Dalai Lama beschenkt Bremen

Moderator: void



In der Botanika wird zurzeit ein großes Fest vorbereitet: die Einweihung des Friedens-Buddhas. Der ist ein Geschenk des Dalai Lamas und soll Europa den Frieden sichern. Ein Beitrag von Hauke Hirsinger. Samstag, 13. Mai 2017, buten un binnen | regionalmagazin.
Statuen und Stupa haben ja im asiatischen Raum einen hohen Symbolwert. Das Äußere der Statue ist vermutlich eine "Goldmessing"legierung ( man sagt nur Gold weil es wie Gold erscheint ). Ins Innere werden wertvolle Ding gegeben, um den Symbolwert zu bekräftigen, genauer gesagt: abgegeben, denn die Laien üben sich diesbezüglich in Dana, Großzügigkeit. Man kann natürlich sagen, dieses Dana wäre an anderer Stelle besser aufgehoben..., aber man schätzt halt die figürliche Darstellung des Buddha wie auch die Darstellungen des Erleuchtungsgeistes, des Buddha-Dhamma, als Stupa. Für so asiatische Buddhisten ( und Anhänger ) ist das halt so, dass sie dann auch tatsächlich den Frieden, Geistesfrieden- ja sogar "den Weltfrieden" befördert sehen können. Warum ? Finde es halt heraus, wenn Interesse besteht.
pamokkha hat geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=8IGfRArRWX4

In der Botanika wird zurzeit ein großes Fest vorbereitet: die Einweihung des Friedens-Buddhas. Der ist ein Geschenk des Dalai Lamas und soll Europa den Frieden sichern. (...)

Das ist eine wirklich schöne Sache und eine super Idee. Eigentlich eine einfache Geste, aber erstaunlich, dass sonst niemand sowas hervorbringt. Christentum und Islam feiern sich selbst. Theravada beschäftigt sich nur mit sich selbst. Und ob Mahayana/Vajrayana sowas ohne den Dalai Lama zustande bekäme ist auch fraglich. Aber ich wollte nicht ins Negative fallen, nur eine Beobachtung ;-).
Nun ja - wenn es dem Weltfrieden dient m(. Wenn sonst nix hilft ...

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pamokkha hat geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=8IGfRArRWX4

In der Botanika wird zurzeit ein großes Fest vorbereitet: die Einweihung des Friedens-Buddhas. Der ist ein Geschenk des Dalai Lamas und soll Europa den Frieden sichern. Ein Beitrag von Hauke Hirsinger. Samstag, 13. Mai 2017, buten un binnen | regionalmagazin.



Danke, pamokkha für diesen Hinweis!
Allerdings......Antarktis? Das kann ich mir nicht so recht vorstellen....
Hübsche Idee und eine geschmackvolle Statue.

Ich würde gern wissen, bei wem am Ende die Kosten für die dauerhafte Pflege und Bewachung gegen Vandalismus hängenbleiben.

Etwas Aktionshaftes, wie ein großes Sandmandala, dessen Entwicklung und anschließende Vernichtung respektvoll dokumentiert würde hätte wahrscheinlich die gleiche Wirkung gehabt.

Wie hätte Buddha darauf reagiert, wenn teure, goldüberzogene Statuen vom ihm zu seiner Zeit angefertigt worden wären?

:doubt:
Ein echt interessantes Video. :)
Lohnt sich echt reinzuschauen...
fotost hat geschrieben:
Hübsche Idee und eine geschmackvolle Statue.

Ich würde gern wissen, bei wem am Ende die Kosten für die dauerhafte Pflege und Bewachung gegen Vandalismus hängenbleiben.

Etwas Aktionshaftes, wie ein großes Sandmandala, dessen Entwicklung und anschließende Vernichtung respektvoll dokumentiert würde hätte wahrscheinlich die gleiche Wirkung gehabt.

Wie hätte Buddha darauf reagiert, wenn teure, goldüberzogene Statuen vom ihm zu seiner Zeit angefertigt worden wären?

:doubt:


Ich sehe eine Buddha Statue als Symbol. Hier: Als Symbol des Friedens. Wenn Thich Nath Hanh schreibt: "Hass kann nie durch Hass besiegt werden, Hass kann nur durch Liebe besiegt werden", dann symbolisiert eine solche Buddhafigur die liebevolle Güte, Mitgefühl, u.s.w. Solche Symbole des Friedens sind von den Kosten her gesehen weitaus günstiger als die "Kosten" eines Krieges. Es wäre falsch, wenn man bei solchen symbolträchtigen Handlungen auch noch auf die Kosten schielen würde.

Bei der Buddha Ausstellung in Völklingen wurde gesagt, "dass die Statuen wesentlich dazu beitrugen, den Buddhismus außerhalb von Indien zu verbreiten. Ohne diese Statuen, als Symbol der 3 Juwelen, würde der Buddhismus womöglich schon lange nicht mehr existieren".
Es gibt eine hübsche Geschichte aus einem tibetischen Kloster in Frankreich. Dort ging das Geld aus, Spenden flossen kaum noch und die Besucher blieben aus. Also fragte man den Lama, was man tun könne. Er fragte, wie viel Geld noch übrig sei. Dann wies er sie an, das gesamte Geld in den Bau eines Stupa zu stecken. Sie waren entsetzt, denn es mussten ja auch reichlich andere laufende Kosten gedeckt werden und es reicht schon dafür nicht. Weil das Vertrauen so gross war, haben sie es aber dennoch so gemacht.

Das Stupa-Projekt erregte einige Aufmerksamkeit und schon in der Bauphase kamen ein paar neue Leute und Spenden. Als der Stupa fertig war, dauerte es nicht lange bis dieser eine Menge Besucher und Gönner anzog und die Finanzierung des Klosters war langfristig gesichert.

Bei den Kosten einer symbolischen Handlung oder Geste, oder wie in diesem Fall nur vermeintlich nur symbolischen Handlung, wird oft gegen gerechnet: "dafür hätte man jetzt so und so viel Essen kaufen können, was nützt es wenn man hungrig um den Stupa wandeln kann" usw. Die Folgen der symbolischen Handlung werden, zumal wenn man gerade in einem Mangelbewusstsein ist, nicht völlig überblickt.

Insofern läuft es in diesem Fall darauf hinaus: hat man Vertrauen in den Dalai Lama, dass genau das genau die Handlung ist, die den größten Nutzen bringt? Oder hat man dieses Vertrauen nicht, dann nutzt es auch nicht viel, über praktische Aspekte zu diskutieren.
Wenn das schon bei Alshoka zog, ein Selbstläufer.
Sherab Yönten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Hübsche Idee und eine geschmackvolle Statue.

Ich würde gern wissen, bei wem am Ende die Kosten für die dauerhafte Pflege und Bewachung gegen Vandalismus hängenbleiben.

Etwas Aktionshaftes, wie ein großes Sandmandala, dessen Entwicklung und anschließende Vernichtung respektvoll dokumentiert würde hätte wahrscheinlich die gleiche Wirkung gehabt.

Wie hätte Buddha darauf reagiert, wenn teure, goldüberzogene Statuen vom ihm zu seiner Zeit angefertigt worden wären?

:doubt:


Ich sehe eine Buddha Statue als Symbol. Hier: Als Symbol des Friedens. Wenn Thich Nath Hanh schreibt: "Hass kann nie durch Hass besiegt werden, Hass kann nur durch Liebe besiegt werden", dann symbolisiert eine solche Buddhafigur die liebevolle Güte, Mitgefühl, u.s.w. Solche Symbole des Friedens sind von den Kosten her gesehen weitaus günstiger als die "Kosten" eines Krieges. Es wäre falsch, wenn man bei solchen symbolträchtigen Handlungen auch noch auf die Kosten schielen würde.

Bei der Buddha Ausstellung in Völklingen wurde gesagt, "dass die Statuen wesentlich dazu beitrugen, den Buddhismus außerhalb von Indien zu verbreiten. Ohne diese Statuen, als Symbol der 3 Juwelen, würde der Buddhismus womöglich schon lange nicht mehr existieren".


Das verstehe ich durchaus. Aus Deinem besonderen Blickwinkel.

Nur solltest Du verstehen, daß andere es anders sehen, Sehr viel mehr Menschen als diejenigen, die sich als Buddhisten sehen, folgen Lehren, die die bildhafte Darstellung von Menschen als extreme Sünde ansehen und die in den Symbolen einer fremden Kultur nichts als zerstörungswürdige Elemente sehen.

Buddha-Statuen von Bamiyan
Einstellung zu fremden Kulturgütern

Das ist nicht meine Einstellung.

Ich bin bestimmt kein tibetischer Buddhist. Aber ich kann die Schönheit tibetischer Kulturgüter aus dem buddhistischen Bereich durchaus schätzen. Was meinst Du, warum ich in meinem ersten Post ein Mandala erwähnt habe?

Ich bin ganz bestimmt kein Muslim. Ich habe in mehreren Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit Moscheen besichtigt und die herrliche Ruhe und Gelassenheit dieser Orte genossen. Meine schönste Erinnerung ist eine ganz kleine graue Moschee aus Betonfertigteilen in einem Dorf in Ägypten. Das Gebäude selbst mit dem Charme einer DDR Plattenbausiedlung; ich in der Mitte einer Touristengruppe, die nach einer längeren Land-und-Leute Tour leicht angeschlagen und bei 35°C bestimmt nicht besonders lieblich duftend in dieses Gebäude gekommen ist.
Und dann auf dem Boden der absolut grauen Moschee in der Mitte der ägyptischen Halbwüste eine Wiese aus bunten Teppichen mit ornamentalen oder oft floralen Motiven. Von den Gemeindemitgliedern gespendet und häufig auch selbst gewebt. Ich habe beinahe geflennt.

Ich bin kein Christ. Ich habe in mehreren Ländern mit christlicher Bevölkerungsmehrheit Kirchen, auch einige orthodoxe Kirchen besichtigt und die Ruhe und die Kunstschätze genossen. In evangelischen Kirchen höre ich immer Bach Orgel Musik.

Bevor ich Buddhist wurde habe ich Urlaub in Thailand gemacht. Hoffentlich schaffe ich es jetzt als Rentner wieder :)
Ich würde gern einige der historischen Orte wiedersehen.

Es wäre falsch, wenn man bei solchen symbolträchtigen Handlungen auch noch auf die Kosten schielen würde.

Das unterscheidet uns ganz grundsätzlich. Ich bin nicht nur Buddhist, sondern auch Europäer, Mann, Steuerzahler, Bildungsbürger, Demokrat, Staatsbürger, Techniknerd, etc. etc. Die anderen Kategorien werden langsam immer unwichtiger; es bleibt der Buddhist. Der Buddhist sieht die anderen.

Ich schiele oft auf die Kosten, ganz besonders, wenn andere meine Hobbys finanzieren sollen! Was Herr Thich Nath Hanh sagt ist mir gleichgültig. Es ist gleich gültig zu dem was Du sagst. Oder eher nein. Ich habe in diesem Forum eine gewisse Beziehung zu Dir aufgebaut, also Du bist mir wichtiger als Herr Thich Nath Hanh 8)

Möchte ich gern die Hobbys anderer finanzieren?

Steuern für Kirchen
Zwangsbeiträge GEZ
Zwangsmitgliedschaft HEK

Nein. Nicht wirklich.
Es ist kein echtes Argument, daß ich etwas nicht 120% verstehe oder verstehen kann.

Wenn Du möchtest, daß ich Dein ganz besonderes Hobby bezahle bist Du in der Beweislast.
Du mußt beweisen, daß so eine Statue wirklich zum Weltfrieden beiträgt. Nicht zu Deinem Weltfrieden (Frieden mit der Welt), sondern zum Weltfrieden aller.

Peace 8)
@fotost inwiefern hast Du für die Statue in Bremen mitbezahlt, ohne das zu wollen? Welche Kulturgüter sind für Dich mitbezahlenswert, auch wenn Du nicht selbst hingehst? Theater? Kunst?
kilaya hat geschrieben:
@fotost inwiefern hast Du für die Statue in Bremen mitbezahlt, ohne das zu wollen? Welche Kulturgüter sind für Dich mitbezahlenswert, auch wenn Du nicht selbst hingehst? Theater? Kunst?


Hallo kilaya; Ich habe die Statue in Bremen nicht mitbezahlt. Wie weit hat der (besitzlose) Dalai Lhama sie mitbezahlt? :mrgreen: Darum geht es nicht.

Es geht mir um die dauerhafte, langfristige Finanzierung.

Ich liebe Bremen!!

https://goo.gl/photos/6vKZRZ7EfXC8LtEm8
https://goo.gl/photos/BGGaBRbqWUa2LwKA8

Mein Bundesland Hamburg ist in den letzten Jahren in die Empfängerrolle beim Bundesfinanzausgleich abgerutscht. Schande! Ich würde viel lieber Mitglied einer starken selbstbewußten Komponente unserer Gemeinschaft sein.

Welche Kulturgüter sind für Dich mitbezahlenswert, auch wenn Du nicht selbst hingehst? Theater? Kunst?


Das ist ein wirklich schwierige Frage. Manchmal ist die Antwort 'Ich weiß es nicht' die ehrlichste.
Ich weiß es nicht. Soll ein riesiger Anteil des Hamburger Kulturhaushalts für eine (Minderheiten)-Oper draufgehen? Für eine vollkommen überteuerte Elbphilharmonie?

Ich weiß es nicht. Ich bin in den letzten Jahren als Museen Liebhaber garantiert häufiger Nutznießer einer Zwangsumverteilung gewesen als die meisten 8)

https://goo.gl/photos/PkuU7kpCEZXEAcip8
https://goo.gl/photos/JFj9p4nVDZHWpY6e9
https://goo.gl/photos/z3ZvwGxcYfLnezVH6

Es ist viel einfacher eine Negativ-Auswahl zu treffen (was sollte aus Steuergeldern nicht finanziert werden? ) als umgekehrt. Was würde ich gern finanziert sehen und warum?


Hallo kilaya; Ich habe die Statue in Bremen nicht mitbezahlt.
Ich will auch die langfristigen Folgekosten nicht bezahlen. Ich will auch die Renovierung des Doms in Köln nicht auf ewig finanzieren oder die GEZ.
Die Elbphilharmonie könnte z.B. etwas sein, das in so ein Spektrum fällt, wie die Geschichte mit dem Stupa in Frankreich: für Städte, besonders Metropolen, geht es - auch finanziell - ist es wichtig, besondere kulturelle und architektonische Merkmale zu haben. Das zieht Besucher an und steigert den "Wert" der Stadt als Ganzes. Das könnte langfristig die Kosten für den Bau mehr als ausgleichen. Ähnliches kann man wohl für den Kölner Dom sagen. Was wäre Köln ohne den Dom? Der ist schon so lange Mittelpunkt der Stadt. Man sagt hier z.B.: Navigation in Köln ist ganz einfach. In der Mitte ist der Dom. Punkt. Die GEZ: ich spare mir jetzt ein Plädoyer für den Wert öffentlichen-rechtlichen Rundfunks nach den Erfahrungen der deutschen Vergangenheit, die heute noch in anderen Ländern hochaktuell sind. Und der Dalai Lama hat natürlich genug freiwillige Spender, um sowas nicht aus "eigener Tasche" bezahlen zu müssen. Was sind die "Folgekosten" für so eine Statue, die den symbolischen Wert übersteigen könnten?
Hallo kilaya; Ich habe die Statue in Bremen nicht mitbezahlt. Wie weit hat der (besitzlose) Dalai Lhama sie mitbezahlt? :mrgreen:


Kannst ja nen Buddhisten mit Kappe und Glöckchen malen und dem Zoo schenken; gehst Sonntags hin und :mrgreen: :lol:

:like:
Du, fotost, wenn du einen Hinweis hast, dass die Statue die Kassen von Bremen belastet, dann poste den doch mal als gesprächsgrundlage, bitte.

Grundsätzlich kann man sich natürlich an vielen Stellen gegen Steuerausgaben wenden. Aber demokratisch darf es schon bleiben *find.
Eine solche Grundsatzdiskussion gehört hier nicht rein, wenn du spezielle Infos zu Bremen hast interessieren die mich auch (praktiziere selber öfter in Bremen und fahre vielleicht zur Eröffnungsfeier. Freies Wochenende hab ich da jedenfalls :))
kilaya hat geschrieben:
Die Elbphilharmonie könnte z.B. etwas sein, das in so ein Spektrum fällt


Ja, solange sie nicht missbraucht wird, damit sich Politiker in ihrem Glanz sonnen....
Der Transport aus Indien wird durch den Verein "Die Sieben Faulen e.V." übernommen. Mit Ihrer Spende werden der Sockel, die Aufstellung durch tibetische Handwerker und – wenn die benötigte Summe zusammen gekommen ist – das den Buddha schützende neue Gebäude finanziert.


Jeder Friedens-Buddha soll unter einem Dach geschützt aufgestellt werden, in Europa ist es – zunächst – das Gewächshaus, das den Japanischen Garten der botanika beherbegt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll für den Friedens-Buddha ein eigenes Gebäude errichtet werden, das an den Japanischen Garten der botanika angrenzen würde.

http://www.botanika-bremen.de/de/spende ... uddha.html

Die Buddha-Statue ist ein Geschenk des Dalai Lama.


Es ist geplant, für die Statue einen gläsernen Anbau mit separatem und kostenlosen Zugang zu errichten. Dazu fehlen zurzeit noch die finanziellen Mittel. Deshalb wird der Friedens-Buddha zunächst im Japanischen Garten der botanika aufgestellt, allerdings erst im August, denn in diesem Monat wird die Statue rituell gefüllt und geweiht.

http://www.friedens-buddha.de/DE/friedensbuddha.html

Die aktuelle Kostenschätzung geht von einem Finanzbedarf von ca. 300.000 € bis 330.000 € für das Buddha-Haus aus.
Es wird nach einer Finanzierung durch Spenden gesucht. Daher sind Finanzhilfen durch Privatpersonen, gerne aber auch von Firmen, Gesellschaften, Institutionen sehr erwünscht.

http://www.friedens-buddha.de/DE/bauplaene.html
Lucy hat geschrieben:
Du, fotost, wenn du einen Hinweis hast, dass die Statue die Kassen von Bremen belastet, dann poste den doch mal als gesprächsgrundlage, bitte.

Grundsätzlich kann man sich natürlich an vielen Stellen gegen Steuerausgaben wenden. Aber demokratisch darf es schon bleiben *find.
Eine solche Grundsatzdiskussion gehört hier nicht rein, wenn du spezielle Infos zu Bremen hast interessieren die mich auch (praktiziere selber öfter in Bremen und fahre vielleicht zur Eröffnungsfeier. Freies Wochenende hab ich da jedenfalls :))


Du könntest natürlich auch gern selbst googeln, aber ich nehme es Dir ab.

Also - die Figur wird in der Botanika aufgestellt. Dies ist ein Freizeitpark, der von der Botanika GmbH getragen wird. Die Botanika GmbH wird von einer Stiftung und von der Stadt Bremen (Steuergelder) finanziert.

Da die Statue nicht zum Bezahlprogramm des Parks (sehr positive Idee) gehören soll, wird es dafür extra-Tickets geben, die während der Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.00 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr vergeben werden.

363 Tage im Jahr 8-9 Stunden Öffnungszeit bedeutet mindestens 2 Planstellen für den Ticketverkauf + Hardware + Kontrolle.

Ich vermute, daß wird mit Billigstlöhnern organisiert, wie in diesen Bereichen üblich. Gesamtkosten für die Gesellschaft (grobe Schätzung) ca. 50-60k€/a. Die Stiftung wird keinen Cent mehr aufbringen, wenn irgend etwas Neues in ihrem Park geschieht, das kein Geld einbringt. Die staatlichen Leistungen aus Steuermitteln werden irgendwo in einem Unterpunkt des Haushalts verschwinden :mrgreen:

Die ganze Geschichte ist mir nicht besonders wichtig. Es wird in so vielen anderen Bereichen Geld verpulvert, die paar Kröten für eine hübsche Buddhastatue tun nicht weh. Für den Berliner Flughafen könnte man in jedem Kuhdorf in Deutschland zwei Statuen aufstellen.

Wenn ich mal wieder in Bremen sein sollte und die steht dann schon gehe ich vielleicht vorbei und freue mich dran.

Mir geht es um Redlichkeit.
Also - der Dalai Lhama spendet nichts, er leitet Spenden anderer weiter. Das ist ok.
Die Geschichte wird über lange Zeit Folgekosten haben, die aus gesellschaftlichen Mitteln finanziert werden, Das ist auch ok, immerhin zahlen ja auch Buddhisten Steuern und wir bekommen keine besonderen Leistungen dafür zurück.
kilaya hat geschrieben:
Die Elbphilharmonie könnte z.B. etwas sein, das in so ein Spektrum fällt, wie die Geschichte mit dem Stupa in Frankreich: für Städte, besonders Metropolen, geht es - auch finanziell - ist es wichtig, besondere kulturelle und architektonische Merkmale zu haben. Das zieht Besucher an und steigert den "Wert" der Stadt als Ganzes.


Ich lebe in Hamburg. Die Stadt hat schon vor der Elbphilharmonie viel mehr Touristen angelockt als sie mit Anstand vertragen kann :wink:

Inzwischen habe ich mich vom architektonischen Aspekt mit dem Kasten vertragen und bin schon 3x auf der (bislang kostenfreien) Besucherplattform gewesen.

https://goo.gl/photos/PLu7PtejKr1KTWET6

Für jeden Besucher unserer Stadt - es lohnt sich und wenn man nicht zu den Hauptzeiten kommt ist es auch nicht voll.
Es dürfte bei solchen Projekten immer schwer sein, indirekte Mehrerträge für die Gesellschaft zu ermitteln.
Die direkten Kosten und die Folgekosten schon eher.
Ich vermute mal sowas hat man zum Eiffelturm auch mal kritisiert - zu teuer, in dem Fall sogar praktisch gesehen total nutzlos usw. ;)
kilaya hat geschrieben:
Ich vermute mal sowas hat man zum Eiffelturm auch mal kritisiert - zu teuer, in dem Fall sogar praktisch gesehen total nutzlos usw. ;)


stimmt. Da gibt es ganze Bücher drüber :mrgreen:

Allerdings ist der Eiffelturm auch nur 3x so teuer geworden wie geplant und nicht 8x wie bei der Elphi (und wurde glaube ich rein privat von einer AG finanziert)
fotost hat geschrieben:
Allerdings ist der Eiffelturm auch nur 3x so teuer geworden wie geplant und nicht 8x wie bei der Elphi (und wurde glaube ich rein privat von einer AG finanziert)


Trotzdem bin ich mir, als gebürtiger Hamburger sicher, dass sich für die Stadt Hamburg auch die teure Elphi (Elphi oder Elbphi??) langfristig auszahlen wird! Eine andere Frage wäre es gewesen, wenn man vorher eine Volksabstimmung gemacht hätte. Ob sich dann die Mehrzahl der Hamburger dafür entschieden hätte?

Wenn es um Projekte des Dalai Lama oder um andere symbolische Projekte geht, dann dürfte es aber noch schwerer sein den Nutzen dieser Projekte auf eine rein Kosten Nutzen Analyse zu beschränken. Denn das Symbol Frieden ist unbezahlbar.

fotost hat geschrieben:
Die Geschichte wird über lange Zeit Folgekosten haben, die aus gesellschaftlichen Mitteln finanziert werden, Das ist auch ok, immerhin zahlen ja auch Buddhisten Steuern und wir bekommen keine besonderen Leistungen dafür zurück.


Diesen Satz verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?
Sherab Yönten hat geschrieben:
...
fotost hat geschrieben:
Die Geschichte wird über lange Zeit Folgekosten haben, die aus gesellschaftlichen Mitteln finanziert werden, Das ist auch ok, immerhin zahlen ja auch Buddhisten Steuern und wir bekommen keine besonderen Leistungen dafür zurück.


Diesen Satz verstehe ich nicht. Wie meinst Du das?

Nun, ganz simpel. Buddhisten zahlen wie alle anderen Steuern auch.

Andere 'religiöse' Gruppen erhalten massenweise Zuschüsse aus Steuermitteln (und damit ist nicht die Kirchensteuer gemeint). Allein die christlichen Kirchen erhalten jährlich 15-20 Milliarden an staatlichen Mitteln, pro Kopf dürften die Zuschüsse an jüdische Kulturgemeinden mindestens gleich hoch sein, selbst für die islamischen Organisationen fällt etwas ab.

Buddhisten als organisierte Gruppe gehen weitestgehend leer aus. Das an der Uni Hamburg ein anerkanntes Zentrum für buddhistische Forschung existiert darf man schon beinahe (auch als Säkularer) als Wunder bezeichnen :mrgreen:

Da ist es nur fair, wenn auch mal ein paar Euro für die Begleitung eines buddhistischen Kulturobjekts abfallen.

Wenn Du schon die Gehälter von Kirchenfürsten (ein kleines Beispiel von Hunderten) zahlen darfst, warum soll der muslimische Gemüsehändler nicht zu unserer Statue beitragen? :kiss:

Um eine saubere Trennung von Staat und Kirche schert sich hier eh keiner :angel:




Elphi! Wenn selbst die Zentrale allen Wissens Wikipedia es so sagt muß es richtig sein
Unter Warum Bremen steht:

    Das Entdeckerzentrum und die Pflanzenausstellung wurden so um wertvolle und authentische ethnische Aspekte erweitert.

Für mich heisst das, dass die Staue des Erhabenen nicht als religiöses Symbol steht sondern mehr als Ethno- Zierartefakt.

So wie eine Planzenaustellung die kulturell höherstehende Variante des Gartenmarkts ist, ist der Friedenbuddha also vielleicht die kulturell geedelte Variante der Buddhstatuen, die zwischen Elfen und Zwergen einen mystischen Hauch zwischen die Pflanzenregale wabern lassen.

    In Deutschland galt lange der Gartenzwerg als das bevorzugte künstlerische Utensil im privaten Grün. Inzwischen, so scheint es, haben Statuen mit dem Abbild des Erhabenen längst Einzug in mitteleuropäische Gärten gehalten – und den Wichtelmann mit Bart und Zipfelmütze verdrängt.
    Buddha statt Gartenzwerg

Ein Blick auf die botanika-website lässt noch größere Fragezeichen entstehen:

    Lassen Sie sich auch in unserem "Abwechslungsreich" verzaubern: Entdecken Sie in unseren drei großen Gewächshaus-Welten die Farbenpracht asiatischer Rhododendron und Azaleen. Durchstreifen Sie die Bergwelten des Himalaya. Oder nehmen Sie Kontakt auf zu zärtlichen, exotischen Fischen. Sinnliche Vergnügen, die im Gedächtnis bleiben werden.

Also ich gönne ja jedem sein sinnliches Vergnügen mit "zärtlichen, exotischen Fischen"(ähm das steht da wirklich!!!). Aber mir fällt es schwer, da die Brücke zum Weltfrieden und zu Buddha Shakyamuni zu schlagen. Mir scheint der Erhebene da echt zum Gartenzwerg degradiert worden zu sein.

(Wobei ich die buddhitischen Tempel und Statuen im Münchner Westpark schon schön finde, auch wenn sie auch anlässlich einer Gartenausstellung ihren Platz fanden.)
Vielleicht haben sie ja Knabberfisch-Becken...
kilaya hat geschrieben:
Vielleicht haben sie ja Knabberfisch-Becken...


Ach so. Und die knabbern dann an einem rum, was ein sinnliches Vergnügen ist. Ja, das könnte sein.
Hm, in dem post von verrückter Narr steht, das der Transport und Aufbau Spendenfinanziert sind.

D.h., die Botanika zahlt das eben nicht.

Daher fragte ich nach hinweisen, die deine stramme Behauptung stützen :mrgreen:

Ob nun tatsächlich weitere ticketverkäufer eingestellt werden müssen ist doch eher spekulativ, warum sollte das nicht mit über die bisherigen kassenhäuschen laufen?

Also bisher scheinbar kein wirklicher Grund in Sicht, an Belastungen der Stadtkasse zu denken?
kilaya hat geschrieben:
für Städte, besonders Metropolen, geht es - auch finanziell - ist es wichtig, besondere kulturelle und architektonische Merkmale zu haben. Das zieht Besucher an und steigert den "Wert" der Stadt als Ganzes. Das könnte langfristig die Kosten für den Bau mehr als ausgleichen.

Nun ja - angeblich geht es ja nicht um Ankurbelung des Tourismus und selbstredend auch nicht um eine PR-Aktion für Free Tibet, sondern um Friedenssicherung. Und da sind die von @fotost geschätzten laufenden Kosten von 50 - 60.000 € pro Jahr doch ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass vergleichsweise ein Eurofighter zur Friedenssicherung mit 74.000 € zu Buche schlägt. Pro Flugstunde, nicht pro Jahr, versteht sich. Und ob dieses Instrument der Friedenssicherung (dass dafür natürlich nicht nur rein symbolischen Wert hat) mehr nutzt als ein überdimensionierter exotischer Gartenzwerg, ist zumindest umstritten. Andererseits wäre die Investition in so etwas vielleicht doch einen Tick effektiver. Dafür fehlen da dann natürlich die Mitnahmeeffekte.

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