Demut

Moderator: void

Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
Matthieu Ricard
:like:
Demut ermöglicht Hingabe, das schließt ein starkes Ego nicht aus - Demut ist lebendig.
Unterwürfigkeit hat hingegen etwas mit Selbstaufgabe anstatt Hingabe zu tun. Da will man nichts mehr mit sich zu tun haben, weil man sich unwürdig empfindet - das hat etwas Lebensverneinendes.

Schönes Wort, das leider immer seltener verwendet wird.
Die urprüngliche Bedeutung von "Gelassenheit" ging ja in die selbe Richtung. Ich glaube Meister Eckhart hat das Wort sogar erfunden. Heute versteht man darunter meistens nur noch eine Art positiver LMAA-Einstellung.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
Matthieu Ricard


Ja, eine schöne Erklärung, so sehe ich das auch.
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Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
Matthieu Ricard


Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?
IkkyuSan hat geschrieben:
Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?

Wer darauf antwortet muss in der Hölle schmoren :silent: :upsidedown:
IkkyuSan hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Ich habe gerade ein schönes Zitat dazu gefunden:

Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.
Matthieu Ricard


Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?

Gegenfrage: könntest du mir die Farbe lila in Worten erklären, wenn ich sie noch nie in meinem Leben gesehen hätte?
Holzklotz hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?

Wer darauf antwortet muss in der Hölle schmoren :silent: :upsidedown:


Unbedingt :twisted: :rainbow:


Gegenfrage: könntest du mir die Farbe lila in Worten erklären, wenn ich sie noch nie in meinem Leben gesehen hätte?


Gegenfrage: Wozu sollte ich das? Was würde das bringen? Aber: Wenn du sie siehst, dann kennst du die Farbe lila (wahrscheinlich aber dennoch nicht, da es ja Magenta, Violett usw. gibt). Aber du könntest zumindest "etwas" sehen.

Wie sieht die "wahre Natur" denn nun aus?
IkkyuSan hat geschrieben:
Holzklotz hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Wie sieht denn diese "wahre Natur" aus?

Wer darauf antwortet muss in der Hölle schmoren :silent: :upsidedown:


Unbedingt :twisted: :rainbow:


Gegenfrage: könntest du mir die Farbe lila in Worten erklären, wenn ich sie noch nie in meinem Leben gesehen hätte?


Gegenfrage: Wozu sollte ich das? Was würde das bringen? Aber: Wenn du sie siehst, dann kennst du die Farbe lila (wahrscheinlich aber dennoch nicht, da es ja Magenta, Violett usw. gibt). Aber du könntest zumindest "etwas" sehen.

Wie sieht die "wahre Natur" denn nun aus?

Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...
Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...


:lol:

Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?
Witzig, dass Ihr auf Farben kommt …
Mir ist als Antwort spontan "rot" eingefallen. :mrgreen:
Das war aber nur ein Kalauer.
Ich habe keine Ahnung.

Vielleicht in etwa so:
Gestern war ich in der Röhre. Und dabei habe ich meditiert. Und das Klopfen der Maschine war ich. Kein Unterschied. Meine wahre Natur: ein Klopfen. :lol:
IkkyuSan hat geschrieben:
Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...


:lol:

Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?

Durch Meditation. :wink:

@doris rot war auch Mal kurz in der Auswahl. Aber ich hätte eine lila Hibiskus Blüte gerade vor mir :upsidedown:
Nuovo hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:
Was ich damit meine ist, dass du praktizieren musst um sie zu erkennen. Wenn du es erfährst dann kennst du die wahre Natur des Geistes. Wahrscheinlich aber dennoch erst Mal nicht, sondern nur erste Eindrücke davon. So wie bei der Farbe lila... Die wahre Natur des Geistes kann weder durch Farbe, Form, Geschmack, Berührung oder sonst etwas erfasst werden. Du musst sie erfahren um zu wissen was damit gemeint ist. So habe ich es zumindest gehört...


:lol:

Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?

Durch Meditation. :wink:

@doris rot war auch Mal kurz in der Auswahl. Aber ich hätte eine lila Hibiskus Blüte gerade vor mir :upsidedown:


Wahrscheinlich.

Wenn du die "wahre Natur" durch Meditation erkannt hast, dann kannst du ja darüber berichten.
IkkyuSan hat geschrieben:
Nuovo hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:

:lol:

Da kannst du praktizieren, bis du umfällst. Wenn die "wahre Natur" nicht durch "... oder sonst was" erfasst werden kann, wie willst du sie dann erfahren?

Durch Meditation. :wink:

@doris rot war auch Mal kurz in der Auswahl. Aber ich hätte eine lila Hibiskus Blüte gerade vor mir :upsidedown:


Wahrscheinlich.

Wenn du die "wahre Natur" durch Meditation erkannt hast, dann kannst du ja darüber berichten.

Mach ich! Bis dahin musst du dich auf die Worte derer stützen die es schon geschafft haben. :rose:
Mach ich! Bis dahin musst du dich auf die Worte derer stützen die es schon geschafft haben. :rose:


Wenn ich mich auf Fuchsgeister stützen würde, dann könnte der Gerüstbauer die nächste Lotusernte einfahren. In seinen Händen: Schlamm.
IkkyuSan hat geschrieben:
Mach ich! Bis dahin musst du dich auf die Worte derer stützen die es schon geschafft haben. :rose:


Wenn ich mich auf Fuchsgeister stützen würde, dann könnte der Gerüstbauer die nächste Lotusernte einfahren. In seinen Händen: Schlamm.

Dann mach darfst aus muss wenn dir das lieber ist. Schlamm kann sehr nützlich sein. Aus bestimmtem Schlamm entsteht z.b. Ton. :upsidedown:
... und wenn er wieder auftaucht, vor ihm auf einer Blüte der wilde Fuchs, der lachend vor Glück den Schlamm betrachtet ... und nickt.
Ihr macht mit Spaß, ich bin für einen tibetisch- zennistischen Schüleraustausch. :mrgreen:

Vielleicht als unterforum im neu zu schaffenden Nonsens Bereich?
Laut Duden besteht Demut
in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten, begründete Ergebenheit.

Eine andere Definition, mal irgendwo aufgeschnappt: "Demut ist die Einsicht in die eigene Unzulänglichkeit".

Der Begriff hat ja den christlich-traditionellen Beigeschmack von Unterordnung, besonders unter einen Gott - das Aufgeben des Eigenwillens und der Selbstbestimmung durch Ergebenheit in den Willen Gottes. Etwa bei Franz von Assisi: "Wir sind allen untertan, sebst den wilden Tieren wenn sie uns zerreißen, so es ihnen von Gott gestattet ist."

Diese vollkommene Fügsamkeit klingt bei Buddha im Gleichnis der Säge an (M.21).
Was immer einem auch angetan wird...
'Nicht soll unser Gemüt verstört werden, kein böser Laut unserem Munde entfahren, freundlich und mitleidig wollen wir bleiben, liebevollen Gemütes, ohne heimliche Tücke; und jene Person werden wir mit liebevollem Gemüte durchstrahlen: von ihr ausgehend werden wir dann die ganze Welt mit liebevollem Gemüte, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem, durchstrahlen': also habt ihr euch, meine Mönche, wohl zu üben.

Die Freiheit von selbstbezogener Absicht muss also keine Abhängigkeit von einem Gott bedingen, das ist wohl ein Unterschied zwischen der christlichen und der buddhistischen Auffassung von Demut.
Die buddhistische Auffassung durchstrahlt die christliche.
Am Ende bleibt da die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit, Endlichkeit, Unterworfenheit unter das Leiden...

Der Unterschied zu einer abramahischen Religion dürfte darin liegen, daß deren Anhänger noch irgendwo im Hinterkopf die Hoffnung haben nach dem persönlichen Ende irgendwie an einer phantasierten absoluten Vollkommenheit teilhaben zu können und daß diese bereit sind für ihre Ideen zu morden.
fotost hat geschrieben:
Am Ende bleibt da die Einsicht in die eigene Unvollkommenheit, Endlichkeit, Unterworfenheit unter das Leiden...
Der Unterschied zu einer abramahischen Religion dürfte darin liegen, daß deren Anhänger noch irgendwo im Hinterkopf die Hoffnung haben nach dem persönlichen Ende irgendwie an einer phantasierten absoluten Vollkommenheit teilhaben zu können und daß diese bereit sind für ihre Ideen zu morden.

In der Tat sind sie offensichtlich dermaßen Verblendet,
daß sie auch noch an eine Belohnung für ihre Morde glauben.
Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.
Aber alle Juden und alle Muslime, gel?
Und für Buddhisten ist nicht einmal ein Strafrecht nötig.
mukti hat geschrieben:
Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.

Es glauben ja auch nicht alle für Mord, Folter und Scheiterhaufen
auch noch belohnt zu werden. Es gibt ja auch noch Leute die sich
hinsichtlich eines solchen Gottes noch einige Bedenken bewahrt haben.
accinca hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.

Es glauben ja auch nicht alle für Mord, Folter und Scheiterhaufen
auch noch belohnt zu werden. Es gibt ja auch noch Leute die sich
hinsichtlich eines solchen Gottes noch einige Bedenken bewahrt haben.


Im Christentum bestimmt. So wie Buddhisten glauben dass sie dafür nicht belohnt, sondern in der Hölle gequält werden hinsichtlich eines Kamma-Vipaka Gesetzes.
mukti hat geschrieben:
Jedenfalls im Christentum sind nicht alle bereit dafür zu morden, es gibt äußerst friedliche und wirklich demütige Anhänger unter ihnen, die sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.


Selbstverständlich. Zum Glück ist das so und es gilt selbstverständlich auch für die allermeisten Muslime, Hindus etc.
Um sich moralisch zu verhalten, ist keine Religion nötig. Die allermeisten XYZ basteln sich ihre eigene Geschichte zusammen und bedienen sich dabei auch aus halbverdauten Versatzstücken eine angenommenen oder anerzogenen Religion.

Du siehst das echte Problem nicht... Diese guten Menschen bilden den Fischteich in dem die Irren, die bereit sind im Namen einer Religion zu morden sich munter verstecken können, in dem sie Anhänger finden. Diese guten Menschen die immer neue Rationalisierungen für Verbrechen finden, weil sie 'von einem von uns' begangen werden.

Natürlich waren in Nazideutschland nicht alle Menschen, die nicht im KZ gesessen haben Teufel. Die allermeisten haben nur versucht über die Runden zu kommen, für ihre Familien zu sorgen, gute Arbeitskollegen, Nachbarn und Mitglieder im Sportverein zu sein. Die haben, wenn es Führergeburtstag war eben die Flagge ins Fenster gehängt, weil es alle gemacht haben und sie keinen Ärger wollten. Die haben eben weggesehen, wenn Gewerkschafter, Kommunisten, Schwule, Juden etc. bedrängt wurden. Nein, die allermeisten friedliche Leute.
...sogar lieber selber sterben bevor sie andere töten müssten.

Sry, doch reden kann man viel. Wenn diese das echt erlebt hätten, könnten sie nicht darüber reden.

Ich gebe zu, das ich töte ... automatisch ... aus der Selbsterhaltung heraus ... Ich weiß dies. (real nicht gegen Menschen)

_()_
jianwang hat geschrieben:
Wenn diese das echt erlebt hätten......


https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_St%C3%B6hr
Das es Leute gibt, die für Ihre Überzeugung hingerichtet wurden ist unbestritten.

Doch ich spreche von der akuten Bedrohung des Lebens ... Wer würde die Machete fallen lassen, wenn ein Raubtier ihn abgreift.
Prüft Euch ...
jianwang hat geschrieben:
Ich gebe zu, das ich töte ... automatisch ... aus der Selbsterhaltung heraus ... Ich weiß dies. (real nicht gegen Menschen)

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"Leben heisst Leben nehmen" (ist ein geklautes Zitat). Ich sage dazu: Mensch sein ist ein Scheißjob. Leben nehmen und wissen, was man tut. Oder es zumindest wissen können, wenn man der Blindheit überdrüssig ist. Das kann einen zynisch machen, was man den Zenleuten ja gelegentlich nachsagt. Aber man kann die Schwelle zwischen Leben und Tod in Gleichmut überschreiten - und in dieser Gleichmut löst sie sich in Nichts auf.

Kein Anlass für Demut oder Stolz - nur für ein Lächeln. :)

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