Erleuchtung/Erwachen: 2017

Moderator: void

pops hat geschrieben:
kesakambalo hat geschrieben:
Hi,
ihr redet da mit einer Selbstverständlichkeit von Erleuchtung /Erwachen:
Was mich dabei verwundert ist, dass niemand den Versuch wagte einmal diesen Begriff zu definieren.
Ich kann mich auch nicht erinnern diese Begriffe im Pali-Kanon gesehen zu haben.
Wer hat die denn erfunden und ggf. wann?

Ich kann leider keine genaue Quelle im Palikanon angeben. Accinca kann das sicher. Den fragst du mal am besten.
Ich weiß aber sicher, dass dieser Zustand an dieser Stelle des PK durch Negationen beschrieben wird. Also: Weder das noch das noch das noch das und das zugleich, noch das und das nicht und soweiterundsofort.

Wäre aber gut wenn man nachsehen könnte was du meinst.

Aber natürlich gibt es in der Lehre den Begriff der Erwachung.
Die Bodhi , der Buddha, der Erwachte und die zur bodhi führenden Dinge.
Bodhi ist schlechthin die Bezeichnung für das Wissen von der Befreiung
wenn die letzte Fessel (Unwissen) aufgehoben ist.
pops hat geschrieben:
..
Ich weiß aber sicher, dass dieser Zustand an dieser Stelle des PK durch Negationen beschrieben wird. Also: Weder das noch das noch das noch das und das zugleich, noch das und das nicht undsoweiterundsofort.


Sprache halt.. Vielleicht ist es tatsächlich schwer, etwas zu beschreiben. das weit über die Erlebniserfahrung des Angesprochen weit hinausgeht.

Der PK kann da auch poetisch werden

Die Sprüche Udāna I.1 bis 3 sprach Buddha bald nach dem Erwachen, der Bodhi, - daher die Überschrift dieses Abschnitts - im Anschluß an die Entdeckung des Paticcasamuppāda, der Bedingtheit alles Entstehens, und zwar Ud. I.1 zur positiven, Ud. I.2 zur negativen und Ud. I.3 zu beiden Seiten der Reihe der Ursachen und Wirkungen
....

1.1
Wenn sich dem Heiligen der Dinge Bild
In der Versenkung, wie sie sind, enthüllt,
Dann schaut er, während alle Zweifel schwinden,
Wie Ursache und Wirkung sich verbinden.
1.2
Wenn sich dem Heiligen der Dinge Bild
In der Versenkung, wie sie sind, enthüllt,
Dann kennt er keinen Zweifel, denn er findet,
Wie mit der Ursache die Wirkung schwindet.
1.3
Wenn sich dem Heiligen der Dinge Bild
In der Versenkung, wie sie sind, enthüllt,
Dann wirft er nieder Māras Heergewimmel
Und strahlt, der Sonne gleich am hellen Himmel.

I. Das Erwachen Udana 1


1.1 Karmaprinzip, Weg zur Erleuchtung, 1.2 die 4 edlen Wahrzeiten, 1.3 Gewissheit der Lehre
Die wirklichen Buddhas aber erkennen,
daß Werden und Vergehen der phänomenalen Welt
beide mit der Ewigkeit verbunden sind.
Mit anderen Worten, es gibt kein Werden oder Vergehen.
Dies zu erkennen, ist wirkliche Erleuchtung.
So sind Nirvana und Erleuchtung eins.


Huang-Po, Der Geist des Zen, John Blofeld (Hrsg.)
brigittefoe hat geschrieben:
Die wirklichen Buddhas aber erkennen,
daß Werden und Vergehen der phänomenalen Welt
beide mit der Ewigkeit verbunden sind.
Mit anderen Worten, es gibt kein Werden oder Vergehen.
Dies zu erkennen, ist wirkliche Erleuchtung.
So sind Nirvana und Erleuchtung eins.

Huang-Po, Der Geist des Zen, John Blofeld (Hrsg.)


Ja so stellt es sich der Weltling vor, Pänomene mit
der Ewigkeit verbunden und er mittenmang. :)
accinca hat geschrieben:
Ja so stellt es sich der Weltling vor, Pänomene mit
der Ewigkeit verbunden und er mittenmang. :)


:mrgreen:
Ich finde den Gedanken interessant, wenn man sich mal vergegenwärtigt wie unser Denken überhaupt funktioniert - also fernab von PK, Skandhas und der buddhistischen Philosophie:

Z.b., dass wir Gedanken in Sprache ausdrücken - ohne eine Sprache können wir nicht "nachdenken". Ich vergleiche es mal mit einer "Programmiersprache" mit der ich bestimmte Dinge systematisch ausdrücke. So wie diese Sprache konstituiert ist bedingt sie auch die "Gedanken" - sie ist sozusagen der Rahmen in welchen "Denken" stattfinden kann.

Mal ein Vergleich:
Im Deutschen sage ich
"Diese Maultaschen sind lecker." - dass die Maultaschen lecker sind und wie das in meinem Geist überhaupt erst festgelegt wurde spiegelt sich in der Sprache nicht wieder. Entweder etwas IST, oder etwas IST nicht, weil ich es direkt so wahrgenommen habe.

Im Tibetischen:
"Momo ti shimpo re/tug/yö/resha" - im Tibetischen gibt es verschiedene Wörter die ein "ist"-Zustand ausdrücken. Die Sprache spiegelt daher wieder, ob ich etwas spontan erfahren habe, es nur ein flüchtiger, möglicherweise irrealer Eindruck ist, ob ich es aus Erfahrung weiß, oder ob es mir z.b. jemand anderes so mitgeteilt hat.

Das bedeutet in der Sprache zeigt sich oft schon wie und ob bestimmte kognitive Prozesse aktiv wahrgenommen werden, oder nicht.

Nun sagt jemand von euch bestimmt:

"Jaaaaaa...Moment mal! Es gibt doch auch Dinge, die Unterbewusst ablaufen!"
- Genau so ist es. Das sind alles kognitive Prozesse die unser Gehirn automatisch leistet. Beispiel, wir greifen in heißes Wasser und lösen damit ein elektrisches Signal im Körper aus. Das Erfahren dieses Signals wird als Schmerz interpretiert und lässt das Gehirn den Befehl "Schütze dich" abrufen, weil es über lange Jahre so konditioniert wurde.
Ein interessanter Teil der Praxis ist ja, dass man sich verdeutlicht warum der eigene Geist so konstituiert ist und man das durch langes Training "umschreiben" kann.

Und wenn ich jetzt darüber "nachdenke" wie "Erwacht sein" im PK z.b. beschrieben wird versuche ich mir vorzustellen wie denn der Geist eines Arhats wohl funktioniert?
Wie nimmt er Dinge wahr, welche Dinge "bedenkt" er noch, bzw. wie ist seine unterbewusste Wahrnehmung diesbezüglich aufgestellt.

Ich stelle mir darunter eine Art rationale Sicht auf alles was existiert vor. Sich selbst als vollkommen rationale Konsequenz aller rationalen Dinge zu verstehen und alles was aus mir irrational hervorgeht auch als solches zu erkennen.
Wie sich sowas anfühlt? Keine Ahnung.
Hat man dann überhaupt noch eine "Persönlichkeit" bzw. ein Bedürfnis danach?
Wie ist es, wenn einem die Skandhas vollkommen bewusst sind und alle Sinneseindrücke unter diesem Aspekt wahrgenommen werden?
Wie ist es bedingtes Entstehen internalisiert zu haben?

Ist man dann evtl. einfach nur? Kann man sein, ohne jemand zu sein? Ist es das?
Wir wissen das alles selbst nicht - aber ich möchte einmal wissen wie es ist. ^^
daß Werden und Vergehen der phänomenalen Welt
beide mit der Ewigkeit verbunden sind.


wieso, stimmt doch. ewigkeit mal ohne zeit gedacht.
mehr so wie ein 'hall', das hat kein entstehen, kein vergehen,
"kommt" aus dem 'nichts', "geht" in das 'nichts'.
aber es benötigt ein transzendenzverständnis um zu verstehen.
das ist auch das was mahayana aus macht.
Wir wissen das alles selbst nicht - aber ich möchte einmal wissen wie es ist.

also ne scheu vor irrationalitäten empfiehlt sich da aber nicht.
Morpho hat geschrieben:
Wir wissen das alles selbst nicht - aber ich möchte einmal wissen wie es ist.

also ne scheu vor irrationalitäten empfiehlt sich da aber nicht.


Scheu sowieso nicht. Nur das Erkenne was rational oder irrational ist.
Wenn bedingtes Entstehen aus der Fessel der Illusion befreit wird und auf alles was Erscheint angewendet wird und als wahr und wirklich anerkannt wird dann erscheint alles, es erscheint und kann nicht vergehen oder werden sein. Nur Erscheinen. Denn Werden ist Erscheinen und Vergehen ist Erscheinen. Werden und Vergehen sind eine Illusion des Denkens das Zeit ein Fluß ist Zeit ist aber auch nur Erscheinen Zeit ist Zeit, ohne gewesen ohne jetzt ohne wird sein.
Durch unerkennbares bedingtes Entstehen erscheint Erscheinen, ohne Werden oder Vergehen. Erscheinen ist Saṅkhāra dukkha, Werden und Vergehen ist Vipārināma dukkha. Verlust und Gewinn ist Dukkha- dukkha
Ayudha hat geschrieben:
Ist man dann evtl. einfach nur? Kann man sein, ohne jemand zu sein? Ist es das? Wir wissen das alles selbst nicht - aber ich möchte einmal wissen wie es ist. ^^

Zuviel denken kann einem aber auch verrückt machen.
Nicht umsonst sagt der Buddha ja das der von ihm entdeckte
Dhamma mit gewönhlichen Denken nicht erkannt werden kann.
Des Ziel der Lehre liegt eben in der Ablösung vom Haften.
In der Überwindung des Begehrens und unheilsamer Dinge.
Denken und Wissen ist nur insofern heilsam und sinnvoll, als
es dazu beiträgt.

10. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Könnt' ich doch nach Vernichtung der drei Fesseln den Stromeintritt (sotāpanna) erlangen, dem Verderben entronnen zielbewußt der vollen Erwachung entgegeneilen', dann soll er nur:
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick (vipassanāya) gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

11. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Möcht' ich doch nach Vernichtung der drei Fesseln, von Gier, Hass und Verblendung erleichtert, fast schon geläutert, nur einmal wiederkehren, nur einmal noch zu dieser Welt gekommen dem Leiden ein Ende machen', dann soll er nur
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

12. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Würd' ich doch nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln (samyojana) emporsteigen, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückkehren (siehe anāgāmī) nach jener Welt', dann soll er nur
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

13. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Geläng' es mir doch, auf mannigfaltige Weise Machtentfaltung (iddhi) zu erfahren: als nur einer etwa vielfach zu werden, und vielfach geworden wieder einer zu sein; oder sichtbar und unsichtbar zu werden; auch durch Mauern, Wälle, Felsen hindurchzuschweben wie durch die Luft; oder auf der Erde auf- und unterzutauchen wie im Wasser; auch auf dem Wasser zu wandeln ohne unterzusinken wie auf der Erde; oder auch durch die Luft sitzend dahinzufahren wie der Vogel mit seinen Fittichen; auch etwa diesen Mond und diese Sonne, die so mächtigen, so gewaltigen, mit der Hand zu befühlen und zu berühren, etwa gar bis zu den Brahmawelten den Körper in meiner Gewalt zu haben', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

14. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Wenn ich doch mit dem himmlischen Gehör, dem geläuterten, über menschliche Grenzen hinausreichenden, beide Arten der Töne hörte, die himmlischen und die irdischen, die fernen und die nahen', dann soll er nur
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

15. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Wär' es mir doch gegeben, der anderen Wesen, der anderen Personen Herz im Herzen zu schauen und zu erkennen,
das begehrliche Herz als begehrlich und das begehrlose Herz als begehrlos,
das gehässige Herz als gehässig und das haßlose Herz als haßlos,

das irrende Herz als irrend und
das irrlose Herz als irrlos,
das gesammelte Herz als gesammelt und
das zerstreute Herz als zerstreut,
das hochstrebende Herz als hochstrebend und
das niedrig gesinnte Herz als niedrig gesinnt,
das edle Herz als edel und
das gemeine Herz als gemein,
das beruhigte Herz als beruhigt und
das ruhelose Herz als ruhelos,
das erlöste Herz als erlöst und
das gefesselte Herz als gefesselt',
wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

16. "Wünscht sich, ihr Mönch, ein Mönch: 'Wär' ich doch imstande, mich an manche verschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, als wie an ein Leben, dann an zwei Leben, dann an drei Leben, dann an vier Leben, dann an fünf Leben, dann an zehn Leben, dann an zwanzig Leben, dann an dreißig Leben, dann an vierzig Leben, dann an fünfzig Leben,dann an hundert Leben,dann an tausend Leben, dann an hundertausend Leben, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenvergehungen, dann an die Zeiten während mancher Weltenentstehungen-Weltenvergehungen, 'Dort war ich, jenen Namen hatte ich, jener Familie gehörte ich an, das war mein Stand, das mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende, dort verschieden trat ich anderswo wieder ins Dasein, da war ich nun, diesen Namen hatte ich, dieser Familie gehörte ich an, dies war mein Stand, dies mein Beruf, solches Wohl und Wehe habe ich erfahren, so war mein Lebensende, da verschieden trat ich hier wieder ins Dasein', wär' ich doch also imstande, mich an manche verschiedene frühere Daseinsform zu erinnern, mit je den eigentümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

17. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Hätt' ich doch das himmlische Auge, das geläuterte, über menschliche Grenzen hinausreichende, die Wesen zu sehn, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh' ich doch wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren, 'Diese lieben Wesen sind freilich in Taten dem Schlechten zugetan, in Worten dem Schlechten zugetan, in Gedanken dem Schlechten zugetan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, tun Verkehrtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf den Abweg, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in untere Welt, jene lieben Wesen sind aber in Taten dem Guten zugetan, in Worten dem Guten zugetan, in Gedanken dem Guten zugetan, tadeln nicht Heiliges, achten Rechtes, tun Rechtes, bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf gute Fährte, in selige Welt', könnt' ich doch also mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Grenzen hinausreichenden, die Wesen erkennen, wie sie dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, säh' ich doch wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren', wünscht er sich das, ihr Mönche, dann soll er nur vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.

18. "Wünscht sich, ihr Mönche, ein Mönch: 'Könnt' ich doch den Wahn versiegen und die wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten (nibbāna) mir offenbar machen, verwirklichen und erringen', dann soll er nur
vollkommene Sittlichkeit üben,
innige Geistesruhe erkämpfen,
der Vertiefung nicht widerstreben,
den Hellblick gewinnen,
ein Freund einsamer Orte sein.


19. "'Bewahret Sittlichkeit, Mönche, bewahret Reinheit: Reinheit hegend und pflegend bewahret im Handel und Wandel; vor geringstem Fehl auf der Hut schreitet beharrlich weiter Schritt um Schritt': wurde das gesagt, so war es darum gesagt."

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen. Aus M 6
Axel hat geschrieben:
Ich weiß immer noch nicht, was Erleuchtung/Erwachen wirklich bedeutet bzw. was andere darunter sinnvollerweise verstehen.



Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Ich kenne außerdem niemanden, der von sich sagt, dass er erleuchtet/erwacht wäre. Erfahrungen unter LSD und ähnlichen Drogen lasse ich nicht "gelten", das ist Doping. :mrgreen: Und hat vermutlich mit Erwachen auch gar nichts zu tun. :?

Ich habe es mir immer so vorgestellt, dass ich im Moment des "Erwachens" laut anfange zu lachen, weil ich endlich checke, dass das alles um mich herum nur ein Witz ist oder so und Sorgen und Ängste absurd sind. Ich stelle es mir so ähnlich vor, wie wenn man im Traum merkt, dass man träumt, also einen Klartraum hat, was - zumindest bei mir - immer mit einer Euphorie einhergeht. Und ich dachte bisher: Einmal erleuchtet - immer erleuchtet. Aber anscheinend ist Erleuchtung/Erwachen eine Erfahrung wie viele andere auch, eine Erfahrung, die auch wieder verblassen kann. Also nichts Endgültiges, Statisches, Festes. Das erklärt vielleicht, warum immer wieder Zen-Meister und spirituelle Führer o. Ä. auf Abwege geraten.

Ich lese gerade "Das verborgene Licht - 100 Geschichten erwachter Frauen aus 2500 Jahren, betrachtet von (Zen-)Frauen heute". Eine der Stellen, die ich markiert habe, ist diese:

"Wir müssen imer und immer wieder erwachen, weil wir immer und immer wieder unsere Illusionen leben. Und wir "brauchen" die Illusionen, weil wir ohne sie nicht davon erwachen können. Das eine gibt es nicht ohne das andere. (...) Es gibt keinen einmal erreichten, unveränderlichen Status, auf den man sich zurückziehen und darauf ausruhen könnte. Wachsam bleiben!"

Ich laufe der Erleuchtung nicht hinterher auf meinem Weg, aber ich muss zugeben, dass ich schon gern diese Erfahrung machen würde. Grade in den Zen-Geschichten erwachen die Menschen in den banalsten Augenblicken, sodass man sich beim Lesen fragt: "Äh...hä?"
Elke hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Ich weiß immer noch nicht, was Erleuchtung/Erwachen wirklich bedeutet bzw. was andere darunter sinnvollerweise verstehen.

Erfahrungen unter LSD und ähnlichen Drogen lasse ich nicht "gelten", das ist Doping. :mrgreen: Und hat vermutlich mit Erwachen auch gar nichts zu tun. :?

Vermutlich??? Ganz sicher nicht, oder hast du schon mal
einen solchen gesehen bei dem kein Begehren mehr war?

Elke hat geschrieben:
"Wir müssen imer und immer wieder erwachen, weil wir immer und immer wieder unsere Illusionen leben. Und wir "brauchen" die Illusionen, weil wir ohne sie nicht davon erwachen können. Das eine gibt es nicht ohne das andere. (...) Es gibt keinen einmal erreichten, unveränderlichen Status, auf den man sich zurückziehen und darauf ausruhen könnte. Wachsam bleiben!"

Also in der Lehre des Buddha ist das anders.
Gier. Haß und Verblendung werden nur einmal und nie wieder überwunden:
Reiz, ist ein Zwang, Abwehr ist ein Zwang,
Verblendung ist ein Zwang.
Diese hat der triebversiegte Mönch überwunden, an der Wurzel
abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, ausgerodet, auf
daß sie künftig nicht mehr sich entwickeln könne.
Darum nennt man den triebversiegten Mönch "ungezwungen".
accinca hat geschrieben:
brigittefoe hat geschrieben:
Die wirklichen Buddhas aber erkennen,
daß Werden und Vergehen der phänomenalen Welt
beide mit der Ewigkeit verbunden sind.
Mit anderen Worten, es gibt kein Werden oder Vergehen.
Dies zu erkennen, ist wirkliche Erleuchtung.
So sind Nirvana und Erleuchtung eins.

Huang-Po, Der Geist des Zen, John Blofeld (Hrsg.)


Ja so stellt es sich der Weltling vor, Pänomene mit
der Ewigkeit verbunden und er mittenmang. :)


Wie sollte es anders sein ? werter accina,
Mir Weltling ist mittlerweile Ewigkeit egal,
weil ich mir auch darunter nix vorstellen kann . . .
Meine bescheidene Sicht meint,daß hinter
all den weltlichen Begriffen und Denkweisen etwas verborgen ist,
was wir nicht wahrnehmen KÖNNEN, weil wir beschränkte Kreaturen sind.

LG Gitte
brigittefoe hat geschrieben:
Wie sollte es anders sein ? werter accina,
Mir Weltling ist mittlerweile Ewigkeit egal,
weil ich mir auch darunter nix vorstellen kann . . .

Das ist aber doch ganz einfach:
Ewigkeit ist einfach Unvergänglichkeit.
Wenn es dir egal wäre, weiß ich nicht warum du davon sprichst.
brigittefoe hat geschrieben:
Meine bescheidene Sicht meint,daß hinter
all den weltlichen Begriffen und Denkweisen etwas verborgen ist,
was wir nicht wahrnehmen KÖNNEN, weil wir beschränkte Kreaturen sind.

Oja, das glaube ich auch. Eine Menge Dinge können wir als
normaler Mensch nicht wahrnehmen bzw. bewußt machen. Der
Buddha spricht daher vom Nichtwissen das aufzuheben sei
und dazu lehrte er die Übungen und den achtfachen Pfad.
Eigentlich ganz einfach.....
Nicht der Buddha allein und seine Lehre
hat die Erleuchtung gepachtet.

Deren gibt es viele.

Welcher Person oder Lehre Du Deinen
Glauben schenkst ist eine persönliche Entscheidung.

.... und dann gibt es doch tatsächlich ganz
unscheinbare und einfache Menschen,
welchen das Licht plötzlich den Weg erhellt.

LG, Gitte
brigittefoe hat geschrieben:
Nicht der Buddha allein und seine Lehre
hat die Erleuchtung gepachtet. Deren gibt es viele.

Schön wär's ja.
brigittefoe hat geschrieben:
Mir Weltling ist mittlerweile Ewigkeit egal,
weil ich mir auch darunter nix vorstellen kann . . .

Das sollte aber nicht so schwer sein.
Die meisten Menschen haben von dem Wort "Ewigkeit" eine
Vorstellung. In der Lehre des Buddha wird damit die falsche
Vorstellung von etwas das immer gleich bleibt bezeichnet.
Die neueste Ausgabe von "Buddhismus aktuell" ist übrigens ganz dem Thema "Erleuchtung" gewidmet.
Axel hat geschrieben:
Ich habe in den letzten Tagen einige alte Aufzeichnungen von mir wieder gelesen und gemerkt, dass ich in fünf Jahren nicht viel schlauer geworden bin.

Ich weiß immer noch nicht, was Erleuchtung/Erwachen wirklich bedeutet bzw. was andere darunter sinnvollerweise verstehen.

Ich habe einen alten thread von mir selber entdeckt, in dem ich diese Frage stelle:
Definition 'Erleuchtung'. Wie gesagt: Schlauer bin ich immer noch nicht, aber ich möchte den thread aus zwei Gründen 'ausgraben':

1. Vielleicht gibt es ja jetzt Leute, die mir weiterhelfen können?

2. Für die neu Dazugekommenen ist das vielleicht ein 'erleuchtender' Einblick, wie damals (als alles besser war... :) ), diskutiert und moderiert wurde.

Witzig für mich, zu sehen, wie sich Leute, die unter anderem oder gleichem Namen immer noch da sind (bel, Onyx, void) unter einer anderen Moderationspolitik (vgl. Definition 'Erleuchtung' (in) Allgemeines zum Buddhismus) verändert haben.
Und wie sehr vermisse ich Leute wie Onda (er verarscht mich da, ohne dass das je zu Spannungen geführt hätte) und malsehen (nicht weil er hier 'auf meinen Wunsch' löscht, sondern weil er da bei allen unbestechlich war).

Es waren, verdammt noch mal, bessere Zeiten... *grummel* :mrgreen:


Ich könnte ein paar Fragen (nicht alle) dazu beantworten.
Aber nicht umsonst.
Wenn Du ein Jahr hier https://www.panditarama.net/pgsbs/forest.html oder hier http://www.watpahnanachat.org praktizieren würdest, hätten wir eine gute Basis.

Alles gute !
Ich bin im Moment etwas schlecht drauf. Die Meteorologen behaupten, der Sommer 2017 sei wärmer und irgendwie besser als im Durchschnitt gewesen. Ich fand ihn einfach mies und der Herbst war bisher auch nicht so toll :mrgreen:

Aber ich bin ein hartnäckiger optimistischer Buddhist!

Wird dieser Thread im nächsten umbenannt in 'Erleuchtung/Erwachen: 2018'?
Vielleicht klappt es dann ja :mrgreen:
Wieso, heute gab es schon Morgennebel, bunte Blätter, Sonnenschein, laue Luft am Nachmittag, Weintrauben, Gewitter und ordentlich Regen gegen Abend. Was will man mehr von einem Herbsttag - war doch alles dabei, oder? :mrgreen:

P.S.: und Pilze hab ich auch gesehen...
Hi,
ehrlich, ich musste ein wenig zurückdenken. Das Wort -Erwachen- drückt es eigentlich am besten aus.
Es ist so als würdest du auf einmal erwachen und dich in einer anderen Welt befinden, vond er aus du die hiesige Welt betrachen kannst.
Dau hast den Nichtwissenswahn überwunden und siehst die Welt mit ihren Menschen
als ein Wimmelbild. alle streben sie sie nach Produktion und Reproduktion.
Du stehst darüber!
fotost hat geschrieben:
Ich bin im Moment etwas schlecht drauf. Die Meteorologen behaupten, der Sommer 2017 sei wärmer und irgendwie besser als im Durchschnitt gewesen. Ich fand ihn einfach mies und der Herbst war bisher auch nicht so toll :mrgreen:




Alles eine Frage der Perspektive oder in dem Fall des Wohnortes - wir im Süden können nicht klagen! 8) :P

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