Buddhistische Weltbilder

Moderator: Jojo

kilaya hat geschrieben:
Es gibt innerhalb des Buddhismus verschiedene Weltbilder, die ich alle respektiere. Schon aus dem einfachen Grund heraus, dass der Buddhismus keinem ein bestimmtes Weltbild aufzwingt. Wogegen ich mich argumentativ immer zur Wehr setzen werde, sind Positionen, die einzelne dieser Weltbilder über andere stellen. (kilaya @ Re: 50 % Karma (in) Dialog der Philosophien, Religionen und Freidenker)


Was sind da deine Argumente?
Herr K sagt:
Mein Buddhismus ist echter als Deiner. Das Weltbild meines Buddhismus ist die Wahrheit, das Weltbild Deines Buddhismus ist zwar besser als das Weltbild von sagen wir mal einer Feld-Wald-Wiesen Religion , aber an das Weltbild meines Buddhismus kommt es lange nicht ran.



Hier im Forum sind mindestens 5 verschiedene Richtungen des Buddhismus vertreten. Wenn nun jede der Richtungen anfängt wie Herr K zu argumentieren, dann wird es hier bald keinen sachlichen Thread mehr geben. Es wird noch mehr gestritten werden als es bis jetzt der Fall ist, und jeder Neuankömmling wird sich zu recht denken:
Was ist das denn hier für ein Affentheater, jeder will nur Recht behalten. Und die Reden von Ego zurückstellen?
Rechthaberei gehöhrt sicher nicht, zu den zu pflegenden Tugenden.

Wir schreiben halt hier in einem Forum für alle buddhistischen Richtungen. Und deshalb ist es auch immer gut genau hinzu sehen, in welchem Subforum ein Beitrag gerade steht.
nyalaana hat geschrieben:
Herr K sagt:
Mein Buddhismus ist echter als Deiner. Das Weltbild meines Buddhismus ist die Wahrheit, das Weltbild Deines Buddhismus ist zwar besser als das Weltbild von sagen wir mal einer Feld-Wald-Wiesen Religion , aber an das Weltbild meines Buddhismus kommt es lange nicht ran.



Wie kommst du zu dieser Behauptung? Zu dem Zitat oben welches pamokkha gepostet hat, passt es ja nicht..
Hallo nyalaana,

Herr K sagt:
Mein Buddhismus ist echter als Deiner. Das Weltbild meines Buddhismus ist die Wahrheit, das Weltbild Deines Buddhismus ist zwar besser als das Weltbild von sagen wir mal einer Feld-Wald-Wiesen Religion , aber an das Weltbild meines Buddhismus kommt es lange nicht ran.

Gehe ich recht in der Annahme, dass Du mit Hr. K. den User Kilaya meinst und Dich auf den folgenden seiner Beiträge beziehst? (siehe unten) Lies seine Zuschrift doch noch einmal. Ich finde dort nichts, was Deiner Aussage entspricht.

LG mkha´
"... Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Mit dieser Haltung stelle ich mich nicht über alle diese Weltbilder, sondern trete aus dem System heraus auf einen Berg neben Bergen. Wenn ich zu einem Punkt eine persönliche Beziehung habe, ein Weltbild, das meinem eigenen nahe kommt, so ist das für meine persönliche Praxis von Bedeutung, aber für die Diskussion unerheblich. Sicherlich fällt es mir dann leichter, diese Position zu erklären, weil ich mich besser auskenne, aber das ist auch schon alles.

Ich würde mein persönliches Weltbild je nach Kontext mal als buddhistisch bezeichnen, aber mal auch nicht. Insofern - wenn ich das gesagt und gemeint hätte - könnte es bei mir gar kein Angriff sein, von jemand zu behaupten, dass es sich um ein "privates Weltbild" handele, weil ich ein solches genauso respektieren würde wie solche Weltbilder und Sichtweisen, die von vielen geteilt werden. Schliesslich ist mein eigenes Weltbild mit keinem einzigen kollektiven Weltbild völlig konform. ..."
Nein Herr K ist einfach nur ein erfundener Name. Kilaya vertritt ja genau nicht diese Haltung.
So zu argumentieren wie Herr K würde nur zu
Rechthaberei
Streit
übertrumpfen wollen

führen, wenn verschiedene buddhistische Richtungen mir verschiedenen buddhistischen Weltbildern anfangen darum zu kämpfen welches den nun das "richtige" buddhistische Weltbild ist, besonders in Forumsteilen wie Allgemeiner Buddhismust, oder Salon etc.

Deswegen ist es hier in manchen Threads oft besser das eigene b. Weltbild eben nicht über andere buddhistische Weltbilder zu stellen.
nyalaana hat geschrieben:
Nein Herr K ist einfach nur ein erfundener Name.


Das erfundene Zitat würde vom Stil her sehr schön zu den Keuner Geschichten von Brecht passen..

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichten_vom_Herrn_Keuner

Zum Begriff 'Welt'bild - paßt das überhaupt zum Buddhismus? Geht es nicht eher um etwas wie Beendigung der Anhaftung an Weltliches?
Nein Herr K ist einfach nur ein erfundener Name. Kilaya vertritt ja genau nicht diese Haltung.

Herzlichen Dank für Deine Antwort, nyalaana, offenbar habe ich Deine Aussage missverstanden. Ich dachte, Dein Beitrag bezöge sich auf pamokkhas Eingangsthread und wurde daher einfach nicht schlau daraus.

LG mkha´
Ja SORRY, ich war wohl zu unklar.

Kilaya wurde ja zitiert und sage, dass er dagegen vorgehen wolle wenn jemand sein b. Wetlbild über das Weltbild anderer stellt.

Wenn pamokkha fragt was es denn für so eine Haltung für Argumente gibt.

Um zu zeigen wie absurd es sein kann wenn jeder hier sein b. Weltbild über das eines anderen stellt habe ich Herrn K erfunden, und ihn das einmal machen lassen. Mit seiner extremen Aussage:
"Mein Buddhismus ist echter als Deiner. Das Weltbild meines Buddhismus ist die Wahrheit, das Weltbild Deines Buddhismus ist zwar besser als das Weltbild von sagen wir mal einer Feld-Wald-Wiesen Religion, aber an das Weltbild meines Buddhismus kommt es lange nicht ran."

Besonders wenn man sich dann klar macht, dass hier 5 oder mehr verschiedene buddhistische Richtungen anfangen könnten genau so zu Argumentieren. Dann gibt es hier nur noch Rechthaberei, Unterbuttern und eben keine Diskussion kein Austausch, kein Gespräch, sondern höchstens noch das Zementieren seiner eigenen Dogmen.
Das das nicht wünschenswert ist, das können Buddhisten erkennen und das wäre dann ein Argument für die Haltung kilayas das eigene b.Weltbild eben NICHT über das b. Weltbild Anderer zu stellen.


PS kann schon sein, dass der brechtsche Herr Keuner im meinem Kopf rumspuckte.
PPS Bei mir im tibetischen Buddhismus gibt es für diese Haltung sogar extra eine Anweisung. Sie geht ungefähr so: Man solle seine Sicht nicht über die Sicht anderer Schulen oder Religionen stellen.
pamokkha hat geschrieben:
kilaya hat geschrieben:
Es gibt innerhalb des Buddhismus verschiedene Weltbilder, die ich alle respektiere. Schon aus dem einfachen Grund heraus, dass der Buddhismus keinem ein bestimmtes Weltbild aufzwingt. Wogegen ich mich argumentativ immer zur Wehr setzen werde, sind Positionen, die einzelne dieser Weltbilder über andere stellen. (kilaya @ Re: 50 % Karma (in) Dialog der Philosophien, Religionen und Freidenker)


Was sind da deine Argumente?


Ich lese da als Argumente: 1. Respekt und 2. das Ideal des Buddhismus, nicht zu missionieren :)
nyalaana hat geschrieben:
Herr K sagt:
Mein Buddhismus ist echter als Deiner. Das Weltbild meines Buddhismus ist die Wahrheit, das Weltbild Deines Buddhismus ist zwar besser als das Weltbild von sagen wir mal einer Feld-Wald-Wiesen Religion , aber an das Weltbild meines Buddhismus kommt es lange nicht ran.



Hier im Forum sind mindestens 5 verschiedene Richtungen des Buddhismus vertreten. Wenn nun jede der Richtungen anfängt wie Herr K zu argumentieren, dann wird es hier bald keinen sachlichen Thread mehr geben. Es wird noch mehr gestritten werden als es bis jetzt der Fall ist, und jeder Neuankömmling wird sich zu recht denken:
Was ist das denn hier für ein Affentheater, jeder will nur Recht behalten. Und die Reden von Ego zurückstellen?
Rechthaberei gehört sicher nicht, zu den zu pflegenden Tugenden.

Wir schreiben halt hier in einem Forum für alle buddhistischen Richtungen. Und deshalb ist es auch immer gut genau hinzu sehen, in welchem Subforum ein Beitrag gerade steht.


Jein.. :mrgreen:

Der letzte Absatz ist wichtig, man sollte schon darauf achten, in welchem (Foren)Kontext Beiträge stehen.
Ich möchte im gleichen Geist ergänzen man sollte gelegentlich einen Schritt zurücktreten und den Blick auf die Gemeinsamkeiten richten und das Unterscheidende nicht mit der Lupe suchen. Besonders Neueinsteigern gegenüber vertrete ich diese Haltung, wenn diese im zweiten oder dritten Beitrag danach fragen, welcher Richtung sie sich denn jetzt bitte anschließen sollten.

Aber - diese Haltung sollte nicht zu einer Unklarheit der Gedanken führen. Meine Interpretation der Lehre ist für mich die Zielführendere im Vergleich zu anderen. Wenn das nicht so wäre, würde ich meine Fehler korrigieren. Ich habe dies in der Vergangenheit in Punkten schon tun müssen und ich vermute, der Prozeß ist noch nicht abgeschlossen.
fotost hat geschrieben:
Meine Interpretation der Lehre ist für mich die Zielführendere im Vergleich zu anderen. Wenn das nicht so wäre, würde ich meine Fehler korrigieren. Ich habe dies in der Vergangenheit in Punkten schon tun müssen und ich vermute, der Prozeß ist noch nicht abgeschlossen.


Es kommt auf das Ziel an, ob ein Weg zielführend ist oder nicht. Gibt es das "Ziel" überhaupt, oder gibt es so viele buddhistische Ziele wie es Buddhisten gibt ? Wie kann man ein Ziel kennen, bevor es erreicht wurde ?
fotost hat geschrieben:
Ich möchte im gleichen Geist ergänzen man sollte gelegentlich einen Schritt zurücktreten und den Blick auf die Gemeinsamkeiten richten und das Unterscheidende nicht mit der Lupe suchen.


Wenn die Unterscheidungen nur so klein wären, dass man sie mit der Lupe suchen müsste.

Sie sind aber so groß, dass man sie in ihrer Gesamtheit nur dann erkennen kann, wenn man nicht nur einen, sondern viele Schritte zurück tritt.
Die große Gemeinsamkeit bei allen Religionen (und nicht religiösen Menschen), wenn sie nicht fundamentalistisch ausgelegt werden, ist Liebe und Mitgefühl. Das ist der Grund, warum der Dalai Lama so vehement für eine "Ethik jenseits von Religion" plädiert.
Sunu hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Meine Interpretation der Lehre ist für mich die Zielführendere im Vergleich zu anderen. Wenn das nicht so wäre, würde ich meine Fehler korrigieren. Ich habe dies in der Vergangenheit in Punkten schon tun müssen und ich vermute, der Prozeß ist noch nicht abgeschlossen.


Es kommt auf das Ziel an, ob ein Weg zielführend ist oder nicht. Gibt es das "Ziel" überhaupt, oder gibt es so viele buddhistische Ziele wie es Buddhisten gibt ? Wie kann man ein Ziel kennen, bevor es erreicht wurde ?


Dies nur, ... , verkünde ich, früher wie heute: das Leiden und des Leidens Aufhebung."

Anurādha Sutta http://www.palikanon.com/samyutta/sam22_090.html#s22_86

Alles andere sind Nebenziele :)

'Wie kann man das Ziel erkennen?' - ein Problem jeder Lehre. Man kann Vertrauen entwickeln in diejenigen, die das Ziel erreicht haben und davon berichten und man kann selbst die Veränderung in sich bei jedem Schritt der Annäherung beobachten.
fotost hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:

Es kommt auf das Ziel an, ob ein Weg zielführend ist oder nicht. Gibt es das "Ziel" überhaupt, oder gibt es so viele buddhistische Ziele wie es Buddhisten gibt ? Wie kann man ein Ziel kennen, bevor es erreicht wurde ?


Dies nur, ... , verkünde ich, früher wie heute: das Leiden und des Leidens Aufhebung."

Anurādha Sutta http://www.palikanon.com/samyutta/sam22_090.html#s22_86

Alles andere sind Nebenziele :)

'Wie kann man das Ziel erkennen?' - ein Problem jeder Lehre. Man kann Vertrauen entwickeln in diejenigen, die das Ziel erreicht haben und davon berichten und man kann selbst die Veränderung in sich bei jedem Schritt der Annäherung beobachten.


So steht es geschrieben und mehr....aber was darunter verstanden wird, hängt vom Einzelnen ab, ist also Ansichtssache d.h. Dukkhasache... Aber das ist nur meine Ansicht.. :?
Ist Buddhismus to go (Sherab Yönten @ Buddhismus to go (in) Buddhistischer Salon) eines der verschiedenen buddhistischen Weltbilder - gleichwertig neben allen anderen? Und ist das hier :roll: der angemessene Ausdruck von Respekt?

Falls es kein buddhistisches Weltbild ist, wer legt dies wie und warum fest. Was sind die Mindestanforderungen und Ausschlussfaktoren? Und können sie für jede Person unterschiedlich - aber gleichwertig - festgelegt werden? Ab wann wird sich argumentativ immer zur Wehr gesetzt?
pamokkha hat geschrieben:
Ist Buddhismus to go (Sherab Yönten @ Buddhismus to go (in) Buddhistischer Salon) eines der verschiedenen buddhistischen Weltbilder - gleichwertig neben allen anderen? Und ist das hier :roll: der angemessene Ausdruck von Respekt?

Falls es kein buddhistisches Weltbild ist, wer legt dies wie und warum fest. Was sind die Mindestanforderungen und Ausschlussfaktoren? Und können sie für jede Person unterschiedlich - aber gleichwertig - festgelegt werden? Ab wann wird sich argumentativ immer zur Wehr gesetzt?


Was soll das? Du hast nun schon zum zweiten Mal zwei verschiedene Themen vermischt. Das empfinde ich als unzulässig und entspricht für mich nicht den Forenregeln.
Sherab Yönten hat geschrieben:
pamokkha hat geschrieben:
Ist Buddhismus to go (Sherab Yönten @ Buddhismus to go (in) Buddhistischer Salon) eines der verschiedenen buddhistischen Weltbilder - gleichwertig neben allen anderen? Und ist das hier :roll: der angemessene Ausdruck von Respekt?

Falls es kein buddhistisches Weltbild ist, wer legt dies wie und warum fest. Was sind die Mindestanforderungen und Ausschlussfaktoren? Und können sie für jede Person unterschiedlich - aber gleichwertig - festgelegt werden? Ab wann wird sich argumentativ immer zur Wehr gesetzt?


Was soll das? Du hast nun schon zum zweiten Mal zwei verschiedene Themen vermischt. Das empfinde ich als unzulässig und entspricht für mich nicht den Forenregeln.


Sorry - finde ich absolut nicht. Das ist sehr präzise zum Thema.
Die Respekt Geschichte hätte ich weggelassen, weil ich Menschen respektiere und keine Weltanschauungen, aber die Frage nach dem Kern der Lehre muß immer und immer wieder gestellt werden.

Welche Darstellungen der buddhistischen Lehre bin ich noch bereit als buddhistische Lehre zu akzeptieren? 'Was sind die Mindestanforderungen und Ausschlussfaktoren?' genau auf den Punkt!

Oder umgekehrt - ab wann müßte etwa ich, mit dem Etikett säkularer Buddhismus versehen, ehrlicherweise den Buddhismusteil der Bezeichnung streichen und mich eher als säkularen Humanisten oder ähnliches sehen.

Oder stört Dich nur, daß Elemente aus verschiedenen Threads zusammengeführt werden?
fotost hat geschrieben:
...aber die Frage nach dem Kern der Lehre muß immer und immer wieder gestellt werden.


Muss sich die nicht jeder für sich selber beantworten? Und die mit der gleichen Antwort finden sich zusammen. Ich finde es gibt keine Burg gegen vermeintliche Angreifer zu verteidigen.
fotost hat geschrieben:
Oder stört Dich nur, daß Elemente aus verschiedenen Threads zusammengeführt werden?


Ja, nur das stört mich :)
mukti hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
...aber die Frage nach dem Kern der Lehre muß immer und immer wieder gestellt werden.


Muss sich die nicht jeder für sich selber beantworten? Und die mit der gleichen Antwort finden sich zusammen. Ich finde es gibt keine Burg gegen vermeintliche Angreifer zu verteidigen.


Doch, es gibt Burgen und Gräben. Genauso wie es "heiß" und "kalt" gibt, gibt es auch unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Buddhismus und auch gegenüber anderen Religionen. Wer "heiß" erklärt, der muss "kalt" aber nicht gleich abwerten. Allerdings ist es so, dass die Anhänger von "kalt" es häufig als Kritik empfinden, wenn die Anhänger von "heiß" ihre Sichtweise erklären.
Wie die "Suchende 2016" in einem anderen Thread richtig meinte: Man solle bei unterschiedlichen Erklärungen nicht gleich so empfindlich reagieren, :) sondern zuhören und die Unterschiede aushalten können!

Der Kern der Lehre ist für mich sehr gut zusammengefasst im "buddhistischen Bekenntnis":

http://www.buddhismus-deutschland.de/bu ... ekenntnis/


Glaubensbekenntnis.....................
...fehlt nur noch die Taufe.
hedin02 hat geschrieben:


Glaubensbekenntnis.....................
...fehlt nur noch die Taufe.


Das Wort "Glauben" hast Du dazu gedichtet!
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das Wort "Glauben" hast Du dazu gedichtet!


Das ergibt sich.....
...da brauchts keinen Dichter.
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
...aber die Frage nach dem Kern der Lehre muß immer und immer wieder gestellt werden.


Muss sich die nicht jeder für sich selber beantworten? Und die mit der gleichen Antwort finden sich zusammen. Ich finde es gibt keine Burg gegen vermeintliche Angreifer zu verteidigen.


Doch, es gibt Burgen und Gräben. Genauso wie es "heiß" und "kalt" gibt, gibt es auch unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Buddhismus und auch gegenüber anderen Religionen. Wer "heiß" erklärt, der muss "kalt" aber nicht gleich abwerten. Allerdings ist es so, dass die Anhänger von "kalt" es häufig als Kritik empfinden, wenn die Anhänger von "heiß" ihre Sichtweise erklären.
Wie die "Suchende 2016" in einem anderen Thread richtig meinte: Man solle bei unterschiedlichen Erklärungen nicht gleich so empfindlich reagieren, :) sondern zuhören und die Unterschiede aushalten können!

Der Kern der Lehre ist für mich sehr gut zusammengefasst im "buddhistischen Bekenntnis":

http://www.buddhismus-deutschland.de/bu ... ekenntnis/


Es gibt unterschiedliche Auffassungen und damit auch unterschiedliche Bewertungen. Wem heiß lieber ist der mag kalt weniger und umgekehrt, der Eine fühlt sich in Tibet wohler, der Andere in Sri Lanka. Dabei kann es von gegenseitiger Akzeptanz bis zu Ablehnung und Streit kommen. Das jeweils Andere kann gleichwertig beurteilt werden, indem dem individuellen Wohlbefinden der eigentliche Wert zugemessen wird - Hauptsache jeder ist mit seinem Ding zufrieden. Oder der eigene Wert wird verallgemeinert - was mir passt ist normal, wem was anderes passt der hat sie nicht alle.

Nun sind spirituelle Lehren auf Allgemeingültigkeit hin angelegt. Ihre Anhänger billigen den Begründern zu das gefunden haben, was für alle Menschen das Beste ist. Ihr Wert wird also verallgemeinert - der Meister ist erwacht, alle anderen träumen noch wenn sie nicht durch seine Lehre bereits ebenfalls erwacht sind. Es muss also zur Ab - und Ausgrenzung kommen, zu Beurteilung von richtig und falsch, heilsam und unheilsam.

Uneinigkeit entsteht, weil der Meister nicht mehr da ist. Überlieferungen und traditionell geschulte Lehrer sind an seine Stelle getreten, neue Ansichten und Lehrer treten auf. Damit gibt es keine endgültige Beurteilung mehr, die Bewertung ist längst eine individuelle Angelegenheit. Die setzt sich zusammen aus Vorlieben, etwa kultureller Natur, und aus Einsichten. Oft kreisen die Auseinandersetzungen um die Überzeugung der ursprünglichen Lehre nahe zu sein bzw. näher als andere. Geht es im Materialismus darum, dass der größere Wagen in der eigenen Garage steht und nicht in der vom Nachbarn, sind spirituell gesinnte Menschen versucht die größere Weisheit durchblicken zu lassen.
Hinderliche Eigenschaften für ein gemeinsames Vorwärtskommen sind Neid, Missgunst, Stolz, Überheblichkeit, Sturheit, Befürchtungen einen vermeintlichen geistigen Besitz zu verlieren, Angst vor Verwirrung und Rückfall. Wenn sie auftreten kann man nicht gut voneinander lernen.
mukti hat geschrieben:
Es gibt unterschiedliche Auffassungen und damit auch unterschiedliche Bewertungen. Wem heiß lieber ist der mag kalt weniger und umgekehrt, der Eine fühlt sich in Tibet wohler, der Andere in Sri Lanka. Dabei kann es von gegenseitiger Akzeptanz bis zu Ablehnung und Streit kommen


Deshalb wurde der " mittlere Weg" gelehrt.. heiß/ kalt, schwarz/weiß denken ist mit Dukkha verbunden.
Sunu hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Es gibt unterschiedliche Auffassungen und damit auch unterschiedliche Bewertungen. Wem heiß lieber ist der mag kalt weniger und umgekehrt, der Eine fühlt sich in Tibet wohler, der Andere in Sri Lanka. Dabei kann es von gegenseitiger Akzeptanz bis zu Ablehnung und Streit kommen


Deshalb wurde der " mittlere Weg" gelehrt.. heiß/ kalt, schwarz/weiß denken ist mit Dukkha verbunden.


Du meinst wahrscheinlich besonders den mittleren Weg von Nāgārjuna, das kenne ich kaum. Aber Annehmen und Ablehnen ist bestimmt eine Quelle von Dukkha, obwohl ich mir schwer vorstellen kann das sofort aufzugeben. Es verschiebt sich allmählich, etwa durch die Einsicht dass Vorlieben bzw. Begehrlichkeiten die Dinge nicht so erscheinen lassen wie sie wirklich sind, aber alles was zu solcher Einsicht führt bzw. sie vertieft heilsam ist und was davon wegführt unheilsam. Ich sehe mich also gezwungen auf dem Weg dualistisch zu denken.
mukti hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Es gibt unterschiedliche Auffassungen und damit auch unterschiedliche Bewertungen. Wem heiß lieber ist der mag kalt weniger und umgekehrt, der Eine fühlt sich in Tibet wohler, der Andere in Sri Lanka. Dabei kann es von gegenseitiger Akzeptanz bis zu Ablehnung und Streit kommen


Deshalb wurde der " mittlere Weg" gelehrt.. heiß/ kalt, schwarz/weiß denken ist mit Dukkha verbunden.


Du meinst wahrscheinlich besonders den mittleren Weg von Nāgārjuna, das kenne ich kaum. Aber Annehmen und Ablehnen ist bestimmt eine Quelle von Dukkha, obwohl ich mir schwer vorstellen kann das sofort aufzugeben. Es verschiebt sich allmählich, etwa durch die Einsicht dass Vorlieben bzw. Begehrlichkeiten die Dinge nicht so erscheinen lassen wie sie wirklich sind, aber alles was zu solcher Einsicht führt bzw. sie vertieft heilsam ist und was davon wegführt unheilsam. Ich sehe mich also gezwungen auf dem Weg dualistisch zu denken.



Ich bezog mich dabei eigentlich nicht explizit auf den Mittleren Weg, wie ihn Nagarjuna auslegte....Den mittleren Weg bzw. Pfad findet man ja auch im Palikanon...eben dieses Annehmen und Ablehnen.
Und ja...
Das dualistische Denken alleine bildet noch keine Gräben, Burgen und Mauern....sondern erst das Denken, dass diese Denkobjekte "unabhängige Wahrheit" besitzen. Erst dadurch erhalten sie die nötige Substanz, um sich daran aufreiben zu können. Man muss heiß und kalt kennen, um die Mitte lokalisieren zu können d.h. aber nicht, dass man diesen "Namen" zu viel Bedeutung zusprechen sollte...Das gilt natürlich auch für die "Mitte"....

Aranavibhanga Sutta hat geschrieben:
Keinem Begierdenwohle sich hingeben, dem gewöhnlichen, gemeinen, alltäglichen, unheiligen, unheilsamen,
und auch keiner Selbstkasteiung sich hingeben, der leidigen, unheiligen, unheilsamen:
eben diese beiden Enden hat der Vollendete beiseite gelassen und den mittleren Pfad aufgefunden, auf dessen Fährte man sehend und wissend wird, der zur Ebbung, durch Vertiefung, Erwachung, Erlöschung führt. Zurede kennen und Abrede kennen; weil man Zurede kennt und Abrede kennt, weder zureden noch abreden: die Satzung eben aufweisen. Wohl ergründen verstehn; weil man Wohl ergründen versteht, innigem Wohle sich hingeben. Heimlich keine Rede führen, öffentlich keine flüsternde Sprache; und ohne sich zu eilen reden und nicht eilfertig. Was die Leute zu sagen belieben keiner Beachtung würdigen, den Namen nicht überschätzen. Das ist der Stempel der streitlosen Abzeichen.
mukti hat geschrieben:
Nun sind spirituelle Lehren auf Allgemeingültigkeit hin angelegt.


Das sehe ich für den Vajrayana nicht. Hier gilt lediglich "abhängiges Entstehen": Nur wer innerlich bereit ist, sich diesem "System" zu öffnen, der kann entsprechende Wirkungen erfahren.


Sunu hat geschrieben:
Das gilt natürlich auch für die "Mitte"....


...wie wäre es mit "lauwarm" ? :lol:
Sunu hat geschrieben:
Das dualistische Denken alleine bildet noch keine Gräben, Burgen und Mauern....sondern erst das Denken, dass diese Denkobjekte "unabhängige Wahrheit" besitzen. Erst dadurch erhalten sie die nötige Substanz, um sich daran aufreiben zu können.


Wahrheit ist abhängig von dem Objekt über das sie ausgesagt wird, von dem Zusammenhang in dem sie steht und von demjenigen der sie erkennt. Wenn zwei Personen ein Objekt oder eine Sache betrachten sehen sie nicht dieselbe Wahrheit, wenn sie unterschiedliche Standpunkte einnehmen und sich in verschiedenen Umständen befinden. Wie die Blinden von einem Elefanten je nach Standpunkt was anderes wahrnehmen. (Aber nein es ist kein Schlauch, es ist ein Wedel!)

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