Fasten und Buddhismus

Moderator: void

Ich habe die letzten Wochen die Erfahrung gemacht, das wenn ich sehr wenig esse über denn Tag ich mich ausgeglichener, konzentrierter und harmonischer fühle, als wenn ich gerade frisch vom Burger King rauskomme. Was hat es auf sich? Gibt es Hinweise vom Buddha zum fasten? Oder ist es ein weiters extrem das zu leid führt?




LG
Na bei BK oder Mc. Doof kein Problem, sich besser zu fühlen :clown:

Thema fasten - Es gibt Heilfasten und "kein Essen nach der Mittagssonne".
Beides irgendwie gut für den Körper.
Aber nicht immer machbar, denn für manche Jobs braucht man einfach viel Energie.
Wichtig finde ich nur die Rechtfertigung des Essens. Nicht aus Appetit, sonder um den Körper zu erhalten. So ähnlich sagte auch Buddha.
"Vermeidet einfach Hunger und Durst"

_()_
jianwang hat geschrieben:
Na bei BK oder Mc. Doof kein Problem, sich besser zu fühlen :clown:



:mrgreen: :like:
Stawrogin hat geschrieben:
Gibt es Hinweise vom Buddha zum fasten? Oder ist es ein weiters extrem das zu leid führt?


Einmal am Tag essen ist eine Regel vom Buddha. Nicht nach Mittag, nicht zuviel und nicht zuwenig, um den Körper zu erhalten. Extremes Fasten hat er verworfen, nachdem er es selber praktiziert hat.

Es war aber schon sehr extrem:

Weil ich so wenig aß, wurden meine Glieder wie durch Knoten unterteilte Weinreben oder Bambusrohre. Weil ich so wenig aß, wurde mein Gesäß wie ein Kamelhuf. Weil ich so wenig aß, standen meine Wirbelfortsätze hervor wie aufgereihte Perlen. Weil ich so wenig aß, ragten meine Rippen heraus, so hager wie die baufälligen Dachsparren einer alten, ungedeckten Scheune. Weil ich so wenig aß, sank der Glanz meiner Augen tief in die Augenhöhlen zurück und sah aus, wie der Glanz des Wasserspiegels, der in einem tiefen Brunnen tief abgesunken ist. Weil ich so wenig aß, verschrumpelte und verdorrte meine Kopfhaut, so wie ein grüner bitterer Kürbis in Wind und Sonne verschrumpelt und verdorrt. Weil ich so wenig aß, lag meine Bauchdecke auf meinem Rückgrat auf; daher fühlte ich mein Rückgrat, wenn ich meine Bauchdecke berührte und fühlte meine Bauchdecke, wenn ich mein Rückgrat berührte. Weil ich so wenig aß, stürzte ich beim Urinieren oder beim Stuhlgang auf das Gesicht. Weil ich so wenig aß, fiel mir das an den Wurzeln verfaulte Haar aus, wenn ich versuchte, meinem Körper Erleichterung zu verschaffen, indem ich meine Glieder mit den Händen massierte. http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m012z.html
Danke Mukti! Die Erzählung vom Buddha habe ich schon mal gelesen. Die Frage wäre, wenn man nicht um 6 oder 7 Uhr aufsteht sondern um 13 oder 14 Uhr und tief bis in die Nacht wach ist, kann man die einmalige Speise auch später einnehmen? Oder gibt es auch zum aufwachen genaue Regeln? Ich glaube ich habe irgendwas von 3.30 gelesen? Und mich würde interessieren, ob du dich als Nicht-Ordinierter an diese Regel hältst? Ich esse zur Zeit tatsächlich nur einmal am Tag, weil ich ein wenig einen gesünderen Lebensstil mir aneignen will und auch paar Kilos weg kriegen will, als Nebeneffekt habe ich eben diese "glückseligen" Eigenschaften bemerkt.

Danke auch für denn Hinweis, Jianwang :)
Ein Burger King Menu ist ein wesentlicher Teil des Dharma und sollte zusätzlich mit etwas Pfeffer gewürzt werden (kann man verlangen bei der Bedienung). Ich empfehle 2 Päckchen, um diese über die frittierten Kartoffelstäbchen zu streuen.
Stawrogin hat geschrieben:
Die Frage wäre, wenn man nicht um 6 oder 7 Uhr aufsteht sondern um 13 oder 14 Uhr und tief bis in die Nacht wach ist, kann man die einmalige Speise auch später einnehmen? Oder gibt es auch zum aufwachen genaue Regeln? Ich glaube ich habe irgendwas von 3.30 gelesen? Und mich würde interessieren, ob du dich als Nicht-Ordinierter an diese Regel hältst? Ich esse zur Zeit tatsächlich nur einmal am Tag, weil ich ein wenig einen gesünderen Lebensstil mir aneignen will und auch paar Kilos weg kriegen will, als Nebeneffekt habe ich eben diese "glückseligen" Eigenschaften bemerkt.


Das ist eine Regel für Ordinierte, als Laie tut man halt was man kann oder möchte. Die Regeln zur Schlafregulierung kenne ich nicht so genau, hätte mich auch interessiert, im PK ist oft von "Nachtwachen" die Rede. Generell ist es förderlich für die geistige Klarheit vor Sonnenaufgang aufzustehen. Ich halte mich nicht mehr regelmäßig an das alles, wie früher mal, als ich ein paar Jahre im Hinduismus praktiziert habe. Da habe ich auch sehr positive Erfahrungen damit gemacht. Die körperlichen Bedüfnisse zu regulieren und in den Griff zu kriegen ist bestimmt wichtig auf dem Weg zur Befreiung. In einer Mönchs- oder Klostergemeinschaft geht es halt leichter, fast von selber, während man alleine leicht nachlässig werden kann.
mukti hat geschrieben:
Das ist eine Regel für Ordinierte, als Laie tut man halt was man kann oder möchte. Die Regeln zur Schlafregulierung kenne ich nicht so genau, hätte mich auch interessiert, im PK ist oft von "Nachtwachen" die Rede. Generell ist es förderlich für die geistige Klarheit vor Sonnenaufgang aufzustehen. Ich halte mich nicht mehr regelmäßig an das alles, wie früher mal, als ich ein paar Jahre im Hinduismus praktiziert habe. Da habe ich auch sehr positive Erfahrungen damit gemacht. Die körperlichen Bedüfnisse zu regulieren und in den Griff zu kriegen ist bestimmt wichtig auf dem Weg zur Befreiung. In einer Mönchs- oder Klostergemeinschaft geht es halt leichter, fast von selber, während man alleine leicht nachlässig werden kann.


Danke Mukti, für die Antwort. Es ist wirklich witzig, wenn ich mir meine Vorstellung von Freiheit vor einem Jahr anschaue, da ging es hauptsächlich darum, das zu tun worauf man Lust hat, heute bzw jetzt merke ich immer mehr, welch eine Freiheit im Verzicht liegt.

@IkkyuSan, Ich mag am liebsten das Big King Menu, das mit dem extra Käse, da muss ich auch nicht immer die Salzgurke entfernen wie bei Mecces. :rainbow:
Stawrogin hat geschrieben:
... welch eine Freiheit im Verzicht liegt.


Was auch eine gute Antwort ist auf die Frage, ob ein Laie mit Familie, Haus und Garten befähigt ist, die Erleuchtung zu erlangen.
pamokkha hat geschrieben:
Stawrogin hat geschrieben:
... welch eine Freiheit im Verzicht liegt.


Was auch eine gute Antwort ist auf die Frage, ob ein Laie mit Familie, Haus und Garten befähigt ist, die Erleuchtung zu erlangen.


NIEMALS!

Befähigt sind nur Mönche und Yogis in der Einöde (bzw. in Höhlen, aber das ist immer noch eine Streitfage, siehe den offenen Fall mit den Waldthailändern)
Marpa war sogar ein sehr wohlhabender Haushälter.
IkkyuSan hat geschrieben:
NIEMALS!


Selbst im Abhidhamma werden Hausväter namentlich genannt.
( siehe
https://suttacentral.net/de/an6.119-139
)

Wenn ich bei Hausvätern als schwierig sehe ...
pamokkha hat geschrieben:
Stawrogin hat geschrieben:
... welch eine Freiheit im Verzicht liegt.


Was auch eine gute Antwort ist auf die Frage, ob ein Laie mit Familie, Haus und Garten befähigt ist, die Erleuchtung zu erlangen.


jianwang hat geschrieben:

Selbst im Abhidhamma werden Hausväter namentlich genannt.
( siehe
https://suttacentral.net/de/an6.119-139 )

Wenn ich bei Hausvätern als schwierig sehe ...


Danke an Elliot für diese Pali-Kanon Stelle:

Majjhima Nikāya 71: An Vacchagotta über das dreifache wahre Wissen - Tevijjavacchagotta Sutta


Nach diesen Worten fragte der Wanderasket Vacchagotta den Erhabenen. "Meister Gotama, gibt es irgendeinen Haushälter, der, ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers Dukkha ein Ende bereitet hat?"

"Vaccha, es gibt keinen Haushälter, der, ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers Dukkha ein Ende bereitet hat."



Das scheint gerade ein zu krasser Widerspruch zum Sutta Link von Jianwang:


Aṅguttara Nikāya 119–139: Edle Laienjünger

Mit sechs Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, hat der Hausvater Tapussa Gewißheit erlangt hinsichtlich des Vollendeten, hat das Todlose geschaut und lebt in der Verwirklichung des Todlosen. Welches sind diese sechs Eigenschaften?

Unerschütterliches Vertrauen zum Erleuchteten,
unerschütterliches Vertrauen zur Lehre,
unerschütterliches Vertrauen zur Mönchsgemeinde,
edle Sittlichkeit,
edle Erkenntnis und
edle Befreiung.
Mit (den gleichen) sechs Eigenschaften ausgestattet haben (auch die folgenden) Gewissheit erlangt hinsichtlich des Vollendeten, haben das Todlose geschaut und leben in der Verwirklichung des Todlosen:

Der Hausvater Bhallika,
der Hausvater Sudatta (genannt Anāthapindika),
der Hausvater Citta ausMacchikasanda,
der Alaver Hatthaka,
der Sakyer Mahānāma,
der Hausvater Ugga aus Vesālī,
der Hausvater Uggata, Sūra Ambattha, Jīvaka Kumārabhacca,
der Hausvater Nakulapitā ,
der Hausvater Tavakannika,
der Hausvater Pūrana,
der Hausvater Isidatta,
der Hausvater Sandhāna,
der Hausvater Vijaya,
der Hausvater Vajjiyamahita,
der Hausvater Mendaka,
der Laienjünger Vāsettha,
der Laienjünger Arittha und
der Laienjünger Sāragga.



Was nun? :lol: :rofl:
Stawrogin hat geschrieben:
pamokkha hat geschrieben:
Stawrogin hat geschrieben:
... welch eine Freiheit im Verzicht liegt.


Was auch eine gute Antwort ist auf die Frage, ob ein Laie mit Familie, Haus und Garten befähigt ist, die Erleuchtung zu erlangen.


jianwang hat geschrieben:

Selbst im Abhidhamma werden Hausväter namentlich genannt.
( siehe
https://suttacentral.net/de/an6.119-139 )

Wenn ich bei Hausvätern als schwierig sehe ...


Danke an Elliot für diese Pali-Kanon Stelle:

Majjhima Nikāya 71: An Vacchagotta über das dreifache wahre Wissen - Tevijjavacchagotta Sutta


Nach diesen Worten fragte der Wanderasket Vacchagotta den Erhabenen. "Meister Gotama, gibt es irgendeinen Haushälter, der, ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers Dukkha ein Ende bereitet hat?"

"Vaccha, es gibt keinen Haushälter, der, ohne die Fessel des Haushälterlebens aufzugeben, bei der Auflösung des Körpers Dukkha ein Ende bereitet hat."



Das scheint gerade ein zu krasser Widerspruch zum Sutta Link von Jianwang:


Aṅguttara Nikāya 119–139: Edle Laienjünger

Mit sechs Eigenschaften ausgestattet, ihr Mönche, hat der Hausvater Tapussa Gewißheit erlangt hinsichtlich des Vollendeten, hat das Todlose geschaut und lebt in der Verwirklichung des Todlosen. Welches sind diese sechs Eigenschaften?

Unerschütterliches Vertrauen zum Erleuchteten,
unerschütterliches Vertrauen zur Lehre,
unerschütterliches Vertrauen zur Mönchsgemeinde,
edle Sittlichkeit,
edle Erkenntnis und
edle Befreiung.
Mit (den gleichen) sechs Eigenschaften ausgestattet haben (auch die folgenden) Gewissheit erlangt hinsichtlich des Vollendeten, haben das Todlose geschaut und leben in der Verwirklichung des Todlosen:

Der Hausvater Bhallika,
der Hausvater Sudatta (genannt Anāthapindika),
der Hausvater Citta ausMacchikasanda,
der Alaver Hatthaka,
der Sakyer Mahānāma,
der Hausvater Ugga aus Vesālī,
der Hausvater Uggata, Sūra Ambattha, Jīvaka Kumārabhacca,
der Hausvater Nakulapitā ,
der Hausvater Tavakannika,
der Hausvater Pūrana,
der Hausvater Isidatta,
der Hausvater Sandhāna,
der Hausvater Vijaya,
der Hausvater Vajjiyamahita,
der Hausvater Mendaka,
der Laienjünger Vāsettha,
der Laienjünger Arittha und
der Laienjünger Sāragga.



Was nun? :lol: :rofl:


Ist doch völlig klar, wenn noch fesseln da sind
die sogar das Leben als Haushälter betreffen,
dann gibt es auch bei der Auflösung des Körpers
kein Ende des Leidens denn es kommt zu einer neuen Geburt.
Was die Lehrrede A 6,119 anbelangt waren das alles
keine Arahats. Sie hatten nur einer der ariya-Stufen erlangt.
Das Todlose geschaut und lebten in deren Gewißheit.
Hallo Buddhis,
Fasten muss man nach der Lehre nicht. Es genügt schon sich an die Essensregeln
zu halten.
Was die Berufe angeht und die Möglichkeit das Erwachen zu erreichen, sind hier nur Lehrer privilegiert, die dürfen weiterarbeiten. Das hab ich im PK gelesen und habe es mir auch gemerkt.
Was ich noch zu der Art des Essens, mit dem dreimaligen Kauen, sage möchte, ist dass es zuerst Körper und Geist stärkt.
Ich habe darüber einen Beleg im Fernsehen gefunden. Ein Naturvolk, das fast nicht krank war, wurde überprüft, an was das wohl liegt und was haben sie festgestellt,
die Nahrung muss grob gekaut sein.
Schön, das sie Lehre von G.Buddho in diesem Punkt wissenschaftlich bestätigt wurde.

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