Die Suche nach einem Mentor

Moderator: void

Hallo Gemeinde, vor etwa 5 Jahren habe ich für mich den buddhistischen Weg entschieden. Die Lehren von z.B. Jack Kornfield halfen mir Depressionen zu überwinden. Leben ist Leiden, das habe ich erkannt. Vermeidung von.... Ihr wisst schon. Usw. Es gibt immer wieder Situationen im Leben die durch entsprechendes Wissen und Meditation bewältigt werden können. Darum habe ich mich diesem Forum angeschlossen. Hier im Forum habe ich gedacht zielführende Informationen zu bekommen. Jedoch, so habe ich zumindest das Gefühl, zerstreuen sich die Gespräche in Definitionen und Widerlegungen. Es kann sein dass ich zu wenig weis um diese Gespräche zu würdigen. Aber im Grunde geht es doch einfach nur um das Leben miteinander, rechte Rede, rechte ...... ihr wisst schon. Und um im Hier und Jetzt zu sein, die Gedanken abzuschalten. Ich habe das Gefühl die Balance zwischen Leben im hier und jetzt und Diskussion (leben in den Gedanken) stimmt nicht.Verzeiht meinen Ausdruck. Hier wird diskutiert bis der Arzt kommt. Es ist aber keiner da, der sagt wo der Weg des einzelnen ist. Dabei spielt die Definition keine Rolle, wenn es vom Herzen kommt. Mal ein Beispiel: Ich schule eine Kampfkunst. Dabei gibt es Schüler die ganz genau die Technik ausführen wollen, wie ich es vormache. Es gelingt Ihnen oft nicht, weil die Schüler einfach einfach anders sind als ich. Sie können sehen was ich mache und für sich selbst das rausholen, was für sie richtig ist und was sie brauchen. Was sie behindert müssen sie weg lassen, auch wenn ich es anders sehe. Den eigenen Weg finden. So einen Mentor suche ich.
Ich Meditiere anders als die anderen. Ich stelle mich und konzentriere mich, da wo ich bin und wenn es der Bahnhof ist. Ich unterscheide nicht in der Aufmerksamkeitsmeditation oder Einsichtsmeditation. Ich brauche diese Wege nicht, ich schalte ab, so wie ich es bei Jack Kornfield oder Ajahn Cha gelesen habe. Habe ich etwas falsch verstanden? Wenn ich so schreibe denke ich, das ich evtl. einfach mal Gleichgesinnte treffen sollte um zu reden. Wo kann man so etwas machen? Gruß Rainer
Hallo Rama,

Rama100 hat geschrieben:
Jedoch, so habe ich zumindest das Gefühl, zerstreuen sich die Gespräche in Definitionen und Widerlegungen. Es kann sein dass ich zu wenig weis um diese Gespräche zu würdigen. (...) Ich habe das Gefühl die Balance zwischen Leben im hier und jetzt und Diskussion (leben in den Gedanken) stimmt nicht.

Mehr wissen *erhöht* die Gefahr, zu viel zu diskutieren anstatt zu verstehen, brauchst Du nicht.
Rama100 hat geschrieben:
Verzeiht meinen Ausdruck. Hier wird diskutiert bis der Arzt kommt.
No worries, stimmt doch! :) Nur leider kommt kein heilender Arzt... :oops:
Rama100 hat geschrieben:
Ich unterscheide nicht in der Aufmerksamkeitsmeditation oder Einsichtsmeditation. Ich brauche diese Wege nicht, ich schalte ab, so wie ich es bei Jack Kornfield oder Ajahn Cha gelesen habe.
Ich finde bei Kornfield nur die Kombination, und "abschalten" schon gar nicht; wo hast Du das bei den beiden gelesen?

Rama100 hat geschrieben:
ich schalte ab,
Das ist IMHO weder buddhistisch noch Vipassana, weder Kornfield noch Ajahn Cha, aber Dir kann ja keiner vorschreiben, was Du zu machen hast.

Nach meiner Meinung und Erfahrung ist gerade die Kombination der Weg, der mich voran bringt: Achtsamkeit, um etwas Abstand zwischen mich und die Welt und meine Gedanken zu bringen, und Einsichtsmeditation, um meine falschen Glaubenssätze, Verhaltensautomatismen, usw. zu entdecken.

Liebe Grüße,
Aravind.
Rama100 hat geschrieben:
ich schalte ab,

Meinst Du damit das aufsuchen einer leeren Welt oder das abschalten von Gedanken Machen?
Rama100 hat geschrieben:
Ich brauche diese Wege nicht, ich schalte ab, so wie ich es bei Jack Kornfield oder Ajahn Cha gelesen habe. Habe ich etwas falsch verstanden? Wenn ich so schreibe denke ich, das ich evtl. einfach mal Gleichgesinnte treffen sollte um zu reden. Wo kann man so etwas machen? Gruß Rainer


Gehts ums Abschalten oder ums Anschalten ? Oder um beides ? Oder um keins von beiden ?
Das ist immer nur eine Frage der Perspektive...und diskutieren kann dazu beitragen das zu verinnerlichen. Überhaupt...was wäre das für ein Forum wo nicht diskutiert wird. Informationen ? Was für Informationen ? Der eine hält diese für richtig und der andere jene für falsch....dadurch kommt eine Vielfalt an Informationen erst zu stande.
Aravind hat geschrieben:
Rama100 hat geschrieben:
Jedoch, so habe ich zumindest das Gefühl, zerstreuen sich die Gespräche in Definitionen und Widerlegungen. Es kann sein dass ich zu wenig weis um diese Gespräche zu würdigen. (...) Ich habe das Gefühl die Balance zwischen Leben im hier und jetzt und Diskussion (leben in den Gedanken) stimmt nicht.

Mehr wissen *erhöht* die Gefahr, zu viel zu diskutieren anstatt zu verstehen, brauchst Du nicht.

Stimmt schon irgendwie, andererseits steht rechte Ansicht ganz am Anfang des achtfachen Wegs und zu rechter Ansicht gehört eben das Ansehen, daß heißt, daß man zuerst einmal wissen muß, worum es geht.

Dazu gehört dann auch die Analyse des angesehenen und dazu gehören eben wie bei allen Texten Definitionen und Widerlegungen anderer Interpretationen von Textstellen oder Zusammenhängen. Allein die Aufspaltung der Nachfolger der Lehre in dutzende Richtungen zeigt die Problematik.

Wenn dann nach langer Zeit jenseits der Analyse wieder die Synthese gelingt - umso besser :mrgreen:

Aravind hat geschrieben:
Rama100 hat geschrieben:
Verzeiht meinen Ausdruck. Hier wird diskutiert bis der Arzt kommt.
No worries, stimmt doch! :) Nur leider kommt kein heilender Arzt... :oops:

Ein Zusatzproblem von Internetgemeinden ist, daß die reale Erfahrung über den Gegenüber fehlt, genau wie das Erleben der nicht-verbalen Anteile an Kommunikation. Ich nehme von euch beiden hier nur ein paar Zeichen auf meinem PC-Monitor wahr. Ich weiß einfach nicht, wer ihr seid. Das führt natürlich weiter zu dem Eindruck, daß das (geschriebene) Wort zu sehr im Mittelpunkt steht.
fotost hat geschrieben:
Aravind hat geschrieben:
Mehr wissen *erhöht* die Gefahr, zu viel zu diskutieren anstatt zu verstehen, brauchst Du nicht.

Stimmt schon irgendwie, andererseits steht rechte Ansicht ganz am Anfang des achtfachen Wegs und zu rechter Ansicht gehört eben das Ansehen, daß heißt, daß man zuerst einmal wissen muß, worum es geht.

Hoffentlich kam mein Post nicht abwertend rüber, so war das nicht gemeint. Für viele Fragen ist ein Forum wohl nicht der richtige Ort, vor allem, wenn man zwar gleiche Worte verwendet, aber völlig verschiedene Begriffe meint. Wissen hilft gegen dieses Problem nicht, das wollte ich vor allem sagen.

fotost hat geschrieben:
Dazu gehört dann auch die Analyse des angesehenen und dazu gehören eben wie bei allen Texten Definitionen und Widerlegungen anderer Interpretationen von Textstellen oder Zusammenhängen. Allein die Aufspaltung der Nachfolger der Lehre in dutzende Richtungen zeigt die Problematik.

Als gelernter Physiker frage ich mich natürlich trotzdem häufig, was denn der minimale Satz an Annahmen und Glaubenssätzen ist, mit dem man noch voran kommt. Zum "Glück" habe ich dafür den passenden Lehrer gefunden, Antworten gibt es dann in wenigen Jahrzehnten... 8)

fotost hat geschrieben:
Ein Zusatzproblem von Internetgemeinden ist, daß die reale Erfahrung über den Gegenüber fehlt, genau wie das Erleben der nicht-verbalen Anteile an Kommunikation. Ich nehme von euch beiden hier nur ein paar Zeichen auf meinem PC-Monitor wahr. Ich weiß einfach nicht, wer ihr seid. Das führt natürlich weiter zu dem Eindruck, daß das (geschriebene) Wort zu sehr im Mittelpunkt steht.

Genau, das ist einfach so und gehört zu diesem Medium. Finde ich weder gut noch schlecht, und kann ich gut mit leben. So lange sich hier genug nette Leute tummeln...

Liebe Grüße,
Aravind.
Aravind hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Aravind hat geschrieben:
Mehr wissen *erhöht* die Gefahr, zu viel zu diskutieren anstatt zu verstehen, brauchst Du nicht.

Stimmt schon irgendwie, andererseits steht rechte Ansicht ganz am Anfang des achtfachen Wegs und zu rechter Ansicht gehört eben das Ansehen, daß heißt, daß man zuerst einmal wissen muß, worum es geht.

Hoffentlich kam mein Post nicht abwertend rüber, so war das nicht gemeint. Für viele Fragen ist ein Forum wohl nicht der richtige Ort, vor allem, wenn man zwar gleiche Worte verwendet, aber völlig verschiedene Begriffe meint. Wissen hilft gegen dieses Problem nicht, das wollte ich vor allem sagen.


Nein, Dein Beitrag war vollkommen deutlich und absolut nicht abwertend. Noch so ein Problem in einem Internetforum, daß man (ich) dann noch mal seine Interpretation daneben stellen möchte..

In einer Echtwelt Situation sieht man eben, ob das Gegenüber noch skeptisch oder fragend guckt und kann sich daran orientieren :)

Besonders im Bereich Allgemeines neige ich wohl manchmal dazu ein paar Schritte zurück zu gehen um auch jeden Zaungast mitzunehmen.. :wink:
Oh, hier hat sich etwas getan. Vor allem in der Frage was ich unter abschalten verstehe und wo Kornfield es geschrieben hat. Fange ich bei Kornfield an: "Frag den Buddha und folg den Weg des Herzens" Ist das Buch das ich aktuell lese. Dort steht nicht abschalten, ich habe es so genannt. Dort sind die buddhistischen Lehren erklärt und jeweils zum Kapitel eine Meditationsanleitung. Die erste Anleitung "Möge ich mit Herzeswärme... usw" In den späteren Kapitel geht es um die Visionierung der Meditation, so habe ich es zumindest verstanden. Ich kann nur von mir berichten, Wenn ich die Meditation beschreibe. Dann möchte ich den Zustand der Gedankenlosigkeit mit voller Aufnahmefähigkeit erreichen. Vor ca. 20 Jahren bin ich das erste mal damit angefangen, fand es sehr schwer, da mich immer irgendetwas ablenkte, und wenn ich schaffte in ein Loch ohne Gedanken zu fallen, wurde mir für kurze Zeit richtig übel. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Mit der Zeit habe ich so meine Wege gefunden um die Gedanken aufzulösen. Jedenfalls wird mir nicht übel und ich habe das Gefühl von Ruhe in mir. Also das auflösen der Gedanken, habe ich abschalten genannt. Jack Kornfield bescheibt das die Durchlässigkeit des Körpers visioiniert werden soll, um heftige Gedanken zu ertragen und durch den Körper fließen zu lassen. So bekommen diese Gedanken einen Anfang und ein Ende und lösen sich wie alles auf dieser Welt auf, oder fließen durch mich hindurch.

Jetzt vom Abschalten zurück zum Mentor. Es kann sein, dass ich schon am Ziel bin, und ich mich nur verständlich machen muss. Ich möchte z.B. über die Lehren reden um sie richtig zu verstehen. Die Lehre der Gesamtheit also das Vermeiden von Sektionen. Die Lehre des Ich-(sein). Wenn ich so schreibe komme ich auch zum Schluss, dass eigentlich das Zuhören von Diskussionen ein wichtiger Aspekt ist.
Am Montag war ich das erste Mal in einer Gruppe in Dortmund. Eine Entfernung von etwa 30 Km. Es geht also, wenn die Parkplatzsuche nicht genauso lange dauern würde, wie die Fahrt dort hin. Ein Einführungskurs. Der Vorträger erzählte von den Lehren, die ich aus Bücher kannte und mit denen ich mich beschäftige. Ich bin nicht ans Ziel gekommen. Dann habe ich nach einem nähren Zentrum geschaut. Gladbeck oh, 10 km näher und keine Parkplatzprobleme. Eine Mail geschrieben, noch keine Antwort. Weil ich heute Frei hatte bin ich hin gefahren. Lindenstraße 37a. Nicht gefunden. 37, ja 37a nein. Aber evtl. meldet sich jemand noch. Wie macht Ihr es? Wo trefft Ihr Euch? Trefft Ihr Euch überhaupt?

Es stellen sich so praktische Fragen wie:
- wie vermittelt Ihr es Euren Kindern?
- wie nehmt Ihr die Lehren auf oder wie habt ihr sie verstanden.
- Wie ist es mit Euren Partnern, sind sie ebenfalls Buddhisten oder nicht. Wie werdet Ihr von Euren Partner empfunden?
- Nicht alle wissen, dass ich den Buddhismus als Leitfaden für mein Leben gewählt habe. Ein guter Bekannter von mir kann damit überhaupt nicht umgehen, darum vermeide ich Gespräche in seiner Gegenwart, die den Buddhismus betreffen.
- Ich esse Fleisch, obwohl ich allmählich eine Änderung in mir feststelle. Ich fange an zu zweifeln. Wie ist es bei Euch?

usw. Mir fehlt das Feedback, mir fehlt die lebendige Gemeinschaft.
Nicht Korrekturlesen ;-)
Jetzt wollte ich eigentlich gezielt antworten und habe einfach drauflos geschrieben
Gruß Rainer
Hallo Rainer,

so ähnlich ist es wohl ganz oft, mach einfach weiter :)

Die erste Gruppe hat dir nicht gefallen? In deiner Ecke gibt es sicher viele Angebote. Im Raum Köln Bonn ist eine nalandabodhi Gruppe, dort wird (schätze ich) Shamatha praktiziert (ruhiges verweilen) und gemeinsam lernen kann man auch.

Alles gute!
Bei der Gruppe in Gladbeck handelt es sich um eine Gruppe in der Tradition von Ole Nydahl und seinem "Diamantweg"
http://www.buddhismus-west.de/index.php?id=238

Dieser ist einer der kontroversesten Lehrer im europäsischen Buddhismus und seine Lehrinterpretation hat mit dem Theravada und dem, was z.B. Jack Kornfield lehrt, nicht viele Gemeinsamkeiten
http://blog.buddhistische-sekten.de/lam ... rwuenscht/

Evtl. findest du hier eine passende Gruppe
https://www.buddhismus-deutschland.de/g ... undesweit/

Theravada-Gruppen finden sich z.B. hier
http://www.buddha-haus.de/MEDITATIONSGRUPPEN.91.0.html
http://www.buddha-haus.de/fileadmin/inh ... r_2017.pdf

http://www.theravadanetz.de/event_organ ... g=true.php
http://www.theravadanetz.de/theravada_gruppen.pdf

Gemeinschaften von Thich Nhat Hanh
http://www.intersein.de/gemeinschaften.html

Zen Gruppen
https://www.zen-guide.de/zen/zentren/
Vielen, vielen Dank. Ihr macht mir Mut. Ich werde das Infomaterial mal durcharbeiten.
Gruß Rainer
Lieber Rama,
Rama100 hat geschrieben:
Oh, hier hat sich etwas getan. Vor allem in der Frage was ich unter abschalten verstehe und wo Kornfield es geschrieben hat. Dann möchte ich den Zustand der Gedankenlosigkeit mit voller Aufnahmefähigkeit erreichen.
(...)

Ok, das verstehe ich, vielen Dank für Deine Erläuterungen. Meiner Meineung nach nennt man das Einsichtsmeditation, abschalten ist evt. was anderes, aber wenn Du den Begriff nicht benutzen willst, auch gut.

Rama100 hat geschrieben:
Am Montag war ich das erste Mal in einer Gruppe in Dortmund. Eine Entfernung von etwa 30 Km. Es geht also, wenn die Parkplatzsuche nicht genauso lange dauern würde, wie die Fahrt dort hin.

Mal ehrlich, Du suchst nach Erleuchtung und jammerst über Parkplatzsuche? :wink: Mein Lehrer würde die Augenbrauen hoch ziehen, sagen: "Bist du sicher, dass Du die richtigen Prioritäten setzt?" und grinsen. :)

Rama100 hat geschrieben:
Trefft Ihr Euch überhaupt?
Zur Zeit nur zu Retreats. Da fahr ich auch 1000 km, wenn es nötig ist. Manche fliegen dafür nach Indien oder sonst wo hin.

Rama100 hat geschrieben:
Es stellen sich so praktische Fragen wie:
- wie vermittelt Ihr es Euren Kindern?
Meiner Tochter, indem ich ihr davon erzähle und ihr die Bücher meines Lehrers gebe. Meinem Sohn, indem ich erzähle. (sind beide erwachsen)

Rama100 hat geschrieben:
- wie nehmt Ihr die Lehren auf oder wie habt ihr sie verstanden.
Indem ich die selben Bücher immer und immer wieder lese. Irgendwer schreibt die immer wieder um; steht jedes Mal was anderes drin.

Indem ich die Vorträge meines Lehrers immer und immer wieder höre. Irgendwie erzählt er jedes Mal mit den selben Worten etwas neues.

Indem ich auf dem Kissen sitze und auch im Alltag praktiziere.

Rama100 hat geschrieben:
- Wie ist es mit Euren Partnern, sind sie ebenfalls Buddhisten oder nicht. Wie werdet Ihr von Euren Partner empfunden?
Ich folge dem Buddha, bin aber kein Buddhist. Meine Frau ist weder noch, nutzt aber Achtsamkeits- und Liebende-Güte-Techniken für ihre eigene Entwicklung und als Therapeutin. Am "Anfang" war sie sehr verunsichert. Seitdem sie meinen Lehrer persönlich kennt, ist das kein Thema mehr, sondern sie interessiert sich aufrichtig für das, was ich lerne.

Rama100 hat geschrieben:
- Nicht alle wissen, dass ich den Buddhismus als Leitfaden für mein Leben gewählt habe. Ein guter Bekannter von mir kann damit überhaupt nicht umgehen, darum vermeide ich Gespräche in seiner Gegenwart, die den Buddhismus betreffen.
Ich behalte es weder für mich, noch teile ich es offensiv mit. Wenn es jemanden interessiert, was ich auf Retreats so mache, erzähle ich es.

Rama100 hat geschrieben:
- Ich esse Fleisch, obwohl ich allmählich eine Änderung in mir feststelle. Ich fange an zu zweifeln. Wie ist es bei Euch?
Ich war viele Jahre Vegetarier, und esse zur Zeit Fleisch.

Rama100 hat geschrieben:
Jetzt wollte ich eigentlich gezielt antworten und habe einfach drauflos geschrieben
Gruß Rainer
Schön!
Liebe Grüße, Aravind.
Hallo Rainer,
„Wie vermittelt Ihr es Euren Kindern?“
Meine Kinder sind erwachsen. … Ich habe ihnen, (nach bestem Wissen und Können), die Werte der Lehren des Buddha vorgelebt, und sie, als sie älter wurden, mit ins Zentrum genommen. Sie fühlten sich dort zu Hause und unterhielten sich gerne mit den jüngeren Mönchen. Ich habe sie nie gefragt, ob sie Zuflucht nehmen möchten. Das ist eine Entscheidung, die jeder aus freien Stücken selbst treffen sollte.
„Wie nehmt Ihr die Lehren auf oder wie habt ihr sie verstanden?“
Mein langjähriger Lehrer, (bei dem ich auch Zuflucht nahm), war ein tibetisch-buddhistischer Mönch, ein ausgezeichneter Vermittler der Lehren und ein liebevoller, gütiger Ansprechpartner. … Wichtig war ihm vor allen Dingen das eigenständige Denken seiner Schüler. Er setzte voraus, dass der an den Lehren Interessierte gut zuhört, über das Gehörte nachdenkt, es hinterfragt, in der praktischen Anwendung die Alltagstauglichkeit erforscht, darüber meditiert, und eigene Schlussfolgerungen zieht.

Heute halte ich es wie Shabkar Tsodruk Rangdrol (tibetischer Yogi, 1781-1851)
Am Anfang nahm ich meinen Meister als Meister.
In der Mitte nahm ich die Schriften als Meister.
Am Ende nahm ich meinen Geist als Meister.
"Wie ist es mit Euren Partnern, sind sie ebenfalls Buddhisten oder nicht?"
Mein Partner ist Buddhist.
"Nicht alle wissen, dass ich den Buddhismus als Leitfaden für mein Leben gewählt habe."
Unsere Freunde haben bereits vor Jahrzehnten zur Kenntnis genommen, dass wir Buddhisten sind, ebenso, wie wir wissen, wer von ihnen keiner Religion zugetan, bzw. Christ oder Muslim, (praktizierend oder nicht praktizierend) ist. Das war und ist aber kein besonderes Gesprächsthema, es ergibt sich allenfalls hin und wieder im Laufe einer Unterhaltung.
„Ich esse Fleisch, obwohl ich allmählich eine Änderung in mir feststelle. Ich fange an zu zweifeln. Wie ist es bei Euch?“
Ich bin Vegetarier, lasse dies aber keineswegs "heraushängen". ... Jeder nach seiner Façon.
„für sich selbst das rausholen, was … richtig ist … Den eigenen Weg finden. So einen Mentor suche ich.
“ Meine (keineswegs maßgebliche) Meinung ist: bin ich an der buddhistischen Philosophie interessiert, gilt es zunächst, zumindest die (Grund-)Lehren Buddha Śākyamunis theoretisch zu studieren und praktisch umzusetzen, um nachvollziehen zu können, worum es geht und wie es wirkt. Alles Weitere wird sich ergeben.
„Ich Meditiere anders als die anderen. Ich stelle mich und konzentriere mich, da wo ich bin und wenn es der Bahnhof ist. usw.“
Fein, … das ist echt prima, aber Du bist gewiss nicht der einzige, der so unterwegs ist. :)
"Mir fehlt das Feedback, mir fehlt die lebendige Gemeinschaft."
Das kann ich nachvollziehen. Es gab damals einen regen Austausch mit unserem Lehrer und den Mitschülern. Das ist nun lange her, aber mit einigen stehe ich noch in Kontakt. Mein gütiger Lehrer ist bereits vor vielen Jahren verstorben. Ich bin ihm für alles, was er uns vermittelte, sehr dankbar, und er ist mir stets präsent.

LG mkha‘
mkha' hat geschrieben:
Mein Partner ist Buddhist.


Ach, da werde ich immer neidisch wenn ich sowas lese. Was für ein Segen!
Meine Frau hat zwar ein großes Herz und ist sehr tolerant, aber sie ist meilenweit davon entfernt, Zuflucht zu nehmen.
Hallo liebe Gemeinde, ich glaube dass ist es.
Ich habe meinen Weg beschrieben, Ihr sagt es ist ok.
Also werfe ich die Zweifel über Bord und lasse es fließen.
Was ich noch festgestellt habe, wir haben keine gemeinsame Sprache.
Das liegt wohl daran, dass ich mir die notwendigen Begrifflichkeiten noch
nicht beigebracht habe.

Sherab Yönten, was meintest Du mit Zuflucht nehmen? Sich zu bekennen?

Ihr trennt Buddha folgen, und Buddhist sein.
Aravind hat die Definitionen der Techniken im Kopf.
Ebenso die Trennung der unterschiedlichen Meditationsformen.
Das zeigt mir, dass ich einfach noch mehr lesen und praktizieren muss, um auf eine gemeinsame Sprache mit Euch zu kommen.

Aravind, ich jammere nicht nach Parkplatzsuche ;-), es war die Feststellung von Zeitmangel. Ich habe Familie und Beruf. Dann versuche ich innerhalb eines Zeitfensters, dass mir zur Verfügung steht, meinen Interessen zu folgen. Dann kann die Zeit schon knapp werden. Ist leider so. 1000 km zu reisen ist ein Aufwand, den ich gern betreiben würde. Aber es scheitert an den finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten. Wie gesagt, ich bin Verpflichtungen eingegangen, die ich vor meinen Interessen stellen muss.

Einige Zentren reden von sich als religiöse Vereinigung. Ich sehe den Buddhismus nicht als Religion. Dem Buddhismus fehlt meiner Ansicht nach, die Aufforderung zum Glauben. Siddhartha Gautama sagte, glaubt nicht was ihr selbst nicht erlebt habt. So meine ich es zumindest gelesen zu haben. Also die Abkehrung vom Glauben zum Wissen. Oder sehe ich es falsch? Es fehlt die Verehrung einer Gottheit. Oder einen Ausschnitt aus Wiki (die Auseinandersetzung des Menschen mit einer numinosen Macht oder den Glauben an übernatürliche Wesen.) Das alles finde ich im Buddhismus nicht.

Mkha, danke für den Zuspruch. Eine weitere Bestätigung um auf meinem Weg zu bleiben.

Gruß Rainer
Rama100 hat geschrieben:
Dem Buddhismus fehlt meiner Ansicht nach, die Aufforderung zum Glauben. Siddhartha Gautama sagte, glaubt nicht was ihr selbst nicht erlebt habt. So meine ich es zumindest gelesen zu haben. Also die Abkehrung vom Glauben zum Wissen.

Das liegt aber nicht an der Lehre des Buddha sondern
an der Interpretation vieler lokalen "Erdbewohner" hier
in Deutschland.
Rama100 hat geschrieben:
Sherab Yönten, was meintest Du mit Zuflucht nehmen? Sich zu bekennen?


Ja, es ist eine Art Bekenntnis - und zwar zu den sogenannten drei Juwelen Buddha, Dharma und Sangha, Nachdem man öffentlich Zuflucht genommen hat, gilt man offiziell als Buddhist, manchmal bekommt man einen buddhistischen Namen nach der Zuflucht (siehe z.B. mein Nick hier im BL), Zumindest ist das in unserem buddhistischen Zentrum (Frankfurter Tibethaus) so. Andere akzeptieren die "geheime" nicht -öffentliche Zuflucht. Zur Zufluchtnahme gibt es diverse Belehrungen.
Rama100 hat geschrieben:
Wie gesagt, ich bin Verpflichtungen eingegangen, die ich vor meinen Interessen stellen muss.
Nee, musst Du nicht. Du bist doch kein Opfer, sondern Du hast das so entschieden, dass Du das willst. Und das ist auch völlig ok so.

Alles Gute!
Aravind.
Danke dass Ihr antwortet ;-). Ich habe eben viel gelesen. Durch eure Antworten habe ich gefunden, wonach ich suchen muss, und eine Menge Stoff zusammen getragen. Danke Mentor Buddhaland
Aravind, Du hast recht. Ich habe mich entschieden. Auch an dieser inneren Haltung muss ich arbeiten. Denn habe ich mich entschieden, dann ist es eben so, und kein Zwang, kein Leid.
Lieben Gruß Rainer
Rama100 hat geschrieben:
Auch an dieser inneren Haltung muss ich arbeiten.

Nee, musst Du nicht. Du bist doch kein Opfer, sondern Du hast das so entschieden, dass Du das willst.

:) :) :) (sorry, die Vorlage wollte ich nicht liegen lassen). :)

Take care! :heart:
Aravind.
Ja stimmt... auch dazu habe ich mich entschieden. Hört sich komisch an, aber diesen Hinweis habe ich gebraucht. In manchen Situationen heute, habe ich mich berichtigt in dem ich mir sagte: "Du hast Dich entschieden" Danke Aravind
Rama100 hat geschrieben:
Ja stimmt... auch dazu habe ich mich entschieden. Hört sich komisch an, aber diesen Hinweis habe ich gebraucht. In manchen Situationen heute, habe ich mich berichtigt in dem ich mir sagte: "Du hast Dich entschieden" Danke Aravind

Mein Vergnügen!

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