein paar Tage auf eine Antwort warten muss und dass es immer neue Beiträge und Themen gibt wann immer man hier reinschaut.
So ist hier schon immer weitgehend Quantität der Qualität vorgezogen worden, während andere deutschsprachige Buddha-Foren so dahindümpeln oder bald wieder eingestellt werden. Also es darf gerüpelt werden solange zwischendurch auch wertvolle Hinweise in rauhem Gewand transportiert werden. Obwohl schon die Frage auftauchen kann, ob jemand der nicht mal die Grundlagen gepflegter Kommunikation berücksichtigt, die höheren Dinge überhaupt verstehen kann. Schließlich ist Sittlichkeit grundlegend für die geistige Entwicklung und nirgends leichter zu handhaben als in einem schriftlichen Austausch, wo man in Ruhe alles überlegen kann bevor man es mitteilt. Aber die Lehre ist ohnehin nicht einfach zu verstehen und weil jemand darüber schreibt bedeutet das nicht dass er auch weiß worüber er schreibt. Trotzdem muss man sich mit der Lehre beschäftigen, so oder so und jeder auf seine Art.
Guten Morgen!

mukti hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire


Rüpelei ist schlechtes Benehmen, Unsitte, Rücksichtslosigkeit, mangelnde Empathie, Unsachlichkeit, Überheblichkeit, Störung eines friedlichen Austausches, Provokation und Anlass zu Streitigkeiten. Sie ist nicht rechte Rede und damit nicht Bestandteil des achtfachen Pfades und der buddhistischen Gesinnung.


Mich würde jetzt interessieren - ich zitiere hier stellvertretend mukti und IkkyuSan, aber die Frage geht natürlich ans Rund - wie definiert Ihr denn Rüpelei? Gibt es einen qualitativen Unterschied zwischen der sogenannten Zen-typischen "Rüpelei", (kurze, klare Sätze, die in der Absicht gesagt werden, ein plötzliches Ändern der Denkrichtung zu bewirken), und "Rüpelei" i.S.v. ad personam Argumentation und verallgemeinerndem Herunterputzen von buddhistischen Schulen/Denkrichtungen/Überzeugungen?

Ich lese aus einigen Kommentaren dieser spannenden Diskussion so ein bisschen ein "wasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass!" heraus, vielleicht lese ich aber auch falsch. Einerseits ist das Forum dann interessant, wenn Diksutierende aller Schulen daran teilnehmen, andererseits sollen aber bitte keine Kodo-Sawaki-Entlehnungen drinstehen, andererseits ellenlange PK-Zitate bitte auch nicht.
Und so ein bisschen frag' ich mich: ja, watt denn nu? Ent oder weder?!

Viele Grüße
Andreas
Rüpeln unter Schülern geht gar nicht.
Ein Lehrer darf rüpeln. Sofern der Schüler ihn als Lehrer will und der Lehrer den Schüler als Schüler angenommen hat.
Normalerweise werden Anfänger nicht Schüler. Sie sind nur Anfänger. Sieht man sich die klassischen Schriften an, in denen Rüpeleien überliefert werden, so handelt es sich bei den Schülern um erfahrene, langjährige Adepten. Wenn man weiß, dass man in China einige Jahrzehnte ausgebildet wurde, und nicht wie hier üblich drei Jahre, dann kann man ahnen, dass die Angerüpelten schon sehr sehr lange dabei waren und es ausgewählte Schüler mit besonderen Fähigkeiten waren und die Rüpeleien nicht ein Ausleben von Unzulänglichkeiten waren, sondern eine Methode, um jemanden etwas ganz klar zu machen, der sich in hartnäckige Denk- und Vorstellungsmuster verfangen hat, also ein Ausdruck von Mitgefühl sind.

Noch mal zurück zum Rüpeln unter Schülern.
Das ist für viele eine normale Kommunikationssstrategie. Das ist für mich in Ordnung, weil es dann einfach ein Zeichen mangelnder Erziehung, Unsicherheit und Neurose ist. Manche Leute können noch nicht anders. Dagegen kann man sich wehren, manchmal muss man dann zurückkeilen. Wenn es aber benutzt wird, um jemanden was vermeintlich Richtiges zum Dharma beizubringen, dann ist das komplett daneben und ein Zeichen von Hochmut, und dass jemand gar nichts kapiert hat. Damit disqualifiziert man sich, egal wie toll und gelehrt man sonst daherkommt. Wohlgemerkt: Ich spreche hier von Schülern, also von uns. Für uns gilt immer: Freundlichkeit, Offenheit, Vorurteilslosigkeit, Contenance, und sich selbst und seine Meinung in Frage stellen.
hedin02 hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire


Der "Zenist" mag das so sehen; ist aber m.E. ein Ausdruck von Unbeholfenheit. 8)

Exzellentes Beispiel für den typischen Beginn der "Grabenkleinkriege" - Dankeschön @hedin02.
Was ist "Der Zenist"?
hedin02 hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Rüpelei gehört zum buddhistischen Repertoire

Der "Zenist" mag das so sehen; ist aber m.E. ein Ausdruck von Unbeholfenheit. 8)

Kann ich nachvollziehen.
Einerseits ist das Forum dann interessant, wenn Diksutierende aller Schulen daran teilnehmen, andererseits sollen aber bitte keine Kodo-Sawaki-Entlehnungen drinstehen, andererseits ellenlange PK-Zitate bitte auch nicht.
Und so ein bisschen frag' ich mich: ja, watt denn nu? Ent oder weder?!


Nun, manche User zitieren nur und geben sich keine Mühe, das was sie lesen und wie sie es verstehen in eigene Worte zu fassen. Das ist Faulheit. Zitate reinwerfen kann jeder. Und mir zeigt es, dass die Leute nicht verstehen, was drinsteht, sonst könnten sie es doch auch mit eigenen Worten erklären. Ich brauche keine Zitate, ich kann selber lesen. Mir genügt ein Hinweis auf die Quelle. Oder Zitate, die dann mit eigenen Worten kommentiert werden.

Bei den kurzen Zen-Einwürfen geht es um dasselbe. Nur dass die Zitate halt kürzer sind.

In beiden Fällen macht man auf "Insider", im besten Fall will man nur "belehren". Das ergibt ein Gefälle, das nicht der Realität entspricht. Denn hier gibt es keine Konstellation von Zen-Meister und Schüler oder sonst irgend eine Lehrer-Schüler-Konstellation.
Liebe Doris,

danke für die schnelle Antwort!

Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Rüpeln unter Schülern geht gar nicht.
Ein Lehrer darf rüpeln. Sofern der Schüler ihn als Lehrer will und der Lehrer den Schüler als Schüler angenommen hat.
Normalerweise werden Anfänger nicht Schüler. Sie sind nur Anfänger. Sieht man sich die klassischen Schriften an, in denen Rüpeleien überliefert werden, so handelt es sich bei den Schülern um erfahrene, langjährige Adepten. Wenn man weiß, dass man in China einige Jahrzehnte ausgebildet wurde, und nicht wie hier üblich drei Jahre, dann kann man ahnen, dass die Angerüpelten schon sehr sehr lange dabei waren und es ausgewählte Schüler mit besonderen Fähigkeiten waren und die Rüpeleien nicht ein Ausleben von Unzulänglichkeiten waren, sondern eine Methode, um jemanden etwas ganz klar zu machen, der sich in hartnäckige Denk- und Vorstellungsmuster verfangen hat, also ein Ausdruck von Mitgefühl sind.

Noch mal zurück zum Rüpeln unter Schülern.
Das ist für viele eine normale Kommunikationssstrategie. Das ist für mich in Ordnung, weil es dann einfach ein Zeichen mangelnder Erziehung, Unsicherheit und Neurose ist. Manche Leute können noch nicht anders. Dagegen kann man sich wehren, manchmal muss man dann zurückkeilen. Wenn es aber benutzt wird, um jemanden was vermeintlich Richtiges zum Dharma beizubringen, dann ist das komplett daneben und ein Zeichen von Hochmut, und dass jemand gar nichts kapiert hat. Damit disqualifiziert man sich, egal wie toll und gelehrt man sonst daherkommt. Wohlgemerkt: Ich spreche hier von Schülern, also von uns. Für uns gilt immer: Freundlichkeit, Offenheit, Vorurteilslosigkeit, Contenance, und sich selbst und seine Meinung in Frage stellen.


Ich gebe jetzt mal den Advocatus Diaboli:
die Arroganz, mit der Du Dir hier anmaßt, zwischen Lehrern und Schülern unterscheiden zu können und Deine Pauschalunterstellung, jemand, der in Dir rüpelhaft erscheinenden Sätzen schreibt, zeige einen Mangel an Erziehung und leide unter Unsicherheit und gar einer Neurose, ist für mich an Selbstdisqualifizierung nicht mehr zu überbieten. Da muss ich doch jetzt zurückkeilen!

(Bitte nicht perönlich nehmen, das spiegelt jetzt nicht unbedingt meine konkrete Meinung. Wobei ich allerdings schon pauschal gegen Pauschalurteile bin). :)

Nur: so funktioniert Internet-Kommunikation (bzw. funktioniert sie eben nicht). Lässt sich daran wirklich etwas ändern? Ich fände es schön, melde aber massive Zweifel an.

Herzliche Grüße
Andreas

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