Dukkha / Sukha

Moderator: void

Same hat geschrieben:
Hallo kann mir jemand bitte erklären, warum Dukkha eines der drei Daseinsmerkmale sein sollte?

Wie wäre es mit diesem Herrn?
Same hat geschrieben:
Wenn ich mich dem Moment vollkommen hingebe. Weder etwas anderes will noch etwas zurückweise.

Dann mach mal. Ist was anderes als Sprüche klopfen.
Same hat geschrieben:
Ich wäre dankbar, wenn mich jemand erleuchten könnte

Da bist Du nicht der Einzige. Nur funktioniert das nicht.

()
Same hat geschrieben:
Ich will die "Wahrheit"/Gott/Nirvana finden. Der Buddhismus scheint einen sehr praktikablen Weg darzustellen.


Ja, das wollte ich auch. Und die Lehre Buddhas führt letztendlich dazu, dass es keine Fragen mehr gibt, z.B. über

warum Dukkha eines der Daseinsmerkmale sein sollte


Wenn ich Liebe zum Beispiel, wo ist da Dukkha? Die Selbsterforschungsmethode von Ramana Maharshi, oder die Lehren Jesu sind mir da einleuchtender und sprechen mein Herz mehr an.


Ja, diese Liebe spricht das Herz an. Aber diese Liebe, von der Jesus sprach, wird glorifiziert und romantisch wahrgenommen. Was hältst Du von dem Zitat Jesu: "Lass die Toten ihre Toten begraben."?

Ich will nur zur Wahrheit. Und dachte, dass mir hier jemand im Buddhismus Forum erklären könnte, warum Dukkha ein Daseinsmerkmal von Realität sein sollte.


Dukkha ist ein Daseins-Merkmal, weil es unausweichlich in jedem Moment vorhanden ist. Selbst wenn es Dir gut geht, Du Dich sogar glücklich fühlst, siehst Du denn nicht das massenhafte Leid auf der Welt, um Dich herum? Auch dem Buddha ging es gut, bei seinem "Ausflug in die Welt" jedoch begegnete ihm dieses Leid in Form von Alter, Krankheit, Tod. Wir brauchen nur den Fernseher einzuschalten und werden davon tagtäglich überschüttet, und zwar in Form von überwiegend unnötig hervorgerufenem Leid, z.B. Tiertransporte in die Türkei, Kinderpornografie, Gewaltverbrechen, Arbeitslosigkeit, Krebsleiden ...

Das bedeutet DASEINS-MERKMAL. Es ist ein Teil des Daseins.
Ansonsten kann auch ich nur empfehlen, dass Du Dich mit dem Palikanon beschäftigst. Vielleicht schickt ja Elliot ein passendes Zitat. :oops: :)
_()_ Monika
Sudhana hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Hallo kann mir jemand bitte erklären, warum Dukkha eines der drei Daseinsmerkmale sein sollte?

Wie wäre es mit diesem Herrn?
Same hat geschrieben:
Wenn ich mich dem Moment vollkommen hingebe. Weder etwas anderes will noch etwas zurückweise.

Dann mach mal. Ist was anderes als Sprüche klopfen.
Same hat geschrieben:
Ich wäre dankbar, wenn mich jemand erleuchten könnte

Da bist Du nicht der Einzige. Nur funktioniert das nicht.

()


Danke für den Link.

Schopenhauer: Was wir aber so nur mit geschärfter Aufmerksamkeit und mit Anstrengung in der erkenntnißlosen Natur entdecken, tritt uns deutlich entgegen in der erkennenden, im Leben der Thierheit, dessen stetes Leiden leicht nachzuweisen ist.

Wenn ich meine Katze streichel schnurrt die. Die Vögel zwitschern und schauen vergnügt aus. Stetes Leiden? Wohl kaum. Die Delphine springen im Wasser vor Freude. Stetes Leiden? Wohl kaum.


Schopenhauer:
Sahen wir schon in der erkenntnißlosen Natur das innere Wesen derselben als ein beständiges Streben, ohne Ziel und ohne Rast; so tritt uns bei der Betrachtung des Thieres und des Menschen dieses noch viel deutlicher entgegen. Wollen und Streben ist sein ganzes Wesen, einem unlöschbaren Durst gänzlich zu vergleichen. Die Basis alles Wollens aber ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz, dem er folglich schon ursprünglich und durch sein Wesen anheimfällt. Fehlt es ihm hingegen an Objekten des Wollens, indem die zu leichte Befriedigung sie ihm sogleich wieder wegnimmt; so befällt ihn furchtbare Leere und Langeweile: d.h. sein Wesen und sein Daseyn selbst wird ihm zur unerträglichen Last. Sein Leben schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her, zwischen dem Schmerz und der Langenweile, welche Beide in der That dessen letzte Bestandtheile sind.

Wollen und Streben ist sein ganzes Wesen?
Wenn ich die Menschen im Altersheim streichel will ich nicht sondern dann gebe ich. Ich gebe Zeit und Zärtlichkeit. Dann empfinde ich Liebe.
Wenn ich ein Kind aus reiner Freude anlächel. Wo sind da wollen und streben. Das nennt sich einfach sein. Und dieses Sein ist weder Leere noch Langeweile sondern das reine Dasein ist doch geradezu die Fülle und die Freude.

Also jetzt mal ohne Schmarn. Ich kann diese Sichtweise auf die Welt echt nicht nachvollziehen.
Schau Dir einfach einen Sonnenaufgang an. Ist doch wunderschön. Einfach sein ist sein wahres Wesen und nicht Wollen und Streben.



Bin im Moment. Läuft :) Und tatsächlich da kommt Dukkha. Deine Sätze haben tatsächlich Dukkha in mir ausgelöst.
Danke (not!) :) jetzt kommen wir der Sache näher.
Trotzdem verstehe ich nicht was der Buddha sagen will, dass in allem dukkha wäre?


Monikadie4. hat geschrieben:
Was hältst Du von dem Zitat Jesu: "Lass die Toten ihre Toten begraben."?


Meiner Meinung nach meint Jesus, dass die Menschen aus ihrem Ego heraus handeln. Das heißt weil die Leute auf Grund von Angst, Gier, Gedanken(zum Beispiel von der Gesellschaft oder den Eltern eingegebene Gedanken) etc. handeln. Sie sind dadurch Knechte eines Selbstbildes geworden. Dieses Selbstbild ist allerdings tot, weil aus der Vergangenheit stammend. Deswegen handeln Sie nicht wahrhaft frei sondern aus der Vergangenheit heraus. Deswegen sagt er meiner Meinung ja auch, dass man wie die Kinder werden soll. Deswegen sagt er, dass die Menschen tot seien, Schriftgelehrte, dem über die Jahre programmierten Verstand unterworfen, etc. pp. Sie handeln nicht authentisch aus der Liebe und dem Mitgefühl heraus.
Vielleicht könnte man auch sagen, dass sie auf Grund von Karma handeln, dass sie nicht voll bewußt sind.

Und was meinst Du was er mit diesem Zitat meint?

Monikadie4. hat geschrieben:
Dukkha ist ein Daseins-Merkmal, weil es unausweichlich in jedem Moment vorhanden ist.


Wo ist in der Liebe Dukkha?

Monikadie4. hat geschrieben:
Wir brauchen nur den Fernseher einzuschalten und werden davon tagtäglich überschüttet, und zwar in Form von überwiegend unnötig hervorgerufenem Leid, z.B. Tiertransporte in die Türkei, Kinderpornografie, Gewaltverbrechen, Arbeitslosigkeit, Krebsleiden ...

Ernsthaft?!? Du schaust Fernsehen? Warum?
Kauf Dir einen Hund. Geh spazieren und lächel jeden Menschen an, der Dir begegnet. Dadurch wirst Du weniger Leid erfahren und etwas positives in Deinem Umfeld bewirken.

In der Tat das meiste Leid ist Menschen gemacht und vermeidbar. Und nicht irgendein dem Dasein inherentes Prinzip.

Aber wie gesagt ich versuche den Buddha zu verstehen. Ich kann in der Liebe aber kein Leid sehen. Selbst im Altersheim in dem ich arbeite, es gibt Menschen die trotz größter Schmerzen nicht übermäßig Leiden.

Moderne Medizin kann fast alle körperlichen Schmerzen ausschalten. Psychische Schmerzen kann ich durch Meditation überwinden.

Aber wie gesagt ich suche nach der Wahrheit und bleibe für alle Erklärungen open-minded.
Hallöchen,

mkha' schrieb (08.01.2017, 15:20)
Das kann doch nicht sein, ... Du hast Deine Frau/ Deinen Mann/ Dein Kind doch eben noch in Deinen Armen gehalten ...

K-Dorje antwortete (08.01.2017, 17:21)
Diese Beispiele illustrieren zwar, dass Leben AUCH leidvoll ist, nicht aber, warum Dukkha so dominant sein soll, dass es zu einem Daseinsmerkmal erklärt werden kann.

Ja, ok, ... aber wenn jemand eine Frage stellt, soll es gelegentlich sogar vorkommen, dass der ihm Antwortende zuvor über das, was er zu Schreiben gedenkt, nachdachte. :wink: :mrgreen: ... Ich sah meinen Beitrag als Anregung zum eigenständigen (Weiter-)denken, nicht nur in die Breite, sondern auch in die Tiefe. Eigene Erkenntnisse und ein neuer Standpunkt ermöglichen eine andere Sicht der Dinge, (z.B. die zwei Seiten einer Medaille – und evtl. das Darüber-Hinausgehen).

Hast Du denn eine gute, einleuchtende Antwort parat? ... Ich bin auch kein Theravadin, ich kann nur versuchen, das mir logisch Erscheinende, darzulegen.

Ich kam zu der Überzeugung, dass es zuträglich wäre, zunächst die Merkmale des Glücksgefühls sukha genauer zu betrachten. ... Lt. der Schriften wurde Buddha in jungen Jahren mit Dingen, die dem Glücklich-sein dienen sollten, überschüttet. Dennoch ließ er all dies hinter sich und erhob, nachdem er unter dem Bodhibaum über sein bisheriges Erleben und die daraus gewonnenen Erkenntnisse nachgedacht hatte, ausgerechnet dukkha zu einem der drei Daseinsmerkmale. Er hatte offensichtlich gute Gründe.

Es ist möglich, sowohl die schlichte Tatsache, dass „Leid ist“, als auch die korrekte Begründung nachzuvollziehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird der „spirituelle Adoleszent“ allmählich gelassener, der „negative Aspekt“ sukhas verliert sich proportional zur zunehmenden Einsicht, sodass pîti, die wahre Freude, langsam an die Stelle sukhas tritt. (Schritt für Schritt zur Erleuchtung …)

Buddhas Lehre vom Leiden ist nichts Nihilistisches, … er belässt es nicht bei seiner Aussage: Leiden ist, sondern zeigt auf, dass er weiß, dass man etwas dagegen tun kann, und was genau zu tun ist:

Erkenne das Leid,
entferne die Ursache,
verwirkliche die Beseitigung
schule dich auf dem Weg.

LG mkha´
Same hat geschrieben:
Aber wie gesagt ich suche nach der Wahrheit und bleibe für alle Erklärungen open-minded.

Naja wenn das mal wahr ist.
accinca hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Aber wie gesagt ich suche nach der Wahrheit und bleibe für alle Erklärungen open-minded.

Naja wenn das mal wahr ist.


Super Beitrag. :like:

Ihr seit mir echt eine Sangha. Top weiter so. :like:
Same hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Aber wie gesagt ich suche nach der Wahrheit und bleibe für alle Erklärungen open-minded.

Naja wenn das mal wahr ist.

Super Beitrag. :like:

Deine Meinung über dich selber wollte ich damit nicht bezweifeln.
accinca hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:
Naja wenn das mal wahr ist.

Super Beitrag. :like:

Deine Meinung über dich selber wollte ich damit nicht bezweifeln.


Alles klar. Ändert aber nichts. Außer das ich noch einmal reflektiert habe.

Dann beantworte Du mir doch bitte die folgende Frage: wenn Du liebst, kannst Du dann Dukkha entdecken?
mkha' hat geschrieben:
... Lt. der Schriften wurde Buddha in jungen Jahren mit Dingen, die dem Glücklich-sein dienen sollten, überschüttet. Dennoch ließ er all dies hinter sich und erhob, nachdem er unter dem Bodhibaum über sein bisheriges Erleben und die daraus gewonnenen Erkenntnisse nachgedacht hatte, ausgerechnet dukkha zu einem der drei Daseinsmerkmale. Er hatte offensichtlich gute Gründe.

Es ist möglich, sowohl die schlichte Tatsache, dass „Leid ist“, als auch die korrekte Begründung nachzuvollziehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse wird der „spirituelle Adoleszent“ allmählich gelassener, der „negative Aspekt“ sukhas verliert sich proportional zur zunehmenden Einsicht, sodass pîti, die wahre Freude, langsam an die Stelle sukhas tritt. (Schritt für Schritt zur Erleuchtung …)

Buddhas Lehre vom Leiden ist nichts Nihilistisches, … er belässt es nicht bei seiner Aussage: Leiden ist, sondern zeigt auf, dass er weiß, dass man etwas dagegen tun kann, und was genau zu tun ist:

Erkenne das Leid,
entferne die Ursache,
verwirkliche die Beseitigung
schule dich auf dem Weg.

LG mkha´


Ja, Buddha befand sich in jungen Jahren quasi schon im " Bereich der Götter" . Der Bereich wird als ungünstiger beschrieben, als der Bereich der Menschen. Eingelullt von Sukha ist es schwer aus der Verblendung hinauszukommen... Man kennt sowas vlt. von Menschen die alles haben...sich um nichts wirklich sorgen müssen oder je mussten.. Aber sind diese Menschen wirklich glücklicher ? Richtig befriedigend ist dieser Zustand nicht... Alles wird irgendwann Routine und dann muss was neues her und wieder und wieder und wieder....Bis man sich vlt. irgendwann über nichts mehr wirklich freuen kann. Und dieses Unbefriedigende...Unzulängliche Daseinsmerkal ist Dukkha....
Same hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Super Beitrag. :like:

Deine Meinung über dich selber wollte ich damit nicht bezweifeln.


Alles klar. Ändert aber nichts. Außer das ich noch einmal reflektiert habe.

Dann beantworte Du mir doch bitte die folgende Frage: wenn Du liebst, kannst Du dann Dukkha entdecken?

Durch die rosarote Brille wirst du es wahrscheinlich nicht entdecken...
Same hat geschrieben:
Dann beantworte Du mir doch bitte die folgende Frage: wenn Du liebst, kannst Du dann Dukkha entdecken?

Mal ganz unabhängig von mir kann ich mir doch vorstellen,
das es viele Leute gibt die, wenn sie nur blauäugig genug lieben,
zu dieser Zeit kein Leiden erkennen können.

Was aber den Buddha anbelangt und die Lehre von den
Daseinsmerkmalen, so sollen diese in voller Tiefe
in ihrem vollständigen Verständnis zur vollständigen
Befreiung vom Leiden und damit von Begehren, Anhaften
und Nichtwissen führen.
Alle anderen, die noch Begehren, Anhaften und Nichtwissen
anhaftet können davon nur ein mehr oder weniger relatives
und mehr oder weniger theoretisches Verständnis gewinnen.
Ich kann das nicht. Dukkha ist nur interessant für Menschen die Leiden und ergründen möchten wie sie das beenden können, ist das geschehen dann ist auch kein Dukkha mehr. Natürlich ist immer Dukkha da über irgendwas muss man sich ja aufregen. Ich lebe auch schon einige Zeit ohne Dukkha und wenn es etwas gibt das mich leiden lässt bieten mir die von Dir genanten drei genug Hilfe, anstatt über Dukkha nachzudenken.
Dukkha übersetze ich meinst mit unzufrieden unzureichend und dann brauch ich das Sukha nicht.

Alles entsteht bedingt, nichts bleibt je was es jetzt ist, nichts entspricht je meinen Vorstellungen, meine Vorstellungen sind nie die Sinnesobjekte, sie sind immer unzureichend. Wenn ich das verstehe ist keine Zeit für Analyse nur noch Zeit für leben.
Same hat geschrieben:
wenn Du liebst, kannst Du dann Dukkha entdecken?

Wenn man liebt, dann empfindet man Mitfreude und Mitleid stärker. Man erkennt Stärken und Schwächen und akzeptiert diese wie auch den gewählten Weg.

Leid kann auch daraus entstehen, dass man sieht wo der andere sich selbst Steine in den Weg legt, sich selbst Leiden schafft, es aber falsch wäre dem anderen den Weg frei räumen zu wollen, sich über sein Sein zu erheben...

Ich sehe das konkret bei meinen Jungs... man kann Hinweise geben und Zusammenhänge aufzeigen... aber Verwöhnen (Elfenbeinturm / in Watte packen) und Entscheidungen abnehmen oder sogar dogmatisches Bestimmen wollen machen nicht fit fürs Leben sondern generieren nur wieder Leid...
Same hat geschrieben:
Monikadie4. hat geschrieben:
Dukkha ist ein Daseins-Merkmal, weil es unausweichlich in jedem Moment vorhanden ist.


Wo ist in der Liebe Dukkha?


Liebe ist kein Daseins-Merkmal, sondern ein Gefühl. Und wenn es unpersönliche Liebe ist, ist sie auch nicht von Dukkha betroffen, trotz allem vergänglich. Alles, was vergänglich ist, ist letztlich leidvoll.

In der Tat das meiste Leid ist Menschen gemacht und vermeidbar. Und nicht irgendein dem Dasein inherentes Prinzip.


Ja, da hast Du Recht. Und deshalb ist es auch hilfreich, sich über seine Hindernisse klar zu werden.
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Was hältst Du von dem Zitat Jesu: "Lass die Toten ihre Toten begraben."?


Ich kann Dir ein konkretes Beispiel von meinem heutigen Arbeitstag geben. Ich sollte einer mir unbekannten Bewohnerin bei der Grundpflege helfen. Ich war keinen einzigen Moment in Gedanken verloren. Dauerhaft präsent und war dabei natürlich und DADURCH AUCH liebevoll (in keiner Weise erzwungen). Es war eine sehr schöne Begegnung. Als ich 5 Minuten nach Feierabend zu meinem Kollegen gehe und ihm mitteile, dass er sich bitte noch um das Zähneputzen kümmern solle, war dieser irritiert und hat gesagt: "Normalerweise braucht man bei ihr 10 Minuten".
Sunu hat geschrieben:
Man kennt sowas vlt. von Menschen die alles haben...sich um nichts wirklich sorgen müssen oder je mussten..

Um was und warum machst du Dir Sorgen? Lass doch einfach mal Deine Sorgen los. Schenkst Du dem sich Sorgen machenden Verstand Aufmerksamkeit? Wenn Du der Sorge Aufmerksamkeit schenkst, dann wirst du Sorgen habe; Wann hat Dir Sorgen machen jemals geholfen? Warum musst Du Dir Sorgen machen? Wer zwingt Dich dazu Dir Sorgen zu machen?

Alles haben? Redest du von materiellen Dingen?

Sunu hat geschrieben:
Bis man sich vlt. irgendwann über nichts mehr wirklich freuen kann. Und dieses Unbefriedigende...Unzulängliche Daseinsmerkal ist Dukkha....

Warum denn über etwas freuen? So lange keine starken körperlichen Schmerzen sind, ist das Dasein an sich doch Freude.
@ same: dukkha, den wiki mal lesen ?
Zur Suche nach weiteren rationalen Gründen, warum Dukha und nicht Sukha als Daseinsmerkmal benannt wurde, würde mir noch Folgendes einfallen:

Einer der Knackpunkte liegt vielleicht in einem unterstellten, aber nicht explizit benannten Ausschließlichkeitsanspruch der 3 Daseinsmerkmale.
Es könnte ja sein, dass es mehr als 3 Daseinsmerkmale gibt, wozu die genannten drei, aber darüberhinaus auch andere gehören. Diese Möglichkeit ist in Betracht zu ziehen, solange keine Aussage behauptet, es gäbe 3 und NUR 3 Daseinsmerkmale. Gäbe es NUR 3 Daseinsmerkmale, würde tatsächlich daraus folgen, dass ALLES Dukkha ist.

Dagegen spricht aber z.B. Thich Nhat Hanh: "Seit der Buddha das Leiden als Erste Edle Wahrheit beschrieb, haben viele seiner Anhänger sich ernsthaft um den Beweis bemüht, daß es auf Erden nichts anderes gäbe als Leiden. Die Theorie von den "Drei Arten des Leidens" (duhkhata), die nicht vom Buddha selbst stammt, ist solch ein Versuch.[...] Es ist wahr, daß der Buddha die Währheit vom Leiden lehrte, aber er lehrte auch die Wahrheit vom "Glücklichen Verweilen in den Dingen, so wie sie sind" (drishta dharma sukha viharin). Um auf unserem Übungsweg voranzukommen, müssen wir aufhören, beweisen zu wollen, daß alles leidvoll ist." Quelle: ist ein anderer interessanter Thread hier: Ist alles nur Leiden? (in) Allgemeines zum Buddhismus
In diesem Fall wäre die Eingangsfrage zum Thread so zu beantworten, dass die 3 benannten Faktoren sicher als besonders zentral erachtet werden, nicht aber in Abrede gestellt wird, dass es weitere Daseinsmerkmale gibt, wie Sukha. Überdies wäre möglich, dass Lebensereignisse sowohl Dukha als auch Sukha enthalten und dass damit die Beispiele von Same 'xyz == Sukha' keine Gegenbeispiele zu 'Dukha = Daseinsmerkmal' wären. Bliebe zu belegen, warum typische Sukhaereignisse AUCH Dukha beinhalten, und dazu hat der Thread ja viele Hinweise geliefert.
Vielleicht ist es ja verboten heutzutage noch von Un(zu)frieden(heit) zu sprechen.
K-Dorje hat geschrieben:
Zur Suche nach weiteren rationalen Gründen, warum Dukha und nicht Sukha als Daseinsmerkmal benannt wurde, würde mir noch Folgendes einfallen:


Was genau sind denn Daseinsmerkmale? Das sind doch die Faktoren, die das Dasein leidvoll machen (also sämtliche Geistesgifte, siehe mein Beitrag weiter oben) und zu einer "Wiedergeburt" führen. Eine Befreiung aus dem Daseinskreislauf des Leidens wäre für mich daher identisch mit Sukha. Deshalb kann Sukha nicht auch als Daseinsmerkmal bezeichnet werden.
mkha' hat geschrieben:
Hallo Same,

Ich trinke Kaffee. Ich höre den Vogel zwitschern wunderschön. ....

Es schellt an Deiner Tür.

Schön. Dann stehe ich auf. Cool ich stehe. Ich höre ....

... die Stimme des Polizeibeamten. Es tue ihm fürchterlich leid Dir die Mitteilung machen zu müssen, aber ....

Du hörst nur:
Der Vogel hört wieder auf zu zwitschern. Geil! die Stille ist auch schön. .....

.... was hat der Beamte gesagt, tot? ... Das kann doch nicht sein, ... Du hast Deine Frau/ Deinen Mann/ Dein Kind doch eben noch in Deinen Armen gehalten ...
Wo ist da ein Leiden der Veränderung?

LG mkha´


Same hat geschrieben:
Welche Frau, welcher Mann, welches Kind?
Ist doch alles Anatta bzw. Shunyata.


mkha' hat geschrieben:
Same schrieb:
Ist doch alles Anatta bzw. Shunyata
.

Wenn Du das unter dem Mittleren Weg verstehst, dann für Dich eben alles ok. Falls Dir dies irgendwann doch zu simpel erscheinen sollte, studiere den Palikanon noch einmal etwas intensiver, oder vertiefe Dich in die Erklärungen Nagarjunas.

LG mkha´


Danke für den Hinweis mit Nagarjunas, den muss ich mir mal zu Gemüte führen.



Der Buddha lehrt zweifelsfrei Anatta. Oder? Das steht doch zu 100 Prozent fest. Ja?
Es gibt also kein Atta. Keine Seele. Ja?

Ist dann die Konsequenz: das es dein Kind, deine Frau, deinen Mann gibt? Ist das so?
Oder ist da nicht ein Kind, eine Frau, ein Mann, ein Mensch. Was auch immer das sein sollte, was da ist. Dieses was ist, ist nicht Atta. Daher besteht wohl keinerlei Wesens-Unterschied zwischen Dir und Mir oder irgendwem. Ist das so?
Sagt Jesus deswegen vielleicht auch: Liebe Deinen Nächsten wie Dich Selbst? Könnte das sein?
Wenn dem so wäre. Dann kannst du dauerhaft leiden, weil jede Sekunde überall Tod ist, oder du akzeptierst dies und versuchst dein Leben und das Leben der lebenden Menschen zum Beispiel durch Liebe zu bereichern.
Ja, Nein oder vielleicht?
Same hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Man kennt sowas vlt. von Menschen die alles haben...sich um nichts wirklich sorgen müssen oder je mussten..

Um was und warum machst du Dir Sorgen? Lass doch einfach mal Deine Sorgen los. Schenkst Du dem sich Sorgen machenden Verstand Aufmerksamkeit? Wenn Du der Sorge Aufmerksamkeit schenkst, dann wirst du Sorgen habe; Wann hat Dir Sorgen machen jemals geholfen? Warum musst Du Dir Sorgen machen? Wer zwingt Dich dazu Dir Sorgen zu machen?

Alles haben? Redest du von materiellen Dingen?

Sunu hat geschrieben:
Bis man sich vlt. irgendwann über nichts mehr wirklich freuen kann. Und dieses Unbefriedigende...Unzulängliche Daseinsmerkal ist Dukkha....

Warum denn über etwas freuen? So lange keine starken körperlichen Schmerzen sind, ist das Dasein an sich doch Freude.




Du musst dir keine Sorgen machen dass ist richtig...aber für diejenigen die es tun, gibt es einen Weg um Dukkha zu beenden. Es gibt viele Menschen, die keine körperlichen Schmerzen haben usw...die trotzdem unglücklich sind...Es gibt Menschen die welche haben, aber die trotzdem glücklicher sind. Das sind alles nur Oberflächlichkeiten....
Im Allgemeinen werden die Dinge als fest, konkret wahrgenommen.... Das ist der Grund warum sie Dukkha sind...weil sie nicht fest, konkret sind...da ist kein warhaftiges Ding an sich, an dem man haften könnte..Nichts greifbares, so wie man es bedingt durch die Wahrnehmung annehmen könnte.... Wer versucht zu ergreifen, der wird enttäuscht, weil er ins leere greift...
Auch die Liebe kann so ein Ding sein welches enttäuscht, wenn man sie als etwas konkretes betrachtet... Ein konkreter Gott wird enttäuschen ( mein Gott, mein Gott warum hast du mich verlassen). Überall wo ein konkretes, festes Ding wahrgenommen wird, da ist Dukkha....Deswegen auch Daseinsmerkmal...Das was als da seiend, als konkret, als fest wahrgenommen wird... Verursacht Enttäuschung.... Wird von dieser Wahrnehmung Abstand gewonnen ( von der Verblendung), dann bleibt kein Raum für Gier und Hass...auf was sollten diese sich konkret richten ?
Same hat geschrieben:
Ist dann die Konsequenz: das es dein Kind, deine Frau, deinen Mann gibt? Ist das so?
Oder ist da nicht ein Kind, eine Frau, ein Mann, ein Mensch. Was auch immer das sein sollte, was da ist. Dieses was ist, ist nicht Atta. Daher besteht wohl keinerlei Wesens-Unterschied zwischen Dir und Mir oder irgendwem. Ist das so?


Wenn ich mir ein Bein breche, spürst du das dann ? Ist das so?
Sunu hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Ist dann die Konsequenz: das es dein Kind, deine Frau, deinen Mann gibt? Ist das so?
Oder ist da nicht ein Kind, eine Frau, ein Mann, ein Mensch. Was auch immer das sein sollte, was da ist. Dieses was ist, ist nicht Atta. Daher besteht wohl keinerlei Wesens-Unterschied zwischen Dir und Mir oder irgendwem. Ist das so?


Wenn ich mir ein Bein breche, spürst du das dann ? Ist das so?


Nein, das spüre ich nicht. Aber wenn ich mir ein Bein breche spüre ich ja auch was.
Wir sind ja nicht identisch. Aber eben auch nicht verschieden.

Dann erklär bitte einmal woraus diese Wesens-Verschiedenheit besteht!?

Warum soll ich dann um etwas nicht definierbares trauern? Der Buddhist will doch gerade das Ende des Leidens. Warum sollte ich dann leiden mehren, wenn etwas ebenso undefinierbares wie ich sich den Fuß stößt. Wenn ich dich tröste, dann lindere ich leiden. Aber warum sollte ich trauern?

ps. Warum schreibst du: Ist das so?
Junge sei mal kreativ. Das ist ja nicht zum aushalten hier :rofl:
Same hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Ist dann die Konsequenz: das es dein Kind, deine Frau, deinen Mann gibt? Ist das so?
Oder ist da nicht ein Kind, eine Frau, ein Mann, ein Mensch. Was auch immer das sein sollte, was da ist. Dieses was ist, ist nicht Atta. Daher besteht wohl keinerlei Wesens-Unterschied zwischen Dir und Mir oder irgendwem. Ist das so?


Wenn ich mir ein Bein breche, spürst du das dann ? Ist das so?


Nein, das spüre ich nicht. Aber ich bin weder ich noch du. Und du bist ja auch nicht du. Und weil wir beide weder ich noch du sind. Sind wir beide was auch immer. Aber dieses was auch immer ist nicht definierbar. Und so sind wir beide dem Wesen nach gleich. Oder behauptest Du, dass wir dem Wesen nach verschieden sind?
Dann erklär bitte einmal woraus diese Wesens-Verschiedenheit besteht!?

Warum soll ich dann um etwas nicht definierbares trauern? Der Buddhist will doch gerade das Ende des Leidens. Warum sollte ich dann leiden mehren, wenn etwas ebenso undefinierbares wie ich sich den Fuß stößt. Wenn ich dich tröste, dann lindere ich leiden. Aber warum sollte ich trauern?

ps. Warum schreibst du: Ist das so?
Junge sei mal kreativ. Das ist ja nicht zum aushalten hier :rofl:


Ist das so ? War ja Deine Frage...und da du zu denken scheinst, dass wir dem Wesen nach gleich sind...hielt ich es für angemessen, diese Floskel zu übernehmen...
Wieso sollte ich mich da abgrenzen ?
Same hat geschrieben:

Dann erklär bitte einmal woraus diese Wesens-Verschiedenheit besteht!?



Die Wesen sind weder gleich noch verschieden...Noch beides zugleich....noch sind sie keines von beiden.
Same hat geschrieben:
Warum soll ich dann um etwas nicht definierbares trauern? Der Buddhist will doch gerade das Ende des Leidens. Warum sollte ich dann leiden mehren, wenn etwas ebenso undefinierbares wie ich sich den Fuß stößt. Wenn ich dich tröste, dann lindere ich leiden. Aber warum sollte ich trauern?


Zunächst aber muss ich doch wissen, wie Leiden entsteht, was es überhaupt ist, bevor ich etwas beenden kann. Alles sind doch nur Beispiele, und wenn Du nichts mehr als Leiden erlebst oder noch nie erlebt hast, dann sei einfach froh und dankbar darüber.
Du sollst ja nicht trauern, worüber auch. 8)
_()_
Monikadie4. hat geschrieben:
Same hat geschrieben:
Warum soll ich dann um etwas nicht definierbares trauern? Der Buddhist will doch gerade das Ende des Leidens. Warum sollte ich dann leiden mehren, wenn etwas ebenso undefinierbares wie ich sich den Fuß stößt. Wenn ich dich tröste, dann lindere ich leiden. Aber warum sollte ich trauern?


Zunächst aber muss ich doch wissen, wie Leiden entsteht, was es überhaupt ist, bevor ich etwas beenden kann. Alles sind doch nur Beispiele, und wenn Du nichts mehr als Leiden erlebst oder noch nie erlebt hast, dann sei einfach froh und dankbar darüber.
Du sollst ja nicht trauern, worüber auch. 8)
_()_


Leiden entsteht durch nicht loslassen.
Sunu hat geschrieben:
Same hat geschrieben:

Dann erklär bitte einmal woraus diese Wesens-Verschiedenheit besteht!?



Die Wesen sind weder gleich noch verschieden...Noch beides zugleich....noch sind sie keines von beiden.


Und woher weißt du das? Kannst Du in andere Wesen reinschauen?
Same hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Same hat geschrieben:

Dann erklär bitte einmal woraus diese Wesens-Verschiedenheit besteht!?



Die Wesen sind weder gleich noch verschieden...Noch beides zugleich....noch sind sie keines von beiden.


Und woher weißt du das? Kannst Du in andere Wesen reinschauen?


Es reicht "drauf" zu schauen...

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